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E_1939_Zeitung_Nr.038

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1H Automobil-Revue — N

1H Automobil-Revue — N f 38 «Geld.» «Ach», sagte die junge Dame sichtlich erleichtert. «Wieviel braucht man wohl? Ich werde in einem Monat gross jährig und habe dann etwas Geld. Muss man keine Prüfung machen?» Ronny lachte. «Nein, Sie brauchen weiter nichts als Geld, einen anständigen Wagen und eine kulante Lebensversicherung, und natürlich ein bisschen Fahrtalent... Aber, gnädiges Fräulein, entschuldigen Sie, wenn ich mich da hineinmische: Haben Sie es durchaus notwendig, ihr Geld und ihre... hübschen Knochen in diesem zweifelhaften Sport zu riskieren?» Das gnädige Fräulein wurde etwas rot und eine kleine, scharfe Falte zeigte sich zwischen ihren Augenbrauen. «In einem Monat kann ich tun und lassen, was ich will. Eltern habe ich keine mehr und... sonst auch niemand. Ich will Rennfahrerin werden, weil ich mir das herrlich denke und weil ich glaube, dass ich es kann... Denken Sie, dass fünfzigtausend Franken reichen werden?» Ronny Hess das Bierglas, das er gerade an die Lippen führen wollte, sinken. «Fünfzigtausend?» «Ja. Es ist also doch zu wenig, nicht wahr?» «Wenn i ch fünfzigtausend Franken hätte, brächten mich vielleicht keine zehn Pferde mehr auf einen Rennwagen», sagte Ronny melancholisch, «obwohl ich so etwas nicht beschwören möchte.» «Es wird also reichen?» «Und ob das reichen wird. Sie müssen sich zunächst einen Wagen kaufen. Wenn Sie günstig kaufen, ist das für zwölf- bis fünfzehntausend Franken zu machen, dann engagieren Sie sich einen tüchtigen Monteur und einen geschickten Manager...» «Manager?» «Ja, einen Manager, der alles Geschäftliche für Sie erledigt und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht Ohne einen tüchtigen Manager müssen Sie viel Lehrgeld bezahlen.» «Haben Sie auch einen Manager?» «Nein.» «Sie haben es sicher nicht mehr notwendig, nicht wahr? Sie sind ein bekannter Fahrer und...» Ronny wehrte bescheiden ab. «Und glauben Sie», fragte die junge Dame eifrig, «dass ich etwas werden könnte? Ich kann ganz gut fahren. Ich habe einen kleinen Wagen und bin damit gereist. Reifen habe ich selbst gewechselt und auch von Zündkerzen verstehe ich etwas.» «Davon brauchen Sie gar nichts zu verstehen, Sie müssen nur fahren können, ein Fahrtalent haben und einen guten Wagen besitzen.» Die junge Dame schwieg, sie dachte angestrengt nach, plötzlich hob sie den Kopf und fragte: «Können Sie mir jemand empfehlen, der das alles für mich ordnen würde?» Ronny sah sie an. Sie besass klare, blaue und mutige Augen, Seemannsaugen, die ihr Ziel scharf fixierten. Grosser Gott, dachte er, wenn das Mädel nun einem gerissenen Gauner in die Hände fällt mit ihrem Geld und ihrem Gottvertrauten. Er überlegte. «Es müsste jemand sein», sagte die junge Dame langsam, «dem ich voll vertrauen kann.» Sie blickten einander wieder in die Augen, diesmal ein wenig länger, und Ronny wurde unter der braunen Haut ein wenig rot, weil er sich ganz instinktiv die Frage gestellt hatte, ob sie ihm vertrauen würde. Zum Teufel, er würde sich dieses Vertrauen gerne gefallen lassen. Aber er wehrte den Gedanken ab. Plötzlich aber glaubte er eine glänzende Lösung zu haben. Moellermann! Natürlich. Es war ja nur recht und billig, wenn er dem braven Moellermann eine anständige Stellung besorgte, in der er wenigstens seinen Lohn pünktlich erhalten würde. Das war wenigstens eine gute Tat. Und dann würde man auf diese Art und Weise die seltsame junge Dame nicht aus den Augen verlieren. «Ich könnte Ihnen meinen alten Mechaniker empfehlen», sagte Ronny lebhaft. «Eine Seele von einem Menschen.» «Das wäre furchtbar nett von Ihnen, wenn v Sie ihn nicht benötigen.» «Nein», Ronny sah auf den Startplatz hinaus, wo die Rennwagen standen, umlagert von Menschen. «Nein, ich gebe den Rennsport auf.» «Oh, warum?» Es klang ehrlich bedauernd. Ronny steckte sich sehr langsam eine Zigarette an, schliesslich sagte er obenhin: «Es interessiert mich picht mehr, und dann muss ich mich auch um mein kleines Gut bekümmern.» «Sie haben ein Gut? Denken Sie, ich auch! Ich will es jetzt verkaufen, wenn ich grossjährig geworden bin.» Ronny sah das blonde Mädel, das Charlotte hiess, lange an, schliesslich fragte er langsam: «Verkaufen, um Rennfahrerin zu werden?» «Ja.» Fortsetzung im nächsten Magazin. Blauer Himmel wölbt sich über meiner Stadt, Die im Glänze tausend helle Augen hat; Die im Kranze ihres frohsten Frühlings liegt. iDuftesüberfülle Über ihr sich wiegt. Frühlingsträumerei in Zürich Drüben aber liegt im klarsten Sonnenglanz Meiner fernen Jugend Berg smaragden ganzl Und, ein weisses Wölklein, gleitet leicht mein Sinn Weit und immer weiter durch die Bläue hin. Schau, sie schmiegt sicK wie in seligem Liebestraum An des schönsten Sees blauen Wassersaum, Wo die frohen Menschen hellgewandet gehn Und einander leuchtend in die Augen sehnl Immanuel Limbach. Der Bart von annodazumal Albumblatt zu seiner Wiederkehr Der Bart ist wieder da! wenn auch vorerst Gregor VII. für jeden katholischen Geistlichen noch in den Zeitschriften der Haarkünstler und" unter Androhung der Exkommunikation die Bartauf den Plakaten der Verschönerungssalons. Aber losigkeit bestimmt. Nur einige Orden wurden — er ist wieder da. Als Antwort auf die Löckchen- davon ausgenommen, frisuren und Gretchenzöpfe? Vielleicht aber auch Während es schon in erster Zeit den Galliern ganz unabhängig davon, einfach deswegen, weil vorbehalten blieb, durch mannigfache Barttracht das Schönheitsverlangen und -empfinden den aufzufallen, ging es auch im Mittelalter wieder Mann wieder an seine männliche Zier erinnert hat. von Frankreich aus, dass sich die Barttracht in die Oder, weil der Italiener Henry L. die Behauptung absonderlichsten Karikaturen und Narrheiten veraufstellt, dass die männlichen Barthaare gewisse irrte. Sie durchflochten die Barte mit Goldfäden Drüsensäfte oder Hormone aufsaugen, somit die oder vergoldeten sie ganz und hingen an die Stärke des Mannes eben von der Stärke seines Enden Metallglöckchen. Bei feierlichen Anlässen Bartes abhängig wäre? Henry ist felsenfest davon steckten sich die Hohen falsche Barte ans Kinn, überzeugt und erinnert auch an Samson, dessen aus Haaren oder aus Goldfäden, die nicht selten Kraft tatsächlich in seinen ungeschnittenen Haaren den Erdboden berührten, gelegen hätte. Dieser Hang zu merkwürdiger Originalität war Welch grosse Bedeutung die Alten dem Bart dann auch die Ursache, dass sich viele Männer zugeschrieben, das ist ja bekannt. Die Germanen mit kräftigem Haarwuchs den Bart ins Ungemesfluchten beim Barte und schworen bei ihm, wes- sene wachsen Messen. Von dem Maler «Hans mit halb auch in den Siegeln ihrer Urkunden niemals dem Bart» Johann von Vermegen) wird erzählt, die drei eingeschlossenen Barthaare fehlen durf- dass er, ohne sich zu bücken, über seinen Bart ten. Bei ihnen, sowohl als auch bei den Völkern wegschreiten konnte. Einem andern reichte er bis des Ostens galt er als Zeichen der Freiheit, denn auf die Erde und wieder hinauf zum Gürtel. Dass die Sklaven und Eunuchen waren glatt geschoren, solches nicht Sage ist, beweist der Bart des Rats- Sie Messen ihm besondere Pflege angedeihen und herrn Hans Staininger zu Braunau am Inn. Jetzt zeigte er sich vernachlässigt, ungesalbt oder gar noch legt sein Grabstein an der Pfarrkirche seiausgerauft, so war das der Ausdruck tiefen ben Städtleins Zeugnis dafür ab: sein Reliefbild Schmerzes und grosser Trauer. mit einem bis über die Füsso reichenden Bart, der Eine ganz merkwürdige Rolle kam dem Bart in zwei wellige Zöpfe geflochten ist. Aber eben in einem kleinen deutschen Herzogtum bei der diese Bartfülle wurde dem Ratsherrn auch zum Schultheissenwahl zu: Die Wahlkandidaten — es Verhängnis. Bei einem plötzlich ertönenden waren hierzu nur ehrwürdige Männer erkoren — Feueralarm vergass er nämlich, seinen Bart wie sassen eng um einen runden Tisch, auf den samt- sonst auf den Arm zu nehmen, so dass er sich drein liehe ihre langen Barte zu legen hatten. Im ent- verwickelte, über die Stiege stürzte und hierbei scheidenden Moment placierte man in die Tisch- das Genick brach, mitte einen Floh. Und in wessen Bart dieser dann Mitunter traf man auch in vorletzter und letzter Zuflucht suchte, der ward der Schultheissenehre Zeit noch prächtige Barte an, wenn natürlich auch würdig befunden. in bescheideneren Ausmassen. Die Tiroler sind Im Laufe der Zeit wurde die Barttracht sogar dafür bekannt, ebenso die russischen Popen und auf die Militärdisziplin übertragen und jede euro- die polnischen und auch ungarischen Bauern. Der päische Armee hatte ihre besondere vorgeschrie- Mohammedaner schwört beim «Barte des Proben: Frankreich den Knebelbart, Oesterreicht die pheten» heute noch, und wer weiss, ob dies mor- Koteletten, England den kleinen, Deutschland den gen oder übermorgen nicht auch der Vertreter ausgezogenen Schnurrbar und Russland den Voll- des europäischen Kulturstaates machen wird, bart. ' . Um weniges später diente der Bart dann so- _ . ' gar dazu, die einzelnen Klassen zu unterscheiden. Die Magister und Räte mussten sich scheren lassen, DIE damit sie mit den langbärtigen Edelingen nicht ROMAN-Q UELLE verwechselt würden, während es in Russland hinwiederum nur den Bauern gestattet war, Barte hafteste Roman- ist die vorteil- zu tragen. Und wer mit einem solchen durchs lektüre. 36 Seiten Stadttor ging, musste ihn mit hundert Rubel versteuern. Jeden für 35 Rappen. Auch der römische Stuhl gab seine Weisungen Freitag/Samstag neue Nummer. hinsichtlich des Barttragens heraus. Konnten sich die Geistlichen ehemals ganz nach Willkür ihre An ]ed. Zeltungskiosk erhältlich. Barte wachsen oder scheren lassen, so hat Popst Wunschtraum Der englisch-französische Eanalhmnel. Ein hundertsiebenunddreissigjähriges Projekt und sechs Jahrzehnte währende Vorarbeiten. - Der völkerversöhnende Bindestrich. (Von unserem Korrespondenten.) (NR) Die durch viele öffentliche Demonstrationen unterstrichene diplomatisch wiedergeborene englisch-französische Freundschaft hat Anlass gegeben, das so oft behandelte «völkerversöhnende» Projekt eines den Aermelkanal durchquerenden Eisenbahnund Autotunnels wieder auszugraben. Anstoss zur Diskussion gab die Anfrage eines franzosischen Abgeordneten in der Kammer, und seither prallen die Meinungen der beiden Länder in einem lebhaften Für und Wider erregt aufeinander. Als Napoleon noch Erster Konsul war. Die Absicht, Frankreich und Britannien durch einen unterseeischen Weg zu verbinden, ist uralt. Bestimmte Form erhielt der Plan im Jahre 1802, als ein französischer Bergbauingenieur, Mathieu, Napoleon - damals noch Erster Konsul von Frankreich - seine Entwürfe vorlegte. Nach seiner Absicht sollten zwei je von Frankreich und England ausgehende Tunnel geschaffen werden, die beiderseits auf den im Aermelkanal liegenden Sandbänken von Varnes münden sollten. Hier, so schlug Ingenieur Mathieu vor, könne man eine Art Zufluchtsstätte für die Reisenden und zugleich einen internationalen Freihafen errichten. Dass Napoleon sich für das Projekt interessierte, geht schon aus der Tatsache hervor, dass er mit dem englischen Premierminister Fox in Verbindung trat und ihm ein gemeinsames Arbeiten vorschlug. Doch bekanntlich kam es bald darauf zwischen Frankreich und England zum Kriege, and die Pläne des Bauingenieurs waren bald dem Vergessen anheimgefallen. Dex Plan nimmt feste Formen an. Doch nie wurde der Wunsch, den Kanaltunnel zu bauen, vollständig fallengelassen, und so bestehen bereits seit sechsundfünfzig Jahren sowohl eine englische wie eine französische Gesellschaft «zum Bau eines Verbindungstunnel» zwischen England und Frankreich». 1875 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, die jedoch bald wieder unterbrochen Werden mussten. Und seit dem genannten Zeitpunkt warten die beiden Firmen auf die Erlaubnis, das einmal begonnene Unternehmen fortsetzen zu können. Natürlich war man inzwischen nicht untätig, sondern hat wertvolle Vorarbeit geleistet. So haben die Franzosen Potier und Lapparent in mühsamer Tätigkeit den genauen Weg des Kanaltunnels vermessen und in nicht weniger als siebentausend Sondierungen sich über die Beschaffenheit des Bodens unterrichtet. Nahe bei Calais, in Sangatte, liegt die schon längst errichtete französische Kanalstation. Ein etwas über zwei Meter breiter und sechzig Meter tiefer Versuchsstollen zieht sich hier 1840 Meter weit ins Meer hinein. Das Gegenstück befindet sich bei Dover, das mit einer Länge von 1600 Meter einmal die Verbindung zu dem französischen Tunnel aufnehmen soll - wenn hierzu die staatliche Erlaubnis erteilt wird. Wie dez Kanaltunnel gebant werden soll. Vom Entwurf bis zur Verwirklichung dürfte allerdings noch manch schwieriger Schritt sein. Dennoch glaubt man sich zu der Annahme berechtigt, dass die Bohrungen den Technikern weniger Schwierigkeiten und Ueberraschungen bringen werden als beispielsweise die des Simplontunnels. Unzweifelhaft am vorteilhaftesten scheint nach Ansicht der Ingenieure der Bau eines Tunnels, der gleichzeitig Eisenbahn- und Automobilverkehr ermöglicht. Hierfür hat sich jedoch in Anbetracht der namhaften Schwierigkeiten eine praktische Lösung noch nicht finden lassen. Ein erster, kürzlich veröffentlichter Plan für einen Eisenbahntunnel sieht für diesen eine Länge von dreiundfünfzig Kilometer vor, von denen dreiunddreissig Kilometer unter dem Meere zurückgelegt werden müssen. Anfänglich nur fünfzig Meter tief, würde der Tunnel sich bis zur Mitte seines Weges auf hundertundfünf Meter senken, um dann langsam wieder anzusteigen. Daneben legte der Ingenieur Basdevant den Entwurf eines Nurstrassenhmnels vor, der neunundvierzig Kilometer lang sein und über vierzig Kilometer unter dem Meere führen soll. So bestehen heute bereits verschiedene Entwürfe für Eisenbahn- oder Automobiltunnel, doch von dem Vorhandensein eines Planes, der beide Möglichkeiten kombiniert, ist bis jetzt nichts bekannt, obwohl man, wie bereits erwähnt, die Vorteile eines solchen nicht übersieht. Die Arbeitsdauer für den Bau eines Eisenbahnlunnels ist einstweilen auf fünf Jahre, seine Kosten sind auf vier Milliarden Franken angesetzt. Eine Automobilstrasse unter dem Kanal wurde etwa die Hälfte der genannten Zeit wie auch der Kosten in Anspruch nehmen. Aber einstweilen diskutiert man nur ... KISSINGER , E oder Wirklichkeit? KRAFT u. SCHÖNHEIT sind In Ihrem neuen Wagen vereint Denken Sie daran, dass auch Sie trotz des vielen Fahrens schlank und elastisch bleiben durch ENTFETTUNGS- ABLETTEN

N" 38 —' Automobii-Bevue Pl.L! Der Bumerang-Esel Rucksäcke drücken auf der ganzen Welt. Aber ganz besonders drücken sie in Dalmatien. Dafür gibt es nicht überall auf der Welt Esel. In Dalmatien gibt es Esel genug. Sogar Bumerang-Esel gibt es. Man weiss, was ein Bumerang ist. Ein Wurfholz australischer Wälder, quer aus einem Baumstamm herausgeschnitten, das durch spiralige Drehung, richtig geworfen, in die Hand des Werfers zurückkehrt. Für einen Eingeborenen ist das Werfen leicht, für einen Weissen sehr schwierig. Aber ein Weisser braucht es auch nicht zu können. Auch der Bumerang-Esel ist eine einheimische Angelegenheit. Ein Bauer aus dem Konavle-Tal bei Dubrovnik verkaufte ihn drei jungen Leuten, die fanden, in der dalmatinischen Sonne und über das dalmatinische Kalkgestein wandere es sich viel besser ohne, als mit Rucksack. Sie erstanden also zu dritt den Esel, damit er die dreifache Last ihrer bescheidenen Ausrüstung trage. Der Esel war billig. Er kostete 400 Dinar. Er sah aus, wie alle Esel aussehen. Grau, langohrig, bescheiden und friedfertig. Dass es ein Bumerang-Esel war, wussten sie nicht. Vielleicht wusste es der Esel nicht einmal selber. Sie zogen über den Karst, gegen die albanische Grenze zu, der Esel brav und pflichtgetreu hintendrein. Es ist Eselsschicksal, das ganze Leben lang hinter oder unter einem Menschen zu gehen. Die Nacht kam, eine silberblaue, seidenwarme, bezaubernde dalmatinische Nacht. Sie sassen verträumt. Von Annie France, Harrar. von geheimnisvollen Wünschen erfüllt, Irgendwo hoch über dem spiegelnden Meer, lange noch vor Ihrem Zelt. Dann krochen sie in ihre Schlafsäcke und schliefen, wie satte, gesunde, junge Burschen schlafen, die jeden Tag zu Fuss sechs Stunden wandern. Das heisst, sie sahen und hörten nicht das mindeste. Dem Esel hatten sie erlaubt, sich sein kärgliches Nachtessen selbst zusammenzusuchen. Ein dalmatinischer Esel ist von der Zumutung, sich selbst zu verpflegen, nicht weiter überrascht. Er ist dieser Aufgabe voll und gpnz gewachsen. Es scheint, dass er sogar von Steinen satt wird, wenn er sonst nichts findet. Als die drei in der unsäglichen Klarheit des nächsten Morgens aufwachten, war weit und breit kein Esel zu sehen. Sie riefen, pfiffen, suchten. Umsonst. Es war, als hätte das dornige Gestrüpp der Macchia ihr Tragtier verschluckt. Die drei fanden, es sei nicht besonders scharfsinnig, anzunehmen, jemand habe den Esel gestohlen. Warum nicht? Ein Esel ist in diesen Gegenden ein Wertgegenstand, und es finden sich immer Vorübergehende, die sich ein Wertobjekt, das nicht genügend bewacht ist, aneignen. Immerhin sagten sie sich, dass es auch eine Polizei geben müsse, die vielleicht den Verbleib des abhanden gekommenen Esels ermitteln, ihn sogar seinen Käufern wiederzustellen könnte. Also meldeten sie im nächsten Dorf den betrüblichen Verlust des Esels an. Gingen, da niemand etwas wusste, und man nur Nachforschungen versprechen konnte, etwas missmutig ihres Weges weiter, ärmer um 400 Dinar und um einen geduldigen Rücken für ihre Wanderlast. Der Esel war aber gar nicht gestohlen. War er von besonders fremdenfeindlichem Gemüt oder gefiel es ihm nicht, plötzlich mit unbekannten Leuten unbekannte Wege zu wandeln — kurzum, als er sich nachts allein sah, drehte er sich um und marschierte heim zu seinem alten Herrn, Er war eben, wie gesagt, ein Bumerang-Esel. Der alte Herr war zwar erstaunt, aber keineswegs betrübt, sein rechtmässig verkauftes Grautier am' nächsten Morgen so selbstverständlich war* ' tend zu finden, als hätte es nicht inzwischen den Besitzer gewechselt. Er machte sich über dl© unzulänglichen Rechtsbegriffe seines Langohrs wenig Gedanken, umsomehr aber darüber, was er nun mit ihm anfangen solle. Ganz einfach Ihn zu behalten, wagte er nicht, die drei jungen, fremden Gospari irgendwo auf ihrer Wanderschaft suchen, schien ihm ganz unmöglich. Er wusste weder Namen noch Ziel ihres Weges. Es suche einmal einer einen Unbekannten, der nach Albanien will. Was tun? Aus diesem Zwiespalt riess ihn ein dalmatinischer Bauer aus der Zupa, der mit Lämmern zum Markt nach Dubrovnik wollte. Mit müden, widerspenstigen Lämmern einen weiten Weg zu gehen, ist auch für den Geduldigsten kein besonderes Vernügen. Man trug ihm einen besonders billigen Esel an. Nach dem dazugehörigen langen Feilschen einigte man sich auf 150 Dinar. Vom übrigen schwieg man, das heisst; der Verkäufer schwieg. Der Esel wurde nicht gefragt, ob er müde sei. Man machte ihn reisefertig. Lud ihm den Sack mit den Lämmern auf und gab ihm unzweideutig zu verstehen, er habe jetzt ohne weitere Umstände den Weg zum Markt anzutreten, den er ja ohnedem kannte. Aber ein Bumerang-Esel bleibt ein Bumerang- Esel. Während sein neuer Herr, nun schon der dritte, sich bemühte, seine Lämmer gut zu verkaufen, während er Verschiedenes besorgte, zum Schluss ein paar Freunde fand und mit .tiie>» beim roten Wein in irgendeinem Podrum hängen blieb, machte sich der Esel abermals selbständig. Er war dort, wo alle Marktesel in Dubrovnik warten müssen, nämlich im Schatten hinter der Stadtmauer, angebunden worden. Aber er frass seinen Strick auf (ob aus Hunger oder zum Protest, weiss man nicht), setzte sich in Trab und verschwand. Am Abend langte er wieder zu Hause an. Der Bauer aus der Zupa aber, der dies sofort, nämlich schon zwei Tage später erfuhr, war kein Fremder, und er war nicht auf einer Wandertour nach Albanien. Er ging zum Richter und beklagte sich. Man muss wissen, dass in dieser Weltgegend 150 Dinar eine grosse Summe Geldes sind. Gleichzeitig langte bei der Polizei die ringsum verbreitete Nachricht ein, man habe drei fremden Touristen ihren rechtmässig gekauften Esel gestohlen. Es war nicht allzuschwer, die beiden Fälle zu vereinigen. Der Herr des Esels wurde angeklagt, er habe binnen zwei Tagen zweimal sein Tier an verschiedene Leute verkauft und jedesmal böswillig wieder zu sich zurückgelockt. Und wurde, da die Tatsachen in keiner Weise zu leugnen waren, um einen sehr wesentlichen Teil der Summe, die ihm die beiden Käufe eingetragen hatten, bestraft. Wer aber bestraft den Bumerang-Esel? Biinzli und das Auto ÄIOT® Hl. tfl M$ oJUfc tfjfl «AMti» &a££ ÜA üAqf-ß 0M.QJUL0L ES3 * u Gas ist modern! Die moderne Hausfrau überzeugt sich davon in den Hallen der Gasindustrie. Sie findet sie auf dem linken Ufer • Haupteingang Enge —, Abteilung Gas und Wasser. Ueber 600 000 Schweizer Hausfrauen kochen auf Gas. Das sind über 90% aller derer, welche überhaupt die Wahl haben, sich für Gas zu entscheiden. Die Schweizer Gaswerke erzeugen auch Benzol. Sie arbeiten also im Interesse der Versorgung unseres Landes mit den lebenswichtigen Motortreibstoffen. 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