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E_1939_Zeitung_Nr.022

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BERN, Freitag, 10. März 1939 6. Salon-Nummer Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 22 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: AusfalM A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, Jährlich Fr. IC- Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlieh abonniert Ausgabe B (mit gew. Unlallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Erscheint Jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenralnstr. 97, Bern Telephon 38.222 - Postcheck III414 Telegramm-Adresse: Autorevue. Bern Gesehftrustelle Zürich: Ldwenstrasse 51. Telephon 39.743 IN&ERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grossere Inserate nach Spezialtarif lnseratenschluss 4 Taoe vor Erscheinen iler Nummer Neuzeitliche Verkehrssignalisierang im Kanton Bern Dank der Initiative des kantonalen Strassenverkehrsamtes wurden kürzlich an der stark frequentierten Hauptstrasse Bern-Thun versuchsweise die im Bilde wiedergegebenen Verkehrssignale aufgestellt. In bewusster Abweichung von der bisher üblichen Art der Signalisierung — Eisenrohr mit Tafel, deren Unterkante sich 2.20 m über der Fahrbahn befindet — ging man diesmal neue Wege. Die gewählte Anordnung hat ähnlich der in Frankreich üblichen Verkehrssignalisierung den grossen, Vorteil, dass die Tafeln vom eigentlichen Flutlicht der Scheinwerfer erfasst und also auch bei Nachtfahrten mit Leichtigkeit abgelesen werden können. Einfache, solide Betonständer tragen die Signale, deren Mittelpunkt (beispielsweise der Schnittpunkt der beiden Diagonalen des Kreuzungssignals) nur 1.45 m über der Fahrbahn liegt. Während das linke Bild das westlich Allmendingen aufgestellte Kreuzungssignal auf 15 m Distanz bei abgeblendetem Scheinwerferlicht zeigt, veranschaulicht das rechte Bild dieselbe Tafel auf 70 m Entfernung bei VolHcht. Die beiden Aufnahmen illustrieren eindrücklich' die ausgezeichnete Wirkung der gewählten Anordnung und Aufstellung; man ist versucht, zu sagen: Das Signal springt direkt ins Blickfeld des Automobilisten hinein ! Diese neue Art der Verkehrssignalisierung erweist sich jedoch nicht ausschüesslich nur bei Nachtfahrten als äusserst wertvoll, Vielmehr wirken sich ihre Vorteile im normalen und speziell im dichten Tagesverkehr ebenso überzeugend aus. Gerade bei Strassen, die im Bestreben nach Verschönerung des Landschaftsbildes mit reichem Baumbestand gesäumt wurden, vermochte die bisherige Art der Signalisierung durchaus nicht zu befriedigen. Die in 2.20 m Höhe angeordneten Signaltafeln verschwanden nicht selten in den Blättern, oder aber sie waren infolge des geringen Abstandes zwischen den einzelnen Bäumen sehr schlecht ersichtlich. Hinzu kam, dass die schmale, grau oder schwarz gestrichene Trägerstange ebenfalls gar nicht dazu angetan war, die Aufmerksamkeit des Fahrers zu erregen. Die neue Signalordnung schafft da unbedingt und gründlich Remedur. Oewiss — die Rückseite der neuen Tafeln, welche kein Signal trägt, mutet in ihrem makellosen Weiss etwas klotzig an. Diesem Schönheitsfehler ist jedoch leicht beizukommen; ein grauer Anstrich» dieser leeren Fläche genügt. Für die Vördefseite der Signale dagegen sollte unseres Er* achtens unbedingt der weisse Anstrich beibehalten werden, denn gerade bei Nebelwetter bietet diese Farbgebung den besten Anhaltspunkt für den Verlauf der Fahrbahri. Das mittlere Bild zeigt den ersten auf Bernerboden aufgestellten Vorwegweiser. Verglichen mit der westlich des Zürcher Gaswerks in' Schlieren angebrachten Tafel desselben Charakters fällt beim Bernermuster das gut gewählte Grössenverhältnis angenehm auf. Die ziffernmässige Bezeichnung- der Hauptstrassen, dagegen-söheiht"••ttng des- Guten zuviel; die in Frage kommenden Fernziele sind ja schon von weitem deutlichentzifferbar. Uebrigens scheint man zuständigenorts der gleichen Ansicht zu sein; jedenfalls erhielten wir die Versicherurig, dass diese Ziffern künftig weggelassen würden. Der Uebersichtlichkeit der neuen Signalisierung wird das nur von Nutzen sein. Diese Versuche des kantonalen Strassenverkehrsamtes verdienen die volle Anerkennung der Automobilisten, und zwar um so mehr, als die Kosten dieser Art der Verkehrssignalisierung nicht höher zu stehen kommen werden, als diejenigen der bisherigen, nicht befriedigenden Anordnung — ja, unter Umständen diese nicht einmal erreichen. Zu jedenfalls nicht höhern Kosten lässt sich demnach die Verkehrssicherheit und die Orientierung speziell ausländischer Automobilisten um ein Erhebliches verbessern. Hoffen wir, dass man in Fortsetzung der begonnenen Arbeit bald Mittel und Wege finde, um den ganzen Strassenzug Bern- Thun mit diesen den Anforderungen neuzeitlicher Verkehrsentwicklung gerecht werdenden Signaltafeln auszurüsten; hoffen wir, dass diesem Fortschritt dann die allmähliche Anpassung der Signalisierung des gesamten bernischen Strassennetzes an die nun erstmals zur Anwendung gekommenen Erkenntnisse hinsichtlich Klarheit und leichter Erkennbarkeit der Verkehrszeichen erfolge ! Herr Cb. Dechevrens wird Vizepräsident des «Bureau Permanent». Am letzten Dienstag hielten die Mitglieder des Bureau Permanent International des Constructeurs d'Automobiles anlässlich des Salons eine Sitzung ab, in deren Verlauf auch die Neuwahl des Vorstandes erfolgte. Von links nach rechts: die Starren Baron Petiet (Frankreich), der abtretende Präsident, R. de Nercy, Generalsekretär, C. ScEippert (Deutschland); C^erst Waite (England), Vizepräsident, G. Acutis (Italien), Präsident, ;Gh. Dechevrens (ScKweil), Vizepräsident, Mac Lagan (England), J. L. Lang (Holland). (Photo Wassermann.) Das Zürcher Verkehrsgesetz marschiert Wie an dieser Stelle bereits mitgeteilt, haben das lange Tempo in der Behandlung der Zürcher Verkehrsgesetzinitiative und die unbeantwortet gebliebenen Eingaben der Kantonalen Strassenverkehrsliga und der Verbände dazu geführt, dass Kantonsrat Hafner eine Interpellation über den Stand der ganzen Aktion bezüglich der Revision des kantonalen Verkehrsgesetzes einreichte. Dieses Vorgehen hat nun bewirkt, dass die Behörden der Kantonalen Strassenverkehrsliga eine Vorlage für ein neues Verkehrsgesetz unterbreiteten, also einen Gegenentwurf zur Initiative, womit bezweckt werden dürfte, eventuell den Rückzug des Volksbegehrens zu ermöglichen, sofern das Initiativkomitee im Gegenvorschlag eine annehmbare Diskussionsgrundlage erblickt. Bereits hat die kantonale Polizeidirektion die bezüglichen Verhandlungen aufgenommen. An zwei Sitzungen mit den Vertretern der Kantonalen Strässenverkehrsliga wurden die materiell bedeutsamen Punkte des Gegenvorschlages erörtert. Wenn hiebei auch noch wesentliche Differenzen zwischen Initiative und Gegenvorschlag zutag traten, so scheint doch die Annahme nicht abwegig, dass es gelingen sollte, in den grundsätzlichen Fragen und besonders in bezug auf die Festlegung der Verkehrssteueransätze eine Einigung zu finden. Offenbar hat man auch in behördlichen Kreisen die Notwendigkeit einer finanziellen Entlastung der Motorfahrzeughaltung einsehen gelernt, zumal auch militärische Argumente diese Forderung nachdrücklich unterstreichen. Die weiteren Verhandlungen gelten nun vornehmlich der Abklärung der verschiedenen Detailfragen; hernach wird die Vorlage In dieser Nummer s Autosteuerreduktion im Thurgau genehmigt Startverbot für Nuvolari in Pxu. Letzte Schau auf die Stände. Neues aus dem Motorenbau. Salon-Nachlese im Bild S. 8. Beilage: