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E_1939_Zeitung_Nr.031

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Die Fleet-Street, das.

Die Fleet-Street, das. Londoner Zeltungsviertel, war et, die als erste die Milch-Bar sah, jene Einrichtung, die heute sich über ganz England verbreitet hat und die in finanzieller wie in hygienischer Hinsicht einen durchschlagenden Erfolg zu verzeichnen hatte. In Fleetstreet werden im Oktober dieses Jahres nun auch die ersten «Herings-Bars» eröffnet werden, kleine Lokale, welche der Proaaganda des Heringskonsums dienen sollen, und P n ( in denen Hering in allen erdenklichen Formen serviert werden wird. Die nicht allzu üppige Phantasie der englischen Kochkünstler wird durch Heringsrezepte aus allen Himmelsrichtungen und Weltgegenden befruchtet werden, und schon jetzt probiert man alle möglichen Zubereitungsarten aus, die In fremden Ländern für ähnliche Fischarten angewendet g werden. — Dass gerade Fleet- street als Ausgangspunkt 9S spunkt für die neue Propa neue Propa- Grund darin haben, da,ss rnqrjs..yqri.r. qr> t yon : den,her h gandawelle ganaaweiie gewähltt wurde, , dürfte du tseinert JngsbegeJster- ! in Autamobil-Re-nie — N° 81 Das «Auto-Magazin» auf Abenteuern Schreckliche Nacht «Mein aufregendstes Erlebnis?» Cornelius Backhausen, der berühmte Afrikajäger, machte ein etwas verlegenes Gesicht. Er gehörte nicht zu den Männern, die gern mit ihren, Heldentaten renommieren. Und nun drängte ihn die Gesellschaft, vor allem die sensationhungrigen Damen, ein gefährliches Abenteuer zum besten zu geben. Er schüttelte den schmalen Kopf, dessen silbergraues Haar seltsam genug von seinem jugendlichen Gesicht abstach. «Ich fürchte, ich werde Sie enttäuschen müssen, meine Damen», ' begann er. «Ich finde meinen Beruf weder gefährlich noch aufregend. Er mag es vielleicht früher gewesen sein, solange de* Jäger, mit Speer und Bogen bewaffnet, dem König der Wildnis gegenübertrat. Aber heute, im Zeitälter des Repetierstutzens und des Zielfernrohres? Da genügen ein gutes Auge und eine ruhige Hand, um des Erfolges sicher zu sein. Das einzige Erlebnis aber, das noch heute wie ein schreckhafter Alp auf meiner Erinnerung lastet, war alles eher als ein heroisches Abenteuer... Aus dem Film «Der Werkpüot» Von Maximilian Mauthner. Es geschah zu jener Zeit, da ich als Jäger im Dienste der britischen Kolonialverwaltung in Afrika stand. In Nairobi erreichte mich eines Tages diö Nachricht, dass sich zweihundert Meilen tief im Busch eine neue Plage bemerkbar mache. Dort hätten sich die Leoparden in letzter Zeit in unheimlicher Weise vermehrt. Sie machten die Dörfer in weitem Umkreise unsicher, raubten den Eingeborenen das Vieh aus den Korrals und scheuten auch vor Ueberfällen auf Menschen nicht zurück. Obwohl die Jahreszeit einem solchen Vorhaben nicht günstig war, wir standen am Beginn der Regenzeit, machte ich mich auftragsgemäss sofort auf die Reise. Ich litt sehr unter einem quälenden Schnupfen, wie er mich leider häufig bei plötzlichem Wetterumschlag befällt. Sie werden vielleicht finden, dass diese Einzelheit wenig zum romantischen Bild eines Grosswild Jägers passt, aber* sie wird, wie Sie aus meiner Erzählung ersehen werden, noch eine wesentliche Rolle spielen. Es traf sich günstig, dass wenige Wochen vor meiner Ankunft eine Zweigstrecke der Eisenbahn vollendet worden war, die bis ins Zentrum des gefährdeten Gebietes führte und in einer kleinen Urwaldstation endete. Der einzige weisse Beamte, der in dieser gottverlassenen Gegend hauste, empfing mich mit grosser Herzlichkeit. «Sie kommen wie vom Himmel gesandt, Backhausen», erklärte . er, «Die Neger sind schon halb toll vor Angst. Am schlimmsten treibt es ein mächtiger, schwarzer Leopard, den die Eingeborenen «schwarzer Teufel» nennen. Er scheint einen besonderen Appetit auf Menschenfleisch zu haben; bisher hat er ein halbes Dutzend Neger aus ihren Hütten in den Busch verschleppt. Hoffentlich wird es Ihnen gelingen, diese Bestie zu erlegen.» Der freundliche Engländer zeigte mir dann das kleine Bungalow, in dem ich vorläufig wohnen sollte. Das Holzhaus lag etwa fünfzig Schritte vom Stationsgebäude entfernt und bestand im wesentlichen aus einem geräumigen, ziemlich primitiv eingerichteten Wohnzimmer, das" gleichzeitig als Schlafraum diente. Die Fenster waren mit starken Holzläden versehen. • «Ich habe diese Hölzläden erst vor einigen Tagen anfertigen lassen*, erklärte mein Begleiter. «Auch die Station ist wegen der Leopardengefahr in gleicher Weise gesichert Nehmen Sie sich jedenfalls vor dem schwarzen Teufel in acht.» «Keine Sorge», beruhigte ich ihn. «Ich bin ein alter Afrikaner.» Wir verbrachten noch einen Teil des Abends in angeregtem Geplauder. Ich benützte die Gelegenheit, um mich über die örtlichen Verhältnisse näher zu informieren. Eine Stunde nach Einbruch der Dunkelheit verabschiedete ich mich von meinem Gastgeber. Ich wollte mit Rücksicht auf meine Müdigkeit und Erkältung möglichst rasch ins Bett kommen. Die Kegerboys des Stationschefs hatten bereits mein Schlaflager hergerichtet. Das Gästehaus lag. menschenleer und verlassen da. Ich legte die kurze Entfernung bis zum Bungalow rasch zurück. Vorsichtshalber nahm ich ein Jagdgewehr mit; den Revolver hatte ich beim Gepäck zurückgelassen. Ich öffnete die Tür und betrat den Wohnungsraum, der in völlige Finsternis gehüllt war. Die Fensterläden Hessen nicht einmal den kleinsten Lichtschimmer von aussen durch. Ich Hess die Tür halb offen und tastete nach dem Lichtschalter, der sich knapp neben dem Eingang befand. Man. hörte ein deutliches «Klick», aber das Licht wollte nicht aufflammen. Entweder war die Leitung nicht in Ordnung oder die Boys hatten die Glühbirne schlecht eingeschraubt. Ich lehnte mein Gewehr neben der Tür an die Wand und tastete mich zum gegenüberstehenden Tisch hinüber. Ich wollte einen der Sessel heranholen, um so die elektrische Birne erreichen zu können. Im Augenblick, als ich hinter den Tisch trat, vernahm ich ein leises, schleichende« Geräusch, Ich drehte mich rasch um, aber schon war die Tür zugefallen. Vom Eingang her starrten mich ein Paar unheimliche, glühende Lichter an... :> -*• «Der Leopard!» durchfuhr es mich wie ein kalter Blitz. «Der schwarze Teufel!» ,K_ein Zweifel, es konnte nur diese gefürchtete Bq|ie sein. Ihr Fell war sicherlich kohlschwarz" ^«fenn auch meine geübten Augen konnten im Dunkel nicht einmal den Schimmer einer helleren Farbe erkennen. Ich war also allein mit dem Untier eingeschlossen. Mein geladenes Gewehr lehnte neben der Tür und ich stand völlig wehrlos dem Tod gegenüber! Es war eine grausige, ausweglose Falle, Ich war wie gelähmt vor Entsetzen. Hinter meiner fiebernden Stirn jagten die Gedanken einander wie ein toller Kreisel. Was tun, wie dieser entsetzlichen Gefahr entrinnen? Ich durfte mich nicht einmal rühren; eine einzige Bewegung konnte das Raubtier in Wut bringen. Und dann... ein Sprung, ein Biss der zermalmenden Kiefer und ... t Wie zwei gespenstige Leuchtfeuer starrten mich die unheimlichen Augen aus dem Dunkel an. Mein Blick hing wie gebannt an ihnen; ich hatte das Gefühl, als lähmten sie jede Widerstandskraft meines Körpers. Bald erschienen sie mir riesengross und bedrohlich nahe; bald winzig klein wie ferne, im Gezweig verborgene Glühwürmchen. Ich lehnte gleich einer starren Bildsäule an der Wand; der schwere, rohgezimmerte Tisch bildete das einzige Hindernis zwischen mir und dem Leoparden. Bei jeder Bewegung der Lichter schnürte mir eine beklemmende Angst die Kehle zusammen. .< Ich weiss nicht, wie lange ich so gestanden habe, Aug' in Aug' mit dem lauernden Tod. Mir kam diese Zeit endlos wie die ewige Verdammnis vor. Meine Beine zitterten vor Aufregung und Müdigkeit. Die Nerven drohten der unerträglichen Spannung zu erliegen. Wollte denn dies Tortur kein Ende nehmen? Meine Kraft war zu Ende; ich streckte die Hand aus, um mich auf den Tisch zu stützen. Diese Bewegung mochte den Argwohn des Leoparden erregt haben. Wie der Blitz schössen die beiden Glühlichter zur Seite. Ich zuckte in tödlichem Erschrecken zurück. Mein Gewehr polterte, von der Bestie umgeworfen, zu Boden, ein Schuss ging donnernd los... «Jetzt ist es aus!» ging es mir durch den Sinn. Doch nein! Mochte die Detonation die Raubkatze erschreckt, mochte sie ihre Wut gegen den unbekannten, donnernden Feind gerichtet haben... sie tat mir nichts zuleide! Ich sah jetzt die schrecklichen Leuchtfeuer im gegenüberliegenden Winkel glühen. Was führte der schwarze Teufel- im Schilde? Mit einem Male vernahm ich draussen das Geräusch von menschlichen Tritten, Der Gewehrschuss hatte meinen Gastgeber alarmiert! Ich wollte den Mund öffnen, ihm eine Warnung zurufen, aber Angst lähmte mir die Zunge. Die Tür wurde jäh aufgerissen und der Lichtkegel einer elektrischen Lampe schoss grell durch die Finsternis. ... ., «Was geht hier vor?» fragte die besorgte Stimme des Stationsbeamten. Das Licht fiel in den Winkel, in dem das Untier auf der Lauer lag und... ich griff mich an die Stirn, als fürchtete ich, verrückt zu werden. In der Ecke lag zusammengerollt ein kohlschwarzer Schatten... «Peter, verdammter, alter Kater», schalt der Beamte und jagte den ungebetenen Gast zur Tür hinaus. «Natürlich hat er hier wieder Unfug getrieben. Es zieht ihn immer wieder an dieses trauliche Plätzchen, Hast wohl Sehnsucht nach England, alter Bursche?. Verzeihen Sie die Störung, Backhausen... ich dachte, Sie wären in Gefahr.» Ich konnte noch immer kein Wort hervor-, bringen. Der Beamte hob die Lampe und leuchtete mir ins Gesicht. «Um Himmelswillen, wie sehen Sie aus?» Der Rekord-Erfinder In den Vereinigten Staaten können Patente nicht nur auf Erfindungen, Konstruktionen usw. erteilt werden, sondern auch auf Muster und Zeichnungen. Trotzdem kann man die Rekordleistung des Mister Gustave Erhard aus Scranton restlos bewundern, der es fertigbrachte, an einem einzigen Tag 111 neue Patente zu erhalten. Es handelte sich ausnahmslos um Ornamente und Muster für Vorhangstoffe. Mr. Erhard, der mit dieser Leistung einen unbestrittenen Rekord innehat, hatte an Gebühren 1100 Dollar bar zu entrichten. Herings-Bars Allerhand Rekorde So sähe es aus... Erst jetzt fand ich die ersten Worte. «Ich hatte Ihren Peter für einen Ltopardcn ge* halten.» «Aber das ist ja Unsinnf Sie müssten doch das Raubtier auf hundert Schritte riechen können!» «Ich habe Schnupfen und fühle mich auch sonst nicht gut...» Mir war plötzlich so elend, dass ich mich auf den Ann des Beamten stützen musste. Er führte mich in die Station und gab mir einen heissen Tee mit Rum zu trinken. Dana reichte er mir wortlos einen Spiegel. Ich warf einen Blick hinein und schrie vor Staunen und Entsetzen auf. Mein dunkles Haar war in diesen wenigen Stunden weiss geworden.» ten Journalisten als Dank und Anerkennung efn« tüchtige Gratisreklame für die geschmackvolle Ide« erwartet. Eine Kamera mit 90 km Stundengeschwindigkeit In Hollywood ist eine neue Empfangsapparatur konstruiert worden, mit der es möglich Ist, sehr schnell bewegte Objekte zu filmen. Die Kamera ruht auf einem speziellen Fahrgestell, das fast alle Erschütterungen ausgleicht — ähnlich den Automobilen, mit denen beim Militär Explosivstoffe transportiert werden— und ist mit leistungsfähigen Motoren ausgestattet. Auf einem flachen Terrain ist es nun möglich, eine Fahrgeschwindigkeit von 90 Stundenkilometern zu erreichen und dabei zu filmen. Die neue Apparatur ist zum ersten Mal« für die Rennszenen des Merro-Goldwyn-Mayer- Films fDer rote Jockey> benützt worden und hat sich gut bewährt. Ketten, die als Leitern verwendet werden können Ein französischer Ingenieur hat eine neuartig« Kette konstruiert, die vermittels eines reissverschlussähnlichen Mechanismus mit einem einzigen Ruck vollständig steif gemacht werden kann. Die Steifheit der Kette ist dann so vollkommen, dass sie sogar als Leiter verwendet werden kann. In Fachkreisen glaubt man äer neuen Erfindung sin» ausserordentliche Zukunft prophezeien zu können, da ihr Anwendungsgebiet praktisch unbeschränkt ist. •-- ' f wenn die Leute sich im Konzertsaal benähmen wie daheim am Radio! UM. 1 )

N»3: -Automobil-Kerne Mi Fast wie Frühling Modefrühling 1939 Es keimt die Luft, süss wie aus Honigwaben. Ach, wieder grüne Fackeln vor den TorenI In hoher Silbernacht flockt Donner. Klang wie Rossetraben. Bewölkter Tag, so sacht.. * Blassroter Hall von fernen Schüssen in den Ohren. Sehr leise Stimmen dringen unnennbar zart, aus Grab und Gruft. Es fallen Schleier, weiche Farben. Wie gelber Trommelwirbel brennen Knospen, myriadenfach, ins Licht! Auf allen Hügeln läuten Amseln; begraben Glocken Krieg und Darben. In bräunlich-hellen Gärten wandeln die Frau'n, stehn plötzlich still, verzückten Angesichts, und lauschen — wie im Gedicht. Edouard H. Steenken. Sie küssen sich zum ersten Male. «Will!» sagt sie entzückt. «Bitte nicht! Ich heisse Willy!» «Nein, du, lass 1 mich Will sagen. Ich habe dich in Gedanken schon immer so genannt.» «Will klingt so englisch.» «Und Willy kindisch, weisst du, nein, bitte, bitte!» «Tu* mir den Gefallen, Liebste...» «Diesen nicht, jeden andern.» «Na, mag sein, dass ich mich gewöhnen werde. Immerhin: ich werde mir fremd werden bei diesem Anruf...» «Die erste Zeit, nachher... Und überhaupt: Hauptsache, dass man sich liebt.» «Hauptsache, ja, tust du es denn auch wirklich?» «Wie kannst du zweifeln — ? Ich habe ja so auf dich gewartet.» «Ich brauchte Zeit...» «Ich liebte dich auf den ersten Blick. Du mich nicht —?» Mittelschweiz Melchseefrutt Zentralschweiz, 1920 raü. M. Neuerschlossenes Skipnr », sonnig und schneesicher vom November bis Mai., altbewährte Gastlichkeit Im Hot.l Rilnhard a. ***. Prospekt verlangen t Tel. 8.81.43. Wallenstadt Bestelnger. Haus am Platze. Schone Zimmer mit fliess. Wasser. Grosser, schatt. Garten. Grosse u. kleine Säle für Gesellsch. Ia Butterküche. Sorgf. gepflegte Weine. Spez.: Forellen. Garage. Tel. 84.138. 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Legt seine Hand auf ihren Mund. «Tu' mir den Gefallen...» «Und mach' diese furchtbare Umwandlung mit Würde ab, nicht wahr —?» «Genau das wollte ich sagen.» «Eines kleinen, simplen Buchstabens wegen.» «Er rührt an mein Selbstbewusstsein. Ich sollte mir so etwas nicht gefallen lassen.» «O, o, o, die Manneswürde wird verletzt. Willy wäre ja niedlicher, aber ich bin mehr für das Männlichschöne.» «Ueber diesen Punkt werden wir uns wohl nie einigen.» «Ein Privatname ist einem Hotelschild ähnlich. Fällt sehr in Betracht.» «Ob es gut ist, ein Lamm- mit einem Bärennamen zu vertauschen?» «Etwas hochgegriffen. Immerhin: Es wird gut ;. in.» «Ich fürchte, einen schweren Stand zu bekommen.» «Wenn du eben meinen Bären herausforderst ...» «Mich dünkt, der steht so wie so an der Pforte.» «Ein guter Hüter meines Selbst. Sonst würdest du mich womöglich Marthachen nennen. Um dem gleich zum vorneherein Einhalt zu bieten, nenne ich dich eben Will.» «Der kalte Schweiss steigt mir hoch —.» «Willst du eine Frau heiraten, die weiss, was sie will, oder eine Puppe, die «Mama» schreit —?» «Martha...» «Also, wir sind uns einig, wie die alten Eidgenossen sagten. Von denen hat übrigens auch keiner Willy geheissen.» «Was kann ich dafür, dass ich so getauft bin?» «Nichts, wenn du dich umtaufen lassest und über diese Bagatelle hinweggehst.» «Bagatellen sind Mückenstiche, die tödlich wirken können.» «Wer daran stirbt, der ist kein Held gewesen.» Da gibt er einen weiteren Wortstreit auf. Um der Liebe willen, die bekanntlich noch nicht die Ehe bedeutet... Gertrud Bürgi. Abendkleid aus Seidenmoire. Konfektion Modell Effemag. Hie Weltausstellung in \ouvoik 1939 Unter dem Motto «Aufbau der Welt von morgen» und zur Feier des 150. Jahrestages von George Washingtons Amtsantritt als erster Präsident der Vereinigten Staaten unter der Bundesverfassung, wird am 30. April 1939 die Weltausstellung von Neuyork, an der 62 Nationen vertreten sein werden, ihre Tore öffnen. Diese Weltausstellung will nicht nur zur Förderung des internationalen Handels und der Industrie, durch Anregung von freundschaftlichen Beziehungen der Völker untereinander beitragen, sie wird auch versuchen, die Ideen der Welt vor morgen zu deuten. Im Mittelpunkt des Ausstellungs- Geländes im Flushing-Meadow-Park, ragt der «Trylon», ein 212 m hoher, dreiseitiger Obelisk zum Himmel, welcher die drahtlosen Funkeinrichtungen aufnimmt. Daneben erhebt sich, scheinbar auf Springbrunnenstrahlen schwebend, die «Perisphäre», eine gewaltige H o h I k u g e I von 65 m Durchmesser, deren Inneres ein Modell einer ideal angelegten Stadt der Zukunft birgt. Von zwei ringförmigen, langsam rotierenden Plattformen aus kann diese Modellstadt in Müsse betrachtet werden. Es wird versucht, zu zeigen, wie die Lebensweise der Menschheit durch vollen Einsatz der Mittel von Technik und Wissenschaft in günstigem Sinne beeinflusst werden kann. Die zahlreichen Bauten verschiedener Art, Theater, Pavillons, Türme, Brunnen und Kunstwerke von hervorragender Bedeutung, wirken bei Tag als Zeugen morderner Architektur, Bildhauerei und Technik und bilden bei Nacht eine faszinierende, in allen Farben leuchtende Wunderstadt. Ein Planetarium wird die geserzmässigen Bewegungen der Himmelskörper auf naturgetreue und leicht fassliche Weise an einem künstlichen Firmament veranschaulichen. Verschiedene Pavillons, geben einen interessanten Einblick in das Leben der einzelnen amerikanischen Staaten. Festlichkeiten, athletische Wettkämpfe, nautische Spiele und andere Darbietungen werden zur weitern Unterhaltung der Besucher beitragen. Kurz gesagt, die Weltausstellung von Neuyork zeigt in umfassender Weise die letzten Fortschritte und Errungenschaften der Kunst, Industrie und Wissenschaft des zwanzigsten Jahrhunderts, in jeder Phase menschlicher Tätigkeit. Einige Zahlen mögen ein Bild von den Ausmassen geben: Die voraussichtlichen Kosten werden auf 125 Mill. Dollar geschätzt, das Ausstellungsgelände ist nahezu 6 km lang und 2'/j km breit, Parkplätze für 35000 Autos sind vorgesehen, 80 Restaurants sorgen für das leibliche Wohl der Besucher. Eisenbahnen, Untergrund- und Trambahnen, Autobusse, Flugzeuge und Schiffe werden als Verbindungsmittel zum Ausstellungsareal so ausgebaut, bzw. bereitgestellt, dass pro Stunde bis zu 160000 Personen befördert werden können. Zur gleichen Zeit findet in San Franzisko die International Golden-Gate-Ausstellung statt, welche bereits am 18. Februar eröffnet wurde. Eine grosse künstliche Insel, «Treasure Island» genannt, ein Stück Land, das durch die Genialität des Menschen dem Meere abgerungen wurde, ist der Schauplatz. Diese grossartige Ausstellung hat hauptsächlich zum Ziele, der Menschheit die Beziehungen zwischen Arbeit und Freizeit in anderer Form zu zeigen. Der Besucher wird dort wertvoll« Eindrücke sammeln und neue Ideen gewinnen. Die American Express Co. Inc. Zürich Organisiert mehrere Schweizer und Studienreisen zur Weltausstellung in Neuyork, wobei die Möglichkeif besteht, weitere Städte und Sehenswürdigkeiten Amerikas zu besuchen. Verschiedene ausführliche Programme stehen allen Interessenten zur Verfügung. l.ob des Inserieren» Auf der letzten Sitzung des Rotary-Clubs von Manchester war ein Vortrtag den verschiedenen Methoden der Warenanpreisung gewidmet. Das Inserieren bezeichnete der Redner, Mr. J. A. Jackson, als den «Dünger auf dem Acker der Geschäftsbeziehungen». Die Kritik setzte gewöhnlich an drei Punkten ein: sie führe ästhetische, ethische und ökonomische Gesichtspunkte auf. Gewiss, es gebe immer wieder vereinzelte Fälle, in denen die eine oder andere Beanstandung zu Recht bestehe. Aber, so fragte der Redner, seien Medikamente deswegen verdammenswert, weil sie von einer geringen Minorität missbraucht würden? Solle man den Autoverkehr in Bausch und Bogen abschaffen, weil es Autounglücke gebe? Das Inserat sei ein unentbehrliches Mittel zur Förderung der allgemeinen Wohlfahrt. Es stelle eine Dienstleistung dar, für die man bezahlen müsse, aber es müsse keineswegs notwendig zu einer Preiserhöhung der Waren führen; ganz im Gegenteil habe es schon zur Herabsetzung der Preise für eine Unmenge Gegenstände geführt, denn Massenherstellung verbillige die Preise, und Inserieren ermögliche durch die Erhöhung der Nachfrage die Massenproduktion. Viele wichtige Dinge und Annehmlichkeiten des täglichen Lebens hätten sich erst durch planmässige Anwendung des Inserats durchzusetzen vermocht, und die Zahl der Geschäftsleute, die sich dieses Wegs bedienten, sei in ständigem Ansteigen begriffen.