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E_1939_Zeitung_Nr.023

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BERN, Dienstag. 14. März 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 23 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE! A (ohne Versicherung) halbjtariieh Fr. 5.-, , jährlich Fr. 10.— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlieh abonniert Ausgabe t) (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 - Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteli8hrlich.'Fr.'7.50 Kredit für die Kistenstrasse gestrichen — Segnes- und Panixerpaas militärisch unbrauchbar. — Düssistockstrasse, eine zu teure Variante — Strassenverbindung Glarus-Graubünden weiterhin' unabgeklärt — der Pragel soll als Gütersträsschen gebaut werden. Seitdem sich vor Jahresfrist an unserer Ostgrenze tiefgreifende Veränderungen vollzogen haben, ist die militärische Lage des Kantons Graubünden zum mindesten prekär geworden. Die Sicherstellung einer Verbindung dieses Landesteiles mit der Zentralschweiz durch Bau einer wintersichern Gebirgsstrasse rückte mit einem Schlage in den Vordergrund der Diskussion und erschien — im ureigensten Interesse der Bündner selbst — a]s aus.serordentlich dringend. Auf Grund zahlreicher Konferenzen und Besichtigung der. -in -Betracht fallenden Uebergänge aus dem Vorderrheintal ins Ljnth- oder Reusstal erwies sich dann die Kistenpaßstrasse als dasjenige Projekt, das allen militärischen Anforderungen, am ehesten gerecht, zu werden vermöchte. Bei der Beurteilung der einzelnen in Vorschlag gebrachten Strassenverbindungen war zu berücksichtigen, dass es sich handelte tfpd dass vor den Interessen unserer Landesverteidigung alle Spekulationen, gleichgültig, wer sie vertritt und was sie anstreben, zurückzustehen haben. Gewiss — darüber war man sich klar: Es gab wirklich eine Reihe verkehrspolitisch und wirtschaftlich gewichtiger Einwendungen gegen den Bau einer Kistenstrasse. Niemand aber hielt die Bündner für so kurzsichtig und schlecht beraten, dass er annahm, sie würden sich im entscheidenden Moment dem eidg. Gesichtspunkt verschliessen. Man zählte auf den Triumph der bessern Einsicht, weil man es für ausgeschlossen hielt, dass rein lokal- und wirtschaftspolitische Überlegungen den strategischen, d. h. den gesamtschweizerischen vorangestellt würden. Den Glarnern ihrerseits wäre die Erstellung einer Panixerstrasse das Liebste gewesen. Nichtsdestoweniger zögerten sie nicht, in echt freundeidgenössischer Weise ihren Willen zur tatkräftigen Mithilfe am Bau auch einer andern Querverbindung kundzutun; für sie war einzige Voraussetzung : nie Kisten — hie Segnes ! Vom 8.—10. März d. J. tagte in der Folge im schönen Lugano, und zwar unter -dem Vorsitz von Ständerat Keller die lSgliedfige ständerätliche Kömmission zur Vorbehandlung der Vorlage « Landesverteidigung und Arbeitsbeschaffung». Bei dieser Gelegenheit berichtete Bundespräsident Etter über die auf Grund der mit den in Frage kommenden Kantonen gepflogenen Verhandlungen im Programm vorgesehenen Alpenstrassenbauten, Ausdrücklich stellte er dabei namens des Bundesrates den Bau einer neuen Kistenstrasse von Tavanasa-'Brigels mit einem 2200 m langen Tunnel in 1860 m Höhe — unter dem Kistenstöckli durchführend — nach Linthal als aus militärischen Gründen erwünscht .und dringend in den Vordergrund; Parallel hiezu beantragen die Bundesbehörden, so fuhr er fort, den Ausbau von^ Oberalpbahn und Oberalpstrasse auf grössere Wiritersicherheit,-.::da T mjt die „.-.« ,.*».; Verbindung zwischen Rhein- und ReusstäF" auf alle,Fälle sichergestellt werden könne. Im weitern sei vorgesehen, die Umgestaltung von Lukmanier- und Klausenstrasse zu ebenfalls wintersichern Verbindungen. Für den Neubau der Kistenstrasse und den Ausbau der drei andern. Pässe inkl. Oberalpbahn verlange der Bundesrat einen Gesamtkredit' von 35 Millionen Fr., in der Meinung, es seien 20 Millionen Fr. für den Bau der Kisten-, strasse und die restlichen 15 Millionen Fr. für die übrigen Ausbauprocekte zu bestimmen. Anfangs der letzten Woche hat schliess- Iich die Bündner Regierung in einer neuerlichen Eingabe an den Bundesrat nochmals Die Strasse hatte den eidg. Belangen zu Im luzern. Grossen Rat begründete unlängst entsprechen! Dr. Erni eine Motion, die sich für die Gewährung von Steuerreduktionen für Motorfahrzeuge verwendet. Massnahmen nach dieser Die Bündner aber Hessen sich wider Erwarten von dieser loyalen und weitsichtigen Richtung hin würden, wie er darlegte, zu Haltung, der Glarner durchaus nicht beeinflussen; ihre Stellungnahme blieb nach wie einer vermehrten Inbetriebsetzung neuer und zur Instaftdstellung gebrauchter Wagen führen und sich damit indirekt auch als Mittel vor ausgesprochen intransigent. Chur beharrte darauf, den von Norden einströmenden Verkehr wie bis anhin durch das Sar- zur Arbeitsbeschaffung auswirken, ohne dass der Staat dabei zu kurz käme. Vor allem zielten die Vorschläge des Motionärs auf die Einganserbecken leiten zu wollen und schien auf jegliche Verbindung mit dem Kanton führung der Ratenzahlung, der Wechselnummern und auf die Herabsetzung der Steuern Glarus gar keinen Wert zu 'legen. Müsste aber unbedingt eine neue Strasse erstellt auf älteren Wagen ab. werden — hiess es dort — dann habe diese So nahe als möglich an der Ostgrenze durchzuführen und hiezu eigne sich der Segnes sich allerdings >