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E_1939_Zeitung_Nr.027

E_1939_Zeitung_Nr.027

$#»SlSBaK4»WV«B»»l*«©l»B» Rücksichtsloser Kampf gegen Autobanditen. Den gesetzlichen Massnahmen Deutschlands, die Sicherheit des Strassenverkehrs nach jeder Richtung zu gewährleisten, entspricht die strenge und schnelle Diirchlührung im gerichtlichen Verfahren. So wurde dieser Tage ein Mann, der einen Taxi zu einer längeren Uebeflandfahrt gemietet und unterwegs den Versuch unternommen hatte, den Fahrer zu töten und zu berauben, schon zwei Tage nach der Tat abgeurteilt; nach weitem zwei Tagen fand die Vollstreckung des Todesurteils statt, welches das Gericht als einzige im Gesetz vorgesehene Strafe verhängt hatte. Mit gleicher Schärfe und Schnelligkeit wurde gegen einen Fahrer vorgegangen, der. nachdem er einen Unfall verursacht, weitergefahren war, ohne dem Verunglückten Hilfe zu leisten. Hier erkannte das Gericht vier Tage nach dem Vorfall allein wegen des Delikts der Fahrerflucht — die Körperverletzung wurde besonders geahndet — auf die Höchststrafe von zwei Jahren Gefängnis und machte ausserdem zum ersten Male von der Möglichkeit Gebrauch, den bei rechten Fahrspur blieben und kein einziger darunter die Mittellinie missachtete. •'*' der Unglücksfahrt verwendeten Wagen zu konfiszieren. Ein Erfolg der abschreckenden Wirkung, die mit dieser scharfen Justiz beabsichtigt ist, lässt «ich freilich noch nicht feststellen; es haben vielmehr seit dem vor einem halben Jahre erfolgten Ausland Inkrafttreten des sog. Autofallengesetz-es die Ueberfälle auf Chauffeure erheblich zugenommen. Nicht weniger als acht Todesurteile sind deswegen seither verhängt und vollstreckt worden. Wie sie die rechte Strassenseite einhalten. Das Michigan State Highway Departement hat Untersuchungen darüber angestellt, wie sich der Personen- und Lieferwagenverkehr auf einer geraden und ebenen Strasse, die ohne Mittelstreifen vier Fahrspuren aufweist, auf die Fahrbahnbreite verteilt, vorausgesetzt, dass keine Hindernisse vorhanden seien. Hier die aufschlussreichen Ergebnisse: 23°/» hielten sich auf der rechten Fahrspur, 59°/o hielten sich auf der Grenze zwischen beiden Spuren, 14% hielten sich vollständig auf der Ueberholungsspur, 4% berührten die entgegengesetzte Ueberholungsspur. Gerade rühmlich nehmen sich diese Ziffern für die Disziplin der Fahrer nicht aus. Dagegen förderte die Untersuchung in bezug auf die Lastwagen wesentlich bessere Resultate zutage, wie aus der nachfolgenden Zusammenstellung hervorgeht: 68°/o auf der rechten Fahrspur, 30%> an der Grenze zwischen Fahrspur und Ueberholungsspur, 2% berührten die entgegengesetzte Spur. Ganz unabhängig von ihrer Geschwindigkeit bewegte sich die grosse Mehrheit der Lastwagen pflichtgemäss dicht am rechten Strassenrand. Bei den Personen- und Lieferwagen jedoch scheint das Tempo die Einhaltung der vorgeschriebenen Fahrbahnseite nicht unerheblich zu beeinflussen, weil es sich nämlich zeigte, dass sie bei Geschwindigkeiten unter 64 km/St, mit dem rechten Vorderrad etwa um 1,20 m vom Strassenrand entfernt blieben, währenddem dieser Abstand bei der Hälfte der beobachteten Fahrzeuge auf 2,40 m wuchs, wenn sie 96 km/St, oder mehr «drauf hatten». Wenn es auch nicht leicht hält, die Gründe dafür zu ermitteln* so gibt es anscheinend kaum etwas daran zu rütteln, dass der Automobilist, der ein gutes Tempo fährt, vor den Folgen einer Berührung der Gegenspur weniger zurückschreckt als vor der Gefahr, ein aus einer Seitenstrasse kommendes Fahrzeug oder einen Fussgänger zu streifen. Strassenkrümmurigen oder Sichtbeschränkungen vermögen den Fahrer eines Personen- oder Lieferwagens nicht dazu zu bewegen, von der erwähnten Fahrweise abzugehen. An Stellen, da das Höhenprofil die Sichtgrenze auf 130 m reduzierte, fuhren 50"/o der Wagen, deren Geschwindigkeit 65 km/St, nicht überstieg, so, dass deren rechtes Vorderrad ungefähr 1,20 m von der Strassenkante entfernt lag. Und bei höheren Geschwindigkeiten rückten die Hälfte der Fahrer sogar 1,80 m davon ab. Wogegen genau an der nämlichen Stelle nicht weniger als 75% der Lastwagenchauffeure auf der Neue Bestimmungen über Mineralöl-Pflichtvorräte In Frankreich. Durch Verfügung der französischen Regierung vom 3. Mär? d J. sind die bisherigen Vorschriften über die Anlegung strategischer Pflichtvorräte an Mineralöl erheblich verschärft worden. Nachdem die Verordnung vom 21. Februar 1938 den Inhabern von Oeleinfuhrlizenzen die Auflage gemacht hatte, 15 °/o jener Reserven an Benzin in Grosstankanlagen innerhalb eines genau festgelegten Gebietsbereichs im Landesinnern unterzubringen und dieses Anteilsverhältnis bis zum 1. Januar 1940 auf 20°/o und bis zum 1. Januar 1944 auf W!i zu erhöhen, revidiert die jüngste Verordnung diese Prozentsätze dahin, dass am Beginn des nächsten Jahres bereits 32 °/o und am 1. Januar 1944 nicht weniger als 60% der Pflichtvorräte innerhalb der vorgeschriebenen Zonen eingelagert sein müssen. Gleiches gilt nunmehr auch für die obligatorischen Gas- und Heizölreserven, deren Unterbringung in mindestens 5 Meter Entfernung von den Raffinerien gefordert wird. Diese neuen Anordnungen bedeuten nicht nur eine ansehnliche Erhöhung der in den geschützten Gebieten anzulegenden Pflichtvorräte gegenüber den ursprünglichen Forderungen der Regierung, sondern auch eine erhebliche Vorverlegung der Termine, in denen diese Einlagerung erfolgen soll, und stellen' damit in doppelter Hinsicht eine starke Belastung der Industrie dar. • , Uft Von der Standortverlegung ihrer strategischen AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 28..MÄRZ 1939 — N P 27 Vorräte in das Landesinnere sind die Lizenzinhaber nur dann entbunden, wenn sie die verlangten Mengen unterirdisch einlagern oder wenn sie oberirdische Tanks mit seitlichen Schutzvorrichtungen gegen Bombensplitter versehen; im letztern Fall, für den eine besondere Genehmigung einzuholen ist, muss jedoch für jede Tonne Oelprodukte ein Tankraum von 10 m 3 zur Verfügung. stehen, so dass oberirdische Tanks dieser Art nur mit etwa 13 % ihres tatsächlichen Fassungsvermögens auf die einzulagernden Pflichtreserven angerechnet werden. Ueber die Gewährung von Kompensationen für die Besitzer bombensicherer Grosstankanlagen ist bis jetzt nur soviel bekannt, dass die Regierung eine entsprechende Revision der Zollvergünstigungen ins Auge fasst, ohne dass schon nähere Einzelheiten hierüber festgelegt sind. In jedem Fall fordert die jüngste Verordnung neue grosse Opfer von der Industrie, die i^cht allein kostspielige Erweiterungsbauten für die Unterbringung der strategischen Pflichtreserven vorzunehmen hat. sondern auch noch gezwungen ist, ihre Vertriebsorganisation immer weiter von den friedenswirtschaftlichen Erfordernissen loszulösen und somit für dauernd zu verteuern. J. P. K. Typenbeschränkuns* in Deutschland marschiert. Das Programm: 30 Personenwagen- und 19 Lastwagentypen. Nachdem nunmehr der Generalbevollmächtigte für deutsches Kraftfahrwesen, Oberst Schell, dje Vollzugsvorscbriften für die Typenbeschränkung veröffentlicht hat, lässt sich ein eenauer Ueberblick über die Auswirkungen dieser Massnahme gewinnen. Bei den Personenwagen wird die Typenzahl von bisher 52 auf 30 reduziert, die sich auf alle Literklassen verteilen. Weit schärfer ereifen die behördlichen Vorkehrungen auf dem Gebiet des Lastwagenbaues ein. wo von den bisherigen 113 Typen alle bis auf 19 verschwinden müssen, die Fahrzeuge von 1, l'A, 3, VA und 6^ T Nutzlast umfassen. Daneben bestelt noch die Möglichkeit zum Bau eines Grossraum-Omnibusses mit Dreiachsfahrgestell. Die Umstellung auf das neue Programm erfolgt derart zeitig, dass von Anfang 1940 an nur noch die vorgesehenen Typen zum Verkehr zugelassen werden. Au#«*lcua>se Bilanz der Saison-Alpenposten im Winter 1938 39: Frequenzrückgang um 7,8 %. Wie die Mehrzahl ihrer Vorgängerinnen, so stand auch, die Woche vom 13.—19. März bei den Alpenposten im Zeichen absteigender Frequenzziffern. Bei einem Total von 12 056 Benutzern ergibt sich im Vergleich mit der entsprechenden Vorjahreswoche eine Einbusse von 1403 Personen, die in der Hauptsache auf das Konto der Linien Bern- Gurnigel - Selibühl (—689), Urnäsch - Sehwägalp (—658) und Nesslau - Buchs (—447) zu buchen sind. Wenn neben den 10 Kursen, deren Wochenergebnis negativ abschliesst, auch acht eine Zunahme verzeichnen, so reicht diese bei weitem nicht aus, um die Verluste auf den übrigen Routen zu decken. Allerdings muss dabei auch der Umstand in Rechnung gestellt werden, dass der Betrieb infolge der gewaltigen Schneemassen, welche uns die vergangene- Woche höchst unzeitgemäss bescherte, da und dort eine Unterbrechung erfuhr oder dass zeitweise, z. B. auf dem Kurs Chur - Tschiertschen, der Habermotor an Stelle des Benzinmotors trat. Nach wie vor marschiert die Verbindung Nesslau - Buchs mit einem Total von 2628 Reisenden an der Spitze; im zweiten Rang erscheint Chur - Julier - St. Moritz mit 2111. gefolgt von St. Moritz - Maloja - Chiavenna mit 1872, dieweil von den übrigen Kursen keiner die Tausendergrenze erreicht. Während der ganzen Wintersaison 1938/39 üfler die man nunmehr einen zusammenfassenden Rückblick zu werfen in der Lage ist, beförderten die Alpenposten 229 056 Passagiere, 18 904 oder 7.6% weniger als im nämlichen Zeitraum 1937/38. Ueberraschend kommt dieses Fazit nicht, spiegelt sich doch darin lediglich die ganz allgemein rückläufige Entwicklun? unseres Fremdenverkehrs in der zu Ende gehenden Saison, eine Folge der gespannten politischen Situation einerseits und der «programmwidrigen» Schneeverhältnisse anderseits, die dem Wintersport nicht zu knapp Abbruch taten. Was im übrigen die Einzelheiten anbelangt, so mögen die Zahlen für sich selbst sprechen, weshalb hier die Schluss-Zusammenstellung der Automobilabteilung der PTT wiedergegeben sei: 1939 1938 1939 + oder — Stalden-Saas Grund 159 1 ) 297 —138 Bern - Gurnigel - Selibühl (nur Samstag/Sonntag-Verkehr) 150 839 —689 Schwarzenburg - Riffenmatt - Hirschhorn 846 827 + 19 Langenbruck - Waidenburg 591 218' +373 Einsiedeln - Oberiberg 459 454 + 5 Nesslau - Buchs 2628 3075 —447 Siebnen - Innerthal 303 421 —118 Uznach-Rkken-Wattwil 428 322 +106 Urnäsch - Schwägalp 437 1095 —658 Chur - Lenzerheide - Julier - St. Moritz 2111 1 ) 2267 —156 Chur-Tschiertschen 215») 294 — 79 Chur - Reichenau - Flims Waldhaus 405 433 — 28 Thusis - Hinterrhein 335 339 — 4 St. Moritz - Maloja - Chiavenna 1872 1711 +161 Schuls- Landeck 546 435 +111 Zernez - Ofenberg - Münster '(Graubünden) 139 185 — 46 Mesocco-San Bernardino 208 82 +126 Lugano - St. Moritz (nur Durchgangsverkehr) 224 165 + 59 12 056 13459 Schüpfheim-Flühli-Sörenberg 129 Rarnen-Melchthal-Stöckalp 214 Total 12 399 *) 15—16. III. teilweise unterbrochen. ») 15.—19. III. Pferdepost —1403 WOtINGEt »MN 9/f SPEEDOMETER OEL-SCHMUTZ VERRINGERT DIE GESCHWINDIGKEIT Mit Mobiloil bleibt Ihr Motor sauber WENN Sie von Ihrem Motor maximale Kraftentwicklung, also Volleistung erwarten, dann sorgen Sie für gute Schmierung mit Mobiloil : Halten Sie den Motor SAUBER mit Mobiloil. Durch das Clirosol-Verfahren sind dem Oel alle unbeständigen Anteile entzogen : Jeder Tropfen ist reiner Schmierstoff, der sich auch bei höchster Beanspruchung nicht in Schlamm und Kohlerückstände zersetzt. f Allüberall...^1 amStammtisch, am Kaffeekränzli, auf unsern Sportplätzen, doch auch in ^ den Familien- und den Arbeitsräumen stehr\ jetzt 1 eine Glücks-Serie Unserer qrossen Osteristeigentlich nicht das Wort, sind sich doch alle dar- \ über einig, dass es nichts Günstigeres geben kann: Eine Seva-10-Los-Serie enthält mindestens einen sichern Treffer und 9 übrige Chancen. Welche Chancen? Prüfen Sie den Trefferplan. 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N°27 DIENSTAG, 281 MÄRZ 1939 AUTOMOBiL-REVÜfc Die Generalversammlung der ASPA in Ölten Es mögen über 200 Delegierte gewesen sein, die am vergangenen Samstag an der 19. ordentlichen Generalversammlung des Verbandes Schweiz, Motorlastwagenbesitzer teilnahmen, so dass sich der weite Saal des «Aarhofs» in Ölten fast als zu klein erwies. In seinem- Begrüssungswort gedachte der Vorsitzende, Vizepräsident Müller (Brunnen), der Toten des Jahres, Zentralpräsident Glasson und Oberst Wyss, zu- deren Ehren sich die- Versammlung erhob. Ohne dass die Diskussion in Fluss geraten wäre, passierten die üblichen Geschäfte: Pro-r Herr Müller-Dettling (Brunnen), der neue Zentralpräsident der Aspa, auf den zu erwartenden Mitgliederzuwachs, namentlich durch den geplanten Anschlusa des Camionverbandes, als notwendig erweisen. = "Weitaus den grössten - Raum im Rahmen der Tagung nahni die Erörterung aktueller Fragen in Anspruch, denn allerdings häufen sich gerade in der heutigen Zeit-die-Probleme, welche den Lastwageribesitzer-brennend beschäftigen; Im Vordergrund steht dabei die neue Autotransportordnung; worüber Herr Dr. Brügger, der Präsident der Autotransport-Kommission; ; eine eingehende Orientierung bot Die 1 Vorbereitungen für die Durchführung des Bundesbesehlusses vom 30. September 1938, wozu die Tarifordnung, die Aufstellung der Konzessionsbedingungen lind die Abklärung der Bedürfnisfragen gehören, befinden sich im Gang. Nach Abschluss der Anmeldungen für die Einrichtung des Registers wird den gewerbsmässigen Transportunternehmern ein zweiter Fragebogen zugehen, an Hand dessen dann der Entscheid "über die Erteilung oder Nichterteilung der Konzession erfolgt. Müssen dabei einerseits unnötige Härten vermieden werden, so kommt man anderseits nicht um die> Notwendigkeit herum, Ordnung- in daa Chaos zu bringen. Den Ausschlag geben dabei die allgemeinen Interessen der Wirtschaft. Mit dem Appell an die' Kreise des gewerbsmässigen Strassenverkehrs, die mit. der Xösun* dieser Probleme beauftragten Instanzen in ihrer Arbeit zu unterstützen, schloss Dr. Brügger seine Darlegungen. Zwischenhinein widmete der Vorsitzende dem. scheidenden Sekretär der'. Aspa. Dr. Raaflaub, der die Direktion des «TA