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E_1939_Zeitung_Nr.022

E_1939_Zeitung_Nr.022

dem Regierungsrat

dem Regierungsrat unterbreitet, um dannan den Kantonsrat zu gelangen. Noch bleibt also ein weiter Weg zurückzulegen, weshalb es verständlich ist, wenn die Vertreter der Kantonalen Strassenverkehrsliga immer und, immer wieder auf einer beschleunigten Behandlung der Gesetzesvorlage insistiert haben, damit die Volksabstimmung unbedingt auf den Herbst anberaumt und das neue Gesetz spätestens auf den 1. Januar 1940 in Kraft treten könne. Dabei mag ferner der Wunsch angebracht sein, dass an der Vorlage der kantonalen Polizeidirektion vom Regierungsund Kantonsrat keine weiteren merklichen ^Abstriche und Verschlechterungen vorgenommen werden, denn das Entgegenkommen der Strassenverkehrsliga ist als äusserste Grenze zu werten und jeder Antastung der vorgesehenen finanziellen Erleichterungen würde das Initiativkomitee wohl in die Unmöglichkeit versetzen, den Rückzug des Volksbegehrens ms Auge zu fassen. Selbstverständlich lassen sich heute, im Stadium der ersten Verhandlungen, - keine Angaben über die in Aussicht genommenen Verkehrssteueransätze machen. In dem Umfang, in dem die Herabsetzungen geplant sind, scheinen sie ein taugliches Mittel zur Wiederankurbelung des zürcherischen Motorfahrzeugwesens zu bilden, womit dem kantonalen Fiskus neue Einnahmen zugeführt und der Steuerausfall einigermassen erträglich gestaltet würde. Dass die Reduktion der Ansätze in einem Ausmass erfolgen muss, von dem ein starker Anreiz auf den Motorfahrzeughalter ausgeht, braucht man nicht besonders zu betonen. Vorläufig kann den weiteren Verhandlungen, die wohl bis Ende März ihren Abschluss finden dürften, nur besten Erfolg, Einsicht und Wohlwollen von behördlicher Seite gewünscht werden. T. Slvassen Rätsel um Muriel. Roman von Johann Friedrieb. 21. Fortsetzung. Dann fasst der junge Mann mit verstohlener Hast in die rechte Jackettasche — kann man wissen, was dieser Ausländer vorhat ? — und der Juwelier gibt heimlich mit den Augen beruhigende Zeichen. Er begreift aus der Nähe besser, dass es der Inder nicht auf Taschenspielerkunststücke abgesehen hat. Dieser Kunde will nicht stehlen, aber er will die Preise drücken und tut das auf eine ganz raffinierte Art. Immer wenn der Juwelier die ungewöhnliche Schönheit und Einmaligkeit einer Perle oder eines Brillanten betont, fordert der Radschah milde lächelnd und wortlos zum Vergleich mit den Ringen seiner Hand auf. Es lässt sich nicht leugnen, dass jedesmal die angebotenen Stücke an Glanz verlieren und schlecht abschneiden. Major Law sieht diesem Katze- und Mausspiel, das er schon oft genug erlebt hat, ziemlich interesselos zu. Er stellt sich die angebotenen Juwelen als Schmuck Muriels vor, und findet, dass sie an ihrem Körper ungemein gewinnen würden. Vielleicht könnten sie dann den Vergleich mit den Pretiosen an des Radschahs leicht gebräunter Hand aushalten. — Endlich zieht der Juwelier bedauernd die Schultern hoch. Er hat alle seine Kostbar-, keiten vorgelegt, der Rest kommt für die Ansprüche des Herrn nicht mehr in Frage. Leider, leider. Plötzlich zeigt Fürst Nikhil auf die drei schönsten Brillanten und nennt wie aus der Pistole geschossen seinen Preis. Es ist genau die Hälfte dessen, was der Verkäufer verlangt hat, aber trotzdem noch eine enorme Summe. Der Juwelier begreift erst nicht, wird dann blass und versucht zu handeln. Er kann die Stücke so nicht hergeben, er verdient nichts daran, seine Spesen, sein Zins^ verlust —> Hier hat Sir Andrew einzugreifen. bauten erfordern -würde. Man verstände es in den, Kreisen der ostschweizerischen Strassenberiützer nicht, wenn die eidg. Behörden zu einem solchen Vorgehen Hand bieten würden. Die Kantonale; Strassenverkehrsliga Zürich glaubte im übrigen darauf hinweisen zu i « Wenn die Notwendigkeit und Nützlichkeit 1 e l ner Auflösung der Städte, einer Dezentralisation der Wohnungen eingesehen wird, so dürfen, dass bei der Beurteilung dieses Strassenproblems nicht nur die- militärischen, sondern auch die autotouristischen tthd 'Verkehrspölitischen Argumente ' mitberücksichtigrt werden müssen. Diese aber sprechen für eine 8 m breite Strasse. . .V Um die Breite des glarnerlschen Walenseestrassenabschnittes. Mit Rücksicht darauf, dass in nächster Zeit ein Entscheid über die Breite des glarnerischen Teilstückes der kommenden Walenseetalstrasse fallen dürfte, hat die Kantonale Strassenverkehrsliga Zürich eine Eingabe an das Eidg. Departement des Innern gerichtet, worin sie das Ersuchen stellt, auch für den glarnerischen Abschnitt eine Mindestbreite von 8 m vorzusehen. Die Strassenverkehrsinteressenten der Ostschweiz seien sich darin einig, dass eine nur 6,5 m breite Strasse als ungenügend bezeichnet werden müsse, weil aller Voraussicht nach der Grossteil des gesamten Verkehrs inskünftig nicht mehr die Kerenzerbergstrasse, sondern die Talsträsse benützen werde. Die Eingabe macht auf die Mehrkosten aufmerksam, welche eine spätere Verbreiterung der Strasse mit ihren zahlreichen Kunstund Notizen möchten wir in zwangloser Folge durch die Geschichte selbst die Erinnerung an die Vergangenheit Wecken. Diese Chronik soll, i muss auch das kleine und billige Motorfahrzeugdamit sie ein möglichst abgerundetes Bild als dienliches Mittel anerkannt werden. Unser vermittelt, nicht auf die Verkehrspolitik beschränkt bleiben, sondern darüber hinaus auch Volk könnte nur gewinnen, wenn es in grös- auf den andern Gebieten des Motorfahrwesens serem Masse Motor fahr er würde. Wir dürfen getrost unser Tempo noch um etliches steigern, ohne den Verlust unserer gepriesenen Beschaulichkeit befürchten zu müssen. Zum [Begriff des europäischen Menschen gehört (i der Motor. Man muss darum seine Verwendung \ verbilligen, seine Verbreitung fördern. » Diese Zeilen wurden am 28. November 1921 « Mein Herr », sagt er kühl in seinem englisch gefärbten Französisch, « Seine Hoheit feilscht nicht. Entweder Sie verkaufen zu seinem Preis, dann haben Sie in einer halben Stunde das Geld, oder — » Natürlich verkauft der Juwelier, alle Juweliere haben das bisher getan. Sie verdienen auch so noch genug und Bargeld lacht. Der Radschah schreibt einen Scheck und bleibt im Laden, wo er die gekauften Stücke jetzt geniesserisch betrachtet und als Kenner herausstreicht. Nichts amüsiert ihn mehr als die Qual des juveliers, der seine Ware nachträglich viel zu billig losgeschlagen zu haben fürchtet. Major Law setzt sich in den Rolls Royce des Fürsten und fährt mit dem hohen Scheck selbst zur Bank. Im Sonnenschein sehen die Strassen verlockend und alle Menschen heiter aus. « Welcher Wahnsinn, einen solchen Vorr mittag ohne Zwang in einem düsteren Laden und in einer Bank zu verbringen », denkt Sir Andrew unzufrieden. « Könnte man nicht mit einer Frau, einer ganz bestimmten Frau, auf Parkwegen spazieren oder durch stille Gehölze wandern ? » Dabei passt er genau auf, ob er vielleicht unter den vielen eleganten Frauen auf den Bürgersteigen Muriel entdecken kann. Doch seine Mühe ist vergeblich. Dagegen ist der erste Mann, dem er beim Betreten des Schalterraumes im Credit Lyonnais begegnet Mr. Charles d'Andrade. Er sitzt in einem Sessel neben einem Schreibpult und ist in Korrespondenzen vertieft. Major Law empfindet eine gewisse Genugtuung. Also auch Mr. d'Andrade vertut seine Zeit in einem Kassen- Taum, anstatt sie an der Seite seiner schönen Frau zu geniessen., Mit etwas mehr Wohlwollen als gewöhnlich streift sein Blick den zeitbedingte Kuriosa und interessante historische Zusammenhänge aufzeigen. Unseren Kommentar und soweit notwendig die Erklärungen fügen wir in Klammern bei. 1 vom Dichter Felix Moeschlin geschrieben; es (entstammt.dem Vor 10 Jahren erschienenen, Erblicken wir in der Förderung des Motorveri'kehrs heute auch eine Selbstverständlichkeit, >so bedeutet damals das Eintreten des Schriftstellers für das Automobil ein kühnes Wagnis, weil bei uns in der ersten Hälfte der Zwanzigerjahre das Motorfahrzeug beinahe als ? « Oeffentlicher Feind Nr. 1» behandelt wurde. %Die Einstellung des Publikums und der Behörden änderte sich zwar, doch nur ein harter und langer Kampf verhalf dem Motorfahrzeug zu ^seiner Anerkennung als unentbehrliches Verkehrsmittel. Hielt sich, gemessen an den jetztifgen Verhältnissen, die Fiskalbelastung noch in verträglichem Rahmen, so litt das Motorfahrzeug nicht nur unter kleinlichen Vorschriften', Verboten und Schikanen, sondern auch i unter dem vom solothurnischen Polizeidirektor {und Ständerat Dr. Rob. Schöpfer als « Buschkleppermethoden » gegeisselten Fallenunweisen. Manche dieser Barrikaden sind gefallen \und etliche der'Ansichten, die damals dem \zum Bürger zweiter Klasse degradierten Aßt^ {\ler das Leben sauer machten — und unter ^ denen sich die Auffassung vom Automobil als ^Luxus bis auf den heutigen Tag hartnäckig {erhalten hat— erfuhren eine gründliche Re- Vvision. ( [ Da mag es denn reizvoll sein, einmal die ^allmählich in der Oeifentlichkeit eingetretene l Wandlung an Hand von Beispielen zu verföligen. Aus einer Unmenge von Zeitungsartikeln AÜtOMOBIL-REVÜE ^(^^^^^^^^^^^^^^«^^^^^^^^^^^^^^«^^^^^^^^^k^^^^^^^^K^^k^^^^^^U Die Geschichte erzählt... * i In einem am 4. August 1921 in der «NZZ» er- ( schienenen Artikel stösst man auf folgende, die Situation scharf beleuchtende Sätze: Fahrrad, für den Strassenverkehr lästig empfunden,» fetzt ist es eine unbequeme Konkurrenz geworden.» Gründe genug, um Aufsehen zu machen, nament-( lieh seit es grössere Körperschaften gibt, die sichl geschädigt glaubten, die Bahnen und Postens ( (1921 zirkulierten kaum 4000 Lastwagen; seither« vergrösserte die PTT-Verwaltung ihren Automobil-« Die Autosteuerreduktion Im Thurgau genehmigt. Der Grosse Rat helsst die Steuerreform gut» Der Beschluss bereits in Kraft! Wir haben in Nr. 7/1939 einen Artikel über öle Bewegung im Thurgau gebracht, die eine Herabsetzung der Motorfahrzeugtaxen im Kanton Thurgau anstrebte. Das Begehren ging seinerzeit vom Gewerbeverband und den thurgauischen Automobilund Autogewerbeverbänden aus und sah eine Erleichterung auf verschiedenen Positionen vor. Wohl wurde die Motion im Grossen Rate erheblich erklärt, der Regierungsrat konnte sich aber zu einer fühlbaren Taxsenkung auf alten Wagen, die 1937 die Zahl 400 erreichten, nicht entschliessen, weil dem Kanton dadurch ein- Ausfall von 200.000 Fr. erwachsen wäre. Diesen Erwägungen Rücksicht tragend, hat nun die Regierung dem Grossen Rat folgenden Beschluss für die Abänderung der kantonalen Vollziehungsverordnung zum M.F.G. vorgelegt: 1. Der Zuschlag von 10 Fr. für Soziusfahrten ist zu streichen. 2. Motorfahrzeughalter mit zwei "Wagen sind für den stärkeren "Wagen voll, für den zweiten jedoch statt wie bisher 40% nur noch mit 25% der Steuer zu belasten. 3. Motorwagen mit Holzgasantrieb bezahlen nur 50% der normalen Taxe. 4. Für die Kollektiv-Fahrzeugbewilligung mit Händlerschild wird eine Jahresgebühr in folgender Höhe erhoben: Motorwagen 200 Fr.» Traktoren 100 Fr., Motorräder 50 Fr. Am 4. März befasste sich nunmehr der Grosse Rat mit diesen Vorschlägen. Im Namen der Motionäre referierte Kantonsrat Tuchschmid (Frauenfeld), der auf die Notwendigkeit einer solchen Erleichterung hinwies, woraus dem Kanton nur ein Ausfall von 20.000 bis 25.000 Fr. entsteht. Allerdings trat auch die Opposition auf den Plan, als pdrk auf zirka 1000 Einheiten.) lobt ihn der Radscha etwas hinterhältig. « Es war mir ein grosser Vorzug», behauptet der Geschäftsinhaber gefasst. Er hat sich inzwischen noch einen ganz anständigen Profit errechnet (Fortsetzung folgtj

22 — FREITAG. 10. MÄRZ 1939 AUTOMOBIL-REVUE A Der Saison-Eröffnung in Pau entgegen. Startverbot für Nuvolarl — die Auto-Union bleibt dem Rennen fern. — Auto-Union-Mannschaft ohne Kautz, der in den Hafen der Ehe steuert. A'fa Romeo, Auto-Union, Maserati und Mercedes- Benz trainieren in Monza. Wenn in einem englischen Fachblatt letzte Woche zu lesen stand, dass sich die diesjährige Sportsaison sehr verheissungsvoll anlasse und es den Anschein mache, dass die bevorstehenden Rennen'einen interessanten, span- «ungsgeladenen Verlauf nähmen, so können wir diesen Optimismus leider nicht restlos teilen. Wenigstens nicht im gegenwärtigen Augenblick, wo man sich des Eindrucks wieder einmal nicht erwehren kann, dass die politische Spannung zwischen Italien und Frankreich wie im Frühjahr 1937, auch auf der internationalen Automobilsport übergreift und die herzliche sportliche Atmosphäre, die üblicherweise zwischen den Rennfahrern und Sportkreisen aller Länder herrscht, zu vergiften droht. Mit der vor vierzehn Tagen erfolgten Absage des X. Grossen Preises von Monaco hat es angefangen. Sie wurde vom International Sporting Club, wie seinerzeit gemeldet, mit der «gegenwärtigen internationalen Lage» und mit der «bestehenden Ungewissheit in bezug auf die zu erwartende Beteiligung» begründet. Die italienische Fachpresse hat hierauf kategorisch erklärt, diese Erklärung entspreche nicht den wirklichen Tatsachen, sei doch die Teilnahme der Italiener durchaus nicht ausgeschlossen gewesen und die plötzliche Annullierung des Jubiläumsrennens in der Stadt einzig und allein auf finanzielle Gründe zurückzuführen. Ob in Italien tatsächlich die Absicht bestand, am Grossen Preis von Monaco vom 16. April zu starten, ob die Ursache, die den International Sporting Club zur Absage seines Grand Prix gezwungen hat, rein materieller Art war, darüber haben wir an dieser Stelle keine Untersuchung zu führen. Aber die Auffassung, die von den Organisatoren in Monaco angegebene Begründung entspreche der Wirklichkeit, ist doch kaum ganz von der Hand zu weisen, erst recht nicht, wenn man nun erfährt, dass die italienischen Behörden ihren Landsleuten mit Gültigkeit bis auf weiteres verbieten, an sportlichen Veranstaltungen in Frankreich zu konkurrieren und dass von diesem Verbot auch der Spitzenfahrer der Auto-Union, Tazio Nuvolarl betroffen wird, der somit in Pau am 2. April nicht starten kann. Wie Maurice Henry im Pariser «L'Auto» schreibt, wird nun die Zwickauer Firma dem Rennen im Pyrenäenstädtchen überhaupt fernb'eiben, da sie offenbar daran zweifelt, den Kampf gegen die starke Konkurrenz auf diesem kurzen, kurvenreichen Parcours, den Nuvolari so gut kennt, ohne den unverwüstlichen Mantuaner mit Aussicht auf Erfolg aufnehmen zu können, zumal die übrigen Werkpiloten mit der Strecke nicht vertraut sind. Wie man sieht, sind die Aussichten auf eine erspriessliche Zusammenarbeit im internationalen Automobilrennsport momentan nicht gerade rosig, und es ist sehr bedauerlich, dass man es nicht verstanden hat, zwischen Politik und Sport einen dicken Trennungsstrich zu ziehen. Die « gegenwärtige internationale Lage» hat also nicht nur die Absage des Grossen Preises von Monaco, sondern auch die Dezimierung des Grossen Preises von Pau auf dem Gewissen, bei dem sowohl die Auto-Union als auch Alfa Romeo und Maserati fehlen und somit nur Mercedes-Benz und Talbot und möglicherweise Delahaye und der beinahe sagenhafte Sefac vertreten sein werden. Uebrigens hat nun die Auto-Union ihre Mannschaft pro 1939 formiert. Sie wird sich aus Nuvotüri, Hans Stuck, Rudolf Hasse, Hermann Müller, Georg Meier und Ersatzmann Bigalke zusammensetzen. Ewald Kluge, von dem das Gerücht ging, er werde schon diesen Sommer vom Motorrad in den Rennwagen umsteigen, ist bei den DKW-Werken als Motorradrennfahrer einstweilen noch unentbehrlich, und den Schweizer Christian Kautz endlich suchen wir auf der Liste der Werkpiloten ebenfalls vergeblich. Er wird, wie wir vernehmen, im aktiven Rennsport für einige Zeit pausieren und... Mitte dieses Monats im Hafen der Ehe landen, wozu wir ihm unsere herzlichsten Glückwünsche entbieten. Die Versuchsfahrten in Monza sind in vollem Gange. Auto-Union, Mercedes- Benz, Alfa Romeo und Maserati trainieren einträchüglich mit ihren verbesserten Vorjahrsmodellen. Die Auto-Union ist mit Nuvolari, Müller, Stuck, Meier und Bigalke zur Stelle, bei Mercedes-Benz drehte Oberingenieur Uhlenhaut zahlreiche Runden, bei Alfa- Corse konzentrierte man sich besonders auf die 8-Zylinder-Alfetta (also doch der alte, wenn auch etwas abgeänderte Typ!), und Maserati erprobte den 1,5-Liter- wie auch den 3-Liter-Rennwagen. Bei diesem Anlass ereignete sich am Sonntag ein tragischer Unfall, indem der Maserati-Nachwuchsfahrer Mario Lorenzo Cantoni, der für das Tobruk- Tripolis-Rennen trainierte, aus unaufgeklärten Gründen aus der Bahn geschleudert wurde, wobei sich der Wagen mehrmals überschlug und der Pilot den Tod fand. Rallye Feminin Paris—St. Raphael. Auf der Rennbahn Ton Montlhery nahm die internationale Damenprüfungsfahrt Paris - St. Raphael am vergangenen Montag mit zwei Klassenientsprüfungen über 500 Meter mit stehendem Start und über den fliegenden Kilometer ihren Anfang. Da die Konkurrentinnen während des ganzen Tages Gelegenheit hatten, sich zu diesen beiden «Rennen» zu stellen und sich ihnen bald eine trockene, bald eine nasse Piste präsentierte, fielen auch die Resultate entsprechend uneinheitlich aus. Bei der Prüfung der Wagen bis zu 750 ccm Hubvolumen über die 500 Meter mit stehendem Start sei besonders auf die Tatsache hingewiesen, dass die vorgeschriebene Maximalzeit von allen Automobilistinnen ausnahmslos überschritten wurde und somit alle Strafpunkte einheimsten, ehe die Fahrt an die Riviera angetreten war. De Soto Die erste Etappe Paris-Verdun (235 km). vom Dienstag verlief — wenn man von einem heftigen Hagelwetter, das sich bei Meaux über die Konkurrentinnen entlud, absieht — ohne jeglichen Zwischenfall. Fahrplanmässis; trafen die 23 Amazonen an der Zielkontrolle ein und wurden abends 6 Uhr von der Stadtverwaltung empfangen. Auch die zweite Etappe Verdun-Strassburg (226 km) nahm einen regelmässigen Verlauf. Am frühen Vormittag fand auf dem Quai de Londres in Verdun eine Startprüfung statt, auf die sich in Anbetracht der kalten Nacht verschiedene Konkurrentinnen durch Einmummen der Motorhaube gebührend vorbereitet hatten. Andere verzichteten darauf unl mussten am Mittwochmorgen die Handkurbel zu Hilfe nehmen. Bei Metz verloren einige Pilotinnsn infolge ungenügender Signalisation mehrere Minuten, konnten diese aber wieder einholen, ohne straffällig zu werden. Zur dritten Etappe Strassburg-Laiisanne (331 km) wurde am Donnerstag früh gestartet. Die Reise führte vorerst nach Basel, wo die Amazonen des Volant«, nachdem man ihnen bis zur Grenze entgegengefahren war, im Rialto empfangen wurden. Diesem Empfang wohnten u. a. Vertreter der Sektion Basel des AC.S:, des Schweiz. Damen-Automobil-Clubs Sektion Basel, des französischen Konsulats und der colonie francaise bei. Der zuverlässige und sparsame Strapazlerwagen mit all den technischen Neuerungen von Chrysler Geringer Benzinverbrauch dank des vollautomatischen Spar» und Schongangs 14, 17 und 19 PS zu vorteilhaften Preisen und Zahlungsbedingungen Die besten Resultate. 500 Meter mit stehendem Start: Bis 750 ccm (Maximalzeit 35 Sekunden): Mme Kronbauerova (Jawa), 35,6 Sekunden = 50,460 km/St. 751 bis 1100 ccm (Maximalzeit 34 Sekunden): Mlle Carsignol (Georges Irat), 81,2 Sekunden = 57,692 km/St. 1101 bis 1800 ccm (Maximalzeit 33 Sekunden): Mlle Hai? (M. G.), 25,6 Sekunden = 70.310 km/St. 1801 bis 2200 ccm (Maximalzeit 32 Sekunden): Comtesse Moy (BMW), 25 Sekunden = 72 km/St. 2201 bis 3000 ccm (Maximalzeit 31 Sekunden): Mme Roux (Amilcar), 22,6 Sekunden = 79,646 km/St. Ueber 3000 ccm (Maximalzeit 29 Sekunden): Mme Rouault (Delahaye), 21,6 Sekunden = 83,333 km/St. 1 Kilometer mit fliegendem Start: Bis 750 ccm (Maximalzeit 54 Sekunden): Mme Kronbauerova (Jawa), 44 Sekunden = 81,818 km/St. 751 bis 1100 ccm (Maximalzeit 49 Sekunden): Mlle Meyrat (Standard), 40,8 Sekunden = 88,235 km/St. 1101 bis 1800 ccm (Maximalzeit 45 Sekunden): Mlle Haig (M. G.), 29,4 Sekunden = 122.448 km/St. 1801 bis 2200 ccm (Maximalzeit 42 SekundenV Comtesse Moy (BMW), 26,4 Sekunden = 136,363 km/St. 2201 bis 3000 ccm (Maximalzeit 40 Sekunden): Mme Roux (Amilcar), 29,4 Sekunden = 122,448 km/St. Ueber 300 ccm (Maximalzeit 37 Sekunden): Mme Rouault (Delahaye), 22,2 Sekunden = 162,162 km/St. Montiert bei Saurer Arbon unter weltgehender Verwen- dungvonSchweizer- Materlalund-Arbeit ein Produkt der Chrysler.Werke SOTAG • ZÜRICH Automobil-Handels A.-G. — Utoquai 47 — Telephon 2 93 99 Stand Nr. 19 Die 23 Konkurrentinnen wurden durch den A.C.S. und durch den S.DA.G. auf Schweizerboden willkommen geheissen und jeder von ihnen als Andenken an die Stadt Basel durch den S.D.A.C. ein Paket Basler Leckerli überreicht. Die meisten Pilotinnen nahmen in der Rheinstadt das Mittagessen ein, worauf gegen 3 Uhr die Weiterfahrt nach Bern angetreten wurde. Der A.C.S. drückte il'nen beim Verlassen Basels eine Strassenzustan sparte in Hie Hand und Hess sie durch einige Herren der Sek-, tion auf ihrer Fahrt durch die Stadt begleiten. Zahlreich waren die Konkurrentinnen, die Bern anstatt via Hauenstein - Ölten via Langenhruck - Baisthal-Klus-Solothurn anfuhren, was jedoch keine Strafpunkte zur Folge hat, zumal man weder in Ölten noch in Solothurn eine Durchfahrtskontrolle installiert hatte. Ab 15.30 Uhr trafen die Teilnehmerinnen, von der Tiefenaustrasse kommend, via Bollwerk und Bahnhofplatz auf dem Bubenbergplatz ein und wurden im Hotel Bubenberg durch die Spitzen des Automobil-Clubs der Schweiz und Vertreter der französischen Gesandtschaft empfangen. A.C.S.-Zentralpräsident Dr. Mende hatte u. a. das Vergnügen, den Grafen de Rohan-Chabot zu begrüssen und ihm zuhanden einer Konkurrentin als Preis einen silbervergoldeten Becher des A.C.S. zu übermachen. Der S.D.A.C. seinerseits Hess durch Frau Debrit-Vogel einen Leuchter überreichen, worauf Graf de Rohan-Chabot im Auftrag der Konkurrentinnen die herzliche Begrüssung bestens verdankte. Nach knapp einer halben Stunde, die für den Aufenthalt in Bern neutralisiert worden war, setzte sich der Zug der 23 Wagen wieder in Bewegung in Richtung Lausanne, wo er gegen 7 Uhr das Tagesziel erreichte. Von der Ankunftskontrolle beim Bundesgerichtspalais begaben sich die Damen zu, einem von der Stadtverwaltung und vom Verkehrsverein offerierten Aperitif ins Hotel de la Paix, wo Herr Serment, Präsident der Sektion Waadt des A.C.S. ausser den Konkurrentinnen u. a. auch den Präsidenten des organisierenden Automobil-Club du Var, Graf de Rohan-Chabot, ferner die Vertreter des französischen Konsulats und der französischen Handelskammer zu begrüssen das Vergnügen hatte. Aus Lausanne wird uns noch gemeldet, dass Mme. Gobert, die in der Kategorie bis 750 ccm auf einem Simca gestartet ist, die Fahrt nach St. Raphael infolge eines Motorschadens nicht fortsetzen kan. Die Zahl der noch «im Rennen» liegenden Konkurrentinnen beträgt somit 22. 24 Stunden von Le Mans. Die Piloten Prinz zu Schaumburg, Heinemann und Briem werden mit ihren 2-L-BMW-Sportwagen auch das 24-Stunden-Rennen von Le Mans bestreiten, das am 17. und 18. Juni stattfindet. Die Automobilindustrie unseres nördlichen Nachbarlandes ist in Le Mans ausserdem durch 2 Adler- Fabrikwagen vertreten. IN DEUTSCHLAND Auch Caracciolas Klassenrekorde homologiert. Nachdem die AIACR kürzlich die in Dessau aufgestellten Dieselrekorde des Hannoveraners Haeberle anerkannte, hat sie nun auch d.ie nachfolgenden internationalen Rekorde der Klasse D (2000 bis 3000 ccm) von Rudolf Garacciola in die Rekordtabelle aufgenommen, die ebenfalls auf der Dessauer Rekordstrecke gefahren wurden: 1- Kilometer mit stehendem Start (14. Februar): 20-20 = 177,4 km/St. 1 Meile mit stehendem Start (8. Februar): 28"32 = 204,6 km/St. 1 Kilometer mit fliegendem Start (9. Februar): 9"04 =398,2 km/St. 1 Meile mit flienendem Start (9. Februar): 14"50 = 399,6 km/St. £f»«»*t in J« Sdhwe Zur Schnee-Sternfahrt wird uns von der Sieger-Equipe Portmann- Rodemeyer (Basel) folgendes geschrieben: « In der Organisation des Rallyes waren gegenüber 1938 grosse Fortschritte zu verzeichnen, welche wir lobend anerkennen. . Zur Fahrt selber möchten wir einige Anregungen machen, damit sie nächstes Jahr vielleicht noch reibungsloser abgewickelt werden kann: 1. Ein schwacher Punkt ist immer noch das Bergrennen am Col des Mosses. Es ist leider wieder vorgekommen, dass einzelne Konkurrenten durch steckengebliebene Wagen behindert worden sind. Wäre eine fortwährende telephonische Verständigung zwischen Start und Ziel nicht möglich? 2. Die Uebergabe des Strecken-Fahrplanes sollte mit den ausgerechneten Zeiten für jede eventuelle Kontrolle allen Konkurrenten erst am Morgen vor dem Start bei der Wagenabnahme erfolgen. Dies um zu verhindern, dass einzelne Teilnehmer, die im Bereich der Strecke wohnen, diese zu mehrmaligem Training abfahren, wodurch die Konkurrenten aus der übrigen Schweiz, denen dies kaum möglich ist, handicapiert werden. 3. Das Organisationskomitee könnte Missverständnisse vermeiden durch Bekanntgabe der Karten (Siegfried oder Dufour) resp. der KartenMätter und Ueberdrucke, auf Grund welcher die Strecke bestimmt und abgefahren wurde. (Den Punkt 1224 zwischen Zweisimmen und Les Moulins fanden wir beispielsweise nicht auf unserer Dufourkarte.) Ferner würde es viel zur Sicherheit des Publikums wie der Fahrer beitragen, wenn der Kontrollposten auf dem Fahrplan wie letztes Jahr näher bezeichnet würde (Kirche, Strassengabelvmg nach ..., erster oder zweiter Bach, resp. Brücke). Dadurch würden unnötige und vorschriftswidrige Rasereien durch Ortschaften vermieden. 4. Man sollte darauf Bedacht nehmen, dass dort, wo Barrieren zu passieren sind, die Kontrollposten vorher und nicht erst unmittelbar nachher placiert werden. Es wäre event. zu überlegen, ob nicht den Konkurrenten, welche an geschlossenen Barrieren warten müssen, einige Punkte gutgeschrieben werden können, da ein Einholen der verlorenen Zeit nicht immer möglich ist; letztes Jahr sind wir gerade durch geschlossene Bahnschranken stark behindert worden und schlecht weggekommen. Im übrigen freuen wir uns schon jetzt auf die Reise nach Genf zum Salon 1940.»,