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E_1939_Zeitung_Nr.024

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« Automobil-Revue —

« Automobil-Revue — N° 24 DER MANN Ich weiss nicht, ob es in allen Teilen unseres Landes so ist, aber auf jeden Fall herrscht dieser ehrwürdige Brauch in vielen Kantonen: Wenn ein glücklicher, sorgloser Junggeselle daran denkt, seinen Zivilstand zu verändern und an Seite eines ebenso glücklichen Frauchens in den Ehehafen zu schiffen, so ist es denn auch bereits mit seiner Sorglosigkeit geschehen. Nicht etwa, dass das Frauchen schon anfängt, mit dem Pantöffelchen zu liebäugeln, nein) vorerst schweben beide noch im siebenten Himmel, aber die Mühen, die den jungen Bräutigam belasten, die seine Stirn faltig und seine Augen umschattet machen, heissen: «Der Mann kauft die Küchel» Woher eigentlich dies folgenschwere Gebot kommt, ist sicher jedermann' unklar. Wieso um alles in der Welt muss sich gerade der Mann, der ja vom Kochen meist gar nichts versteht, mit Küchenartikeln herumplagen, während die Frau in aller Ruhe Rauchtisch, Diplomat und Bücherschrank auswählt? Aber der Brauch besteht, und jeder muss sich fügen. Es gibt nun für den jungen Ehemann verschiedene Wege, die schwierige Aufgabe zu lösen. Der einfachste besteht natürlich darin, das Geld der Braut, respektive deren Mutter zu übergeben und so alles diesen kundigen Händen zu überlassen. Oder aber, er hat selber eine Mutter, der es grosse Freude bereitet, in Häushaltartikeln" herumzuwühlen, so dass sie ihm die Arbeit sehr gern abnimmt. Wenn aber der Heiratslustige aus verschiedenen Gründen diese Wege nicht einschlagen kann oder will, so — nun, so fängt eben der schon erwähnte siebente Himmel an, sich mit dunkeln Wolken zu verdüstern. Der Leidensweg beginnt damit, dass der junge Mann zu einem Bekannten ganz harmlos äussert, er habe im Sinn, sich eine Küchenaussteuer anzuschaffen. Der Bekannte gibt diese Aeusserung ebenso harmlos weiter, und nun folgen Tage auf Tage, an denen der Briefkasten des jungen Mannes bis oben hinaus mit weissen, roten, blauen und karierten Prospekten angefüllt ist, die alle nur die eine Absicht verkünden, nämlich dem jungen Mann die Sorgen abzunehmen. Anfangs nimmt er sich noch die Mühe, alle gründlich durchzulesen. Er schaut die Preislisten an, er begutachtet Aussteuern zu 127, 187, 217, 257 und noch mehr Franken, er bewundert die Skizzen der technischen Neuheiten, und wenn ihm endlich der Kopf schwirrt, zerreist er den farbigen Segen und begibt sich stante pede ins nächste Haushaltgeschäft. Dort will er zunächst seine erworbenen Kenntnisse verwerten und verlangt als erstes eine moderne Zitronenpresse, wie sie der letzte Prospekt empfahl. Hat sie seinen Untersuchungen standgehalten, fordert er ein Sieb. Das ist ihm immens wichtig, zu lange musste immer Kaffee mit Haut trinken. Wie sich dann noch eine Teekanne, ein Caldor (er Kunstgewerbliche Möbel • Innendekorationen August Gysi AG., Bern, Ämthausgasse 3 Telephon 2 32 61 KAUFT DIE KÜCHE bezeichnet ihn als ein «Ding mit so etwas drauf»), ein Ovomaltine-Schüttelbecher und ein sogenanntes « Passe-vite» für Kartoffelstock vor ihm aufzutürmen, ist er mit seinem Latein zu Ende. Hilflos steht er da, bis ihm die Idee kommt, dass es zum Kochen Kochtöpfe braucht. Welcher Art und wieviel, will das Fräulein wissen. «Halt was es so für eine Küche braucht», sagt er, und jetzt, erst jetzt merkt das Fräulein, dass er ein Aussteuerkandidat ist. Von nun an, könnte man meinen, der dornenvolle Pfad unseres jungen Mannes habe sich gelichtet. Er ist in guten Händen, das Haushaltungsgeschäft stellt ihm alles zusammen, man erklärt, was er haben muss, er schaut es sich an und der Handel ist abgeschlossen. Frohgemut berichtet er abends seiner Braut vom Werke des Tages und erwartet selbstbewusst ihr Lob. Sie aber, misstrauisch wie alle Frauen, forscht in die Tiefe: «Wieviel Kochtöpfe hast du bestellt?» «Vierzehn.» «Vierzehn, wieso vierzehn, das ist ja viel zu viel!» «Nein, das Fräulein hat gesagt, soviel brauchen wir: 2 Gussbräter, 1 Suppentopf, 3 Eier-, 2 Omelette- und 2 Saucenpfannen. Dazu kommen noch 4 verschiedene Aluminiumtöpfe,» Eifrig fügt er hinzu: «Es ist alles tip-top, jede Pfanne hat einen Bakelitgriff, so dass du deine Finger nie verbrennen wirst.» — Die Braut sagt nichts, -sie ist erschlagen* Nur nach einer Weile fragt sie zaghaft: «Wieso hast du eigentlich immer gerade 2 Pfannen bestellt?» «Nun, heute sind wir zu zweit und brauchen selbstverständlich kleine Quantitäten. Später aber werden wir froh sein, wenn wir die grossen Töpfe auch schon haben.» Und er lächelt verschämt, und ist doch zugleich unendlich stolz auf seine vorsorgliche Umsicht. Damit wäre nun die Geschichte von den Sorgen des jungen Mannes zu Ende, denn die kleine Fortsetzung wird man kaum noch dazu rechnen müssen. Sie besteht darin, dass sich am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe im Haushaltungsgeschäft eine junge Braut einfand, die den Bestellzettel des Bräutigams verlangte. Sorgfältig schaute sie ihn durch und reduzierte dann kurzerhand 14 Kochtöpfe auf 8, ersetzte 4 verschiedene Gemüse- und Bircherhobel durch einen «Universal», bestellte einen teuren Putzschrank ab und ersetzte ihn durch eine moderne Express-Kaffeemaschine, strich ein Eiergestell und eine Suppengemüsekapsel und merkte statt 3 Siebe eines vor. Noch einige weitere, dem Geldbeutel angemessene Aenderungen brachte sie an, und damit ist die Geschichte wirklich zu Ende. Zu sagen ist nur noch, dass die junge Frau heute ausgezeichnet kocht, und dass der Mann mit der blitzsaubern, selbstgekauften Küche restlos, zufrieden ist Irene Gasser-Nussberger. Ein älterer Pädagoge erhielt eines Tqges den Besuch einer Dame von ungefähr 30 Jahren, die ihm ihren sechsjährigen Knaben vorführte, der, wie sie behauptete, manchmal Zeichen von nervösen Störungen zeigte. Bis jetzt, meinte sie, hätte sich nichts Abnormales bei ihm gezeigt; sie war aber doch beunruhigt, da das Kind schon manche nervöse «Ticks» hatte, die sie selber Ihm nicht abgewöhnen könnte. Der Pädagoge betrachtete sehr aufmerksam die 'Mutter und das Kind, dann sprach er im Laufe von zirka fünf Minuten über verschiedene nervöse Erkrankungen und deren Ursachen. Dann führte er den Knaben in ein Nebenzimmer, Hess ihn an einen Tisch sich setzen und gab ihm ein schönes Album mit Interessanten Bildern anzuschauen. Dann kehrte er zur Mutter zurück und sagte: Madame,, ich brauche gar keine Erklärungen von Ihnen zu verlangen über die Ursachen, die das Nervensystem Ihres Knaben gestört haben? er scheint ein gesundes und sogar starkes Kind zu sein; nach meiner innersten Ueberzeugung sind Sie ganz allein die Ursache seines Uebels... Ich bin überzeugt, dass Sie Ihr Kind sehr lieben. Ich möchte Sie- aber bitten, sich dieses Blatt Papier anzuschauen, das ich auf meinem Schreibtische bei der Hand hatte, während ich mit Ihnen sprach, und zählen Sie bitte die Zahl der kleinen Striche, die sich darauf befinden: eins, zwei, drei... bis fünfzehn. Ganz recht, Madame, fünfzehn, nicht einen einzigen Strich weniger. Das ist die Zahl der Ermahnungen, die Sie diesem unglücklichen Kinde gemacht haben, während der fünf Minuten, wo ich mit Ihnen sprach. Sie sagten ihm: tDeine Hand!... Deine Beine!... Rühr 1 doch das nicht an!... Deinen Hut!... Beweg" dich doch nicht immerwährend!... Deine Finger!... Das macht schon sechs... —' Dann haben Sie fünfmal Ihre Hand ihm auf den Arm gelegt oder auf sein Knie — dann sind es schon elfmal; viermal haben Sie seinen Fuss mit dem Ihrigen gestossen — das macht im ganzen fünfzehn, nicht wahr? Und Sie waren doch begierig, aufzupassen auf das, was Ich Ihnen sagte! Ihre Aufmerksamkeit war doch nicht einzig und allein auf das Tun und Lassen Ihres Kindes gerichtet. Wie geht es woh! zu, wenn Sie allein mit ihm sind? Das wird wohl ein Lauffeuer sein von Bemerkungen, Ermahnungen, Bitten, Ausrufen, Drohungen... (Nach dem Französischen von R. B.J Merkwürdige Drillingsgeschichten In der spanischen Ortschaft Bajo ereignete sich ein überaus seltener Fall von Drillingsgeburt. Eine Bäuerin brachte unter anscheinend normalen Umständen ein gesundes Kind zur Welt. Nach drei Tagen setzten jedoch ganz unerwarteterweise neue Wehen ein, und die Frau gebar innerhalb weniger Stunden zwei weitere gesunde Kinder. Man erinnert sich bei dieser Gelegenheit an eine andere etwas anders gelagerte Geschichte, die sich vor nicht allzu langer Zeit in der Nähe von Lund bei Schweden ereignete. Dort fuhr eine vor der Entbindung stehende Farmersfrau, begleitet von einer Krankenschwester, in die Stadt in die Klinik. Der Storch hatte es aber zu eilig, überholte das Inserieren bringt Gewinn A.C.S. T. C. S. Ein Kleinod für Buhe- und Erholungssuchende bleibt immer noch die Pension Magnolia in Locarno Pensionspreis ab Fr. 8.—. - Prospekte, Garage. Telephon 285. perhard & Ghisla. Neuerschlossenes Skiparadies, sonnig und schneesich 3 vom November bis Mal. Altbewährte Gastlichkeit im Hotel Reinhard ». te«. Pmsnekt verlangen! Tel. 8.81.43. Kinder — und ein neuer Regenschirm Dieser Fall steht nicht vereinzelt dt... Melchseefriitt Zentralschweiz, 1920 m 0. M. Auto Gsfahr für • ulenz als Oegengavichr ftftBnscßendcn »* Zudosc meiden. 4/emesetas die neuen Kristall-Saccharin- Tabletten, süssen durchaus rein und setzen kein Fett an. Garantiart unschädlich. Erhältl. In Apoth. und Drog. zu Fr. 1.25 per Dose mit 500 Tabl. A.-O. «Hermai», Zürich 2 SCHWIIZERFAIRIKAT Auto, in dem die Frauen sassen und brachte nacheinander — drei Kinder. Da der Wagen im Bestreben, die Patientin so rasch wie möglich in die Klinik zu bringen, ohne Aufenthalt weiterfuhr, werden die Drillinge dereinst in ihren Pässen verschiedene Dörfer als ihre Geburtsorte stehen haben: das erste Kind kam in Skoennbaeck zur Welt, das zweite in Genat und das dritte in Dalby. Ist bei diesen Kindern der Geburtsort verschieden, so leben in der Ortschaft Hainichen im Kreise Limburg drei Schwestern, die zwar am gleichen Tag Geburtstag feiern können, aber trotzdem nicht Drillinge sind, weil sie nämlich in verschiedenen Jahren geboren sind. Es sind die drei Töchter der Familie Ochs, die am 22. September ihren 69. bzw. 60. bzw. 54. Geburtstag feiern konnten. Der versteigerte Säugling In der Bahnhofhalle einer kleinen Bahnstation In der Nähe von Kairo wurde ein kleines Bünde! gefunden, aus dem komische Töne erschollen. Die Beamten fanden zu ihrem Erstaunen ein Baby, das mörderisch schrie. Da die Mutter des Babys nicht gefunden werden konnte, beschloss der Bahnhofsvorstand, das Kind einem Institut zu über« geben. Niemand wollte jedoch das Kind übernehmen. Da flog dem Beamten die bekannte Dienstvorschrift durch den Kopf, wonach herrenloses Gut einfach zu versteigern sei. Bei einer sofort angesetzten Versteigerung, der eine zahlreiche Menschenmenge beiwohnte, zahlte ein Gutsbesitzer das nette Sümmchen von 3000 Pfund und zog strahlend mit dem erstandenen cweissen Säugling» nach Hause. Der Hut als Regenschirm Für die Tropen bringt eine englische Firma feinen Hut auf den Markt, der zugleich als Schirm zu verwenden ist. Der Hut hat einen Ueberzug aus Papier oder dünnem Seidenstoff, der durch ein Gummiband gehalten wird und dessen Falten, mit kleinen Messingstäben aufgeschlagen, über den Rand des Hutes hinaus verbreitert werden können. Ist der Ueberzug in schwerem Regen nass geworden, so kann man ihn leicht vom Hut lösen und ihn in die Tasche stecken. IMMI Kommende Ereignisse I (Aenderungen vorbehalten.) 18./19. M&rz: X.Aroser Frühlfags-Sklrennen (Abfahrt- Slalom). Basal: 18.-28. März: Basier Mustermesse. Bezni 22. März: Kursaal: Aufführung des Bern. Hahnatedrats* theaters: «D'Ufrichti», beradeutsche» Schaupia' von Karl Grunder. Darosl 19.März: Fischa-Kennen. 24.-26.März: ü.Davoser 3-Tage-Rennen auf SU. Grindelwaldi IS. März: Klubtour des S. C. Grindelwald, QsmMT- Zasenberg-Grindelwald. 20.-26. März: E. Grindelwaldner Fruhlings-Sldtonrentroch*. Gstu4: 19. März: Skichllbl auf dem Homberg. Klosters: 21. März: Semeuser Chili. Cup und CoirigUa Chall Cup, Abfahrtsrennen Marden Club. Lenurhaide: 22. März: Ballonjagd auf Skiern. Mexgiu: 19. März: Skirennen, komb. Abfahrt und Slalom. Murren! 18./19. März: Kandahar-Skirennen. Unterwasser) 19. März: Käserruck-Abfahrtsrennen. Zarmatt: März-23. April: Hochalpine Skitouren des Monte-Rosa- Sld-Clubs. Zürich! 19. März: Zürcher Kantonaler Waldlauf. 21. März: Konzert des Neuen Ungarischen Streichquartett» (Konservatorium). Grossem Interesse begegnet fortwährend unsere neue Fremdsprachen-Lesemappe mit folgenden führenden Zeitschriften: Frankreich: Illustration, Vu. England: Illustrated London News, Punch. Italien: Illustrazione Italiana. Amerika: Saturday Evening Post. National Geographie Magazine. Wochenpreise: Stadtgeblei Zürich, frei ins Haus gebracht: 80 Rappen bis Fr. 1.40. Auswärts, Zustellung durch die Post: Fr. 1.— bis Fr. 1.60. Preisabstufungen je nach Alter der Zeitschriften. In der höchsten Preiskategorie sind zwei der obgenannten Zeitschriften ganz neu. Probeabonnements für 2 Monate. Bestellungen an Buch- und Zeitschriften A.-G., Zürich, vorm. Zeitschriften-Institut des Lesezirkels Hottingen. Tel. 2 68 38. TRUHEN A. Berberich, Zürich 8, Dufourstrasse 45, beim Stadttheater

JJO 24r - AnfomoMi-Revne Antwort auf: Wie wünschen Sie sich Ihr Heim? Eigentlich wünschen wir unser Heim gar nicht anders als es ist. Seinerzeit, vor mehr als 12 Jahren, haben wir gute, solide Möbel gekauft, einfach in Form, gediegen in ihrer Art und das sind sie bis heute geblieben. Vielleicht kauft man ganz unbewusst die Aussteuer nach dem eigenen Charakter? - All' die Jahre haben die Möbel zu unserm Alltag gehört und das hat sie uns lieb und vertraut gemacht, ein bisschen Gewohnheit mag sicher auch mit dabei sein. Aber sie geben uns richtiges Heimatsgefühl und irgendwie sind sie mit uns verbunden, gehören zu unserem Leben und es mag wie Dankbarkeit sein und innere Zufriedenheit, so oft wir, bei unserer Heimkehr sagen, am schönsten und angenehmsten ist es doch daheim. F. A-, St. * * «Wir haben alles anfertigen lassen.» Uns gefallen unsere Möbel heute noch «o gut wie am ersten Tag. Wir haben alles beim Schreiner anfertigen lassen, bei einem Handwerker, der seine Sache versteht, dem man aber auch etwas Freiheit lassen muss. Wir haben nicht viel mehr bezahlt als andere für ihre Einrichtung. Aber es ist auch nicht jedermanns Sache, seine Möbel beim Schreiner zu bestellen, denn die meisten Menschen haben zu wenig Phantasie, so dass ihnen nur etwas Fertiges und Poliertes noch gefällt. G. Br., Biel. * » * «Ich würde es anders machen.» Unsere Aussteuer ist erst 15 Jahre alt, aber sie gefällt uns nur noch halb. Wir hatten uns damals in unserer Unerfahrenheit von einem Geschäftsmann eine Aussteuer aufschwatzen lassen, die scheinbar gut aussah, aber bald schadhaft wurde. Es war ein Ladenhüter, der für die damalige Zeit schon recht altmodisch aussah, doch bemerkten wir das erst, als das Geld schon ausgegeben war, so sehr standen wir unter dem Einfluss des Verkäufers. Jetzt sparen wir für eine neue Einrichtung. Das Alte wird zwar nicht einfach weggeworfen, denn man hängt doch ein wenig an seinem Mobiliar, auch wenn es nicht mehr praktisch ist - man hängt dran, weil man mit all diesen Möbeln zusammen Jahre mit Freud und Leid erleb) hat, die uns erst wieder in den Sinn kommen, wenn wir so einschneidende Veränderungen vornahmen wie den Wechsel der Wohnungseinrichtung. Frau B., St. Gallen. «Ich bleibe dabei.» Als wir heirateten, waren die sachlichen, modernen Stahlrohrmöbel gerade aufgekommen. Mein Mann und ich, beide gebildete Leute, fanden es ganz in Ordnung dass wir unsere Wohnungseinrichtung auf modern stimmten. Wir haben ein Wohnzimmer aus massivem Nussbaum mit geraden Linien, mein Mann hat ein Arbeitszimmer aus Polster und Stahlrohr. Es gefällt uns immer noch so gut wie am Hochzeitstag. Ich bleibe dabei.» Frau Dr. M., Luzern. Küchen-Einrichtung, wie gehabt! Wir möchten gelegentlich andere Möbel kaufen, weil wir seinerzeit auf eine sogenannte «Occasion» hereingeflogen sind. Was uns heute missfällt, ist weniger der Stil, als die Arbeit (die Möbel haben alle Risse bekommen und halten die Sonne nicht aus). Aber eines möchte ich niemals anders haben, meine Kücheneinrichtung. Darin durfte ich meinem damaligen Bräutigam mit Rat und Tat beistehen, und wir haben das Geld wirklich nicht verdummt, sondern lauter Sachen angeschafft, die währschaft und solid waren. Das Geheimnis, ganz einfach: Man geht in ein gutes Spezialgeschäft. Uebrigens hat mir mein Mann zu Weihnachten eine Express-Kaffeemaschine geschenkt (elektrisch), die ich nicht mehr missen möchte. Alle, die uns besuchen, schaffen dieses blitzsaubere Ding für sich ebenfalls an. Kaffee gehört zur Behaglichkeit, mein Express-Kaffee ist wunderbar! A. Gl, Zeh. 7. Es lebe der Reparaturkasten! Bei unseren Nachbarsleuten sieht es immer so gepflegt aus, dabei sind sie schon viele Jahre verheiratet. Die Sachen sind also gar nicht mehr neu und tadellos. Und doch immer in Ordnung. «Mein Geheimnis», lachte die Hausfrau vergnügt. «Alle Schäden werden nämlich bei mir in der Wohnung sofort behoben.» Also, wenn sie die losgekittete Seifenschale über der Badewanne bemerkt, so kann sie in ein paar Minuten ein wenig Bindestoff anrühren und die Schrauben neu eingipsen. Sie braucht nicht nur, weil das eben eigentlich «Männersache» ist, bis zum Abend zu warten, um den Hausherrn dann sagen zu hören: «Ja, ja, später, wenn ich Zeit habe!» Die Kleinigkeiten, die wirklich nur aus Handgriffen bestehen, werden von ihr selbst beseitigt. Alles, was erst einmal aufgeschoben wird auf diesem Gebiet, ist in 90 Prozent aller Fälle auch schon dem «niemals» ausgeliefert, damit also dem Verfall. Aber da sind ja auch noch die anderen Reparaturen, die die Hausfrau allein nicht bewältigen kann, zu denen man Stehleitern und Leimkocherei und allerlei Schwierigkeiten überwinden muss. Hier ist man also wirklich auf den männlichen Beistand angewiesen. Wie aber bringt man den Mann dazu? Durch einen gepflegten Reparaturschrank I Männer sind bekanntlich grosse Kinder. Früher spielten sie mit einem Baukasten — man gebe ihnen für die reiferen Jahre einen schönen Reparaturschränk f Das ist ein einfacher, schmaler Schrank, der viele Fächer und Kästen enthält, alles wunderbar geordnet und beschriftet, sauber und blank gehalten, eine wahre Freude! Da sind die Kästen mit den verschiedenen Nägeln, da hängen die Werkzeuge vom Hammer bis zum Hobel, da liegen säuberlich getrennt die Büchsen mit Gips und Kitt. Da steht der Leimtopf mit dem passenden Kocher, die Farbentöpfe in bunter Reihe, hübsch der Grosse nach geordnet, die Pinsel in einem Topf mit Terpentinwasser, damit sie nicht verhärten. Da liegen die Bündel mit Tapetenresten, die kleinen Enden der Holzleisten und die vielerlei Kleinigkeiten, sämtlich schön geordnet. Da steht auch der Kasten mit der Aufschrift «Dringend!» Dort hinein wandern die Schnitzerei-Ecken, die der Putzwut zum Opfer fielen, und die abgeschlagenen Tassenhenkel, die mit dem Hauptstück wieder vereinigt werden möchten. Ein so geordneter Materialschrank wirkt anregend auf den männlichen Tatendurst, Der Mann, der nicht herumzusuchen braucht, der alles, was er zu seiner Arbeit benötigt, in reizvoller Form vor die Nase gesetzt bekommt, wird von Arbeitswut befallen. Und nur das will eine kluge Frau erreichen! Der lautlose Wecker und der wasserkochende Rasierpinsel Die praktischen Amerikaner haben wieder einmal zwei recht brauchbare Erfindungen in die Welt gesetzt. Die eine geht von der Erfahrung aus, dass schon die besten Ehen in die Brüche gegangen sind, weil der eine Ehepartner gezwungen ist, sich jeden Morgen wecken zu lassen, und weil der andere Partner seine Wut auf den rasselnden Wecker unbewusst auf den Geweckten überträgt. Die Erfindung, die ein ausgeruhter Kopf und Wohltäter der Menschheit sich ausgedacht hat, besteht aus einem Uhrenarmband, an dessen Rückseite sich eine bewegliche Nadelspitze befinder. Im gegebenen Moment tut der Wecker in der Art seine Pflicht, dass er statt jeden Geräusches seinen Träger solange zart ins Handgelenk sticht, bis er wach genug ist, um den Mechanismus abzustellen. Besitzt er nun genügend Selbstbeherrschung, um das Fluchen zu unterlassen, so ist der Zweck der Uebung glänzend erreicht. Eine andere Erfindung ist der Rasierpinsel, der sich selber das nötige warme Wasser beschafft. In seinen Griff ist ein winziges, chemisch geheiztes Oefchen eingebaut, das sofort in Aktion tritt, wenn der Griff mit Wasser gefüllt wird. Ein Thermostat stellt die Heizung ab, sobald das Wasser die gewünschte Temperatur erreicht hat, und gibt gleichzeitig eine siebartig durchlöcherte Zwischenwand frei, die dem warmen Wasser den Zutritt zu den Borsten des Pinsels gestattet. Ein neuer Textilrohstoff: Erdnüsse Nach einer Meldung aus London ist es den Imperial Chemical Industries geglückt, aus dem aus Erdnüssen gewonnenen Protein eine wollähnliche Kunstfaser zu produzieren. Die neue Faser lässt sich, wie es bei der echten Wollfaser der Fall ist, mit Hilfe der sogenannten «sauren» Farbstoffe färben. •H-^tKsaS. ,*"/#! ..rtli»;\ ,*j*;.'i X'jsw'ii) KUNSTHANDLUNG Bei Mann geleitet seine Lebensgefährtin zum Einkauf der Küche . ins seit 67 Jahren bestehende Fachgeschäft für Ihren Haushalt Bahnhofstrasse 69 a, z. Trülle ZÜRICH •asler ElsenmBbelfabrlk Th. Breunlln * Co. Unsere MSbal aus Metall sind aus dem Gebrauche heraus und unter Ausnutzung der besonderen Eigenschatten des Stahlrohrs entstanden. Die obenstehende Abbildung zeigt, wie elegant Wohnmöbel aus Metall wirken. Der Reiz solcher Möbel wird erreicht durch die sinnreiche Verbindung von Metall mit Holz und farbenfreudigen HandwebatoHen. Die drei unterzeichneten schweizerischen MetallmSbelfabriken arbeiten Hand In Hand an der Vervollkommnung des MetallmObels* Verkauf nur an Wiedtrnerkmifer n Embru.Werke A.O. ROM (Zürich} •Igler, Spichlger & Co. A.G. BIglen (Bern) L5wenstr asse 11 /Zürich nächst Sitlporteplatz «Einrahmungen 'VERGOLDEREI Beachten Sie meine Schaufenster Gemälde-Ausstellung trete Besichtigung Zürich Empfehlenswerte Unterhaltungsstätten Stadttheater Abends 8 Uhr, Sonntaj nachmittags 3 Uhr. Fr. abend 17.Man Der Troubadour, Oper von G. Verdi (B-Ab.). Sa. nachm. 18. MärZ Jugendvorstellung der Heidi- Buhne: Kniri-Seppli (Pestalozzi in Stans). Sa. abend 18. MärZ Tanj! um Daisy, Operette von .Victor Reinshagen. So nachm 19 März Der fidele Ba u « r t Operette von Leo, Fall. SO. abend 19. März Pariser Leben, Operette von Jacques Offenbach. Mo. abend 20.März Volksvorstellung. Di. abend 21. März Geschlossen. Mi. nachm. 22.März Kniri-Seppli. Mi. abend 22.März Der fidele Bauer (Ab. A). DO. abend 23.März Geschlossen. Schauspielhaus Abends \ tag nachm. Abendkasse ab 18 ühr (211 11) on Uhr. Fr ahend 1t Mär7 2>° Uhr: Premiere: Nathan der K. aoeno u.siarz We|se (Titelrol]e. Gretler)> Dramatisches Gedicht von G. E. Lessing. Sa. abend 18. März 20 Uhr: Nathan der Weise. SO. nachm. 19. März 15 Uhr: Wilhelm Teil. So. abend 19. März 20.15 Uhr: Eine kleine Stadt.