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E_1939_Zeitung_Nr.039

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Automobil-Revue — N°

Automobil-Revue — N° 40 «So ein Unsinn... Pardon», setzte er schnell hinzu, als er wieder die kleine, scharfe Falte zwischen ihren Augenbrauen gewahrte. «Ich bitte um Entschuldigung.» Sie lachte. «Bitte», sagte sie. «Aber ich eigne mich nicht zur Landwirtschaft. Ich habe zu viel Zigeunerblut. Und dann bin ich ganz allein. Was soll ich ganz allein mit einem grossen Gut?» «Hm», sagte Ronny, «natürlich. Wenn Sie jetzt mit Moellermann, das ist mein Mechaniker, sprechen möchten, er ist draussen an meinem Wagen beschäftigt. Wollen wir zu ihm gehen?» Sie stand auf. «Ja, kommen Sie. Sie sind schrecklich nett zu mir. Ich bin Ihnen wirklich sehr zu Dank verpflichtet.» «Nicht der Rede wert», wehrte Ronny ab, während er zahlte. Die junge Dame Hess es aber nicht zu, dass ihre Zitronenlimonade von ihm mitbezahlt wurde. Ronny dachte, während er ihr aus dem Restaurant auf den Startplatz folgte: «Ich glaube, man muss sich um dieses Mädchen verdammt kümmern.» Als Ronny am Abend des folgenden Tages vor einem Cafe sass und auf Herrn Singer wartete, mit dem er sprechen musste, sagte er sich, dass, wenn man ganz ernsthaft und unvoreingenommen über den Fall der jungen Dame, die durchaus Rennfahrerin werden wollte, Betrachtungen anstellte, die ganze Sache doch nicht so unwahrscheinlich aussah, denn wenn ein junges Mädel mit Geld nun einmal ernsthaft den Wunsch hegt, Rennfahrerin zu werden, wer könnte sie daran hindern? Man hindert ja junge Damen auch nicht daran, allein im Flugzeug nach Zentralafrika zu fliegen. «Also», meinte er, «ist das Unwahrscheinliche eigentlich nur die Tatsache, dass dieses Mädchen Geld besitzt. Wenn man aber andererseits ernsthaft daran zweifeln wollte, dass es noch junge Damen mit Geld gibt, dann schliesst man höchstens von sich auf andere, und das ist in fast allen Fällen durchaus falsch.» Er erinnerte sich daran, dass Moellermann sofort Feuer und Flamme war, dass er es geradezu als das vernünftigste und aussichtsreichste Unternehmen für ein junges Mädchen bezeichnete, Rennfahrerin zu werden. Ronny lächelte in Erinnerung an die Verhandlungen und schaute in das Gewühl der abendlichen Strasse, deren Menschenströme an der Front des Caf£s vorüberzogen. Plötzlich erinnerte er sich wieder daran, dass er ja hier auf Herrn Singer wartete, dem er Geld schuldete und von dessen gutem Willen sehr viel abhing. Er fing an, ernstlich mit sich ins Gericht zu gehen, einmal musste er es ja schliesslich tun. Vielleicht — aber das gestand er sich nicht ein — war daran die junge Dame nicht so ganz unschuldig. Morgen war das Rennen, und Ronnys Chancen bei diesem Rennen waren aussichtslos, das hatte sich heute morgen, als die Rennwagen von der Rennleitung abgenommen wurden und man ihre Hauben plombierte, wieder erwiesen. Ronny hatte noch schnell ein paar Trainingsrunden gedreht, nachdem Moellermann hoch und heilig versichert hatte, dass nun alles tipp topp wäre. Im besten Fall erreichte Ronny mit seinem Wagen 180 auf der Geraden, während die Franzosen und Italiener bis an die 235 km in der Stunde kamen. Trotzdem musste er Herrn Singer versichern, dass der alte Kasten die grössten Chancen habe. Herr Singer, verstand ja von der ganzen Sache nichts, sondern handelte mit Grundstücken und besass auf Ronnys kleinem Gut eine Hypothek, die er gekündigt hatte und die Ronny nicht zurückzahlen konnte. Ronny seufzte, er hatte wirklich Grund zum Seufzen. Zum Teufel, wo war seine ganze Zuversicht, sein ganzes Selbstvertrauen hingeraten? Was war er für ein jämmerlicher Kerl geworden, eine traurige Figur, ein ungenügender Sportsmann. Na, wenn die Pechsträhne|2U v Ende war, und einmal würde sie sicherlich zu Ende- sein, dann... Ronny belächelte seinen Optimismus selbst spöttisch. Pech war das nicht, was er hatte, das war ganz etwas anderes. Von Startgeldern, Oel- und Teibstoffprämien und Zuwendungen von Kerzenfabriken konnte man auf die Dauer nicht einmal bescheiden leben, wenn man immer als Letzter durchs Ziel kam oder überhaupt aufgeben musste. «Auf dem Lande leben und im Schweisse seines Angesichtes seinen Kohl bauen, das ist noch das Beste», sagte er sich. «Anderen Leuten geht's auch schlecht, warum soll es mir da gut gehen?» Im übrigen konnte es sich Herr Singer leisten, unpünktlich zu sein, denn Herr Singer wollte zwar Geld von Ronny, aber Ronny wollte, dass Herr Singer noch länger auf sein Geld warten sollte... Endlich kam Herr Singer, den Hut etwas im Genick, die Krawatte verrutscht und mit kleinen, funkelnden Augen im Gesicht Er nahm ohne weitere Begrüssungsformalitäten am Tisch von Ronny Platz. «Nun?» fragte er und schob den Hut von einer Seite auf die andere. «Haben Sie?» «Herr Singer ...» «Ach was, Herr Singer. Haben Sie das Geld oder haben Sie es nicht?» «Nein.» «Hab' ich mir's doch gedacht!» Herr Singer stöhnte und fuhr den Kellner an: «Einen Kaffee!» Ronny sah allem interessiert zu. Er war vollkommen ruhig, er kam sich wie in einer Theatervorstellung vor, in der er selbst mitspielte. «Herr», sagte Herr Singer, «glauben Sie, ich brauch' mein Geld nicht? Wer braucht heute kein Geld, frage ich Sie?» Und er klopfte mit dem dicken Ring an seinem kleinen Finger auf die Platte des Marmortisches. Dann lehnte er sich zurück und schob den Hut aus der Stirn. «Ich werde Ihnen mal was sagen, junger Mann. Jahrelang warte ich nun schon auf die zehntausend Mark, die ich Ihnen damals gegeben habe auf Ihre schönen Versprechungen hin. Was haben Sie mir nicht alles erzählt, grosser Gott!» Herr Singer schlug theatralisch die Hände zusammen. «Ein zweiter Caracciola wollten Sie werden, ein Fürst der Schnelligkeit Und was sind Sie geworden? Was sind Sie geworden?» Herr Singer schüttelte betrübt den Kopf, um dann wieder energischer fortzufahren: «Wenn ich nicht bis morgen früh um acht mein Geld hab', dann können Sie morgen Ihren Wagen nicht aus der Boxe nehmen, mein Ehrenwort, Herr!» Ronny wurde blass. «Ich bitte Sie...» Herr Singer schnitt ihm das Wort mit einer kurzen Handbewegung ab. «Bitten Sie gar nichts. Hier, in der Tasche hab' ich den Arrestbefehl. So wahr ich hier sitze. Sie werden morgen nicht starten.» «Ich werde starten.» «Wenn Sie das Geld haben, werden Sie starten», entgegnete Herr Singer mit überlegener Ruhe. Ronny versuchte es mit Güte. «Herr Singer, Sie nehmen mir ja jede Möglichkeit, Ihnen das Geld zurückzuzahlen. Gerade in diesem Rennen habe ich Chancen. Für den Sieg gibt es bare 8000 Mark, Herr Singer, nehmen wir einmal an, ich gewinne die 8000 Mark und bezahle Ihnen...» Herr Singer lachte. «Wo gewinnen Sie? Ich habe von Ihren Gewinnen und Siegen in letzter Zeit wenig gemerkt.» Ronny schwieg. «Nein», sagte Herr Singer, «Sie zahlen morgen früh, oder...» Ronny stand auf, griff kurz an den Hut und Hess den verblüfften Mann sitzen. In Ronnys Brust kochte eine dumpfe Wut, Wut und Ekel vor sich selbst. Soviel Ehrlichkeit war doch noch in ihm, dass er diese Komödie nicht weiterspielen konnte. Anderseits war es ihm klar, dass er bis morgen früh nicht 10 000 Franken aufzutreiben vermochte. «Also, Schicksal, nimm deinen Lauf!» sagte er zu sich selbst und ging mit einer etwas gespielten Gleichgültigkeit, auf dem Gesicht ein nicht ganz heiteres, sondern gezwungenes Lächeln, durch die belebten Strassen seiner Wohnung zu. Ronny war so aus dem Gleichgewicht, dass er verschiedene Male ernstlich in die Gefahr geriet, überfahren zu werden. Ronny, der «Rennfahrer», war in dieser Verfassung keine reine Freude für Automobilisten. Besonders ein kleiner Wagen, der forsch um eine Strassenecke bog, bremste mit misstönendem Quietschen, und eine junge, helle Stimme hinter der Windschutzscheibe rief Ronny zu: «Zum Donnerwetter, wo haben Sie Ihre Gedanken, Mann!» Diese Stimme riss Ronny jäh ans seinem seelischen Dämmerzustand. Er starrte auf das kleine Auto, ein sehr kleines, rotes Auto, und auf das Gesicht hinter der Windschutzscheibe, ein blondes, junges Gesicht. Zweifellos, das war Charlotte, die gestern so sonderbare Fragen an ihn gestellt hatte. Und plötzlich, als sei das die einzige Möglichkeit zur Lösung aller Schwierigkeiten, begann Ronny laut zu lachen. (Fortsetzung Im nächsten Magazin.) Gas ist modern! Die moderne Hausfrau überzeugt sich davon in den Hallen der Gasindustrie. Sie findet sie auf dem linken Ufer — Haupteingang Enge —, Abteilung Gas und Wasser. Ueber 600 000 Schweizer Hausfrauen kochen auf Gas. Das sind Ober 90 % aller derer, welche überhaupt die Wahl haben, sich für Gas zu entscheiden. Die Schweizer Gaswerke erzeugen auch Benzd. Si© arbeiten also im Interesse der Versorgung unseres Landes mit den lebenswichtigen Motortreibstoffen. Gas ist Schweizer Fabrikat. — Ueber 80 % seines Wertes sind schweizerischen Ursprungs. Gaswerksteer Ist ein wichtiger Strassenbaustoff. Teer braucht man auch für die Herstellung von Sprengstoffen und Munition. Wenn Sie an der LA. rasch und gut essen wollen, dann essen Sie in den Gaststätten, die Gasküchen haben. Es sind dies: Die Ostschweiz. Winzerstube « Zur Rebe > . . . 350 PL Die Taverne de Geneve et Fribourg 200 PL Die Cave Vaudoise 280 PL Der Grotto Ticinese 350 PL Die Festhalte 3000 PL Die Konditorei 420 PL Das Alkoholfreie Restaurant 870 PL Das Terrassen-Restaurant 1100 PL Das Belvoir-Restaurant 500 PL

Nö* Silben Einsetzrätse Automobil- I. M + Aschen = Maschen. 2. Ar + Reste = cha, char, ei, gl, ha, hat, i, ra, ri, se, to, um, wei. Arreste. 3. Rot + Dorn = Rotdorn. 4. Kran + ich Vorstehende Silben sind so als Mittelsilben in — Kranich. S. Unruh + en = Unruhen. 6. Schach die folgenden Wörter einzusetzen, dass neue Wörter + t = Schacht entstehen, wobei die Anfangsbuchstaben der eingesetzten Teile eine Justizinstitution nennen: Markus. Ire, roden, Sara, aussen, Hausbau, Gage, Anna, Verno, Leda, Rune, Degen, Mama, Kanne. Losung der Denkaufgabe Diese Lösung zählt 3 Punkte. von Brunnenröhren. Die zweite Röhre gibt nur 1 % = */s mal soviel Wasser als die erste Röhre. Beide zusammen geben fflaüfed */B ma l so viel wie die erste. Sie benötigen daher nur */, der Zeit, das sind 8 /t Stunden oder 36 Minuten. Lieblich war die Maiennacht, Silberwölklein flogen; In der holden Frühlingspracht Zwei des Weges zogen. Da kam ein schlimmer Liebesfeind Und schnitt die zwei entzwei. Nun sind, die einst so schön vereint, Sich nicht mehr gut und nicht mehr treu; Vergessen ist das erste Wort, Denn nur das zweite gilt hinfort. Die Lösung zählt S Punkte. Einsendetermin: 23. Mai. 8£af%ol*E:el*e Auflösung des Treppenrätsels. Liste der richtig eingesandten Lösungen beider Rätsel. 8 Punkte: J. Aebischer, Merenschwand; A. Bachofen, Glarus; Frau B. Baerlocher, St. Gallen; E. Benz jun., Goldach; M. Bertschmann, Basel; Frl. M. Bossert, Lenzburg; H. Boiler, Winterthur; H. Brun, Disenti»; Frau H. Bucher, Oberleimbach; C. Burgener, Rorschach; Frl. M. Epple, St. Gallen; Frau C. Fravi, Rapperswil; Frau Dr. Gräflin, Walzenhausen; Frau A. Heusser, St. Gallen; Frau J. Hopf, Bern; Frau R. Kallen, Grenchen; K. Keusen, Biel; Frl. R. Klein, Schwyz; G. Laepple, Basel; J. Leimer, Bettlach; Frau L. Louys, Solothum; Frau E. Markoff, Buchs; Frau Marti, Ölten; J. Nussbaumer, BenzenschwQ; H. Sommer, Zürich; Frmu B. StefatbSnMr, Schürt; F. Wenger, Bern. Richtige LSsnng des TreppenrXtselsi 3 Punkte: Frl. E. Winteler, Glarus. Richtige Lösungen der Denkaufgabe: 6 Punkte: K. Feier, Riedholz; H. HutterEL Zürich. «Was. ifu wollt» Jawohl, in 36 Minuten wird der Brunnentrog von beiden Röhren zusammen gefüllt, und das haben die meisten Neffen und Nichten richtig herausgefunden. Jenen, die den angesetzten Einsendetermin (9. Mai) nicht beachtet haben, weil er wegen der Vorverschiebung der vorliegenden Nummer ausnahmsweise auf einen Dienstag, statt wie sonst auf einen Freitag fiel, sei zum Trost gesagt. Bünzli dass auch si« noch mit Punkten bedacht wurden, wenn der Onkel die richtige Lösung bis letzten Freitag in Händen hatte. Heute möchte der Onkel an ^eine Heben Verwandten eine Frage richten. Du, liebe Nichte aus dem Liechtenstein, hast den Anlass dazu gegeben. Du schreibst: «Denkaufgaben sind immer amüsanter zu lösen als Silben-oder Kreuzworträtsel; man ist bei den ersteren viel eher nur auf sein Gehirn angewiesen und empfindet daher bei richtiger Lösung eine ungeteilte Befriedigung. Bei den letzteren humpelt man gar zu gerne auf den Krücken von Lexikon oder Atlas einher, wenn die Wörter zu kitzlig werden, und hat dann bei der Lösung ein nicht so ganz reines Gewissen. Was sagen die andern dazu? Wenn ein Theaterdirektor einst den Ausruf tat: «Was fhr wollt», so will auch der Onkel diesen Standpunkt einnehmen,- er ist • neugierig zu vernehmen, was den Löserinnen und Lösern eigentlich am willkommensten ist. Also bitte, Feder eingetaucht und diktiert! und das Auto tflttlM/tED SO SITZEN SIE oft stundenlang In Ihrem Wogen und tördem damit unerwünschte Gewichtsrunahme. Ein unschädliches Mittel, das sicher gegen Korpulenz hilft sind 1 Los Fr. 5w— (Eine 10-Los- Serie Fr. 50.-) plus 40 Cts. für Porto auf Postcheck II110026. Adr.i Seva-Lotterie, Genfergasse 15, Bern. (Bei Vorbestellung der Ziehungs-Liste 30 Cts. mehr). Lose auch in bern. Banken sowie Privatbahnstationen erhältlich. ENTFETTUNGS- IVI^IIMVJEIC TABLETTEN V DIE ROMAN-QUELLE Ist die vorteilhafteste Romanlektüre. 36 Seiten für 35 Rappen. Jeden Freitag / Samstag neue Nummer. An Jed. Zeltungskiosk erhältlich. J wportliche Mäntel fOr jeden Zweck sind praktisch, wirken Immer elegant und jugendlich. Eine besondere Auswahl erwartet Sie bei Zähringerstrasse 42, beim Central (StaManfe LIOVOR Das erste ToDkommene eleictrlsclM TROCKEN-RASIEREN „Jetzt erst recht'S sagt der Aettl. „Dummes Zeug, wir haben nichts xu furchten und auf alle Fälle Ist eine zusätzliche Einnahme jetzt mehr denn |e willkommen. Außer» dem hält die Sera den Sinn för Gemeinnützigkeit wach, der heutzutage besonders nottut" : „Einverstanden! Ich bestelle also noch heute wiederum eine 10-Los-Serle. Denk S»ppt „Lot, Aetfl, was meinst Du, wollen wir diesmal auch wieder eine Seva- Serle kaufen f Nadi allem, was täglich In der Zeitung steht, weiß man nicht recht, was morgen sein wird." doch, Aettf, was man nan mit einem Haupttref- Bfer, gar mit jenem von Franken 100,000.- nlcht alles gutmachen könnte .. .** ZIEHUNG vor den FERIEN! I S.ÜAVEIIASTER Neu im Prinzip und nett In der Leistung. Bote der erstaunlichsten Erfindungen unserer Zeit Der runde, siebartige Rasierkopf bleibt unbeweglich - und rasiert dochl Dabei rascher, gründlicher und angenehmer als jede andere Methode. SHAVEMASTER ist geschaffen für Männer, die sich rascher und besser rasieren wollen - für solche, die sich trocken rasieren möchten, wenn der RICHTIGE Apparat erscheint - für jene, die schon Trokkenrasierer versuchten, aber etwas BESSERES wünschen. Gntitprosptkt«, Bezugsquellen-Nachweis, Probelieferung durch: V. Baumgartner, AIbanvorstaat28, Basel hOD2&8M