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E_1939_Zeitung_Nr.025

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F E U I L L E T O N

F E U I L L E T O N Rätsel um Muriel. Roman von Johann Friedrich. 23. Fortsetzung. c So ist es !» erwidert Muriel verständnisinnig. « Wissen Sie, Herr Direktor, ich bin in manchen Dingen wirklich unselbständig. Wenn es sich z. B. um Zahlen handelt, komme ich mir neben meinem Mann geradezu wie eine Null vor.» « Unmöglich, Ma'am ! » Während Farroll höflich widerspricht, zeigt sein Gesicht äusserste Zufriedenheit. Diese Frau ist nicht nur klug, sondern auch geschickt. Er hat kaum angetippt und schon hat die gegenseitige Prüfung höchst zufriedenstellend stattgefunden. Seine Besucherin hat ihres angeblichen Gatten Nummer im Geheimen Dienst richtig bekanntgegeben und sich durch die angehängte Null auch selbst als Agentin legitimiert, nachdem er sich mit fünfundvierzig vorgestellt hatte. Alles korrekt, zwanglos und in der vorgeschriebenen Reihenfolge. « Darf ich vielleicht Ihre weitere Führung übernehmen, Ma'am ?» fragt der Zirkusdirektör mit vollendeter Höflichkeit und schickt sich an, vorauszugehen. Muriel nickt und flüstert etwas Verbindliches. Sie weiss, dass Farroll an ihrer Bereitwilligkeit ihm zu folgen im ernst nicht mehr zweifelt. Langsam geht sie mit ihm durch die Ställe, er nimmt sich Zeit und erklärt ihr alle Tiere, an denen sie vorüberkommen, mit ihren Eigenarten und Künsten. Mag sein, dass er damit etwaige Beobachter täuschen will, wahrscheinlicher ist aber noch, dass ihn das Thema hinreisst. Denn schliesslich ist er ja mindestens ebensoviel Zirkusdirektor wie Geheimagent. Möglicherweise ist er das Zweite überhaupt nur, um das Erste bleiben zu können. Man mag über die Kunst im Zirkus denken, wie* man will, aber das eine hat sie mit Opernhäusern und Museen gemeinsam, dass sie sich nur schwer ernährt. Immerhin wird es Muriel etwas unheimlich, als der Rundgang sich immer weiter ausdehnt. Hoffentlich hat Herr Farroll nicht die Absicht, ihr seine Mitteilungen in einem Löwenkäfig oder auf einem hohen Trapez zu machen. Tatsächlich sind sie schon bei den Requisitionskammern angelangt. Da stösst der Direktor eine schmale Tür auf und zu ihrem Erstaunen steht Muriel vor dem schlecht beleuchteten Rund der Manege. «Nachdem ich Ihnen meine Mitarbeiter aus dem Tierreich gezeigt habe », schmunzelt Farroll, «will ich Sie auch mit dem Schauplatz unserer Tätigkeit bekannt machen. Hier im Kreis lebt der Artist und manchmal stirbt er auch hier. Wenn Sie sich nicht vor dem Sande fürchten —» Muriel fürchtet sich nicht. Mit ein paar Schritten folgt sie ihrem Führer bis fast in die Mitte der Manege. « Hier sind wir sicher », sagt plötzlich der Zirkusdirektor. « In Winkeln und Verstecken kann man belauscht werden. Hier nicht. Hier übersehen wir alles und zeigen, dass auch wir nicht fürchten, gesehen zu werden., — Es handelt sich um Juan Aguillar.» « Das dachte ich mir », erwidert Muriel. « Hrt er etwas Besonderes vor ? » « Er ist sehr nervös und gereizt, das ist sicher. Aber ich glaube eher, dass man etwas mit ihm vorhat.» « Wer sollte denn '— ? » Artus Farroll lächelt überlegen. «Das wissen wir doch beide ganz gut, Ma'am », antwortet er gedämpft. « Da Aguillar ein überaus begeisterter und aktiger Anhänger Riveraltas ist, wird er den Parteigängern von Sabanillos sehr im Wege sein. Ich habe gestern Dr. Martinez zu einer ganz ungewöhnlichen Zeit im Stall überrascht. Das hat mir sehr zu denken gegeben. Soweit ich informiert wurde, ist dieser Arzt Aguillars direkter Konkurrent um die Schiffsladung, hm — als deren Verkäufer Ihr Herr Gemahl auftritt. » « Was schliessen Sie denn daraus, Herr Direktor ?» fragt Muriel, obwohl sie sich ihre eigenen Gedanken macht. «Ich halte für möglich, dass Herr Dr. Martinez die Absicht hat, sich seines Konkurrenten auf eine andere als die übliche kaufmännische Art und Weise zu entledigen. » « Ein Mordversuch ? » Muriel erbleicht unter ihrem make up. «Das wäre allerdings — » « Ich traue diesen Leuten alles zu», sagt Farroll mit Nachdruck. «Aguillar wäre nicht der erste, der auf solche Weise ums Leben käme.» Muriel hat sich inzwischen gefasst. « Sie mögen recht haben, Herr Direktor », erwidert sie nachdenklich, «aber so sehr ich derartige Mittel verabscheue — sagen Sie selbst! Ist es klug und notwendig, dass wir AUTOMOBIL-REVUE. DIENSTAG, 21. MÄRZ 1939 — N°25 ! uns in diese internen Kämpfe der Südatnerikaner einmischen ? Schliesslich haben wir nur einen engumgrenzten Auftrag auszuführen. » « Das stimmt vollkommen, Ma'am », nickt Farroll mit steigender Hochachtung. « Aber wenn es Martinez gelingen sollte, Aguillar aus dem Wege zu räumen, dann verlieren wir gleichzeitig die Verbindung mit den Riveraltaleuten, loh halte geradezu für wahrscheinlich, dass er ihr einziger Vertreter hier in Paris ist. Wenn dann Ihr Herr Gemahl Ordre bekäme, an die Generalspartei zu verkaufen, könnte er in grosse Verlegenheit kommen. Sie verstehen mich, Ma'am ? » « 0 gewiss. Sie haben recht, Herr Direktor. Aber was können wir tun ? » « Ich habe Aguillar gewarnt. Es hat leider keinen Eindruck auf ihn gemacht. Wenigstens war ihm nichts anzumerken. Ausserdem habe ich meine eigene Aufmerksamkeit verdoppelt und schliesslich habe ich eben einen arbeitslosen Artisten engagiert, hauptsächlich, damit er sich im Hause herumtreibt und durch sein unvermutetes Vorhandensein dunkle Machenschaften erschwert. Aber das ist natürlich alles nicht genug, um einen Anschlag wirklich mit Sicherheit zu verhindern. » « Was könnten denn Ihrer Meinung nach wir, mein Mann — ich meine Nr. 82 — und ich tun ? » « Sie könnten erstens Dr. Martinez grössere Hoffnungen machen, damit ihm das Risiko eines Anschlages nicht erst lohnt. » « Mein Mann hat eben eine Unterredung mit ihm, » « Das ist recht gut. Und dann müssten Sie versuchen, vom Amt eine recht baldige Entscheidung zu erhalten, an wen Sie liefern sollen. Wenn der Verkauf erst abgeschlossen ist, tritt die Angelegenheit in ein anderes Stadium, obwohl ich freilich nicht glaube, dass sie ungefährlicher werden wird.» «Ich hatte heut .eine Nachricht, die den entscheidenden Befehl für bald in Aussicht stellt.» «Dann können wir nur hoffen, dass er nicht doch für manchen zu spät kommt.» Farroll zuckt mit den Schultern. « Ich wollte Sie jedenfalls unterrichten, Mistress d'Andrade. » «Auf Wiedersehen, Mister Farroll», lächelt Muriel, die versteht, dass der Direktor die Unterhaltung für beendet hält. «Nein, Sie brauchen mich nicht zu begleiten, zu viel Galanterie für mich könnte auffallen. Ich finde nieinen Weg schon allein.» « Gehen Sie bitte wieder am besten durch die Ställe zurück», rät der Zirkusbeherrscher und weist Muriel die richtige Tür. « Das ist, am harmlosesten. Ich zeige öfters einmal Gästen meine Tiere selbst. Gehorsamer Diener, Ma'am. » Muriel schlendert langsam zwischen exotischen und einheimischen Tieren zurück. Sie hat Farrolls Begleitung abgelehnt, weil sie nicht für nötig hält, dass er ihr Rendezvous mit Major Law zur Kenntnis nimmt. Aber solange sich das Gespräch mit dem Direktor auch ausgedehnt hat, es fehlen noch immer zehn Minuten bis sieben Uhr und wie fast alle Frauen hasst es Muriel, zu früh zu kommen und etwa gar selbst warten zu müssen. Im Gefühl, noch viel Zeit zu haben, bleibt sie vor dem Käfig Romeos stehen und beginnt, mit dem Tiger zu kokettieren. Aus halbgeschlossenen Lidern erwidert das Raubtier ihre Blicke, sie hat den Eindruck, dass er einem kleinen Flirt nicht abgeneigt wäre. «Er wäre ohne weiteres imstande, mich aus Liebe zu fressen >, denkt sie mit einem Schauder, der ihr unvermittelt über den Rücken läuft. Eben wendet sie sich ab, da steht sie Don Aguillar gegenüber. Er ist bereits in seiner Uniform für die Abendvorstellung und sieht in seiner Wildheit und Buntheit den von ihm gebändigten Tieren nicht unähnlich. < Mistress d'Andrade », flüstert in heiserem Englisch, c sind Sie hier, um mir den unterfertigten Vertrag zu bringen ? » « Leider », bedauert Muriel erschrocken, «leider kann ich Ihnen noch keinen bestimmten Bescheid geben. Mein Mann verhandelt noch, Don Aguillar. Aber so viel ich weiss, steht es gut für Sie. > Im Gesicht des Dompteurs zuckt es, er sieht aus, als kämpfe er innerlich mit einem Entschluss. « Er wird noch mehr Geld bieten », denkt Muriel und beruhigt sich mit diesem Gedanken. «Würden Sie mit mir ein paar Worte unter vier Augen sprechen wollen ? > fragt Don Aguillar. Muriel will eigentlich nicht, doch sie mag ihm das nicht sagen. Warum soll sie ihn auch nicht anhören ? Direktor Farroll und Sir Andrew, der gewiss schon am Stalleingang auf sie wartet, würden jederzeit zu ihrem Schütze bereit sein. (Fortsetzung folgt.) 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No 25 II. Blatt BERN,21.Märzl939 Was das Automobil dem w verdankt Es war die Pariser Weltausstellung im Jahre 1900, von der die Techniker aus allen Teilen Europas recht nachdenklich nach Hause zurückkehrten. Sie hatten, da auf einer besonders robust gebauten Drehbank einen Drehstahl zu sehen bekommen, dessen Schneide unter der Wirkung einer bis auf sechzig Metersekunden gesteigerten Schnittgeschwindigkeit rotglühend wurde und dabei trotzdem, ohne stumpf zu werden, die dicksten überhaupt denkbaren Späne abnahm. Was war da geschehen? Dieser — zwei Jahre vorher von F. W. Taylor und Maunsel White in Amerika geschaffene und von der Bethlehem Steel Co. erzeugte Drehstahl musste ja alle früheren Vorstellungen über den Werkzeugmaschinenbau einfach über den Haufen werfen und die Massenerzeugung aller Teile aus Metall auf eine gänzlich neue Basis stellen! Der Legierungsbestandteil, welcher diesem — heute als Schnelldrehstahl allgemein bekannten — Material seine überragenden Eigenschaften verlieh, war das Element Wolfram, ein Edelmetall von der Dichte 19,5 und dem höchsten Schmelzpunkt unter allen Metallen (3370°!), das in der Häufigkeit seines Vorkommens unter den in unserer Erdkruste vorhandenen Elementen an 38ster Stelle steht. Es ist somit seltener als Silber und wird nur von ganz bestimmten erwärmten Mischungen einiger weniger Säuren angegriffen. Die Wolframerze finden sich als Kalziumverbindungen an verschiedenen Stellen in allen Weltteilen, mit Ausnahme Afrikas, und die höchste Jahresproduktion an Wolframmetall betrug bisher nahe an 20,000 Tonnen. Vielfach gilt als Entdecker des «W» der um seine Erforschung sehr verdiente schwedische Chemiker Scheele (1871), dessen. Heimat zu Ehren das Element in den meisten Ländern die aus dem Schwedischen stammende Bezeichnung Tungsten trägt. Tatsächlich aber hatten schon im Jahre 1855 die Oesterreicher Jacobs und Koeller ein Patent auf einen wolframlegierten Stahl angemeldet, allerdings aber wohl ebensowenig wie 13 Jahre später Mushet in England seine Entwicklung und umwälzende Bedeutung vorausgesehen. Tatsächlich hat erst der Schnellstahl, der neben 12—19% Wolfram noch etwa 0,55—1,0% Kohlenstoff, 0,3% Mangan, 0,5% Silizium, 3,5—5 % Chrom, 0,75—1,5 % Molybdän und bis 2% Vanadium enthält, die Bearbeitung und damit Verwendung der aus dem modernen Automobilbau nicht mehr wegzudenkenden hochwertigen Chrom-Nickel- und Chrom- Vanadium-Stahle ermöglicht, und es wäre eine dankbare Aufgabe für abstrakte Techniker, auszurechnen, wie hoch sich heute noch der Preis unserer Automobile stellen würde, wenn die Bearbeitung ihrer Teile noch mit der Schnittgeschwindigkeit der Vor-Wolfram- Zeit erfolgen müsste. Kurz nach Erfindung der Schnelldrehstähle schuf der amerikanische Motorfahrzeugpionier E. Haynes eine «Stellit» genannte», aus Wolfram, Cobalt und Chrom bestehende Legierung, Die aus ihr hergestellten Werkzeuge erreichten zwar nicht ganz die Härte des Schnellstahls, behielten dafür aber die ihnen innewohnenden Eigenschaften bis zu 1000° C, also heller Rotglut, bei! Dieser Hitzebeständigkeit sowie seinem geringen Reibungskoeffizienten 0,11) verdankte der Stellit seine Verwendung für Auspuffventile und deren Sitze an hochbeanspruchten Automobil- und Flugzeugmotoren. Der nächste grosse, durch das Wolfram ermöglichte Fortschritt. liess bis 1914 auf sich warten, als Voigtländer und Lahmann in Deutschland ein erstes Patent für ein Wolfram-Carbid erteilt wurde. Bei der Osram Gesellschaft in Berlin weiterentwikkelt und schliesslich von Krupp unter dem Namen Widia-Metall zu Weltbedeutung gebracht, bilden die — in den Vereinigten Staaten auch von der Carboloy Co. erzeugten — Wolfram-Carbide das härteste bisher künstlich erzeugte Material überhaupt. Die Ausgangsstoffe des zwar im Prinzip einfachen, jedoch in seiner Durchführung grosse Sorgfalt heischenden, mit dem sogenannten «Sintern» abgeschlossenen Erzeugungsprozesses sind Wolframpulver und Lampenruss, aus deren Gemenge eich bei einer Temperatur von 1480° das Carbid bildet. Da dieses ,als Werkzeug selbst eine zu geringe Widerstandsfähigkeit aufweisen würde, werden seine Teilchen in Cobalt eingebettet und das Produkt in Plättchen von gewünschter Form als Schneide auf Drehmesser, Fräser, Bohrer und Reibahlen aufgeschweisst. Bevor auf die Bedeutung des «W» als Konstruktionsmaterial eingegangen wird, sei noch einer anderen Anwendung als Werkzeug Erwähnung getan, und zwar jener als Elektroden für die Widerstandsschweissune. Zum Unterschied von der Lichtbogenschweissung, deren abschmelzende Elektrode zusammen mit den meist in ihrer Umhüllung untergebrachten Legierungsstoffen selbst den Hauptbestand der Schweissnaht und somit ein Zulegematerial bildet, erfüllen die Elektroden bei der Widerstandsschweissung den doppelten Zweck, die zu vereinigenden Teile sowohl unter Druck als auch unter den zu ihrer Verschweissung erforderlichen Strom zu setzen. Sie selbst müssen also leiden widerstehen) was bei den früher allgemein verwendeten Kupferelektroden, die nach kurzer Zeit bereits Stauchungsmerkmale aufwiesen, nur in sehr unzureichendem Mass der Fall zu sein pflegte. Die Hitzebeständigkeit und Harte des «W» macht es für diesen Zweck besonders geeignet. Um gleichzeitig den elektrischen Widerstand und damit die Temperatursteigerung in der Elektrode selbst bei den zur Verwendung gelangenden starken Strömen in erträglichen Grenzen zu halten, verwendet man heute zumeist eine von der amerikanischen Firma P. R. Mallory unter dem Namen «Elkonit> erzeugte Legierung aus Wolfram und dem bekanntlich besonders leitfähigen Kupfer. Die zunehmende Anwendung der Widerstandspunktschweissung — neben der Lichtbögenschweissung — besonders im Karosseriebau verleiht dem «W» auch auf diesem Gebiet wachsende Bedeutung. Was die Rolle des « W » als Konstruktionsmatenal im Automobilbau betrifft, wurde die Verwendung des Stellit« für Auspuffventile und deren Sitze bereits erwähnt. Die Verwirklichung des an sich naheliegenden Gedankens, diese Teile einfach aus dem noch härteren Wolframstahl anzufertigen, scheiterte . an dessen No 25 II[. Blatt BERN, 21. März 1939 In England sei eine Gesellschaft gegründet worden, deren Zweck darin bestehen soll, zu prüfen, ob sich Margarine als Brennstoff eigne! Wenn dabei nichts herauskommt, so kann man sie ja immer noch aufs «Butterbrot» streichen. Dass in England jetzt auch für Radfahrer ein Führerschein verlangt wird, um das disziplinlose Verhalten vieler Velofahrer auf der Strasse einzudämmen und Mittel zur Bestrafung in Form eines Entzuges des Führerscheines in die Hand zu erhalten. Dass in Philadelphia die zur Kennzeichnung der Fussgängerstreifen bisher verwendeten «Nägel» durch Gummischeiben ersetzt werden, weil die alten Markierungen bei schlechtem Wetter öfter Passanten zu Fall gebracht haben sollend Dass durch einen neuen Gesetzeserlass die vorgeschriebene Oktanzahl für in Frankreich verkauftes Personenwagenbenzin von 60 auf 65 bis 69 erhöht wurde, während man die gleiche Zahl für Superbrennstolfe auf 78 an Stelle von 75 hinaufschraubte. Damit soll der im Interesse einer besseren Ausnützung des Brennstoffes erfolgten Erhöhung der Kompressionsverhältnisse der Motoren Rechnung getragen werden. Von einer an der letzten Berliner Autoschau ausgestellten Sportwagen-Karosserie aus Leichtmetall, die nur 25 kg wiegt. Von einem neuartigen Kühler, der über dem üblichen Kühlerblock noch einen kleineren, zweiten Kühlblock besitzt, der den Zweck verfolgt den gebildeten Dampf zu kondensieren und dadurch ein Verdampfen des Kühlerinhalts zu verhindern. Dass neuerdings in Boston (U.S.A.) Wagendiebe in einem grossen, vergitterten Glaskasten zur Belustigung der Bevölkerung durch die Strossen geführt werden. . ReTcRRaHrges!;tager ßbnfrof-. lierferj £infauscfi>:Objekfe* .such; .andere Marken,!insbe» .sondere Klelnwagenivon'3-8 jSFeuer-PS