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E_1939_Zeitung_Nr.027

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 2a MÄRZ 1939 — N° 27 PrabVtlscIie W£nl*c» genkommenden Wagens -wieder In eben polarisiertes Licht zurückverwandelt, das dann in den «Maschen» des Polarisationsfilters grösstenteils «hängen bleibt». « The Motor » glaubt, dass mit dieser Verbesserung der Tag der endgültigen Einführung schon sehr nahe gerückt sei. -fw- Der Autowascher Cudo besteht aus zwei kreisrunden Schwämmen und einem Handgriff aus Alummiumspritzguss, der durch einen Schlauch mit der Wasserleitung verbunden wird. Der eine der beiden Gummischwämme ist ringförmig und feststehend, während der im Mittelkreis vertieft gelagerte zweite Schwamm auf einem Turbinenrad montiert ist, das durch den Druck des Wassers mit gegen 1000 Umdrehungen in der Minute zu rotieren beginnt. Die durch die Aussparungen aus dem Schwämme austretenden Wasserstrahlen erhalten dabei eine charakteristisch© Form und bewirken durch ihre stets wechselnde Angriffsrichtung, dass der auf der Karosserieoberfläche haftende Schmutz ohne Beschädigung des Lackes ebenso sauber.abgehoben und weggeschwemmt wird, als wenn dies mit einem Wasserstrahl von mehreren Atmosphären Druck geschehen würde. Der äussere feststehende Schwamm übernimmt hiebei die Beseitigung des Films und wird durch den immerwährenden Wasserzufluss ständig rein gehalten. Die spitzwinklige Anordnung des Handgriffs zum Kopfstück verhindert, dass einem der Wasserstrahl in den Aermel hineinläuft, wie das sonst die neckische Eigenschaft der Schlauchbürsten und Schlauohschwämme ist. Für Automobilbesitzer, die ihren Wagen selbst waschen, bietet die Gudo-Turbine eine erhebliche Erleichterung und Vereinfachung dieses Geschäftes. Dadurch, dass man nicht mehr in direkte Berührung mit dem Wasser kommt, kann man nun auch im Winter seinen Wagen sauber halten, ohne blaugefrorne Hände zu bekommen, b-r. Ein wenig Vaseline zwischen Scheinwerfergehäuse und Haltering der Linse schützt einerseits den Spiegel vor Beschmutzung durch eindringenden Staub und erleichtert anderseits das Abnehmen des Ringes sowie der Linse beim Ersatz der Lampenbirne. !•••«•*:•* des Nie an unübersichtlicher Stelle parkieren Das Parkieren ist eine Kunst für sich, deren Bedeutung nicht von allen Fahrern rich- Frage 13.728. Rollwiderstand eines Wagens. Stehen Ihnen Angaben über den Reibungskoeffizienten von Personenwagen zur Verfügung, die zur Berechnung des Rollwiderstandes dienen könnten? A. K. in L. Antwort: Nach neueren Messungen (siehe «Deutsche Kraftfahrforschung», Heft 1, Artikel «Luftwiderstand an Kraftfahrzeugen » von Dipfc* mg. C, Schmidt) Tertchlingt der Rollwiderstand der Reifen einen grossen Teil der für die Ueberwindung der Reibung aufgewendeten Arbeiten. Der Rollwiderstand neuer Reifen ist grösser als der abgelaufener Pneus. Nachstehende Tabelle, die sich auf Reifen mit einem Innendruck ron 2,5 at bezieht (bei niedrigerem Druck höherer Rollwiderstand) gibt darüber Aufschluss. Fahrgeschwindigkeit in km/St 40 60 80 100 Rollwiderstands- Koeffizient: alte Reifen 0,0105 0,0115 0,0127 0,0140 neue Reifen 0,0138 0,0150 0,0175 0,0205 Dazu kommt der Lager- und Lüfterwiderstand der Räder mit 0,0002 0,0005 0,0010 0,0015 Zu den durch den Reibungskoeffizienten der Räder verursachten, vom Wagengewicht abhängigen Verlusten gehen von der an der Motorwelle verfügbaren Leistung ausserdem noch die Reibungsver- mit seinem Auto nach Zürich fuhr. Ein halbes tig erkannt wird. Unglücklich aufgestellt, rekten Gang auf rund 12,5% der übertragenen Lei- war, steht mir zur Verfügung. Glücklicherweise luste in der Kraftübertragung ab, die sich im di-Dutzend Zeugen dafür, dass der Mann betrunken stung belaufen. -b- kann ein stationierter Wagen als lästiges und sogar verkehrsgefährliches Hindernis wirken. Dies ganz speziell, wenn er an einer unübersichtlichen Stelle wie etwa dem ith Bild gezeigten Strassenbuckel steht. Ein über die Brücke daherkommender Fahrer wird des in seiner Fahrbahnhälfte parkierten Automobils erst im letzten Moment ansichtig. Hat er seine Geschwindigkeit vor dem Passieren der unübersichtlichen Stelle infolge eines entwickelten < sechsten Sinnes » bereits stark ermässigt, so wird er das Hindernis ungeschoren « umschiffen > können. Bei höherer Fahrgeschwindigkeit dagegen bleibt ihm nichts übrig, als das Lenkrad im letzten Moment nach links herumzureissen und dadurch eventuell mit einem vorschriftsmässig entgegenkommenden oder einem vorschriftswidrig überholenden Fahrzeug in Kollision zu geraten. Aus diesen Gründen ist das Parkieren an solch unüberblickbaren Stellen als grober Verstoss gegen die Verkehrssicherheit zu betrachten, auch wenn zugegebenermassen meist erst durch teilweises Mitverschulden anderer Verkehrsteilnehmer daraus ein Unfall entstehen kann, -b- Terfvn. «•» Fall Schriftliche Antworten : Frage 1109. Fabrikadressen. Ich bitte Sie um Bekanntgabe folgender Fabrikadressen: Rolls- Royce, Wolseley, Skoda, Tatra. W. in E. Frage 1110. Fabrikadressen gesucht Können Sie mir die Fabrikadressen von Amilcar und Minerva-Imperia bekanntgeben? C in B. Frag« 1111. Auswahl eines ylerpIStzigen Cabriolets. Ich beabsichtige ein 4r-Plätzer-Cabriolet im Preise von ca. Fr. 9500.— anzuschaffen und ersuche Sie um Ihren Ratschlag betreffend Auswahl eines bestimmten Modells. B. in B. Frag* 1112. Montagekosten eines Amerikanerwagens. Wie hoch stellen sich die Kosten der Montage von Zylinderbüchsen auf einen Chrysler- Imperial 6 Zyl., Modell 1929? H. in Z. Frage 1113. Schwelzerische Hersteller von Auto- Artikeln gesucht. Ich suche die Vertretung einiger leistungsfähiger, schweizerischer Firmen, die Artikel für die Automobilbranche liefern. G. in L. Frag« 1114. Buch Ober Aufbau des Automobils. Da ich mich auf die 3M-Tonnen-Fahrprüfung vorbereiten möchte, suche ich nach einem geeigneten Buch. Könnten Sie mir vielleicht mitteilen, wo ich ein solches leihweise oder za günstigem Preise erhalten könnte? W. in Z. Frage 1115. Vertreter des D.-Wagens. Ich interessiere mich für einen D.-Wagen und bitte Sie um Angabe der Adresse des zuständigen Vertreters. S. in U. Frage 1116. PEM-Kerzen und OLD GOLD- sowie CORDS-Kolbenringe. Ich interessiere mich ebenfalls für die beiden Fragen Nr. 1044 «PEM-Kerzen» und Nr. 1048 «Kolbenringe OLD GOLD und CORDS» und bitte Sie um Bekanntgabe der Antworten. H. in Z. Frage 1117. SpezIalSI, Kolloidgraphit und Oelfilter. Empfehlen Sie für das Einfahren meines neuen Wagens die Verwendung von Spezialöl, von Kolloidalgraphit und eines Oelfilters? M. in S. Frage 1118. Amerikanische Lastwallen marke. Können Sie mir die Adresse des europäischen Generalvertreters der amerikanischen Lastwagen- Marke X bekanntgeben? W. in B. Frage 1119. Selbstbau einer Garage. Ich möchte mir selbst eine Wellblech- oder Eternitgarage konstruieren. Würde eine Occasion billiger zu stehen kommen? Ich bitte Sie um Ihren Ratschlag. H.inW. s» '«erfaseial Anfrage 750. Anrempelung durch Angetrunkenen. Ich wurde kürzlich in einem Fremdenkurort von einem betrunkenen jungen Manne angerempelt Später musste ich dann konstatieren, dass der Angetrunkene gegen 20 Uhr noxh in diesem Zustand passierte auf der Fahrt nach Zürich, wie meine Erkundigungen ergaben, nichts. Wenn ich den jungen Mann anzeige, verliert er auf alle Fälle seine Stelle, und das möchte ich nun nicht. Meine Forderung wäre: gebührliche schriftliche Entschuldigung sowie Einzahlung von Fr. 20.— auf das Postcheckkonto « Spanienkinderhilfe ». Frage: darf ich das verlangen? C. B. in B. Antwort: Falls Sie darauf bestehen, von der in Frage stehenden Persönlichkeit eine Entschuldigung zu erhalten, empfehlen wir Ihnen, Ihre diesbezügliche Forderung weder mit einer Drohung mit Strafanzeige noch mit der Forderung der Zahlung eines Geldbetrages zu verbinden. Sollte dann der junge Mann die verlangte Satisfaktion ablehnen — es muss damit gerechnet werden — müssten Sie Strafanzeige gegen ihn einreichen wegen Fahrens in angetrunkenem Zustande, sowie wegen Beschimpfung, öffentlichen Aergernissen usw. Hierfür wären Sie aber natürlich beweispflichtir. * Zum Beginn der netten Fahrsaison. Alle Schweizer Wagenbeeitzer rüsten gegenwärtig ihr Fahrzeug für die •warme Jahreszeit, wo grössere Touren unternommen und allgemein mehr gefahren wird als im Winter. Zu diesen Ueberholungsarbeiten gehört auch die Reinigung des Kühlsystems von Schlamm und Rückständen, die durch das Frostschutzmittel aufgelöst wurden und sich nun irgendwie ansetzten. Hiezu verfügen schon viele Garagen über die Spül-Pistole WHIZ, welche diese Arbeit rasch und zuverlässig durchzuführen gestattet, sowie über das unter der gleichen Marke in den Handel gebrachte Kühlerreinigungsmittel zur Auflösung des Kesselsteins. Verfehlen Sie daher nicht, in Ihren Auftrag zur Revision des Wagens eine Reinigung des Kühlsystems nach diesem Verfahren einzubeziehen, um Ihren Wagen im Sommerbetrieb vor UeberhiUung zu schützen. In diesen Tagen liefern wir die vollständig nen bearbeitete 3. Auflage (6. bis 8. Tansend) aus. Alles was sich seit dem Erscheinen der letzten Auflage geändert hat, ist entsprechend berücksichtigt worden. Viele neue Abbildungen. Gleicher Preis: Fr. 4.80 (in Ganzleinen gebunden). Das aktuellste, den schweizerischen Verhältnissen am besten Rechnung tragende Autobach Kapitel-Uebersiclit 1. 2. 3. 4. Vom richtigen und falschen Fahren Allgemeine Fahrpraxis Alpenfahrten Das Fahren im Ausland 5. 6. 7. 8. Wie verhält man sich bei Unfällen? Erste Hilfe bei Unglücksfällen Das Automobil und seine Bestandteile Die Pflege des Automobils 9. Betriebsstörungen und deren Beseitigung 10. Die Betriebskosten der Automobilhaltung 11. Fragen und Antworten 12. Verkehrstafeln (farbig)

„Automobil-Revue" — Nr. 27 BERN, Dienstig, 28. Mira 1939 Neue Möglichkeiten Wenn sich zwei Autogewerbler über den Gang der Dinge unterhalten, dann setzen eie fast immer voraus, dass die Nachfrage nach Wagen, Betriebstoffen, Material und Arbeit eine bestimmte Grosse sei und dass der Wettbewerb um den Umsatz schliesslich ein solcher des einen gegen den andern ist, des Grossen gegen den Kleinen, des Tüchtigen gegen den Mittelmässigen. Es mag kühn scheinen, gegen eine solche Ansicht ankämpfen zu wollen. Haben schliesslich nicht gerade die Krisenjahre bewiesen, dass alle, vom Grossunternehmen hinunter bis zum Einmannbetrieb, dem Schwanken der Konjunktur ausgesetzt und dass auch übernormale Anstrengungen nicht geeignet sind, die Unbill der Zeit wettzumachen? Sogenannte schlechte Zeiten haben erfahrungsgemäss nicht nur den einen Nachteil, dass sie eine Verminderung der Umsatz- und Verdienstmöglichkeiten mit sich bringen, sondern, dass sie darüber hinaus auch noch vielerlei Initiative, Schaffenskraft und Einsatzwille, die nicht hieb- und stichfest sind, verkümmern und zerfallen lassen. Wo aber Zuversicht und Glaube an die eigene Leistungsfähigkeit einmal verschwunden sind, da können aus der kalten Asche auch die besten ; Zeitläufe keine lodernde Flamme und keinen Phönix mehr emporsteigen lassen. Was soll man denn aber zu jenen Firmen sagen, die ausgerechnet in den Krisenzeiten einen erfreulichen und deshalb scheinbar unerklärlichen Aufstieg nehmen? Sind es einfach Glückspilze, denen ein unerhoffter Windstoss die gebratenen Hühnchen vor die Türe setzen? Ihre Erfolge gründen sich ganz bestimmt nicht in erster Linie darauf, dass sie es besonders gut verstehen, den bereits bestehenden Konkurrenten die Aufträge wegzulotsen, sondern erstens auf die Leistung, die ihnen das Zutrauen der Kundschaft bringt, und zweitens die Fähigkeit, ihr c Dienenwollen» richtig an den Mann zu bringen. Darum finden sie auch immer wieder Möglichkeiten, wo der Durchschnittsmensch solche nie vermutet und sind diesen immer um ein paar Nasenlängen voraus. Als Beispiele, die sich natürlich beliebig vermehren Hessen, seien im nachstehenden einmal ein paar aufgeführt: Der Garagist, dem die Privatkunden die Wagen in regelmässigen Abständen zuführen, wird, wenn er genau zu beobachten versteht, im Laufe des Tages bei diesem oder jenem Wagen Unzulänglichkeiten entdecken, die im Interesse des Fahrzeugbesitzers behoben werden sollten. Er wird bei Saisoneintritt jeden auf die notwendigen Arbeiten und Materialanschaffungen aufmerksam machen, wird sie an die unerlässlichen periodischen Oelwechsel erinnern usw. Er wird, kurz gesagt, die Pflegedes Wagensso genau kontrollieren, als ob es sein eigener wäre und er es sich in den Kopf gesetzt hätte, ihn immer in erstklassigem Zustand zu halten. im Automobilgewerbe Der Karossier, der sich hauptsächlich mit Flickarbeit beschäftigt, hält seine Augen offen, wenn er an einem Parkplatz vorbeikommt, merkt sich allfällige havarierte Kotflügel und bearbeitet die Besitzer schriftlich oder telephonisch, nachdem er deren Namen mit Hilfe des Automobil- Kalenders festgestellt hat (ein Vorgehen, das demjenigen jenes Pneuhändlers entspricht, über dessen Methode wir letzthin an dieser Stelle berichtet haben). Die Servicestation wird es eich nicht nur nicht nehmen lassen, die vorüberfahrenden Automobilisten freundlich zu grüssen, sondern mit möglichst vielen ein persönliches Verhältnis anzuknüpfen suchen (wozu der Automobil-Kalender die beste Gelegenheit bietet). Sie wird sich auch Korpsgeist Es hiesse der Wahrheit Abbruch tun, wenn man leugnen wollte, dass die Jahre der Krise — politischer wie wirtschaftlicher Art — nicht auch ihre guten Seiten gehabt und neben den bedauerlichen nicht auch erfreuliche Erschei- ausserhalb des eigentlichen Automobilfachs möglichst nützlich erweisen, indem sie mit Eücksicht auf den Charakter der Gegend für diese oder jene Annehmlichkeit sorgt. Da könnte z. B. eine Service- Station am Fuss einer Ski-Abfahrt einen kleinen Raum verfügbar machen, in welchem die gerade im Frühjahr meist tüchtig schwitzenden Skifahrer nach Beendidigung ihrer Tour Gelegenheit hätten, die Wäsche zu wechseln. Eine andere in der Nähe eines Sees könnte für Spezialsalbe sorgen, die den durch die Sonne geröteten Gliedern eine erste Linderung bietet. Oder, falls sie in der Nähe eines Sportplatzes liegt, würde z. B. die Schaffung einer Gelegenheit zum Beinigen der Schuhe bei den Automobilisten sicher auf grossen Zuspruch stossen usw. Der Sattler kann für seine Polsterüberzüge in ähnlicher Weise vorgehen wie der Karossier, indem er besonders jene Wagenklasse aufs Körn nimmt, die seiner Erfahrung nach am besten für solche zusätzlichen Arbeiten gewonnen werden könnte. Der ZubehSrhändler hat ebenfalls einen ganzen Kratten voll Möglichkeiten zu seiner Verfügung: Er besitzt ein Lager von Artikeln, die sich besonders für eine bestimmte Marke eignen. Warum nicht alle Besitzer dieser Marke von Zeit zu Zeit durch ein gefälliges Zirkulär begrüssen? Er führt eine neue Heizung ein, die z. B. besonders den Reisenden gute Dienste leistet. Warum diejenigen auf seiner Kundenliste nicht einmal besonders bearbeiten, die wegen der Anlage ihrer Tournee dafür speziell Interesse haben? In allen diesen Fällen handelt es sich ganz spezifisch darum, neue Bedürfnisse ausfindig zu machen, die ihre Befriedigung keineswegs « sowieso » finden würden. Gewiss geht es im einzelnen nur um kleine Beträge; allein nicht die einzelne Transaktion als solche spielt eine Rolle, sondern die positive Einstellung, die vielerlei Neues entdecken lässt, wofür die Indifferenten nun einmal blind sind. Darin besteht übrigens in erster Linie der psychologische Unterschied zwischen den sogenannten «Pechvögeln» und den «Schützlingen Fortunas». :—: nungen gezeitigt hätten. Perioden der Anspannung ziehen gewöhnlich auch solche der Sammlung und Besinnung nach sich und schweissen die sonst mehr oder weniger auseinanderstrebenden Individualitäten enger zusammen. Betrachten wir beispielsweise die Politik. Unser Land — wir wagen dies trotz mancher scheinbar das Gegenteil aufweisender Tatsachen zu behaupten — hat schon lange nicht mehr einen so engen Schulterschluss zwischen den einzelnen Bürgern und Richtungen gezeigt, wie dies heute der Fall ist. Neben die grundlegende Ueberzeugung vom Wesen und Wert des Individuums reiht sich gegenwärtig besonders deutlich die Einsicht, dass erst die Kompaktheit des Ganzen jene Kräfte zur vollen Entfaltung bringt, die der einzelne auszugeben vermag. Liegen die Dinge nicht ähnlich auf wirtschaftlichem Gebiet, wo seit langem nicht mehr so wenig sinnlose Kämpfe zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer stattgefunden haben, dank der beidseitigen Einsicht, dass auch hier vereinte Arbeit allen zum Nutzen gereicht? Es wäre allerdings verfehlt, wenn dieser Entwicklung der Dinge der Anteil des «kategorischen Imperativs», des natürlichen Zwanges, geleugnet werden wollte. Erst die Notwendigkeit hat in vielen Fällen jene Einsicht zutage gefördert, die schliesslich allein imstande ist, grösste Leistungen zu vollbringen. Darum darf über allem Erfreulichen die Gefahr nicht vergessen werden, dass diese Einsicht wieder verblassen kann, sobald der Zwang nachzulassen beginnt. Auch für den einzelnen Betrieb ist es nicht gleichgültig, mit welchem Geist die Maschinen und Werkzeuge gehandhabt und die Kunden bedient werden, selbst dann, wenn in jedem Fall die aufgetragenen Arbeiten weisungs- und aufgabegemäss ausgeführt werden. Ein Tankwart, der mit Leib und Seele seinen Posten auszufüllen v sich bemüht und mit Enthusiasmus die benzindurstigen Automobilisten empfängt, ist für ein Unternehmen ganz bestimmt wertvoller als jener, dessen ganzes Streben mit der blossen Erfüllung seiner Pflichten befriedigt ist. Ein Arbeiter, dem es daran gelegen ist, ein neues Lager mit maximaler Präzision und nach besten fachlichen und betriebstechnischen Grundsätzen einzubauen, wird auf die Dauer mehr zum Gedeihen des Geschäftes beitragen als einer, der die «Büez» besorgt, weil unsere Lebensordnung dies nun einmal fordert. Man würde der Frage des Korpsgeistes im Einzelbetrieb wahrscheinlich viel mehr Aufmerksamkeit schenken, wenn sich sein Einfluss auf den Erfolg zahlenmässig festlegen Hesse. Dass er aber auf alle Fälle bedeutend ist, geht schon daraus hervor, wie sehr er gerade bei finanziell erfolgreichen Firmen gepflegt und gehegt wird. Wir glauben zwar selbst nicht, dass auch ein besseres Verständnis für diesen Korpsgeist geeignet wäre, Zusammenstösse zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf immer und ewig zu verhindern. Wenn sich einmal die Flut der Ereignisse und Gefahren verflacht, dann ist auch anzunehmen, dass sie, wenn auch nur in geringem Masse, wieder aufleben werden. Je scharfkantiger des Individuum entwickelt ist (und jede Kraft der Gemeinschaft stützt sich letzten Endes auf diejenigen seiner Einzelglieder), desto stärker sind auch die Reibungspunkte. Nicht dass diese Reibungspunkte verschwinden ist wichtig, sondern dass das Einzelglied stark genug werde, um sie auszuhalten. Wo Individualitäten zusammenwirken, lassen sie sich, selbst wenn man sie künstlich unterdrücken wollte, nicht völlig vermeiden. Eines ist jedoch sicher: Nie war die Gelegenheit günstiger, den Korpsgeist im allgemeinen und im Einzelbetrieb besser zu pflegen. Sorgen wir dafür, dass das Bewusstsein für seine Vorzüge ständig gefördert werde! Nicht nur die Allgemeinheit, sondern jeder Einzelne wird daraus letzten Endes seinen Nutzen ziehen. = ^£#'&Z#&££&J&6&V Ein amerikanischer Pneuhändler hat, wie ein dortiges Fachblatt berichtet, seinen Umsatz durch nachstehende Werbemethode ganz bedeutend erhöht. Er schickte einen seiner Angestellten auf die Parkplätze mit der Aufgabe, von allen besseren Wagen, deren Pneus den Anforderungen der Verkehrssicherheif nicht mehr genügten, die Nummer zu notieren. Nach Eingang der täglichen Liste wurden die Eigentümer bestimmt und ihnen ein Telegramm folgenden Inhalts zugestellt: «Bemerkte gestern; dass Pneus Ihres Wagens «Tlkhts kann den JUnsdum mefo staxAen als das VexUauett, das man ihm entqtqenhitiqt. * Der Spruch entstammt einer Epoche, auf die wir moderne Menschen im allgemeinen mit einer selbstbewussten Ueberlegenheit herunterblicken. Wir stellen uns vor, dass nnser Zeitalter mit seinem unvergleichlich rascheren Herzschlag und dem ans der Maschine geborenen Rhythmus nach anderen Maßstäben leben nnd urteilen muss. Es mag angehen, in Zeiten aufsteigender Konjunktur gewisse Vorsichten nnd Grundsätze ausser acht zu lassen — sobald der Schwung aber einmal verringert, rächt sich die Welt dafür, dass der einzelne gewisse ewige Vorsichten geflissentlich übersieht. Wie manche Firma rutscht, wenn auch langsam, so doch mit einer geradezu fatalistisch anmutenden Stetigkeit rückwärts — einzig deshalb, weil sie nicht versteht, bei der Allgemeinheit jenes Vertranen zu schaffen, das diese nun einmal als Entgelt für ehrliches Wollen nnd dienstbeflissenen Einsatz schenkt! Noch heute, wie schon zu Zeiten der Zünfte, bildet das Vertrauen der Allgemeinheit die beste Grundlage für den pekuniären Erfolg eines Geschäftes, eine Wahrheit, deren Bedeutung allzu oft vergessen wird. 0" abgenützt stop gefährlich stop Automobilunfälle erforderten letztes Jahr 38000 Todesopfer stop anbei Muster eines wie Ihrigen abgenützten Reifens.» Zum Schluss folgten noch Name und Adresse des Pneuhändler. Tags darauf sprach der Vertreter der Firma beim Wagenbesitzer persönlich vor mit dem Erfolg, dass er bei 20% der besuchten Firmen sofort einen Verkauf abschliessen konnte. cAus Erfahrung weiss ich» — bemerkte dazu der betreffende Pneuhändler — «dass der Durchschnittsautomobilist auch vom abgenützten Pneu noch eine weitere Leistung von 3000 Kilometer und sogar mehr erwartet. Er lässt sich aber von der Gefährlichkeit seiner Auffassung sofort Oberzeugen, wenn Sie ihm an Hand eines Musters zeigen, dass schon ein kleiner Nagel die Wandung durchzustossen vermag. Im weiteren kann auch darauf hingewiesen werden, dass alter Gummi sehr schnell bricht und der Pneu dadurch mit Leichtigkeit platzen kann.» Falls der Wagenbesitzer glaubt, dass er mit dem alten Pneu noch leicht seine 3000 Kilometer machen kann, dann räsonnieren wir wie folgt: «Hai ein Pneu anfänglich Fr. 81.— gekostet und 27000 Kilometer zurückgelegt, so bedeutet das, dass pro 1000 Kilometer Fr. 3.— berechnet werden müssen. Wir vergüten ihm nun für den alten Pneu Fr. 9.— als Gegenwert für die nicht zurückgelegte Kilometerzahl. Auf Grund dieser Argumentierung kann sozusagen jeder vernünftige Fahrer überzeugt werden.» JUpatatucsSxtweissanq. (umQaHzstahla JCatosseütn Seite 10. TlcuzeiUkhz QataaelufUutq Seite 10. lüavtuttQ und tntstoautq dtx tBascfc VakuumHtfHsc Seite 11. Seite 11.