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E_1939_Zeitung_Nr.007

E_1939_Zeitung_Nr.007

BERN, Dienstag, 24. Januar 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 7 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREIS Et Aufgab» A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, Jährlich FT. Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtltch abonniert Ausgabe B (mit gew. Unlallversicn.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Enchetat Jeden Dienstag und Freitag WSehentllehe Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Uite" REDAKTION n. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschiftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51. Telephon 39.743 Die INSERTIONS-PREIS: achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Grfissere Inserate nach Spezialtarif Inseratenschlnss 4 Taqe vor Erscheinen der Nummer Int. Auto-Reiseverkehr der Schweiz 1938 Stillstand, ja sogar eher Abnahme Wie in der letzten Nummer der « A.-R.» mitgeteilt, lassen sich Vergleiche zwischen dem Gesamtresultat der 1938 in die Schweiz zu vorübergehendem Aufenthalt eingereisten ausländischen Automobilisten und demjenigen des Vorjahres leider nicht ziehen, weil die Zählungen für einzelne Zolktokutnente seit Anfang 1938 eine Aenderung erfahren haben. Bis 1938 nämlich erfasste die Statistik bei den Einreisen mit Triptyks, Freipässen und Kontrollkarten für Motorräder nur die erste Grenzipassage während des Jahres, während bei denjenigen mit der provisorischen Einreisekarte (die ohnehin nur für einen Uebertritt gilt) und Grenzpassierscheinheften jede Einreise gezählt wurde. Man war sich in Verkehrsfachkreisen darüber einig, dass Triptyks, Freipässe und Motorradkontrollscheine durchschnittlich pro Jahr etwa 5 bis 6mal benützt werden und hat jeweils ausgerechnet, dass in der Statistik des internationalen Automobilreiseverkehrs der Schweiz rund 100.000 bis 120.000 Einreisen fehlen. Wenn nun die 1938er Ergebnisse keine genauen Vergleiche'der Tötalresultate mit denjenigen des Vorjahres mehr zulassen, so lassen sich wenigstens teilweise die Einreisen auf Grund jener Zolldokumente miteinander in Parallele setzen, deren Zählmodus 1938 keine Aenderung erlitten hat. Für diese Erhebungen ergibt sich nun für die letzten vier Jahre folgendes Bild. Es betrugen die Einreisen mit: Jahr 1935 151.128 1936 170.760 1937 190.517 1938 181.991 Prov. Ein- Grenzpassierreisekarte scheinhefi Total 62.729 213.857 62.128 232.897 88.895 279.412 92.552 274.543 Zum erstenmal, mit Ausnahme von 1935, weisen die Eintritte mit der provisorischen Einreisekarte einen Rückgang auf. Dagegen lässt sich bei den Einreisen mit Grenzpassiersoheinheften eine Zunahme um 3^50 Einheiten feststellen. Mit ziemlicher Sicherheit darf der Rückgang des Kontingentes der provisorischen Einreisekarten auf den Rückgang des Zustromes französischer Automobilisten zurückgeführt werden, eine Erscheinung, die ja im Fremdenverkehr der Schweiz während des letzten Sommers allgemein hervortrat. Bei der Würdigung der Ergebnisse des Jahres 1938 geht die Annahme kaum fehl, dass eine Abwanderung der Einreisen mit provisorischer Eintrittskarte auf solche mit Triptyks oder Freipässen oder Motorradkontrollscheinen nicht in Betracht kommt, da sich die Zahl der verwendeten Zolldokumente dieser Art F E U I L L E T O N Rätsel um Muriel. Roman von Johann Friedrich. 8. Fortsetzung. «Immerhin», Charles lächelt dem Seemann einverständlich zu, « wir beide wissen, was auf dem Spiele steht. Viel Geld, mein Lieber ! — Und das hier habe ich Ihnen vorläufig mitgbraoht < Er schiebt dem Kapitän einen Umschlag mit Banknoten zu. « Zählen Sie hier nicht nach. Es stimmt. Sie können sich darauf verlassen. > «Das weiss ich», grinst Mr. Black und hat das Geld schon eingesteckt, < es ist auch ganz zwecklos, mich betrügen zu wollen. Wenn einer erst mit den amerikanischen Gangstern gearbeitet hat —> c Hören Sie jetzt zu, Kapitän», Charles Stimme klingt plötzlich sehr energisch, «ich habe Sie nicht des Geldes wegen herbestellt, durch eine gewisse Konstanz auszeichnet, wie aus nachstehender Zusammenstellung erhellt: Triptyks: 1935: 10661; 1936: 10744; 1937: 10 845; und diejenige der Freipässe: 1935: 16944; 1936: 18039; 1937: 16577. Wenn daher von einer solchen Abwanderung für 1938 kaum die Rede sein kann und anderseits zu berücksichtigen bleibt, dass die Zahl der Einreisen mit Grenzpassierscheinheften und provisorischer Einreisekarte zwar rund 65 % der gesamten ausländischen Motorfahrzeugfrequenz ausmacht, aber um rund 5000 Einheiten hinter dem Vorjahr zurückbleibt, so wird man aus dem 1938er Gesamtergebnis des internationalen Automobilreiseverkehrs das Fazit ziehen müssen, dass es gegenüber dem Vorjahr viel eher eine Abnahme als einen Stillstand verkörpert Eine Steigerung scheint uns in jedem Falle ausgeschlossen. Trotz der enormen Zahl von total 432 295 Einreisen verdient daher das Jahr 1938 für den internationailen Autotourismus der Schweiz nicht eben eine gute Note. Ein Stillstand ist erneut eingekehrt und es gilt unverzüglich alles in Bewegung zu setzen, um Der jahrelange Anstieg der Weltgewinming von Rohöl, der 1937 in einer beispiellosen Expansion kulminiert hatte, hat im vergangenen Jahr sein vorläufiges Ende gefunden. Es ist 1938 weniger Rohöl gefördert worden als im Jahr vorher, aber weder ist dieser Rückgang überraschend gekommen, noch hat er Ausmasse erreicht, die an der dynamischen Wachstumskraft des Mineralöl- Weltbedarfs den geringsten Zweifel aufkommen lassen. Nach unseren Berechnungen hat die Produktion aller ölführenden Länder sich im letzten Jahr auf 271.362.000 t, verglichen mit 280.975.000 t im Rekordjahr 1937, belaufen, was einer Abnahme um 3,4% entspricht. Wie unbedeutend die Verringerung ist, ersieht man am eindringlichsten aus einem Rückblick auf die Entwicklung seit dem Jahr des Krisentiefs 1932: sondern um Sie zu informieren. Ich habe zwei scharfe Interessenten für unsere Ladung. Keiner von beiden weiss natürlich, wo sie liegt. Ich hoffe auch, dass es keiner von beiden rechtzeitig erfährt. Sollte es aber durch einen unglücklichen Zufall doch herauskommen, so wird wahrscheinlich der eine oder andere versuchen, sich mit Ihnen direkt in Verbindung zu setzen, um mit Gewalt oder Ueberredung die Verfügung über das Sohiff von Ihnen zu erhalten. Da muss ich mich auf Sie verlassen können ! » Captain Black hat aufmerksam zugehört, in seinen Augen ist ein seltsames Licht aufgeglommen. « Mit Gewalt bekommt niemand etwas von mir!» erklärt er im Brustton der Ueberzeugung. < Und mit Ueberredung auch nicht! » fügt Charles betont hinzu. « Ein Mann, der mit den amerikanischen Gangstern gearbeitet hat, weiss natürlich, dass bei einem Verrat immer die Behörde der lachende Dritte ist.» Mr. Black öffnet flüchtig seine scharfen, die Kurve im laufenden Jahr wieder aufwärts führen zu können. Zweifellos haben die politisch so unsichern Zeiten der Monate August und September in wesentlichem Masse zu diesem wenig befriedigenden Resultate beigetragen. Die Kontingente wären in normalen Zeiten sicher wesentlich höher ausgefallen, namentlich bei den günstigen Witterungsverhältnissen, wie sie damals herrschten. Das Eidg. Statistische Amt hat seiner Zeit festgestellt, dass die Personenautos durchschnittlich mit 3, die Gesellschaftswagen mit 22 Personen besetzt sind. Legt man diese Durchschnitte den 1938er Einreisen zu Grunde, so ergibt sich folgendes Total eingereister Autogäste im eigentlichen Touristenverkehr: 15845 Motorräder und Sidecars 16.000 Personen 11.388 Autocars ä 22 Personen 250.000 » 388.645 Personenautos ä 3 Pers. 1.160.000 » Total der eingereisten Autogäste 1.426-000 Personen Daneben rechnet das Eidg. Statistische Amt mit einem Durchschnittsaufenthalt von 2,8 Tagen für Personenautos und von 1,5 Tagen für die Gesellschaftswagen, so dass sich das Gesaratresultat an Aufenthaltstagen. für 1938 wie folgt stellt: Aufenthaltstage 250000 Autocars-Insaesen ä 1,5 Tage = 375.000 1.176.000 Personenautos- u. Motorrad- Insassen & 2,8 Tage = 3.292.000 Total 3.667.000 Schluss Seite 2. Welt-Erdolproduktion im vergangenen Jahr Exdöl-Weltförderung in 10001 Index 1932 = 100 1932 179.905 100.0 1933 196.694 109.3 1934 208.261 116.3 1935 226.472 125.9 1936 247130 137.4 1937 280.975 156.2 1938 271.362 150.8 In dieser Nummer: Tessin und Strassenverbindung Glarus-Graubünden. Steuererleichterungen im Kanton Thurgau. 100 Sternfahrer in Monte Carlo. Der Anlasser. Ford Mercury 8. Im Auto durch Japan. auf 106.622.000 t gesunken. Damit ist auch der amerikanische Anteil an der Weltförderung entsprechend kleiner geworden; er beläuft sich auf 60,7% gegen 62,0% im Jahre 1937. Diese geringfügige Verschiebung in den Anteilsverhältnissen lässt die überragende Stellung Amerikas auf dem Petroleumweltmarkt natürlich unberührt, zumal auch in USA im verflossenen Jahr wieder viele Felder erschlossen wurden. Sieht man von den Vereinigten Staaten ab, so bietet sich uns im einzelnen zunächst ein recht uneinheitliches Bild der Entwicklung. Starken, zum Teil ungewöhnlichen Steigerungen stehen bemerkenswerte -Rückgänge gegenüber. Die letzteren sind jedoch bei weitem in der Minderzahl, und wenn man den Sonderfall Mexiko ausnimmt, erreichen sie nirgends schwerwiegende Ausmasse. • Infolge Enteignung des ausländischen Oelbesitzes musste Mexiko eine Schrumpfung seiner Rohölförderung um nahezu 2.000.0001 oder knapp 29% in Kauf nehmen. Unter den sonstigen wichtigen Ödländern hat nur Rumänien eine empfindlichere Fördereinbusse erlitten. Um 7,7% ist die Produktion 1938 auf rund 6.600.000 t abgesunken. Aus den bekannten Uhrsachen hat sich die Erschöpfung der Felder in den alten Hauptfördergebieten weiter fortgesetzt, ohne dass die Ausfälle aus neuen Gebieten hätten wettgemacht werden können. Ohne Zweifel wären die Fehlmengen noch grösser gewesen, wenn es nicht durch eine intensive Bohrtätigkeit gelungen wäre, im bekannten Oelrevier von Tzintea neue Horizonte zu erschliessen. Russland, das auch weiter den zweiten Platz in der Weltgewinnung inne hat, konnte seine Rohölausbeute erneut vergrössern, obwohl die Schwierigkeiten, die hier einer Hieraus wird deutlich, dass die Rohölgewinnung des vorigen Jahres die von 1932 um nicht weniger als 50,8% übersteigt, und selbst über ihren 1929 erreichten Vorkrisenhöchststand geht sie noch um 28,8% hinaus. Das ist ein Ergebnis, wie es nicht viele Grundindustrien aufzuweisen haben. vorkomimen des Landes entgegenstehen, grosszügigen Ausbeutung der reichen Oel- Vorweg ist hervorzuheben, dass es praktisch nur die Vereinigten Staaten sind, auf dürftigen offiziellen Zahlenangaben eine zu- nicht geringer geworden sind. Soweit die die der letztjährige Rückgang entfällt. Während sich die Produktion in USA um 8.994.000 machen, dürften im letzten Jahr in der Sowjetverlässige Beurteilung überhaupt möglich auf 164.740.000 t, d. h. um 5,2%, verringert union ca. 29.300.000 t oder 3,2% mehr gefördert worden sein als im Jahr vorher. Dieses hat, ist sie in allen übrigen Ländern zusammen nur um 619.000 t oder ungefähr 0,6% Resultat ist indessen nur dank erheblich ge- blauen Seemannsaugen, um sie gleich wieder niederzuschlagen. « Ah so ! » macht er obenhin. « Sie brauchen mich nicht zu warnen, Sir, ich bleibe schon bei der Stange.» « Selbstverständlich », Charles ist wieder ganz freundschaftlich, «und, was ich noch sagen wollte. Hier sollten Sie sich auch nicht weiter zeigen. Paris ist zwar eine grosse Stadt, aber der Zufall spielt manchmal sonderbare Streiche.» < Mein Zug geht schon heute Abend. Smith ist zwar ein tüchtiger Steuermann, aber länger als vierundzwanzig Stunden kann er mich nicht ersetzen.» « Sie sind ein vorsichtiger Mann, Captain •», lobt Charles. «Und bis zu Ihrer Abfahrt bleiben wir hier gemütlich zusammen. Ich lade Sie ein. — Monsieur Meunier! Noch eine Flasche Whisky ! Und dann die Speisekarte ! — Sehen Sie, Mister Black, so ein gemütlicher Plausch unter Männern ist doch das Schönste. Und hier wird uns keiner nachspionieren.» Der alte Hehler hat inzwischen im Zigarrenladen um die Ecke ein Päckchen billigen Tabak gekauft und telefoniert nun. « Ist dort der Zirkus Farroll ? — Ja ? — Bitte, könnte ich Don Juan Aguillar sprechen ? > «'Leider nicht Kann ich ihm etwas ausrichten ?» tönt es vom anderen Ende des Drahtes. «Ich muss Don Aguillar selbst sprechen ! » behauptet der Hehler. « Glauben Sie, ich werde ihn Ihretwegen mitten aus seinen Bestien herausholen ?» antwortet Direktor Farroll grob. « Wenti Sie mir nichts sagen können, läuten Sie kurz vor der Abendvorstellung noch einmal an.» Der Hehler schwankt. Wenn er so lange wartet, isf die Chance schon vorbei. « Also hören Sie mir zu », bittet er schleimig. «Ich komme eben aus dem «Peau d'Ours». Dort sitzt ein Herr Ch. d'A. ;-. haben Sie verstanden? — mit einem fremden Capitain, den Don Aguillar gern kennen