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E_1939_Zeitung_Nr.024

E_1939_Zeitung_Nr.024

BERN, Freitag, 17. März 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 24 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Ausgab« A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. Aastand mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Förderung des Holzgaswagens= Sicherstellung der einheimischen Treibstoffversorgung Sie wird aber durch die vom Bundesrat vorgesehenen Massnahmen nicht erreicht. - Korrektur durch das Parlament tut not. - ' In seiner Antwort auf die kleine Anfrage Nationalrat Stählis, ob die Möglichkeit bestehe, eine grössere Anzahl Motorlastwagen der eidg. Militär- und Postverwaltung auf Holzgasbetrieb' umzustellen, hatte der Bundesrat am 27. Dezember 1938 dargelegt, dass die Unabhängigkeit von ausländischen Betriebsstoffen selbstverständlich aus volksund kriegswirtschaftlichen Ueberlegungen erwünscht sei. Er werde deshalb dieser Frage, die mit der Erhöhung der Zahl kriegstauglicher Lastwagen überhaupt zusammenhänge, seine volle Aufmerksamkeit schenken und beabsichtige, unter Vorbehalt der Zustimmung der eidg. Räte, den Käufern von Holzgaslastwagen besondere Beiträge zukommen zu lassen. Tatsächlich sieht denn auch die bundesrätliche Botschaft vom 24. Februar 1939 betreffend Massnahmen zur sofortigen Vermehrung der armeetauglichen Lastwagen nicht nur eine Steuerrifcjcvergütuing, sondern auch die Gewährung einer während 5 Jahren auszurichtenden besonderen Prämie von jährlich 1500 Fr., mit andern Worten also Massnahmen zur Förderung des Holzgaswagens vor. Die Erwägungen, welche den Bundesrat dabei leiteten, fasst er in der Botschaft wie folgt zusammen: «Im Hinblick auf die Bedürfnisse der Landesverteidigung ist die Frage der Vermehrung von Holzgaswagen von grosser Bedeutung. Die Umstellung des schweizerischen Lastwagenparkes auf Holzgasbetrieb würde nicht nur unsere Unabhängigkeit von der ausländischen Produktion von Fahrzeugen und Ersatzteilen, sondern auch von den Treibstoffen herstellen.» Die Absicht, der Holzgassache neue Impulse zu verleihen, in allen Ehren. Sie verdient als eines der Mittel zur Stärkung unserer Wehrbereitschaft restlose Anerkennung. Allein der Weg, den der Bundesrat vorschlägt, bietet keine ausreichende Garantie dafür, dass jenes Ziel, das er sich gesetzt, auch erreicht -werde. Warum? Weil das Projekt des Bundesbeschlusses, über das in der am nächsten Montag beginnenden Session der Nationalrat zu entscheiden haben -wird, die Subventionen auf fabrikneue Wagen beschränkt, währenddem der Umbau gebrauchter Lastwagen auf Holzgas keiner Beiträge teilhaftig werden soll. Bei der heutigen läge der Dinge jedoch hängt es von den Beschlüssen des Parlaments ab, oh das Holzgas als einheimischer Treibstoff künftighin •weiter bestehen oder ob es verschwinden soll. Bleibt man sich dessen bewusst, das es sich hiebei •weit weniger um eine Frage des Holzabsatzes als vielmehr um ein eminent wichtiges Problem unserer Kriegsvorsorge und Landesverteidigung handelt, •weil der Holzgaslastwagen ohne eine Förderun? von Seiten des Bundes dem Untergang geweiht ist, dann drängt sich die Notwendigkeit einer Korrektur jener Beitragslimitierung auf, welche der Bundesrat ins Auge fasst. Diese Ansicht hat sich im Grundsatz, und zwar sowohl in bezug auf Holzgae- wie auf Diesellast- •wagen, auch innerhalb der nationalrätlichen Kommission durchgesetzt, -wollte doch ein in deren Sehöss gefallener Antrag die Subventionsberechtigung auf gebrauchte Lastwagen ausdehnen. Wenn dieses wohlverstandenen wirtschaftlichen Ueberlegungen entspringende Begehren auch auf den Postulatsweg verwiesen -wurde und Gegenstand einer neuerlichen Prüfung bilden soll, so scheint es trotzdem oder gerade deswegen angebracht, just im gegenwärtigen Moment jene Argumente reden zu lassen, aus denen heraus sich die Erscheint Jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe U«te" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenralnstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern G^chäftssteUe Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 Notwendigkeit der Bewilligung von Bundesbeiträgen auch für den Umbau gebrauchter Lastwagen auf Holzgas ergibt. Die Gründe, welche sich zugunsten einer solchen Massnahme ins Feld führen lassen, finden sich niedergelegt im Bericht einer Expertenkommission,." der jedoch erst nach der Ausarbeitung der bundesrätlichen Botschaft und erst nach der Sitzung der parlamentarischen Kommissionen erschien, womit sowohl dort wie hier die zur Beurteilung dieser Frage erforderlichen Unterlagen fehlten. Aus der Tatsache jedoch, dass der Expertenbericht dem ganzen Problemkomplex neue Lichter aufsteckt, erwächst den Eidg. Räten die Pflicht, das Nötige vorzukehren, damit die guten Absichten des Bundesrates hinsichtlich der Verwendung von Holz als Treibstoff nicht durch den Bundesbeschluss selbst illusorisch gemacht „werden. Für den Fall internationaler Konflikte steht mit Sicherheit eine gewaltige Verteuerung der Treibstoffe zu erwarten, wenn deren Einfuhr nicht überhaupt gänzlich unterbunden wird. Gegen eine derartige Eventualität vorzusorgen, ist aber selbstverständliches Gebot und heisst nichts anderes als schon in Friedenszeiten all das sicherzustellen, wessen unser Land bedarf, um gegebenenfalls die nicht mehr erhältlichen Importtreibstoffe in grossem Mass durch Holz ersetzen zu können. Zur Erfüllung dieser wehrpolitisch unerlässlichen Aufgabe würde nach den Untersuchungen der genannten Expertenkommission ein minimaler Friedensbestand von 600 Holzgaswagen ausreichen. Das wiederum bedeutet, dass der heute vorhandene Park, sofern man auf die Gültigkeitsdauer des Bundesbeschlusses abstellt, binnen 5 Jahren um 500 Einheiten, somit pro Jahr um deren 100 vermehrt werden müsste. Erfährt die heute noch in Gestalt des Entwurfs vorliegende Formulierung von Art. 1 besagten Beschlusses gekennzeichnet dadurch, dass er das Recht zur Beanspruchung der Bundesbeiträge auf fabrikneue Wagen beschränkt — keine Aenderung, dann könnte man die für Holzgaswagen in Aussicht genommenen Erleichterungen ebensogut gänzlich fallen lassen, weil sie, derart beschnitten, ihren Zweck ohnehin verfehlen. Fachleute haben nämlich berechnet — und die Experten teilen deren Ansicht — dass bei einem derartigen Subventionsmodus keine Hoffnung auf eine nennenswerte Entwicklung des Holzgasbetriebes vorhanden ist. Anders ausgedrückt: Die gesamte Holzgassache, woran die Armee, nach der Botschaft des Bundesrates zu schliessen, ein so grosses Interesse besitzt, wäre dazu verurteilt, auf den Aussterbeetat zu gelangen. Schliesst man dagegen a r m e e - taugliche, gebrauchte Wagen mit in den Kreis der Beitragsberechtigten ein, lässt man also auch ihnen eine Förderung von Bundes we?en angedeihen, dann ändert sich das Bild: Das Holzgas träte nicht mehr mit dem Schweröl, sondern mit dem im Betrieb teureren Benzin in Wettbewerb. Und damit wäre der Boden geebnet, um jenen Bestand an Holzgaewagen sicherzustellen, der zur Ver- Weltproduktiqn und -bestand an Automobilen 7938 In ihrer eben erschienenen statistischen Sondernummer beleuchtet die amerikanische Zeitschrift « Automotive Industries » anhand eines umfassenden Zahlenmaterials wiederum den Stand der Automobilproduktion und des Motorfahrzeugbestandes in den USA sowohl wie in der ganzen Welt. Unter den Auswirkungen des starken Rückschlags, den die amerikanische Automobil^ erzeugung im vergangenen Jahr erlitt, ist deren Gesamtproduktion von 5.016.437 auf 2.655.777 Einheiten gesunken. Umgekehrt haben die übrigen Länder ihre Gesamterzeugung gleichzeitig von 1.336.377 auf 1.340.977 Stück erhöht. Für die ganze Welt ergibt sich daraus für 1938 eine Produktionsziffer von 3.996.754, gegen 6.352.814 im Jahr 1937. Eine Gruppierung der Erdteile nach deren Automobilbeständen liefert für die Jahre 1937 und 1938 folgendes Bild: Afrika Amerika (ohne U.S.A.) Asien Europa Ozeanien U.S.A. Personen- Last- Land; Autos wagen wagen Bus Albanien 970 404 442 124 Azoren 888 744 44 100 Belgien 226.907 148 221 76 226 2.460 Bukarien 4.400 2.700 1.700 — Tschecho-Slow. 64.981 47.974 15.246 1.761 Ranzig 3.555 2.650 850 55 Dänemark 150778 108.201 42.577 ? Estland 6.360 3.220 2.850 290 Färöer-Inseln 110 27 58 25 Frankreich 2.250.000 1750.000 500.000 ? Finnland 1.707.496 1.305.608 381.096 20.792 Deutschland 1.155 925 190 40 Gibraltar 47 737 26.850 17.875 3.012 England 2.542.294 1.916.226 538.532 87.536 Griechenland 13.800 6.500 5.100 2.200 Holland 153.750 97.000 56.750 ? Ungarn 22.050 17.250 4.800 ? Island 1870 800 1.070 ? Irland 63.000 51.500 11.500 ? Italien 399.375 303.600 85.875 9.900 Lettland 6.850 3.500 3.000 350 Litauen 2 730 1.790 570 370 Malta 5.259 3.800 833 626 Monaco 1850 1.450 400 ? Nordinand 48.134 37.224 9.440 1.470 Norwegen 89.653 54.183 31.980 3.490 Polen 41.948 29.766 10.144 2.038 Portugal 48.330 35.400 11.280 1.650 Rumänien 27 750 20.500 7.250 ? Spanien 125 000 ? ? ? Schweden 215.000 152.000 57.950 5.050 Schweiz 94.850 72.500 20.650 1.700 USSR (Russl.) 677.997 85.387 592.610 ? Jugoslawien 18.648 13.386 4.353 909 Total 1938 9.065.475 6.30L286 2.493.241 145.948 10.- Total 1937 619.867 2.105.190 666.719 8.455.577 1.052.511 12899.864 29.649.270 Land Vereinigte Staaten Kanada Total Oesterreich Belgien Tschecho-Slowakei Dänemark Frankreich Deutschland Ungarn Italien Japan Polen Russland Spanien Schweden Schweiz Grossbritannien und Irland Weltproduktion Total 1938 655.755 2.214.318 666.550 9.065.475 1.128.637 13.730.735 29.211.652 Weibestand 42.549.134 42.942.387 Die Autobestände der europäischen Staaten. Was die einzelnen europäischen Staaten anbetrifft, so wurden für deren Automobilbestände im Jahr 1938 folgende Mit Deutschland seit dem Anschlues. Zahlen ermittelt, die allerdings teilweise nur als approximative Werte gelten können : Beim Umbau gebrauchter Fahrzeuge auf Holzgasbetrieb nämlich scheidet eine Rückerstattung der Verkehrssteuern zum vornherein aus. Der Bund käme also dabei wesentlich billiger weg als bei der jetzt einzig in Aussicht genommenen Beitragsleistung für neue Holzgaswagen. Und selbst wenn der Bundesrat in seiner Kalkulation des Kreditbedarfes nicht mit einem jährlichen Zuwachs von hundert Holzgaswagen rechnete, wird er keine wesentlich höhern Ausgaben zu gewärtigen haben. Die Mehraufwendungen für den Umbau gebrauchter Fahrzeuge würden durch eine gegenüber der bundesrätlichen Annahme geringere Inbetriebsetzung neuer Wagen kompensiert. Und nun? Die nationalrätliche Kommission hat, wie eingangs bemerkt, den im Laufe ihrer Bera- Total 1937 (revidiert): 8.455.577 5 844.596* 2.337.643* * Nicht vollständig für alle Länder. 1930 3,555,986 154,192 3,510,178 3,200 4,700 16,840 230 230,700 70,044 841 42,685 371 288 7,972 450 2,400 1,000 234,571 616,292 4,126,470 1931 2,389,738 86,261 2,472,359 4,100 3,200 16,980 193 196,860 77,225 237 29,280 531 200 20,500 250 2,444 1,070 233,219 576,289 3,048,648 1932 1,370,678 60,816 1,431,494 2,364 2,225 13,580 148 170,955 50,417 121 29300 675 175 26,849 435 2,995 996 244,434 545,469 1,976,963 1933 1,920,057 65,852 1,985,909 , 1,575 "1,400 10,000 140 191,929 105,832 143 42,000 1,808 780 49,675 375 2,975 480 280,526 689,638 2,675,547 INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 np> Grftssere Inserate nach Spezialtarif Inseratensehluss 4 Tage vor Erseheinen der Nummer 148.338 * Die Weltproduktion an Motorfahrzeugen 1930—1938. 1934 2,753,111 116,852 2,869,963 1,355 740 10,000 182 201,644 173,014 222 43,41ß 2,845 800 72,466 830 3,122 436 347,856 858,928 3,728,891 In dieser Nummer s Nach der Streichung des Kredites für die Kistenstrasse. Güterstrasse über den Pragel. Franz. Rennen bis auf weiteres ohne ital. Beteiligung. Ein registrierender Geschwindigkeitsmesser. . Der Genfer Salon 1939 — ein Erfolg! Beilage: wirklichung der bundesrätlichen Pläne auf diesem Gebiet erforderlich ist. «Angesichts der gegenwärtig in der Schweiz vorherrschenden Tendenz im Bau von Lastwagen einerseits und mit fl-'^ksicht auf gewisse Interessen der kriegswirtschaftlichen Vorsorge und der Lagerhaltung von flüssigen und festen Brennstoffen anderseits ist beabsichtigt, die- Beitragsleistungen grundsätzlich nur für Diesel- und Holzgaslastwagen zu gewähren; in der Tragkraftklasse 1,5—2,4 Tonnen kommen dazu bis auf weiteres auch hoch - Benzin-, lastwagen in Betracht», lässt sich die mehrfach zitierte Botschaft vernehmen. Aus den gleichen Beweggründen, die zum grundsätzlichen Ausschluss des Benzinwagens von der Förderungsaktion des Bundes geführt haben, sollte aber der landeseigene Treibstoff Holz in erster Linie als Ersatz für das Benzin herangezogen werden. Jeder Holzwagen, der, statt ein Dieselfahrzeug zu ersetzen, an die Stelle des Benzinwagens tritt, bringt uns auf den Weg nach Unabhängigkeit der Treibstoffversorgung einen doppelten Schritt weiter. Berücksichtigt man überdies noch, dass wir heute über rund 3000 Dieselfahrzeuge gegen etwa 16 000 Benzinwagen verfügen und dass sich gerade schwere Benzinlastwagen oft besonders gut für den Umbau auf Holzgas eignen, so erscheint es auch unter diesem Gesichtswinkel als wünschbar, die Beitragsgebühren auf den Umbau von gebrauchten Benzinwagen zu erstrecken, wobei, um Missbräuchen zu steuern, die Vollzugsvorschriften die Bedingungen für den Zustand des Fahrzeuges festzulegen hätten. Bedenken der Art, dass die Einbeziehung nicht fabrikneuer, für die Umstellung auf Holzgas bestimmter Wagen in die Subventionsberechtigung etwa die vorgesehenen Kredite zu stark belasten und damit der Förderung des Dieselwagens abträglich sein könnte, entbehren der Begründung. 1935 3,946.934 172,877 4,119,811 2,509 753 9,978 148 179,270 242,934 111 45,208 6,800 788 97,000 591 3,404 460 416,915 1,006 869 5,126,680 1936 4,454,115 162,159 4,616,274 5,275 534 12,141 250 201,737 29.7,512 465 43,600 9,632 2,400 138,400 4,451 296 466,335 1,183,028 5,799,302 1937 4,808,974 207,463 5,016,437 6,043 2,383 13,813 250 201,934 331,894 615 66,000 14,430 2,200 199,123 6,626 700 490,366 1,336,377 6,352,814 193S 2,489,635 166,142 2,655,777 2,700 13,000 250 220,343 328,000 500 70,388 30,000 7,600 215,000 8,335 3,820 447,561 1,347,497 4,003,274