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E_1939_Zeitung_Nr.011

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den, bleibt indessen

den, bleibt indessen abzuwarten. Denn die im Zuge der Koordination von Schiene und Strasse kürzlich mit Wirkung vom 1. April 1939 obligatorisch gemachte Tarifangleichung zwischen dem gewerblichen Langstrecken- Kraftverkehr und den Eisenbahnen kann für die Entfaltung des ersteren an sich nur nachteilige Wirkungen haben, wenn auch anderseits der fortschreitende Ersatz unrentabler Eisenbahnlinien durch Kraftverkehrsdienste der Motorisierung neuen Antrieb gibt. Italien hat den Wert eines leistungsfähigen Nutzfahrzeugsbestandes im afrikanischen Feldzug aus erster Hand kennengelernt. Owohl in den folgenden Jahren die Zulassungs- und Umlauf- Schneeketten gut sichern! Löst sich so ein Ding, so kann das Rad blockiert werden und Sie dürfen noch von Glück reden, wenn der Wagen dann nur eine mehr oder weniger kunstgerechte Pirouette vollführt. Ziffern einen ansehnlichen Anstieg verzeichneten, ist doch der heutige Nutzfahrzeugpark des Landes noch keineswegs dessen Bedürfnissen angemessen. Die drückenden fiskalischen Belastungen des Autoverkehrs durch Fahrzeugabgaben und Treibstoffsteuern — von denen die letzteren im Laufe eines Jahres mehrmals kräftig erhöht wurden, um im Interesse der Oelautarkie Verbrauchsbeschränkungen zu erzwingen — mussten einen stärkeren Aufschwung des Automobilismus verhindern. Um diesem nun frische Impulse zu erteilen, ist vom 1. Januar 1939 ab die Steuer für Personenwagen gänzlich abgeschafft und für Nutzfahrzeuge unter Zusammenfassung der bisherigen fünf Einzelsteuern zu einer Gesamtabgabe auf die Hälfte reduziert worden. Die Regierung erhofft von dieser Massnahme nicht nur eine rasche Vermehrung des Motorfahrzeugbestandes, sondern vor allem auch einen bedeutenden Zuwachs an stärkeren Wagen, die durch die bisherige Steuer-Regelung am meisten benachteiligt waren, vom wehrpolitischen Standpunkt aber natürlich als besonders fördernswert erachtet werden. Die von informierten Kreisen vertretene Auffassung, dass die jüngsten Steuermassnafrmen in erster Linie auf das Verlangen der militärischen Behörden zurückzuführen seien, erscheint demnach in hohem Masse zutreffend. Auch in der Tschecho-Slowakel hat sich bekanntlich die Regierung gegen Ende vorigen Jahres zu einer durchgreifenden Revision der staatlichen Kraftverkehrspolitik entschlossen. Abgesehen von der generellen, mit dem 1. Januar 1939 wirksam gewordenen Aufhebung der Automobilsteuer für sämtliche Fahrzeugkategorien beseitigte sie im Bereich des Nutzkraftverkehrs im besonderen eine Reihe schwerer Belastungen, die die Entwicklung dieses Transportzweiges Jahre hindurch entscheidend gehemmt haben. Die Folgen hiervon sind in den kritischen Septemberwochen vorigen Jahres sehr deutlich geworden. Denn der fühlbare Mangel an lebenswichtigen Gütern, der sich bereits wenige Tage nach der Mobilisierung einstellte, war nicht dem Fehlen der betreffenden Waren, sondern in erster Linie dem Versagen des Verkehrsapparates und vor allem dem Mansrel an verfügbaren Lastkraftwagen zuzuschreiben. Man wird daher kaum in der Vermutung fehl gehen, dass die wenige Wochen später von der Regierung angeordnete Reorganisation des Kraft- F E U I L L E T O N Rätsel um Muriel. Roman von Johann Friedrich. 12. Fortsetzung. Man geht gegenwärtig bei gewissen Stellen für die Förderung unseres Fremdenverkehrs mit der Absicht um, die Auslandsreisen schweizerischer Automobilisten statistisch zu erfassen, wobei man sich daraus sogar noch eine neue Einnahmequeille sichern zu können hofft. Begründet wird dieses Bestreben mit dem Hinweis, dass die Schweiz ein Interesse daran habe, festzustellen, wie hoch sich das Kontingent der zu vorübergehendem Aufenthalt in fremde Staaten einreisenden schweizerischen Autotouristen stelle, um gegebenenfalls einen Druck auf solche Länder auszuüben, die ihren eigenen Automobilisten gewisse Ausreiseschwierigkeiten nach der Schweiz in den Weg legen. Trotzdem sich diese Bestrebungen erst in ihren Anfangsstadien zu befinden scheinen, gilt es, ihnen heute schon entgegenzutreten. Es geht nicht an, irgendein Schnüffelsystem einzuführen, um festzustellen, wo nun der Automobillist seine Ferien zu verbringen wünscht. Man glaubte wohl, diese Ausreise- Statistik dadurch auf eine möglichst einfache Basis stellen zu können, dass man sich auf die von den Automobilistenverbände ausgestellten Auslandszolldokumente stützen • würde. Bei Verkehrs in ursächlichem Zusammenhan? mit diesen Erfahrungen gestanden hat: Allerdings wird diese Neuordnung auch in ihrer jetzigen Form den strategischen Gesichtspunkten durchaus noch nicht ausreichend gerecht, da beispielsweise das darin ausgesprochene Reservat der Eisenbahnen für den Betrieb von Lastwagen über 3 t die freie Entwicklung der militärisch besonders wichtigen Schwer- Lastwagpn nach wie vor empfindlich eindämmt. Die Regierung Polens hat bereits im Frühjahr 1938 durch die für die Dauer von fünf Jahren gewährte Befreiung der Lastwagen und Traktoren von allen Wegeabgaben ihr unmittelbares Interesse an der Stärkung des Lastwagenverkehrs bekundet. Im September gab sie einen weiteren Beweis ihrer Bereitschaft zur tatkräftigen Unterstützung dieses Transportzweiges durch Aussetzung von Prämien für leistungsfähige Lastwagen, Autobusse und Zugmaschinen inländischer Herkunft, die in der Zeit vom Dezember 1935 bis März 1938 erstmalig registriert worden sind. Die Beschränkung dieser Zuschüsse auf Fahrzeuge, die hinsichtlich ihrer Ladefähigkeit, Motorenstärke und Werkzeug-Ausrüstung bestimmten Mindestbedingungen genügen, und die Bemessung rdefr Prämiensätze nach der Grosse der Wagen bringt die wehrpolitische Note dieser Vergünstigungen deutlich zum Ausdruck. Auch die jüngst verfügte Senkung der Umsatzsteuer für Benzin um 3 auf 1,5% und die auf die Dauer von 10 Jahren gewährte völlige Befreiung gewerblicher Auto-Unternehmunsren von der Benzin-Umsatzsteuer dürfte ihre günstige Wirkung auf die Hebung des polnischen Nutzkraftverkehrs nicht verfehlen. In Ungarn ist es bis auf den heutigen Tag besonders schlecht um die Motorisierung bestellt. Die Zahl der Nutzfahrzeuge unterschritt Anfang April 1938 mit rund 3 500 Einheiten den Stand von 1929 noch immer um mehr als 20% Zu dieser wehrpolitisch besonders bedenklichen Stagnation hatte nicht wenig die Bestimmung beigetragen, nach der autorisierte gewerbliche Fuhrunternehmer verpflichtet waren, weitestgehend Fahrzeuge inländischer Erzeugung zu benutzen, weswegen Einfuhrlizenzen für Lastwagen nur in Ausnahmefällen erteilt wurden. Da die beiden bestehenden Lastwagen-Fabriken jedoch nicht imstande sind, grö'sseren Lieferungsanforderungen mit genügender Schnelligkeit zu entsprechen, hat sich nunmehr die Regierung entschlossen, ein grö'sseres Einfuhrkontingent freizugeben. Kennzeichnend für die wehrpolitischen Hintergründe der jüngsten Massnahme ist, dass auch AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 7. FEBRUAR 1939 — N c ll Wehret den Anfängen! einem Grenzpassierscheinheft ist es zwar sehr wohl möglich, zu ermitteln wie lange und in welchen Staaten der betreffende Wagen im Laufe des Gültigkeitsjahres des Zolldokumentes gewesen ist. Allerdings lassen sich daraus noch keine weiteren Schlüsse auf die Zahl der Insassen ziehen, aber es wäre immerhin eine gewisse Unterlage vorhanden. Bei den Triptyks indessen läge die Sache wesentlich anders, denn hier werden ja nicht alle Ein- und Ausreisen vermerkt. Förderung des schweizerischen Fremdenverkehrs tut not. Aber dazu gibt es andere Wege als gerade diesen, der im Endeffekt auf eine Unterbindung des internationalen Reiseverkehrs hinauslaufen würde. Alle derartigen Aktionen rufen unweigerlich Abwehrmassnahmen des Auslandes, wodurch der Pfeil auf den Schützen, d. h. auf uns zurückspringen würde. Aus diesem Grunde halten wir es für angezeigt, auch vor dem weiteren Projekt der Durchführung einer Ausreisestatistik schweizerischer Automobilisten bei den Grenzzollämtern zu warnen, selbst wenn eine solche Zählung ohne Erhebung einer Gebühr durchgeführt wird. V Ungarn die Zulassung importierter Lastwagen auf 5 bis 6 Typen beschränkt, um im Falle militärischer Verwendung deren Einreihung in die Heeresverbände zu erleichtern. In der Schweiz ist die bedrängte Lage des gewerblichen Automobilismus schon seit langem Gegenstand leidenschaftlicher Auseinandersetzungen mit den Bundesbehörden, worüber unsere Leser eingehend informiert wurden. Auch in England ist bei den verantwortlichen Stellen die Erkenntnis für die strategische Bedeutung des Lastwagenparks in letzter Zeit sichtlich gewachsen, wenn sie "auch noch keineswegs entsprechende Massnahmen zur Vorsicht Ist die Mutter der Weisheit, auch beim Ueberholen von Radfahrern auf vereisten Strassen. Um das Gleichgewicht der Ritter vom Pedal ist es bei solcher Beschaffenheit der Fahrbahn problematisch bestellt und es kann passieren, dass er ausgerechnet in jenem Moment den Boden unter den Rädern verliert, da Sie zum Vorfahren ansetzen. Hebung des Bestandes ausgelöst hat Dass letzterer mit seinem ungewöhnlich niedrigen Prozentsatz an schweren Fahrzeugen den Verkehrsanforderungen im Falle eines Krieges nur unzureichend gewachsen wäre, ist hier wiederholt dargelegt worden. Die überaus schienenfreundliche Politik der Regierung hat im Wege gesetzlicher Verordnungen jahrelang die natürliche Expansion des Güterkraftverkehrs vor allem in den Bereichen, wo Wagen von hoher Ladefähigkeit benötigt werden, gehemmt und nur die wachsende Zahl der sogenannten «Durchaus nicht. Gerade ein Nervenarzt hat in dieser Hinsicht Möglichkeiten, die andere nicht haben. Drogen und Mittel aller Art stehen ihm zur Verfügung, er weiss damit umzugehen, und wenn man sich wehrt, wenn es einem sogar gelingt, die Leute auf sich aufmerksam zu machen — na, dann ist man eben einfach verrückt. Deshalb bin ich lieber vorsichtig. > « Muriel \» sagt Charles und legt ihr sacht die Hand auf die Schulter, c wenn dir das wirklich ernst war eben, dann bleib hier. Dann werde ich selbst zu diesem Martinez gehen. Das hatte ich ja eigentlich von vornherin vor. Nur du wolltest es nicht. Ich kann dir versichern, dass ich mich vor dem Herrn Doktor keine Spur fürchte. » « Das ist es ja eben », lächelt Muriel. «Du bist ein wunderbarer Gegner für einen Mann wie Don Aguillar, aber ich bin sicher, dass du mit Dr. Martinez nicht fertig würdest. Du würdest von ihm nicht loskommen, bevor er das Schiff samt Ladung hätte, und du weisst, dass das gegen unsere Instruktion ist. Lass mich nur lieber machen. > « Wenn du dich aber fürchtest!,» «Ich fürchte mich nicht, ich bin nur vorsichtig. Das ist ein Unterschied, mein Lieber ! » Muriel hebt die weissgepuderten Lider über den dunkel untermalten Augen und sieht Charles so zanksüchtig und hysterisch an, dass es ihn kalt überläuft, obwohl er doch weiss, dass dies alles nur Schein ist. Nein, es ist wohl doch unnötig, sich um diese Frau Sorge zu machen. «Ich bin angemeldet >, sagt Muriel sehr von oben herab auf französisch zu dem schwarz gekleideten Diener des Dr. Martinez, der ihr die Tür öffnet. < Ich bin Donna Laura Ribeira y Gomez. Der Herr Doktor erwartet mich.» Der Bediente lässt sie mit stummer Verneigung in ein mit wenig Möbeln eingerichtetes Wartezimmer, in dem sie die einzige Patientin ist, führen. Uebrigens braucht Muriel nicht lange zu warten. Nach wenigen Minuten schon öffnet sich leise die Tür zum Nebenraum und Dr. Martinez erscheint. Er blickt Muriel durch seinen Zwicker scharf prüfend an, während er mit freundlich lächelnden Lippen eine wortreiche Begrüssung in der spanischen Mundart seiner südamerikanischen Heimat hervorsprudelt. Muriel kann kein Wort spanisch, aber sie ist auf diese Begrüssung vorbereitet. Wie anders sollte Dr. Martinez die Witwe Ribeira begrüssen ? Infolgedessen lächelt sie holdselig mit etwas verzogenen Lippen zurück und erwidert ebenfalls mit einem Wortschwall. Allerdings in schlechtem Französisch. < Herr Doktor », schnattert sie, € ich danke Ihnen für Ihr freundliches Willkommen. Aber Fahrzeuge Bezug genommen ist Vielmehr beschränkt sich der Appell an die Lastwagenbesitzer darauf, zur Bildung von Arbeitsgruppen aufzufordern, deren besondere Aufgabe es wäre, durch zweckmässigste Ausnutzung des verfügbaren Laderaums und Vermeidung jeder unnötigen Inanspruchnahme des rollenden Materials eine weitgehende Rationalisierung des Gütertransportwesens zu ermöglichen. Danach soll ein derartiger Zusammenschluss in erster Linie zu äusserster Be- Auf verschneiten Strassen Spur zu fahren Ist zwar bequem, aber eine Gewohnheit, die verpönt sein sollte. schränkung des Bedarfs an Treibstoffen tmd Schmierölen beitragen, deren Rationierung in Notzeiten bereits angekündigt ist. Daraus würde sich aber im Falle einer wirksamen Durchführung dieses Plans von selbst ergeben, dass ein Teil des Lastwagenparks für andere Zwecke freigesetzt werden könnte, womit also indirekt auch ein gewisser Prozentsatz des privaten Nutzfahrzeugbestandes leichter für den militärischen Bedarf verfügbar zu machen wäre. Aus allem geht jedenfalls hervor, dass trotz der Verschiedenartigkeit der Wege, die in den einzelnen Ländern zur Stärkung des so lange vernachlässigten Lastwagenverkehrs beschriften werden, die Motive der jüngsten Entwicklung die gleichen sind. So sehr dieser Tendenzumschwung in der Motorisierungspolitik zu begrüssen ist, so bedauerlich bleibt es doch, dass es erst des schweren Gechützes wehrwirtschaftlicher Argumente bedurfte, den verantwortlichen Stellen das Verständnis für die Notwendigkeiten nahezubringen, die eine gesunde Friedenswirtschaft nicht minder gebieterisch fordert. J.P. K. AKTUELLES Der Tessiner Grosse Rat heisst die Strassenbauprojekte gut. Die letzte Sitzung des Tessiner Grossen Rates war vor allem der Diskussion über die von der Regierung ausgearbeiteten Strassenbauprojekte gewidmet, die in Form des Teilprogramms Aufwendungen von rund 6,2 Millionen vorsehen, währenddem das ganze Programm für die nächsten Jahre mit Ausgaben von über 10 Millionen rechnet Im Parlament fand das Regierungsnrojekt einstimmige Annahme und ohne Debatte gelangte der Rat bis zu den Bestimmungen über die Finannprung. Hier jedoch stiess die Vorlage auf gewisse Widerstände, die in einem Antrag ihren Niederschlag fanden, die Strassenbauarbeiten solange zu sistieren. bis das Volk über die Finanzierung entschieden hätte. Dagegen wurde jedoch geltend gemacht, dass in diesem Falle entweder die Arbeiten eine Verzögerung erlitten, was schon mit Rücksicht auf die Notwendigkeit der Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichlceiten unerwünscht wäre, oder aber man müsste eine zehnprozentige Strassensteuer in Kauf nehmen. Die eine wie die andere dieser beiden Perspektiven missfiel dem Grossen Rat; er verwarf jn der Abstimmung den Antrag und schloss sich der Vorlage der Regierung an. Womit nun Gewähr dafür geboten ist, dass die Verbesserung des tessinischen Strassennetzes keinen Unterbruch erleidet Rascher sanden! An der letzten Sitzung des thurganiscben Kantonsrats machte Oberst Früh auf gefährliche Zustände auf der Strassenstrecke Wängi—Wil aufmerksam und verlangte vor allem, dass rascher und besser gesandet werde, wenn die Strasse vereist ist. Er fand damit zwar beim zuständigen Departementschef wenig Wohlwollen. Dass aber die Bemerkungen von Oberst Früh richtig waren, _beweist eine ganze Serie von Unfällen, die sich kürzlich in Münchwilen ereigneten. Auf der glatten Strasse kam dort ein Auto ins Rutschen, als von der Gegenseite ein Lastwagen daherfuhr. Beide Vehikel kollidierten, wobei ein Mitfahrer .des _ Personenautos einen komplizierten Beinbruch erlitt. Am andern Tage ereignete sich ein weiterer Unfall, indem ein Motorradfahrer aus dem Kanton Scbwyz ins Schleudern geriet, wobei er so unglücklich stürzte, dass er mit einer Gehirnerschütterung vom Platze getragen werden musste. Allem Anschein nach hat es also mit der Kritik doch etwas auf sich. sprechen Sie nicht spanisch mit mir ! Bitte nicht! Das wirkt wie Gift auf mich. Seit mein unvergesslicher Arturo seine Lippen für immer geschlossen hat, kann ich die Sprache unserer Liebe aus keinem andern Munde mehr hören. Sie verstehen das doch? Bitte, sagen Sie, dass Sie es verstehen ! > * Selbstverständlich verstehe ich das, Madame ! » Dr. Martinez erklärt das im Brustton der Ueberzeugung und lässt Muriel ins Ordinationszimmer vorangehen und Platz nehmen. Von jetzt ab spricht er französisch, das er viel besser als Muriel beherrscht. Doch auch diesen Umstand nutzt sie zu ihrem Vorteil aus, indem sie unter dem Vorwand sprachlicher Schwierigkeiten Zeit gewinnt, die Beantwortung der vielen Fragen des Arztes zu überlegen. Dr. Martinez fragt rasch, viel und mit grossem Geschick. Er streift Privates und Allgemeines, Seelisches und Körperliches, Banales und Diskretes, es ist, wie wenn ein Photograph an den Fenstern seines Ateliers die Vorhänge hin- und herschiebt, um die von ihm gewünschte Beleuchtung herzustellen. Plötzlich nach einer ganz belanglosen Antwort springt Dr. Martinez auf und stürzt mit einer gemurmelten Entschuldigung hinaus. Muriel atmet auf. Sie weiss nicht, ob dieser Arzt schon viele Kranke gesund gemacht hat, aber an seiner Fähigkeit, einen Gesunden verrückt zu machen, hat sie nun keinen Zweifel mehr. (Fortsetzung folgt.)

N° 11 — DIENSTAG, 7. FEBRUAR 1939 AUTOMOBIL-REVUE IN DER SCHWEIZ Sportreglemente 1939 des Automobil-Clubs der Schweiz. Der grosse Anklang, der letztes Jahr die in einer Broschüre zusammengefassten Sportreglemente bei Konkurrenten und Fahrern fanden, hat die Nationale Sportkommission des ACS veranlasst, auch die Sportreglemente für die Sportsaison 1939 in einer Broschüre zu vereinigen. Die soeben erschienene Broschüre des ACS umfasst ausser dem Lizenzenreglement mit den entsprechenden Lizenz-Gesuchen noch das Allgemeine Reglement, die Sonderreglemente jeder einzelnen, im Nationalen Sportkalender 1939 eingetragenen Veranstaltung, nebst den diesbezüglichen Anmeldeformularen. Im weitem enthält diese Broschüre auch das Reglement für die Schweizerische Automobilmeisterschaft der Touren-, Sportund Rennwagenkategorien, auf das wir in der letzten Nummer bereits kurz hingewiesen haben. Für die Meisterschaft der Touren- und Sportwagen- Kategorie (Amateure und Experten) kommen, wie unlängst bekanntgegeben, die Resultate folgender acht Sportveranstaltungen in Betracht: 4. März: Nationale Schnee-Sternfahrt für Automobile (Sektion Genf des AGS). 11. Juni: Nationales Bergrennen Valangin-Vuedes-Alpes (Sektion Montagnes Neuchäteloises des ACS). 1. Juli: Nationale Gelände und Orientierungsfahrt und Auto-Siki-Meeting Gletech (Sektion Lujiern des ACS). 9. Juli: Nationales Bergrennen Rheineck-Waltenhausen-Laehen (Sektion St. Gallen-Appenzell des ACS). 23. Jufi: Nationales Bergrennen Develier-Les- Rangiers (Sektion Les Rangiers des ACS). 19. August: Nationales Rundstreckenrennen, Preis vom Bremgarten (Sektion Bern des ACS). 3. September: Nationales Bergrennen Casaccia- Maloja-Kulm (Sektion Graubünden des ACS). 23./24. September: Nationale Zuverlässigkeitsfahrl (Sektion Waadt des ACS). Die Bewertung der Meisterschaft erfolgt auf Grund des höchsten Punkttotais von vier für die Meisterschaft zählenden Veranstaltungen, wobei die zwei höchsten Punktresultate von Prüfungsfahrten (Schne-e-Sternfahrt, Gelände- und Orientierungsfahrt. Zuverlässigkeitsfahrt) und die zwei höchsten Punktresultate von Rönnen (Berg- und Rundrennen) in Betracht kommen. Wer keine vier derartige Resultate aufweisen kann, scheidet automa.- tisch aus der Meisterschaft aus. Für jede der für die Meisterschaft zählenden Veranstaltungen wird eine Grundpunktzahl von 100 P für eine bestimmte Leistung festgesetzt. Für Resultate, die dieser Leistung nicht entsprechen, wird die Punktzahl wie folgt berechnet: a) Schnee-Rallye und Gelände- und Orientierungsfahrt: Das beste Amateur- sowie dae beste Experten-Resultat entspricht der Grundpunktzahl von 100 P. Den nachfolgend klassierten Konkurrenten wird für die Differenz zwischen den erhaltenen Strafpunkten und denjenigen des Erstklassierten pro Strafpunkt % Punkt von der Grundpunktzahl in Abzug gebracht. b) Zuverlässigkeitsfahrt: Das beste Amateur- «e-wie das beste Experten-Resultat entspricht der Grundpunktzahl von 100 P. Den nachfolgend klassierten Konkurrenten wird für die Differenz zwischen den erhaltenen Strafpunkten und denjenigen des Erstklassierten pro Strafpunkt Vio Strafpunkt von der Grundpunktzahl in Abzug gebracht. c) Bergrennen Rheineck-Walzenhausen-Lachen und Casaccla-Maloja-Kulm: Die in jeder Klasse gefahrene Amateur- sowie Experten - Bestzeit entspricht der Grundzahl von 100 P., von welcher für jede Sekunde Verspätung gegenüber der Bestzeit ein Punkt in Abzug gebracht wird (Vio Sekunde = Vio Strafpunkt). d) Bergrennen Develfer-Les Ranglers und Valangin-Vue-des-Alpcs: Die in jeder Klasse gefahrene Amateur- sowie Experten-Bestzeit entspricht der Grundpunktzahl von 100 P., von welcher für jede Sekunde Verspätung gegenüber der Bestzeit % Punkt in Abzug gebracht wird (Vio Sekunde = Vao Punkt). e) Rundstreckenrennen: Die in jeder Klasse gefahrene Amateur- sowie Experten-Bestzeit entspricht der Grundpunktzahl von 100 P., von welcher für jede Sekunde Verspätung gegenüber der Bestzeit Vio Punkt in Abzug gebracht wird (Vio Sekunde = Vioo Punkt). In Klassen, in welchen bei den Rennen nur ein Konkurrent klassiert wird, entspricht die Amateur- oder Experten-Bestzeit der Grundpunktzahl von 100 P nur dann, wenn die Zeit dieses Konkurrenten mindestens der entsprechenden Bestzeit der Klassen mit kleinerem Zylinderinhalt entspricht. Ist dies nicht der Fall, so werden diesem Konkurrenten für die Differenz zwischen seiner Zeit und der diesbezüglichen Bestzeit der Klassen mit kleinerem Zylinderinhalt die entsprechenden Punkte von der Punktgrundzahl in Abzug gebracht. Erreichen zwei oder mehr Fahrer in der Schlussbew,ertung der Meisterschaft die gleiche Punktzahl, so entscheidet für die Rangordnung das beste Resultat der übrigen bisher nicht berücksichtigten Meisterschaftsveranstaltungen. Herrscht auch hier Gleichheit oder hat ein Fahrer nur an vier Veranstaltungen teilgenommen, so gewinnt derjenige, der aa der grössten Zahl von Wettbewerben teilgenommen hat Für die Automobilmeisterschaft der Rennwagenkategorie kommen die Resultate der 4 Berg- und 1 Rundrennen in Betracht, wobei die Bewertung auf Grund des höchsten Punkttotais von vier dieser Rennen erfolgt. Die Berechnung der Punktzahlen wird auf der gleichen Basis wie bei der Tourenund Sportwagen-Katsgorie vorgenommen. — Erreichen zwei oder mehr Fahrer in der Schlussbewertung der Meisterschaft die gleiche Punktzahl, so gewinnt der Fahrer. d«r an allen fünf Veranstaltungen teilgenommen hat; haben wenigstens zwei der in Frage kommenden Piloten an allen fünf Veranstaltungen partizipiert, so entscheidet für den Rang der Meisterschaft die höhere Punktzahl der fünften Veranstaltung-. Die frühzeitige Herausgabe dieser kompletten Dokumentation des ACS bietet allen Interessenten die Möglichkeit, sich rechtzeitig für die kommende Sportsaison vorzubereiten. Dadurch wird auch die Arbeit der Organisatoren ganz wesentlich erleichtert, denn die Interessenten haben die Gelegenheit, heute schon, nach eingehendem Studium der Reglemente, zu allen für sie in Betracht kommenden Veranstaltungen die Meldung abzugeben. Die Sportreglemente 1939 können bei den verschiedenen Sektionssekretariaten des ACS sowie bei der Zentralverwaltung des ACS, Bern, Laupenstrasse 2, bezogen werden. Touristen-Sternfahrt zum Genfer Salon. Samstag den 4. und Sonntag den 5. März. Die Sektionen Genf des A.C.S. und des T.C.S. organisieren Samstag, den 4. und Sonntag, den 5. März, anlässlich des Automobil-Salons eine Sternfahrt nach Genf, an der sämtliche A.C.S.- und T.C.S-Sektionen teilnehmen können und die Bestimmungen des Nationalen Spörtreglementes Eleganz Graham nicht untersteht. Es handelt sich um eine rein touristische Veranstaltung ohne vorgeschriebenen Stundendurchschnitt, bei der für die Klassierung einzig die Zahl der pro Sektion startenden Mitglieder, sowie die zurückgelegte Distanz ausschlaggebend sind. Teilnahmeberechtigt sind alle einer Sektion des A.C.S. oder T.C.S. angeschlossenen Automobilisten mit Ausnahme der Mitglieder der organisierenden Genfer Sektionen. T.C.S.-Mitglieder, die keiner Sektion angeschlossen sind — mit Ausnahme derer, die im Kanton Genf wohnen — erhalten ebenfalls Startberechtigung, indem sie sich am Sitze der Sektion ihres Kantons anmelden, wobei ihnen ausserhalb des Nenngeldes keine weiteren Kosten erwachsen. Der Start der Mitglieder jeder Sektion erfolgt gruppenweise am Sitze der Sektion, und zwar so, dass die Ankunft in Genf Samstagnachmittag, den 4. März zwischen 3 und 5 Uhr stattfindet gemäss einem von den Organisatoren erstp'lten genauen Fahrplan. Von der Ankunftszeit in Genf werden die Sekfionspräsidenten Donnerstag, den 2. März, in Kenntnis gesetzt. Diese Zeit basiert auf der Zahl der Teilnehmer pro Sektion und der von ihnen bis Genf zurückzulegenden Distanz Alle jene Konkurrenten, die nicht zum abgemachten Zeitpunkt (mit einer Marge von 10 Minuten) in Genf eintreffen, werben pro 10 Minuten oder einen Bruchteil von 10 Minuten Verspätung mit 10 Punkten bestraft. Der Präsident jeder teilnehmenden Sektion hat dem Organisationskomitee bis spätestens 28. Februar eine Liste der startenden Mitslieder zuzustellen. Es wird pro Wagen ein Nenngeld von Fr. 5.— erhoben, das jedoch allen Automobilisten zurückerstattet wird, welche die Kontrolle in Genf passieren und zusammen mit den übrigen Mitgliedern ihrer Sektion zur Sternfahrt gestartet sind. Was die Bewertung anbetrifft, so erfoM sie durch Multiplikation der Teilnehmer aus jeder Sektion mit der Luftliniendistanz in Kilometern zwischen Genf und dem Sitz der Sektion. Die Formel lautet wie folgt: n X 100 X k wöbe: n = Anzahl der Teilnehmer pro Sektion, k = Luftliniendistanz in Kilometern vom Sitz der Sektion bis Genf und e = den Effektiv-Mitgliederbestand der Sektion per 31. Dezember 1938 bedeuten. Angenommen, eine Sektion weise einen Bestand von 2500 Mitgliedern auf. von denen sich 20 zur Teilnahme an der Sternfahrt einschreiben, und die Luftliniendistanz bis Genf betrage 260 Kilometer, so ergibt sich folgendes Resultat: 20 X 100 X 260 2500 Erscheint ein angemeldeter Konkurrent nicht am Start oder fehlt einer am Ziel, so zählt er nicht bei der Erstellung des Klassements. Seine Sektion wird mit 20 Strafpunkten «bedacht» Die Teilnehmer an der Nationalen Schnee-Sternfahrt zum Genfer Salon werden bei der Erstellung des Klassements automatisch miteinbezogen. Ausserhalb des Gesamtklassements wird auch ein Spezialklassement für die A.C.S.- und T.C.S.-Sektionen errichtet. 70% der teilnehmenden Sektionen sind auf Grund ihrer Reihenfolge im Klassement preisbefeehtigt Ein Speziaipreis wird von den Organi- Die vorwärtsdrängende Linien Führung des Graham 1939 ist ganz einfach der Ausdruck seiner wichtigsten Vorzüge. Dank dem Kompressor verlügt der Wagen Über eine Bremsleistung von 116 PS und erreicht mit Leichtigkeit eine « Spitze » von 150 Stundenkilometer. Da das Chassis speziell im Hinblick auf diese hohen Geschwindigkeiten konstruiert ist, bietet derWagen einen ungewöhnlichen Fahrkomfort sowie absolute Sicherheit. Ausserdem erreicht der Brennstoffkonsum nicht einmal denjenigen von andern Wagen gleichen Hubraums. Es lohnt sich gewiss, diese Konstruktion einmal näher kennen zn lernen. Generalvertretung: Garage de Georgette S. A., Lausanne Vertreter: Garage des Trois Rois, Le Loele August Vögtlin, Schützengarage, Basel F. Spiess, Bellevue-Garage, Zürich = 208 Punkte als Ausdruck von Schnelttgkeitund Sicherheit mit Kompressor De* Gedenkstein fiU tBevnd Jlosemeytt Der Gedenkstein, den die Auto-Union im Einvernehmen mit der O.N.S. am einjährigen Todestag Bernd Rosemeyers an der Reichsautobahn Frankfurt am Main—Darmstadt errichtete, weist folgende Inschrift auf: «Dem Andenken an Bernd Rosemeyer, der an dieser Stalle am 28. Januar 1938 bei Rekordversuchen mit dem Rennwagen tödlich verunglückte.» saforen des Genfer Salons jener Sektion zugesprochen, die im Gesamtklassement den ersten Platz belegt. Darüber hinaus wird einem jeden Teilnehmer an dieser Touristen-Sternfahrt und an der Schnee-Sternfahrt ein von der Stadt Genf gestiftetes künstlerisches Andenken verabfolgt. Jeder Teilnehmer, der die beiden Sternfahrten mitgemacht, hat zudem — ob Automobilist oder Mitfahrer — Anspruch auf ein Gratis-Eintrijtsbillet zum Salon. Die Preisverteilung findet Sonntag, den 5. März, abends 8 Uhr, im Salon, anlässlich eines Nachtessens statt, an dem alle Konkurrenten erwartet werden. Die Streckenführung für die Schnee-Sternfahrt zum Genfer Salon ist nun von den Organisatoren wie folgt festgelegt worden : Bern - Münsingen - Thun - Gwatt - Wimmis - Zweisimmen - Saanenmöser - Saanen (wahrscheinlich Abstecher nach Gstaad) - Chateau d'Oex - Les Moulins - l'Etivaz - Ber«rennen am Col des Mosses - Le Sepey - Aigle - Vevey - Chardonne - Attalens - Bossonnens - Chätel-St-Denis - Semsales - Abzweigung vor Vaulruz - Vuisternens - Romont - Lucens - Moudon - Sottens - Villars-Mendraz - Peney-le-Jorat - Chälet-ä-Gobet - Lausanne - Gharobesy - Kilometer-Rennen bis Genf. IN ITALIEN. L. Villoresi erprobt den neuen 1,5-Liter-Maserati. Auf der von Florenz ans Meer führenden Autostrada unternahmen die Gebrüder Maserati Ende der letzten Woche die ersten Versuchsfahrten ihres neuen. Mitte Januar von uns im Bilde gebrachten 4-Zylinder-1.5-Liter-Rennwagens mit zwei Kompressoren und vier Ventilen pro Zylinder, wobei sich Luigi Villoresi und Giovanni Rocco am Lenkrad ablösten Obwohl ein starker Gegenwind die Erreichung hoher Tempi erschwerte, kam der neue Maserati streckenweise auf 245 km/St. Da die ungünstigen Windverhältnisse den ganzen Tag über anhielten, kehrten Konstrukteure und Fahrer abends nach Bologna zurück; die endgültige «mise_au point» soll erfolgen, sobald dies die atmosphärischen Umstände erlauben. IN DEUTSCHLAND Rekordversuche in Dessau Ende dieser Woche. Obering. Uhlenhaufs gelungene Hauptprobe. Von zuständiger Seite geht uns die Meldung zu, dass — günstige atmosphärische Verhältnisse vorausgesetzt — die angekündigten Rekordversuche auf der Dessauer Reichsautobahn-Rekordstrecke Ende dieser Woche stattfinden werden Uebrieens — so wird aus Stuttgart berichtet, haben die Untertürkheimer Werke Mercedes-Benz, die, wie bekannt, allein zu diesen Versuchsfahrten antreten werden, am -vergangenen Donnerstag eine Art Hauptprobe mit ihrem Rekord-Rennwagen durchgeführt. Auf einer 5 Kilometer langen, an Kurven reichen Strecke der Reichsautobahn zwischen Plieningen und Filderhöhe, die polizeilich gesperrt worden war, flitzte Oberingenieur Uhlenhaut im Stromlinien-Mercedes-Benz mehrmals mit ausserordentlich hoher Geschwindigkeit dahin, wobei er sich am Schlüsse dieses Probegalopps über die Ergebnisse sehr befriedigt erklärte. IN FRANKREICH Probefahrten von Talbot In Montlhery. Die Rennabteilung von Talbot hat letzten Donnerstag mit dem neuen, kompressorlosen 6-Zy- Hnder-4,5-Liter-Rennwagen auf dem Morrtlhery- Autodrome weitere Probefahrten unternommen. Etancelin, Morel, Carriere und Lebegue lösten sich gegenseitig am Volant ab und kamen bei teilweise recht glitschiger Bahn — ohne aufs Ganze zu gehen — auf rund 225 km/St., was vermuten lässt, dass die Spitze ungefähr bei 240 km/St, liegen dürfte.