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E_1939_Zeitung_Nr.033

E_1939_Zeitung_Nr.033

BERN, Freitag, 21. April 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 33 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Ausgab« A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. 10«— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgab* B (mit gew. Uniällversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgab« C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Erscheint jeden Dienstag nnd Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION} Breitejirainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich! Lßwenstrasse 51, Telephon 39,743 INSERTIONS-PREIS: Die aehtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grössere Inserate nach SpezialtarU Inseratenscblnss 4 Tage vor Erscheinen der Nummer Die verkehrspolitischen Begehren des Tessins Das zentrale und wirtschaftlich bedeutendste Problem des Kantons Tessin gruppiert sich um dasjenige der Eisenbahntariffragen. Deshalb ist es auch verständlich, wenn in der Denkschrift des tessinischen Staatsrates an den Bundesrat, die mit *) Vergleiche Nr. 32. der Eisenbahnpolitik zusammenhängenden Probleme recht eingehende Würdigung finden. Bekanntlich machten eisenbahnpolitische Fragen bereits einen Hauptteil der Tessinerforderungen von 1925 aus. Unter diesen Fragen war schon damals das Tarifproblem als das wichtigste betrachtet worden, und es ist nicht verwunderlich, dass es heute sozusagen den Schlußstein der neuen Tessiner Forderungen verkörpert. Eingehend bespricht die Denkschrift die 1925 und inzwischen dem Kanton Tessin gewährten tariflichen Erleichterungen. Der Tessiner Staatsrat vertritt jedoch die Auffassung, dass trotz diesen Erleichterungen man noch recht weit davon entfernt sei, den Belangen der tessfnischen' Wirtschaft gerecht zu werden. Die Wirtschaftslage des Tessins lasse sich'nun einmal'nicht verbessern und erst recht nicht gründlich sanieren durch die Anwendung von Teilmassnahmen, die sich nach den praktischen Erfahrungen der letzten Jahre als absolut ungenügend erwiesen hätten. Um aus der festgefahrenen Lage herauszukommen, in der sich heute die Wirtschaft des Kantons Tessin aus verschiedenen und nicht allein nur aus geographisch bedingten Gründen befindet, wird die Aufhebung der als anormal empfundenen Distanz zwischen dem Tessin und der übrigen Schweiz verlangt. Eingehend skizziert der Staatsrat die durch die grossen Luftliniendistanzen, insbesondere auch durch das Hindernis des Gotthardmassivs hervorgerufene Schlechterstellung des Kantons Tessin im Vergleich zu den übrigen Teilen unseres Landes. Um das Gotthardhindernis zu überwinden, müsse nämlich eine Distanz von 165 Tarifkilometer oder 133 Bahnkilometer zurückgelegt werden, d. h. die ganze Strecke Biasca-Flüelen, wobei diese beiden Ortschaften durch die Luftlinie nur 65 km auseinanderliegen. Dies bedeute nichts anderes, als dass für jeden Transport und für jede Reise vom Tessin nach der Innerschweiz, stets diese zusätzliche Strecke von 165 km zurückgelegt werden müsse, während für die im schweizerischen Mittelland gelegenen Ortschaften die Tarifkilometerentfernung kaum viel länger sei, als diejenige in der Luftlinie gemessen. Gestützt auf diese Überlegungen vertritt der tessinische Staats"- rat die Auffassung, nur durch Schaffung umfassender und gut angepasster Bedingungen lasse sich eine Verbesserung der kantonalen Wirtschaftslage erreichen; denn nur wenn das Gebiet des ganzen Tessäns diejenige Vorzugsstellung gemessen könne, wie sie die übrige Schweiz besitze, Hesse eine fortschreitende Genesung der' Wirtschaftslage erhoffen. Deshalb wird folgende Fassung von Art. 35 Abs. 3 des Eisenbahngesetzes vom 23. September 1873 verlangt: « Die Taxen sollen überall und für jedermann gleichmässig berechnet werden. Abweichungen sind nur erlaubt, wenn sie sich aufdrängen durch die Konkurrenz ausländischer Verkehrswege und anderer Transportmittel und wenn aussergewöhnlich ungünstige geographische Verhältnisse einzelner Gebiete sie rechtfertigen.* ' ' Als weitere Forderung wird~'äa#"Begehren gestellt: Für alle Bahntransporte vom" Test. sin nach dem Landesinnern (Waren- wie Personenverkehr), sowie für den Transport von Rohstoffen für die tessinische Industrie aus dem Landesinnern nach dem Tessin und für den gesamten Fremdenverkehr werden die Taxen auf Grund der Bahn- oder Tarifkilometer erhoben, jedoch stets unter Abzug der 133 km Bahnlänge oder der 165 Tarifkilometer. In Würdigung der finanziellen Lage der Bundesbahnen versuchen die Tessiner diese Forderungen mit politischen Motiven zu begründen. Bis zur Erledigung dieser allgemeinen Begehren und bis zur Lösung des Problems einer ganzjährigen Offenhaltung der Gotthardstrasse werden als vorläufige Teillösung folgende Postulate -gestellt: a) Ausdehnung der Gültigkeit von an Samstagen ausgegebenen und zur Gratisrückfahrt am Sonntag und Montag berechtigter Billette auf das ganze Jahr; b) Ausgabe von Touristenbilletten mit sechstägiger Gültigkeit, und c) beträchtliche Ermässigung der Tarife für den Transport von Automobilen durch den Gotthardtunnel, solange die Strasse nicht fahrbar ist. Diese Tarife seien derart zu gestalten, dass die Automobile auf der Südseite bereits in Faido, auf der Nordrampe in Erstfeld verladen werden können. Die Automobilinsassen sollen zum Bezug von Fahrkarten zu, reduziertem Preis berechtigt sein. Die diesbezüglichen, zweifellos sehr weitgehenden Forderungen enthalten: 1. Reduktion der gegenwärtigen Taxe Göschenen-Äirolo, oder umgekehrt, um 50%; (Mitg.) Die Bundesbahnen haben vor einiger Zeit eine Serie von 20 für den Automobiltransport durch die Alpentunnels besonders geeignete Spezialwagen in Auftrag gegeben, die sich bei dem starken Osterverkehr durch den Gotthardtunnel in jeder Beziehung bewährten. Die neuen Autotransportwagen besitzen abklappbare Seiten- und Stirnwände, die einen bequemen seitlichen Verlad gestatten und zwischen den einzelnen Wagen eine eigentliche Fahrbahn herstellen, so dass sich für den Automobilisten das denkbar einfachste Verlademanöver ergibt. An den Osterfeiertagen wurden zwischen Gösohenen und Airolo in beiden Richtungen insgesamt 1204 Wagen transportiert, gegenüber 1320 im Jahre 1938 und 733 im Jahre 1937. ••-Für rasches Ein- und Ausladen stehen in i Airokr zwei, in Göschenen drei Verladerampen zur Verfügung, die auch dem stärksten 2. Umlage der gegenwärtigen Taxe Göschenen-Airolo, oder umgekehrt, auf die ganze Strecke Erstfeld-Faido, resp. Faido-Erstfeld und 3. Abgabe von Billetten an Personen, die mit den auf der Bahn transportierten Automobilen reisen, zu halber Taxe. Automobiltransporte durch den Gotthard Andrang zu genügen vermögen. Die Zahl der Fahrgelegenheiten beträgt in der Richtung nach dem Tessin 13, in Richtung Reusstal 11 Züge täglich, wovon der grösste Teil auf die für die Automobilbeförderung besonders bevorzugten Abendstunden entfällt Die Beförderung von Automobilen durch den Gotthard hat ausgesprochenen Saisoncharakter mit einer Spitze im April und Mai von 2—3000 Wagen, während sich in der übrigen Zeit ein Tagesdurchschnitt von 4—15 Wagen ergibt. Vergleichsweise sei darauf hingewiesen, dass die Verladeeinrichtungen am Tauerntunnel viel bescheidener sind (je eine kleine Rampe in Böckstein und Mallnitz) als am Gotthard^ dass sich Spezialwagen erst im Bau befinden, heute also noch nicht zur Verfügung stehen, dass aber die Beförderungstaxen am Gotthard bedeutend billiger sind. Ein Vergleich der Tunneltaxen am Gotthard und Tajierfi; ergibt folgendes:- ., Automobilverlad in Göschenen auf die von den Bundesbahnen zu diesem Zwecke besonders angeschafften Spezialwagen. Rätsel um Muriel. Roman von Johann Friedrich. 30. Fortsetzung. « Es sieht auf den ersten Blick so aus », gibt der Arzt zu, «doch wir haben unsere Chance. d'Andrade kann selbst nicht wünschen, dass sich die Behörde mit ihm beschäftigt, sonst geht sein Geschäft in die Binsen. Ausserdem wird er vielleicht jetzt willfähriger sein als am Nachmittag.» t Warum nimmst du das an ? » « Weil wir möglicherweise jetzt schon die einzigen Abnehmer sein werden, die er für seine Munition hat. Ich hoffe, unsere hiesige Konkurrenz ist inzwischen...» eine bezeichnende Geste beschliesst den Satz. * Du hast... ? » Don Paulo bohrt seine Augen in Martinez Gesicht. «Ich bin auch nicht ganz müssig gewesen >, sagt der leise und bedeutungsvoll. «Wenn es etwa heute im Zirkus Farroll | ein Unglück gegeben haben sollte, Wird Mister d'Andrade vielleicht etwas mehr Wert auf unsere Angebote legen.» « Hoffentlich ! Ich wünschte, es wäre so. Doch was geschieht mit dem Kellner ? » « Wir stopfen seinen Mund mit Geld. Es ist das einzige Mittel, doch es ist probat.» « Aber wenn man ihn inzwischen gesucht und gefunden hat ? » « Macht es auch nicht viel. Keine Hoteldirektion der Welt hat etwas dagegen, dass eine peinliche Angelegenheit still und ohne Aufsehen aus der Welt geschafft wird. Besonders, wenn es nicht einmal ihr Geld kostet. » « Du beruhigst mich wirklich », sagt Don Paulo dankbar. «Was soll ich mit unserer Pflegebefohlenen tun, wenn sie in deiner Abwesenheit zu sich kommt ? » « Sei nett zu ihr, gib ihr Wasser, wenn sie es verlangt und sage ihr, dass sie einen Unfall gehabt hat und bei einem Arzt ist. Das wird genügen. Viele Fragen wird sie fürs erste nicht stellen.» « Wenn sie aber nach Hause will ? Wäre es nicht die beste Lösung, sie in ein Auto zu setzen und davonfahren zu lassen ? > Dr. Martinez überlegt sekundenlang. « Nein », sagt er dann, «lass sie noch nicht fort. Dazu kommen wir schliesslich noch zurecht. Es wäre immerhin möglich...» « Was denn ? » « Dass dieser Fang gar nicht so schlecht ist. d'Andrades Frau ist sie zwar nicht, das weiss ich, aber — du hast sie aus seinem Appartement herausgeholt —, könnte sie nicht seine Geliebte sein ? In diesem Sündenbabel Paris » «So sieht sie nicht aus! » empört sich Don Paulo. < Oh, ich finde sie durchaus nicht häss- Iich », erklärt Dr. Martinez zynisch. Dann verlässt er eilends das Haus. Don Paulo setzt sich auf einen Sessel unweit von Peggys Lager und bewacht ihren Schlaf wie ein provencalischer Minnesänger die geraubte Geliebte. Sir Andrew seinem Leben XI. Der Tiger; Law glaubt, noch niemals in so ganz und gar uninteres- In dieser Nummer; Die Verteilung des Benzinzollertrages. Der neue 1,5-Liter-Mercedes- Benz-Rennwagen. Unabhängige Vierradfederung, von einem Schweizer schon 1920 herausgebracht. Fernthermometer. Beilage: