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E_1939_Zeitung_Nr.030

E_1939_Zeitung_Nr.030

Das Tempo den

Das Tempo den Verkehrsverhättnissen anpassen! auf der Ueberlandstrasse Zürich-Wallisellen- Brüttisellen-Winterthur, die als Hauptstrasse gekennzeichnet Ist, also gemäss Art. 27 MFG das Vortrittsrecht gegenüber andern Strassen geniesst Auf der Strasse Dübendorf- Dietlikon, die trotz ihres starken Verkehrs gegenüber der andern nur eine Nebenstrasse Landesausstellung und Strassenverkehr Die Vorbereitungen der stadtzüroherischen Polizeiinstanzen sind nun so weit fortgeschritten, dass der ganze Apparat am 6. Mai — die Eröffnung der Landesausstellung ist auf 15 Uhr angesetzt — reibungslos spielen sollte. Viel Arbeit verursacht noch das Aufstellen der Hunderte von Signaltafeln für das Parking und die Verkehrsbeschränkungen, dessen Kosten sich allein auf zirka 120.000 Fr. belaufen dürften. DIE VERKEHRSREGELUNG AM BAHNHOF- PLATZ ist nun ebenfalls vom Stadtrat genehmigt. Die Einführung der Autobuskurse Hauptbahnhof-Ausstellung erforderte die Reservierung spezieller Haltestellen längs des Bahnhofgebäudes, was eine Verlegung der Taxistandplätze gegen die Gessnerallee hin zur Folge hat. Unbefriedigt gelöst bleibt noch immer das Aufstellen der Privatautos am Bahnhofplatz, für die bei der Verkehrsinsel nur wenig Platz zur Verfügung steht. Es ist daher begreiflich, •dass immer wieder der Vorschlag gemacht wird, die Anlage vor dem Schweiz. Landesmuseum für das Aufstellen der Privatautos freizugeben, was sich ohne allzu grosse Kosten bewerkstelligen liesse. Dadurch erhielten die Privatautobenützer besten Zutritt zum Bahnhof von der Limmatseite her. Die Neuanlage einer Strassenbahnverbindung zwischen Löwenstrasse und Bahnhofstrasse durch die Usteri-Strasse wird zur Folge haben, dass an letztgenannter Strasse das Stationieren und Parkieren von Fahrzeugen beidseitig verboten werden muss. Also wiederum ein Abbau der noch vorhandenen, wenigen Parkierstellen im Bahnhofgebiet Vielleicht liesse sich für die Zeit der Landesausstellung ein Ersatz im benachbarten Turnplatz des Lintb-Escher-Schulhauses finden, der sich gut eignen würde. (Aus dem Bandesgericht.) An einem Markttage fuhr ein Motorwagen durch die als Marktplatz benutzte Rue Centrale in Lausanne, wobei eine Frau an die Seite des mit 15—20 km fahrenden Wagens stiess und erheblich verletzt wurde. Das Polizeigericht verurteilte den Fahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 50 Fr. ist, nahte von rechts das Auto des H. mit Busse. Das Waadtländer Kassationsgericht 35—40 km, und H. glaubte, noch vor W. wies eine Beschwerde des Fahrers ab, weil über die Kreuzung zu kommen, wurde aber der Automobilist Art. 25 des Motorfahrzeuggesetzes verletzt habe, wonach der Lenker Der Zusammenstoss verursachte keine Ver- von dem heranrasenden Wagen angefahren. sein Fahrzeug ständig beherrschen, die Geschwindigkeit den gegebenen Strassen- und den. letzungen, wohl aber bedeutenden Sachscha- Verkehrsverhältnissen anpassen und bei Unfallgefahr verlangsamen oder nötigenfalls an- Biilach mit je 15 Fr. gebüsst, H., weil er das Beide Fahrer wurden vom Bezirksgericht halten soll. Bei den gegebenen Verhältnissen Vortrittsrecht des auf der Hauptstrasse fahrenden W. missachtet hatte, W. wegen Wi- — führte das Urteil aus — habe der Fussgänger das Vorrecht gehabt, und daher hätte derhandlung* gegen Art. 25 MFG. Der letztere der Automobilist im Sohritt fahren müssen. reichte beim Bundesgericht Nichtigkeitsbeschwerde ein, wurde aber vom Kassationshof Der Kassationshof des Bundesgerichts hat eine hiegegen eingereichte Nichtigkeitsbe- des Bundesgerichtes abgewiesen. Allerdings brauchte der Beschwerdeführer nicht damit zu reohnen, dass andere Fahrer sein Vortrittsrecht verletzen würden, und umgekehrt musste sich der nicht vortrittsberechtigte H. an der Kreuzung darauf gefasst machen, dass der auf der Hauptstrasse nahende Wagen ungewöhnlich schnell fahren werde. Damit war aber W. von der Beachtung der allgemeinen Vorschriften des Art. 25 MFG nicht befreit, denn nach der Rechtsprechung gilt das Vortrittsrecht nur im Rahmen dieser schwerde des Fahrers abgewiesen, ist aber unzweideutig von den Ausführungen des Waadtländer Kassationsgerichtes abgerückt, dass hier der Fussgänger ein Vorrecht gehabt habe. Das Gesetz gibt den Lokalbehörden die Möglichkeit, eine Strasse während der Marktstunden für Motorfahrzeuge zu sperren. Wird aber keine solche Vorkehr getroffen, so kann nicht ein Vorrecht des Fussgängers angenommen werden, sondern es gelten alsdann die gewöhnlichen Verkehrsregeln. Zu diesen gehört allerdings auch Art. 25 MFG, und ein Tempo von 15—20 km konnte bei dem ungewöhnlich dichten Verkehr als übermässig betrachtet werden. II. Ein Autofahrer W. fuhr gegen Mitternacht mit einer Geschwindigkeit von 100—120 km hiefür DIE UNENTGELTLICHKEIT DES PARKIERENS auf den von der Stadt bereitgestellten Parkplätzen dürfte nun wohl gesichert sein. Verschiedene Privatunternehmen haben ebenfalls Parkplätze vorgesehen, die aber durch Signaltafeln als «Bewachte, private Parkplätze» gekennzeichnet werden. Den Besitzern der Plätze ist gestattet, zur Deckung ihrer Kosten eine bescheidene Gebühr zu verlangen, deren Höhe im Einvernehmen mit der Stadtpolizei einheitlich für die ganze Stadt bestimmt werden wird. Diese privaten Parkplätze haben den Vorteil, dass sie unter steter Bewachung stehen. Sie werden vornehmlich auch dann verwendet werden, wenn die vorhandenen Garagen vollständig besetzt sind und man den Wagen die Nacht hindurch nicht unter Aufsicht lassen will. Für Weekendaufenthalte sollten spezielle Vergünstigungen gewährt werden. Die Polizeibehörden sind nun den Wünschen der Automobilisten nach SCHAFFUNG EINER ZUFAHRT BIS ZU DENvollständiges, abgerundetes Bild, so lässt AUSSTELLUNGSTOREN doch schon ein vorläufiger Ueberblick die Vermutung aufkommen, dass auch hier im in der Weise nachgekommen, dass beim Ausstellungseingang Wollishofen am äusseren Mythenquai Vergleich mit dem Vorjahr ein leichter Rückgang eingetreten sei. Im Zeitabschnitt ein spezieller Kehrplatz geschaffen wird. Die Zu- Grün- fahrt vom Stadtinnern edfolgt via Seestrasse, Unterführung Wollishofen, links Mythenquai, Ausstellungseingang. Während bei den anderen Ausstellungstoren die Privatautos nur bis auf eine gewisse Distanz heranfahren dürfen und ihre Passagiere von dort den Weg bis zur Ausstellung zu Fuss zurücklegen müssen, besteht in Wollishofen die Möglichkeit, mit dem Wagen bis zum Eingang zu gelangen. EINFÜHRUNG DES EINBAHNVERKEHRS IN DER BAHNHOFSTRASSE ' ; in der Schwebe. Man beabsichtigt während der ersten Ausstellungswochen den Verkehr in beiden Richtungen zu gestatten, um festzustellen, ob die Frequenz wirklich die Einführung des Einbahnsystems nötig macht. Hingegen wird auf der Route Löwen- wird derselbe von Ständerat Schöpfer unterstützt. Mit 19 :12 Stimmen fand jedoch der strasse/Talstrasse der Einbahnverkehr eingeführt, ebenso im Ulmbergtunnel, während man die Seefeldstrasse für Motorfahrzeuge völlig sperrt Die Antrag Amstalden mehrheitliche Zustimmung Bahnhofstrasse steht unter vollständigem Stalionierungsverbot; daneben dürfen in einem gewissen des Rates. Teil des Stadtkerns Lieferungsfahrzeuge ab 8.30 Uhr In der Gesamtabstimmung erfuhr der Bundesbeschluss über die Vermehrung der ar- morgens nicht mehr zirkulieren, währenddem für gewisse Quartiere der «City» der Verkehr mit Tierfuhrwerken und Handwagen überhaupt verboten men unbestrittene Annahme. meetauglichen Motorlastwagen mit 35 Stim- werden soll. Was die anbelangt, eo ist sie nun soweit abgeklärt, dass für den gewöhnlichen Augstellungsverkehr in der Nähe der beiden Ausstellungsufer rund 4000 Automobile untergebracht werden können, während für die «Gross-Besuchstage» an der Peripherie weitere Parkierungsmöglichkeiten für 6000 Fahrzeuge vorhanden sind. Damit erreicht das Fassungsvermögen insgesamt aller Parkflächen 10.000 Wagen. Turicum. AutomoblllstischerOsterverkehr durch den Gotthard. Trübes, unfreundliches Wetter und eine neuerliche Zuspitzung der weltpolitischen Lage haben dem Automobilverkehr während der Osterfeiertage einen Dämpfer aufgesetzt. Wohl pulste das Leben auf unsern Strassen stärker als sonst, wohl mischten sich unter die Wagen mit dem CH-Schild hin und wieder Franzosen, Holländer, Engländer und Angehörige anderer fremder Staaten, alles in allem genommen aber steigerte sich der Betrieb nicht zu. jener Intensität, wie man sie sonst während dieser Tage gewohnt ist. Zu Hunderten folgten die Automobilisten wieder dem Ruf des Südens, wie die Ziffern für die Autotransporte durch den Gotthardtunnel beweisen. Bieten sie im Augenblick, da diese Zeilen in Druck gehen, auch noch kein donnerstag bis Ostermontag wurden nach unsern Erkundigungen in der Richtung Gösohenen-Airolo insgesamt 616 Automobile und 3 Autobusse durch den Gotthardtunnel befördert, gegen 733 im Vorjahr und 460 im Jahre 1937. Dabei stehen die einzelnen Tage mit folgenden Zahlen zu Buch; Total 616 Autos 338 Autos 3 Autobus 6 Autobas * davon 65 von Airolo nach Erstfeld. Freie Fahrt Ober die Bremgartner Reussbrücke. Während 7 Wochen musste der Strassenverfcehr Ton Zürich über den Mutschellen nach Lenzburg wegen Umbau der Strassenbrücke über die Reuss in Bremgarten über Baden resp. Mellingen umgeleitet werden. Rechtzeitig, d. h. vor Beginn der Landesausstellung, ist nun die altbewährte Brücke derart verbessert resp. verstärkt worden, dass sie sich viele Jahrzehnte hinaus auch dem stärksten Strassenverkehr gewachsen zeigen wird. Der Ständerat stimmte ebenfalls der Vermehrung der armeetauglichen Motorlastwagen zu. In einer vor acht Tagen abgehaltenen Sitzung kam im Ständerat die bereits vom Nationalrat behandelte Vorlage über die Vermehrung der armeetauglichen Motorlastwagen zur Sprache. Einleitend orientierte der Kommissionsreferent Käser (Schaffhausen) über die der Vorlage zugrunde liegenden militärischen und verkehrspolitischen Gesichtspunkte, wie sie unsern Lesern zur Genüge bekannt sein dürften. Eine der Kom- Grundregeln. Obschon W. auf der Hauptstrasse fuhr, war doch des Nachts bei einer mission seitens der ASPA zugegangene Eingabe, wonach nicht nur fabrikneue, sondern Strassenbreite von nicht mehr als 7J8 m und vor der Einmündung einer ziemlich wichtigen auch im Betrieb stehende, geeignete Wagen Querstrasse das Tempo von mindestens 100 durch den Bundesbeschluss erfasst werden km übersetzt, und es liegt daher ein Ver-solltenstoss gegen Art. 25 vor. ist einmütig von diesen abgelehnt Wp. Nach wie vor bleibt die Frage der PARKPLATZFRAGE V*»»l*ek» AUTOMOBIL-REVUE N» 30 'w-Gflscneneni Afroit* Airolo Goschen« Donneratar, 6. Aprfli 230 Autos 20 Autor Freitag, 7. April: 224 » 24 * 1 Autobus Samstag, 8, Aprüs 79 Autos 23 • 1 Autobus Sonntag, 9, Aprü: 41 Auto* 30 » 2 Autobus Montag, 10. April; iflll 42 Autos 1 Autobus 242 Autos* 4 Autobus 4»«!« «es worden. Ständerat Beguin (Neuenburg) erblickt in der angedeuteten Vereinheitlichung der kantonalen Automobilsteuern einen neuen Akt der Zentralisation. Amstalden (Obwalden) befürchtete, dass mit einer Beschränkung der Subventionen die gewünschte Anzahl armeetauglicher Motorfahrzeuge nicht erreicht werde, weshalb er in der Detaildebatte folgenden Zusatzantrag stellte: « Ausserdem kann der Bundesrat unter bestimmten von ihm festzusetzenden Bedingungen zusätzliche Beiträge für gebrauchte Motorlastwagen bewilligen, sofern diese mit festen einheimischen Betriebsstoffen betrieben werden. » Während sich Kommissionsreferent wie Vorsteher des Militärdepartements gegen diesen Zusatzantrag wenden, Der Ausbau des schweizerischen Alpenstrassennetzes. Nach Angaben des bundesrätlichen Geschäftsführungs-Berichtes über das Departement des Innert sind bis zum 31. Dezember 1938 von den zum Alpenstrassenausbau zur Verfügung gestellten Bundesmitteln in der Höhe von Fr. 53 Mill. von den Kantonen insgesamt 15 055 710 Fr. angefordert worden. Diese Beitragssumme entspricht den 1836—38 aufgewendeten wirklichen Baukosten von insgesamt Fr. 24 508 900. Mit Ausnahme der linksufrigen Wallensee-Talstrasse auf dem Gebiete des Kantons Glarus sind sämtliche in das erste Ausbauprogramm 1936—43 einbezogene Strassenzüge im Ausbau begriffen. Der Hund als Schwarzfahrer. Ein fröhliches Intermezzo, das die Passion gewisser Hund für das Autofahren illustriert, spielte sich unlängst in der Bundesstadt ab. Kürzlich hielt der dortige Kynologische Verein einen Dressurkurs ab, wobei es denn eines Abends geschah, dass eines der Vorstandsmitglieder seinen Hund Rex nach der Uebung noch zum Schlummertrunk ins Cafe mitnahm. Auf dem Heimweg sollte dann der Hund neben dem Velo seines Herrn frei einhertraben. Während im Korridor des Restaurants das Fahrrad fahrbereit gemacht wurde, entschwand der Vierbeiner gemütlich durch die Haustüre. Als der Besitzer dann auf die Strasse hinaustrat, «ah er 1 seinen Hund nirgends mehr. Vergeblich war alles Rufen und Pfeifen. in der Nähe gelegenen Taxistand wurde einer der Chauffeure aufmerksam: «Ja, sucht ilr einen Hund von mittlerer Grosse, goldgestromt?» Das war das richtige Signalement für den Rex. «Der ist vor wenigen Minuten zusammen mit drei Fahrgästen in ein Taxi gestiegen, das den Weg in Richtung B.-Platz eingeschlagen hat Ohne Zweifel sei der Chauffeur der Ansicht gewesen, der Hund gehöre einem der drei Fahrgäste. Die wiederum glaubten ihrerseits, das gravitätisch neben dem Führersitz thronende Tier gehöre dem Chauffeur. Dass dressierte Hunde sehr gerne Auto fahren und, zur Wägenbewachung verwendet werden können, weiss man ja. Dank der Komödie der Irrungen, die er inszeniert, blieb der «ohlalue deutsch« BOT«* tfrfx*emgt «Rzen. An* dem B.-Pbct« tnuMt« der Chauffeur halten, um dem ersten aussteigenden Fahrgast die Türe zn öffnen. Diesen tünetigen Moment benutzte auch der Hund, um sich eiligst aus dem Staub zu machen, denn wer weiss, wie weit er sonst geführt worden wäre. Zur Türe hinaus, auf tind davon war eins. Und das tat er in kluger Ueberlegung, denn nicht weit davon entfernt befindet sich die Wohnung seines Besitzers. Während nun dieser in schneller Fahrt, besorgt um das nngewisse Schicksal des Tieres, auf dem Velo zu Hanse ankam, •wartete Rex, der Schwarzfahrer, längst vor der Haustüre und begrüsste seinen Herrn mit freundlichem Sohwanzwedeln. E. S. Nochmals: Steuererleichterungen Im Kanton Bern und deren Wirkungen für den Fiskus. Vom Strassenverkehrsamt des Kantons Bern erhalten wir folgende Zuschrift: In Nr. 26 der Automobil-Revue vom 24. Marx 1939 haben wir anlässlich der Beantwortung einer Anfrage aus dem Leserkreis darauf hingewiesen, dass die durch Dekret vom 15. Februar 1934 eingeführte, vierteljährliche Berechnungsart der Automobilsteuer für den Staat Bern einen Steuerausfall von ca. 200 000 Franken zur Folge gehabt habe. Das Sekretariat der Sektion Bern des A.C.S. glaubt nun in Nr. 29 der Automobil-Revue vom 4. April 1939 diese Behauptung in Zweifel ziehen zu müssen und versucht an Hand der Steuererträgnisse aus den Jahren 1933—1935 den Gegenbeweis leisten zu können. Den Ausführungen des A.G.S. stellen wir folgendes gegenüber: Vorerst sei darauf hingewiesen, dass es sich bei dem für das Jahr 1935 angeführten Betrag um den Bruttoertrag der Automobilsteuer handelt Der Nettoertrag belief sich nach Abzug der zurückerstatteten Steuerbeträge auf Fr. 3 630 858.—. Abgesehen von dieser Ungenauigkeit beruht die Einsendung auf Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse. In den Jahren 1933—1935 hat sich das Dekret vom 15. Februar 1934 auf den Gesamtsteuerertrag gar.nicht oder nur unbedeutend ausgewirkt Das Dekret trat erst im Frühjähr 1934 in Kraft, als mit wenigen Ausnahmen die Fahrzeughalter die Steuern für da betreffende Jahr bereits entrichtet hatten. Der Betrag, der zufolge Ausserbetriebsetzung von Fahrzeugen im letzten Quartal 1934 zurückerstattet werden musste, betrug ausserdem nur Fr. 14 104.—, weil anscheinend die Neuerung noch wenig bekannt war. Etwas stärker wirkte es sich im Jahr 1935 aus. Eine ansehnliche Zahl von Fahrzeugen wurde im ersten Quartal 1935 stillgelegt und die Steuerrückerstattungen beliefen sich auf Fr. 17 980.—. Deswegen sind die Einnahmen der Jahre 1934 und 1935 trotz Zunahme der Zahl der Motorwagen um 205 Einheiten, annähernd gleich geblieben. Eindeutig fällt der Vergleich mit dem Jahre 1936 aus, in welchem die Einnahmen trotz weiterer Zunahme des Motorwagenbestandes auf Fr. 3 468 671.65, also gegenüber dem Jahre 1934 um Fr. 158 532.35 sanken. Im Hinblick auf die Zunahme der Motorwagen um 267 Einheiten hätte die Steuereinnahme des Jahres 1936 gegenüber 1934 ebenfalls eine Zunahme erfahren müssen, und zwar bei Annahme einer Durchschnittssteuer von Fr. 200.— pro Fahrzeug um Fr. 53 400.—. Wenn wir somit den Steuerausfall des Staates mit ca. Fr. 200000.— beziffert haben, so ist dies keineswegs übertrieben. Es ist übrigens ohne weiteres einleuchtend, dass der Steuerertrag ganz erheblich vermindert wird, wenn die Steuer von 3500 Fahrzeugen nur für 3 Quartale und von 400 Fahrzeugen nur für 6 Monate entrichtet wird. Die oft von Verkehrsverbänden aufgestellte Behauptung, durch diese Steuererleichterung seien mehr Fahrzeuge in Betrieb genommen worden, ist im übrigen völlig irrig, macht doch diese Ermässigung für den Halter nur 1—2% der jährlichen Gesamtkosten seines Motorfahrzeuges aus. Diese ein oder zwei Hundertstel der Gesamtkosten dürften bei der Frage der Anschaffung eines Wagens kaum von ausschlaggebender Bedeutung sein. Nach wie vor sind wir davon überzeugt, dass auch die Einführung der monatlichen Berechnung der Steuer einen ansehnlichen Ausfall zur Folge haben würde. Trotzdem werden sich die zuständigen Behörden zweifellos mit dieser Frage befassen, und zwar jedenfalls auch ohne besonderen Druck von Seiten des Sekretariates der Sektion Bern des A.C.S. Die Erweiterung der Centralgarage Ritzi & Wagner in St. Gallen bildet 3e*s**sr Donnerstag Anlass zur offiziellen Eröffnungsfeier, an der neben Vertretungen des Stadtrates von St. Gallen und der Polizeiorgane die am Bau beteiligten Kreise und die Presse eingeladen waren. Unter der kundigen Führung der Herren Ritzi und Wagner machte man vorerst einen Rundgang durch das alte und neue Gebäude, wobei gleich zu allem Anfang festgestellt sei, dass sich das neue so gut ans bisherige (aus dem Jahre 1926 stammende) anfügt, dass nur der Eingeweihte im Innern des Hauses weiss, wo dieses aufhört und jenes beginnt Man sah die ausserordentlich praktischen Anlagen für die Wagenwäscherei und die Reparaturen, den von der Firma selbst konstruierten Universalprüfstand für Automobile, der Benzinverbrauch, Schnelligkeit und Leistung in PS an der Bremse fortlaufend anzeigt, dann neben modernen Werkbänken und einem lichten Arbeitssaal die Vorrichtungen für die Prüfung der elektrischen Teile der Wagen. Mit der Inbetriebnahme des Neubaues steht nur für den Autobetrieb und die Einstell-, Werkstatt-, Ausstell- und Bureau-Räume eine benutzbare Gesamtgrundfläche Ton rund 5600 m a zur Verfügung. Grosses Interesse finden die direkten Ein- und Ausfahrten der untern 3 Etagen, die sich automatisch öffnen, wenn ein Wagen anfährt. Der Neubau aus Eisenbeton weist ein mächtiges Flachdach (Veranda) mit Oberlichtern und Durch das Suchen auf dem sehr zweckmässig angeordneten Luftheizapparaten KLEINE CHRONIK S«. Gall«»» Nolizen und Entlüftungsanlagen auf. Auf der Südseite des Neubaues ist die Tankstelle mit 4 Tanksäulen (für Benzin, Luft und Oel) an wettergeschützter Lage angebracht, eine sehr moderne Konstruktion, die einen grossen Kostenaufwand erforderte. Anschliessend an die Besichtigung wurde im Restaurant Baratella ein Imbiss offeriert, bei dem die Herren Ritzi und Wagner ihrer Freude über die Vollendung des Werkes Ausdruck gaben und anhand praktischer Erfahrungen von St Gallen und Bern die Notwendigkeit vermehrter und besserer Einstellgaragen betonten. Stadtrat Dr. Graf, St. Gallen, hob hervor, wie der Bau der Allgemeinheit diene und gratulierte der Baufirma und dem Arohitilten (Winzeler, St. Gallen),

N° 30 — DIENSTAG, 11. APRIL 1939 AUTOMOBIL-REVUE IN ENGLAND Nach dem französischen auch ein englischer Rennwagenfonds. Mr. Humphrey Cook, der Finanzmann der English Racing Automobiles Ltd., hat — wie an dieser Stelle bekanntgegeben — unlängst erklärt, dass er zur materiellen Entwicklung des von ihm gegründeten Unternehmens nur nooh bis Ende 1939 beitragen könne und dass der Bau der ERA-Rennwagen infolgedessen ab 1940 eingestellt werden müsste, falls es nicht möglich sei, die für die Konstruktion und die Aufrechterhaltung des Rennbetriebes notwendigen Gelder anderweitig zu beschaffen. Zahlreiche Piloten, die von fürchterlichen Stürmen überrascht wurden, sind am Ziel nicht eingetroffen; man ist von ihnen ohne Lebenszeichen. wurden von den einzelnen Konkurrenten folgende schnellste Runden gefahren: Caracciola, von Brauchilsch und Lang (Mercedes-Benz): 1:47 = 93,182 km/St. Sommer (Alfa Romeo): 1:50 = 90,641 km/St. Etancelin und Carriere (Talbot): 1:51 = 89,825 km/St. Mazaud (Delahaye): 1:57 = 85,218 km/St. Paul (Delahaye) und Trintignant (Bugatü): 1:58 = 84,496 km/St. , Contet (Delahaye): 2:00 = 83.0&8 km/St. Ein eindrucksvolles Bild vom Siart zum Grossen Preis von Pau. Das Feld braust mit den drei Mercedes-Benz-Fahrern Caracciola (Nr.2), von Brauchitech (Nr. 10) und Lang (Nr. 18) an •der, Spitze davon. Nunmehr wurde — ähnlich wie seinerzeit in Frankreich — ein Rennwagenfonds gegründet, dem zahlreiche Prominente aus der Industrie zu Gevatter stehen. Die diesem Fonds zufliessenden Gelder — es werden Minimalbeiträge von 1 Pfund Sterling per sofort und per 1. Januar 1940 entgegengenommen — kommen dem britischen Automobilrennsport im allgemeinen und der Unterstützung des ERA-Werks im besonderen zugut, wobei vier Vertrauensmänner darüber wachen, dass mit den eingehenden Mitteln haushälterisch unigegangen wird. Bis auf weiteres keine weiteren Weltrekordversuche des < Thunderbolt». Die von Captain G. E. T. Eyston, dem Inhaber des absoluten Weltschnelligkeitsrekordes im Automobil, der Presse gegenüber abgegebenen Erklärungen, wonach er dieses Jahr keine neuen Versuche zur Verbesserung seines Rekords unternehmen werde, finden neuerdings ihre Bestätigung durch eine Mitteilung an die Handeskammer von Salt Lake City. Eyston begründet diese Haltung damit, dass ihm seine berufliche Inanspruchnahme nicht gestatte, sich eingehend mit den Plänen für technische Abänderungen am «Blitzstrahl » zu befassen. IN SODAMERIKA Ein internationaler Grand Prix über 7274 Kilometer wurde kürzlich in Südamerika mit Start in Buenos-Aires und Ziel in La Plata ausgetragen, wobei es folgende 11, abwechslungsweise durch Berggegenden und Sandwüsten führende Etappen zurückzulegen galt: Buenos Aires—Santa Rosa: 691 km Santa Rosa—Mendoza: 814 km Mendoza—Santiago del Chile: 568 km Santiago del Chile—TemuCo: 929 km Temuco—Neuquen: 532 km Neuquen—San Carlos de Bariloche: 576 km San Carlos de Bariloche—Esquel: 352 km Esquel—Comodoro Rivadavia: 626 km Comodoro Rivadavia—Vtedma: 966 km Viedma—Patagones: 598 km Patagones—La Plata: 622 km. Von den 71 gestarteten Konkurrenten waren am Ende der 6. Etappe nur noch 34 im Rennen und die Zahl der «Ueberlebenden > am Ziel betrug nurmehr 9. Als Sieger ging aus dem « Grossen Preis des Südens > der Fahrer Angelo Lo Valvo auf einem in der vorliegenden Meldung nicht näher bezeichneten Wagen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80,856 km/St, hervor. IN FRANKREICH Im Grossen Preis von Pau Die Alpar (Schweizerische Luftverkehrs-Gesellschaft in Bern) hat ihren Maschinenpark durch zwei «De Havilland Dragon Rapide» ergänzt. Es handelt sich bei diesem Typ um ein mittelgrosses Flugzeug, das mit zwei «Gipsy Six»-Motoren zu je 200 PS ausgerüstet ist und neben dem Piloten und dem. Funker 6 Passagiere aufnehmen kann. Die «Dragon» werden mit der Eröffnung der Sommerflug-« Saison am 16. April auf der Alparstrecke Bern—Basel eingesetzt und ausserdem ist ihre Verwendung für Sonder- und Alpenflüge vorgesehen. Balsa (Bugatti) und De Graffenried (Maserati): 2:01 = 82,401 km/St. Biolay (Delahaye) und Tremoulet (Sefac): 2:02 = 81,726 km/St. Chaboud (Delahaye): 2:05 = 79,764 km/St. IN DEUTSCHLAND Bau einer 10 Kilometer langen Rundstrecke bei Dresden? Wie aus der Pariser Zeitung «L Auto» vom 4. April hervorgeht, hat Korpsführer Hühnlein anlässlich des Grossen Preises von Pau einem Redaktor des Blattes ein Interview gewährt und im Verlauf der Unterredung u. a. den Ausspruch getan, dass er für kurze Strecken eine ganz besondere Vorliebe habe, weil es interessant sei, hier die einzelnen Phasen des Kampfes zu verfolgen. Redaktor Maurice Henry legt dann Korpsführer Hühnlein wörtlich folgende Aeusserung in den Mund: « Der Nürburgring in Deutschland ist zu lang und wir bauen übrigens gegenwärtig in Sachsen, in der Nähe von Dresden, eine Rundstrecke, deren Länge zehn Kilometer nicht überschreiten wird.» Wir geben diese Aeusserung Korpsführer Hühnleins, welche bis zur Stunde weder eine Sem modecaen lüayen... einen modernen !Bcennstatl wollen Sie mit Ihrem Wagen auch auf den Steigungen unserer Bergstrassen restlos zufrieden sein, dann verwenden Sie für Ihren hochkomprimierten Motor den für solche Zwecke speziell geschaffenen Brennstoff: SUPER NOBEX Ein NOBA-Produkt NOBA A.G. Bestätigung noch ein Dementi gefunden hat, unter allem Vorbehalt wieder, zumail weder von einem solchen Projekt, noch davon, dass es bereits in Angriff genommen worden sei, bis heute — selbst in der deutschen Fach* presse — die Rede war. Das internationale Eifelrennen steigt am 21. Mai und wird zum erstenmal in dieser Saison auch die Auto-Union und die Italiener am Start sehen. Die Renn* wagen — nach der von der AIAQR festgesetzten Grand-Prix-Formel konstruiert —» haben zehn Runden der 22 km 810 langen Nordschleife des Nürburgrings abzufahren, was insgesamt 228,1 km ausmacht. Fahrerwechsel ist nicht gestattet. In einem separaten Rennen starten diö Sportwagen, von denen Gruppe I (bis! 1100 ccm) vier, Gruppe II (bis 1500 com) fünf und Gruppe III (bis 2000 ccm) sechs Runden zurückzulegen hat. Um die Startberechtigung zu erlangen, haben alle Konkurrenten 5 Pflichtrunden zu fahren und hiebe! folgende Mindestzeiten nicht zu überschreiten : Gruppe 1: 18:00 = ca. 76 km/SU Gruppe II: 17 .-00 = ca. 80 km/St; Gruppe III: 16:00 — ca. 85 km/St. Das Training wurde auf Donnerstag, Freitag und Samstag, den 18., 19. und 20. Mal 12—14 Uhr für Sportwagen, und 14—17 Uhr für Rennwagen angesetzt IN N0RDAFRIK* Grosser Preis von Tripolis. Die Federazione Automobilistica Sportival ItaLiana veröffentlichte am Donnerstag diö Nennliste für den am 7. Mai stattfindenden, den Anderthalbliter-Rennwagen reservierten Grossen Preis von Tripolis. Sie enthält di« Namen folgender 30 Piloten (iFabrikfahrer halbfett): 1. Caracciola Rudolf (Mercedes-Benz) 2. Lang Hermann (Mercedes-Benz) 3. Farina Giuseppe (Alfa Romeo) 4. Biondetti Clemente (Alfa Romeo) 5. Villoresi Emilio (Alfa Romeo) 6. Severi Francesco (Alfa Romeo) 7. Pintacuda Carlo (Alfa Romeo) 8. Aldrighefti Giordano (Alfa Romeo) 9. Trossj Carlo Feiice (Maserati) 10. Viiloresi Uiigi (Maserati) 11. Cortese Franco (Maserati) 12. Rocco Giovanni (Maserati) 13. Taruffi Piero (Maserati) 14. Ruggeri Arialdo (Maserati) 15. Castelharco Luigi (Maserati) 16. Gapelli Ovidio (Maserati) 16. Balestrero Renato (Maserati) 18. Ghersi Pietro (Maserati) 19. Teagno Edoardo (Maserati) 20. Brezzi Andrea (Maserati) 21. Pietsch Paul (Maserati) 22. Hug F. Armand (Maserati) 23. Gollm (Maserati) 24. BaTbieri Guido (Maserati) 25. Plate Enrico (Maserati) 26. Bianco Ettore (Maserati) 27. Lami Catullo (Maserati) 28. Romano Emilio (Maserati) 29. Baruffi Pino (Maserati) 30. Lanza Dioscoride (Maserati) Die beiden zur Feuerprobe antretenden Mercedes-Benz werden' also auf eine erdrückende italienische Konkurrenz stossen, die 6 Alfetta und 22 Maserati ins Rennen schickt. England wird nicht vertreten sein, nachdem Prinz Bira (Siam) die Meldung seines ERA zurückgezogen hat Auto-Union-Versuchsfahrten in Monza. Am vergangenen Wochenende ist die Rennleitung der Auto-Union mit den Fahrern Nuvolari, Müller und Meier erneut auf dem oberitalienischen Asutodrom eingetroffen, um den verbesserten Drei-Liter-jKompressor-Boliden einem weitern Training zu unterziehen. Für diese Woche wird auch die Mannschaft der Daimler-Benz AG. in iMonza erwartet