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E_1939_Zeitung_Nr.028

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BERN, Freitag, 31. März 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 28 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Am*«be A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, Jährlich Fr. 10.— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gen. Untallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Ihsassehversieherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Erscheint jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beil«« „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 • Postcheck III414 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern GewhlftsMetle Zflrlfh! Löwenstrosse 51, Telephon 39.743 INSERTIONS- PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtarif Inseratenschlnss 4 Tage vor Erscheinen der Nummer Blut übergeht ? Nicht nur besässe damit die \tin Vorschlag, zum JMma «Vex&ektsetzieAuna in de* SxfuittAKlasse in diesem « Elitetrupp » ein leuchtendes Vorbild, das zur Nachahmung reizen und schon- durch sein Beispiel in einem gewissen Grad erzieherisch wirken würde; darüber hinaus könnte man ihm auch die Aufgabe zuweisen, unter Anleitung und Aufsicht des Lehrers den übrigen Mitschülern vorzudemonstrieren, wie man sich als Radfahrer zu Velos bei der Jugend und bei der leidenschaftlichen Hingabe, womit diese üvrem sten Klassen, sagen wir in der 3. Sekun- benehmen hat. Bestehen einmal in den ober- Sport huldigt, zum mindesten genau die gleiche, wenn nicht sogar gesteigerte Aufmerktrupps, dann Hesse sich die Frage prüfen, där- öder der 9. Primarklasse, solche Kernsamkeit von Seiten der Erzieher wie jeder ob man nicht einen Schritt weiter gehen und andere Teilbezirk des Verkehrsunterrichts. sie auch dazu heranziehen sollte, in der Wie wäre es nun, wenn in den obersten nächs(niedrigeren Klass'e ähnliche Ausbildungsgruppen anzulernen. Schulklassen eine Gruppe von Schülern besonders auf Um den Eifer und die Hingabe der Kinder verkehrsrichtiges Verhalten als Radfahrer an diese Art des Verkehrsunterrichts anzuspornen und zu steigern, sollte — namentlich ausgebildet, im Hinblick auf den psychologischen Effekt wenn ihnen beigebracht würde, dass sie beim Abbiegen Zeichen zu geben haben, dass-'sie den „Siegern" kleine Preise verabreicht höchstens zu zweit nebeneinander fahren, werden, Prämien zur Erzielung besserer Verkehrsdisziplin plex -• • ' Kürzlich erst hat die Erziehungsdirektion des Kantons Bern den Schulkommissionen nahegelegt, die Frage der Erteilung des Verkehrsunterrichts erneut mit der Lehrerschaft zu besprechen und zweckdienliche Beschlüsse •zu < fassen. Man geht bestimmt nicht fehl, wenn man diesen Appell in dem Sinne interpretiert, dass damit einmal mehr die Bedeutung unterstrichen werden soll, welche einer in richtige Bahnen geleiteten Verkehrserziehung unserer Jugend als Mittel im Kampf gegen den Strassenunfall beigemessen werden muss. Der Wege, die sich nach diesem Ziel hin öffnen, sind viele, aber gerade diese Mannigfaltigkeit besitzt auch ihre Kehrseiten und macht es, wie uns scheinen will, den zuständigen Behörden zur Pflicht, die Wahl der Methoden nach allen Seiten hin gründlich abzuwägen. Eines schickt sich nicht für alle und es heisst wohl nur eine Selbstverständlichkeit aussprechen, wenn man dabei eine Abstufung des Unterrichtssystems nach dem AUer der Schüler und eine Anpassung an die' örtlichen.. Verhältnisse befürwortet. Die Ä'ngefegenheit berührt nicht nur die Eltern, Lehrerschaft und Schulinstanzen. Sie greift unmittelbar auch in den Problemkomder Sicherheit der Strasse und damit auch in den Interessenbereich des Automobilisten ein. Bedurfte es noch eines Beweises dafür, dann erbringen ihn. die Aktionen, womit sich die grossen Automobilverbände unseres Landes in den. Dienst der Sache gestellt und dabei beträchtliche finanzielle Opfer auf sich genommen haben, erbringen ihn aber auch die unzähligen Artikel, worin unser Blatt selbst nicht nur vor der Gefahr warnte, welche das Kind im. Strassenverkehr verkörpert und. die wie •ein ständiger Alpdruck auf dem Fahrer lastet, sondern worin wir uns auch für eine planmässige, auf richtiger Basis aufgebaute Verkehrserziehung der Jugend verwendeten. Aus dem Rahmen dieser weit ausgreifenden Aufgabe sei im nachfolgenden eine Einzelfrage herausgegriffen und zum Gegenstand einer Anregung gemacht, die eine eingehende Prüfung um so eher verdient, als deren Verwirklichung wohl kaum auf nennenswerte Schwierigkeiten stösst, dabei aber berufen erscheint, einer Gefahr, die heute in gleicher Weise Kinder wie übrige Strassenbenützer, namentlich den schnellen motorischen Verkehr umwittert, die Spitze zu brechen : die Verkehrserziehung der radfahrenden Schuljugend. Sie erheischt angesichts der Beliebtheit des sich nicht an Fuhrwerke oder Motorfahrzeuge anhängen' dürfen usw., kurz wenn man sie mit den Verkehrsregeln wie auch mit den für sie in Betracht fallenden Verkehrssignalen derart gründlich vertraut machen würde, dass ihnen deren Beachtung in Fleisch und etwa in Form eines einfachen Diploms. Auch Schokolade und ähnliche « essbare » Auszeichnungen würden bestimmt ihre Wirkung nicht verfehlen. So gering die Kosten dafür wären — der Erfolg würde eine solche In dieser Nummer: Lokalverkehr — Sicherheitsliiiien. Politik und Zürcher Verkehrsgesetz. Saisoneröffnung in Pau. Benzinuhren. Beilage: Aufwendung sicherlich löhnen. Und unsere grossen automobilistischen Organisationen, die ja bisher schon den Gedanken der Verkehrserziehung in der Schule tatkräftig zu fördern mitgeholfen haben, würden wohl dabei mit sich reden lassen, zumal ja die Um* Setzung dieser Idee in die Tat auch in ihrem Interesse läge. SchluSs auf Seite 2. Ein seltsamer Strassentransport Kürzlich hatten die S.B.B, das in den Sulzer-Werkstätten gebaute Löschboot für die Basler Hafenverwaltung von Winterthur nach Äugst zu überführen. Zu diesem Zwecke wurden 2 der neuen Strassenrollschemel miteinander gekuppelt und darauf das 29 Tonnen schwere und 21,4 m lange Boot derart verladen, dass durch Anschluss einer kleinen Laufbahn der Stapellauf in den Rhein vor sich gehen konnte. Dieser, die Anpassungsfähigkeit der S.B.B, an die sonderbarsten Frachtgüter dokumentierende Transport, musste vornehmlich über Nebenstrassen geleitet werden. Bild links illustriert ein originelles Zusammentreffen von weisser und schwarzer Kohle mit dem durch Dieselöl gezogenen, 32rädrigen 1 Rollschemel, während die andere Abbildung einen Üeberblick über den ganzen Schiffstransport zeigt. F E U I L L E T O N Rätsel um Muriel. Roman von Johann Friedrich. 26. Fortsetzung. « Ich lasse mich nicht von Ihnen beleidigen », zischt Charles und steht auf. «Wenn ich so blödsinnig wäre, das Schiff mit der von Ihnen so sehr begehrten Munition öffentlich auszustellen, so wäre es längst beschlagnahmt, so schlau, wie Ihre Beauftragten, ist die englische Polizei wohl auch noch. Und was mich persönlich anlangt, so lege ich allerdings keinen Wert darauf, in den Kartotheken der Auskunfteien zu glänzen und Unannehmlichkeiten mit allen möglichen Behörden zu haben. Versuchen Sie doch, ob Sie mit einer offiziellen Firma abschliessen können ! > Dr. Martinez, der glaubt, dass er zu weit gegangen ist, hält Charles am Aermel fest und sucht ihn mit* einem Wortschwall zu besänftigen. Das gelingt ihm auch nach den notwendigen Entschuldigungen einer- und Entrüstungskundgebungen anderseits. Trotzdem bleibt die Atmosphäre gewitterschwül. Martinez verlangt mindestens einen Beweis für das Vorhandensein der Munition und Charles kann ihm diesen Beweis nicht geben, ohne Namen und Lage des Schiffes zu verraten. Das aber will er keineswegs, denn er traut seinem Captain Toby Black ohne weiteres zu, dass er sich als alter Piratenhäuptling bestechen lässt. In diesem Falle könnte das Schiff samt Ladung dem Secret Service ziemlich leicht durch 'die Lappen gehen und das wäre nicht der AbSchluss, den Charles für- seine Karriere wünscht» « Gedulden Sie sich noch ein öder Tage», sagt er deshalb ziemlieh versöhnlich zu Dr. Martinez. «Ich werde Ihnen dann das Schiff samt Ladung gegen einen beglaubigten Bankscheck übergeben. Zug um Zug.» Dr. Martinez ist von dem Angebot* einen Scheck zu nehmen, angenehm berührt. Er sieht darin einen Beweis für Charles' reelle Absichten und denkt nicht entfernt daran, dass ein solches Papier der Unterschrift halber ein weit besseres Beweismaterial gegen ihn ist, als es Banknoten sein könnten. «Ist das eine feste Zusage ? » Die Augen des Südamerikaners funkeln begehrlich. < Es ist eine feste Zusage für den Fall, dass ich an Sie verkaufe», schränkt Charles ein. «Sie nehmen mit dem zweiten Wort zurück, war Sie mit dem ersten versprechen. Ich kann Ihnen die Entscheidung über den Verkauf der Munition nicht überlassen. Entweder Sie verkaufen an mich, oder ich werde mir mindestens Garantien verschaffen, dass Sie das Geschäft nicht mit dem Gegner machen. Beklagen Sie sich nicht, wenn in diesem Falle meine Massnahmen für Sie persönlich schmerzlich sein sollten.» « Ist das eine Drohung ? » « Eine Warnung. Es gibt Mittel und Wege, auch einen Mann wie Sie gefügig zu machen. Da der Sieg Sabanillos vielleicht von Ihrer Willfährigkeit abhängt, werde ich jedes Mittel anwenden, das mich zum Ziele führt. Sie können sich vieles ersparen, wenn Sie jetzt fest mit mir abschliessen. > Charles ist nun ernstlich böse. «Glauben Sie, dass ich mich vor Ihnen fürchte?» fragt er höhnisch. «Sie irren sich! Sie werden mich nicht klein bekommen, Indem Sie wie ein Unglücksrabe krächzen. Ich weiss mich zu schützen. Im übrigen werde ich mir überlegen, ob ich die Ware überhaupt noch an Sie verkaufe. In