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E_1939_Zeitung_Nr.009

E_1939_Zeitung_Nr.009

Raumsparende

Raumsparende Schalthebel-Anordnung Die amerikanischen Konstrukteure sind mi einem Schlage fast allgemein zur Verwendung raumsparender Schalthebel-Anordnungen übergegangen^ An den diesjährigen Modellen bekenn sich auch der Chrysler - Konzern mit seinen Marken Chrysler, De Soto, Dodge und Plym o u t h zu dieser Lösung. Unser Bild vermittelt einen Begriff von den technischen Einzelheiten dieses Schaltsystems. Der Schaltfinger, der die Wahl des Ganges durch Verschieben der Schaltgabeln besorgt, lässt sich hier im Prinzip, ähnlich wie bei normalen Schaltungen, in zwei Richtungen bewegen, nämlich in Fahrtrichtung sowie quer dazu. Er wirkt im Getriebegehäuse auf eine der beiden längsverschiebbaren Schaltschienem ein, woran die Schaltgabeln sitzen, deren eine den Rückwärts- und den ersten Gang bedient, während die andere den zweiten und direkten Gang schaltet. Durch Querverschiebung in der «neutralen» Lage kann der Schaltfinger, wie üblich, zum Eingriff in. die eine oder andere Schaltschiene gebracht werden. Die Schaltung erfolgt dann durch Längsbewegung der betreffenden Schiene. Bei der vorliegenden Schaltung sitzt der Schaltfinger unten an einer Hohlwelle, die sich mit einer über den Schaltschienen angebrachten horizontalen Hohlwelle drehen oder auf ihr quer zur Fahrtrichtung verschieben lässt. Die Verdrehung wird durch einen am Wellenende sitzenden Hebel besorgt, der mit dem in der Lenksäule angebrachten Schaltrohr durch ein Gestänge in Verbindung steht. Bewegt man den Schalthebelknopf parallel zum Lenkradkranz, so verdreht er das Rohr, und diese Bewegung überträgt sich auf den Schaltfinger, der dabei die eine Schaltschiene in Längsrichtung verschiebt. Schwenkt man dag&gen den an der Lenksäule anscharnierten Schalthebel zum Lenkrad hin oder von diesem weg, so wird das Schaltrohr in Längsrichtung verschoben. Diese Bewegung überträgt sich durch Vermittlung eines Bowdenkabels an die Hohlwelle mit dem Schaltfinger, die hierbei verschoben wird. Ted« Ss> Frage ta.704. Motorbremse för Zweitaktmotor. Es würde mich sehr interessieren, wie die Motorbremse für Zweitaktmotoren von DKW funktioniert Können Sie mir diesbezügliche Angaben machen? Ist die Bremswirkung regulierbar oder nicht? W. S. in Z. Antwort: Normalerweise werden Zweitaktmotoren nicht mit Motorbremsen ausgestattet, die ja zumeist mit Rückstau der Abgase arbeiten. Neuerdings wurde jedoch von DKW, nach deutschen Meldungen, Versuche- mit einer Art von Dekompressions-Ventilen gemacht, die eine kräftige und regulierbare Bremswirkung durch den Motor zu erreichen erlauben. Es handelt sich um Kugelventile, die auf den Zylinderkopf aufgesetzt werden und sich durch einen Hebel an der Lenksäule'in oder ausser Betrieb setzen lassen. Beim Aufwärtsgang des Kolbens wird das im Zylinder befindliche Gemisch durch das Ventil ausgestossen, das sich darauf beim Abwärtsgang des Kolbens automatisch schliesst. Ueber dem Kolben entsteht dann ein Vakuum, so dass der Kollben nach unten gezogen werden muss. Dadurch kommt die Bremswirkung zustande. Bei Gebrauch der Bremse muss der Freilauf natürlich gesperrt werden. Der Benzinhahn muss offen stehenbleiben, da ja der Brennstoff, dank der Beimischung von Oel, auch die Schmierung zu besorgen hat, die bei Abwärtsfahrt ebenfalls funktionieren muss. -b- s„ IBJI Anfrage 742. Busse wegen vorschriftswidrigen Horns Nach einer Autofahrt, die ich in meiner Eigenschaft als Chauffeur-Gärtner unternahm, wurde meinem Chef ein Strafmandat zugesandt, weil ich mit einem Klaxon zu laut Signal gegeben habe, um zwei auf der Strasse schwatzende Frauen zu verscheuchen. Im Auftrag meines Chefs rekurrierte ich, erhielt aber nach 2 Monaten ein Strafmandat. In der Niederschrift des Rekurses wollte ich erwähnen, daes das Signal anlässlich der Wagenabnahme zu keiner Beanstandung Anlass gegeben habe; von meinem Chef erfuhr ich jedoch, dass dies der Fall gewesen sei (er hat es also nicht ändern lassen). Inzwischen wurde ich nach einem Arbeitsunfall entlassen. Und jetzt soll ich für seine Nachlässigkeit noch die Busse bezahlen? Frage nun: 1. bin ich haftbar für eine Nachlässigkeit meines Chefs, da ich nicht wusste, dass das Signal beanstandet war? 2. das gleiche Signal benützte ich auf einer Fahrt durch die Schweiz, Frankreich, Deutschland und Oesterreich ohne je aufgehalten zu werden; wie kommt es, dass es in der Schweiz «abgeschätzt» wird? 3. kann ich den Namen des betreffenden Polizisten nicht in Erfahrung bringen? Meines Erachtens hätte er eher den schwatzenden Frauen eine Busse aufsalzen sollen. R. F in M. Antwort: Nachdem der Halter des Wagens wusste, dass das Hörn beanstandet worden war, ist selbstverständlich e r verantwortlich. Das hätte aber sofort bei Erhalt des Strafmandates geltend gemacht werden'müssen. Nachdem nun aber dieses Ihnen gegenüber in Rechtskraft erwachsen ist, sind Sie zur Zahlung der Busse verpflichtet. Natürlich haben Sie das Recht, deren Betrag von Ihrem frühern Chef zurückzuverlangen. Wenn das gleiche Hörn im Ausland nicht beanstandet worden ist, so bleibt dies ohne Bedeutung, da dort andere Vorschriften gelten und zudem einem ausländischen Wagen gegenüber Nachsicht geübt wird. In der Schweiz ist offenbar vorher die Vorschriftswidrigkeit niemandem aufgefallen. Wo kein Kläger, ist auch kein Richter, heisst das alte Sprichwort. Der Name des betr. Polizisten ist jedenfalls aus den auf dem Ric-hteramte liegenden Akten ersichtlich. * Schriftliche Antworten : Fraoe 105a Wer liefert Transcellux? C. in G. Frage 1051. Ladegerät gesucht. Können Sie uns Lieferanten-Adressen für ein gutes Ladegerät angeben, das in der Lage sein soll, 6- und 12-Volt- Batterien aufzuladen? F. in N. Frage 1052. Kilometerkosten. Wie wird der Fahrpreis pro Kilometer für ein Auto ausgerechnet? M. in Ch. Fräße 1053. Buchhaltungs-System. Welches Buchhaltungssystem eignet eich für Garagenbetriebe am besten? M. C. in G. Frage 1054. Drehscheiben für Garage. Ich bitte Sie um Bekanntgabe der Bezugsquelle von Drehscheiben für Garagen. C. in C Frage 1055. Kolbenringe. Können Sie uns nähere Angaben über die seinerzeit in Ihrem Blatte beschriebene Herstellung harter Kolbenringe machen? T. in F. Frage 1056. Kompressor-Reparatur. Könnten Sie mir die Adresse mitteilen, wer die Ingersoll- Kompressoren-Vertretung in der Schweiz hat? Ebenso möchte ich gerne wissen, wie die automatische Druekregulierung dazu zu reparieren und verstellen ist und wie sie funktioniert? H. in S. \KTUEUES Tessin will In den nächsten Jahren 10 Mifl. für Strassenbau aufwenden. Im Teilprogramm, das die Regierung des Kantons Tessin dem Parlament unterbreitet, ist für den Ausbau und die Modernisierung des Strassennetzes ein Betrag von 6 188.320 Fr. vorgesehen. Die gesamten Arbeiten strassenbaulicher Natur, welche der Tessin während der nächsten Jahre auszuführen beabsichtigt, erfordern Ausgaben in der Höhe von rund zehn Millionen. Weitere Betreibungen der c Autohaft» in r, Liq. Luzern. Wie bereits in Nr. 1 vom 3. Januar mitgeteilt, hat die «Autohaft» nach dem ihr günstigen Entscheid des Obergerichts des Kantons Zürioh in weitern Betreibungen Rechtsöffnung verlangt, ist aber von den Gerichtspräsidenten Gossau und Neutoggenburg abgewiesen worden, und zwar in Gossau mit der Begründung, die Zeichnung des Anteilscheines eei nur unter der Voraussetzung geschehen, dass die Genossenschaft in Funktion trete. Es widerspreche dem Rechtsempfinden, eine Forderung auf Grund eines Anteilscheines auch nur provisorisch zu schützen, die lediglich zur Deckung der Gründungs- und Liquidationskosten dienen solle. Im andern Falle wurde auf die Zürcher und Berner Entscheide abgestellt und ausserdem noch ein besonderer auf dem Zeichnungsschein vermerkter Vorbehalt berücksichtigt. Auch der Audienzrichter Zürich hat «in Gesuch abgewiesen und ist dabei in seiner Begründung hauptsächlich den im frühem" Artikel erwähnten, vom Obergericht angedeuteten, Ausweg gefolgt In der Zeichnung liege eine Offerte zum Erwerb der Mitgliedschaft. Die nach den Statuten erforderliche Aufnahme liege nun aber nicht vor, weil sie erst am 28. April 1936, also fast 7 Monate nach der Gründung erfolgt und somit verspätet sei. Nach O.R., Art. 5, ist der Antragsteller bei Offerten ohne Bestimmung einer Frist nur so lange gebunden, als er den Eingang der Anwort bei deren ordnungsgemässen und rechtzeitigen Absendung erwarten darf. Dieses Prinzip gilt um so mehr für die Annahme der Offerte selber. Die Offerte des Beklagten vom 20. Juli 1935 ist als zu spät und daher als nicht angenommen zu betrachten. Rechtsanwalt Dr. H. Meyer-Wild. Zürich. ? .us die L« Sorgen der Lastwagenspediteure. Ein Basler Lastwagen-Unternehmer schreibt 1 : Die Existenzmöglichkeit der schweizerischen Lastwagenspediteure wird durch fiskalische Massnahmen, durch hohe Einfuhrzölle auf den Fahrzeugen und deren Bestandteilen, durch eine masslose, weit über die Ansätze bei andern Gebraucbsgütern hinaus gehende Zollbelastung der Treibstoffe und durch übersetzte Verkehrsabgaben, in engsten Grenzen gehalten. Eine weitere Einengung erblickt sie daneben durch die Bestimmungen des MFG über die Höchstgewichte, die die Ausnützung der Lademöglichkeiten der Lastwagen verunmöglichen. Vollinds aber stellen die tarifarischen Konkurrenzmassnahmen der Bahnen die Existenz der Lastwagenbesitzer in Frage. So werden im Basler Rheinhafen und an den, Bahnhöfen auf Veranlassung der Schweizerischen Bundesbahnen Camion-Zuschläge bjg zu 39 Franken per 10 Tonnen erhoben, insgesamt sehr grosse Summen, die den in- und ausländischen Reedereien und meistens ausländischen Bahnen gewissermassen als Geschenk auf Kosten der einheimischen Camionneure zufliessen. Zum Schütze der Bahnen bestehen ferner Durchgangsfracbtsätze, beispielsweise für tschechischen Zucker. Ladet der Camionneur In Basel Zucker aus der Eisenbahn auf seinen Lastwagen mit .Bestimmung Bern, so erhebt die Deutsche Reichsbahn auf 15 Tonnen eine Mehrfracht von 750 Franken. Bezahlt der Camionneur diese Summe nicht, so ist es unmöglich, die Ware per Auto abzuführen. Die gleiche Methode wird AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 31. JANUAR 1939 — N°9 auch von der Elsass-Lothringerbahn angewandt, und zwar auf Veranlassung der Schweizerischen Touristikbulletin des A.C.S. Bundesbhnen. Seit 1. Dezember 1938 gewähren nun die Schweizerischen Bundesbahnen den bahntreuen m. K. = mit Ketten, o. K. == ohne Ketten. Kunden noch auf Futtermitteln eine Ermässigung von 30 Prozent auf den schon vorher billigen Spezialtarifen mit der Absicht, den bereits über alle Die Befahrbarkeit der Bergstrassen, sowie der Stand der Strassen am 30. Januar 1939. Massen gequälten Camionneuren den Todesstoss zu Zufahrten nach den Wintersportgebieten ist am versetzen. 30. Januar 1939 folgende: Auch die Vorschriften des MFG über die Appenzell und Toggenburg: Hauptstrassen im Höchstgewichte tragen dazu bei, die Existenz der Appenzellerland (10 cm Neuschnee) senfadet. Ketfen ratsam. Strasse Urnäsch-Schwäjralp (40 cm) Camionneure zu vernichten. Infolge der Bestimmung, dass das Höchstgesamtaewicht d&s Lastenzuges 16 Tonnen nicht übersteigen darf, können haus-Gams (30 cm) breit gepfadet, hartgefahrene gepfadet, m. K. befahrbar. Strasse Wattwil-Wild- die Transporteure, welche die schweren Schweizer Schneelage, Ketten ratsam. Ricken angeschneit, o. Lastwagen und die solid gebauten Anhänger hpsitzen, K. passierbar. Hulftegg ?epfadet, Ketten notwendig. nur 7 bis 8 Tonnen Nutzlast befördern. T. *»t ein Zufahrt nach Amden Ketten ratsam ab Weesen. Lastwagenbesitzer, was technisch ohne weiteres Zufahrt in die Flumserberge (30 cm) gepfadet, möglich ist, z. B. 10 Tonnen an irgend einem Bahnhof oder im Rheinhafen, so telephoniert schon ein Schwyz: Strasse SchindeHegi-Einsiedeln (10 cm m. K. offen bis Kurhäuser. S.B.B.-Beamter der Polizei, und wenn der Chauffeur auf die Strasse kommt, wird er mit den Wor- Oberiber» Ketten erforderlich Sattel Ketten rat- Neuschnee) o. K. befahrbar, Weiterfahrt nach ten empfangen: «Sie haben überladen, wir wissen sam. Strasse Schwyz-Arth (Bernerhöhe) angeschneit, jresandet. Ketten ratsam. es schon, geben Sie es nur zu. sonst fahren Sie auf die Waage» Das kostet ein Waaggeld. Nach einigen Tagen erscheint dann der Strafzettel mit einer Glarnerland: Kerenzerbergstrasse leicht angeschneit, gesandpt. o. K. passierbar. Tnlstrasse o. K. Busse von 25 bis 500 Franken für sogenanntes Ueberladen, und zwar werden Meister wie Chauffeure gebüsst Im Nichtzahlungsfall wird die Geld- befahrbar bis Linthal. dünne Schneelage. Zufahrt nach Elm o K. möslich. busse in eine Gefängnisstrafe umgewandelt. Graubdnden: Strasse Landtruart-Klosters-Davos (10 cm Neuschnee) gepfadet, m. TT. ab Küblis befahrbar Zügenstrasse (Davos-Wiosen) gesperrt Zufahrt nach Arosa (10 cm) gepfadet, m. K ab Chur offen. Alhnlastrasse m. K. befahrbar bis Ber- Auf diese Weise wird der Lastwagenbesitzer um seinen. Verdienst gebracht und ist ausserstande, in den Garagen seine Reparaturen und die Treibstoffe zu bezahlen. Vom Schlimmsten ist. dass der Staat den Verdienst, den der Lastwagenspediteur haben sollte, in weitgebendem Masse den inund ausländischen Bahnen und Reedereien verschenkt. Dass die. Einstellung der Lastwarenspediteure gegenüber den Behörden unter solchen Umständen nicht die beste sein kann, ist nicht verwunderlich. Zu dieser Einsendung teilen uns die SBB mit, es sei richtig, dass in Basel bei Lastwagenabfuhr Frachtzuschläge erhoben werden und dass diese, soweit es sich um Einfuhrwaren handle, den Reedereien und ausländischen Bahnverwaltungen zufallen. Diese Zuschläge stellen den Unterschied zwischen den ausländischen Exportfrachten und den normalen Frachten dar. Jede Bahn sei frei, an die Anwendung ihrer Tarife die ihr gutscheinenden Bedingungen zu knüpfen, wobei die Exporttarife des einen Landes nicht zur Anwendung gelangen, wenn im angrenzenden Land die Ware mit Lastwagen weiterbefördert werde. *. c. s. SEKTION AARGAU. Der 4. Wintersportanlas s unserer Sektion findet am 2S./26. Februar wiederum in Engelberg statt Für die Meisterschaft zählt das in der Kombination (Abfahrt/Slalom) erzielte Resultat. Die Konkurrenten und übrigen Teilnehmer logieren im Hotel Bellevue-Terminus, wo am Samstagabend ein fröhlicher Skiball stattfindet. Die ordentliche Generalversammln n jr ist vorgesehen auf 15. April 1939. ni. de V« CHAUFFEUR-VEREIN SCHAFFHAUSEN An unsere Mitglieder ergeht die freundliche Aufforderung, zur möglichst vollzähligen Teilnahme an der Monatsversammlung, die auf 2. Februar 1939, 20.15 Uhr, angesetzt ist und im Hotel Löwen stattfindet. Da einige wichtige Geschäfte der Erledigung harren, ist die Anwesenheit eines jeden Aktiven erwünscht. Der Vorstand. VEREINIGUNG STAATL. GEPR. DER AUTOFAHRLEHRER SCHWEIZ (V. A. S.) SEKTION BEIDER BASEL Auf Veranlassung de» Zentralsekretariates traten unsere Mitglieder unter dem Vorsitz von Vizepräsident Heiber am 25. Januar im- Retaurant «Heuwaage» fast vollzählig zu einer ausserordentlichen Versammlung zusammen. Die Darlegungen des interimistischen Zentralsekretärs, Ed. Aeberli aus Bern, über die Neugestaltung der Verbandsverhältnisse und der Verbandstätigkeit lösten bei unsern Mitgliedern das grösste Interesse aus. Nicht nur hat die Tätigkeit des Zentralsekretariates einen erfreulichen Aufschwung genommen, sondern auch die Art nnd Weise, wie der neue Funktionär an wichtige Verbandsaufgaben herantritt, fand die grösste Sympathie. Mit Genugtuung vermerken wir die uns zugesicherte Unterstützung in der internen und externen Verfolgung lebenswichtiger Fragen der Sektionen und ihrer Mitglieder durch das Zentralsekretariat; in Zusammenarbeit mit ihm werden wir mit neuen Kräften den auch in Basel noch stark grassierenden Tarifunterbietungen und andern unangenehmen, mit dem Beruf und der Ehre eines Autofahrlehrers unvereinbaren Auswüchsen auf den Leib rücken. GeneralversammlunB: Dienstasr, den 31. Januar, punkt 20 Uhr, im Restaurant «Heuwaage». Als Traktanden sind vorgesehen: 1. Verlesen der Protokolle, 2. Ahnahme der Jahresreehnung 1938, 3. Bericht der Revisoren. 4. Jahresbericht des Präsidenten. 5. Wahl des Gesamtvorstandes. 6. Anträge. 7 Revision der Statuten. 8. Diversa. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen i«t Ehrensache jedes Autofahiilehrers. Der Vorstand. Letzte Sportnachrichten Auto-Slalom in Grindelwald. :d«n Bei einer Beteiligung von 32 Konkurrenten wurde in Grindelwald ein Auto-Slalom als Geschickichkeitsfahren auf dem Eise vom dortigen Kurverein unter der sportlichen Kontrolle der Sektion Bern des A.C.S. durchgeführt Die erstklassierten Fahrer sind folgende: 1. Hermann Hediger (Thun) 601 Punkte. 2. Hans Urfer (Interlaken) 673 P 3. G. Lingeri (Bern) 698 P. 4. Martin Walther (Bern) 702 P 5. A. Roth (Thun) 711 P. 6. David (Interlaien) 734 P. grfin. Nordsüd-VerWndun? Len*erheide-Juli n r-Maloja (10 cm) trepf*''et, m, K. ab Chur passierbar. Unter- und Ohpr-EnTadin durchgehend gebadet, Ketten notwendig. Ofennas« ger-faflet. m. K passierbaT. Strasse Thusis-Splii

.Automobii-Revne" — Rr.9 BERN, Dienstag, 31. Janaar 1939 Mitten fm Hofe stand er, umringt von einer grossen Zahl halb- und ganzdemolierter Wagen und Wägelchen, einem geborenen Grandseigneur gleich, den das Ungemach der Zeiten an den Bettelstab und in ein notdürftiges Nachtasyl gebracht hat. Regen, Schnee und Rost hatten sein Aeusseres arg mitgenommen. An Stelle des einen Scheinwerfers starrte mir eine gähnende Leere entgegen wie eine Augenhöhle ohne Apfel und eine Türe sass nur lose in den Angeln gleich dem schütteren Kiefer eines zahnlosen Mundes. Doch durch die ganze Armseligkeit hindurch schimmerte immer noch der Abglanz vergangener besserer Tage; der unverkennbar erstklassige Schnitt der äusseren Hülle und die einst bewusst stolze Haltung einer geschwellten Motorenhaube verrieten, dass die durch eine neunzackige Krone gekennzeichnete Klasse auch jetzt noch nicht vergessen war. Wie nun die Abendsonne in das eine schon matte Auge hineinleuchtete, schien es mir, als schiele es verstohlen nach mir hinüber. Auf einmal hatte ich den Blick erwischt. Jawohl, der Wagen wollte reden, mit mir Zwiesprache halten und sein überladenes und müdes Herz ausschütten. «Ja, ;a >, hauchte er enttäuscht, Indem ein quietschender Wehlaut aus einer Gelenkachse drang, «da steht man hier am Ende seiner Laufbahn, abgetakelt, verlassen, erledigt. Und vor allem: jeglicher Wertschätzung seitens der Umwelt bar. So ändern sich die Zeiten!» «Sie haben sicher bessere Tage gesehen?» « Bessere Tage? » Dabei leuchtete mir aus dem Auge auf einmal ein bisher unbemerkter roter Schimmer entgegen, als beginne hinter der Fassade kühler Vornehmheit die Seele im Stillen zu kochen. «Das will ich meinen! Wissen Sie, dass ich noch vor bloss sechs Jahren am Salon ganz allgemein als die « repräsentativste Figur» gehalfen wurde und damals nicht nur den Beifall der Kenner, sondern auch die hingebende Bewunderung der .Damen aller Altersstufen erntete? » «Vor sechs Jahren?» «Ja, vor sechs Jahren! Dass jeder unter uns einmal alt und gebrechlich wird und dann zum alten Eisen kommt, entspricht schliesslich dem natürlichen Lauf der Dinge. Leben heisst doch unter anderem auch, seine Zeit und deren Ablauf zu erkennen. Nein, das ist es nicht, was mich kränkt, bedrückt und —ich sage es offen — fast zu Tode ärgert, sondern, dass man Geschöpfe wie mich bewusst, ja beinahe mit Absicht einem frühzeitigen Dahinsiechen und Verkommen entgegenführt.» « Das verstehe ich nun einmal nicht recht», war meine interessierte und fragende Antwort. «Junger Mann, Sie kennen das Leben noch nicht mit allen seinen Schattenseiten. Wenn es Sie interessiert, will ich Ihnen gerne meinen eigenen Lebenslauf erzählen, damit Sie daraus etwas für Ihren eigenen lernen.» Auf mein zustimmendes Nicken hin fuhr er weiter: « So, nun setzen Sie sich mal auf diese Stossstange und hören Sie zu: Wie ich Ihnen bereits gesagt habe, trat ich vor sechs Jahren im Salon in Genf zum erstenmal vor die Öffentlichkeit. Meine Konstitution wies gerade jene Mischung von vornehmer Zurückhaltung und zielbewusster Fortschrittlichkeit auf, wie sie in unseren preisen nun einmal als angemessen gilt. Dazu v n Organismus! Wenn Sie meinen klapprigen Brustkasten öffnen, dann kriegen Sie eine Ahnung, wie es damals da drinnen ausgesehen hat: Alles blitzblank chromiert und poliert und von einer Sauberkeit der Gestaltung, wie man sie eben nur an die Aristokraten unter uns aufwenden kann. > War es zu verwundern, dass sich eine bildhübsche junge Dame nach ihrer eigenen Aussage « auf den ersten Blick in mich verliebte » und ihren Gemahl so lange bestürmte, bis er mit einem resignierten Seufzer sein Scheckbuch nem aus der Tasche zog und mich nach seiner Villa entführte? Da blieb ich etwa drei Jahre, umsorgt und umhätschelt durch die Dame und gepflegt und gehegt durch einen korrekten Chauffeur in Livree und blitzenden Gamaschen. Man war über mich des Lobes voll. Doch eines Tages war die Herrlichkeit zu Ende; meine erste grosse Lebensenttäuschung stand vor mir. Man brachte mich zu einem Autohändler, und an meiner Stelle entführte der Chauffeur einen jungen, modisch aufgeschniegelten Konkurrenten mit schräggestellter Windschutzscheibe, rundem Buckel, nach hinten herausgezogener Wirbelsäule und einem Haufen anderer neuartiger Schikanen. Natürlich war ich noch in jeder Hinsicht vollständig intakt. Das Herz arbeitete so regelmässig und zuverlässig wie je zuvor; von steifen Gelenken und schwächer werdendem Atem war nicht das Geringste zu spüren — kurz, ich war noch fähig, wie früher die steilsten Strossen im direkten Gang zu nehmen. Dass ein anderer bei meiner Dame an meine Stelle getreten war — das Hess mich relativ kühl. Wenn ich nun allerdings glaubte, binnen kurzem von einem andern Herrn in Dienst gestellt,zu werden, so wurde ich in meiner Hoffnung gründlich betrogen. Monatelang stand ich in einer Ecke der Garage, mit einer meiner Klasse absolut unwürdigen Blache bedeckt, die nur alle paar Wochen für kurze Augenblicke zurückgeschlagen wurde. Meist wandten sich die Besucher schnell von mir ab, nicht ohne mir jedoch einen begehrlichen Blick zugeworfen zu haben, indem sie fast immer eine Bemerkung fallen Hessen, mein Durst würde sie weiter nicht stören, dagegen hätte der Staat auf unseresgleichen so hohe Steuern gelegt, dass ich auf die Dauer zu teuer zu stehen käme. Wir sassen im Büro des Chefs eines Grossbetriebs und diskutierten diese und jene Probleme, die Wagenhandel und Reparaturbetrieb dem verantwortlichen Leiter immer wieder stellen. «Sehen Sie», bemerkte unser Gegenüber und zog dabei ein Kartothekblatt aus einer Schublade, «was unsern Neuwagenhandel so unrentabel gestaltet, sind die Spesen. Wir müssen dafür nämlich nicht weniger als 9,5% vom Bruttoumsatz einkalkulieren.» Seit der Unterhaltung ist schon längere Zeit verstrichen; trotzdem klingen diese Worte uns immer noch in den Ohren nach. Nicht etwa wegen der Höhe des Spesensatzes, sondern, weil sie uns schlaglichtartig gezeigt haben, dass jener Chef trotz der Weitläufigkeit seines Betriebs über die verschiedenen Vorgänge und die daraus entstehenden Lasten genau orientiert ist und die unerlässlichen Daten zur Hand hat, wenn die Notwendigkeit einer Entscheidung von grosser Bedeutung an ihn herantritt. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass der fragliche Geschäftsleiter diese Entscheidungen mit einer erfrischenden Zielfestigkeit trifft. Haben wir uns früher darüber gewundert, woher er wohl diese Bestimmtheit hernahm, so liegt die Lösung der Frage heute auf der Hand: Nach langem Warten nahm mich endlich ein Hotelier mit, dem ich dank meiner früheren gesellschaftlichen Stellung den Empfang der Gäste zu besorgen hatte. Es war ein geruhsames Leben, das mir, trotzdem es bei weitem nicht mehr an das frühere heranreichte, ganz gut behagte. Eines Tages jedoch merkte ich, dass meine Gunst im Schwinden war. Wie ich später erfuhr, hafte ein eifriger Buchhalter auf Grund einer Rentabilitätsberechnung nachgewiesen, dass ich im Betrieb zu teuer wäre, und zwar auch hier nicht wegen meinen Ansprüchen, sondern wegen der verwünschten Steuer, mit der die Obrigkeit unser Dasein nun einmal zu vergiften trachtet. So stehe ich denn seit bald einem Jahr an diesem Platz. Niemand will mehr etwas von mir wissen, trotzdem ich bei meiner Ankunft innen und aussen mit vollem Recht einen vorzüglichen, gepflegten Eindruck gemacht hatte. Anfangs standen etwa noch diese und jene bei mir zusammen, die die Qualität meiner Organe zu schätzen wussten. Wie mancher hat sich dabei bedauernd von mir gewandt, nur weil das Damoklesschwert der staatlichen Belastung über mir schwebte, und wie manchem hätte ich' gerne noch mit allen meinen sicher stattlichen Kräften gedient! Natürlich werde ich nun meinem Schicksal überlassen. Gegen Wetter und Schnee und Sturm und Hagel ist auch die beste Haut nicht gefeit, wenn sie überhaupt keinen Schutz erhält. Warum will man uns «Aristos» um jeden Preis an das Leben? Warum ermöglicht man uns nicht, unsere Kräfte im nützlichen Alltag zu verbrauchen? Warum müssen wir um jeden Preis zugrunde gehen, ohne dass irgend jemand daraus einen Vorteil zieht? Warum erleichtert man uns den Lebensabend nicht etwas, indem man unsere Belarstungireduziert?» >- Als wäre er müde geworden durch seine traurige Grübelei, Hess der Wagen das Leuchten seines Einauges in der hereinbrechenden Dämmerung ermatten. Eine Feder krachte, das ganze Fahrzeug erbebte; dann war es still. Sinnend ging ich weg. Warum müssen Werte im Nichtstun verkom- men, statt dass man versuchen würde, aus ihnen noch ienen Nutzen zu ziehen, zu dem sie ohne weiteres befähiqt sind? Warum? Kennen Sie 3hre Spesen? Das Wissen am die Dinge gibt ihm. die Basis, auf der er seine Dispositionen entwickelt und verschafft ihm jenen Grad des Selbstvertrauens, den der Äussenstehende allxugerne etwas neidisch als naturgegeben* Entschlussfähigkeit einschätzt. Die modernen Geschäftsbetriebe - jene mit ausgesprochenem Handelscharakter eingeschlossen - müssen je länger je mehr nach den gleichen Grundsätzen geführt werden, wie sie für die Industrie massgebend sind. Die wirtschaftliche Entwicklung zwingt auch das Handelsunternehmen zur Investition von grösseren Kapitalien in Lager, Vertreterstab, Reklame usw., kurz, zum Aufbau einer zweckmässigen Organisation. Diese letztere kann nun nur dann zufriedenstellend rentieren, wenn sie möglichst bis zum Maximum ausgenützt wird, in genau der gleichen Weise, wie dies bei einem Industrieunternehmen der Fall ist. Die Grundlage dazu bildet in jedem Fall das Wissen um die Gestehungskosten. Diese Kenntnisse sind für die Geschäftsführung besonders dann von grosser Bedeutung, wenn der Inhaber den Wunsch hat (und welcher Geschäftsmann würde ihn nicht in der geheimsten Kammer seines Herzens hegen?), Tätigkeit und Einkommen zu vergrössern. Wer genau orientiert ist über die Spesen, Optimismus Weil vor einer Dekade viele Geschäftsleute im Vertrauen auf einen ewigen Konjunkturanstieg allzu grosse Verbindlichkeiten eingegangen waren, die sie nachher erdrückten, hat der Optimismus vielerorts seine berechtigte Geltung verloren. Man glaubt, mit einem miesmacherischen Pessimismus dem « guten Ton » näher zu sein. Dieser Einstellung liegt ohne Zweifel eine falsche Auffassung vom Wesen des Optimismus zugrunde. In den Augen vieler bedeutet er eine Art zuversichtlicher Gleichgültigkeit (oder, was ebenfalls stimmt, eine gleichgültige Zuversicht). Man denkt an jenen Coiffeurgehilfen, der zeitens der amerikanischen Hochkonjunktnr seinen « Glauben an die Zukunft Amerikas » dadurch unterstrich, dass er an der Börse auf Hausse spekulierte oder an jenen Mann, der den Wintermantel zu Hause lässt, in der selbstverständlichen Annahme, es müsse ja doch wieder einmal Frühling und wärmer werden. Glücklicherweise bedeutet Optimismus viel mehr: • Mit beiden Füssen auf dem Boden der Wirklichkeit stehen und alle Kräfte und Pfunde, die das Schicksal einem jeden in die Wiege gelegt hat, nach bestem Können auszunützen, falls einmal der Karren im Wirrwarr des Alltags stecken zu bleiben droht. Optimismus bedeutet, sich nie geschlagen bekennen, solange nicht alles getan worden ist, was ein lebendiger Geist zu leisten fähig ist. Optimismus bedeutet — kurz gesagt — den Glauben an das Sprichwort, dass sich dort ein Weg finden lässt, wo der Wille dazu vorhanden ist. Ein derart verstandener Optimismus hat zu keinen Zeiten mehr Daseinsberechtigung als in den trübsten Tagen. 0 die der Betrieb mit sich bringt, wird die verschiedenartigen Faktoren, die dabei berücksichtigt werden müssen, viel besser beurteilen können als jemand, der «nur so ungefähr eine Ahnung hat» und darum im Dunkeln ist darüber, wie gross seine Verpflichtungen und Aufwendungen schlussendlich sein werden. Wenn wir eingangs erwähnten, dass unser Gegenüber die Spesen auf einer speziellen Karte fein säuberlich aufgezeichnet hatte, so möchten wir damit keineswegs die Behauptung aufstellen, dass nur eine ins Aeusserste organisierte (und dabei vielleicht sogar übertriebene) Statistik den Anforderungen des modernen Betriebs zu entsprechen vermag. Es wäre natürlich ein Unsinn, für die genaue Ermittlung dieser Spesen fast so viel auszulegen, als sie überhaupt ausmachen. Die Statistik erfüllt ihren Zweck von dem Augenblick an, da sie an Stelle eines unklaren Ahnens die Gewissheit auf Grund von Tatsachen und Zahlen verschafft. Welche Anforderungen zu erfüllen sind, um diese Gewissheit zu erlangen, ist jedoch von Betrieb zu Betrieb verschieden. diäaqt s an det Zundsauit? Seite 10. Wenn Hhtentscn quietschen Seite 10. ZrialohccH statt AusscMeifm Seite 10. 1Oetkstatt-10ütkc Seite 11.