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E_1939_Zeitung_Nr.031

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YerstladniMte nrkch«n beiden Teflen, nnd beide «•h»n «ich mit bö«en Blicken an, weü es in diesem Moment zum Bewusstsein kommt, wie der andere in «iner Zwickmühle steckt. Der Fussgänger ist zwar verpflichtet, die Zeichen der Verkehrspolizei zu beachten. Aber es ist ihm nicht zu verdenken, wenn er sich instinktiv doch zuerst einmal die Autos ansieht, die sich da nähern. Vielleicht «ber erhalten diese hinwiederum ihren Wink zu Fahrt und Halt gerade in dem Moment, wo •ich der Fussgänger nach ihnen umschaut und auf Grund der unmittelbaren Situation gerade die gegenteilige Handlungsweise von ihnen erwartet ... Kurz, man hat's nicht leicht an solchen Stellen. Der Polizist nicht; denn er muss die Fahrzeuge dirigieren, wie es die augenblickliche Verkehrslage in allen vier Strassen seiner Kreuzung erheischt und kann darum auf die Fussgänger wenig Rücksicht nehmen. Der Autofahrer nicht; ,denn er bekommt den Fahrbefehl vielleicht just in dem Augenblick, *U er dem Fussgänger den Vortritt lassen möchte, oder der Fussgänger will und will in seiner Aengstlichkeit nicht vor dem Wagen durch. Fasst er sich endlich ein Herz, dann totsicher gerade in dem Augenblick - siehe oben. Der Fussgänger aber hat's nicht leicht, weil er, gewöhnt, seinen Augen und den guten Bremsen der Autos zu vertrauen, hier nun plötzlich ganz wo anders hinsehen soll - auch dazu siehe weiteres hievor. Am häufigsten aber gerät der Fussgänger bei den mit einer Ampel ausgestatteten Kreuzungen mit sich und ändern in Konflikt. Unglaublich, aber doch meHr oder weniger wahr. Denn wenn er sein Tun und Lassen nach den Wagen richtet, die, auf die Kreuzung zufahrend, gerade eben wegen des roten Lichts vor seinem Fussgängerstreifen halten und seinen Weg nun auch von der andern Seite frei glaubt, so kann es ihm geschehen, dass es fast ahnungslos in die Abbieger hineinläuft, die aus der gerade freien Querrichtung der Kreuzung in die Sirasse einfahren, die zu überschreiten er im Begriffe ist! • Beinahe könnte man sagen: wie man es macht, macht man's falsch. von der Schweizergrenze zur ^ Landesausstellung. Der Informationsdienst für von auswärts kommende Automobilisten... In weiser Voraussicht hat die Propagandaabteilung der Schweizerischen Landesausstellung dafür gftsorgt. dass niemand, und möge er sich auch noch epviel Mühe geben, den Weg nicht nach Zürich finde. Ob ein Automobilist bei Kreuzungen, bei Schaffhausen, bei Basel, bei Genf, am Simplon oder irgendwo im Tessin die Grenze überschreitet, er wird, kaum hat er mit seinem Wagen schweizerisches Territorium betreten, unweigerlich in den Bann der Landesausstellung gezogen. An den wichtigen GrenzObertritts-Stetlen werden TCS-Beamfe den Besucherprospekt der Landesausttelluro den einfahrenden ausländischen Auto- •••!; .;.':-•;;, moblllsten überreichen. >• An jeder Ueberlandstrasse befinden sich Benfcintanketellen, und um .das Wissenswerte gleich •mit dem Notwendigen, zu verbinden, gibt: nicht nur jede Tankstelle Benzin und Oel ab, sondern auch gratis Auskunft über die zur Landesausstellung führenden Wege. 200 solcher Shell-, Standard- oder BP-Informationsstellen sind über die ganze Schweiz verstreut, die gerne nicht nur die allernotwendigsten Ratschläge, sondern alle Angaben mit auf den Weg geben, die ein Automobilist auf der Fahrt nach Zürich und in die Ausstellungsstadt haben muss. En route steht überdies der Touring-Hilfsdienst den Automobilisten bei Pannen zur Verfügung. Hat man dann endlich Zürich irgendwo an der Peripherie erreicht, so hört diese ausgeklügelte Verkehrsführung keineswegs auf; vielmehr begegnet sie einem hier mit ganz besonderer Intensität, F E U I L L E T O N Rätsel um Muriel. Roman von Jobann Friedrich. Konnten wir in unserer letzten Nummer lediglieb, einen Ueberblick über die Beförderung von Autos durch den Gottbard vom Gründonnerstag bis und mit Ostermontag geben, so liegen nunmehr auch die Resultate des Dienstag« vor. der namentlich noch zahlreiche Rüoktransporte vom Tessin nach dem Korden brachte. Insgesamt nahmen vom Gründonnerstag bis und mit Osterdienstag 665 Wagen ihren Weg unter dem Berge durch nach dem Süden, währenddem sich die entsprechende Zahl für die Gegenrichtung Airolo-Göschenen auf 539 stellte.. Alles in allem gerechnet spedierten somit die Bundesbahnen über die Osterfeiertage 1204 Autos durch den Gotthardtunnel. verglichen mit rund 1320 im letzten Jahr und 783 im Jähr 1937." ^ Unverändert geblieben ist dagegen die Zahl,der Auto-Extrazüge, welche von-den SBB auf der Gotthardtunnelstrecke geführt wurden. Sie' belief sich, genau wie im Vorjahr, auf fünf am "Donnerstag, drei am Karfreitag und fünf am Ostermontag. denn Richtungsweiser und freundliche vPpllsjsten dienen dem, Reisenden mit ihrem Rat, indem; "man schon an der Stadtgrenze vernimmt, wo und unter welchen Umständen das Auto parkiert, werden kann. Ist man dann aber glücklich im Stadtinnern und sogar auf dem durch den TCS betreuten Parkplatz auf dem alten Tonhalleplatz gelandet, "wo sich wiederum ein vorzüglich arbeitendes Ihfonnationsbureau befindet, so braucht man sich — mag dieser Parkplatz noch so mit Wagen überfüllt sein — nicht zu grämen, denn ein Sektor dieses Grossparkplatzes-ist für Wagen, die nur 10 Minuten parkieren dürfen, reserviert. So hat auch der von auswärts kommende Automobilist die Möglichkeit, den Wagen für 10 Minuten abzustellen und. sich'; von fachkundigen Leuten jeden gewünschten" Rätschlag erteilen zu lassen. Zieht es der Automobilist jedoch wohlweislich vor, an der Stadtgrenze zu parkieren, so führt, ihn, nachher das mit dem Landesausstellungs-Signet bezeichnete Tram sicher und bequem zu den Haupteingängen der Landesausstellung Enge oder Ries-' bach, so dass auch hier ein Fehlgehen praktisch ausgeschlossen ist. Aus dem Jahresbericht der Basler Strassenverkehrsliga. In ihrem soeben erschienenen Jahresbericht entwirft die Basler Strassenverkehrsliga wiederum* ein? anschauliches Bild der vielgestaltigen Tätigkeit,.diel sie während des vergangenen Jahres entfaltete und! wobei natürgemä«s die Probleme des eigentlichenj Strassenverkehrs im Vordergrund standen, wenn-- gleich "die Organisation daneben auebr; Gelegenhait; hatte, sich der wirtschaftlichen Belange des Strassenverkehrs anzunehmen. Der. Kampf gegen ..„den^. Verkehrsunfall und die Bestrebungen liaeh eiirer flüssigen Gestaltung des Strassenverkehrs begegnen, wie der Bericht einleitend betont, in Basel besonderen Schwierigkeiten, deren Ursache in der topographischen Lage der Stadt liegt. |, Unter den zahlreichen Aufgaben, an welch« oje 28. Fortsetzung. Als sie schliesslich in einem Sessel Platz tinez Muriel beschrieben, und Don Paulo findet, dass dies alles ausgezeichnet auf- die nimmt, geht ihr flüchtig der absurde Gedanke durch den Kopf, dass sie sich als Frau junge Dame passt, die eben die d'Andradeschen Gemächer betreten hat. Ausserdem •— dieses hoffentlich stockfremden Mr. d'Andrade nicht viel anders benehmen würde, welche Dame, ausser Mme d'Andrade selbst, wenn sie abgespannt nach Hause käme. Während sie sich auf eine schmerzhaft untätige Don Paulo ruft zunächst die Halle an, um hat in diesem Appartement etwas zu suchen? Wartezeit, vorbereitet — sie fühlt sich an sich zu vergewissern, dass Mr. d'Andrade; die wenigen Besuche erinnert, die sie ihrem nicht etwa seiner Gattin auf dem Fusse folgt. Zähnarzt gemacht hat •—, äst ihr Eintritt in « Nein, Monsieur d'Andrade ist noch nißht den Salon für den Bewohner eines naheliegenden Zimmers Anlass zu wirbelnder Be- Rezeption gleichgültig. * zurückgekehrt», verkündet der Herr ah der wegung. Ausgezeichnet! Don Paulo drückt dreimal Don Paulo hat am Morgen dieses Tages auf den Klingelknopf, wie er es in Gedanken den Raum bezogen, der den d'Andrades gegenüber gerade frei geworden ist und hat Mit der zuverlässigen Geschwindigkeit eines heute schon mindestens fünfzigmal getan hat; seinen Beobachtungsposten, den ganzen Tag über nicht verlassen. Vor kurzer Frist hat er den Anruf des Dr. Martinez empfangen, der ihm höchst aufgeregt von dem Misserfolg seiner Unterhaltung mit Charles berichtet hat. Also lassen sich Zwängsmassnahmen nicht mehr vermeiden. Dieser d'Andrade muss um jeden Preis gefügig gemacht werden, Sabanillos Truppen warten auf Munition und Don Paulos Aufgabe ist es, sie ihnen unter allen Umständen zu verschaffen. Der Südamerikaner hat seit dem frühen Morgen Zeit genug gehabt, sich den Plan genau zurechtzulegen, nach dem er vorgehen will. In dem Augenblick, in dem er durch die leicht geöffnete Tür beobachtet, dass Peggy den Salon der d'Andrades allein betritt, hält er die Zeit zur Ausführung für gekommen. Er verwechselt natürlich Peggy mit Muriel, und dieser Irrtum ist verzeihlich, da er Charles angebliche Gattin nur durch Dr. Martinez' Beschreibung kennt und sie persönlich nicht gesehen hat, ausser bei dem Besuch, den sie dem Arzt als tiefverschleierte Witwe machtfe. « Eine ungemein reizvolle, schlanke, blotide, echt britische Erscheinung », so hat Mar- gutgeölten Motors erscheint der Etagenkellner. «Einen Martini-Cocktail! Bitte schnell!»' wünscht Don Paulo. «Bitte sehr! Bitte sofort, Monsieurt>i Der Befrackte verschwindet. Ein Gespräch durch das Haustelefon zur Bar, der Mixer schüttelt einige Ingredienzien, dann schnurrt der Speisenaufzug im Gang. « Der Martini, bitte, Monsieur ! » .'. Der Kellner setzt Tablett und Glas auf den Tisch im Zimmer Don Paulos. Dabei bemerkt er flüchtig, dass der Oast im Frack, und dass an seinem evening dress irgend etwas Ungewöhnliches ist. Der Mann zerbricht sich indes nicht den Kopf darüber, was ihn eigentlich befremdet. Diese Herren von Uebersee und aus den Tropen sind schon manchmal merkwürdig. AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 14. APRIL 1999 — N° 31 Autofiu&iCtcanspacte ducch den Qotthacd wäAcend dec Ostectt Insgesamt 1200 Wagen. — Von Donnerstag bis Montag 13 AutoextrazOge ...und der Autoverkehr an den Basler Zollämtern. Einer Meldung der «Basler Nachrichten» zufolge passierten während der Ostertage. nur rund 500 vom Ausland, kommende Wägen das Zollamt Lysbüchel, also bloss ungefähr ein Drittel dee"normalen Verkehrs. In geringerer Zahl als je wurden am Burgfelder Zoll die.. Einreisen fremder Automobile registriert. Waren es hier lediglich 200, so fertigte der Zoll Otterbach auch nur 50Q Ausländer *b. Umgekehrt hielten sich auch die Ausreisen von Schweizern in relativ bescheidenem Rahmen. So verliessen r 400 Wage,n unser Land ,in Richtung Freiburg und ,3-7-400 in Richtung Altkirch. Lediglich bei St. Louis' herrschte ein starker Andrang von Basler Automobilisten. Aus.dem Elsass kamen insgesamt nur 700 Wagen (1938: 1300), aus Deutschland 500 (400); anderseits fuhren nach Deutschland 400 Autos und nach Frankreich 13-^1900. Liga im Jahre 1938 herantrat wir können, sie aus räumlichen Gründen leider nicht vollständig wiedergeben —, sei die Verkehrsregelung am St.-, Margarethen-Brückenkopf erwähnt, die in drei Etappen einer endgültigen Lösung entgegenfülirt werden soll, von denen die erste bereits in Verwirklichung begriffen ist. Sowohl gegen die von den Strassenbahneh innerhalb der Stadt geplanten Abr stell-Bahnhöfe, die den Verkehr behindern würden, als auch gegen das sattsam bekannte Benehmen einer gewissen Sorte von Radfahrern nahm die Liga energisch Stellung, wobei ihr jedoch zum letztgenannten Punkt bedeutet wurde, dass behördliche Massnabmen infolge des Fehlens der Velonummern und Ausweise nur schwer durchführbar seien. Viel zu schaffen mächten im weiteren der Mängel an Parkiefungsplätzen einerseits und die Stationierungsverböte anderseits. «Wir möchten auf der einen Seite„_dei} Verkehr;, flüssig .erhalten und auf der ändern. Seite, genügend Stationierungsplätze wahren, zwei Grundsätze, die einander diametral gegenüberstehen», bemerkt der Bericht dazu. Auf Syirtschäfts- und verkehrspolitischem Gebiet war die Tätigkeit der Liga gekennzeichnet durch die Behandlung der Benzin- und Rohölzollfrage, sowie durch die Veranstaltung eines sehr gut besuchten Vortrages Oberst« Rufs über Heeresmotorisierung und Gütertransport-Initiative. Abgerundet wird das Bild der Aktivität durch den Hinweis auf die Bemühungen und das tatkräftige Eingreifen der Liga in einer ganzen Menge verkehrstechnischer Angelegenheiten lokalen Charakters. Wenn in Zusammenhang damit die Frage aufgeworfen wird, ob es nicht zweckmässig wäre, an der E.T.H. auch Vorlesungen über die Verkehrsplanung abzuhalten, so verdient dieser Gedanke unseres Erachtens zweifellos nährere Prüfung. Unflätigkeiten. Holte ich da kürzlich, am ersten schönen Sonntag nach dem Märzenschnee, meinen Wagen aus dem «Stall», denn schon lange hatte ich mich auf diese erste Ausfährt gefreut. Sie sollte mir jedoch gründlich "vergällt werden. AI» Ziel hatte ich mir einen Ort "am Rhein gewählt Weil jedoch die Zeit zum Abendessen noch ^iiieht' gekommen war, fuhr ich Wöch etwas weiter.-Aä? einem'sonnigen Wald- -*änti> berichtet anfangs Oktober 1921: «Am 5. März 1911 hat das Bündner Volk in einer üblen Laune eine Gesetzesinitiative gutgeheissen, die in ihren wesentlichen Bestimmungen folgenden Wortlaut hat: Art. I: Das Fahren mit Automobilen, Personen- und Lastautomobilen, sowie Motorvelos ist ; auf sämtlichen Strassen des Kantons Graubünden verboten. Art. 2: Die Regierung ist nicht kompetent, irgendwelche Fahrbewilligung zu erteilen. Seit dieser Zeit hat das Automobil vergeblich um seine Heimatberechtigung im Bündnerland gekämpft. Der Souverän hat ihm noch unter zwei Malen barsch die Tür gewiesene (Militärcamions und Postautos rollten jedoch auf Bündner Strassen, ja, der gelbe Postwagen gewöhnte die Bevölkerung an das Motorfahrzeug, er wirkte in diesem Spezialfall als bahnbrechender Freund.) Im April 1922 wurden in Zürich Unterschriffenbögen für eine Volksinitiative betr. vermehrten Schutz vor Motorfahrzeugen versandt. Dem Komitee gehörten hauptsächlich Gemeindepräsidenten und einige) Theologen an. In einem Aufruf hiess es: «Die Initianten verkennen den wirtschaftlichen Wert des Motorfahrzeuges nicht, aber höher sind die volkswirtschaftlichen Werte der Gesundheit und Sicherheit einzuschätzen, die durch die jetzige Form des Automobilverkehrs ernstlich gefährdet werden.» Das Volksbegehren verlangte unter anderm: Amtlich geprüfte Geschwidigkeitsmesser, welche die gefahrenen Geschwindigkeiten selbsttätig zeigen und registrieren. Motorfahrzeuge mit Auspuftklappen, solche mit blendenden Lichtern und mit einem andern Warnsignal als dem Hörn sind vom Verkehr auszuschliessen. Während mindestens 5 aufeinanderfolgenden Nachtstunden ist der Verkehr mit Motorfahrzeugen zu verbieten. An Sonnund allgemeinen Feiertagen ist der Motorfahrzeugverkehr zu verbieten, und zwar vom 1. April bis 30. September von 1—9 Uhr, In den übrigen Monaten von 1—7 Uhr nachmittags. Ausgenommen von den Verboten sind Fahrten für die Milchversorgung sowie für ärztliche und öffentliche Hilfeleistung. Dazu bemerkte ein Einsender im Winterthurer Landboten: «Es gibt leider. Immer noch Leute, die der festen Ueberzeugung sind, dass.es zur Förderung des öffentlichen Lebens beitrage, das Volk mit Unüberlegten Initiätivbegehren'zu überschwemmen.» • ' •'• '•- (Die Initiative verschwand- (n -dep, VersenkungJ ich Anlass gerade genug, um mich ob dieses jedem Anstand baren Benehmens einer bestimmten Sorte von Mitmenschen zu ärgern. Haben wir es so herrlich weit gebracht, dass der Automobilist nicht mehr wagen darf, sich in freier Natur niederzulassen und etwas Erholung von der Hetze des Alltags zu suchen, ahne dass er riskieren muss, auf taktlose Art belästigt und zur Zielscheibe zwei- oder auch eindeutiger Anrempelungen gemacht zu werden? Solche Erlebnisse — und ich bin sicher nicht der einzige, der davon zu erzählen weiss — werfen ein bedenkliches Licht auf die Mentalität, die sich, gewissenorts breit zu machen scheint. Offenbar gilt aber auch hier das Sprichwort, dass man keinen hinter dem Ofen sucht, wenn man selbst noch nicht dahinter gewesen ist F.F. mit denen ihm selbst eben der inzwischen betäubte Oanymed das bestellte Getränk serviert hat. Allerdings merkt man seiner Ausspräche des Französischen den fremden Akzent an, was bei einem Angestellten eines internationalen Hotels nicht weiter zu befremden brauchte, doch die Aura von Unsicherheit, die seine ganze Person umgibt, könnte Peggy schon auffallen, wenn sie nicht so sehr mit ihren persönlichen Besorgnissen beschäftigt wäre. « Wie veranlasse ich sie, das Glas auszutrinken ? > überlegt sich Don Paulo, während er sein Tablett vor der geistesabwesenden jungen Dame aufbaut. Er hat sich zwar eine ganze Anzahl Schliche zu diesem Zweck ausgedacht, doch jetzt, wo es darauf ankommt, fällt ihm nicht einer ein. Endlich entschliesst sich Peggy, Notiz von den realen Vorgängen im Raum zu nehmen. < Ich habe nichts bestellt, waiter!» erklärt sie nebensächlich. Diese Bemerkung, vollständig harmlos und sogar zu erwarten, bringt Don Paulo so sehr um den Rest seiner Fassung, dass es sogar Peggy auffällt. « Was haben Sie denn ? > fragt sie erstaunt. Es ist ein Glück für sie, dass sie so fragt, denn der Südamerikaner, der sich eben zur Gewaltanwendung entschliessen wollte, findet dadurch wie durch ein Stichwort Anschluss an seine vergessenen Pläne. Er versucht es lieber, Mitleid zu erregen. « O, Madame !» stottert er, und es fällt ihm nicht schwer, einen kläglichen Eindruck zu machen, «o, Madame! Ich bin nur auf Probe hier. Sie verstehen, Madame. Wenn ich mich geirrt haben —, wenn der Cocktail nicht bestellt ist, dann — * « Na, na ! > macht Peggy ermutigend. « Dann muss ich ihn bezahlen und dann werde ich auch nicht angestellt», vollendet Don Paulo. (Fortsetzung folgtj

N° 31 — FREITAG, 14.'APRIL 1939 AUTOMOBIL-REVUE IN FRANKREICH Stuck siegt in neuer Rekordzeit an der Turbie. . Zum Abschluss der Zuverlässigkeitsfahrt Paris-Nizza iand am Donnerstag auf der 6,3 km langen Turbie-Bergstreoke ein Bergrennen statt, das neben den Konkurrenten der erwähnten Distanzfahrt einige Spezialisten am Start sah. Hans Stuck auf Auto- Union drückte seinen eigenen Rekord von 3 :30,2 auf 3 :28,2 und erzielte ein Stundenmittel von 108 km 934. Auch in einigen andern Klassen wurden die bisherigen Bestleistungen verbessert. DIE RESULTATE Rennwagen : Klasse 8 Liter: 1. Hans Stuck auf Auto-Union 3:28,2 (Rekord und absolute Tagesbestzeit, Stundenini ttel 108,934 km). Klasse 5 Liter: 1. "Wimille auf Bugatti 3:32,2 (Rekord). 2. Le Begue auf Talbot 3:41. Klasse 3 Liter: 1. Sommer auf Alfa Romeo 3:41 (Rekord). 2. de Graffenried (Schweiz) auf Maserati 3:57,8. Klasse 2 Liter; 1. Cristea auf B.M.W. 3:54,6 (Rekord). Sportwagen: Klasse 5 Liter: 1- Mme Rouault auf Delahaye 4:12. Klasse 2 Liter: 1. Wernecke auf B.M.W 4:09. Klasst 1500 ccm: 1. Melly auf Riley 4:46,6. Klasse 1100 ccm: 1. Gordini auf Simca 4:31,2 CRekord). Klasse 750 ccm: 1. Plantivaux auf Simca 5:43,2 (Rekord). Internationale Zuverlässigkeitsfahrt Paris-Nizza. Zum achtzehnten Mal seit ihrem Bestehen wurde in den vergangenen Tagen die internationale Zuverlässigkeitsfahrt für serienmässig hergestellte Gebrauchsfahrzeuge auf der Strecke Paris-Nizza gefahren, und zwar wiederum— wie schon im Vorjahr — in einer einzigen Etappe. Die Konkurrenz fand ihren Auftakt am Samstag/Sonntag in einer Geschwindlgkeitsprüfung auf der 25-Kilometerbahn in Montlhery bei Paris, die zweimal herunterzuspufen war, wobei -die zweite Runde mit fliegendem Start chronometriert wurde. Am schnellsten erwies sich der Talbot-Fahrer Lebegue, der in der Klasse 5 Liter auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 190,324 km/St, kam. Von den 37 Konkurrenten wurden zum Teil hervorragende Zeiten erreicht, wie folgende Resultattabelle zeigt: Kategorie 5 Liter: Lebegue (Talbot) 48,2" = 1.90,324 km/St., Mme Rouault (Delahaye) 53,4" r= 171,791 km/St; Paul (Delahaye) 53,8" = 170,514 km/St.; Chaboud (Delahaye) 54,2" = 169,255 km/St; Parant (Hotchkiss) 57,8" = 158,713 km/St.; Contet (Delahaye) 58,8" = 156,014 km/St.; Mme Simon (Hotchkiss) 59" = 155,485 km/St. Kategorie 3 Liter: Dary (Bugatti) 1 :01 = 150,387 km/St.; De Ferrandi (Jaguar) 1:06,8 = 137,380 km/St. Kategorie 2 Liter: von Falkenhausen (B.M.W.) 58,4 " =s 157,053 km/St; Innes (Frazer-Nash) 59,2" = 154,060 km/St.; Murray (Frazer-Nash) 1:00 = 152,894 km/St. Kategorie 1,5 Liter: Mrs. Kay Hague (Riley) 1 :04,8 = 141,568 km/St.; Melly (Riley) 1 :09,6 = 131,805 km/St.; Glad (M. G.) 1:15,4 = 120,074 km/St. Kategorie 1,1 Liter: Mme Largeot (Simca) 1:02,4 = 147,013 km/St.; Gordini (Simca) 1 :08,8 = 133,333 km/St., Savoye (Singer) 1 :13,4 = 124,981 km/St. Holzgaswagen : Haubourdin (Bugatti - Mallay) 1 :32,4 = 95,162 km/St Autocars: Lamberjack (Saurer) 1:29 = 103,074 km/St. Am Montagabend — nach dem traditionellen Empfang der Konkurrenten am Sitz des französischen AC — wurde in Boissy-Saint- Leger der Start erteilt, und zwar um 19.30 Uhr der Gruppe 1100 ccm, zu der sich auch der Holzgaswagen Haubourdins und der Saurer-Autocar von Lamberjack gesellten; die übrigen Wagen rollten eine Stunde später in die dunkle Nacht hinaus. Bis Troyes hatten sich die Nizza-Fahrer durch die am Montagabend von ihren Osterferien in die Metropole zurückkehrenden Pariser hindurchzuschlängeln, so dass einstweilen an ein ungehindertes Drauflosfahren gar nicht zu denken war, zumal es alle Augenblicke passierte, dass einer der eiligen Heimkehrer aus der Reihe tanzte, seinen Vordermann überholen wollte und dann im Nu ein fürchterliches Durcheinander entstand, aus dem man nur nach langwierigem Manövrieren einen Ausweg fand. Nachdem man dann aber Troyes einmal hinter sich hatte, verlief die 900 km lange Fahrt ohne jeden Zwischenfall, wenn man davon absieht, dass Mme Rouault 10 km vor dem Ziel infolge Bruchs der Hinterachswelle zum Ausscheiden verdammt war. Von 35 gestarteten Piloten trafen somit 34 nach der Nonstopfahrt durch eine milde Frühiingsnacht an der Riviera ein, wobei noch nachzutragen wäre, daSs der Talbotfahrer Lebegue, welcher in Montlhery den Vogel abgeschossen hatte, der Konkurrenz unfreiwilligerweise fernbleiben musste, weil er unterwegs zum Start mit einem in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht mehr zu reparierenden Kühlerschaden liegen blieb. Da aber Lebegue mit einem neuen Talbot-Rennwagen auch für das gestern Donnerstag zum Austrag gelangte internationale Turbie-Bergrennen gemeldet hatte und sein Fahrzeug bereits in Nizza war, bestieg er ein Flugzeug und traf im Laufe des Dienstag am Schauplatz der Bergprüfungsfahrt ein. Am Dienstagnachmittag und Mittwoch fanden als weitere Klassementsprüfungen eine Langsamkeits-, Beschleunigungs- und Bremskonkurrenz statt, während am Donnerstag anlässlich des Bergrennens von La Turbie eine letzte «Siebung » der Teilnehmer vorgenommen wurde. Schlussklassement 1. Chaboud auf Delahaye 1220,2 Punkte 2. Paul auf Delahaye 1231,8 P. 3. Von Falkenhausen auf B.M.W. 1242,3 P. 4. Mme. Largeot auf Simca 1254,7 P. 5. Melly auf Riley 1271,9 P. 6. Parant auf Hotchkiss 1272.8 P. JUNIOR 1 Liter, 5/25 PS TRUMPF 2Litir, 10/45PS IN ASIEN Sport in Siam. Aus Anlass des Beitritts des Königlich- Siamesischen Automobil-Clubs zur AIACR fand am 19. März in Bangkok ein Sporttag mit verschiedenen Geschwindigkeit&konkurrenzen statt, bei denen Prinz Chula von Siam als Organisator und Prinz «B. Bira > als Starter funktionierten. Den Rennen über kurze Strecken, die wegen einsetzenden Regens längere Zeit unterbrochen wurden, gingen ein Schönheitswettbewerb, sowie eine Fahrprüfung über 100 m voraus. Der Königspokäl wure in totem Rennen von Nai Sanit auf Morris und vom Engländer G. Brockmann auf MG gewonnen, so dass sich die kgl. Majestät zur Stiftung eines weiteren Cups entschloss. Bei der Saisonouvertüre in Brooklands wurde der Sieg im Rennen um die Strassenmeisterschaft über 37 km 015 vom ERA- Fabrikfahrer Arthur Dobson vor Billy Cotton auf ERA herausgefahren: das Stundenmättel des Erstklassierten beträgt 117 km 915. « Bodenstrahler » zur Kennzeichnung von Stop-Strassen. In Deutschland geniesst. wtfe unsere Leser wissen, eine Anzahl besonders belebter Hauptstrassen insofern ein Vorfahrts-Privileg, als alle Fahrzeuge vor der Einfahrt in diese sog. «Stop-Strassen> zunächst halten müssen. Da sich die Kennzeichnung dieser Gefahrenpunkte durch Warnungstafeln und rote Querstriche auf der Fahrbahn namentlich während der Dunkelheit als nicht ausreichend erwies, um Unfälle infolge Nichtbeachtung der Vorfahrt auszuschliessen, erprobt man zur Zeit einen Bodenstrahler, d. h. eine aus unzerbrechlichem Glas hergestellte Kalotte, in die e-in Prisma eingebaut ist, wodurch das Licht der sich nähernden Fahrzeuge zurückgestrahlt und damit der Lenker auf den Gefahrenpunkt aufmerksam gemacht wird. Der Vorderrad-Antrieb gibt dem ADLER die überragende Sicherheit in schwierigsten Kurven, bei grossem Tempo. Der ADLER folgt immer zwangsläufig in der Richtung des Lenkeinschlages. Die Antriebsräder sind „gelenkt", die Kraft wird direkt geführt und beherrscht. Es ist kein gewöhnlicher, unsicheres Wagenlenken. Die Zugkraft wirkt stets in der Richtung des Lenkeinschlages mit einer absoluten Lenkpräzision auf jedem Terrain. Ein „Ausbrechen" oder „Querstellen" des ADLE Rauf nasser, verschneiter oder vereister Strasse ist ausgeschlossen. Der ADLER- Vorderrad-Antrieb gibt allen Wageninsassen grösste Sicherheit. Der Kastenrahmenbau des Chassis mit den starken, in sich geschlossenen Verstrebungen, die fest verschweissten Ganzstahl- Karosserien geben jedem ADLER-Wagen Panzerfestigkeit. Vier unabhängig gefederte Räder mit unveränderlichem Sturz lassen schlechte Strassen überhaupt nicht erkennen. Jeder ADLER-Besitzer kennt die Ueberlegenheit der ADLER-Konstruktion und will sie nie mehr missen. AUL ADLER ist billig in der Anschaffung, sparsam im Betrieb, sicher, zuverlässig. Ein grosser Teil unserer Kundschaft sind Geschäftsleute, die ihre ADLER-Wagen tagtäglich, jahraus jahrein, wirklich streng beanspruchen. Verlangen Sie unsere Nachweise für die enorme, reparaturfreie Kilometerleistung des ADLE R-Wagens. Vorteilhafte Preis«. Auf Wunsch Zahlungserleichterungen. Generalvertretung: Pflanzschulstrasse 9 Tel. 7 2733 Ausstellung: Theaterstr. 12, b.Corso Tel. 2 2800 IN ENGLAND $#••«»«*«•»'*'«» vkeh i A.G.FÜR AUTOMOBILE-Zürich Blutprobe jetzt auch bei Fussgängern. Die deutsche Gesetzgebung sieht strenge Strafen gegen diejenigen vor, die unter der Wirkung des Alkohols den Verkehr gefährden. Wo jemand in diesen Verdacht gerät, wird ihm eine Blutprobe entnommen, Bisher wandte man dieses Verfahren nur gegenüber Autofahrern an, so dass im Publikum die Ansicht verbreitet war, nur sie brauchten im Alkoholgenuss Zurückhaltung zu üben. Mit dieser Praxis hat die Berliner Polizei jetzt gebrochen. Sie hat zum erstenmal einen Fussgänger der Blutprobe unterstellt, bei dem der Verdacht bestand, einen Unfall — er war von einem Strassenbahnwagen angefahren worden — in angeheitertem Zustande selbst verschuldet zu haben. In der Erkenntnis, - dass auch ein betrunkener Fussgänger eine schwer* Gefährdung des öffentlichen Verkehrs darstellt, macht das Gesetz bei seinem Vorgehen.gegen die Trunkenheit keinen Unterschied «wischen den verschiedenen Arten der Verkehrsteilnehmer. Fussgängerstreifen mit Katzenaugen. In der englischen Stadt Brentford, die sehr häufig unter dichtem Nebel zu leiden hat, sind in den Hauptstrassen neue Fussgängerstreifen eingeführt worden, bei denen die weissen Grenzstriche durch Katzenaugen unterbrochen sind. Ein wenige Tage nach Fertigstellung der neuen Einrichtung wie auf Bestellung aufgetretener Nebel hat die Brauchbarkeit der Katzenaugen bewiesen, so dass anzunehmen ist, dass auch andere Städte das Beispiel Brentfords nachahmen werden. Die Chrysler Corporation im Jahre 1938. Im Jahr 1938 erzielte die Chrysler Corporation, wie aus dem Geschäftsbericht erhellt, einen Reingewinn von 18,798.000 Dollar bei einem Inlandverkäuf von 570,852 Wagen im Werte von 413 Millionen Dollar. Im Export wurden gleichzeitig 59,407 Fahrzeuge abgesetzt. An Dividenden wurden pro Aktie 2 Dollar ausgeschüttet. Für Erweiterungen des Betriebs und seiner maschinellen Ausrütsung sowie für die Verbesserung der Produktionsmethoden wendete der Konzern über i8 Millionen Dollar auf. Fiat-Abschluss 1938. Wie aus dem Geschäftsbericht der Fiat A.-G. erhellt, ist die Automobilproduktion des Unternehmens während des vergangenen Jahres, vorwiegend unter den Auswirkungen der hohen Steuerlasten in Italien, von 65,094 Stück im Jahre 1937 auf 58,151 Einheiten zurückgegangen. Gleichzeitig sank der Export von 21,208 auf 17,720 Wagen. Wenn auch, wie weiter hervorgehoben wird, die Beseitigung der Verkehrssteuern dem Absatz in Italien bessere Aussichten eröffnet, so könne ein entscheidender Impuls doch nur von einer Senkung des Benzinpreises ausgehen. Mit einem Gewinn von 43,66 Millionen Lire — bei 400 Millionen Aktienkapital — kann der wirtschaftliche Abschluss als normal bezeichnet werden. Im Vergleich mit 1937 hat sich die Zahl der Arbeiter etwas vermindert, sie beträgt aber immer noch 54,000 Mann. Biidhevtäsd» Zuxü Stieaedächec Wulf Diether Graf zu Castell: Chinaflug. Atlantis-Verlag Berlin/Zürich. Graf Castell, ein bekannter deutscher Verkehrsflieger, war jahrelang in China zur Erschliessung der dortigen Luftlinien tätig und hat bei dieser Gelegenheit eine Sammlung von ausgezeichneten Flugbildern zusammengebracht, die ein gewaltiges Gebiet umfassen und zum Teil bisher nie gesehenes Land in den Hochflächen und Gebirgen des chinesischen Westens zeigen. Chinesische Stadt- und Tempelanlagen, alle nur erdenklichen Landschaftsformen von der modernen Millionenstadt Schanghai bis zu den Gebirgen des Himalaja ziehen an unserm Auge vorüber, wobei manches in verblüffender Weise an die eisenartigen Bergformen lind die traumverlorenen Stimmungen der chinesischen Landschaftsmalerei erinnert. Den Abschluss,bilden die Bilder des Himalaja-Gebirges in dem chinesisch-mittelasiatischen Gebiet, die Graf Castell zuletzt auf Suchflügen der Lufthansa nach deren Direktor von Gablenz und der Besatzung des D-ANOY aufnahm. Alles in allem eine sehr interessante, lehrreiche Photoschau, der im kurz gehaltenen Textteil die eindrucksvolle Schilderung einiger tollkühner fliegerischer Erlebnisse in China vorausgeht. Angeln Cesana: Wir fliegen. Verlag H. R. Sauerländer & Co., Aarau. «Die nachfolgenden Kapitel sind für alle jene bestimmt, die sich für's Fliegen begeistern, aber auch für alle jene, welche die Schönheiten des Fliegens noch nicht gekostet haben», steht im ersten Kapitel des unlängst erschienenen, 132 Seiten starken Buches zu lesen. Eine zweifellos erfreuliche und schätzenswerte Absicht in einer Zeit, da sich das Bestreben, den Fluggedanken immer mehr zu popularisieren, nachdrücklich geltend macht. Wenn man auch bei einem flüchtigen Durchblättern des kleinen Werkleins, in wechem man im Sportflugzeug über unsere hehre Alpenwelt hinwegfliegt und in den grossen Silbervögeln unserer Luftverkehrsgesellschaften nach Paris. London und Berlin entführt wird, in welchem ferner interessante aviatische Erlebnisse von Piloten aus aller Wet nacherzählt werden — wenn man also schon bei einem ersten «Herumschnüffeln» in diesem Buche den Eindruck erhält, es sei aus wirklicher Freude am Fliegen entstanden, so glauben wir dennoch nicht, dass das oben erwähnte Ziel — nämlich für das Fliegen zu begeistern — durchwegs erreicht worden ist. Der gute Wille, das lobenswerte Unternehmen des Verfassers scheitern an seinem mangelnden Gestaltungsvermögen, am beschränkten, ihm zur Verfügung stehenden Wortschatz, an seinem sehr oft holprigen, unausgeglichenen, ungeschliffenen Stil, der kaum begeistern kann, vielmehr rasch ermüdend wirkt. Denn, Hand aufs Herz, wird vom Leser nicht etwas reichlich viel verlangt, wenn er im zweiten Kapitel schon — um nur ein Beispiel zu nennen — in kurzen und kürzesten Abständen erfahren muss, dass der Captain Williams «im Herbst sein Brevet machte», «mit ein paar Kameraden durchs Land zog und Flugtage machte», «es sich in der Halle bequem machte», ihm «die Arbeit Spass machte», dem Verfasser «die Worte Williams grossen Eindruck machten» und er Williams gegenüber die Hoffnung aussprach, «dass die Fliegerei bis zum nächsten Wiedersehen weitere Fortschritte gemacht haben wird»??? Aehnliches und noch weniger Erbauliches erlebt man in spätem Kapiteln, wo der Verfasser sich anschickt, Einzelheiten von seinen Flügen über die Alpen zu schildern. Schade, dass der Verlag, der das Buch im übrigen sehr sauber ausgestattete und ihm 24 zum Teil ausgesuchte Bildtafeln beigab, auf die Bereinigung des Manuskripts nicht grössere Sorgfalt verwendet hat. um so mehr, als die schweizerische Fluggemeinde in den.Büchern von Walter Mittelholzer und Walter Ackermann bereits über eine Aviatik-Litratur verfügt, welche den verwöhntesten Ansprüchen Genüge leistet. Fy.