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E_1939_Zeitung_Nr.045

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 2. JUNI 1039 — N° 45 Vermehrung der armeetauglichen Motorlastwagen Art. 4. Die Höhe der Beiträge für armeetaugliche Motorlastwagen für das Jahr 1939 ist in der Anlage II zum vorliegenden Bundesratsbeschluss festgelegt. Die Höhe der ordentlichen jährlichen Beiträge entspricht der jeweiligen kantonalen Automobilsteuer für den betreffenden Motorlastwagen, übersteigt aber auf keinen Fall den kantonalen Automobilsteueransatz für das Jahr 1939. Art. 5. Der Zustand von Motorlastwagen, für welche Beiträge ausgerichtet werden, wird jährlich inspiziert. Fortsetzung von Seite 6. Die Halter sind verpflichtet, die Wagen unentgeltlich vorzuführen. Sie haben den mit der Inspektion beauftragten Organen alle gewünschten sachdienlichen Angaben zu machen. Art. 6. Zeigt sich bei diesen Inspektionen, dass ein Halter, die Vorschriften oder die ihm auferlegten Verpflichtungen verletzt hat, so wird ihm vom E.M.D. eine angemessene Frist angesetzt, um das Versäumte nachzuholen. Bis zur Nachholung des Versäumten ruht jegliche weitere Auszahlnng von Beiträgen. Kommt der Halter innert angesetzter Frist seinen Verpflichtungen nicht nach, so kann das E.M.D. entweder die notwendige Instandstellung des Motorlastwagens auf Kosten des Halters anordnen oder die Rückzahlung der ausgerichteten Beiträge verlangen. Art. 7. Zu Unrecht bezogene Beiträge müssen dem Bund nebst Zins zu 5% seit deren Auszahlung zurückerstattet werden. Die strafrechtliche Verfolgung bleibt vorbehalten. Art. 8. Für armeetaugliche Motorlastwagen und Generatoranlagen, welche vor Inkrafttreten des Bundesbeschlusses betreffend die Vermehrung der armeetauglichen Motorlastwagen bestellt wurden, jedoch nach diesem Zeitpunkt abgeliefert werden und den Bedingungen entsprechen, werden ebenfalls die vorgesehenen Beiträge gewährt. Art. 9. Dieser Beschluss tritt auf 1. Juni 1939 in Kraft. Das E. M. D. wird mit dem Vollzug beauftragt. Es erlässt die für die Durchführung notwendigen Vorschriften. Das E. M. D. kann die ihm übertragenen Befugnisse nächgeordneten Amtsstellen übertragen. ANLAGE I. Technische Anforderungen für armeetaugliche Motorlastwagen, Jahrgang 1939. A. Allgemeines. ' Jeder schweizerischen Herstellerfirma von Moforlastwagen werden von der Kriegstechnischen Abteilung, im Einvernehmen mit der Generalstabsabteilung, für jede Nutzlastkategorie ein bis zwei Fahrgesteiltypen ihrer Fabrikation aLs armeetauglich genehmigt. Die Kategorien werden eingeteilt: Kategorie I. leichte Motorlastwagen, Nutzlast 1500—2500 kg. Kategorie II. mittlere Motorlastwagen, Nutzlast ' über 2500—4000 kg. Kategorie III, schwere Motorlastwagen, Nutzlast über 4000 kg. Für Wagen Jahrgang 1939 werden Beiträge an folgende Motorlastwagenausführungen ausgerichtet: a) Lastwagen mit Brücke und Blachenverdeok; b) Kippwagen mit Blachenverdeck; c) Kastenwagen Kategorie I und II. Die Motorlastwagen müssen den sämtlichen bestehenden gesetzlichen Vorschriften und den nachstehenden Anforderungen entsprechen. B. Vorschriften für Fahrgestell, Motor und Ausrüstung. Sämtliche Antriebsorgane, wie Kardangelenke, Kardanwelle, der komplette Antrieb wie Differentialwellen müssen bei auf den eigenen Rädern stehenden Fahrzeugen auswechselbar sein. Eine Ausnahme wird für Fahrzeuge mit Ritzelantrieb zugestanden. Bedienungsorgane. Die Anordnung der Bedienungsorgane, in Fahrtrichtung gesehen, wird wie folgt festgelegt: Rechtssteuerung. Getriebeschalthebel links der Steuersäule (Mitte Führersitz). Auf dem Knopf des Getriebenebels oder am Instrumentenbrett ist an gut sichtbarem Ort ein Schaltschema anzubringen. Handbremshebel rechts neben dem Getriebeschalthebel. Kupplungspedal links der Steuersäule. Bremspedal rechts der. Steuersäule. Gaspedal rechts des Bremspedals. Die Abstände zwischen Steuersäule und Pedalen müssen so gewählt werden, dass eine unbehinderte Bedienung der Pedale möglich ist. Desgleichen müssen auch die Abstände zwischen den Pedalen eo gross sein, dass es auch mit Bergscbuhen unmöglich ist. versehentlich zwei Pedale gleichzeitig zu betätigen. Bedienungshebel der Motorbremse rechts der Steuer- 1 säule. Lichtschalter am Instrumentenbrett. Abblende&chalter neben dem Kupplungspedal für den linken Fuss bequem erreichbar. Bedienungsvorrichtung für die Warnvorrichtung Mitte Steuerrad. Verstellhebel bei nicht automatischer Zünd- oder Einspritzmomentverstellung auf dem Steuerrad. Instrumente. Am Instrumentenbrett müssen gut sichtbar angebracht werden: 1 Geschwindigkeitsanzeiger und Zahler. 1 Motor-Oeldruckmanometer. 1 Unterdruck- oder Ueberdruckmanometer für Bremsanlage. 1—2 Instrumentenbrettlampen für die Beleuchtung der oberwähnten Instrumente. 1 Schaltapparat für die komplette elektrische An- Die Verteilung der Instrumente auf dem Instrumentenbrett ist vorläufig noch beliebig. 1 Kühlwaseerthermometer. Fahrgesfellabmessungen. und Eigenschaften. Die Werte werden. bei voll belastetem Wagen gemessen. und wird an der Auflagestelle der Unterseite der Deichselöse gemessen. Motor. Betriebsstoffe. Minimaler Betriebsstoff- Behälterinhalt . . . Kategorie: 1 11 in Maximal zulässiger Radstand mm 4000 4500 5000 Für jede Type werden höchstens zwei Radstände zugelassen. Maximaler Lenkradius. . . mm 7100 7500 7500 Der Lenkradius wird Mitte Reifen des äussern Vorderrades auf ebenem Boden gemessen. Minimale Bodenfreiheit (mit neuen Reifen gemessen): unter Vorderachse . . . mm 210 200 230 unter Hinterachse. . . . mm 210 190 220 Kategorie: Minimale Bauchfreiheit . . mm (Die Bauchfreiheit wird auf 500 mm beidseitig Mitte Radstand bei neuen Reifen gemessen.) I 250 II 275 III 300 Minimaler Abstand zwischen Hinterradreifen und festen Fahrgestellteilen . . . . mm Eine Ausnahme wird nur für . 30 30 30 Reifen 9,75 noch zugelassen. Die Höhe der Anhängevorrichtung über Fahrbahn muss betragen mm 500 550 600 v bis bis bis 600 750 800 Bohöl Rohöl Rohöl oder oder oder Benzin Holz Holz 1 Rohöl 40 Benzin 65 65 110 Die Behälter für flüssige Betriebsstoffe sind 1 ans Rahmen unter der Brücke links vorn anzubringen, Die Einfüllstutzen müssen gut zugänglich sein: Aßt tiefsten Punkt des Behälters ist eine Ablassvorriehtung anzubringen. Die maximale Fahrgeschwindigkeit Ist •durch einen am Motor angebrachten Regler zu be.grenzen; Derselbe muss so gebaut sein, dass Eingriffet' Jföü aussen ohne Verletzung einer Plombe picht'injSglijsS sind. Sämtliche Zubehörteile und Apparate $frfe/ Brennstoff pumpen, Zündkerzen usw.) des Motöjp müssen an den Fahrzeugen derselben Nutzlastkategorie unter sich auswechselbar sein. Sämtliche Anschlüsse und Antriebe einschliesslich Leitungen und Anschlussnippel sind zu vereinheitlichen. Eine Vereinheitlichung der Motor- und Apparateteile, welche der Abnützung am meisten unterworfen sind, ist anzustreben. Getriebe. Im Minimum 5 Vorwärtsgeschwindigkeiten und 1 Rückwärtsgeschwindigkeit. Vorläufig sind noch Getriebe mit 4 Vorwärtsgeschwindigkeiten zugelassen Ṁinimale Steigfähigkeit in der ersten Geschwindigkeit: 18%. • Bremsen. Als Bremsanlagen sind erforderlich: 1. Eine Vierradbremse als Füssbremse: 2. Eine von dieser unabhängige mechanische Handbremse. 3. 1 Motorbremse und eine Ueberdruck-Bremshille für die Vierradbremse an Lastwagen der Kategorie II und III. Bei Ueberdruck-Bremshilfsanlagen muss ein Anschluss für die Reifenfüllung auf den normalen Reifendruck angebracht werden. (Uriterdruck-Bremshilfeeinrichtungen sind vorläufig noch zugelassen.) Die Bremshilfeanlage muss so bemessen sein, dass sie auch bei stehendem Motor für 4 volle Bremsungen ausreicht. Der Vereinheitlichung der mechanischen und der Ueberdruck-Bremsanlagen, sowie auch der Motorbremse ist bei neuen Ausführungen Rechnung zu tragen. Vor allem ist die Vereinheitlichung der Anschlüsse, Steuerventile, Kompressoren, Luftbehälter, Leitungen einschliesslich Anschlussnippel usw. anzustreben. Räder und Bereifung. Die Räder sind zu vereinheitlichen, und es werr den folgende Typen zugelassen: Type Trilex mit Stahl- oder Leichtmetallfelgen. Vorläufig sind auch noch die K.-Felgen gestattet. Folgende Felgendimensionen sind zugelassen: 20 X 5" 20 X 6" 20X7" 20X8" 24 X 8" Nachstehend aufgeführte Reifendimensionen sind zugelassen. Niederdruckreifen Hochdruckreifen 6.50—20 9,00—20 34X7 7,00—20 9,75—20 36X8 7,50—20 9,75—24 40X8 8,25—20 Kühler. Blockkühler mit Einfüllstutzen, Filter und Entleerungshahn. Die Kühlerkörper sind für Wagen derselben Kategorie zu vereinheitlichen. Der Deckel zum Einfüllstutzen ist klappbar, d. h. nicht wegnehmbar auszuführen (vorläufig noch beliebig). Schmiereinrichtungen. Sämtliche Schmierstellen sind mit Tekalemitnippeln (Schlüsselweite 16 mm) einheitlich auszurüsten. Die Schmierstellen sind rot zu bezeichnen. Der Brückenboden muss aus Holz bestehen; die Fugen können mit Treppeneisen abgedeckt werden. Für Kipperwagen ist ein Blechboden gestattet Der Brückenunterbau und die Seitenladen können aus Hol* oder Metall hergestellt sein. Unter der Brücke recht» ist am Rahmen ein geräumiger Kasten für Material anzubringen. Die Innenmasse dieses Kastens sollen 700X430X380 mm betragen. Für Fahrzeuge, die für den Betrieb mit festen einheimischen Brennstoffen eingerichtet sind, werden Verkürzungen der Brückenlänge entsprechend dem Platzbedarf des Generators gestattet. Für das Mitführen von Brennstoff, ausreichend für 300 "km, muss ein gegen Regen geschützter Platz vorhanden sein. Vorschriften für das B lachen verdeck zu Ladebrücken. Das Blachenverdeck kann mit oder ohne Rost ausgeführt werden. Für die Blache ist imprägnierter Militär-Blachenstoff, in sauberer und fehlerfreier Ausführung, entsprechend den Vorschriften der Kriegstechnischen Abteilung, zu verwenden. Die Farbe muss grau-grün und im Garn lichtecht gefärbt sein. Die Blache soll durch 3—5 Blachenbogen oder 4—6 Stützstangen gehalten werden, die in die Seitenladen oder im Boden eingesteckt und wenn möglich verschraubt werden. Die minimale lichte Innenhöhe unter der Blache soll in der Mitte der Ladebrücke 1700 mm betragen. Das Blachenverdeck soll seitlich und hinten hochrollbar sein und durch einhängbare Riemen festgehalten werden können. Vorschriften für Kastenwagen, Kategorie I und II. Minimale Abmessungen: Kasten-Innenlänge (Rück- bis Stirnwand) 2600 mm Kasten-Innenbreite (an engster Stelle) 1400 mm Kasten-Innenhöhe (gesamte Breite v. 1400) 1300 mm Freie Türbreite hinten 1100 mm Zwischen Transportraum und Führersitz muss ein Verbindungsfenster von mindestens 600 cm s Fläche, das in offenem Zustande als Sprechverbindung und bei Verwundetentransporten zur Ueberwachung der Insassen zu dienen hat, vorhanden sein. Der Transportraum soll eine Belüftung besitzen, die ein längeres Verweilen von 4 Mann im Transportraum gestattet. Der Wagenkasten muss so ausgeführt sein, dass während der Fahrt keine Auspuffgase ins Wageninnere gelangen können. Der Transportraum muss mit einer elektrischen Lampe versehen sein. . Die hintere Türe muss sich auch bei schiefstehendem Wagen und bei starker Anhebung eines beliebigen Rades ohne Klemmen leicht öffnen lassen., Zur Erhellung des Transportraumes muss eine Fensterfläche von mindestens 1000 cm 2 vorhanden sein. Fenster und Beleuchtungskörper müssen gegen Beschädigungen vom Kasteninnern aus geschützt sein. Der Türverschluss muss derart ausgeführt sein, dass eine von aussen geschlossene Türe in jedem Fall von innen geöffnet werden kann. Zubehör zu armeefauglichen Motorlastwagen. 1 Anhängevorrichtung, auf Zug und Druck gefedert, zu Deichselösen gemäss Zeichnung K. T. A. Nr., 8203 a passend. 2 Schlepplaschen vorn. 2 Schlepplasohen hinten im Abstand von ca. 320 mm von Mitte Anhängevorrichtung. Zulässige Zugkraft pro Lasche im Minimum 3000 kg. 1 breite Reservefelge. 2 Unterlagkeile, nach genehmigter -Ausführung.- 1 Paar 'Schneeketten, bei/ rZwillingsreifen Doppel- 5 Schneeketten. Bei'Zwillingsreifen 9,75 wird' eine einfache Schneekette zugelassen. 1 Wagenheber; eine einheitliche Ausführung der Wagenheber für jede Kategorie ist anzustreben. 1 Wagenwinde zu Lastwagen Kategorie II und III. (Tragkraft für LW Kat. II = 3000 kg; Tragkraft für LW Kat. III = 5000 kg). Werkzeuge und Ersatzteile nach genehmigtem Normaletat. 1 Schmierpresse, passend zu den Tekalemit-Schmiernippeln. 1 kg-Büchse Fett zu Schmierpresse. Elektrische Ausrüstung. Kategorie: I II III Durchmesser des Schweinwerferlichtaustrittes: Toleranz ± 10 mm. . . mm 190 230 230 Formen und Grosse nach Zeichnung K.T.A. Nr. 8204. Schwarzes Gehäuse ohne Chromrand (separate Parklichter nicht zulässig). Schluss-Stopplicht kombiniert . 1 1 1 ovales Gehäuse, Form nach Zeichnung K.T.A. Nr. 8204. Benzin Diesel Dynamo- mit Spannungsregler, Volt .. 12 24 24 24 (vorläufig auch noch 12 zugelassen) Minimale Leistung Watt 90 145 145 200 Dynamoantrieb Keilriemen Minimale Anlasserleistung PS . 1,3 4 4 6 Volt 12 24 24 24 Batterie. Minimale Kapazität in Amperestunden 35 65 90 90 (bei lOstündiger Entladung). Batteriekasten: unter Brücke rechts, vorn, gut zugänglich 1 1 1 Die Dimensionen der Batteriekasten sind zu vereinheitlichen. Es dürfen nur Glühlampen mit Auto-Normalsockel verwendet werden. Druckluftanlasser an Stelle von elektrischen Anlagen sind zugelassen. In diesem Falle muss auf dem Wagen eine gefüllte Reserveluftflasche von 150 Atm. Fülldruck und von ca. 10—12 Liter Inhalt mit geeignetem Anschluss zum Auffüllen des Anlasser-Luftbehälters vorhanden sein. C. Vorschriften für die Karosserie. Die fertig karossierten Fahrzeuge müssen den nachstehenden Anforderungen entsprechen. Maximale Abmessungen der Fahrzeuge. Kategorie: I II III fUeber Karosserie und Teile des Fahrgestells): Totale Länge über alles . . mm. 6300 7300 8100 Totale Breite über alles. .mm 2000 2200 2200 Ueberhang hinten. . ^ . . mm 1600 1800 2000 (ab Mitte Hinterrad gemessen) Ueberhang über Anhängevorrichtung, Mitte Zapfen gemessen: , bei Normalwagen . . . mm 200 200 200 bei Kippern ...... mm — 450 650 Höhe des unbelasteten Wagens mit Blachenverdeck. . .mm 2000 3100 3150 unbelaMet* Faaneuf muse, auf einem Eisenbahnwagen verladen, innerhalb de* Ladeprofile« schweizerischer Normalspurbahnen bleiben (Zeichnung K. T. A. Nr. 8202/1). Führersitz. Führersitz in geschlossener oder offener Bauart mit Windschutzscheibe, beidseitigen Türen, Trittbrettern und mit festem Dach, Ausführung in Metall oder gemischter Metall-Holzkonstruktion. Versenkbare Türfenster oder auf die Türen aufsfeckbare Seitenteile. Der Führersitz muss Sitzgelegenheit für 2 Mann bei Motorlastwagen der Kategorie I, 2 oder 3 Mann bei Kategorie II und 3 Mann bei Kategorie in aufweisen. Die Innenhöhe über dem Sitzpolster (Polster unbelastet) mus« im Minimum 950 mm betragen. Alle Scheiben müssen aus Sicherheitsglas bestehen. In der Führersitzrückwand muss ein Fenster von im Minimum 500 X 200 mm angebracht werden. Eine entsprechende Oeffnung ist in der Brüokenstirnwand anzubringen. Unter der Sitegelegenheit muss ein möglichst grosser Raum für Werkzeuge, Beil und weiteres Zubehör, einschliesslich Schneeketten, vorhanden sein. j. Vorschriften für die Ladebrücke. Kategorie: 1 11 m Abmessungen der Ladebrücke. Länge Ladebrücke innen Licht mm höchstens gleich wie (Toleranz + 20 mm) WagenradBt»nd — 220 mm) Länge Kippbrücke . . . . ntm 500 kurzer als (Toleranz ± 100 mm) Wagenradstand Breite innen Licht . . . . mm 1880 2080 2080 (Toleranz ± 10 mm) Kategorie: i ii m Höhe der einsteckbaren Seitenladen (Toleranz ± 10 mm) . . mm 500 500 . 500 oder oder 700 700 Minimale Höhe der abklappbaren Seitenladen bei: Normal wagen mm 300 300 350 Kipper mm — 240 280 Bei abklappbaren Seitenladen unter 500 mm Höhe sind Aufsteckladen oder Geländer notwendig. Höhe des Geländers über Brückenboden ca. mm 650 650 650 Minimale Höhe der Stirnwand bei: Normalwagen mm 1000 1000 1000 Kipper mm — 450 450 1 Etui mit Ersatzlampen und Sicherungen. 1 Satz Verdunkelungshauben. (nach eidgenössischer Vorschrift). 1 Brennstoffeinfülltrichter. 1 geeichter Brennstoff-Meßstab. 1 Kühlerdecke oder Rolljalousie. 1 Drahtschleppseil 16 mm mit eingespleissten Kauschen, Länge im Minimum 6000 mm. 1 Segeltuchwassereimer, mit Putzschwamm und < Pinsel.- - ?, -...*., i Schaufel, 1 Pickel, 1 Beil, nach Normalausfüh- .'. rungen K.T.A., in Hätterungen an Brücke oder im Führersitz. Fahrzeug-Betriebsvorschriften. Das über die Normalausrüstung hinausgehende Zubehör (Schaufel, Pickel, Beil, zutreffendenfalls auch Blache und Bogen) braucht für den Zivilgebrauch des Wagens nicht mjtgeführt zu werden. Für die Festsetzung der zulässigen Nutzlast durch de kantonale Automobilkontrolle ist der Wagen so vorzuführen, wie er im zivilen Fahrbetrieb verwendet wird. D. Anforderungen an alte, auf einheimische feste Brennstoffe umzubauende Motorlastwagen. 1. Die Motorlastwagen müssen sich für die militärische Verwendung eignen. Die Fahrzeuge müssen eine Brücke besitzen, die in den Abmessungen annähernd den für armeetaugliche Motorlastwagen gestellten Anforderungen entspricht. 2. Die Motorlastwagen dürfen nicht älter als höchstens 7 Jahre sein. Sie müssen nach dem 1. Januar 1932 von der Herstellerfirma zur Ablieferung gebracht worden sein. 3. Die Motorlastwagen müssen Schweizer Fabrikat sein und sich in absolut betriebstüchtigem, tntem Zustand befinden. 4. Die Motoren der Motorlastwagen müssen sich für den Umbau auf Holzgasbetrieb eignen. 5. Auf die Beschaffung der militärischen Ausrüstung (Schaufel, Pickel, Beil, Schleppseil, Blache usw.) dieser Fahrzeuge wird verzichtet. ANLAGE' II. Höhe der Beiträge für armeetaugliche Motorlastwagen, Jahrgang 1939. Die Höhe der Beiträge für armeetaugliche Motorlastwagen, Jahrgang 1939, wird festgesetzt wie folgt: A. Ordentlicher jährlicher Beitrag. Der ordentliche jährliche Beitrag; ist gleich der für den betreffenden Wagen im Jahr 1939 bezahlten kantonalen Automobilsteuer. Für die folgenden 4 Jahre ist der Beitrag gleich der für diese Jahre bezahlten Automobilsteuer, im Maximum aber in der Höhe des Steueransatzes für 1939. B. Zusätzliche jährliche Beiträge. > a) Für leichte Motorlastwagen (Nutzlastkategorie 1500 bis 2500 kg) Fr. 150.— b) Für neue Motprlastwagen, eingerichtet für feste einheimische Treibstoffe » 1800.— c) Für alte auf feste einheimische Treibstoffe umgebaute Motorlastwagen » IOOO.-7- Voraussetzung für die Ausrichtung des zusätzlichen Beitrages für Lastwagen, eingerichtet für feste einheimische Treibstoffe, bildet, dass die Generatoranlage stets in gebrauchsfähigem und betriebsbereitem Zustand gehalten ist und dass sie verwendet wird. C. Einmaliger Beitrag für militärische Ausrüstung. Für neue Lastwagen mit Brücke,-Blachengestell und Blache Fr. 1300.-^- Für neue Kastenwagen » 650.— Für alte auf feste einheimische Treibstoffe umgebaute Lastwagen fällt der einmalige Beitrag dahin.

BERN, Freitag, 2. Juni 1939 Die gastronomische Schweiz Sage mir was du isst, und ich werde dir sagen wer du bist. Brillat-Savarin. Die Beschleunigung des Verkehrs bringt heute die kulinarischen Leckerbissen in greifbare Nähe, so dass man sie an zahlreichen Stätten trifft. Man braucht sie nicht mehr an ihren Ursprungsorten aufzusuchen, sie kommen im Gegenteil zu uns, sie reisen der Nachfrage, dem vorteilhaften Angebot nach, sind universell geworden. Diese Verhältnisse schliessen wohl eine gewisse Verallgemeinerung, eine Verflachung in sich. Ich kann also Bouillabaisse hier gemessen! und doch wird sie mir im Marseiller Häfen besser munden, schon wegen des Milieus. Denn das Milieu, die Atmosphäre, spielen eine wesentliche Rolle. Sie suche ich nicht nur in den hohen, hellen Räumen der Großstadt-Restaurants, sondern ebensosehr in einer Zürcher Zunftstube, einem alten Berner Land-Gasthof, einer arvengetäferten Bündner Stube, einem Tessiner Grotto. Recht essen und trinken kann ich an zahlreichen Orten. Wo aber fühle ich mich wirklich wohl, dank gepflegter Küche und Keller, guter Auswahl oder Spezialitäten, freundlicher Räume, zuvorkommender, sachgemässer Bedienung. Denn nicht nur auf das Was des Gebotenen kommt es an, sondern auch auf das Wie. Auf diese Fragen möchten wir antworten und sodann auf die weitere Frage, wo finde ich die reichliche Auswahl an Spezialitäten, auch Crustaceen, Muscheln, Wild etc. Zunächst ist zu sagen, dass in jeder grossen /Schweizer Stadt sich mehr als ein Restaurant findet, wo dies der Fall ist* wo man Caviar, Crustaceen, Bouillabaisse antrifft. Gute Restaurants ohne diese Leckerbissen sind zahlreich. Um die Städte herum finden wir währschafte Land-Gasthöfe, die auf die Stadtbewohner eingestellt sind und, wenn gut geführt, sie auch bekommen. Die Konkurrenz wirkt erzieherisch, denn e,s spricht sich unglaublich schnell herum, wo man gut ist und isst und wo nicht. Sehen wir uns zunächst in der Küche um wobei Wir von den kuranten Gerichten nur eine Auswahl mitnehmen. Jedes Gericht soll seinen eigenen Geschmack haben, der nicht durch Gewürze übertönt werden darf. Von Heinrich Frey. Den Gourmets ein Wegweiser zu Speise, Trank und Genuss Brot wird meist, in. zwei Sorten, weiss und braun, serviert, io der Westschweiz nur weiss in ausgezeichneter Qualität. Solothurner Brot vorzüglich. Hors-d'oeuvre: Caviar, Hummer, Langouste, Scampi, Crevettes, Krebse, Austern (Perle des Meeres), Moules, Schnecken, Wildpastete, Gänseleber (foie gras) und -pastete mit Trüffeln, .Rauchaal, kalte Forelle, kalter Salm, Sardinen, Sardellen, Thon, Salade Russe, Rohschinken, Bündnerfleisch, Walliserfleisch, Salami, Grape-Fruit, Melone, Radieschen, Eier. Unsern Hors d'oeuvres fehlen leider zumeist die ausgezeichneten Fische wie Heringfilet in Weisswein, Sprotten, Aal u. a.. Huitres de Cancale — Vin d'Anjou. Suppen.: Creme de volaille, Bisque d'6crevisses oder homard, Real- Turtle, Mock-Turtle, Oxtail, Fleischsuppe (petite marmite), Minestra, Busecca (Kutteln), Zuppa alla Pavese (mit Ei), Tomatensuppe, Kartoffelsuppe. Kaltes Geflügelkraftbouillon ist eine herrliche Erfrischung. Fisch: Forellen blau mit Butter oder gebacken (der Kenner " zieht nichtgezüchtete . Bachforellen den gezüchteten vor); Züger Rötel, Schleien, Hecht, gebakken oder blau, Felchen, Bondelles, Perches, Salm (geräuchert Lachs), Karpfen, Seezunge (Soles), frit oder auch gratin, Merlan, Maquereau, Turbot, Zander, Steinbutt. Der Fisch _ muss Irisch sein. Die-Zuger Rötel schiessen den Vogel ab. Fleischspeisen: Milken (Ris de Veau), Ravioli, Pot-au-Feu, Filet-Beefsteak, Burgunderschinken, Roastbeef {auch kalt), Risotto mit Pilzen öder Moules oder Foie de volaille, Oxtail-Ragout, Goulasch, Schweinskotelette mit Semmelmehl paniert, Schweinszüngli, Ochsenzunge, Kalbszunge, Spanferkel, Tomates farcies, Wädli (jarret), Rippli mit Kraut, Berner Platte. Geflügel: Tauben, Güggeli (Mistchratzerli, Poussins), Gans mit Kraut, Aepfeln und Kastanien, Chicken Curry, Paprika-Hähndl, Truthahn (Dindonneau). Wildgeflügel: Rebhuhn mit Kraut, Wildente, Schnepfen, Fasan, Wachteln, Haselhuhn. Wild: Has, Reh, Gemse (Rücken, Gigot, Braten, Pfeffer). Wurst: Hervorragend sind die Saucisses Vaudoises (Payerne) und Neuchäteloises, dann Waadtländer- und Bauernbratwurst, Bühdner Beinwurst, Berner Zungenwurst, Blut- und Leberwurst (Jegenstorfer) mit Kraut oder Aepfeln, Weisswürstl, Zampone. Gemüse : Spargeln (mit Schinken), Artischocken, Sauerkraut, Pilze (Trüffeln, Morcheln), Spinat, Erbsen, grüne Bohnen, Rosenkohl. Teigwaren; Maccaroni au gratin, Spaghetti al Sugo, Tagliatelli, Curry-Reis, Ravioli. Salate: Kressen, Tomaten, Gurken, Randen, Nüssli, Kopf. Entremets — Coupe: Omelette au Rhum, Savarin, Ananas au Kirsch, Zabayone, Peche Melba, Abricots, Oepfelchüechli, Erdbeeren vom Wald oder Garten, Orangensalat, Sorbet. Frü chte im Fruchteb: kor Trauben, Pfirsich, Aprikosen, Kirschen, Birnen, Aepfel, Nüsse, Melone, Grape-Fruit. Käse: Greyerzer, Emmentaler, Eidamer, Tilsiter, Bei Paese, Roquefort, Gorgonzola, Camembert, Vacherin. Fondue Neuchäteloise mit fet J tem Emmentaler- od. Greyerzerkäse, einem Gläschen Kirsch, Weisswein und einer Zehe Knoblauch; Fribourgeoise dito, jedoch mit Vacherin. Dank der Konservierung, der Kühlschränke, der Gewächshäuser, der Forellen-, Karpfen-, Hummer- Zuchten (Viviers), der raschen Transporte, gemessen wir viele Gaben, wann es uns beliebt: Immerhin gibt es noch eine Reihe Saisonspeisen, wie uns folgende Aufstellung zeigt: Primeurs Frühjahr a Spargeln Frühjahr und Sommer Erdbeeren Sommer Trauben, Obst Herbst und Winter Crustaceen, Muscheln Herbst und Winter Bouillabaisse Herbst und Winter Schnecken Herbst und Winter Wild und Wildgeflügel Herbst und Winter Güggeli Frühjahr und Sommer Gans Herbst und Winter Beinwurst Winter Blut- und Leberwurst Winter Auch wird man gut tun, einheimische Spezialitäten in ihrer, Heimat zu geniessen: Am Rhein Hecht, an den Seen Seefische. In Bern Berner Platte, Forellen, dazu Waadtländer- und Walliserwein. In der Westschweiz Saucisses, Fondue, Wein. In Neuchätel und Freiburg Fondue, Greyerzerkäse. In Glarus Glarner Pastete, Schabzieger. In Graubünden Beinwurst, Bündnerschinken, Speck, Veltliner. Im Wallis Spargeln, Walliserfleisch, Raclette, Früchte, Trauben, Wein. Im Tessin Minestra, Teigwaren, Reis in verschiedenen Zubereitungen, Salami, Fritto Misto, Polio arrosto, Nostrano. Es mag auch interessieren, woher die Schweiz Nahrungs- und Genussmittel importiert: Weizen: Kanada, Ungarn, Balkan, Argentinien, Gemüse: Frankreich u. Kolonien, Italien, Niederlande. Zwiebeln: Aegypten, Italien, Ungarn. Tomaten: Kanarische Inseln, Italien, Niederlande. Spargeln: Provence (Cavaillon). Obst: Italien, Frankreich, Vereinigte Staaten, Ungarn, Balkan. Südfrüchte: Italien, Spanien, Frankreich, Türkei, Palästina, Kalifornien. Trauben: Frankreich, Sizilien, Griechenland. Heidelbeeren: Frankreich. Bananen: Westindien und Kanarische Inseln. Wein: Italien, Frankreich, Spanien, Ungarn. Geflügel, Wild, Wurstwaren: Italien, Jugoslawien, Rumänien, Frankreich, Ungarn. Eier: Dänemark, Jugoslawien, Bulgarien, Niederlande. Butter: Dänemark. Kaffee: Brasilien, Zentralamerika, Afrika, Mokka. Zucker: Tschechoslowakei, Grossbritannien. Malz, Hopfen: Tschechoslowakei. Tabak: Vereinigte Staaten, Niederländisch Indien, Griechenland, Brasilien. Melonen: Frankreich (Charentais),