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E_1939_Zeitung_Nr.013

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9 AUTOMOBIL-REVUE

9 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 14. FEBHTJAB 1939 — W 13 r ^ U I L L E E T C^ N V. /• kleidsam, plötzlich ist aus den Augen, wie er ja auch von uns über- zu gestaiten. Dass er zu diesem Zweck noch Beide nehmen mit denselben Worten an ¥ beide Dies ist ein voll- Lord * Sie Robertsons halten es für Interesse möglich neu ? » erwacht. plötzlich i Lord wacht wird. Er hat schon recht, wenn er etwas mehr Zelt aIs gewöhnlich in seinen und beide denken dasselbe. Dies ist ein voll- «Allerdings», Robertsons Interesse der Herzog neu markiert erwacht Bedauern. , «Allerdings», der Herzog markiert B vorsichtig ist.» Clubs wird verbringen müssen, fasst er als endeter Gentleman. Dann beim Essen kommt « Trotzdem ! » Don Paulo denkt offenbar wohlverdienten Lohn seiner Pflichterfüllung Mr. Saxtorph endlich zu seiner Frage. dauern, « du einen Charles unterdrückt « In -diesem eine Falle...» leichte Verlegenheit, Lord Roberto c Le- «In diesem Falle... >, Lord Robertson langsam aber logisch. au{ 5 e iner Pflichterfüllung, die ihm mehr «Kennst du zufällig einen gewissen Char- «Deine Idee, auf d'Andrade einen Zwang Freude macht, als er vorher geglaubt hat. fes d'Andrade ?» fragt er beiläufig Lord Robertson. wis, unterdruckt könntest eine du leichte mir vielleicht Verlegenheit, die jetzige «L auszuüben, gefällt mir eigentlich recht gut. Er verspürt geradezu etwas Jagdfieber. W1S Adresse ' konnte deines st du künftigen mir vielleicht Neffen geben die iet7is Wenn man —» Selbst jetzt, in dem durch Schweigen gehei- « d'Andrade ? » fragt der Lord zurück. Adre « Nein, f se deineS mein künftigen lieber Percy, Neffen ich geben kenne ? sie » Während die Parteigänger des Präsiden- Hat er Affäre gehabt ? » * ligten Lesezimmer des Adelsclubs, juckt es « Hat " eine'Affäre eehabt?»" ' nicht. *, Ne »"\. Mr. me i? Saxthorps " eber P^rcy ich kenne S Stimme ' klingt eisig. « Nur eine ganz alltägliche. Er hat sich ten Sabanillos dieses Gespräch führen, langt ihn> der neue„ Passion zu fröhnen: Ein vor- Der alte Herzog lacht so herzlich, dass er mit " Nur meiner efne Nichte ganz Peggy Illfägliche verlobt.» Er hat sich nl^L ' , Mr - Saxthorps Stimme klingt eisi Muriel in ihrem Hotel wieder an. Auf der slchtiger Ru. nd blick überzeugt ihn, dass er mit fast seinen Rotwein verschüttet. Er hat lange «Hm. meiner Es Nichte tut mir Peggy leid. verlobt Ich fürchte, » ich , Der aIte Herzog Iacht 1° herzHch : daSS Terrasse sitzen, durch ein paar Blumenkästen mit L ^ Robertson allein im Raum ist. Der , flm Es tut mir leid Ich fürchte ich kein so amüsantes Dinner erlebt. nicht. > ast seinen Rotwein verschüttet. Er hat lanj Cn gegen Sicht geschützt, der Radscha Nikhil L ^ ist vielleicht der klatschhafteste Mann kenne den Mann » ' kern Mein so amüsantes lieber Robertson Dinner erlebt, », sagt er heiter, und Major Law und spielen Schach. Muriel in ganz Q rO ssbritannien, von ihm kann'man « War " a . das die " Frage, '* die ..„ Sie ~. vorhin „ .. im. bitte « Mehl vergessen lieber Robertson»; Sie nicht, dass sagt wir er nur heite von geht direkt an ihnen vorbei. Der Inder wirft einiges Verständnis für eine Frage voraus- T Lesezimmer * War das stellen fl Frage wollten die ? Sie » erkundigte vorhin im < Möglichkeiten bitte vergessen gesprochen Sie nicht, dass haben, wir ich nur will v, ihr einen gelangweilten und missbilligenden s et zen ^ Lesezimmer sich der Herzog stellen langsam. wollten Beim ?» Essen erkundigte redet Möglichkeiten dem jungen d'Andrade gesprochen durchaus haben, keine ich lasterhaften w Blick zu, Sir Andrew sieht ihr verblüfft nach, € p erc y r , beginnt Mr Saxtorph in lei- Slch er ungern, der erZ aber ? g IanKS er * m hat : Beim inzwischen . E « en redet seine dem jungen Geschäfte d'Andrade nachsagen. durchaus Da keine er sich, laste wie tut infolgedessen einen leichtsinnigen Zug sestem Flüsterton. Er kommt steh selbst " Bouillon * ern ab er hat mzwlschen seine ausgetrunken. ' f " haften wie eben Geschäfte hörten, nachsagen. mit einer gewiss Da er sich, reizenden w öoulllon und verliert bei der Gelegenheit einen Läufer, wagemutig und geradezu umstürzlerisch vor. «Allerdings», ausgetrunKen. erwidert Mr. Saxtorph. wie jungen eben Dame hörten, verlobt mit einer hat, gewiss können reizendi wir hoffentlich « Sie passen nicht auf, mein Lieber ! » Lo rd Robertson sieht von den grossen Blät- «Ich * Allerdmgs», in ziemlicher erwidert Sorge Mr. meiner Saxtorph. Nichte jungen Dame annehmen, verlobt dass hat, er können sich aus wir einem hc mahnt der Radscha milde. tern der Times ungläubig auf Mr. Saxtorph. halber. * bin Sie in hat ziemlicher sich Hals Sorge über meiner Kopf verlobt. Nichte fentlich Schürzen'äger, annehmen, der dass er in er seiner sich aus ersten eine Jugend « Diese Dame eben », murmelt der Major Hat der ihn wirklich angesprochen ? •; halber. Sie hat sich sagen, Hals dass über bisher Kopf niemand verlobt. Schürzen'äger, leider war, der in er einen in seiner Dollarjäger ersten und J befangen, «fanden Sie nicht Hoheit, dass sie «Percy!» haucht Mr Saxtorph noch ein- Ich muss Bräutigam leider sa?en kennt. - > dass bisher niemand gend soliden leider Kaufmann war, in verwandelt einen Dollarjäger hat. > ui den Mistress d'Andrade ähnlich sah?» mal. ' Bräuti^am kennt.» soliden Kaufmann verwandelt hat.» «Das kann ich nicht sagen», lächelt der Jetzt ist sich der Lord klar darüber, dass «Nun,« ich ich kenne ihn», >, erklärt der Herzog « Ich Ich bm bm Ihnen Ihnen zu zu allergrösstem allergrösstem Dank Dank f für Radscha. «Ich habe sie allerdings nur sehr er keiner Gehörshalluzination unterliegt. «nd und geniesst die Sensation, die er hervorruft. Ihre Ihre Auskunft Auskunft verpflichtet, verpflichtet, Sir Sir», », bedan bedankt flüchtig angesehen. Wer zu viel auf fremde « Lewis ? » flüstert er zurück. « Fühlst du «* Vielmehr ich kannte ihn. Er war der un- un-sich sich Mr. Mr. Saxtorph. baxtorph. « Nachdem Nachdem ich ich erst erst einmal ei Damen achtet, verliert leicht die eigene, dich krank?» gezogenste Bengel auf den Inseln. Er ist si- sicher mitschuldig, dass sein armer Onkel so so wohl mal einen einen Anhaltspunkt Anhaltspunkt habe, habe, wird wird es es n mir Gardez, Sir Andrew ! » « Wenn sich einer krank fühlt», erhebt eher wohl gelingen, gelingen, die die Metamorphosen Metamorphosen dies dieses Major Law blickt auf das Brett, schützt sich plötzlich laut eine cholerische Stimme, frühzeitig sterben muss.» dAndrade d'Andrade mit mit einiger einiger Sicherheit Sicherheit zu zu verfc verfolgen. rasch seine Schachdame und dreht den Kopf « dann soll er zum Arzt gehen und nicht hier « O !» macht Mr. Saxtorph betrübt. In In geru * » dann wieder dem Eingang zu, hinter dem Skandal machen! Dies ist ein Lesezimmer, Wirklichkeit fühlt er sich sehr erleichtert. Charles d'Andrade geht mit Muriel durch noch ein Zipfel von Muriels langem Schleier meine Herren, und nicht ein Operationssaal, «Der gute Cecil Roehampton wird nicht die Halle des Carlton Hotel in Paris. Er sieht sichtbar ist. wo man wimmern ;tmd stöhnen kannyj Zu einmal den neunzigsten Geburtstag mehr er- hübsch und vergnügt aus, die Blicke der « Sie war es doch! » behauptet er. meiner Zeit hat man Schmerzen schweigend leben !»» prophezeit der Herzog. « Er liegt Frauen, die ihn prüfend mustern, gleiten wie u Der Radscha wendet seine Aufmerksam- ertragen. Ich verstehe die heutige Jugend sozusagen im Sterben. Dann wird übrigens Wasser an seinem hellen Flauschmantel ab. £ keit plötzlich den Blumenkasten zu. Er hat nicht, aber ich muss sagen, dass ich, sie Charles Lord Roshampton, er ist der Erbe.» Draussen fährt ein Bedienter des Hott Hotels im Umgang mit britischen Gentlemen den missbillige.» : " «Das ist — nun. — dann ist der Junge einen grossen schwarzen Cadillac vor. Sein Wert der Diskretion gelernt und möchte Aus einem grossen Saal hat sich ein : klei- wenigstens aus anständiger Familie ». Mr. Lack glänzt tadellos in der Nachmittags- vermeiden, sein Wissen um die Gefühle Sir ner, weisshaariger Herr erhoben, der'aiht- Saxtorph kann seine Befriedigung nicht ganz sonne. Andrews zu deutlich zu zeigen. zigjährige Herzog von Greentower und'nlickt unterdrücken. Warum nur der Bengel seine (Fortsetzung folgt.) Zu verkaufen OPEL, 6 Zyl., 10 PS, 6-Plätzer, in neuwert. Zustand. OPEL, 6 Zyl., 10 PS, Cabriolet, sehr wenig gefahren, tadellos. OPEL-OLYMPIA, neuestes Modell, 2türig, Sedan. OPEL-KADETT, neuestes Modell, 2türig, Sedan. DKW-Meisferklasse, prima Zustand. Sowie 6 Liefer- und Lastwagen von 800—9000 kg Nutzlast H. Eggenberger, Berneck. Tel. 73.127. Billige Auto-Garagen in Eisenbeton, zerlegbar, ab Fabrik mit Türen, von Fr.800.- an Auf Wunsch bequeme TEILZAHLUNG innert 6 Jahren. Prospekte und Preise fertig montiert. Garage-Bau G. HUNZIKER & Co., INS (Bern) Verlae, Druck und Cliches: HALLWAG A.-G-, Beia. 4 Bücher für Kaufleute: Französisch für Kaufleute Von Georges Vacheresse Englisch für Kaufleute Von Prof. Dr. A. Lätt Spanisch für Kaufleute Von Prof. Dr. A. Steiger Italienisch für Kauileute Von Prof. Dr. M. Alani Jedes werk zerfällt in 5 Haupttelle, wovon der erste in knapper Form die staatliche und wirtschaftliche Einrichtung sowie Handel und Verkehr in den betreffenden Ländern behandelt. Der zweite Teil trägt die Ueberschrift „Handelskorrespondenz und Organisation der Korrespondenzabteilung". Dieses Kapitel ist ein meisterhaftes Abbild der Handelspraxis. 90 Seiten Wörter und Mustersätze bilden den dritten Teil. Dieser Teil bedeudet für den Korrespondenten das nie versiegende Nachschlagewerk, das ihm über alle Klippen hinweghilft. Nicht nur dem Handel, sondern auch dem Bankverkehr ist eingehend Rechnung getragen worden. Der vierte Teil ist betitelt: „Korrespondenz - und Handelskunde". Gegen 200 Musterbriefe, die zum grössten Teil Originalbriefe sind, enthält dieses Kapitel. Die Briefe bestehen aus drei Teilen: Der Inhaltsangabe, dem Brief und den Erläuterungen. Diese am Fusse des Briefes angebrachten Erklärungen machen den Benutzer auf sprachliche und handelsübliche Eigentümlichkeiten aufmerksam. Unsicherheiten im Sprachgebrauch machen einen schlechten Eindruck auf den Empfänger eines Briefes. Aus diesem Grunde legen die Verfasser im Schlusskapitel der Werke ihre Erfahrungen, die sie während ihrer Tätigkeit gemacht haben, nieder. Solche Bücher bedeuten für jeden strebsamen Kaufmann Kapital Verlangen Sie ein Probeheft, das viele Mustersätze aus den genannten Werken enthält. Preis jedes in Ganzleinen gebundenen Bandes Fr. 5.S0 VERLAG HALLWAG • BERN A b t e i l u n g S p r a e b i r c r k « Dodge - Willys Original er Satzteile jetzt in ZÜRICH Niedrige Preise — Prompter Versand S. A. 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„Aotomobil-Revui" — Hr. 13, II. Blatt BERN, Dienstag, 14. Februar 1939 Geschäftliche Vorsicht verlangt: Abschreibungen Ein stupider Unfall hatte Herrn H. völlig unerwartet seinem scheinbar florier renden Garageunternehmen entrissen. Als es darum ging, die finanziellen Verhältnisse zu untersuchen und zu ordnen, mussten die Hinterbliebenen mit Schrecken feststellen, dass die Aktiven nicht einmal ausreichen würden, um die Verbindlichkeiten zu erfüllen: Einrichtungen, Maschinen und Occasionen waren jahrelang mit Summen dui h die Bilanz geschleppt worden, die sich bei der forcierten Liquidation auch unter den günstigsten Umständen nie erzielen Hessen. Es blieb nichts anderes übrig, als die Erbschaft auszuschlagen und sie in Konkurs zu erklären. Herr H. war nicht etwa ein Luftibus gewesen und glaubte auch nie Grund zur Annahme zu haben, dass er mit seiner Familie über die Verhältnisse lebe. Ohne sich als wohlhabend zu betrachten, hatte er sein gutes Auskommen gefunden und war mit seinem Los soweit zufrieden gewesen. Da war das Schicksal mit unerbittlicher Hand in der Form einer sich von selbst lösenden Bremse dazwischen getreten. Der Fall von Herrn H. ist keineswegs vereinzelt. Auch unter jenen Geschäftsinhabern, die noch mit beiden Füssen im Diesseits stehen, gibt es mehr als einen, bei dem die Bilanz in Tat und Wahrheit unter dem Nullpunkt steht, ohne dass er sich dessen gewahr wird. Wo liegt der Fehler? Im Laufe der Jahre haben sie mit ihren verfügbaren Geldern Liegenschaften, Maschinen, Apparate, Werkzeuge usw. angeschafft und dafür jährlich einen bestimmten Satz als Amortisation in Abzug gebracht (sofern dies wirklich geschah) — einen Satz, der in Anbetracht der schlechten Zeiten vielleicht optimistisch niedrig gehalten war. Der befriedigende Ärbeitsgang konnte schliesslich als Vorwand dafür gelten, dass der kaufmännischen Klugheit dadurch Genüge getan sei. Sie verkennen dabei jedoch etwas, das gerade im modernen Betrieb von immer grösserer Bedeutung ist, nämlich, dass nicht nur der durch den eigentlichen Verbrauch herbeigeführte Verschleiss berücksichtigt werden niuss, sondern dass kostspielige Einrichtungen binnen kurzem nur noch Alteisenwert haben können, wenn ihre Bauart und Arbeitsrveise durch die oft rekordhafte Entwicklung des modernen Wirtschaftslebens plötzlich überholt werden. Es kommen neue Wagenmodelle auf den Markt, die nach grundsätzlich andern Prinzipien konstruiert sind, und machen neuartige Service- und Beparaturmethoden, neue Maschinen und neue Werkzeuge notwendig. Als natürliche Folge werden die noch vor kurzem vortrefflich geeigneten Einrichtungen und Apparate innert kurzer Frist um die Hälfte oder vielleicht noch mehr entwertet. Die Versuchung liegt nahe — und der Steuervogt hilft dabei tüchtig mit — einer zweckmässig gehaltenen und gut gepflegten Maschine ihren eingenommenen Platz in d«r Inventur nach Möglichkeit zu belassen und darüber zu vergessen, dass sie aus irgendeinem Grunde aus dem Betrieb herausgerissen werden könnte und dann nur noch für den blossen Materialwert verkäuflich wäre. Diese Möglichkeit besteht in jedem Unternehmen und sollte überall in Betracht gezogen werden. Eine Firma, die gesund sein und bleiben will, muss dafür sorgen, dass sie Anforderungen gewachsen ist, die weit über diejenigen des täglichen Trab- Trab hinausgehen. Ein Unternehmen ist sich dies selbst so gut schuldig wie der einzelne Mensch das Bestreben, den eigenen Körper genügend fit zu bewahren, damit er einer flutartigen Mikrobenwelle jederzeit standzuhalten vermag. D* beisst es, hart gegen sich selbst sein und auch den unangenehmsten Tatsachen offen und unerschrocken ins Gesicht schauen. Man wende nicht etwa ein, eine rosig gefärbte Bilanz hätte solange nichts zu bedeuten, als sie keine Verschwendung der verfügbaren Gelder nach sich zöge. Die Behauptung stimmt nicht. Wer sich durch die Bücher beweisen lässt, dass er seinen Betrieb nach und nach Es hiesse wohl Wasser in den Rhein tragen, wenn man viele Worte darüber verlieren wollte, dass das Verkaufen von neuen Automobilen heute unvergleichlich mehr Arbeit und Anstrengung erfordert als früher und dass,die Ertragsmöglichkeiten nur noch 1 : einen kleinen Teil dessen ausmachen, was noch vor zehn oder fünfzehn Jahren im Automobilhandel als normal und angemessen betrachtet wurde. Bereits zu verschiedenen Malen ist übrigens an dieser Stelle darauf hingewiesen worden, wie diese Schmälerung der Verdienstmarge einen natürlichen Entwicktungsvorgang darstellt, der dadurch bedingt ist, dass jede neue Branche einen Rationalisierungsprozess durchmachen muss, sobald sie zu etwelcher Bedeutung gelangt und dass sich dieser Prozess in mancherlei Richtungen auswirkt. Es handelt sich dabei also keineswegs um eine Krisenerscheinung, wie dies anfangs immer angenommen wird und die später oder früher von selbst verschwinden dürfte, sondern um etwas, das durch die Struktur unseres Wirtschaftslebens unabwendbar bedingt ist. aussaugt, der reisst sich zweifellos eher zusammen und sucht viel nachdrücklicher und aufmerksanier nach Mitteln und Wegen, UM der Schwierigkeiten Herr zu werden. Wenn es auch hie und da hart ankommt, so sollte es sich kein Geschäftsmann versagen, seine Bücher so zu führen, dass auch eine forcierte Liquidation das Vermögenskonto nicht nennenswert zu ändern vermöchte. Er wird die Aktiven möglichst nur mit Solehen Werten einsetzen, die sich auch in einem freihändigen Verkauf jederzeit erzielen lassen, selbst wenn hie und da die Abschreibungen bis auf den Altmetallpreis hinuntergehen. Gestalten sich die Verhältnisse in der Folge besser, so werden die nachher unverhofft freiwerdenden Beträge ohne jegliche Magenstörung zu verdauen sein. Es hat sich im Erwerbsleben immer Hoch gelohnt, gegen unvorhergesehene, dabei aber doch mögliche Eventualitäten gewappnet zu sein. Ein bedeutender Schritt in dieser Bichtung ist ohne Zweifel die Bilanzierung der Einrichtungen und Maschinen auf vorsichtiger und vorausschauender Grundläge. = Verkaufsprobleme Rationalisierung. Diese Rationalisierung wirkt sich im Neuwagenhandel, nebst der Verkleinerung der Gewinnmarge, auch noch in einer andern Weise aus: Dadurch, dass es heute viel schwerer ist als früher, beim Interessenten den Kaufsentschluss auszulösen und seine Unterschrift auf das Vertragsformular zu bringen. Der Weg zum Käufer ist darum nicht nur weniger lohnend, sondern gleichzeitig auch steiniger und länger. Er ist oft mit so vielen Hindernissen gespickt, dass der Verkäufer ihrer aus eigener Kraft nicht mehr Herr zu werden vermag und die Unterstützung seiner Firma benötigt. Wie wichtig diese Feststellung für den Handel ist, zeigt am besten die Praxis, wo jene Verkäufer nur bescheidene Erfolge zu verzeichnen haben, die vollständig auf sich selbst angewiesen sind. Die Domäne des Verkäufers ist der persönliche Kontakt mit der Kundschaft. Mochte dieser für den Verkauf eines Wagens früher genügen, so ist es heutzutage nur noch ausnahmsweise der Fall. Nun sind die guten Verkäufer dünn genug gesät und können eine dem Marktwert ihrer Arbeit gemässe Bezahlung heischen. Die Arbeitsstunden eines Verkäufers müssen darum in die Betriebskalkulation ziemlich hoch eingesetzt werden, weshalb sie viel zu teuer zu stehen kommen, als dass sie auf Dinge verwendet werden dürfen, die eine billigere Arbeitskraft zu erledigen befähigt ist, ganz abgesehen davon, dass ein tüchtiger Verkäufer mit der Kontaktttahme genügend zu tun hat und die Erledigung von Nebenarbeiten automatisch eine Schmäleru-ng, seiner Besuchstätigkeit nach sich ziehen muss. — Wenn ein Verkäufer genötigt I ist, mehr als die Hälfte seiner 8- bis 10-stündigen Arbeitszeit auf nebensächliche Dinge zu verwenden, so ist dies organisatorisch ebenso falsch, wie wenn ein Herren-Massgeschäft seine fertigen Anzüge im Stadtgebiet durch einen Viertönner-Lastwagen ausliefern llfesi^Ejn zu anspruchsvoller Kräfteeinsatz. Kundenkartei. Was für Arbeiten sind gewöhnlich für den Neuwagenverkauf unentbehrlich, trotzdem sie nicht unter den allgemeinen Begriff des persönlichen Kontaktes fallen? Die erste und grundlegende für die Gesamtorganisation ist ohne Zweifel die Anlage und zweckmässige Führung der Kundenkartei, d. h. der Liste derjenigen Firmen und Personen, bei denen ein angemessenes Interesse für einen Neuwagen vorausgesetzt werden, darf. Noch viel zu oft wird in der Praxis kein genügendes Gewicht darauf gelegt, diejenigen Leute systematisch kennen zu lernen, die eventuell als Käufer in Fraare kämen. Noch viel zu viel wird das Ausfindigmachen dieser Adressen dem Zufall überlassen, statt dass es vermittels einem systematischen Durcharbeiten erfolgt. Eine zweckmässige Innenorganisation innerhalb der Vertreterfirma könnte hier manchenorts wahre Wunder wirken. — Warum versucht man nicht, diese Kundenkartei durch einen eigens dazu bestimmten jungen Angestellten fortlaufend nachführen zu lassen, wobei dies — wir brauchen auf diese Selbstverständlichkeit eigentlich gar nicht besonders hinzuweisen — ifi Zusammenarbeit mit dem Verkäufer geschieht ? Vorarbeiten. Rund fünf Sechstel aller Neuwagen-Interessenten sind bereits Automobilbesitzer, was besagen will, dass die Anschaffung als Ersatz für ein altes Fahrzeug erfolgt. Knapp ein Sechstel der Neuwagenverkäufer stellt eigentliches Neuland dar. Warum unterlässt man es vom Büro aus, systematisch alle jene Wagenbesitzer auf schriftlichem Wege zu erreichen, die nach menschlichem Ermessen innert kurzer oder längerer Frist einen der bisherigen Klasse entsprechenden Wagen kaufen dürften ? Warum beauftragt man den betreffenden Angestellten nicht, eine systematische schriftliche Werbung bei 'enen Automobilisten durchzuführen, deren Wagen erfahninesgemäss gerne durch eine der eigenen Marken ersetzt wird ? Warum überlässt man ihm ferner nicht, die Adressen von solchen Leuten ausfindig zu machen, die bis heute noch keinen Wagen besassen, kraft ihrer Stellung; oder ihres Berufes oder ihrer finanziellen Mittel aus einem eigenen Wagen aber doch unbedingt Vorteile zögen ? — Man vergesse dabei auch auf keinen Fall dass der Durchschnittskäufer das Gesicht des Vertreters nicht unbeschränkte Male zu sehen wünscht, weshalb der persönliche Kontakt von allen jenen Dingen entlastet Das ^Beständigste: £utiae% Wechsel Nein, es nützt nun einmal einfach nichts, immer und immer wieder über die Kundschaft und ihre Ansprüche, Zahlurigsweise und allgemeine Einstellung zu jammern und zu klagen. Solange die Verhältnisse die Macht des Entscheides in den Händen der Käufer belassen und solange diese noch nicht unbedingt auf den einzelnen Lieferanten angewiesen sind, ist durch blosses Schimpfen und allgemeine Ermahnungen keine merkliche Besserung zu erzielen. Denken wir doch endlich nicht immer an die «alten guten Zeiten», über deren rosafarbigem Sonnenuntergang wir alles, auch damals ganz bestimmt vorhandenes Ungemach vergessen haben. Das Schicksal geht nun einmal nicht den vor Ueberraschungen gefeiten Weg wie* jene russische Eisenbahn, deren Verlauf ein allgewaltiger Zar auf einer Landkarte vermittelst einer geradlinigen Verbindung zweier Großstädte entschieden hat. Auch unsere Jahre vermögen dem selbständig Erwerbenden noch jene — nicht nur auf dem finanziellen Erfolg beruhende — Befriedigung zu verschaffen, um die man so manchen sogenannten Lebenskiiistler beneidet: Den ewigen Wechsel der Verhältnisse und Umstände als das Beständigste unseres irdischen Daseins zu betrachten und das Beste der Kraft daran zu setzen, sich ihm fortwährend anzupassen. 0 werden muss, die auch auf andere Weise erledigt werden können. Nachbearbeitung. Mit der Vorbereitung des Terrains sind jedoch die Möglichkeiten noch bei weitem nicht erschöpft. Nach dem ersten Kontakt sind unter Umständen verschiedene Dinge noch notwendig, die im'Begriff «individuelle briefliche Nachbearbeitung » zusammengefasst werden können. Sie erweisen sich im Verlaufe der Verkaufsverhandlung oft als unentbehrlich und können die verschiedensten Formen von der Zustellung eines illustrierten Prospektes bis-zur Vereinbarung einer Probefahrt einnehmen. Auch sie sollten soweit möglich durch den Büroangestellten erledigt werden. Nach der Abl'eferung. Sogar mit der Ablieferung des Wagens ist die Unterstützung durch die Firma nicht beendet. -Eine Marke die auf ihren Ruf und ihre Kundschaft hält, wird dafür sorgen, dass der Wagen nicht nur in gutem Zustand übergeben wird, sondern dass er auch nachher die Wünsche des Käufers erfüllt. Es geht dabei nicht nur um den Wagen selbst, sondern ebensosehr um die spätere Zuneigung des Käufers, ein Wohlwollen, das sich in der Anschaffung von zusätzlichen Fahrzeugen durch ihn selbst oder dann als Empfehlung bei andern Interessenten auswirken kann. Auch in dieser Beziehung vermag das Büro sehr nützliche Dienste zu leisten und das Wirken des Verkäufers in vorteilhafter Weise zu ergänzen. • Wir haben es mit Absicht unterlassen, über die aktive Zusammenarbeit zwischen Verkäufer und Vertretung irgendwelche schematische Atigaben zu machen, weil sich auch hier die Details nach den Umständen, des Ortes, der Zeit, der Menschen und der Wagenklasse richten müssen. Am einzelnen liegt es darum, jene Massnahmen zu treffen, die gerade für seinen Fair die aussichtsreichsten darstellen. Eine eingehende Prüfung wird auch die Tatsache zutage fördern, dass bei systematischer Organisation der Verkäufer mit der persönlichen Kontaktnahme immer genügend zu tun hat und die Erledigung der internen Arbeiten nicht einfach dazu führt, den Verkäufer nur noch teilweise zu beschäftigen. :—: