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E_1939_Zeitung_Nr.031

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VI Automobil-Revue —

VI Automobil-Revue — N° 31 £ine gute Aascede ist einen ^Batzen uxeci... Es ist ein kleines Kabarett. Der Raum wird dunkel. Hinter Nebelschwaden von Rauch verschwinden die Gesichter der Zuschauer, langsam verblassen sie. Nichts ist mehr als dunkler Raum und Stille. Ein buntbemalter Vorhang teilt sich. Alles Licht ergiesst sich auf den kleinen Bühnenausschnitt. Die Tänzerin eine junge Gestalt, erscheint. Da beginnt das Orchester, und das Mädchen gleitet mit sanften Schritten dahin. Es gleicht einem Versuchen. So tanzt sie vor den Gästen und ihre Rhythmen sind weich wie Flüstertöne. Die junge Gestalt achtet nicht auf das Publikum. Es ist so, als ob sie mit ihren feinen Gliedern Zwiesprache hielte. Es scheint als rede siet «Einst war ich eine Blume, der Wind koste mich, und ich wiegte mich in seinen Armen, so frei, so leicht... Dann war ich unter Sternen, es war ein Singen und Jubilieren ,.. Wisst ihr das nicht? Im blauen Aether schwebte ich dahin. Tief ruhig war ich, tanzte, und silbern leuchtete meine Schönheit. — Hört ihr mich nicht leise lachen? — Tanzen, ja das ist Vision. Schön, unendlich schön. Im Leben bin ich hässlich, aber im Tanze fühle ich, dass ich schön werde. Alles Weltliche und Alltägliche fällt von mir ab. Ich bin frei und schwebe ganz allein. In einem fort möchte ich tanzen und tanzen. Fühlt ihr das denn nicht?» Da nicken die Zuschauer plötzlich ganz ergriffen, und es dünkt sie, als hätten sie ihr ganzes Leben hindurch nichts als das gesucht, nichts als Harmonie und Rhythmus. Sie aber tanzt weiter und ihre Glieder schei-' nen flüsternd zu reden: «Spürt ihr nicht, wie mein Herz jubelt? Mir ist alles so neu, und ich glaube, wenn ich jetzt spräche, so müsste es wie Musik klingen, leise berauschende Musik. Aber ich will im Stummsein reden. In der Stille ist alles liebevoller und heiliger.» COUWOISIER Oie Tänzerin Von Paul M. Frima. Da zittern die Herzen der Zuschauer, und manchem ist es, als trage die Tänzerin seine Seele weg, so federleicht sind ihre Bewegungen. Sie berühren kaum den Boden. Sie rast in Wirbeln über die Bretter: «Wie eine Flamme bin ich, fühlt ihr, das nicht? O, wie schön ist das Leben der Flamme. Die Flamme der Schönheit stirbt nie, sie lodert noch in der Unendlichkeit, und die Sonne hütet sie.» Wie im Traum schwebt das Mädchen hin und her und wiegt sich in seiner Schönheit auf und nieder. Da lächeln die Gäste beglückt, alle lauschen sehnsüchtig, ob nicht unsagbar Feines doch; hörbar werde. Wie im Taumel fliegt die Taft-, zerin dahin. Ihre rhythmischen Bewegungen haben eine rätselvolle graziöse Schönheit und Ebenmässigkeit. Die Menschen sitzen im dunk-, len Raum und blicken auf den Lichtausschnitt, und alle sind wie von unsichtbarer Hand gebannt. «Vergesst mich nicht!» Das ist der Tänzerin letzte Phase, dann schlägt der kleine buntbemalte Vorhang zusammen. Nur langsam gewöhnen . sich die Gesichter an das grell aufflammende Licht, sie kommen wie Gespenster, die man aufgescheucht hat aus dem dunstigen Rauch der Zigaretten hervor. Die Blicke suchen schlaftrunken die Nachbarn. Unerträglich hell ist das Licht. Warum blieb nicht das traute Zwielicht? Warum kommt die Tänzerin nicht wieder? Kann ewige Schönheit nicht bleiben? Noch schauen alle nach der Bühne, als suchten sie dort Glück und Harmonie. Dann segeln irrende Blicke durch den Raum. Niemand klatscht. Still gehen sie heim. Ein junger Mensch sagte: «So sollte man tanzen, dass man den grauenden Alltag vergisst.» Romane Kreuzworträtsel und Kurzgeschichten finden Sie nebst einer Film- und Modeseite in jeder Nummer der Quelle Jeden Freitag/Samstag neue Nummer. An jedem Zeitungskiosk. 36 Seiten. Nur 35 Rappen. Photo H. Gatuker Set vorsichtig im Leben! Es ist bekannt, dass Gerhart Hauptmanns Jugendneigung der bildenden Kunst gehörte. Noch heute ist der Dichter ein leidenschaftlicher Kunstmaler. Gemälde von berühmten Meistern schmücken die Wände seines Hauses in Agnetendorf. Als er einmal ein schlechtes, kitschiges Bild bei seinem Bruder sah, fragte er ihn: «Woher hast du denn' dieses .wunderbare' Bild, Carl?» Hauptmanns Bruder machte eine wegwerfende Bewegung. «Ein befreundeter Maler besuchte mich unlängst, er zeigte mir das Bild, und ich lobte es - natürlich nur aus Höflichkeit. Was macht der Mann? Er schenkt mir das Bild.» Gerhart Hauptmann nickte mit dem Kopf und sagte warnend: «Es geht uns allen so, man kann nie vorsichtig genug sein.» * * Die Eltern. Mit zwölf Jahren - 1874 - kam Gerhart Hauptmann nach Breslau, wo er mit seinen Brüdern die Städtische Realschule erster Ordnung Am Zwinger besuchte. Gerhart war das, was man einen schlechten Schüler zu nennen pflegt. Seine Lehrer hatten ihre Not mit ihm. Einer von ihnen schrie einmal den Knaben an: «Ich verstehe nicht, was du hier willst. Du bist ein sehr fauler Bengel. Wozu haben dich deine Eltern hierhergeschickt?» Der junge Gerhart blieb die Antwort nicht schuldig. Auf der Stelle erwiderte er: «Meine Eltern haben mich hierher geschickt, damit sie daheim ihre Ruhe haben.» Zu dem grossen englischen Maler Whistler sagte einmal eine Dame: «Meister, als ich heute an der Themse spazierenging, war die Luft so klar, dass sie mich an einige Ihrer Bilder erinnerte.» - «Ja, ja», erwiderte der Maler todernst, «nach und nach kommt die Natur auch auf den Trick.» Der Reim. Sie: «Schorschi, sieh mal diesen Pelzmantel. Er ist doch ein Gedicht!» - Er: «Ja, aber reimt sich nicht auf meine Brieftasche!» Einmal befand sich Alezander Dumas im Kreise seiner Freunde und wurde von allen Seiten gedrängt, er möge eines seiner Theaterstücke vorlesen. Dumas gab schliesslich nach, machte aber darauf aufmerksam, dass er das Stück eines anderen Autors lesen würde. - «Warum das eines anderen?» fragte man ihn. «Weil ich in diesem Falle immer Erfolg habe. Gefällt das Stück, dann freue ich mich als Rezitator. Gefällt es nicht, dann freue ich mich - als Fachkollege», lautete die Antwort. «Fang gar nicht zu reden an! Du fährst immer nur deinem Vergnügen nach, und mich lässt du allein.» (Bertoldo.) TRUHEN A. Berberich, ZQrich 8, Dufourstrasse 45, beim 8tadttheater Institut Monnier Versoix, am Genfeisee Gründliche Erlernung der französischen Sprache. Handelsfächer. Lehrgang der öffentlichen Schulen. Knaben und Mädchen von sechs bis achtzehn Jahren. Sommer- und Winterferienkurse in den Alpen. Pädag. Leitung: Dt. W. Gunning, Telephon 8 51 50 Als Lessing als Bibliothekar in Wolfenbüttel lebte, hatte er eines Tages eine lebhafte Debatte mit einem Hofbeamten, der sich in einen solchen Aerger hineinredete, dass er schliesslich ausrief: «Und ich verwette meinen Kopf, dass ich recht habe!» - «Gemacht!» sagte Lessing. «Ich setze meine ganze Brieftasche dagegen.» Da der Hofbeamte wusste, dass Lessing nur selten über Geld verfügte, da er jämmerlich bezahlt wurde, erwiderte er ein wenig ironisch: «Ihre Brieftasche ist ja leer!» - «Um,so besser!» sagte Lessing. «Dann wetten wir ja gleich gegen gleich!» Johannes Brahms kam durch seine unbedingte Aufrichtigkeit oft in bedenkliche Situationen. Einmal in einer grossen Gesellschaft erhob er sich zum Heimgehen, sagte aber vorher artig: «Auf Wiedersehen, und ich bitte vielmals um Entschuldigung, wenn ich vielleicht heute ausnahmsweise niemanden beleidigt habe.» * * Eine gute Ausrede . cMensch, da habe ich Sie vor 1 Monat als gebessert begnadigt und nun sind Sie ja schon wieder hier?» «Ja, Herr Direktor, ich möchte noch hesser •werden.» Hans und Irma. Irma, achtjährig, und Hans, neunjährig, schauen während der Eisenbahnfahrt zum Fenster hin und betrachten die vorbeiflitzenden Telegraphendrähte. Plötzlich lässt sich Irma vernehmen: «Ist dir etwas aufgefallen, Hans?» - «Was denn?» - «Dass die Drähte nur auf dieser einen Seite der Linie laufen, während auf der anderen Seite gar keine Drähte zu sehen sind.» Hans dreht sich um und meint: «Selbstverständlich. Weisst du denn überhaupt, Irma, was diese Drähte zu bedeuten haben?» - «Natürlich, du denkst wohl, du allein weisst es; diese Drähte schützen die Bahnlinie.» - «Hahaha», lacht Hans, «falsch! Das ist die Telegraphenleitung!» - «Ist das wahr, Mutti?» fragt Irma. - «Natürlich!» bestätigt die Mutter. - «Und warum gibt es auf der anderen, Seite keine Drähte?» - «Weü es nicht nötig ist», meint die Mutter. - «Auch falsch», ruft der neunjährige Hans, «auf der anderen geht nämlich die drahtlose Telegraphie.» Die Witwe. Hannes unterhält sich mit einer Witwe und erkundigt sich nach ihrem Alter. «Ich bin so alt wie ich aussehe», meint die Dame pfiffig. - «Mein Gott», schüttelt Hannes den Kopf, «ich habe Sie für viel jünger gehalten.» Wenn Bern - Zürich Stadttheater dann Casino Empfehlenswert! Unttrhaltungsstätten Fr. abend H.April Carmen, Oper von G. Bizet (A- Ab.). Sa. abend 15.April Premiere: Der Graf von Luxemburg, Operette v. Franz Lehar. $0. nachm. 16. April Carmen, Oper von G. Bizet. So. abend 16. April Der fldele Bauer, Operette von Leo Fall. Mo. abend 17. April Tanzgastspiel Mary Wigman. Di. abend 18. April Tonhallekonzert. Mi. abend 19. April B-Abonnement: Carmen. Do. abend 20. April Volksvorstellung. Schauspielhaus Abendkasse ab 18 Uhr (21111) w Fr. ibeni 14*. April %> Uhr iii * • • vut = Pf e vCI 15a

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