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E_1939_Zeitung_Nr.010

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I»J AUTOMOBIL-REVUE

I»J AUTOMOBIL-REVUE fREITAG, 9. FEBRUAR 1939 — N° 10 Unentbehrliche Neuheit: Lenkkupplung lenkt Auto- und Traktoranhänger, vor- und rückwärts, bringt Fahrsicherheit, Ueberlegenheit u. Zufriedenheit. Prosp. durch Lüthard, Weilerweg 2, Zu verkaufen: Ca. 180 Scheibenräder 20X5", mit Felgen. Ca. 100 Speichenräder *Rudge», Nabe Typ 52, Tiefbettfelgen, f. Pneus 15X50 und 15X60 (Bibendunifelgen). Die Räder werden äusaerst .billig stückweise oder partieweise abgegeben. Anfragen sind zu rieht, unter Chiffre 16701 an die Automobil-Revue, Bern. Florierendes Automobilgesehäft mit prima Vertretung und erstklassiger Werkstatt sucht aktiven oder passiven Teilhaber mit 30—50 Mille, zur Erweiterung des Geschäftes. — Offerten nur von Selbstinteressenten unter Chiffre 8024 an die (10,11 Automobil-Revue, Bern. Kaufe, tausche u. verkaufe stets neuere Occasionswagen in allen Preislagen. Automobile Donracherplatz. Telephon 23.067. Autoabbruch Bern-Zollikofen Hans Zysset, Tel. 47.011 liefert Bestandteile aller Art Motoren, Achsen, Betriebe etc. Ankauf von Altwagen, Luxusand Lastwagen. Unfall vnd verbrannte. Vor der Entdeckung des ücbelgesetzes, vor der Erfindung des Flaschenzugre schien es unmöglich, mit der bescheidenen physischen Krafl des Menschen grusse Gewichte zu lieben. Ist es heute nicht ebenso im Hinblick auf (jrosse geistige Leistungen, weil man oft die energiesparende Methode nicht anwendet? Zum Beispiel: Fremdsprachen. Plagt sich da einer jahrelang nach Irgend einer veralteten Methode, büffelt Vokabeln und zwängt alle grammatikalischen 'Itegelri in seinen Kopf, um schliesslich feststellen zu müssen, dass all das theoretische Wissen für den praktischen Sprachgebrauch unzulänglich ist. Auch hier kommt es auf die richtige, kräflcsparcnde Methode an, und in dieser Hinsieht sind die Selbstunterrichls-Uriefe von Prof. Grand unerreicht. Wer damit eine Fremdsprache erlernt, wie Französisch I^iiü lisch Italienisch Spanisch H. von Rohr, Solothurn

BERN, Freitag, 3. Februar 1939 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 10 Stoassen&dvieck von Änno Dazumal Einem aufmerksamen Leser verdanken wir dieses Gedicht, das unter dem Titel «Biedermeiers Automobil-Hymnus» vor einem Menschenalter den Empfindungen des Autofahrers und seiner Mitmenschen Ausdruck gab. J Förmlich werden uns re Lungen, tief zu atmen da gezwungen und von Sauerstoff durchdrungen^ wie noch nie, und um niemals umzuwerfen, müssen sich die Sinne schärfen und natürlich auch der Nerven Energie! Auch mit Unrecht wird bekrittelt, dass man schrecklich wird geschüttelt — nein! Im Gegenteil vermittelt uns das Aut, das wir Wohlsein ihm verdanken, es verhindert das Erkranken, weil man bei dem sanften Schwanken gut verdaut! Ob die Welt in Hundstagshitze koche, siede, brate, schwitze, ich, auf meinem Autositze habe kühl, gleich dem heitern Maienwinde, weht's ums Antlitz frisch und linde, O dass ich wahrhaft köstlich finde dies Gefühl. — Kurz, ich will nichts weiter sagen, als die Fahrt im Motorwagen schafft unendliches Behagen! Jedermann schaffe, der in seinen Mappen die bewussten braunen Lappen hat, um diesen zu berappen, einen an! Biedermeier mit ei. Erschienen in der < Jugend », Jahrgang 1904. Zeichnung von Julius Diez. Das „Auto-Magazin " fragt Sie: Uebers Auteln hab' bis dato ich geurteilt streng wie Cato, und begreiflich in der Tat, oh! ist dies auch, denn der Staub ist unermesslich und der Anblick oft recht hässlich, der Geruch ist einfach grässlich und der Rauch! Ich versteh's, wenn bei dem Rasen durch die sommerdürren Strassen d'rum das Publikum die Nasen manchmal rümpft, wenn da, aufgeschreckt, ein jedes, das im Staube schleicht per pedes, auf den Protzen im « Mercedes » zornig schimpft. Ja, in früheren Semestern pflegt' ich auch so grob zu lästern, aber seit ich selber gestern drinnen fuhr, hab' erkannt ich im Gemüte, dass ein Fahrzeug erster Güte — das Töff-Töff — es ist die Blüte der Kultur! Erstens ist das Tempo riesig, ob die Strasse glatt, ob kiesig — eben war der Mensch noch hiesig — eins, zwei, drei! — ist in pfeilgeschwindem Sausen er auch schon in Wolfratshausen — eins, zwei, drei! auch wieder draussen und vorbei! Achtzig Kilometer machen in der Stunde, in der schwachen, wir — der Schnellzug wird mit Lachen überholt. Neben uns ist er 'ne Schnecke, kommt er förmlich nicht vom Flecke, wie er auch zu diesem Zwecke keucht und kohlt! Durch die Dörfer geht's mit Klirren, Hühner gackern, Tauben schwirren, Mütter jammern, Kinder irren scharenweis. Radler purzeln, Ross und Reiter, Kühe rennen immer weiter, auf das Dach auf einer Leiter klimmt ein Greis; der Tourist entflieht in Schleune hinter Hecken, hinter Zäune, oder kriecht in eine Scheune, wie verrückt! Dass man ihn nicht massakriere, dann verrammelt er die Türe, bang, dass man ihn überführe und zerstückt 1 Schmerzlich, ob so schauderbarer, aller Ueberlegung barer Torheit schaut der Motorfahrer ihnen zu. Kläglich däucht ihm dies Gewimmer, er ist doch kein Stier, kein schlimmer, und er kann doch bremsen immer auch im Nu! Bremsen mit metallnen Bändern oder an den Funkenspendern, viermal Uebersetzung ändern auf der Stell', regeln des Benzines Leitung und die Gasgemischbereitung — und des Motors Vorwärtsgleitung hemmt sich schnell! Solch ein Aut, ein gut geführtes, gut geschmiertes, konstruiertes, ohne Tadel funktioniert es jederzeit. Nur tags dreimal in der Regel, fährt der Gummireif in Nägel oder Scherben, die ein Flegel hingestreut. Dies erblickt man, dann erschrickt man, und dann flickt man und verpickt man aber auch sofort geschickt man schleunigst ihn. Schlimmer schon ist die Bescherung, streikt das Aut, und die Erklärung lautet: Mangel an Ernährung durch Benzin! Ratlos blickt man in die Runde, jammerlau' entflieht dem Munde, weil man noch so manche Stunde ois zur Stadt, wo in wohlgemess'nen Gaben jener Lebenssaft zu haben, d'ran sich die Mo.tore laben, oft noch hat. Dann vor seinen Vierzylinder spannt man Rösser oder Rinder, zum Gespött der bösen Kinder, voller Scham; nur mit schwerer Ueberwindung fügt man sich in die Verbindung, und man schimpft auf die Erfindung dann infam! Aber schnell zu neuen Flügen geht's mit wachsendem Vergnügen, und man kneipt in vollen Zügen reine Luft, weil den Staub, den wir erregen hinterher auf unsern Wegen, and're einzuatmen pflegen und den Duft «De Hans im Schnaggeloch het alles was er will, Und was er will, das het er nit, Und was er het, das will er nit. De Hans im Schnaggeloch het alles was er will.> So lautet ein Kinderlied, das manchenorts in der Schweiz gesungen wird, ein Kinderlied, das nicht nur auf Kinder zutrifft. Haben nicht auch viele Erwachsene dieselbe Eigenschaft, stets das zu wünschen, was man nicht besitzt, aber vielleicht beim Nachbarn gesehen hat? Es gehört recht eigentlich zur menschlichen Natur, dass man immer wieder unzufrieden mit dem Eigenen, mit dem Erworbenen ist und nach Bereicherung oder Neuerung Ausschau hält. Der Artikel über die Aussteuer hat den Redaktor auf den Gedanken gebracht, einmal bei seinen Leserinnen und Lesern anzuklopfen und sie etwas zu fragen. Er möchte wissen, ob die Wohnungseinrichtung, die sie sich früher einmal angeschafft haben, ihnen noch genügt. Würden Sie, wenn Sie zurück und von vorne beginnen könnten, sich wieder so einrichten, wie Sie es heute haben, oder anders? Der Redaktor hört viel von praktischem und unpraktischem Hausrat, von Stilen und dergleichen. Es wundert ihn, zu wissen, ob es denjenigen, die eine Wohnungseinrichtung besitzen und täglich benützen, wirklich so sehr auf diese Dinge ankommt, und in welchem Mass. Da gibt es alte Möbel und neue, fournierte und massive Möbel, antike und moderne Stile. Sind Sie mit dem, was Sie haben, zufrieden, und wie sieht es aus? Haben Sie beim Einkauf oder bei der Auswahl Ihres Hausrates Fehler begangen, die Sie Ihren jüngeren Mitmenschen ersparen möchten mit einem guten Rat? Wie wünschen Sie sich Ihr Heim? Sie sollten antworten! Die Anschaffung einer Aussteuer ist für einen Hausstand so wichtig, dass es sich lohnt, einmal Ober die Frage nachzudenken. Antworten Sie uns sobald als möglich auf die Fragen: 1. Gefällt Ihnen Ihr Hausrat? Warum? Warum nicht? 2. Was würden Sie anders machen, wenn Sie eine neue Aussteuer kau- * fen könnten? Die Zuschriften sind an die Redaktion des «Auto-Magazin», Hallwag, Bern, erbeten. Wir werden in einer der nächsten Nummern auf das Ergebnis dieser Umfrage zurückzukommen. Dörfe-mer ine cho? Mr wei name luege wie dr verachtet syt!