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E_1939_Zeitung_Nr.014

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 17. FEBRUAR 1939 — N° 14 Auto-Abbruch Dietikon mit Service-Station. Es könnte grössere Anzahlung bis 15 mm Bohrweite. gemacht werden. — Offerten unt. Chiffre 8108 an die Offerten über Ausrüst. 14) Automobil-Revue, Bern. und Preis sind zu richten unter Chiffre Z 6465 an die Automobil-Revue, Bureau Zürich. (14,15 mit Dreiseitenkipper. Bevorzugt: Chevrolet, Ford, International, Bedtord oder Opelblitz. Nur ganz günstige und billige Occasion kommt in Frage, evtl. auch reparaturbedürftiger Wagen. — Aeusserste Offerten mit Detailangaben: Jahrgang, Zustand etc., unter Chiffre Z 6463 an die 8110 (14 Automobil-Revue, Bureau Zürich. auf einige Zeit zu mieten, wegen Revision meines Wagens, ev. späterer Kauf. -„ Offerten unter Chiffre 8114 an die (14,16 Automobil-Revue, Bern. geöucnt Saurer-, Bernaoder FBW.- Rohöl-Zug für 10 Tonnen Nutzlast. Nur absolut gut erhaltener prima Wagen kommt in Frage. — Ausführl. Offerten mit äusserstem Preis unt. Chiffre 8141II an d. Automobil-Revue, Bern. aeöucnt Zukaufen geöucnt Auto bis 7 PS, neueres Modell, Preis bis Fr. 1000.—, gegen Kassa. 8121 14) Postfach 49, Luzern. geduckt mit Dieselmotor (nur gute Occasion). — Offerten an Postfach 325, Luzern. Opel-Olympia etc Durch den Einbau eines VD-Kompressors erhöht sich die Leistungsfähigkeit des Motors um rund 25 Prozent und damit auch das Beschleunigungsvermögen, die Spitzengeschwindigkeit und die Bergfreudigkeit des Wagens. Dabei ist besonders wichtig: Der Brennstoffverbrauch bleibt fast unverändert. Verlangen Sie ausführliche Unterlagen beim Generalvertreter ERNST REBMANN 4 Tel. 2 14 44 *J AARAU zum Reppischhot Tel. 918.618 Zu kaufen geduckt evtl. zu mieten gesucht gut gehende Autoreparaturwerkstätte Zu kaufen geduckt 2 1 /2-Ton nen-Lastwa gen Seriöse Firma sucht 3-T.-Kippwagen oder einen 5 T. Dieselkipper geöuckt Berna- oder Saurer-5/6-t- Lastwagen ohne Kipper. Preisofferten mit genauen Angaben über Baujahr, Modell u. gefahr. FORD Occasion. Zahle bar. 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Zukaufen geöuckt BALILLA Occasion, Jahrgang höchstens 1937. — Off. unter Chiffre 8125 an die (14 Automobil-Revue, Bern. geöucnt KLEIN - AUTO, geschlossen, nicht über 5 PS. In Frage kommt nur günst. Occasion. — Offerten unt. Chiffre P. 10.613 F. an (Bern). Tel. 16. 8117 (14Publicitas, Freiburg. STELLE NlMÄRKT Chauffeur-Mechaniker sucht Stelle in Garage, Wagenpark oder auf Lastwagen^ Suchender ist bewandert im Drehen sowie auf Reparaturen von Benzin- und Dieselmotoren und besitzt roten Führerausweis. Zentralschweiz wird bevorzugt. Offerten unter Chiffre 8128 an die (14 Automobil-Revue, Bern. rCHAUFFEUR-MECHA N IKE R für Lastwagenbetrieb und Werkstatt in Fabrikationsunternehmen gesucht."— Nur qualifizierte Bewerber mit besten Kenntnissen in Betrieb und Unterhalt sowie Selbständigkeit, in der Äusfüh'rüng von Reparaturen an Last- und Personenwagen und -die im Besitze der Fahrausweise sind,, wollen sich melden unter Beilage Von Zeügnisserij, Lebenslauf, Lichtbild und unter Angabe- ihrer Lohnari%>rüche unter Chiffre 8127 bei der Automobil-Revue, Bern. • ; (14 Gesucht auf Frühjahr 39 tüchtiger, absolut zuverlässiger, selbständiger! Chauffeur-Mechaniker Automobil-Revue, Bern. Lehrstelle gesucht Ein der Sekundärschule entlassener Jüngl. sucht Chauffeur für Luxus- u. Lastwagen sucht Stelle. Könnte sof. eintreten. Zeugn. u. tiefer, zu Diensten. —- Schreiben an Chiffre O.F. 6075 B., Orell Füssli - Annoncen, Langenthai. > Lehrstelle gesucht in Automechaniker-Werkstätte für 17jährigen, kräftigen Jüngling mit Antritt Ende April oder Anf. Mai. Offerten an C. Mischler, Bierdepot, Schwarzenburg. 8119 (14,15 •••••••••••• Zukaufen geöucnt gut erhaltenes AUTO bis 16 PS. — An Zahlung müssen Möbel oder Polstermöbel gleich welcher Art genommen werden. Offerten unter Chiffre 8126 an die (14 Automobil-Revue, Bern. Gesucht Lastwagen-Chauf f eu r- Mechaniker auf schweren Berna mit Anhänger, solid und kräftig, muss sich ausweisen können über mindestens 5jährige Praxis auf 5-6-t-Berna oder -Saurer. Anmeldung mit Zeugn., Photo u. Lohnansprüchen. Kost u. Logis beim Meister. Eintritt anfangs März, nach Graub. Offerten unter Chiffre 8149 an die (14,15 Automobil-Revue, Bern. Gesucht selbständiger (14 Auto- und Motorrad- Mechaniker Offerten an A. GRAF, Reiden (Luzern). 8116 Auto- Mechaniker sucht Stelle in Garage oder als Chauffeur in Geschäft Bin solid und an exaktes Arbeiten gewöhnt. Nur Jahresstelle kommt in Frage. ,(14 Offerten sind zu richten unt. Chiffre 8134 an die Automobil-Revue, Bern. AUTOBUS-CHAUFFEUR wird gesucht für postkonzess. Linie. Es mögen sich nur solche bewerben, die Mechanikerlehrzeit, wenn mögL bei Saurer, absolviert, dem Motorwagendienst zugeteilt u. Abstinenten sind, einen tadell. Leumund haben sowie 2 Sprachen sprechen, Engl. bevorzugt. Kaution wird verl. Geboten wird Lebensstellg., Uniform, f. Ledige freie Stat, Pens. u. Hinterbliebenenversich. Antr. Frühjahr,. Offerten nebst Bild u. Zeughissen unter Chiffre 8132 an die (14 Automobil-Revue. Bern. ;\^ lieber ein Dutzend schweize- -.; rischer Anhängerfabrikanten "•--.. baut «Schmutz»-Bremsen ein •^ und stellt damit nicht nur sich selbst, sondern vor allem ihre Kundschaft zufrieden! 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Aber nach meiner Erfahrung übertrifft Quaker* State alle andern Oele, und das wird wohl der Grund sein, warum es in Amerika am. meisten gekauft wird. Probieren Sie es bei nächster Gelegenheit aus! Am besten ist, wenn Sie dieses Inserat ausschneiden und in Ihr Portemonnaie legen, es wird Sie dann laei nächr ster Gelegenheit daran erinnern, ausdrücklich Quaker-State zu verlangen- Qnaker- State ist in der Schweiz erhältlich durch die Oel-Brack A.-G. Aarau. Telephon 2 27 67 Für wirkungsvolle Inserate: Halhrkg-Clichea I

BERN, Freitag, 17. Februar 1939 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 14 Hellseher Von Peter Kilian. Bastler von heute — Erfinder von morgen! AUetAaad Die Radiertaste Eine «Radiertaste» für Schreibmaschinen hat ein Konstrukteur in Hopkins (Minnesota) erfunden. Sie kann nachträglich an jeder Maschine angebracht werden; an Stelle der Type ist ein winziger auswechselbarer Radiergummi angebracht, der an der gewünschten Stelle auf- und abbewegt wird, je nachdem der Schreibende die Taste drückt oder loslässt. Bewegliche Fassungen Eine bewegliche Fassung für elektrische Birnen, ähnlich den bekannten, nach allen Richtungen biegsamen Schreibtischlampen, ermöglicht es, die Birne genau dorthin zu richten, wo die Beleuchtung gewünscht wird. Die neue Fassung ergibt so ohne zusätzliche Apparate ein Maximum an Leuchtkraft. Das geladene Gewehr warnt den Schützen Bekanntlich entstehen unverhältnismässig viele Unfälle durch unvorsichtiges Hantieren mit geladenen, versehentlich ungesicherten Schusswaffen. Eine Waffenfabrik in Minneapolis hat nun eine Vorrichtung konstruiert, dank derer am Hahn eines Jagdgewehres, sobald es in geladenem Zustande schussfertig gemacht wird, eine kleine Glühbirne -aufflammt, die erst erlischt, wenn die Waffe gesichert wird. Das Licht ist derart angebracht, dass es den Jäger keinesfalls beim Zielen behindert. Neue Weckmethoden Nachdem vor kurzem aus Amerika die Meldung von der Erfindung eines Uhrenarmbandes verbreitet wurde, das zu festgesetzter Zeit seinen Träger lautlos dadurch weckt, dass es ihm eine Nadel zart aber energisch ins Handgelenk bohrt, wird nun — natürlich wiederum aus den U.S.A. — von einem zweiten «lautlosen Wecker» berichtet. Photo M-G-M. der noch weniger menschenfreundlich zu sein scheint als dös stechende Armband. Der Wecker besteht aus einem Uhrwerk, an das ein mit feinen Löchern versehener Gummischlauch angeschlossen ist. Der Gummischlauch wird wie ein Kragen um den Hals des Schläfers gelegt; zur bestimmten Stünde lässt das Uhrwerk kaltes Wasser in den Schlauch fliessen Rasierapparat mit Eigenbeleuchtung Das neue Modell eines elektrischen Rasierzeuges Ist mit einer ziemlich starken elektrischen Birne ausgestattet. Sie ist in einem Gehäuse oberhalb des Rasierapparates angebracht und natürlich dergestalt, dass sie während des Rasierens diejenige Partie des Gesichtes beleuchtet, die gerade «dran» ist. Der Handwärmer Für Leute, die leicht an den Händen frieren, ist ein elektrischer Handwärmer zweifellos eine angenehme Neuerung. Ein kleiner Metallzylinder enthält ein Heizelement, das mittels eines Kabels mit einer Trockenbatterie in Verbindung steht, die in einem Opernglasfutteral über der Schulter getragen wird. Stecker mit Saugnäpfen Eine neue Art Steckdose anzubringen vermeidet jede Beschädigung der Wand oder der Gesimse durch Schrauben oder Nägel. Die Stecker sind nämlich an der Rückseite mit zwei Gummi- Saugnapfen versehen, die nur gegen die Wand, aber im Bedarfsfall auch gegen irgendein Möbelstück gedrückt zu werden brauchen, um eisenfest zu sitzen. Zu dem Stecker werden auch mit Saugnäpfen versehene JCrampen geliefert, um das natürlich offenliegende Zuführungskabel an der Wand entlang führen zu können. Eines Abends kamen wir in engem Freundeskreise auf die Wahrsagerei, Hellsehen und ändere noch mehr oder weniger dunkle Wissenschaften zu sprechen. Wir sassen im dämmernden Wohnzimmer eines meiner Freunde, und alle versuchten, der angeregten Unterhaltung ihre mehr oder weniger interessanten und manchmal auch reichlich mysteriösen Erlebnisse zum besten zu geben. Von all diesen Geschichten ist mir diejenige des beleibten und behaglichen Herrn Stoll am besten in Erinnerung geblieben, und ich möchte es mir nun nicht nehmen lassen, sie hier noch einmal zu erzählen. Wie es bei solchen Geschichten zu sein pflegt, räusperte sich Herr Stoll vernehmlich, streifte die Asche von seinem, Stumpen ab und begann folgendermaßen: 111 «Ich war damals noch ein blutjunger Kerl,; und wie es in diesem Alter so geht — nicht selten verliebt. In diesem Falle war es die hübsche Tochter einer sicherlich in ihrer Jugend nicht weniger hübschen Wirtin, die damals noch im «Goldenen Schlüssel» wirtete. Wenn ich meine Angebetete sehen wollte, so war ich selbstverständlich gezwungen, ihr Wirtslokal aufzusuchen. Ich setzte mich deshalb immer in die gleiche Ecke, wo ich sparsam ein Glas Bier trank und auf die Kleine wartete — die übrigens Anna hiess —, um mich, wenn es ihr genehm war, ein wenig mit ihr zu unterhalten und die Liebesangelegenheit in Gang zu bringen versuchte. Eines Tages geschah etwas Ueberraschcndes. Ich hatte wie gewöhnlich an meinem Tisch Platz genommen, als die Wirtin, die mich bis dahin nicht ganz voll genommen hatte, feierlich auf mich zukam und respektvoll sagte: «Guten Abend Herr Stoll, seien Sie willkommen.» Ich grüsste sie ebenfalls, und sie setzte sich mir gegenüber an den Tisch. Ich war ob dieser seltenen Feierlichkeit sehr verwirrt und ahnte nichts Gutes, obwohl ich mir ja nichts zuschulden kommen Hess. Verlegen guckte ich in mein Glas und war vollkommen im Unklaren, was nun folgen sollte. «Herr Stoll», begann sie dann, «seien Sie mir nicht böse, wenn ich Sie belästige. Ich möchte Sie nämlich etwas sehr Wichtiges fragen und Sie bitten, mir einen kleinen Wunsch zu erfüllen.» Sie nahm tief Atem, sah mich dann fast etwas verschämt an, während ich nicht wusste, wo das hinaus wollte und immer verlegener wurde, beugte sich dann näher zu mir hin und fuhr mit leiser Stimme fort, obschon kein Mensch in der Wirtschaft war: «Ich habe nämlich aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass Sie in den Karten lesen können!» Ich war wie vor den Kopf geschlagen, hatte ich doch alles andere, nur nicht dies erwartet. So wie ich mich erinnere, muss ich sie eine ganze Weile ausserordentlich stupid angeblickt haben. Meine Ueberraschung war so gross, dass ich ganz vergass, mein Mitwissen an solchen schwarzen Künsten auf das entschiedenste zu bestreiten, was sie offenbar in ihrer Ansicht bestärkte, dass ich diese zweifelhafte Wissenschaft zu handhaben verstünde. Und als ich mich dann doch endlich so weit erholt hatte und höflich, aber mit Nachdruck sie darauf aufmerksam machen wollte, dass ich so etwas nie getan, geschweige denn je tun würde, fiel sie mir fast heftig ins Wort und sagte; «Bitte, Versuchen Sie nicht auszukneifen, Herr Stoll, ich bin gut orientiert, ich weiss es ganz sicher, dass Sie das Kartenlesen verstehen», und mit einem verführerischen und bittenden Seufzer fügte sie hinzu: «Herr Stoll sagen Sie nicht nein, ich bin Ihnen ernstlich böse, wenn Sie mir diesen kleinen Gefallen nicht erweisen, bitte, sagen Sie mir die Zukunft, ich will Ihnen immer dankbar sein dafür.» Und schon lag ein Kartenspiel vor mir auf dem Tisch. War das Weibsbild verrückt geworden? So etwas von mir zu verlangen, wo ich mich doch allein für ihre Tochter interessierte und für nichts anderes. Ich wehrte mich so gut ich es konnte. Ich beschwor sie, mich mit diesen Künsten zu verschonen, ich sei darin ein blutiger Laie. Sie glaubte mir nicht. Sie schien taub zu sein und beharrte auf ihrer ausgefallenen Idee. Zu allem Unglück öffnete sich auch noch die Tür und Anna erschien. Sie trat auf uns zu, und als sie wusste, um was es sich handelte, stürzten sie sich mit vereinten Kräften auf mich, um mich zur Wahrsagerei zu zwinr gen. Schliesslich Hessen meine Beteuerungen und verzweifelten Abwehrversuche immer mehr nach, und als noch Anna darum zu betteln anfing und mich mit verliebten Augen anhimmelte, konnte ich nicht mehr widerstehen und meine Vorsätze schmolzen dahin wie der Schnee an einer Sonnenhalde. Was konnte ich auch anderes tun! Die beiden glaubten fest an meine Hellseherkünste (wieso und weshalb ist mir heute noch ein Rätsel), und wenn ich ihnen diesen Gefallen nicht erwies, so kalkulierte ich, würde' die schöne und mühsam in Gang gebrachte Liebesgeschichte, die ich mit dem Mädchen im Begriff war anzuzetteln, zerplatzen wie eine Seifenblase, bevor sie überhaupt recht begonnen hatte. Eine Weile sprach ich noch darum herum und betonte unter anderem, dass es unverantwortliche und schlimme Folgen haben könnte. Sie schlugen aber meine Warnungen in den Wind und die Frau Wirtin drückte mir die Karten ohne weiteres in die Hand, während Anna verliebt und angenehm seufzte und mir mit einem entzückenden Augenaufschlag zu verstehen gab, dass sie mir gut sei, wenn ich ihren Wunsch erfülle. Damit waren auch meine letzten Hemmungen beseitigt und ich befand mich auf dem besten Weg, ein kleiner Hochstapler aus Liebe zu werden. Ohne zu bedenken, legte ich die Karten, aus, so wie ich es schon auf den Jahrmärkten als kleiner Junge gesehen hatte. Ich dachte sichtlich und angestrengt nach, erwog und zog die Stirne in Falten; ich stützte das Kinn in drei Finger und machte überhaupt alle Anstalten, wie es sich nun einmal gehört, wenn man in die Zukunft eines Menschen dringen will. Die Situation war mehr als brenzlig. Die beiden Frauenzimmer warteten sichtlich mit klopfenden Herzen auf meine Offenbarungen, und mein Herz klopfte nicht minder. Schliesslich nahm ich allen meinen Mut zusammen und sprach von einem gelben Kuvert, das in Bälde kommen würde und Geld oder zum mindesten Glücksnachrichten berge. Dann erzählte ich ihnen noch einige Kleinigkeiten, deren ich mich nicht mehr entsinne und bekam wunderlicherweise immer mehr Phantasie. Es kam ja jetzt auch nicht mehr so darauf an, was ich erzählte, Humbug war es auf jeden Fall. Ich weissagte zum Beispiel Anna, dass sie verliebt sei und beschrieb ihr den fraglichen Liebhaber. Er sei von mittlerer Grosse (so wie ich), habe hübsches, lockiges und brünettes Haar (wie das meine), und sie nickte, beglückt und ich jauchzte innerlich vor Freude. So schnell hatte ich nicht gehofft, die sichere Gewissheit zu erhalten, dass sie mich Hebte. Und im Uebermut der nun folgte, dachte ich, dass ich auch hoch