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E_1939_Zeitung_Nr.024

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VI Automobil-Revue —

VI Automobil-Revue — N° 24 Hausrat! Was für ein hässüches Wort ist das doch. Wer ein eigenes Heim hat, wird es nicht fertig bringen, von seinem «Hausrat» zu sprechen. Und wem es zu Hause gut gefällt, erst recht nicht. Dazu muss man schon einmal umziehen; dann wird einem erst klar, was da alles in den soundsovielmal vier Wänden sein Wesen treibt. Liebe Stücke, die da ihren täglichen Dienst während Jahren versehen haben, sinken — schwupps — zu Hausrat, zu nüchternem Umzugsgut herab. Das ist sehr traurig. Alles, was da im Möbelwagen verschwindet, sieht aus wie temporäre Leichen. Fremd und unbekannt. Wer hätte gedacht, dass der Kleiderschrank von hinten so schäbig aussieht? Ein Vergleich drängt sich auf: Da hat man viele Male im Museum sein Lieblingsbild gesehen. Mehr: Man hat es betrachtet, sich darein versenkt, es studiert und sozusagen auswendig gelernt. Und nun kommt so ein psychologischer Spassvogel daher und fragt plötzlich: «Na, und wie sieht der Rahmen aus?» Da steht man wie der Esel am Berg und hat überhaupt keinen Hochschein. Dan liest man eines Tages mit Schrecken in der Zeitung, das Bild sei in der vergangenen Nacht verschwunden. Auf rätselhafte Weise weggekommen, fort, adieu, abhanden. Man ist erschüttert und geht sofort ins Museum, als eilte man an ein Krankenbett. Da stehen nun zwei der Hüter des Hauses und plaudern murmelnd, in gedämpftem Ton. Der Direktor steht auch da und ein jüngerer Mann mit gesunden Farben, dem die Uniform aus den Augen schaut, wohl ein Detektiv von der Fahndungs-Abteilung. Zwei Reporter stehen auch dabei — olles komplett. Und alle staunen sie die bewusste Wand an. Da steckt noch der Nagel, an dem das Bild hing. Ja sogar der Haken; und daran — welch trostloses Bild — der Rahmen, der leere, öde Rahmen. Wie eine ausgebrannte Scheune, fährt's einem durch den Kopf. Jetzt hat man Zeit, sich den Rahmen anzusehen. Jetzt, wo das Bild nicht mehr da ist, einfach herausgeschnitten von frecher, dreister Bubenhand. In welch' schlechter Gesellschaft mag es jetzt sein Dasein fristen? Das Bild, das uns so zu begeistern und immer wieder zu fesseln vermochte? Wenn man eine liebe Frau hat, die mit ihrer Wärme, mit ihrem Ueberhaupt-nur-Dasein schon Licht und Leben verbreitet, dann ist das bis zu einem gewissen Grad ähnlich, wie so ein Bild. Erst, wenn die Gattin einmal fort ist, verreist, zu einem Aufenthalt bei auswärtigen Freunden oder im Wintersport, da hat man Zeit, sich einmal den Rahmen anzusehen, in dem sie lebt. Am ersten Abend, ganz allein, verheerend allein, sitzt man in der gewohnten, lieben Wohnstube, mit einem Buch zum Beispiel, und da fangen die Augen plötzlich an zu wandern, als suchte man etwas. Ja, man sucht; man sucht den andern Menschen, der erst den leeren Rahmen erfüllt. Und da hat man Zeit, seinen eigenen «Hausrat» (Pfui!) einmal zu besehen. Da hat man nun lange Zeit immer die gleichen Dinge um sich herum. Erst sieht man die Vasen, die Lampen, die Aschenbecher. Dann die Bilder, hm, und schliesslich verfällt man auf die Möbel. Tische, Sessel, Kommoden, der Schreibtisch werden beschaut. Kann man sich restlos daran freuen? Mit Liebe und Sorgfalt hat man sie einst ausgewählt, vielleicht gar zeichnen und herstellen lassen; und nun? Möchte man etwas anderes? Kaum! Und damit habe ich ja bereits das gewichtigste Wort ausgesprochen. Man gewöhnt sich kolossal an seine Umgebung und es wäre einem nirgends wohl, hätte man nun plötzlich ganz andere «Holzgesichter» um sich versammelt. Frauen mögen darin etwa anderer Meinung sein, wie sie sich ja auch leichter von Kleidern trennen. Allerdings sehen sie ja auch die Möbel viel mehr als der Mann, nämlich den ganzen Tag. Sie wissen genau, wo die Hausangestellte mit dem Blocher..., sie wissen schmerzlich, wo jene Vase den bösen Ring...! Trotzdem liegt ein geheimnisvoller Reiz darin, die Schaufenster von Möbelhandlungen zu bestaunen. Was es nicht alles gibt. Riesig moderne, sehr helle Zimmer-Ensembles. Reizvolle Bauernstuben ä la Stadt. Kalte, aktuelle Stahlmöbel — Angst könnte man kriegen! Bei einem Gewitter müsste man dauernd in tausend Aengsten auf die Strasse rasen, von wegen Blitzschlag-Gefahr! Und wenn man sich das alles eingehend besehen hat, fragt man sich: Möchte man wechseln? Raus mit dem gewohnten Zauber und einmal alles neu? Es wäre ein Gedanke, einmal mit genügend Kapital eine Art Möbelbibliothek zu eröffnen. Eine Firma, bei der man ganze Zimmer zu einem relativ bescheidenen Preis mieten könnte. Nach einer Art Abzahlungsplan könnte der Vermieter die Mietbetreffnisse als Abzahlunasraten (bei sich) 9laus>iat Von Fndolin. verrechnen, so dass der Mietpreis immer mehr herabsänke, bis er schliesslich reine Einnahme für ihn würde. Würde sich der erste Mieter schon nach einiger Zeit, aus Gewöhnung, zum definitiven Kauf entschliessen, so würden ihm die ersten, bezahlten Mietbetreffnisse an den Kaufpreis in Anrechnung gebracht. Träte aber erst der sechste oder achte Mieter der Möbel als endgültiger Käufer auf, so bekäme er die Möbel natürlich viel billiger, schon weil ja der Abnützung Rechnung getragen sein muss. Nach diesem Plan könnte man alle sechs Monate oder jedes Jahr sein Haus völlig anders möblieren. Käuze, die das täten, mag es ja geben. Ich glaube aber, dass in den allermeisten Fällen schon der erste Mieter zum Käufer werden würde. Einfach weil es ihm behagt, dasjenige um sich zu behalten, an das er sich gewöhnt hat. Genau so, wie es nett ist, an einem Ball einmal mit anderen Frauen zu tanzen und sich so seine Gedanken zu machen, ebenso wie es oft nicht ohne Reiz ist, in der Bahn, auf der Strasse, im Tram einmal eine andere Frau — hoffen wir, eine schöne Frau! — zu besehen, so ist es auch ganz schön, einen Abend bei Freunden zuzubringen und sich an deren Möbel zu ergötzen oder zu erfreuen. Kaum ist man aber wieder daheim, also dort, wo man seine eigenen Sachen stehen, hat, so merkt man mit doppelter Freude, wie bequem doch der eigene Lehnsessel ist, wie gut es sich am eigenen Esstisch sitzen lässt und hauptsächlich — dies besonders nach Reisen oder Ferien — wie wunderbar man doch im eigenen Bett schläft! Eines lasse ich zu. In jedem Haus gibt es einen ausgemachten Hausgreuel. Sei das nun ein Blumentisch, ein Schaft, ein einzelner Stuhl oder auch nur ein Bild oder eine Vase — da ist es dann herr-, lieh, Pläne zu schmieden, vieles anzusehen,» zu., wählen und dann zuguterletzt auf das Christkind • zu vertrauen. Schliesslich wandert das geduldete Stück dann doch den Weg alles Fleisches, und ein neues tritt an seine Stelle und macht einem lange Zeit Freude, wenn immer das Auge darauf ruht. Also der langen Rede kurzer Sinn: Im ganzen, bitte, keine Aenderung. Im kleinen aber, da ist es schön, einmal dies oder jenes zu ersetzen. Was ich anders machen würde, wenn ich eine neue Aussteuer kaufen müsste? Gott bewahre mich vor einem Brand — ich kann mir diesen Fall so wenig vorstellen, dass ich auf diese Frage gar keine Antwort weiss. Ich kann mir das einfach nicht denken, weil meine Phantasie hier einen blinden Punkt besitzt. Und ich will auch nicht; aus Treue; ich liebe mein Interieur zu sehr, auch wenn ich einmal allein drinsitze. Zwei Post-Witze. «Ich habe eine grässliche Wut. Immer diese Bummeleien mit der Post. Aber ich werde hingehen und auf den Tisch schlagen, dass die Wände wackeln.» «Warum denn bloss?» «Ich muss das Geld reklamieren, das du mir. voz zwei Monaten zurückzuschicken versprachst.» * * «Nun, Herbert, wie gefällt dir denn mein neuer Hut?» «Tja, wenn ich ganz ehrlich sein soll...» «Wenn du schon so anfängst, dann will ich es schon nicht mehr wissen!» Auflösungen der Rätsel um den Automobil-Salon. Steyr. Waagrecht: 1. Maybach. 6. Gaudieb. 11. Rom. 12. Ute. 13. Dan. 14. NG. 16. Bonn. 18. Dies. 20. Ur. 21. Ena. 23. Renault 25. All. 26. Rune. 28. Welle. 29. Maki. 30. Inn. 32. NFD. 33. Bar. 34. Austin. 37. Arrest. 39. Chevrolet. 40. Ischim. 42. Krisis. 45. Hei. 46. Amt. 48. Ani. 49. Keun. 51. Areal. 53. Ingo. 55. Ahr. 56. Hanoniag. 58. Nie. 59. SE. 60. Nero. 61. Iros. 63. NW. 64. Sir. 65. Lin. 66. Bor. 68. Oakland. 69. Amilcar. Senkrecht: 1. Minerva. 2. IR. 3. Bob. 4. Amor. 5. Hunnen. 6. Geduld. 7. Udet. 8. Das. 9. IN. 10. Berliet. 15. Gnu. 17. New. 19. Ile. 20. Ulk. 22. Anis. 24. Alfa Romeo. 25. Aare. 27. Entchen. 29. Martini. 31. Nihil. 33. Brera. 35. Uns. 36. Nem. 37. Alk. 38. Ski. 40. Inkasso. 41. Chur. 43. Sinn. 44. Stoewer. 46. Arnold. 47. Tamina. 50. Ehe. 51. Aar. 52. Lar. 54. Gin. 56. Hera. 57. Gobi. 60. Nu. 62. Sol. 64. SK. 67. RC. 1. Hefen. 2. Jubilar. 3. Nah. 4. Zeitung. 5. Monsune. 6. Enare. 7. EU. 8. Timor. 9. Dresden. 10. Unsolid. 11. Gmunden. Mittelsenkrechte: Fiat - Salmson. IV Automobil, Ring, Eule, Nadel, Angel. - Arena. Ruder, Ohr, Schlüssel, Eichel, Nuss. - Rosen. Engel, Stuhl, Säge, Eisbär, Nase. - Essen. Netz, Ei, Epaulette, Rad, Esel. - Neere. Anker, Neger, Narzisse, Egge, Xylophon. - Annex. Felder mit z: Reo-Essex. Ba-ste-i, P-yrm-ont, KarlM-ayb-uch,Dr-ach-en, Py-ren-äen, F-aul-tier, Kar-tau-se, Ba-sti-lle, Manch-ester, S-evr-es, Pr-ole-tariat, Kar-tha-go, Astro-nom-ie, Dr-ago-ner, Her-akl-es, St-andarte, Kal-ami-tät, A-lca-zar, Te-rmi-ten, E-ner-gie, La-vab-o, Schi-erl-ing, M-iet-haus, H-alf-ter, B-aro -meter, Ro-meo, Mar-mar-ameer, Kan-tin-e, Phil -ist-er, L-oew-in, P-erf-oration, D-iat-hermie, Ba-sal-t, Si-mso-n, Wei-nre-be, P-oes-ie, Sussex-er. Steyr - Maybach - Renault • Austin - Chevrolet- Hanomag - Oakland - Amilcar - Minerva - Berliet - Alfa Romeo • Martini - Stoewer - Fiat • Salmson - Reo - Essex. ' Richtige Lösungen der Salon-Rätsel. 12 Punkte: J. Aebischer, Merenschwand; A. Bachofen, Glarus; Frau B. Baerlocher, St. Gallen; E. Benz jun., Goldach; M. Bertschmamt, Basel; Frl. M. Bossert, Lenzburg; C. Burgener, Rorschach; Frau M. Canale,' Brienz; Frl. M. Epple, St. Gallen; Frau C, Fravi, Rapperswil; Frau Dr. Gräflin, Walzenhausen; Frau A. Heusser, St. Gallen; Frau J. Hopf, Bern; Frau Hörn, Bern; Frau R. Kauen, Grenchen; K. Keusen, Biel; G. Laepple, Basel; J. Leimer, Bettlach; Frau E. Markoff, Buchs; Frau Marti, Ölten; F. Meier, Zürich; P. Meier, Bern; J. Nussbaumer, Benzenschwil; C. Pontelli, Biel; Frau L. Rock, Basel; H. Sommer, Zürich; Frau E. Steinbömer-Feix, Schaan; Frl. M. Vetsch, Buchs, F. Wenger, Bern; Frl. E. Winteler, Glarus. 10 Punkte: Frau Buholzer, Luzern. Der Onkel könnte sich rühmen, etwas zur Bekämpfung der Beschäftigungslosigkeit beizutragen durch die Rätsel-Ecke — die arme Nichte Margrit seufzt über eine 3'/2Stündige Rätsel-Büffelei. — Nun ja gut, Rätsellösen ist noch lange nicht der schlechteste Zeitvertreib I Humor — nötiger als je! Ein unmöglicher Nachbar. Henn Rochefort, einer der geistreichsten Journalisten, die je gelebt, war zu einem Diner eingeladen. Vorsichtig, wie er war, erkundigte er sich vorher beim Hausherrn über seine Nachbarn bei Tisch. Dieser gab ihm Auskunft, worauf Rochefort sagte: «Ich möchte gerne meinen Platz ändern. Mein einer Nachbar ist eine Person, mit der eine Konversation sich sehr schwierig gestalten würde.» - «Weshalb?» - «Er hat mich während des Aufstands der Commune zum Tode verurteilt», sagte Rochefort, worauf der Gastgeber natürlich seinem Wunsche nachkam. «He, Sie! Haben Sie eben die Dame photographiert, wie sie über den Zaun gestiegen ist?» «Keine Spur! Ich habe nur den Zaun photo-grapbiert, gerade als die Dame darüberstieg?» (Humorist.) I in im RäfseKEcLe Ausfüllrätsel mit Beigabe Obige Figur ist so auszufüllen, dass 16 Wörter entstehen. In jedes Feld kommt 1 Buchstabe. Die Endbuchstaben der senkrechten Wörter sind zugleich Anfangs- resp. Endbuchstaben der waagrechten und Anfangsbuchstaben der jeweils nachfolgenden senkrechten Wörter. Ist die Figur ausgefüllt, so sind die 20 in den fett umrahmten Feldern stehenden Buchstaben herauszunehmen und so zusammenzusetzen, dass ein aus drei Wörtern zusammengesetzter geographischer Begriff entsteht. Folgendes sind die Bedeutungen der 16 Wörter: Waagrecht: I.- 2. Sagenhaffes Goldland. 3.- 4. Kirchlicher Wechselgesang der katholischen Kirche. 5.- 6. Ort eines berühmten politischen Mordes. 7.- 8. Mythischer Krieger der nordamerikanischen Indianer. 9.-10. Gasförmiger Kohlenwasserstoff. 11.-12. Auserlesen. Senkrecht: 1.- 3. Name zweier Werke der altisländischen Literatur. 3.- 5. Kriegsgott. 5.- 7. Indische Religionsgesellschaft, Entstehung im 16. Jahrhundert. 7.- 9. Gattin des Zeus. 9.-11. Eitrige Hautkrankheit. 2.- 4. Englischer Sozialist, gest. 1858. 4.- 6. Berg, auf welchem Moses starb. 6.- 8. Gebirgsmassiv in Griechenland. 8.-10. Göttergeschlecht der nordischen Mythologie. 10.-12. Brutort der Vögel. Die richtige Lösung zählt 5 Punkte. Einsendetermin: 24. März. Die Ausnahme. «Glauben Sie nicht auch, dass jeder Mensch von seiner täglichen Umgebung beeinflusst wird?» «Nicht immer! Ich kannte einen Mann, der neun Jahre einen städtischen Sprengwagen fuhr und an Alkoholvergiftung starb.» Ein lätzes Kompliment. Sie war wirklich reizend, jung und mit einem roten Haarschopf. Als sie sich in der Strassenbahn neben den Jüngling setzte, erfasste er die Gelegenheit und bemerkte: «Ich rücke lieber ein Stückchen, sonst brenne ich noch an!» Da meinte die Rotblonde schnippisch: «Keine Angst ... grünes Holz brennt nicht!» * * Fatal. «Oh, wie Sie Ihrer Grossmutter ähnlich sehen!» «Meiner Grossmutter? Haben Sie sie denn schon einmal gesehen?» «Nein ... aber man weiss doch, wie eine alte Frau aussieht!» * • * Der Unterschied. «Was kosten die Zimmer hier im Hotel?» «Zwei und drei Franken!» «Worin besteht denn der Unterschied?» «In den Zimmern zu drei Franken stehen Mausefallen!» * * Jeder hat seine Fehler. «Ist es denn nicht komisch und hinderlich, Linkshänder zu sein?» «Nein, warum denn? Wir Menschen haben ja alle unsere Fehler!» «Ich nicht!» «So, dann sage mir einmal, ob du die Suppe mit der rechten Hand umrührst!» «Ja, das tue ich!» «Siehst du, das ist dein Fehler ... alle anderen Menschen nehmen dazu einen Löffel!» Redaktion des Auto-Magazins: Dr. Hans Rud. Schmid.

Automobil-Revue VTX in der uralt Wohnungseinrichtungen — Wuschelerstraße 24 Mittwoch, den 22. März bis Samstag, den 1. Aprij Freie Besichtigung n^ /ls\ TIT1 Q © 'B /3h 1 I TlYl Vf\ ®P \i> ^e>