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E_1939_Zeitung_Nr.015

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2 AUTOMOBIL-REVUE

2 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 21. FEBRUAR 1939 — N°15 Noch mehr als es In andern Jähren der Fall -war, haben sich die Unfälle 1938 auf die Sommermonate konzentriert Das erste und das letzte Quartal des Jahres 800 und 1100 Unfälle, gleich wie im Vorjahr. Im zweiten und dritten Quartal wurden jedoch 1300 und 1400 Unfälle Terzeichnet, das sind je 200 mehr als 1937. Die Unfälle mit Personenverletzung haben im letzten Jahr noch etärker als die der reinen Sachschadenunfälle zugenommen, nämlich um 12,3 gegen 7,6 Prozent. Fast 1800 Personen sind bei diesen Unfällen verletzt worden, davon 756 schwer und 42 tödlich. Nachdem bereits im Jahre 1935 im Strassenverkehr 39 Personen unserer Stadt ums Leben gekommen waren, sank die Zahl in den beiden folgenden Jahren auf 27 und 31 Personen, um nun wieder die genannte erschreckende Höhe zu erreichen. 6 von jenen 42 Toten waren nicht in Zürich wohnhaft, hingegen sind 14 Zürcher im Jahre 1938 ausserhalb Zürichs bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Im ganzen hat der Strassenverkehr somit 50 Tote aus der Zürcher Wohnbevölkerung gefordert. Verunfallte Personen nach der Schwere der Verletzung. Verletzte Personen Jahre leicht schwer tödlich zus. dav. Fussg. 1934 826 757 32 1615 551 1935 740 658 39 1437 458 1936 832 724 27 1583 491 1937 857 692 31 1580 459 1938 979 756 42 1777 508 Der von den Polizeiorganen geschätzte Sachschaden belief sich im Berichtsjahr auf 760000 (690.000) Franken. Mit den Unfällen hat natürlich, auch die Zahl der daran Beteiligten zugenommen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zunahme besonders stark bei den privaten Personenautomobilen, wo sie fast 15 Prozent ausmacht. Die Fahrräder sind um 11 Prozent , stärker vertreten, d. h. um genau so viel wie die Zahl der Fahrradbewilligungen zugenommen hat. Die Beteiligung der übrigen Verkehrsbenützer geht aus folgender Zusammenstellung hervor. Beteiligte 1934 1935 1936 1937 1938 Private Personenautomobile 3249 3034 2932 2853 3274 Andere Automobile 1231 1220 1060 1106 1210 Motorräder 531 390 346 330 340 Fahrräder 1715 1758 2207 2233 2476 Strassenbahnwagen 466 375 301 379 338 Andere Fahrzeuge 180 199 152 169 144 Fahrzeuge überhaupt 7372 6976 6998 7070 7782 Fussgänger 622 541 603 553 596 Zusammen 7994 7517 7601 7623 8378 Eine andauernde und deutlich ausgesprochene Zunahme zeigt die Beteiligung der Fahrräder, einen ebenso ausgesprochenen Rückgang weisen die Motorräder und andere Fahrzeuge auf. Die Zahl der in Strassenverkehrsunfälle verwickelten Strassenbahnwagen ist zuerst bis 1936 gefallen und seither wieder angestiegen. Automobile waren im vergangenen Jahr in gleicher Zahl an Verkehrsunfällen beteiligt wie vor fünf Jahren. Wie in jedem Jahr seit 1934 ereigneten sieh rund drei Zehntel der Unfälle im ersten Stadtkreise. Die geringere Heftigkeit der Unfälle in der Verkehrsdichten Altstadt hat sich ebenfalls wieder bestätigt, indem hier zwar 37 Prozent aller reinen Sachschadenunfälle, jedoch nur 16 Prozent der Unfälle mit Personenverletzung vorgefallen sind. Von den Todesfällen sind weniger als 10 Prozent im Kreis 1 passiert Der Kanton Wallis und die Rawilstrasse. Wie der Tagespresse berichtet wird, beabsichtigt der Kanton Wallis noch in diesem Jahr mit einem neuen Projekt für eine Rawilstrasse hervorzutreten. Das Projekt sieht einen 3,8 Kilometer langen Tunnel vor, der in ziemlich genau südnördlicher Richtung Les Loquets auf der Walliserseite nach Stieren-Iffigen auf der Bernerseite geht Der Tunnel liegt ungefähr 1800 Meter über Meer. Die Baukosten werden auf 9,5 Millionen Franken berechnet. Es wird behauptet, dass der Strassenzug über den Winter offengehalten werden könnte, dass er den Lötsehberg nicht konkurrenziere und auch andere touristische Vorteile aufweise. Vom Gesichtspunkt der militärischen Zweckmässigkeit aus wird gesagt, dass die Rawilstrasse für den Simplon bedeute, was der Susten für den Gotthard: eine •wichtige Zufahrtsstrasse aus dem Hinterland und von wichtigen Waffenplätzen her nach der Südgrenze. Geschwindigkeitsmesserkontrollen des ACS Wie vorauszusehen, hat das Genfer Justizund Polizeidepartement dem ACS die Bewilligung zur Durchführung der Geschwindigkeitsmesserkontrolle auf der Betonstrasse Genf-Bellevue erteilt. Wir sind heute in der Lage, mit weiteren Einzelheiten über dieses neue Unternehmen des ACS aufzuwarten. Obwohl die genauen Tage und Stunden noch nicht definitiv feststehen, ist es wahrscheinlich, dass die Kontrollen am 7., 8. und 9., möglicherweise auch noch am 10. März, also mitten während des Salons durchgeführt werden. Um dem Strom von Automobilisten Rücksicht zu tragen, der während dieser Zeit nach Genf flutet, ist geplant, die Kontrolle in der Richtung Genf-Bellevue vorzunehmen. Damit wird vermieden, dass sich Leute zur Kontrolle einfinden, die es eilig haben, ihr Hotel oder die Ausstellung zu gewinnen. Wahrscheinlich unterbricht man die Kontrollen jeweilen spätestens um 12 und um 18 Uhr und nimmt sie eventuell erst nach 2 Uhr wirder auf, um den starken Verkehr, der sich während des Salons auf der in Frage stehenden Strecke abwickelt, nicht zu behindern. Zum gleichen Zweck stellen übrigens die Genfer Polizeibehörden eine Anzahl Polizisten zur Verfügung. Bereits begegnet die Aktion des ACS bei den Automobilisten lebhaftem Interesse. Es scheint uns aber am Platz, in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass derartige Kontrollen, die eine ziemlich kostspielige Angelegenheit darstellen, nicht im ganzen Lande herum organisiert werden können. Der ACS hat deshalb eine glückliche Hand gehabt, wenn er die Aktion just auf die Zeit des Genfer Salons verlegte, gewährt er damit doch sehr vielen Automobilisten aus allen Gegenden der Schweiz die Möglichkeit, ihre Geschwindigkeitsmesser gratis und franko kontrollieren zu lassen. Nicht um eine lokale, sondern um eine nationale Aktion handelt es sich also in diesem Fall. Wiederholen wir übrigens, dass die Kontrolle allen Automobilisten offensteht, ganz gleichgültig, welchem Club sie angehören. Dass es die Verkehrssicherheit fördern heisst, wenn der Automobilist in jedem Augenblick weiss, mit welcher Geschwindigkeit er fährt und um wieviel Prozent sein Geschwindigkeitsmesser von der Wirklichkeit abweicht, dazu erübrigt sich jedes weitere Wort. Nehmen wir beispielsweise an, eine Sitzung oder eine geschäftliche Besprechung rufe einen Automobilisten von einer Stadt in eine andere, nehmen wir weiter an, er habe eine Stunde Zeit, um die Strecke von 60 km zu bewältigen. In diesem Falle wird er eine mittlere Geschwindigkeit von ungefähr 60 km/St, einzuhalten versuchen. 3/4 Stunden lang fährt er m diesem Teimipo dahin, als er plötzlich bemerkt, dass er anstatt der 10 km, die ihm nach seinem < Fahrplan» noch zu erledigen blieben, in Tat und Wahrheit noch 20 oder 2S zu absolvieren hat. Etwas überrascht wirft er einen Blick auf seinen Geschwindigkeitsmesser, der immer noch auf 60 steht. Und dann tritt er stärker aufs Gaspedal, um die unvorhergesehene Verspätung aufzuholen. Unter dem Zwang der Verhältnisse also muss er wesentlich schneller fahren als er sich vorgenommen. Schneller fahren heisst aber grössere Risiken für sich und andere eingehen zu müssen. Auch aus einem anderen Grunde kommt dem Wissen um die Fehler des Geschwindigkeitszählers eine besondere Bedeutung zu. Nicht wenige unter diesen Instrumenten können als Folge eines Ersatzes der Räder oder der Reifen Fehlerquellen aufweisen. Da Fabriken bereitet es erhebliche Schwierigkeiten, Wagen zu liefern, deren Geschwindigkeitsmesser einwandfrei funktioniert. Ein grosser Teil der nach der Schweiz eingeführten Automobile trifft heute ohne Pneus ein, weil die Wagen mit schweizerischen Reifen ausgerüstet werden. Nun hängt aber das Verhältnis «wischen der effektiven Geschwindigkeit des Wagens und der Tourenzahl des Motors u. a. auch vom Pneudnrchmesser ab. Und dieses Verhältnis kann nun durch die Montage von Spezialreifen, beispielsweise von Schneepneus, ebenso wie natürlich durch die Abnützung der Reifen eine fühlbare Aenderung erfahren. Auf der chronometrierten MeDstrecke bei Genf muss der Automobilist eine gleichmässige Geschwindigkeit einhalten. Ganz ©o leicht wie man sich die Sache vorstellt, gestaltet sie sich freilich nicht immer, besonders mit hochgezüchteten Wagen mit solchen, deren Geschwindigkeitszähler andauernd hin- und herpendelt- Immerhin ist ee nicht i tout Prix erforderlich, die Strecke zwischen den beiden Chronometerschläuchen mit absolut konstanter Geschwindigkeit zurückzulegen. Am zweckmässigsten versucht man, sofort nach dem Start den Wagen auf annähernd jenes Tempo zu bringen, das man sich für die Kontrolle vorgenommen, und es dann beizubehalten. Stellt man fest, dass die vom Zähler angezeigte Geschwindigkeit zwischen den beidep •Kontrollposten regelmässig um eine Kleinigkeit steigt oder sinkt, eo genügt es, nachher auf dem Zettel, der N von den Chronometreuren ausgehändigt wird, das Mittel zwischen der unteren und der oberen Geschwindigkeitsmarke zu notieren. So ergibt z. B. eine Geschwindigkeit, die von 60 auf 56 km fällt, ein Mittel von 58 und eine solche, die von 55 auf 59 steigt, einen Durchschnitt von 57. Die Stände der deutschen Personenwagen an der Berliner Ausstellung ADLER stellt drei verschiedene Typen von Gebrauchswagen aus, die durchweg bereits auf eine eingehende Bewährung zurückblicken können. Der 1932 auf den Markt gebrachte «Trumpf» verdient auch heute noch die Bezeichnung als einer der modernsten Wagen.. Seit dem vergangenen Jahr wird dieses Modell mit einem Motor von 10 PS geliefert Der «Adler-Zweiliter» zählt zu den ausgereiftesten Kon- •etruktionen des deutschen Automarktes. Das gleiche gilt von seinem kleineren Bruder, dem «Trumpf- Junior >, 5 PS. — Mit einer Verbesserung der Karosserie wartet der 2-Liter insofern auf. als der Kofferraum jetzt von aussen zugänglich ist. — Als grösster Vertreter dieser Marke debütierte voriges Jahr der Adler 2,5 Liter, eine Konstruktion, die mit absoluter Konsequenz die äussere Form durchgebildet hat. Lediglich der Volkswagen und der neue Hanomag 1,3 Liter lassen sich ihm in dieser Hinriebt an die Seit* «feilen. Was Wunder, wenn er unverändert weitergebaut wird? Einzig an der Karosserie entdeckt man einige Verbesserungen, tu a. eine Koffertür. TJebrigens begegnet man aui der Ausstellung auch einem Adler 2,5 Liter als Sportlimoueine, die bei massigem Verbrauch mühelos 150 km/St, erreicht und sich durch eine vollendete Linienführung auszeichnet AUDI hat dieses Jahr ©ine grundlegende Neukonstruktion an Stelle des bisherigen Wagen« geschaffen. Dem neuen Audi rühmt man ein ausserordentlich günstiges Leistungsgewicht nach, eine Eigenschaft, die bei ihm eine erhöhte Bergfreudigkeit erwarten lässt Beim Motor, einem Sechszylinder von 3,3 L, handelt es sich um eine Sonderausführung des bewährten grossen Horch-Motors unter Weglassung von zwei Zylindern. Vom Vorderradantrieb des früheren Modells ist man nunmehr zum Hinterradantrieb mittels einer sogenannten Schwebeachse übergegangen, währenddem die Vorderräder Einzelradfederung aufweisen. Entsprechend seiner untadeligen Ausstattung findet sich in diesem Wagen ein Getriebe eingebaut, bei dem alle vier Gänge synchronisiert sind. Auf dem Ausstellungsstand präsentiert Audi eine zweifenstrige Limousine und ein Cabriolet BMW. Ihre Fahrzeuge versehen die Bayrischen Motorenwerke einheitlich mit Motoren zu 2 Liter und zu 3,5 Liter. Was das kleine Modell zu 4ö PS von seinem Vorgänger unterscheidet, das ist vor allem die Weiterentwicklung der Karosserie. Indessen liegt das Schwergewicht des Produktionsprogrammes auf dem Wagen zu 50 PS, der punkto Reichhaltigkeit der Ausstattung mit an der Spitze der deutschen Wagen marschiert. Da fehlt keine jener Einrichtungen, welche der technisch und sportlich anspruchsvolle Fahrer fordert, so eine von Hand verstellbare Kühlerjalousie, ein Fernthermometer für das Kühlwasser und ein ebensolches für das Oel. Jede Einzelheit ist im höchsten Masse auf die Bedürfnisse des Automobilisten zugeschnitten. Neben dem Sportcabriolet bringt BMW nunmehr ein bildschönes Sportcoupe heraus; beide Wagen können mit dem Motor zu 55 PS oder dem Sportmotor zu 80 PS, der eine Höchstgeschwindigkeit von 145 km/St, hergibt, ausgerüstet werden. —Als Neuerscheinung fügt die Fabrik ihrer bisherigen Typenreihe den Wagen zu 3,5 Liter und 90 PS bei, der sich in seiner äußeren Form und im Aufbau des Chassis an die gediegene und Gewährte Konstruktion des 50-PS-Wagens lehnt. Für seine hervorragenden Fahreigenschaften spricht das Leistungsgewicht von nur 15 kg je PS. BORGWARD (Hansa). Vor drei Jahren traten die Hansa-Werke in Bremen mit einer Neukonstruktion vor die Oeffentlichkeit, die in ihrer technischen Durchbildung allgemein Aufsehen erregte. Seither hat dieser Wagen, der einen sehr lebendigen Motor mit einem Vollschwingachs-Chassis vereinigt, verschiedene Abwandlungen durchgemacht. Heute konzentriert sich das Bremer Werk, das nunmehr, ebenso wie seine Erzeugnisse, den Namen seines Besitzers Borgward trägt, auf die Herstellung der Type 2000 mit einem Motor von 53 PS. Nicht nur punkto technische Reife, sondern auch hinsichtlich der Karosserie hat dieser Wagen eine bemerkenswerte Höhe erreicht. Mit der Geräumigkeit paart 6ich eine Polsterung, die höchsten Fahrkomfort gewährleistet. Uebrigens handelt es sich hier um den grösäten Wagen, der mit der ebenso praktischen wie preiswerten Karosserie einer Cabrio - Limousine geliefert wird. Als interessante technische Verbesserung verzeichnet der Chronist die Einfügung einer Gummihilfsfeder zwischen Hinterfedern und Hinterachse; ihr fällt die Aufgabe zu, die kleinen Unebenheiten zu schlucken. Zu unserer Mitteilung in der «A.-R.> vom 14. dies über die Borgward-Werke (früher Hansa) tragen wir noch nach, dass die Typen 1100 und 3500, die jetzt ebenfalls die Markenbezeichnung Bordward tragen, in Uebereinstimmung mit den Verhältnissen bei den anderen deutschen Autofabriken hinsichtlich der Wagen ausserhalb des zukünftigen Typenprogrammes, vorerst noch hergestellt und insbesondere für den Export prompt geliefert werden. Fortsetzung Seite 4. F E U I L L E T O N Rätsel um Muriel. Roman von Johann Friedrich. 16. Fortsetzung. •*>•», Natürlich wäre sie niemals eine Frau für ihn. Dazu weiss sie viel zu viel vom Leben und er viel zu wenig von ihr. Ueberhaupt möchte er keine Kollegin heiraten wollen. Der Intelligence Service ist für Männer eine immer neue Quelle von Abenteuern, aber für Frauen... Der motorisierte Kinderwagen da hinter ihm hat das Rennen noch immer nicht aufgegeben. Ob er ihn wohl im Auftrage SabanilJos oder Riveraltas beobachtet? Oder ob sich gar noch ein Dritter für ihn interessiert ? Schliesslich kann es ihm Ja gleich sein. Sobald es ihm passt, wird er den grössenwahnsinnigeri Verfolger nach Belieben abschütteln. Ein Knabe auf einem Kinderroller könnte ihm mit derselben Aussicht auf Erfolg nachfahren. Im Gefühl absolutester Ueberlegenheit gibt Charles Gas und stösst im gleichen Augenblick einen unterdrückten Fluch aus. Das ist ein ReinfaH, der an Blamage grenzt. An dem fabrikneuen Wagen ist der Motor für die ersten paar tausend Kilometer gedrosselt. Das Miniaturvehikel da hinter ihm mag klopfen, ächzen und stossen, ihn in seinem eleganten Luxuswagen wird es vorläufig jederzeit überholen können. Sicher bat das der Bursche, der ihm nachspürt. längst erkannt und lacht sich ins Fäustchen. Was ist da zu tun ? Auf ein Rennen darf man sich also keinesfalls einlassen. Charles hat vorgehabt, Don Aguillar in der Nachmittagsvorstellung aufzusuchen. Nicht, um ihm einen Bescheid zu geben, dafür hat er leider noch immer keine Anweisung, sondern nur, um die Führung nicht zu verlieren. Ein richtiger Kaufmann, so stellt er sich vor, würde angesichts eines so bedeutenden Geschäftes auch keinen Kunden ganz beiseite liegen lassen, bevor er nicht einen perfekten Kaufvertrag in der Tasche hat. Also. — Warum sollte er eigentlich seine Absicht nicht ruhig ausführen? Wenn er vor dem Zirkusgebäude harmlos und selbstverständlich anhält, so geht er erst einmal jedem Wettkampf in bezug auf Geschwindigkeit aus dem Weg. Ausserdem wird es kaum schwierig sein, in dem weitläufigen Hause einen Verfolger abzuschütteln. Irgendwo anders auszusteigen und einen Umweg zu Fuss zu machen, wäre natürlich sinnlos, das könnte den Eifer des Spions nur erhöhen, während ein unverheimlichter Besuch im Zirkus eher geeignet ist, ihn irre zu führen. Er wird dann womöglich annehmen, dass sein wirkliches Ziel anderswo liegt und sich um so leichter anführen zu lassen. Mit elegantem Schwung, leicht ausrollend stoppt der Cadillac vor dem Hauptportal des Zirkus Farroll. Ein Diener in Zirkuslivree stürzt herzu und hilft Charles beim Aussteigen. Auch die untern Angestellten derartiger Schauunternehmungen haben oft ein ausgeprägtes Gefühl für Reklame. Die Vorfahrt eines so eleganten Wagens muss ausgenutzt werden. Der Diener arrangiert sofort eine, kleine Szene. Vornehmer Ausländer besichtigt als eine der grössten Sehenswürdigkeiten von Paris den Zirkus Farroll. Oder so ähnlich. Charles spielt gut gelaunt mit, indem er sich steif und gravitätisch benimmt Dabei vergisst er nicht, nach seinem Verfolger auszublicken. Jetzt ist dessen grosse Chance. Sie heisst aussteigen und Charles direkt auf dem Fusse folgen. Aber da schleppt sich der kleine Ford schon mit offenem Auspuff vorbei. Chanles atmet trotz der stinkenden Abgase auf. Der zwei Minutenvorsprung, den er jetzt mindestens hat, genügt vollkommen, um in den Teil des Zirkusgebäudes zu verschwinden, der dem Publikum nicht zugänglich ist. Dann mag ihn der andere ruhig suchen. Im Zuschauerraum, in den Gängen und Ställen ist Platz genug dazu vorhanden. — Aber Don Paulo denkt nicht daran, sich auf Abenteuer in das unbekannte und für ihn ziemlich gefährliche Gebiet des Zirkus zu begeben. Er fährt vielmehr auf dem raschesten Weg zu der Villa des Dr. Martinez zurück. Er weiss genug, mehr als genug. < Ich habe ihn getroffen und verfolgt», berichtet er Dr. Martinez in seiner phlegmatischen Art. «Er ist zum Zirkus Farroll gefahren. » c Und dort ?» Martinez ist so nervös, dass er sich selbst in die Behandlung eines tüchtigen Nervenarztes begeben sollte. « Was er dort gemacht hat, weiss ich natürlich nicht ganz genau, aber man kann es ohne grosse Einbildungskraft vermuten. Er wird mit Juan Aguillar über den Verkauf des Schiffes an die Riveraltaleute verhandelt haben. > « Das sagst du so ruhig ? » t Ich glaube nicht, dass Nervosität in einem solchen Falle etwas nützt. Aber ich bin jetzt entschlossen, die Idee auszuführen, die du gehabt hast.» t Welche Idee denn ? » c Mistress d'Andrade als Pfand für die Munitionslieferung in unsere Hände zu bringen. » « Mistress d'Andrade ist eine Dame, die ich hochschätze, vor der ich höchste Achtung habe, die ich — » c Meinetwegen, die du Hebst. Es soll ihr ja auch nichts geschehen. Sie soll ihrem Manne nur so lange entzogen werden, bis die Schiffsladung glücklich in Sabanillos Händen ist. Bedenke bitte, dass diese Menge Munition für den Kampf in der Heimat entscheidend sein kann.» «Ich tu« so etwas höchst ungern. < Es ist Dr. Martinez anzumerken, dass er die Wahrheit spricht, dass er aber der grösseren Energie Don Paulos bestimmt unterliegen wird. (Fortsetzung folgt.)

15 — DIENSTAG, 21. FEBRUAR 1939 AUTOMOBIL-REVUE Nationale Schnee-Sternfahrt zum Genfer Salon. Samstag, den 4. März. Wir machen alle Automobilsportler, die sich für die Teilnahme an der zweiten Winter-Sternfahrt nach Genf interessieren, darauf aufmerksam, daes Anmeldungen zum einfachen Nenngeld bis Donnerstag, den 23. Februar, 18 Uhr, und solche zum doppelten Nenngeld bis Montag, den 27. Februar, vom Sekretariat der Sektion Genf des ACS, Place des Alpes 1, Genf (Tel. 2.50.16) entgegengenommen werden. Ein Schönheitsfehler. Ein ständiger Mitarbeiter ersucht uns um Aufnahm© folgender Zeilen zuhanden der Organisatoren der Schnee-Sternfahrt: Art. 11 der Ausführungsbestimmungen zum Reglement für die nationale Schnee-Sternfahrt zum Genfer Automobil-Salon sieht vor, dass jeder Konkurrent 7 Tage vor der Veranstaltung eine genaue Fahrttabelle mit Angaben über die Prüfungsstrecke 1 und die innezuhaltenden Durchschnittsgeschwindigkeiten auf den Zuverlässigkeitsetappen Bern - Les Moulins und Aigle - Chambesy erhält. Diese Bestimmung hat in Fahrerkreisen ein Kopfschütteln hervorgerufen, weil sie eine ungleiche Behandlung der Fahrer mit sich bringt, die unbedingt vermieden werden sollte. Es ist schon bei der schweizerischen Zuverläseigkeitsfahrt durch den Jura im Herbst 1937 als wenig zweckdienlich empfunden worden, dass die Prüfungsstrecke im voraus bekannt war, so dass die in der Nähe des Parcours wohnenden Konkurrenten willkommene Gelegenheit hatten, die Strecke mit den vorgeschriebenen Stundenmitteln mehrmals abzufahren und so wacker zu trainieren. Der gleiche Vorwurf ist auch der Winter-Sternfahrt nach Genf 1938 nicht erspart geblieben, woraus die Organisatoren der schweizerischen Zuverlässigkeitsfahrt 1938 die nötige Lehre zogen und die Prüfungsstrecke samt Durchschnittsgeschwindigkpiten den Konkurrenten erst kurz vor dem Start bekanntgaben, eine Neuerung, die sieb, ausserordentlich gut bewahrte, indem sie alle Teilnehmer gleich und damit gerecht behandelte. Die Ausführungsbestimmungen zum Reglement der Genfer Schnee-Sternfahrt 1939 weichen nun leider erneut von diesem Modus ab, womit im vorneherein alle zwischen Bern und Genf wohnenden Fahrer bevorzugt werden. Es wird denn auch in den Tagen vom 25. Februar zum 4. März an eifrig trainierenden Automobilisten auf der Strecke Bern- Zweisimmen-Aigle-Genf nicht fehlen. Die weiter weg wohnhaften Fahrer sind die Benachteiligten und ziehen so mit einem ganz beträchtlichen Handicap ins «Rennen». Noch verfügen die Organisatoren über die Zeit und damit auch über die Möglichkeit, diesen Nachteil weitgehend auszumerzen: Man sehe von der vorherigen Zusendung der Fahrtfabellen ab und übergebe diese den Konkurrenten erst in Bern, sagen wir 15 Minuten vor dem Start, um Fahrern und Mitfahrern Gelegenheit zu geben, sich an Hand der Karte über den genauen Verlauf der Prüfungsstrecke zu orientieren. Voraussetzung wäre allerdings, dass auf der Fahrttabelle auch für jene Punkte die Durchfahrtszeit angegeben wird, an denen die Durchschnittsgeschwindigkeiten nicht ändern, womit vermieden würde, dass sich die ganze Veranstaltung für Pilot und Coequipier unterwegs zu einem Examen ihrer rein rechenkünstlerischen Fähigkeiten und ihrer Chronometer gestaltet. Die geheimen Kontrollen wären dann zwischen diesen, auf der Fahrttabelle angegebenen Durchfahrtspunkten zu installieren, womit, wenn der Teilnehmer Wert darauf legt, keine Strafpunkte aufgebrummt zu bekommen, die Konkurrenz auch wirklich zu dem würde, was ihre Bezeichnung aussagt, nämlich zu einer Zuverlässigkeitsprüfung. Der Sektion Genf kann nur dringend empfohlen werden, dieses berechtigte Verlangen wohlwollend zu prüfen und ihm zu entsprechen. Eine Aenderung der bezüglichen Vorschriften in den Ausführungsbestimmungen ist sehr wohl möglich, nachdem die Organisatoren auf Grund von Art 24 die Kompetenz hiezu besitzen. Turicum. Touristische Zusammenkunft am Genfer Salon. Veranstaltet von den Genfer Sektionen des ACS und TCS. Im Anschluss an das von uns in Nr. 11 der tA.-R.» vom 7. Februar kurz besprochene Reglement aind wir heute in der Lage, die von den Organisatoren ausgearbeitete Bewertungsskala bekanntzugeben. t Die Klassierung wird bekanntlich auf folgende Weise durchgeführt: Die Anzahl der Teilnehmer jader Sektion wird mit der Luftliniendistanz zwi- •chen Genf und dem Sitz der Sektion (Startort) multipliziert, und zwar auf Grund der vom Organi- Mtionskomitee aufgestellten •ach folgender Formel: n X 100 x km IN DER SCHWEIZ Distanztabelle, sowie (• r= Anzahl der Teilnehmer pro Sektion. — km = Luftliniendistanz -in Kilometer zwischen Genf und dem Sitz der Sektion, gemäss der vom OK aufgehellten Distanztabelle. — e = Mitgliederbestand der fttktion am 31. Dezember 1938. — y = Koeffizient ftmass dem vom OK aufgestellten Verzeichnis.) Beispiel: Eine Sektion zählt 2500 Mitglieder. Sie meldet 20 Teilnehmer an — die Distanz beträgt 900 km. Formel: 20 X 100 X 260 . = 208 Punkte X y. 2500 Die BEWERTUNGSSKALA lautet wie folgt: ...für den ACS: Effektiv- Sektion Bestand Sitz km y 31.12.38 Aargatt 830 Aarau 198 4390 Basel 1637 Basel 188 6886 Uri 86 Altdorf 206 1597 Bern 1151 Bern 132 8059 Emmenthal 232 Burgdorf 149 3284 Seeland 620 Biel 137 4881 Graubünden 422 Chur 270 2502 Rangiers 290 Delsberg 161 3763 Freiburg 182 Freiburg 105 4409 Glarus 97 Glarus 242 1578 Thurgau 610 Kreuzungen 281 2994 Mont. Neuchat. 325 Chaux-de-Fds. 115 4825 Waadt 1150 Lausanne 54 1990 Locarno 468 Locarno 205 3466 Luzern 562 Luzern 191 3869 Tessin 528 Lugano 218 3245 Neuenburg 150 Neuenburg 109 3549 Hauenstein 196 Ölten 187 2807 St. Gallen 980 St. Gallen 282 3757 Schaffhausen 199 Schaffhausen 254 2212 Lichtenstein 94 Schaan 280 1399 Schwyz 137 Schwyz 213 1820 Wallis 167 Sitten 95 4493 Solothurn 823 Solothurn 157 3622 Zug 167 Zug 212 2177 Zürich 3548 Zürich 225 8109 Aargau Basel Bern Graubünden Jura Thurgau Freiburg Glarus Jura Neuchät. Waadt Waldstätte Tessin Seeland Neuenburg St. Gallen-App. Schaffhausen Wallis Solothurn Zürich OONNE ELEKTRODE AUS ULTRADIUM — (GESCHOTZD ...für den TCS: 775 Aarau 3003 Basel 3584 Bern 258 Chur 289 Delsberjj 919 Frauenfeld 693 Freiburg 223 Glarus 540 Chaux-«le-Fds. 3494 Lausanne 1478 Luzern 927 Lugano 376 Lyss 977 Neuenburf 2160 St. Gallen 451 Schaffhausen 532 Sitten 908 Solothurn 6766 Zürich 198 4547 188 8595 132 13689 270 2181 161 3740 260 3794 105 7441 242 2085 115 5984 54 34441 191 6649 218 4470 134 4812 109 9072 282 5388 254 2790 95 8163 157 5944 225 11779 Besuchen Sie am IN FRANKREICH Alfa-Corse am Rennen um den Pokal der französischen Sportkommission. Dem Automobil-Club von Frankreich sind die ersten vier Anmeldungen für die Teilnahme am Rennen der Anderthalbliter-Wagen um den Pokal der französischen Sportkommission zugegangen, das am 9. Juli vorgängig dem Grossen Preis in Reims ausgetragen wird. Drei Nennungen stammen von der Rennabteilung von Alfa Romeo und eine weitere vom siamesischen Prinzen «B: Bira>, der einen ERA steuert. Mercedes-Benz startet in Tripolis... mit Anderthalbliter-Rennwagen Erstes Training der neuen Boliden am 14. März in Monza. Der bekannte franz. Fachschriftsteller Charles Faroux meldet dem Pariser «L'AUTO» aus Berlin, dass mit der Teilnahme der Untertürkheimer Werke Mercedes-Benz am Grossen Preis von Tripolis (7. Mai), der dieses Jahr ausschliesslich den Rennwagen mit 1,5 Liter-Motor reserviert bleibt, definitiv gerechnet werden könne. Man habe in der Fabrik sozusagen Tag und Nacht gearbeitet, um auf die kommende Saison hin auch für den Start in dieser Wagenklasse gerüstet zu eein. Die Neukonstruktion sei so gut wie fertiggestellt und werde am 14. März in zwei Exemplaren die ersten Versuchsfahrten in Monza unternehmen. —Wir j*eben diese überraschende Meldung unter allem Vorbehalt wieder, da eine Bestätigung bei Redaktionsschluss noch nicht zu erhalten war. Bei dieser Gelegenheit erfährt man weiter, dass sich die Rennmannschaft der Dreizackmarke auch heuer wieder aus Rudolf Caracciola, Hermann Lang, Manfred von Brauohitsch und Richard Seaman zusammensetzen wird. Die neue Alfetta wird in Tripolis probefahren. Wie die «Gaezetta dello Sport» berichtet, ist es nicht ausgeschlossen, dass Alfa-Corse mit dem neuen 1,5-Liter-ModeIl im nächsten Monat auf der Mellaha-Rundstrecke in Tripolis im Hinblick auf das bevorstehende Rennen für Anderthalbliter- Rennwagen einem längeren Training obliegen wird. Tobruch-TripoHs-Rennen für Sportwagen als MMe-Mieüa-Ersatz. Auf der rund 1500 Kilometer langen, sehr schnellen Strecke Tobruch - Derna - Cirene - Barce - Benghasi - Agedabia - Agheila - Nofilia - Sirte - Buerat - Misurata - Homs - Tripolis wird am 26. März nächsthin als Ersatz für das letztes Jahr an Unfällen reiche Tausendmeilen-Rennen von Brescia eine Veranstaltung stattfinden, an der INTERNATIONALEN AUTOMOBIL-SALON nn GENF vom 3. bis 12. März 1939 STAND 338 wo Ihnen alle wünschenswerten Auskünfte technischer und kaufmännischer Art bereitwilligst erteilt werden IN NORDAFRIKA EINE GROSSARTIGE ERFINDUNG! BESTE Ve Sie DER angen die technische Beschreibung durch PEM, Delemont. allein Sportwagen startberechtigt sind. Die Bonden werden in folgende vier Wertungtgruppen eingeteilt (in Klammer die vorgeschriebene Minimal- Durchichnittsgeschwindigkeit): Klasse I: Bis 750 cem (70 km/St.). Klasse II: 750 bis 1100 cem (80 km/St.). Klasse III; 1100 bis 1500 cem (90 km/St.). Klasse IV; 1500 bis 3000 cem (100 km/St) Dem Sieger jeder Klasse winkt ein Barpreis von 3000 Lire. An der Konkurren« können sich Piloten aller Länder beteiligen. Anmeldungen müssen bis 14. März, 18 Uhr, im Besitze der FJLS.L, Via. Po 14, Rom, sein. Von Rennmannschaften und Ein Appell des ERA-Club um finanzielle Unterstützung. Kürzlich haben wir an dieser Stelle mitgeteilt, dass es dem Geldgeber der English Racing Automobiles Ltd., Humphrey Cook, nicht möglich sein werde, den Bau von Rennwagen und die Aufrechterhaltung des Rennbetriebes über das Jahr 1939 hinaus materiell zu unterstützen, dass somit auf die Weiterführung des Unternehmens, das für Großbritannien zahlreiche und wertvolle Erfolge gezeitigt hat, verzichtet werden müsste, wenn es nicht in letzter Stunde gelinge, einen neuen Finanzmann zu finden. Nunmehr erlässt der ERA- Club einen Aufruf an die automobilsportbegeisterten Engländer und bittet sie, ihren Obolus beizusteuern, damit die offizielle ERA-Mannsohaft auch nächstes Jahr die englischen Farben im internationalen Autosport mit Aussicht auf Erfolg verteidigen könne. Zum Manager des ERA-Faibrik-Teame für