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E_1939_Zeitung_Nr.032

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netz eiozubeziehen und

netz eiozubeziehen und dem Kanton infolgedessen die durch Bundesbeschluss vom 4. April 1935 bewilligten resp. Bundesbeiträge auszurichten, durchaus nicht finden können. Aehnliche verkehrstechnische Verhältnisse wie bei der Centovallistrasse finden sich auch bei der am Südufer des Luganersees dem Fusse des Monte Gambarogno entlang führenden Strasse. Das durch die Tessiner vorgelegte Projekt einer Gambarognostrasse ist ausführungsreif; Pläne und Kostenberechnungen wurden bereits bis in alle Einzelheiten sorgfältig geprüft und die verschiedensten Varianten studiert Bedenkt man, dass die heutige Strasse 1819 gebaut und seither unverändert belassen wurde, dass sie die direkteste Verbindung der Gotthardroute mit den Automobflstrassen der Poebene (Anschluss in Varese) darstellt, dann wird man sich über die Notwendigkeit deren Anpassung an die Erfordernisse des Automobilverkehrs bald einmal klar sein. Ausserdem bildet die Gambarognostrasse einen Teil der Rundfahrtstrecke um den Langensee, macht diese autotouristisch besonders reizende Möglichkeit aber infolge der zerfallenden Stütz- und Futtermauern auf der Strecke Vira-Dirinella (italienische Grenze), der Verengerungen in den Dörfern Vira und Gerra und das rasche Aufeinanderfolgen unübersichtlicher Kehren heute alles eher denn anziehend. Das Verlangen der Tessiner geht daher auf rasche Lösung des Problems einer Gambarognostrasse durch Gewährung eines ausserordentlichen Bundesbeitrages von 50 % der Baukosten, ähnlich wie dies bei der Gandriastrasse geschehen. Wohl handelt es sich bei den beiden letztern Begehren um den Ausbau von sogenannten Einfallsstrassen, doch wird es kaum militärpolitische Erwägungen geben, die sich in diesen Fällen hindernd in den Weg stellen. Zudem handelt es sich ja nur um den Ausbau bereits bestehender Strassen und nicht etwa, wie beispielsweise seinerzeit bei der Gandriastrasse, um Neuanlagen. Wir wiederholen: Die tessinischen Begehren hinsichtlich Gotthard und Lukmanier liegen im Interesse des ganzen Landes; beide Strassen verkörpern wichtige Innenverbindungen. Am Ausbau der Centovalli- und Gambarognostrasse sind zwar vorwiegend die Tessiner interessiert, der heutige Strassenzustand lässt Verbesserungen im Interesse des schweizerischen Touristikverkehrs jedoch als dringend erforderlich erscheinen. Alle 4 Strassenbau- resp. Unterstützungsbegehren sind auch gesamtschweizerisch gesehen berechtigt und verdienen daher nicht nur die volle Beachtung der eidgenössischen Behörden, sondern auch die warme Unterstützung der Miteidgenossen. Aber wie es so oft geht: Man ist so schön im Zuge mit dem Anmelden von Forderungen, und ehe man sich's versieht, hat man auch schon über die Stränge gehauen. Und das haben die Tessiner mit ihren Begehren bezüglich der San Giacomostrasse getan, und zwar gleich tüchtig. Unsere Miteidgenossen ennet dem Gotthard Hessen dabei leider wohl mehr ihrem Temperament die Zügel schiessen, als dass sie sich naoh gesamtschweizerischen Interessen und vor allem nach den Belangen unserer Landesverteidigung gerichtet hätten! Vor Jahren einmal stand in der « Automobil-Revue » zu" lesen: «Die Tessiner haben folgerichtig und ruhig das Giacomoprojekt längst aufgegeben, nur in der alemannischen Schweiz glaubt man noch darum herum diskutieren zu sollen.» Das heute neuerdings präsentierte Verlangen, es möchten die Bundesbehörden die Abnahme der durchs Formazzotal bis zum 2315 m ho- « Was geht uns das an ? > sagt der andere Träger. Er legt Wert auf Geschwindigkeit, denn er hat noch eine Verabredung nach Dienstschluss. «Sie wird halt ohnmächtig geworden sein.» Da läutet das Zimmertelefon und schneidet die weitere Erörterung der Frage ab. Don Paulo springt hinzu und meldet sich der Einfachheit halber : « d'Andrade ! > Der Mann am andern Ende der Leitung scheint mindestens so erregt wie er selbst. «Kommen Sie sofort in den Zirkus Farroll! » zischt er hastig. « Verlieren Sie keine Zeit, Mister d'Andrade ! Sie würden es bereuen ! Haben Sie verstanden ? Kommen Sie ohne Verzug ! ! > < Ich komme ! » verspricht Don Paulo. Er würde in diesem Augenblick auch zusagen, einen Stratosphärenflug zu unternehmen. Nicht nur für Mr. d'Andrade, sondern sogar auch für sich selbst. Wenn ihm nur nicht jetzt in letzter Sekunde noch etwas dazwischen kommt. Klack! Die Leitung ist schon wieder getrennt. Don Paulos' Befürchtungen waren grundlos, die beiden Wärter haben gar nicht auf das Geräusch geachtet. Peggy wird von ihnen auf die Bahre gelegt, zugedeckt und zum Wagen getragen. Don Paulo folgt wie ein besorgter Angehöriger. hen San Giacomopass führenden italienischen Militärstrasse gestatten und den nötigen Bundesbeitrag an die Baukosten gewähren, erscheint um so widersinniger und unüberlegter, als vor kurzem erst die nämlichen Tessiner zusammen mit dem Bundesrat, einzig und allein auf militärische Gründe abstellend, gegen den Willen grosser bündnerischer Landesteile dem Kistenstrassenprojekt zum Sieg verhalten. Wir finden es ausseror-dentlich bedauerlich, dass der Staatsrat des Kantons Tessin die Giacomostrasse auf seinen Wunschzettel an Bern gesetzt hat. Er hat damit ein Argument geschaffen, das — hätten die Gegner der Kistenpaßstrasse es im parlamentarischen Kampfe um die Verbindung Glarus—Vorderrheintal zur Verfügung gehabt — zweifellos viel Unheil angerichtet haben würde. Nein — das müssen sich die Tessiner heute schon gesagt sein lassen: Genau so gut, wie im Interesse des gesamten Landes damals nur der Bau der Kistenstrasse in Frage kommen konnte, genau so wenig und schon gar nicht unter den gegenwärtigen aussenpolitischen Verhältnissen kann eine Weiterführung der italienischen Militärstrasse durch das Val Formazzo hinauf und dann hinunter ins Bedrettotal in Frage kommen! Man hat den Bündnern im Interesse einer bestmöglichen Verteidigung ihrer Heimat eine kostspielige Neubaute aufgezwungen, im ureigensten Interesse der Tessiner wird es in diesem Falle heissen: Hände weg von einer Giacomostrasse _ und sofortige Ausmerzung dieses Begehrens aus der sicherlich immer noch reichlichen Begehrenliste! Könnte die im Jahre 1929 von Oberstkorpskommandant Rob. Weber hinsichtlich des Giacomopasses vertretene Ansicht: «Der Ueberfall ist ein sehr beliebtes Kriegsverfahren unserer Zeit geworden — nicht nur gegen unmittelbare Feinde, sondern auch gegen Neutrale» noch wirklichkeitsnäheren Sinn bekommen, als sie ihn heute — 10 Jahre später — nach dem Einmarsch deutscher Truppen in tschechische Stammlande und dem Karfreitagsmanöver der auf dem Giacomo anstossenden Italiener in Albanien erhalten? Wy. Verkehrswerbung durch Staubbekämpfung Brachten wir in unserer letzten Nummer einen kurzen Hinweis auf die begrüssenswerte Aktion des ACS, die darauf abzielt, während des « Jahres der Schweiz» in vermehrtem Masse für Staubfreimachung insbesondere der Alpenstrassen zu sorgen, so sind wir heute in der Lage, den Wortlaut der Eingabe zu veröffentlichen, welche der Club in dieser Angelegenheit an samtliche kantonalen Regierungen gerichtet hat: «Der Landesausstellungssommer wird der Schweiz eine gewaltige Verkehrsbelebung bringen. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass auch der Autotourismus eine bedeutende Steigerung erfahren wird. Diese Aussicht ist für unsere Volkswirtschaft hocherfreulich — sie verpflichtet die verantwortlichen Organe aber auch, rechtzeitig den Gefahren zu begegnen, die die Verkehrszunahme unweigerlich mit sich bringt. Vor allem jjilt es, sofort Vorkehrungen zu einer umfassenden Bekämpfung der Staubplage auf den touristisch wichtigen Strassen des Alpengebietes und des Juras zu treffen; denn sonst droht eine Verärgerung der einheimischen und ausländischen Autotouristen einzutreten, die auf Jahre hinaus alle Bemühungen um Verkehrsförderune zunichte machen müsste. — Der Zustand der Alpenstrassen L'etat de nos routes alpestres L'Ann6e de la Sulsse sans poussiere! cdst.t«nerdj D- s • hr der staubfreien Schweiz! Wie dringlich dieses Postulat ist, zeigt die hier wiedergegebene Uebersichtskarte, lässt sie doch erkennen, dass nur ein verhältnismässig kleiner Teil unserer Alpenstrassen staubfrei ist oder auf die Tourensaison 1939 saubfrei wird. In der Westschweiz erheischen J a u n, L e s Mosses, Pillon, Forclaz und Grosser Sankt Bernhard eine Oberflächenbehandlung, das gleiche gilt für wichtige Teilstücke der Simplonstrasse und der Strasse B r i g - G1 e t s c h. Aeusserst wichtig ist, dass die « klassischen > zentralschweizerischen Paßstrassen G r i m s e 1, Furka, Gotthard, Oberalp, Lukmanier « Seien Sie doch vorsichtig !» ermahnt er mehr als einmal die Träger, die darauf in keiner Weise reagieren. Er meint es ernst. Es ist sein aufrichtiger Wünsch, Peggy jede unnötige Unannehmlichkeit zu ersparen. Vielleicht, später, wenn er General und Minister in seiner Heimat ist, wird er sie diesem d'Andrade abspenstig machen, diesem Wucherer, der ihrer in keiner Weise würdig ist. In der Villa des Dr. Martinez wartet der Arzt mit grösster Ungeduld auf die angebliche Patientin. Er hat es vorgezogen, sein dem Tierwärter gegebenes Versprechen nicht zu halten und den Zirkus an diesem Abend nicht zu besuchen. Wenn alles so geht, wie er hofft, wird er die Dinge noch rechtzeitig aus den Zeitungen erfahren. Augenblicklich geht es in seinem Kopf nicht viel anders zu, als in dem Don Paulos, nur dass er natürlich an die wirkliche Muriel denkt. Da hört er den Wagen- vorfahren. Er stürzt hinaus, verständigt sich durch einen Blick mit seinem Spiessgesellen und überwacht dann den Transport der zugedeckten Bahre ins Haus. « Sie schläft doch noch ? » fragt er Don Paulo, sobald die Träger entlohnt und aus dem Hause sind. « Sicherlich >, bestätigt der. AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 18. APRIL 1939 — N° 32 Zur Initiative des ACS für ein „ staubfreies Jahr der Schweiz Aber auch im Mittelland verdienen zahlreiche touristisch interessante Nebenstrassen, die noch nicht staubfrei sind, die Aufmerksamkeit der Behörden. Wir übertreiben nicht im geringsten, wenn wir, gestützt auf die Informationen, die uns ständig durch unsere internationalen Verbindungen zugehen, feststellen, dass bei Fortdauern der Staubplage auf unsern Strassen am Ende der Tourensaison 1939 bei den Autotouristen aller Länder die Parole Geltung haben wird: « Nie wieder eine Fahrt über die staubigen Strassen der Schweiz! » Was dann die Bemühungen für Verkehrspropaganda für eine Wirkung haben werden, brauchen wir nicht weiter auszuführen! Dass außerordentlich viel zu tun bleibt, bis auch nur die wichtigsten Alpenstrassen staubfrei sind, bitten wir sie aus der in Nr. 7 unserer offiziellen Zeitschrift « Auto » publizierten Uebersichtskarte (Seiten 14/15) zu ersehen. Um so dringender ist unser Ersuchen, das wir hierdurch an Sie richten: Sie möchten so rasch als möglich studieren, welche Strassen Ihres Kantonsgebietes für den Tourismus besonders wichtig sind und welche Vorkehrungen zu deren Staubfreihaltung während der ganzen Tourensaison 1939 getroffen werden müssen.» Muni. d*IM ItvtfMwiJ «iK muwnmwm Wird auf MiK» Jiml 193« während der ganzen Saison durchgehend staubfrei gehalten werden. (In diesem Zusammenhang verdienen die bereits durchgeführten hervorragenden Arbeiten der Kantone Bern und Tessin an der Grimsel und am Gotthard anerkennende Erwägung.) Eine besondere Stellung wird im Landesausstellungsjahr dem Klausen zukommen, der Zürich am nächsten liegt und der in der bevorstehenden Tourensaison zweifellos Rekordfrequenzen erleben wird. Ein Blick auf die Karte zeigt endlich, dass auf dem weit verzweigten Strassennetz des Kantons Graubünden sehr viel zu tun bleibt, bis alle Erfordernisse des modernen Autoverkehrs erfüllt sind. rast zärtlich schlägt Dr. Martinez das weisse Laken zurück, unter- dem Peggys Kopf verborgen liegt. Im nächsten Augenblick zuckt er entsetzt zusammen, als erschiene ihm Bankos Geist. « Aber das ist nicht Muriel d'Andrade ! > fährt er den erschrockenen Don Paulo wütend an. « Wer sollte es sonst sein ? Du hast sie mir selbst beschrieben. Ich habe sie im Appartement der d'Andrades — » « Ich habe dir doch gesagt, dass Muriel d'Andrade eine besonders reizvolle, schöne Frau ist», tobt Dr. Martinez. < Nun ? Und diese hier ? ! » Don Paulo ist sichtlich bereit, für seine Gefangene zu streiten. Martinez bemerkt noch rechtzeitig die Lächerlichkeit der Situation. «Lassen wir doch das !» bittet er versöhnlich. € Sicherlich ist diese Dame nicht die, die wir herbringen wollten. Das steht fest. Und es hat noch eine weitere peinliche Folge. « Welche denn ? » «Mr. d'Andrade hatte bestimmt vermieden, sich an die Polizei zu wenden. Doch die Angehörigen dieser Dame werden das gewiss als Erstes tun.» Sfrassenrerkehv Warum nicht allgemein Schulschluss vor 12 Uhr? Darüber zu diskutieren und zu räsonnieren, dass Kinder sich mit dem Strassenverkehr vertraut machen müssen, um ihrer eigenen wie um anderer Sicherheit willen, wäre müssig. Je länger desto gebieterischer erwächst der Schule und dem Elternhaus die Pflicht, die Jugend zu lehren, die auf der Strasse lauernden Gefahren zu erkennen und sich entsprechend zu verhalten. Selbstverständlich aber soll und darf das niemals heissen, dass die Kinder unnötigen, vermeidbaren Gefahren ausgesetzt werden. Das trifft aber wohl zu, wenn der Schluss des Schulunterrichts auch für die Kleinsten ausgerechnet auf 12 Uhr festgesetzt bleibt, auf eine Zeit also, da sich in den Städten der mittägliche Stossverkehr mit Scharen von Trams, mit unzähligen Automobilen und Schwärmen von Radfahrern durch die Strassen ergiesst. Ist es schon für die Erwachsenen kein reines Vergnügen, durch diesen Trubel heimwärts zu « pilgern », so kann man sich ungefähr vorstellen, wie es einer Mutter zumute sein mag, die ihre Buben oder Mädchen bei solchem Betrieb unterwegs weiss. Zugegeben, man hat da und dort schon damit angefangen, die Schuljugend vor 12 Uhr nach Hause zu entlassen, leider aber noch nicht überall. Und doch würden sich nicht nur Eltern, sondern auch Automobilisten, Tramführer usw. dankbar zeigen, wenn sich Mittel und Wege finden Hessen, damit wenigstens die Jüngsten eine Viertelstunde vor dem Mittagssohlag den Heimweg antreten könnten. Zwingende Gründe gegen die Einführung eines derartigen Systems liegen wohl kaum vor. Es wäre deshalb interessant, die Stellungnahme der Schulbehörden zu dieser Anregung kennenzulernen. s t j s c h e r Frau Berta Benz, die Witwe Carl Benz', feiert am 3. Mai ihren 90. Geburtstag. Dem grossen Erfinder war sie nicht nur eine tapfere Lebensgefährtin, sondern auch eine unentwegte Mitkämpferin, die an die hohe Berufung ihres Mannes glaubte. Rechtsfahren In der Tschechel. In Böhmen und Mähren ist mit sofortiger Wirkung die Rechtsfahrordnung eingeführt worden. Warum denn nicht? In England verlangen die Automobilisten die Einfährung der Fahrbewilligung für Radfahrer, um deren disziplinlosem Verhalten entgegenzuwirken. Was Verkehrsstockungen kosten. Nach einer Feststellung von kompetenter englischer Seite gehen bei den Verkehrsstockungen allein in London jährlich 20 Millionen Pfund Sterling verloren. Medaillen für gutes Betragen im Strassenverkehr. Der Schwedische Automobil-Club hat drei Arten von Medaillen geschaffen, die zur Auszeichnung von Fahrern bestimmt sind, welche sich durch besondere Geschicklichkeit am Volant und durch dito Rücksicht auf andere Strassenbenützer, will sagen durch «Verkehrskultur*, hervortun. Don Paulo wird so weiss wie das Leinentuch auf der Bahre. Wenn die Polizei sich erst einmengt, dann ist nicht abzusehen, wohin das führen kann. Nicht nur, dass er selbst ernsten Unannehmlichkeiten und einer strengen Bestrafung entgegegeht, auch die Munitionslieferung kann letzten Endes in Frage gestellt sein, wenn man den Gründen der Entführung nachforscht. « Wir bringen die Dame am besten sofort zurück», rät Don Paulo. «Ich weiss keinen andern Ausweg.» < Das wäre nicht so übel, wenn man sie unbeobachtet wieder auf den Stuhl setzen könnte, auf dem sie eingeschlafen ist», antwortet Martinez. « Aber so viel Glück gibt es gar nicht.» « Was sollen wir denn dann machen ? > « Sie hier lassen und abwarten. Allerdings werde ich sofort ins Carlton fahren und versuchen, Mister d'Andrade zu sprechen. Er muss uns helfen, diese Sache auszugleichen.» « Ist das nicht etwas viel verlangt ? > Don Paulos Gesicht verzieht sich höhnisch, er findet diesen Gedanken unsinnig. (Fortsetzung folgt.)

N°32 - DIENSTAG, m APRIL iw» AUTOMOBIL-REVUE Die Stellungnahme der Auto- Union zur Frage einer Aenderung der bestehenden Rennformel. Auf eine Anfrage der «Antomobü-Re-me«, ob er eine Aenderung der internationalen Rennformel nach Ablauf der zur Zeit gültigen Formel, also ab 1041, für zweckmässi* halte und ob er eine 1% -Liter-Formel für vorteilhafter als die zur Zeit gültige Formel ansehe, antwortet uns Rennleiter Dr. Feuereissen von der Auto-Union wie folgt: I. Meiner Meinung nach hat jede Rennformel den Sinn, den Konstrukteuren der Welt eine technische Aufgabe zu stellen und Fahrzeuge, die nach dieser Aufgabenstellung gebaut sind, in grossen Rennen zu prüfen, wobei diese Prüfung um so interessanter ist, je mehr Konkurrenten verschiedener Fabrikate sich ihr unterziehen. 2. Die zurzeit gültige Formel erfüllt, genau so wie die für die Jahre 1934/37 massgebende Formel, in technischer Hinsicht ihren jkZweck und dient zweifellos dem technischen frortschritt. Hierbei muss man sich allerdings von der oberflächlichen allgemeinen Meinung freimachen, dass nämlich Aggregate des Rennwagens unmittelbar auf den normalen Tourenwagen übertragen werden sollen. Im Rennwagen werden Höohstbeanspruchungen verlangt, die den Fabrikanten wertvolle Fingerzeige sowohl in konstruktiver Hinsicht wie in Materialkunde geben. Ich bin der Auffassung, dass aus dieser technischen Aufgabenstellung einer Formel heraus eine Aenderung der Formel nach drei Jahren noch nicht erforderlich ist, denn innerhalb eines solchen Zeitraums sind die verschiedensten technischen Möglichkeiten bestimmt noch nicht ausgeschöpft. 3. Ein Erfordernis einer Formel, dass sich nämlich möglichst viele Fabrikmarken durch eine Beteiligung an den internationalen Rennen einer Prüfung unterziehen, erfüllt bedauerlicherweise die bisherige Formel nicht, denn leider sind es ja nur sehr wenige Fabriken, die sich bisher beteiligt haben. Die vielfach vertretene Ansicht, dass diese Beteiligung einer wesentlich grösseren Anzahl von Fabriken dann garantiert wäre, wenn man eine Rennformel erfinden würde, auf Grund deren Rennfahrzeuge gebaut würden, die eine direkte Weiterentwicklung des Tourenfahrzeugs erkennen lassen, teile Ich nicht. Ist es schon \\\cht möglich gewesen, eine taternationale ^gportwagenformel zu finden, so wird es jsnoch wesentlich schwieriger sein, eine einheitliche Formel zu finden, nach der Rennwagen zu bauen wären, aus xienen man die direkte Ableitung zum Serienwagen folgern könnte. Man überlege sich nur. wie viele Tyipen Serienwagen es schon nach einer Einteilung des Zylinderinhaltes gibt Jeder einzelne Fabrikant wird natürlich für eine von ihm besonders bevorzugte Type plädieren und nur an der Entwicklung im Rahmen dieser Type Interesse haben. Notwendigerweise müsste man also wieder zu einer Klasseneinteilung kommen. Den einen Fabrikanten interessiert ein 4y2-Liter-, einen andern ein 5-Liter-, wieder einen anderen ein 2-Literoder ein lVfe-Liter-Wagen. Man kann bflligerweise nicht verlangen, dass die Wagen mit kleinen Maschinen mit den grossen Maschinen konkurrieren. Die Argumente, aus denen ich meine Ansicht ableite, dass eine derartige Formel nicht die Zustimmung einer grössern Anzahl von Fabrikanten und damit den Bau von vielen Rennwagentypen erbringen würde, Hesse sich noch erheblich erweitern. Hinzu kommt noch, dass auch die Veranstalter der Rennen sehr bald ein Haar in der Suppe finden würden, wenn man Rennen veranstalten würde mit Rennwagen, die nur einen fortentwickelten Tourenwagen darstoiien. Das Faszinierende der heutigen Auto- (Jbbilrennen, das die grosse Masse des Publikums anzieht und damit dem Veranstalter die Mittel gibt, derartige Rennen durchzuführen, sind eben die grossen Geschwindigkeiten, der Krach und die Besonderheiten der modernen Rennfahrzeuge. 4. Ich bin der Ansicht, dass an sich aus technischen Gründen, d. h. weil die Konstrukteure und Techniker aus der bestehenden Formel nichts mehr erkennen können, eine Aenderung nicht gegeben ist, denn es bestehet 1 noch eine «rosse" An- zahl von technischen Problemen, deren Lösung einen technischen Fortschritt bedeuten würde. Wenn eine Aenderung der Formel in Frage kommt, dann nur aus dem Grunde, eine Beteiligung mehrerer Marken als bisher herbeizuführen. In diesem Sinne ist richtunggebend allerdings eine lyg-Liter-Formel, nicht weil sie technisch besser ist, sondern weil es sich Der Rennleiter der Auto-Union, Dr. Karl Feuer* elsscn. gezeigt hat, dass eine grössere Anzahl von Fahrzeugen bereits besteht und dass der Rennsport der 1%-Literklasse auch ohne das Bestehen einer besonderen Formel hierfür sich lebensfähig gezeigt hat. Dr. Feuereissen, Rennleiter der Auto-Union. Der kleine Qualitätswagen Nächtliche Gelände- u. Orientierungsfahrt der Sektion Zürich des A. C. S. Als erste Veranstaltung der Automobilsportsaison 1939 fürt die Sektion Zürich des ACS nächsten Samstag den 22. April eine Gelände- und Orientierungsfahrt als Meisterschaftslauf durch, die auf besondern Wunsch der Fahrer bei Nacht ausgetragen wird. Die Strecke misst ungefähr 60 km und fürt zum grössten Teil über wenig befahrene Strassen 2. und 3. Klasse. Sie ist so angelegt, dass sich die Konkurrenten über ihre fahrtechnischen Fähigkeiten wie über ihren Orientierungssinn bei Nacht weitgehend auszuweisen haben. Die Aufgabe des Fahrers besteht darin, anhand des ihnen kurz vor den Start übergebenden Croquis und einer Karte im Maßstab 1 :100.000 jeweilen den kürzesten Weg zu den Etappenzielen aufzusuchen. Für jeden Abschnitt ist eine Maximalzeit vorgeschrieben, wobei für jede angefangene halbe Minute zu frühes Ankommen gegenüber dieser Zeit mit 1, und jede halbe Minute zu spätes Ankommen 2 Strafpunkte in Anrechnung gebracht werden. Für die Veranstaltung ist folgendes Programm festgesetzt worden. 20 Uhr: Besammhin« der Fahrer beim Restaurant « Schwanen > in Turbenthal (Tösstal). Entgegennahme der schriftlichen Instruktionen. Wagenkontrolle. 20.30 Uhr zirka: Start des ersten Wagens. (Der genaue Zeitpunkt des Startbeginns wird vom Starter Je nach der Dunkelheit bestimmt.) Die Fahrer starten in Abständen von 2—