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E_1939_Zeitung_Nr.037

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Anlomobil-Revue — N°

Anlomobil-Revue — N° 37 Wissenschaftliche und technische KÜEIOSA HUMOR rund um das Auto Wenn die Geschichte der menschlichen Fortbewegung und Verkehrsmittel reich ist anhatte. humoristischen Episoden, hat beim Automobil Selbst die sonst so exklusiven Kunstkritiker c Wagen-Zündkerze» als Revolver bedient vorab unfreiwilliger Humor Gevatter gestanden. Die dem neuen Vehikel bei dieser Gele- Verstieg sich doch ihr Wortführer, der geist- waren von dieser Anti-Autopsychose befallen. genheit gewidmeten Patensprüche waren freilich alles andere als Segenswünsche.' Dass die Behauptung;« Aber welch sonderbarer Irrsinn volle Paul Arene, noch im Jahre 1896 zu.der ewig Gestrigen gegenüber dem erstmalig auf liegt doch in der Idee, einen Wagen herstellen der Pariser Fahrradausstellung von 1867 vorgeführten ,«neuen Dampfwagen », wie mannicht die wirkliche Verneinung aller Kunst zu wollen, der ohne Pferd rollen soll. Ist das und das Auto getauft hatte, wahre Purzelbäume der Ablehnung-schlugen, war ebehso komisch, Wie die dabei vorgebrachten Gründe eine wahrhaft schiFdbürgerliche Geistesverfassung verrieten. Selbst Richter lebten in einer solchen Automobilbefangenheit, dass ein Pariser Tribunal noch im Jahre 1883 gegen einen der Verschwendung Beschuldigten zu dessen Verurteilung gelangte, «in Anbetracht, dass er mechanische Wagen kauft und solchen den Vorzug gibt, was man als kindisch und eines normal denkenden Menschen nicht würdig erachten kann. > Und noch 1899 verurteilte man einen Pariser Aufler zu einer Busse von 30 Goldfranken als Schadenersatz für ein von ihm überfahrenes Entenpaar, wobei das Gericht den Enterich und die Ente mit je 7'/2 Goldfranken, die Eier, welche letztere eventuell noch hätte legen können, mit 7^2 Goldfranken und die möglicherweise diesen "entschlüpften Jungen gleichfalls mit 7% Goldfranken bewertete. Wahrlich eine « Rache > bis ins 3. und 4. Glied! Begreiflich, dass, wenn solches am grünen Holze geschah, die Woge der öffentlichen Meinung gegen das Auto von Anfang an sehr hoch ging. Eine allgemeine Entrüstung, die sehr häufig in den drolligsten, komischsten Formen ihre Entladung fand. So bombardierte man die dortige Polizeibehörde — Paris zählte damals insgesamt 40 Autos gegen Millionen heute — buchstäblich mit das sofortige Verbot des « gemeingefährlichen > Vehikels verlangenden Eingäben, unter der offenen Drohung, gegebenenfalls auf die « Kutscherbestien >, d. h. die Chauffeure, zu schiessen. Ein öffentlicher Aufruf empfahl sogar den Bürgern, sich mit einer f Holzlatte» zu bewaffnen und diese zwischen die Radspeichen der « mit Schnellzugsgeschwindigkeit dahinrasenden » Autos (zu werfen. Aus Pionieren des neuen Vehikels wahre Märtyrer geworden, waren die eigentlichen Opfer dieser .automobilfeindlichen Bewegung die Chauffeure. Dass dieselben, auch vor Gericht selten Verständnis fanden, beweist der typische Fall eines wegen, verbotenen Waffentragens Verurteilten,- der vergebens den Nachweis erbrachte, dass er sich gegenüber seinem Angreifer zur Abschreckung nur einer STADION WANKDORF BERN Sonntag, den 7. Mal 1039, 15 Uhr Fussball-Länderspiel Holland - Schweiz Junioren-Vorspiel EintritttprelM (Inkl. Billettsteuer): Tribüne Fr. 9.- und Fr. 7.50, numerierte Sitzplätze Fr. 5.-, Stehplatze: Erwachsene Fr. 2. — , Arbeitslose gegen Auswels, Studenten und Schaler Fr. 1.—. Bllltttvorverkaufistelltn in Bern: Zigarrengeschäft Wwe. • E. Flurys Söhne, Bahnhofplatz3; Sportgeschäft D.Vaucher, Theaterplatz 5. Ferner am Sonntag vormittag von 9)4 bis 13 Uhr in der Halle vom Hauptbahnhof. aller Kunstprinzipien, die auf jedes Erzeugnis menschlicher Arbeit angewandt werden- müssen," sei es ein Kochtopf .öder eine : Kathedrale? Unsere Ahnen kannten sich in diesen" Dingen aus. Heute wendet man ganz einfache Verfahren an: Man nimmt die ersten besten Fiaker, schneidet die Deichsel ab und setzt eine Kaffeemühle unter den Bock. Daher diese irrsinnigen Maschinen in ihrer beunruhigenden Larvenform, Schauervisionen, die auf dem Bauch dahinkriechen wie Schnecken!» Wenn sich das « Töff-Töff», wie der unschuldige Kindermund das Auto taufte, trotz dieser fanatischen ersten Anfeindungen seinen Platz an der Sonne unterdessen erkämpft hat, blieb ihm dabei nach wie vor eine «liebevollere Einstellung» vonseiten der c Fussgängerschaft» versagt. Der unfreiwillige Humor hat unterdessen einem wahren Galgenhumor Platz gemacht, wie er in zahllosen das Auto betreffenden Witzen und -Anekdoten zum Ausdruck kommt. «Haben Sie schon Vom neuesten Autotyp gehört, der rechts ein grünes, links ein rotes Licht und in der Mitte ein Grammophon hat?» « Nein, wozu ist denn diese Einrichtung?» «Das will ich Ihnen erklären: Wenn die Maschine 40 Kilometer läuft, entzündet sich das grüne Licht, bei 80 Kilometern das rote und bei 120 Kilometern beginnt das Grammophon den Trauermarsch von Chopin zu spielen! » Galgenhumor! Dass im « Humor» rund um das Auto auch die Schwiegermutter eine Rolle spielt, ist ebenso verständlich, wie die Tatsache, dass gewisse Situationen, in die auch der vorsorgendste Autler' geraten kann — etwa die Panne•*— ebensoviel «Stoff» zu Humoresken wie Grotesken geboten haben. Nicht zu vergessen — die Extreme berühren sich—, dass die immer noch vorwiegend automobilfeiridliche Haltung der breiten Oeffentlichkeit auch ein einzigartiges «Gegenstück» hat. In Puerto de Ja Cruz (Spanien) gibt es nämlich einen Autobuschauffeur, der 2ur Abbüssung seiner Sünden das Gelübde geleistet hat, mit seinem Wagen gegen alle Steine am Wege und über alle Erdlöcher zu fahren. Die Beharrlichkeit, mit welcher er dieses feierliche Versprechen einhält, hat ihn bei dem Landvolk bereits in den Geruch einer gewissen Heiligkeit gebracht. Darum murren die Bauern nicht und, lassen sich ruhig die Eingeweide durcheinanderschütteln, wenn sie zur Stadt fahren. |- Die Frauen aber halten Autobus und Chauffeur für wundertätig. Sie vertrauen sich ihnen stets unter besonderen Umständen an. SJefahren zweimal zur Stadt und zurück und wissen, dass sie gegen weiteren; Kindersegen geschützt sind. Sie setzen sich zu diesem Zweck Ijrnit Vorliebe auf die hihterste, am heftigsten auf- und niederfliegende Sitzbank, während der Chauffeur mit Wucht gegen Löcher und Steine saust. H. Mattern. Neui Erkenntnlm übir dli Sahkraft der Tiere En amerikanischer Zoologe hat sich seit Jahren dem Studium der Sehkraft der Tiere gewidmet. Er hat jetzt die Resultat« seiner Forschungen veröffentlicht, die In vielen Punkten von den üblichen Anschauungen stark abweichen. Vor allem hat der Gelehrte eindeutig festgestellt, dass nahezu sämtliche Schlangenarten über ausgezeichnete Augen verfügen, ebenso Kaninchen, Indische Zwergschweine und viele Krötenarten, auch die Schildkröten. Ausgesprochen schlechte Augen haben die Echsen, die Frösche und die Maulwürfe. Dagegen erfreuen sich alle Katzenarten sowie fast alle Vögel einer hervorragenden Sehschärfe. Die recht unterschiedlichen Beobachtungen von Hundebesitzern über die Sehschärfe ihrer Tiere finden darin ihre Erklärung, dass es Hunderassen mit sehr guten Augen gibt und andere, die ungewöhnlich schlecht sehen; im allgemeinen kann man bei Hunden oft die Erfahrung machen, dass sie auf grössere Entfernungen wohl Bewegungen gut wahrnehmen (und daher ihre Herren auch sofort erkennen, wenn diese gehen oder ihnen beim Rufen zuwinken), ruhende Gegenstände und vollkommen stillstehende Menschen aber in den seltensten Fällen zu sehen vermögen. Eine Stadt wird 300 km weit verschifft Die Arbeiter ( die den Pickwick-Damm in Tennessee errichteten, bewohnten eine kleine Stadt aus Holzhäusern, die für sie von den Unternehmern gebaut worden war. Als nun ein neuer Damm bei der rund 300 km flussabwärts gelegenen Stadt Paducah erbaut wurde, erinnerten sich die Behörden rechtzeitig der nutzlos gewordenen Arbeitersiedlung und beschlossen, dieselbe tel quel nach Paducah zu transportieren. Die Häuser wurden auf eigens für diesen Zweck konstruierte Fähren verladen und schwammen 300 km weit, um, an der neuen Arbeitsstätte angelangt, ausgeladen und wieder aufgestellt zu werden. Als das Stadtchen wiederum fertig dastand, zeigte es sich, dass nicht einmal eine einzige Fensterscheibe auf dem Transport beschädigt worden war. Ein Botaniker aus Seattle hat der erstaunten Menschheit verraten, dass er nun das richtige Mittel zur Vernichtung der Heuschrecken gefunden habe. Er entdeckte nämlich eine Pflanze, die mit wahrer Wonne Tiere und überhaupt jede. Art von Fleisch verzehrte. Fleischfressende Pflanzen gibt es zwar sehr viele. Aber diese Pflanze ist klein, lässt sich Oberall anbauen und ist so gefrässtg,. dass sie im Sommer ununterbrochen Heuschrecken verschlingt und im Winter einen besonderen Appetit entwickelt, wenn man ihr ein Würstchen serviert. Die Ueberlegung des Botanikers geht nun dahin, rings um die Felder breite Streifen mit derartigen Würstchen-Pflanzen anzubauen. Die Heuschrecken könnten dann das eigentliche Feld niemals erreichen. Er nennt seine Pflanze, die man sogar im Blumentopf anbauen kann, eine «Kobra mit Wurzel>. Angelockt werden die Tiere von der Pflanze durch einen breiten,'offenen Kelch, der Honig enthält. Untersuchungen, die Dr. H. H. Nininger vom Naturhistorischen Museum von Colorado an sechzig verschiedenen Meteorfundorten angestellt hat, haben ergeben, dass die Durchschlagskraft dieser himmlischen Projektile nahezu ausschliesslich von ihrem Gewicht bedingt wird. Meteore im Gewicht zwischen 7 und 18 kg drangen durchschnittlich 50 cm tief in den Erdboden ein, solche zwischen 18 und 45 kg 60 cm, also nur unwesentlich tiefer. Dagegen betrug die durchschnittliche Tiefe des Fundorts von Meteoren im Gewicht zwischen 45 und 135 kg mehr als 120 cm. cpr. Der Physiker Dr. Bruns in Herford hat eine von ihm «Wellenstrahl-Zeitlupe» benannte Apparatur erfunden, mit deren Hilfe es möglich ist, sämtliche Wellenvorgänge, also Licht-, Schall-, Radio-, Röntgenwellen usw. sichtbar zu machen. jetzt, gerade jetzt, hättest tun sollen oder können. Noch geht die Tür nicht auf, die Tür, die dir Erfüllung und Befreiung ist und wieder Selbstbestimmung über deine Zeit. Du quälst dich, du denkst. Es lässt sich nichts in abgeklärte Formen fassen, die Ungeduld brennt ja in dir und löscht das ruhevolle Wägen aus. Die Phantasie erwacht. Das Chaos. Und schafft sich Bilder, Gemälde, riesengross, von dem, was hin ist, unwiderbringlich verloren, durch diesen einen «ewigen» Moment. Und es wimmelt darin von glühendem Durchein- Warten? — So! Schon steigt dir der Aerger auf, als du das überfüllte Wartezimmer siehst, als du die Zeit berechnest, die du hier verbringen ander und wogt wie eine Feuersbrunst. Es sammeln sich die unglaublichsten Dinge. Wie Spukgestalten tauchen Figuren auf, winken, zögern, musst, zwangsläufig, nutzlos — als Opfer. entfliehen, machen anderen Platz. — Lassen plötzlich Oder anderswo: «Nur einen Moment bitte.» Mit eine Leere. Schreckhaft greifst du nach der der grössten Liebenswürdigkeit wird dir Stuhl Uhr. Warten!? — «Nur einen Moment, bitte?!» und Wort geboten. Aber zum Kuckuck! Deine Zeit ist auch etwas. Denken denn die andern nicht? Du hattest doch so vieles vor. Du wolltest dies, du wolltest das, es war schon alles wohlgeordnet, für den schon überfüllten und mit tausend Dingen vollgestopften Tag! — Ja, wenn dieser «Moment» sich wenigstens nicht dehnen würde zu einer Viertelstunde, zur halben Stunde oder gar zu einer Stunde! — Wer weiss? Der Sitz, auf dem du klebst, wird heiss, und das Verlangen brennend. Der Tätigkeitsdrang regt sich, ist nie so dürstend wie jetzt. Eine fiebrige Ungeduld durchzittert deine Nerven, spannt jeden Strang. Tausend Gedanken, — Wie ein wahnwitziger Taktmesser geht dieses Wort um und um, zermartert deine Seele, wird schliesslich zu stumpfer Resignation, zu nutzlosem Brüten. Aber tief innen, da wacht etwas. Wartet — ob man es finde. Ob man hinabsteige bis zu ihm, oder ob man sein quellendes Wasser emportauchen lasse, bis zum Obergrund. Bis tief in die Sphäre der Bewussthelt hinein. Ob man diesen Moment des Wartens ausdehne bis zur Zeitlosigkeit, ob man ihn einreihe ins Leben, und ihm so Gültigkeit verschaffe für alle Ze : t. — Ob man das Chaos lichte und das Riesengemälde auslösche, tausend Dinge durchjagen dein Hirn, was duob man die Kraft finde, stille zu sein. Ganz still. Pflanzen fressen Würstchen Die Durchschlagskraft von Meteoren Sichtbarmachung aller Wellenvorgänge Warten! Und dann den Quell rieseln fühle, der in allem ist, und der am quellendsten in uns selber fliesst. Und ob man den Garten Eden betrete, das verlorene Paradies, wo es kein Warten gibt, — sondern nur dauerndes, vollbeglückendes Leben. So könnte, anstatt zu einem Feuerwerk innerer Erregung, dieser «Moment» des Wartens, diese Stunde des sich Ergebens, zu einer Feuersbrunst werden, von heiligen und heilenden Gedanken. Und siehe, die Stunde sänke zusammen, in eine Sekunde empfundener Ewigkeit. Helene Uzinger.

N° 37 — Automobil-Revue 'MI Morgen wird die eröffnet! Mit dem Auto zur Landesausstellung Unsere Landesausstellung ist in ihrer inneren Struktur ein Muster von Organisation; der Besucher wird, kaum hat er das Ausstellungsgelände betreten, geführt und geleitet, und zwar ohne jeden Zwang. Es ist eine auf Freiheit basierende Führung. Doch was würde die interne Organisation nützen, wenn diese der externen entbehren müsste? Auch dem ist Rechnung getragen. In weiser Voraussicht hat die Propagandaabteilung der Schweizerischen Landesausstellung dafür gesorgt, dass niemand, und möge er sich auch noch so viel Mühe geben, den Weg nicht nach Zürich finde. Ob ein Automobilist bei Kreuzungen, bei Schaffhausen, bei Basel, bei Genf, am Simplon oder irgendwo im Tessin die Grenze überschreitet, er wird, kaum hat sein Wagen schweizerisches Territorium befahren, unweigerlich in den Bann der Landesausstellung, die überall durch ihr weithin leuchtendes Plakat vertreten ist, gezogen. An den wichtigen Grenzübertrittstellen werden T.C.S.- Beamte den Besucherprospekt der Landesausstellung den einfahrenden ausländischen Automobilisten überreichen. An jeder Ueberlandstrasse hat es Benzintankstellen, und um das Wissenswerte gleich mit dem Notwendigen zu verbinden, gibt nicht nur jede Tankstelle Benzin und Oel ab, sondern auch gratis Auskunft über die zur Landesausstellung führenden Wege. 200 solche Shell-, Standard- oder BP-Informationsstellen sind über die ganze Schweiz verstreut, die gerne nicht nur »die allernotwendigsten Ratschläge, sondern alle Angaben mit auf den Weg geben, die ein Automobilist auf der Fahrt nach Zürich und in die Ausstellungsstadt haben muss. En route steht überdies der Touring-Hilfsdienst den Automobilisten bei Pannen zur Verfügung. Hat man dann endlich Zürich irgendwo an der Peripherie erreicht, so hört diese ausgeklügelte Verkehrsführung keineswegs auf; vielmehr begegnet sie einem hier mit ganz besonderer Intensität, denn Richtungsweiser und freundliche Polizisten dienen dem Reisenden mit ihrem Rat, indem man schon an der Stadtgrenze vernimmt, wo und unter welchen Umständen das Auto parkiert werden kann. Ist man dann aber glücklich im Stadtinnern und sogar auf dem durch den T.C.S. betreuten Parkplatz auf dem alten Tonhalleplatz gelandet, wo sich wiederum ein vorzüglich arbeitendes Informationsbur.eau befindet, so braucht man sich — mag dieser Parkplatz noch so mit Wagen überfüllt sein. — nicht zu grämen, denn ein Sektor dieses Grossparkplatzes ist für Wagen, die nur 10 Minuten parkieren dürfen, reserviert. So hat auch der von auswärts kommende Automobilist die Möglichkeit, den Wagen für 10 Minuten abzustellen und sich von fachkundigen Leuten jeden gewünschten Ratschlag erteilen zu lassen. Zieht es der Automobilist jedoch wohlweislich vor, an der Stadtgrenze zu parkieren, so führt ihn nachher das mit dem Landesausstellungs-Signet bezeichnete Tram sicher und bequem zu den Haupteingängen der Landesausstellung Enge oder Riesbach, so dass auch hier ein Fehlgehen praktisch ausgeschlossen ist. Eine Autokolonne von 50 km Länge Die Zürcher Verkehrspolizei rechnet für die Tage des Massenandranges an der kommenden Landesausstellung mit einer Höchstziffer von 10000 Automobilen, die zu parkieren sein werden. Was das für Probleme stellt an die Verkehrsregelung, das wird einem erst so recht bewusst, wenn man 10000 Wagen zu einer Kolonne aufreiht. Der Wagen samt knappem Abstand ä 5 Meter gerechnet, gibt eine Autokolonne von 50 Kilometer Länge, also von Zürich bis Luzern. Diesen ungeheuren Strom von Fahrzeugen reibungslos zu dirigieren, erfordert einen eigenen Signaldienst und einen speziellen Parkierungs- und Verkehrsdienst. Seit zwei Jahren arbeitet ein ganzes Bureau unter der Leitung von Kommissar Baumgartner an der Ausarbeitung der Pläne, und wer die bescheidenen Mittel kennt, der muss die Leistung anerkennen, die nötig ist, um diese 50 Kilometer lange Riesenautoschlange zu bändigen. In gondoletta si va... Zwar diesmal nicht in irgendeine mondbeglänzte Bucht des : Ceresio, denn in der Ausstellung kann man das viel näher und billiger haben. Nicht weit von den Bootshäusern der Ruderclubs am linken Ufer bauen sie landeinwärts einen Miniaturhafen, der in seinem Rohzustand auch schon mit einem Planschbecken verwechselt worden ist. Aber eines schönen Tages wird er mit Wasser gefüllt sein, das der See in liebenswürdigster Weise ä discretion zur Verfügung gestellt hat, das heisst er gibt es auch nur auf dem- Pumpweg ab. 4m Der letzte Nagel wird eingeschlagen! Dieses Bild zeigt einen Teil der 200 Meter langen Wand der Schweizerischen Verkehrsstrasse, einem monumentalen Panoramas, das von Sonnenstrahlen vergoldete Sitten mit seinen Weinbergen und Gletscherriesen im Hintergrund. Dieser grösste dekorative Auftrag der Landesausstellung wurde einem Berner Künstler übertragen. Victor Surbek gestaltet hier unter Mithilfe seiner Frau, Marguerite Frey-Surbek, von Martin Christ (Basel) und von Herold Howald (Bern) Impressionen charakteristischer Schweizerlandschaften. (Photo Gröger.) Spätherbst bekommt er dieses bestimmt zinsenlos zurück. In diesem Hafen also besteigt man eine der 80 Gondeln. Sechsplätzig sind sie und laut Amortisationsplan am rentabelsten mit dreimal zwei (Pärchen) zu besetzen. Ein Gondoliere, der aussehen wird wie der Tino Rossi, aber leider nicht mitfährt, gibt dem Kahn einen kleinen Stups, und schon hakt dieser wie bei der Achterbahn in eine endlose Kette, die Schiff und Fracht auf eine bestimmte Höhe hebt. Dann beginnt die Abfahrt, nicht gerade «Schuss» (das ist ein zu winterlicher Ausdruck), denn solche Höhepunkte des Daseins wollen zerdehnt sein. Es geht also ganz sachte abwärts, nicht einmal wie am Schnürchen, sondern ganz von selbst. Hier darf man sich ausnahmsweise treiben, ja vielleicht sogar gehen lassen. Da plötzlich, nachdem das Fahrzeug die «Grand 1 - Avenue» neben und die Höhenstrasse über sich passiert hat, verschlingt es der Orkus. Ein ganz harmloser allerdings, elf Meter lang soll er sein und drinnen stockdunkel wie in einer Kuh, obschon noch niemand über jene stygsche Nacht Auskunft gegeben hat. Doch der unterirdische Lauf hat die treibende Kraft des Wassers aufgezehrt, ein zweites Hebewerk schafft neues Gefälle, das nun für die andere Hälfte der Fahrt ausreichen wird. Nach der Freiluftstrecke umgibt die Passagiere mit einem Male das werktätige brausende Leben. Es treibt sie mitten durch den Lärm der Maschinenhalle und der «Chemie»; aber damit auch die romantischen Fahrgäste zu ihrem Recht kommen, tun sich wieder lieblichere Gefilde auf. Sie fahren durch mehr oder minder heilige Haine, unter Brükken und Stegen, durch kleine Tunnels, nähern sich in eleganten Windungen dem Nestleparadies, wo die kleinen den grossen Kindern zujubeln werden. Wie im Traum werden sie unter herrlichen Baumkronen durchgleiten, so dass es denjenigen, die nur in Literatur denken können, freisteht, sich wie Romeo und Julia auf dem Dorfe, dem Nichts entgegentreibend, zu fühlen. Eine letzte Durchfahrt, und man landet sachte und gemächlich mitten in den göttergeweihten Bezirken des Theaters, der Musik und ... der Presse. Gleich kann man wieder von vorne anfangerv... ein ewiger Circulus amorosus!! Das ist in groben Umrissen der Lebensweg des tSchifflibaches», für den vielleicht eine poetischere Namengebung sich finden liesse. Kein reportermässig aufgeplustertes Trugbild, sondern die hellseherische Vollendung eines Teiles der Landesefeeriscj?e 5