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E_1939_Zeitung_Nr.038

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6 AUTOMOBIL-REVUE

6 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 9. MAI 1030 — N° 38 sphärischen Umstände gestatteten also den Piloten, gleich von allem Anfang an aufs Ganze zu gehen und die Wagen auf hohe Tempi .zu jagen. Kein Wunder denn, dass der letztjährige, von Pietsch auf Maserati aufgestellte Rundenrekord dex Kleinwagen von 4:12,25 = 187 km/St, im ersten Anlauf schon hingemäht wurde. Die Werkmannschaften «tummelten» sich mit Ausnahme von Alfa-Corse, wo Biondetti, E. Villoresi, Pintacuda und Severi fehlten, in globo auf der Piste und entfalteten eine ausserordentlich rege Tätigkeit, wobei säe von Runde zu Runde schneller über die Bahn flitzten und sich gegenseitig immer wieder überboten. Zeiten von 3:55 und 3:50 wurden von den Chronometreuren am laufenden Band gemessen und die beiden Alfetta von Farina und Aldrighetti kamen mit 3:48,65 und 3:47,86 als erste unter die 3:50-Grenze. Während Trossi und Villoresi L. den neuen Maserati, namentlich den Stromlinienwagen — wegen eines leicht störenden Windes nicht voll ausfahren konnten und Rocco und Cortese sogar jenseits der 4 Min. blieben, gelang es Lang mit dem neuen 8-Zylinder- Mercedes-Benz gegen Schluss des Trainings mit 3:45,73 die schnellste Runde zu drehen, womit er gegenüber dem von Stuck anlässlich des ip37er Rennens auf einem Auto-Union - Maximalgewichts- Formelrennwagen gefahrenen Rundenrekords von 3:25,73 = 229,234 km/St, nur 20 km/St, langsamer gewesen ist. Im übrigen lauten die am Donnerstag für die übrigen Werkwagen registrierten Zeiten wie folgt: Lang (M-Benz) 3:45,73 = 209,042 km/St.; Aldrighetti (A-Romeo) 3:47,86; Farina (A-Romeo) 3:48,65; Caracciola (M-Benz) 3:52,23; Trossi (Maserati) 3:52,74; Villoresi L. (Maserati) 3:53,65; Gortese (Maserati) 4:05,78; Rocco (Maser.) 4:33,49. Nachdem so Mercedes-Benz für die Italiener völlig überraschenderweise auf Anhieb einen Rundenrekord hingelegt hatte, traten die Alfa und Maserati am Glühende afrikanische Hitze brütet auch diesmal über der MelJaha-Rundstrecke, durchaus nicht zur Freude der Fahrer und der Renn-Ingenieure. Im Schatten beträgt die Temperatur 85, an der Sonne über 40 Grad, währenddem man auf der Strassenoberfläche sogar etwas über 50 Grad misst. Angesichts dieser Brutofenwärme entschliesst sich Maserati, auf dem Stromlinienwagen von Villoresi grössere Reifen aufzuziehen. In der letzten Nacht vor dem Rennen wechseln die Mercedes-Mechaniker den Motor von Längs Wagen aus, und die Maserati- Leute tun ein gleiches bei Troesis Renner. Eine Stunde vor dem Start — die Tribünen sind schon platschvoll — nimmt der Rennleiter Castagneto die Auslosung jener «30 Millionen-Anwärter» vor, denen das Glück insofern schon jetzt lächelt, als es sie mit einem der 30 Fahrer paart. Nach Massgabe der Trainingszeiten nehmen darauf die Wagen hinter der Starlinie Aufstellung, und zwar wie folgt: (Fabrikfahrer halbfett.) Erste Reihe: L. Villoresi (Maserati), Lang (Mercedes-Benz), Caracciola (Mercedes-Benz), Farina (Alfa Romeo). Zweite Reihe: E. Villoresi (Alfa Romeo), Biondetti (Alfa Romeo), Aldrighetti (Alfa Romeo). Freitag mit abgeänderten Uebersetzungen an und erwiesen sich von den ersten Proberunden weg schneller als am Vortage. Wurden E. Villoresi, Farina und Biondetti auf Alfa Romeo durchs Band weg mit 3:45 bis 3:46 gezeitet, so stellte vollends L. Villoresi auf dem Stromlinien-Maserati mit ständig tiefer geschraubten Rekordrunden alles Bisherige in den Schatten. Mit 3:44 fing er an und ruhte nicht eher, als bis er die Lang'sche Rekordrunde auf 3:42 und 3:41,80 gedruckt und sich damit die beste Startposition für den sonntäglichen Kampf gesichert hatte, wurde doch weder am Freitag noch am Samstag dieser fabelhaften Zeit, die einem Durchschnitt von 212,624 km/St, entspricht, der Garaus gemacht. Lang kam an seine Leistung vom Donnerstag nicht mehr heran, dagegen entpuppte sich Caracciola mit 3:43,13 als Zweitschnellster. Die beiden ersten Trainingstage standen somit durchwegs im Zeichen der Ausgeglichenheit des Kräfteverhältnisses zwischen den drei Rennställen, ein Eindruck, der eich auch am Samstag durch nichts verwischen Hess. Lang (M-Benz) begab sich wie am Vortag mit vollem Tank auf die Piste und verbesserte seine Zeit auf 3:42,35, so dass er am Start an der Seite Luigi Villoresis placiert wird. Ausser dieser beachtenswerten Leistung wurden keine Stricke zerrissen — Caracciola, ebenso Rocco und Cortese pausierten ganz, zumal ihre Startpositionen bereits feststanden. Als schnellste Privatfahrer notierte man bei den Versuchfahrten Bianco (Maserati) mit 3:58,80, Pietsch (Maserati) mit 4:06,52, Lanza (Maserati) mit 4:06,60 und den Schweizer Armand Hug auf Maserati mit 4:12,64, die im Startfeld gleich hinter den Werkpiloten liegen. H5«er Rfl&nnv^ffltauf Dritte Reihe; Rocco (Maserati), Pintacuda (Alfa Romeo), Graf Trowi (Maserati), Cortese (Maserati). Vierte Reihe: Bianco (Maserati), Severi (Alfa Romeo), Pietsch (Maserati). Fünfte Reihe: Lanza, Hug, Capelli, Castelbarco (alle auf Maserati). Sechste Reihe: Lami, Ruggeri, Brezzi (alle auf Maserati). S i e b e n te Reihe: Balestrero, Teagno, Ghersii Dipper (alle auf Maserati). Achte Reihe: Romano, Plate, Barbieri (alle auf Maserati). Neunte Reihe: Baruffi, Taruffi (beide auf Maserati). Kurz darauf erscheint Marschall Balbo und nimmt die Parade der Teilnehmer ab, wobei er sich mit jedem von ihnen kurz unterhält. Auf sein Startzeichen hin donnert die Meute los — der Tanz um die Millionen hat begonnen. Luigi Villoresi schon am Anfang ausser Gefecht. Sofort löst sich Lang vom Rudel, währenddem Luigi Villoresi einen Moment zu zögern scheint und eine ganze Anzahl Konkurrenten passieren lässt. Dieses Zaudern beim Start hat den Italiener praktisch ausser Gefecht gesetzt, denn tatsächlich bleibt Villoresi stecken, weil der Schalthebel im dritten Gang blockiert. Inzwischen ist die Meute den Blicken entschrwunden, doch bald blitzt am Ende der langen Zielgeraden ein silberner Punkt auf: Lang braust als Erster vorüber, gefolgt von Farina, Caracciola, Cortese, Biondetti, Aldrighetti, Trossi, Pintacuda, Pietsch und Bianco, währenddem Ghersi und Baruffi die Waffen bereits haben etreoken müssen. Langsam trudelt Villoresi an seine Boxe, allein vergeblich ist das Bemühen seiner Mechaniker, das Getriebe am Maserati in Ordnung zu bringne. Unbeirrt zieht Lang seine Runden weiter und dreht dabei um Einiges auf. Die zweite Runde nämlich wird für den Deutschen mit 3'45,67" (209,042 km/St.) gestoppt. Noch immer behauptet sich Farina an zweiter Stelle; hinter ihm heisst die Reihenfolge: Caracciola, Aldrighettti, Biondetti, Emilio Villoresi, Pintacuda und Severi. Damit hat ein neuer schwerer Schlag die Maserati-Mannschaft erreicht, denn Trossi ist als Opfer eines Kolbenbruches ausgeschieden. Mit dem Verschwinden des Maserati von Luigi Villoresi- stützen sich die italienischen Hoffnungen auf die Mannschaft von Alfa Corse, die in kompakter Formation im Rennen liegt. Gegen Lang jedoch haben auch die Alfa-Leute nichts zu bestellen, denn der Cannstadter ist zweifellos schneller und gewinnt Runde um Runde 2 oder 3 Sekunden auf Farina, gegen den von hinten nunmehr Caracciola zur Attacke ansetzt. In der sechsten Runde hat es der Europameister geschafft und Farina vom zweiten Platz verdrängt. Trotz des Verlustes von sieben Runden lässt Luigi Villoresi nicht locker und setzt sich noch einmal in Bewegung, wobei er es offenbar darauf abgesehen hat, eine besonders gute Rundenzeit zu erzielen. Stand nach fünf Runden: 1. Lang (Mercedes- Benz) 19'11,45"; 2. Farina (Alfa Romeo) 19'32,70"; 3. Caracciola (Mercedes-Benz) 19'37,94"; 4. Biondetti (Alfa Romeo) 20' 15,06", 5. Aldrighetti (Alfa Romeo) 20' 16,02"; 6. Villoresi E. (Alfa Romeo) 20" 22,16"; 7. Pintacuda (Alfa Romeo) 20'30,00", 8. Severi (Alfa Romeo) 21*05,00; 9. Rocco (Maserati) 21'15,00. Nachdem Caracciola an Farina vorbeigezogen ist und die Fabrikpiloten von Maserati wegen Ventil- und Kolbenschäden immer wieder auf der Strecke anhalten und bauen müssen, gestaltet sich das Rennen an der Spitze zu einer Verfolgungsjagd zwischen Alfa Romeo und Mercedes-Benz, wobei allerdings Farina das Tempo der Dreizack-Piloten nicht im entferntesten mithalten kann. Bei dieser Gelegenheit gelingt es Lang mit 3:45,67 = 209,042 km/St, einen neuen Rundenrekord aufzustellen, der immerhin an die von L. Villoresi auf Maserati im Training mit 3:41 gefahrene Bestzeit bei weitem nicht herankommt. Während Lang und Caracciola ihrem grossen, unerwarteten Erfolg entgegenfahren, trifft vom fünften Streckenposten die Hiobsbotschaft vom Ausscheiden farinas infolge eines Vergaser- und Magnetschadens ein. Damit verschwindet ein Pilot von der Bildfläche, der nächst L. Villoresi am meisten Chancen gehabt ljätte,' der Kampffront von Mercedes-Benz-erfolgreich die Stire zu bieten. Stand des Rennens bei der 10. Runde: Lang 38:03,13 = 205,561 km/St.; Caracciola 38:32,53; Farina 38:44,89; Aldrighetti 39:51,19; Biondetti 40: 16,69; Pintacuda 40:29,55; Villoresi E. 40:32,05; Pietsch 41:22,43; Rocco 41:22,68; Severi 43:08; Hug 44:51. In der 14. Runde fährt Lang an die Boxen, um zu tanken und gleichzeitig Reifen zu wechseln, wofür er insgesamt 45 Sekunden benötigt. Kurz darauf läset Caracciola sein Brennstoffreservoir nachfüllen, doch verzichtet der Europameister auf ein Auswechseln der Pneus. Inzwischen ist die Mannschaft von Alfa Corse durch den Ausfall von Aldrighetti wegen Vergaserdefekts weiter geschwächt worden und schon sind wir bei der Halbzeit des Rennens angelangt, wo sich folgendes Situationsbild ergibt: Lang 47:02,54; Caracciola 58:27.92, Pintacuda 1:00:39,49; Villoresi 1:00-49,25; Rocco 1:04:02. Die Spizenfahrer vergrössern ihren Abstand zusehends, Rocco hat vom Ausfall Biondettis (Motorschaden) und Severis (Brand ohne ernste Folgen für den Fahrer) profitiert und ist auf den 5. Platz vorgerückt und schliesslich bleibt auch Pintacuda wegen eines VeTgaserschadens auf der Strecke. Kurz vor Torschluss geht Rocoo wegen Benzinmangels seines 4. Platzes und der Klassierung verlustig und die regelmässig Runde und Runde drehenden Taruffi und der Schweizer Hug belegen entsprechend den 4. und 5. Rang. Lang braust als Sieger im XIII. Grossen Preis von Tripolis über die Ziellinie und wird von der gewaltigen Menschenmenge herzlich gefeiert; die deutsche Flagge steigt hoch, die Nationalhymnen ertönen und ein gegen Schluss sehr monotones Rennen hat einen überraschenden Ausgang gefunden. 1. Lang (Deutschland), Mercedes-Benz, 393 km in 1:59:12,36 (Stundenmittel 197,796 km/St., neuer Klassenrekord). 2. Caracciola (Deutschland), Mercedes-Benz, 2: 02:49,64. 3. E. Villoresi (Italien), Alfa Romeo, 29 Runden in 2:07:00,3. 4. Taruffi (Italien), Maserati, 28 Runden in 2:12:31,14. 5. F. A. Hug (Schweiz), Maserati, 27 Runden in 2:17:05. 6. Brezzi (Italien), Maserati, 26 Runden in 2:20:50,6. 7 Dipper (Deutschland), Maserati, 26 Runden in 2:25:15. SrHAFFHAII.SFN CHAUFFEUR-VEREIN SCHAFFHAUSEN An der letzten Monatsversammlung vom 13. April, die leider nicht den gewünschten Besuch aufwies, referierte Herr K. Bruhin, von der GAP, über die Schwierigkeiten der Erledigung von Automobilschadensfällen. Schade, dass nicht alle unsere Mitglieder den interessanten und lehrreichen Vortrag mit angehört haben. Heute ist es eine Notwendigkeit, dass sich jeder Fahrzeugführer gegen Schäden, die ihm aus Verkehrsunfällen erwachsen können, deckt. Wir wollen hoffen, dass sich noch einige Mitglieder für diese Versicherung gewinnen lassen. Anmeldungen nimmt der Präsident jederzeit entgegen, ebenso erteilt er auch weitere Auskunft. Der Vorstand. 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