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E_1939_Zeitung_Nr.033

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n Automobil-Revue —

n Automobil-Revue — N° 33 den Einbau einer Dampfmaschine mit Luftschraube lenkbar zu machen, übertrug man Ende des vorigen Jahrhunderts diese Kraftquelle auch auf ein grossses Flugzeug, freilich mit negativem Erfolg, denn die Dampfmaschine war trotz besonderer Konstruktion immer noch viel zu schwer im Verhältnis zur Leistung, als dass sich der Apparat auch nur um einen Meter hätte erheben können. Da stellte die eben erwachende Automobilindustrie der jungen Aeronautik gerade im rechten Augenblick die ersehnte leichte und leistungsfähige Kraftquelle in Gestalt des Benzinmotors zur Verfügung. Jetzt war kühnen Männern Gelegenheit geboten, die im Gleitflug gewonnenen Erfahrungen mit der Kraft der motorgetriebenert Propellerschraube in Einklang zu bringen, indem sie beides, Gleitflug und Motor verbänden und sich mutig dem Aether anvertrauten. Und diese Männer fanden sich. In der Vereinigten Staaten waren es die Gebrüger Wright, die am 17. Dezember 1903 einen Flug von 260 m ausführten. Man lächle nicht über die Geringfügigkeit dieser Distanz. Damals galt es den Beweis zu erbringen, dass es mit Hilfe der Motorkraft möglich sei, die Erdenschwere zu überwinden, und wenn das auf einer Strecke von 260 Meter gelang, so musste das im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten zum Auftakt des Luftverkehrs werden. Nun folgten rasch hintereinander die geschichtlich bekannten Flugerfolge von Bleriot, Farman, Delagrange, Ferber, lathan usw., von welchen besonders diejenige der Aermelkanalüberfliegung durch Louis Bleriot von sich reden machte. Ueber die Entwicklung der Vorkriegsaviatik in der Schweiz schreibt A. Isler und Dr. W. Dollfus in dem ausgezeichneten Buch über die Zivillüftfahrt «Der dritte Weg»: Im Gegensatz zum Ballonwesen, in welchem sich die Schweiz eine international beachtenswerte Stellung erringen konnte, hat unser kleines Land in der Förderung des Flugwesens mittels Flugzeugen nichts Entscheidendes geleistet. Hervorragende Konstrukteure wie Birkigt, der Schöpfer des weltbekannten Hispano-Suiza- Flugmotors, und Franz Schneider, der Mitarbeiter Nieuports und Konstrukteur des bekannten deutschen L.V.G.-Flugzeuges, oder erfolgreiche Piloten, wie Audemars, Parmelin, Cobioni, Rupp, Blanc, Cuendet, Baumann, Hauptmann Jucker, Gsell und Burri mussten ihr Brot in Frankreich, Deutschland, England and Italien verdienen. Oblt. E. Santschi, der derzeitige Kommandant der Ballonabteilung, erwarb sich schon vor dem Kriege in Deutschland das Brevet als Luftschiff-Fürner und ist heute der einzige Schweizer, der diesen Ausweis besitzt. Der erste Motorflug in der Schweiz wurde vom deutschen Kapitän Engelhardt im Februar 1910 über dem St. Moritzersee im Engadin ausgeführt. Der erste grössere Erfolg eines Schweizers ist der am 28. August von Armand Dufaux durchgeführte Flug über den Genfersee von Villeneuve nach Genf, wobei eine Strecke von 66 km in zirka einer Stunde zurückgelegt wurde. Zu den erfolgreicheren. Piloten der ersten Zeit sind zu rechnen Taddecjli, Durafour, Bianchi, Wyss, Failloubaz, zu denen dann später Bider, Maffei, Grandjean, Real, Kunkler, Rech, Hug u. a. hinzutraten. So baute zum Beispiel Grandjean ein Flugzeug eigener Konstruktion, das sowohl mit einem Fahrgestell, als mit einem Schwimmerpaar für das Wasser und mit Ski für den Schnee ausgerüstet werden konnte und überdies noch durch den schweizerischen Flugmotor der Maschinenfabrik Oerlikon angetrieben war. Im Jahre 1912 wurden in der Schweiz nicht weniger als 33 Flugmeetings und Flugtage veranstaltet.; Den ersten internationalen Erfolg errang der junge Basellandschäftler Oscar Bider, der am 24. Januar 1913 von Pau in Südfrankreich, wo er die Bleriof-Fliegerschule besucht hatte, über die Pyrenäen nach Madrid flog, rund 500 km In 5 Stunden. Bider kehrte sodann in die Schweiz zurück und flog zuerst am 12. Mai 1913 von Bern über den Wildstrubel nach Sitten; er führte am 13. Juli seinen historischen Flug über das Zentralalpenmassiv aus, indem er am gleichen Tag die Strecke Bern-Domodossola-Mailand, das Jungfrau» joch überquerend, durcheilte. Am 26. Juli kehrte er in direktem Fluge von Mailand über den Gott« hard nach Basel zurück. Der Auslandschweizer Robert Gsell stellte am 3. September 1913 mit einem Rüge von 3 Stunden 11 Minuten Dauer und drei Passagieren an Bord, über dem Bodensee einen neuen Dauerweltrekord für Wasserflugzeuge auf, während der Schweizer Domenjoz, Chefpilot bei Bleriot in Paris, kurz nach Pegoud den Rückenflug und die' Loopings ausführte. Im Jahre 1913 kam auch in der Schweiz eine Nationalspende zustande, die den schöne Betrag von zirka 1% Millionen zugunsten der Schaffung eines Militärflugwesens ergab. Der höchste Gipfel Europas, der 4800 m hohe Mont-Blanc, wurde zuerst durch den Genfer Parmelin anlässlich eines Fluges Genf- Aosta am 11. Februar 1914 bezwungen, während Bider am 22. April den ersten Passagierflug mit H. Kempf über die Alpen von Bern nach Brig durchführte. Endlich sei noch der Vergessenheit entrissen/ dass der italienische Pilot Landini mit einem Passagier am 27. Juli 1914 von Novarra über den Monte Rosa nach Visp im Wallis geflogen ist. Dann kam der Weltkrieg. Mit ihm verschwand die zivile Luftschiffahrt mit einem Schlag, dafür aber erfuhr die Aviatik infolge der Bedeutung, die das Flugzeug als Kampfmittel erlangte, eine ungeahnt rasche Förderung. T*e. * Nur ein kleines Versehen Schon zwei- oder dreimal war sie ihm aufgefallen. Sehr hübsch, elegant, scheinbar seelenyerr; gnügt. Blond. Sie fuhr immer um dieselbe Zelt die Haupfsfrasse hinauf in einem hübschen, kleinen, offenen Wagen, der wie auf Mass gemacht zu sein schien. Aber man sah sich so kurz nur, im Vorbeifahren. Sie in ihrem hübschen, hellgrünen, er in seinem schweren, schwarzen Zweisitzer mit der Imposanten, langen Haube. Eines Tages standen die beiden Wagen nebeneinander auf der Nagelreihe und warteten auf das grüne Licht, das die Fahrt freigeben sollte. Ein altes, gebrechliches Frauchen trippelte mit ängstlichen Blicken quer vor ihnen über die Strasse. Zwei Augenpaare trafen sich. Ein kurzes Lächeln. Das grüne Licht, und sie war weg. Aber er war auch weg, vollkommen weg, wenn auch in anderem Sinne. Nun war aber auch seine Abenteuerlust erwacht. Und das Lächeln, das legte er zu seinen Gunsten aus. Vielleicht hatte er Recht. Vielleicht gaukelte ihm nur seine Eitelkeit das vor. Bewusst wandelte er nun auf ihren Spuren. Und siehe, da war sie wieder. Zufall? Wirklich nur Zufall? Ihr kleiner Wagen hielt vor einem Blumengeschäft. Sie stieg aus, ohne zu bemerken, dass er hinter ihrem Wagen parkte. Rasch zog er den Automobilkalender hervor. Hastiges Blättern — da war es: Frau M. MeierI Wie schnell das nun alles ging. Sie kam aus dem Laden, Blumen im Arm, und sah entzückend aus. Ein Frühlingsgedicht. Dazu das schöne Wetter. Es verschlug ihm schier den Atem. Jetzt nur Mut. Raus aus dem Wagen, Hut in der Hand, und schon stammelte er verworrenes Zeug in ein lächelndes Gesicht: Frau Meier, seien Sie mir nicht böse, bitte, aber ich muss Sie kennenlernen. Wenn man so entzükkend aussieht, muss man auf derlei Spontane Huldigungen gefasst sein!» ' ' '' " Sie lächelte lieblich, wurde "Sogar elrt steig rot, was ihr reizend stand und siehe da, nach kurzem Hin und Her Wurde beschlossen, ein Wiedersehen einstweilen dem Zufall zu überlassen. Das hiess nun nicht gerade «Nein>, konstatierte er mit Vergnügen. Er würde diesem Zufall schon auf die Beine helfen.: Aber während mehreren Tagen blieb seine Frau Meier verschwunden. Er machte sich Gedanken. Eine Witwe? Eine geschiedene Frau? So berauschend hübsch und geschieden? Am Ende gar eine verheiratete Frau, der seine wohlgesetzten Komplimente einfach Freude gemacht hatten, weil sie gerade guter Laune war? Wiedersehen musste er sie; das stand fest. Und er sah sie wieder. Er wollte einen Brief einwerfen, an der Ecke, da trat sie aus dem Handschuhgeschäft und strahlte ihn an. Er strahlte zurück. Man Ein Jungverheirateter Bauer trat vor seinen reichen Vater und bat ihn um Rat, wer eigentlich im Hause zu befehlen habe, der Mann oder die Frau? Der alte Bauer lächelte und sagte: «Hier, mein Sohn, sind hundert Hühner und ein Pferdegespann. Lade die Hühner auf den Wagen, und wo immer ein Ehepaar wohnt, halte an und forsche nach, wer «Herr im, Hause» sei. Ist es die Frau, dann schenke dem Paar eines der Hühner, ist es der Mann, dann lasse ihm dein Pferdegespann.» Der junge Bauer setzte sich auf den Bock des Wagens, Hess die Peitsche knallen und fuhr durch die Dörfer, und wo er ein Ehepaar antraf, da versuchte er zu erkunden, wer wirklich regiere. Als der Bauernsohn schon neunundneunzig Hühner verteilt hatte und immer noch hoffte, dass er auch einmal einen Mann «als Herr im Hause» antreffen würde, da kam er zu einem einsamen Bauerngehöfte. Er sprengte mit seinem Wagen durch die Toreinfahrt, als ihm der Hausherr den Weg versperrte und nach seinem l * Ton Fridolin freute sich, plauderte und bald plauderte man in einer.Konditorei weiter, war glücklich,, aufgeregt und interessierte sich sichtlich füreinander. Man sprach von einer ganzen Menge Dingen; sie bewunderte seine Geistesgegenwart, wie er ihren Namen herausgefunden habe, und er war stolz darauf, aber mehr war nun wieder nicht aus ihr herauszubringen. Bald wurden diese Plauderstündchen zu einer lieben Gewohnheit. Man war auch mal abends tanzen gegangen.' . Natürlich sprach man auch von Automobilen, wie das ja. unvermeidlich ist, wenn beide einen Wagen besitzen. Man machte sich gegenseitig l^orppljmenta ; über, Geschmack,: Wahl, ..Marke, Färber und was der üblichen Lobesworte mehr sind. Erfand, sie müsse unbedingt einmal seinen Wagen probieren, und sie bestand darauf, das er ihren kleinen vierrädrigen Freund einmal steuern müsse. Wer befiehlt? Von Hermine Graber regehren fregte. Der Ankömmling richtete sosofort die übliche Frage an den Besitzer de* Hofes. Mit stolzem Selbstbewusstsein antwortete der Angesprochene, dass selbstverständlich nur er der Herr im Hause sei. «Kannst du du beweisen?» trug der junge Bauer. Da rief der Hausbesitzer seine Gemahlin herbei, die bestätigte was er behauptet hatte, «Dann darfst du dir eines meiner Pferde auswählen», sagte wohlzufrieden der Besucher. «Ich denke, ich nehme den Schimmel, MO ein Sonntagspferd ist schon lange mein Wunsch.» «Gut, nimm ihn dir, du hast ihn wohl verdient!» Aber sogleich zog die Bäuerin den Gemahl beiseite, und nach längerer Zwiesprache sagte der Bauer: «Ich möchte doch lieber den Braunen nehmen, der taugt besser zur Arbeit.» «Nichts da —, du bekommst das Huhn», sagte der junge Bauer und fuhr mit leerem Wagen nach Hause. Rasch wurde der. Gedanke in die Tat umgesetzt. Man rauschte in seinem Ungetüm davon, in den schönen Tag hinaus, in die Wälder und auf einmal war es merkwürdig einsam und der Wagen hielt. Das Gespräch tänzelte eine Weile ungeduldig in Fachausdrucken hin und her, aber bald kam man von Pferdekräften auf innere Kräfte zu sprechen. Wie es kam, wusste niemand — aber sie hielten sich bei den Händen. Hast du nicht gesehen, strampelte er mitten in der schönsten Liebeserklärung herum, wie ein Fisch im Netz. Wie hypnotisiert sprach er zu diesen grossen, strahlenden Augen, die so wundervoll aufmerksam sein konnten. Während ein glückliches, rätselhaftes lächeln in Ihren Mundwinkeln herumgeisterte, sprach er und sprach, die tollsten, kühnsten Dinge, und seine Hand streichelte schon lange die weichen, grossen Locken, die ihren Nacken umgaben; er wusste es nicht. «Welsst du, Liebstes, ich weiss ja so wenig von dir. Ich habe so Angst, du seist wirklich und wahrhaftig verheiratet. Alles sei nur ein Traum. Nur ein reizendes, befristetes Abenteuer, wie ich es am Anfang vielleicht selbst erhoffte. Aber jetzt tut es weh, daran zu denken.» Eine Weile schwiegen beide, und starrten auf die zitternde Luft über der Kühlerfigur. Jedes hing seinen Gedanken nach, bis ein kleines, freches Vögelchen sich auf die Windschutzscheibe setzte und pipste, als lache es sie beide aus. Da nahm sie seine braunen Hände in die ihren, schaute ihm ernst und tief in die Augen und fragte: «Was würdest du tut, wenn ich nun gar nicht Frau Meier hiesse, und gar nicht verheiratet wäre?» «Ach sag doch nicht solche Sachen. Du willst mich noch quälenI Siehst du denn nicht, wie nahe mir die Sache geht?» «Doch, das spüre ich sehr wohl. Und es macht mich froh, Ich kann dir nicht sagen, wie froh. Aber du musst mir antworten. Es ist sehr, sehr wichtig. Ich möchte einfach wissen, was du in diesem Fall tun oder sagen würdest!» Da nahm er sie mit einem tollkühnen Entschluss in seine grossen Arme und küsste sie, wie ein Verdurstender und erst nachdem er wieder zu sich kam, wie nach einem schönen Traum, begann er sich zu wundern, dass er gar keinen, auch nicht den geringsten Widerstand gefunden hatte, ganz im Gegenteil.., Dann sagte er ihr: «Siehst du, das würde ich tun, und würde dich fragen, ob ich das jeden Tag und mit Recht und ganz gesetzlich tun dürfte?» Und nun kam für ihn die grosse Ueberraschung: «Hör mal genau zu, du Sherlock Holmes I Ich habe auch einen Autömobilkalender. Und über meinem Namen, steht der einer mir gänzlich unbekannten Frau Meier. Du hast dich versehen. Ich bin ledig und heisse nicht Frau Meier, und ich hab dich schrecklich lieb, du entgleister Abenteurer. Und ich bin ja wegen dir immer um dieselbe Zeit durch die Hauptstrasse gefahren und...» So langsam war der riesige Zweiplätzer noch gar nie gefahren, wie jetzt, als die zwei zur Stadt zurückrollten. Und wenn Sie jetzt irgendwo ein Inserat lesen: «Zu verkaufen kleines, hellgrünes Cabriolet, zwelplätzig», so können Sie sich bestimmt denken warum. Soll es aber wieder einmal geschehen, dass ein Bauer nicht weis«, wer der Herr im Hause sei, und sein Vater gibt ihm einen Wagen voll Hühner und ein Pferdegespann und — liebe Leserin — der Wagen hält vor deiner Tür, dann lasse deinen Gatten wenigstens einmal Herr im Hause spielen, denn ein Pferd ist das wohl wert. Das heimelige Chalet, mit konforiablem Innenausbau Im Grünen stehend und von Bäumen um« geben, wirkt das Schweizer Chalet sehr •nmutigend. Verlangen Sie unsere Gratis • Broschüre, enthaltend über 100 Photos von Chalets, Bungalows, Villen und Angaben Ober den Bau eines Qualitätshauses. m WINCKLER-WERKE FREIÖURG

N° 33 — Antomobil-Revue 3B Der Segelflug Segelfliegen gehört zum Schönsten, was ein naturliebender Mensch erleben kann. So kommt es auch nicht ganz von ungefähr, wenn unsere heranreifende Jugend von diesem jüngsten Sport begeistert ist. Wie viele haben sich wohl schon gewünscht, einmal von einem Segelflugzeug hoch hinauf zu den Wolken getragen zu werden? Segelfliegen ist ein Kameradschaftssport, der Selbstvertrauen, Vorsicht, Entschlusskraft, Geistesgegenwart, Gefühl und eine gute Beobachtungsgabe erfordert. Segelfliegen ist nicht nur ein idealer Sport, sondern zugleich das beste Vortraining für solche, die später Motorpiloten werden wollen. Jeder normale Mensch kann ohne besondere Mühe und ohne Gefahr Segelfliegen lernen. Allerdings darf dieser edle Sport erst vom 18. Altersjahr an betrieben werden. Jüngere Leute trauen sich oft mehr zu, als sie wirklich zu leisten imstande sind. Beim Skifahren, das sehr viel Verwandtes mit Segelfliegen hat, ist diese Jugendeigenschaft nicht so gefährlich, man purzelt eben einmal mehr in den weichen Pulverschnee und lacht nachher darüber. Beim Fliegen darf es aber überhaupt keine Fehler geben, die zu Purzelbäumen führen. Aus diesem Grunde lernt man auch nicht allein, sondern nur unter der strengen Aufsicht eines erfahrenen Fluglehrers fliegen. Bei keinem Sport spielt die Disziplin eine so wichtige Rolle, wie gerade beim Fliegen. Weil von jedem zukünftigen Flugschüler gewisse Charaktereigenschaften vorausgesetzt werden müssen, hat sich jeder, der sich zum Segelflieger ausbilden lassen will, einer Eignungsprüfung zu unterziehen. Auf diese Weise werden ungeeignete Leute schon vor den praktischen Versuchen ausgeschieden und vor Enttäuschungen bewahrt. Im Gegensatz zur Lehrmethode beim Motorfliegen, wo der Lehrer längere Zeit mitfliegt, ist der Segelflugschüler von allem Anfang an auf sich selbst angewiesen, das heisst er sitzt ganz allein auf dem Schul-Segelflugzeug. Seine Instruktionen erhält er vor, die Kritik nach den Rutsch- bzw. Flugversuchen. Der Schüler lernt also zuerst einmal auf erprobte, ganz ungefährliche Art und Weise fliegen. Hat er seine ersten Prüfungen bestanden, dann muss er sich durch sorgfältiges, systematisches Training die nötige Routine und Flugerfahrung aneignen. Nebenbei erhält er durch Fachleute auch Theorie über die wichtigsten Grundelemente im Segelflugwesen. Erst wenn er j * •-..• . :3l. Ein Segelflieger erzählt, worauf es ankommt das nötige Rüstzeug besitzt, kommt er zum eigentlichen Segelflug. Was ist ein Segelflugzeug? Was ein Motorflugzeug ist, wissen heute alle. Jedes Flugzeug kann auch bei abgestelltem Motor fliegen, wenn es dabei mit einer bestimmten Geschwindigkeit der Erde entgegengleitet (Gleitflug). Erst durch die rasche Vorwärtsbewegung in der Luft erhalten die Flügel, dank ihrer besonderen Form, den nötigen Auftrieb, um sich selbst und das ihnen angehängte Gewicht zu tragen. Diese Vorwärtsbewegung kann aber auf 2 Arten erreicht werden. Entweder zieht eine motorisch angetriebene Luftschraube (Propeller) das Flugzeug, oder wir lassen es eine schiefe Ebene hinabgleiten. — Als Vergleich gibt es kaum etwas Besseres als den Skifahrer. Willer sich horizontal oder bergwärts vorwärtsbewegen, so nimmt er entweder seine eigene Kraft oder diejenige eines Pferdes oder eines Autos zu "Hilfe. Will er dagegen ohne eigene Kraft oder fremde Hilfe vorwärtskommen, so fährt er, unter Einbusse der Höhe, einen Hang hinunter. In diesem Falle hilft ihm die Schwerkraft. Je steiler der Hang, um so grösser wird auch die Geschwindigkeit und um so schneller ist der Skifahrer unten angelangt. Ein Flugzeug, das im Verhältnis zu seiner Tragfläche schwer ist, muss auch sehr schnell fliegen, um den nötigen Auftrieb zu erhalten. Ein im Verhältnis zu seiner Fläche sehr leichtes Flugzeug kommt dagegen schon mit kleiner Geschwindigkeit aus. Um die grosse Geschwindigkeit zu erreichen, muss also das schwere Flugzeug steiler hinabgleiten (Steilhang) als das leichte und sinkt deshalb viel rascher. Das Segelflugzeug ist ein extrem leicht gebautes Flugzeug ohne Motor mit möglichst grossen Tragflächen, also mit möglichst kleiner Sinkgeschwindigkeit. Mit einem Segelflugzeug kann man somit bei ruhender Luft nur Gleitflüge ausführen. Wie ist es dann möglich, im Segelflugzeug stundenlang in der Luft zu bleiben, ohne zu sinken oder sogar noch zu steigen? Das ist ganz einfach. — Die Luft, in der das Segelflugzeug schwebt, kann selbst in Bewegung sein, sie kann steigen oder auch sinken. Befindet sich das Flugzeug in steigender Luft, oder, wie man sagt, im Aufwind, dann wird es, wenn es langsamer sinkt als die umgebende Luft steigt, fortwährend höher getragen. Steigt die umgebende Luft gerade gleich schnell wie das Segelflugzeug sinkt, dann bleibt es immer in gleicher Höhe über dem Boden. Bewegt sich das Flugzeug in sinkender Luft oder, fachmännisch ausgedrückt, im Abwind, dann sinkt es um so schneller. Die ganze Kunst des Segelfliegens liegt also darin, Aufwinde aufzuspüren und auszunützen und Abwinde soviel wie möglich zu meiden oder zu umgehen. Leider sind aber die Aufwinde nicht extra gefärbt, um sie besser zu finden, und so müssen sie eben mit viel Spürsinn, Erfahrung und mit Hilfe des sehr wichtigen Variometers gesucht werden. Das Variometer ist ein Instrument, das anzeigt, wie viele Meter das Segelflugzeug pro Sekunde steigt oder sinkt. Ein gutes Segelflugzeug sinkt, je »nach semer Leistungsfähigkeit, in ruhiger Luft 0,5 bis 1,0 m/Sek. Die Aufwinde erreichen Steiggeschwindigkeiten bis zu 6 und mehr m/Sek. Diese starken Aufwinde sind allerdings sehr selten, man trifft sie nur in Kumuluswolken oder vor Gewitterfronten an. Meistens findet man jedoch nur Aufwinde mit Steiggeschwindigkeiten bis zu 2 oder 3 m/Sek. Die Abwinde erreichen die gleichen Geschwindigkeiten. Der Segelflieger unterscheidet verschiedene Aufwinde, nämlich den Hangaufwind, den Sonnenaufwind (Thermik), den Wolkenaufwind und den Aufwind vor Gewitterfronten. Hangaufwind entsteht, wenn ein Bergrücken durch ziemlich starken Wind angeblasen wird. Da die Luft nicht durch den Berg hindurch kann, steigt sie auf der vorderen Seite den Berg hinauf und auf der hintern Seite wieder hinab. So entsteht auf der Vorderseite Aufwind und auf der Rückseite Abwind. Sonnenaufwind oder Thermik entsteht, wenn die Luft durch starke Sonnenbestrahlung an geeigneten Stellen stark erwärmt wird. Warme Luft ist spezifisch leicht und hat deshalb das Vermögen, hochzusteigen wie ein Heissluftballon. Bei kontinuierlicher Ablösung von erwärmter Luft entstehen ganze «Aurwindschläuche», in denen sich der Segelflieger durch enges Kreisen sehr hoch hinaufschrauben kann. Wolkenaufwind findet man unter und in Kumuluswolken. Dieser Aufwind ist meist sehr stark, und der Segelflieger muss sehr auf der Hut sein, um nicht von der Wolke angesogen und verschlungen zu werden, besonders wenn er keine Blindflugeinrichtungen oder ein schwach gebautes Segelflugzeug hat. Gewitteraufwind entsteht, wenn sich die einbrechende kalte Gewitterluft keilartig unter die spezifisch leichtere warme Luft schiebt und dieselbe hochtreibt. Ein Gewitterflug stellt grosse Anforderungen an Pilot und Flugzeug und setzt grosses fliegerisches Können voraus. Je nach der Aufgabe, die sich ein Segelflieger stellt, benützt er die eine oder andere, oder aber Segelflugzeug über Jungfraujoch. abwechslungsweise alle Aufwindarten, um sein Ziel zu erreichen. Ein Dauerflug wird vorteilhaft am Hang ausgeführt. Für einen Höhenflug kommen hauptsächlich thermische und Wolkenaufwinde in Frage, Ein Streckenflug bedingt eine allgemein günstige Wetterlage. Gute Windgeschwindigkeit, Thermik und Wolkenaufwind, oder aber eine starke Gewitterfront, die über Hunderte von Kilometern hinwegzieht. Der Streckenflug gehört zum Interessantesten, was es in der Segelfliegerei gibt. Es gibt aber noch etwas viel Schöneres und Schwierigeres, nämlich einen Alpenflug oder eine Alpentraversierung. Von diesem Ziel hat wohl schon mancher Segelflieger geträumt. Nur einem ganz «Grossen» ist es schon zweimal gelungen, un- Photo Hans Steiner, Bern. üuVwIüehbUdiuuj Institut Monnier Versoix, am Genlersee Gründliche Erlernung der französischen Sprache. Handelsfächer. Lehrgang der öffentlichen Schulen.. Knaben und Mädchen von sechs bis achtzehn Jahren. Sommer- und Winterferienkurse in den Alpen. Pädag. Leitung: Dr. W. Gunning, Telephon 8 51 SO Wenn Bern - dann Casino KIRCHHOFER, RVFFEL1G0. ZÜRICH. II LdIVEHSTMSSE GtaManmr 1IQVOR Seit 16. April: Sommer flugplan für den innerschweizerischen Luftverkehr mit den komfortablen Flugzeugen der Werktags Flugverbindungen Zürich-Bern-Lausanne-Genf, Bern-Basel, Bern-La Chaux-de- Fonds. Nen: Sonntags-Luftverkehr Bern-Zürich. — Spezial-Retour-Flugscheine mit 2- tägiger Gültigkeit — Auskünfte und Flugscheine durch Reisebureaux und ALPAR, Schweiz. Luftverkehrs A.-G., Tel. 4.40.44, BERN