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E_1939_Zeitung_Nr.046

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 6. JUNI 1939 — N° 46 Nitrat oder Zellulose-Azetat umschlossen; das neue Sicherheitsglas besitzt als Bindeschicht ein hochelastisches Material, das den Namen «Polyvinil- Azetat-Harz > führt. Bei der Vorführung des Glases durch das Franklin-Institut in Philadelphia wurde ein Stahlball von 250 Gramm Geiwicht aus 17 Metern Höhe auf eine Platte Sicherheitsglas fallengelassen; hierbei zeigten sich nur die üblichen Sprünge im Glas, ohne das es zu einer Splitterbildung oder zum Zerbrechen kam. Nach Mitteilung von Dr. Nichol H. Smith, Direktor des Franklin-Instituts, sollen bereits in diesem Jahre 75 Prozent aller in amerikanischen Fabriken hergestellten Wagen mit dem neuen Sicherheitsglas auegerüstet werden. 76,4 Prozent aller Reparaturen sind kleine Arbeiten. Eine grosse deutsche Automobilfabrik hat auf Grund der Statistiken ihrer Händlerwerkstätten festgestellt, dass es sich mengenmässig bei 62,3% aller Reparatur-Aufträge um Beträge bis zu zehn Mark handelte. Bei weiteren 14,1% betrug die Rechnung zwischen 10 und 20 Mark. lieber drei Viertel aller Reparaturen betreffen demnach ausgesprochen kleine Schäden. Weitere 15,2% lagen noch immer unter der 50-Mark-Grenze. Wirklich «grosse» Reparaturen — als Grenze nach unten wurde hier der Betrag von 300 Mark angenommen — gab es noch nicht einmal eine unter hundert 2-4 places, dernier modele, type 327, gris-bleu, 6 cyl., 10 CV, trea belle occasion. S'adr.: Agence B. M. W., 2, rue Dubois-Melly, Ge- n Verband« CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH Nächste Monatsversammlung: , Mittwoch, den 7. Juni, abends 18.30 Uhr, im Rest. Du Pont, ' 1. Stock. Besprechung über einen «Landi>-Besuch. Jedes Mitglied ist dazu eingeladen und bekunde sein Interesse durch pünktliches Erscheinen. Der Vorstand. Billige Auto-Garagen In Eisenbeton, zerlegbar, ab Fa. brik mit Türen, von Fr.800.- an Auf Wunsch bequeme TEILZAHLUNG Innert 5 Uahren. Prospekte und Preise fertig montiert. Garage-Bau G. 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Der Jahresbericht erwähnte die Bemühungen des Clubs bei der Luzerner Regierung um Steuerermässigung für ältere Wagen und um die Wechselnummern, Wünsche, die angesichts der enormen Belastungen gewiss berechtigt sind, zahlen die Automobilisten doch an Stadt und Kantone per Jahre die riesige Summe von 100 Millionen Franken. Die Bemühungen um Unterführung der Strasse beim Bahnhof Rotkreuz scheiterten zumeist am Widerstand des Kantons Zug. Der Bahnübergang in Ballwil wird insoweit verbessert, als wahrscheinlich die Linie verlegt wird. Die Einfahrkurve im Maihof ist in Korrektion begriffen. Immer noch schlecht präsentiert sich die schmale Strasse gegen Seeburg, wo sogar die Trottoirs fehlen, ein Unikum an der europäischen Nord-Südverbindung, ausgerechnet in der Fremdenstadt Luzern. (Der Ref.) Bei den Wahlen lag wegen Arbeitsüberhäufung der definitive Rücktritt des verdienten Präsidenten, Herrn Dr. jur. A. Riedweg, vor, der den Club nun mehrere Jahre durch alle Fährnisse einer schweren Zeit erfolgreich geführt hat. Die Gefühle der Anerkennung und Dankbarkeit fanden beim Bankett ihren Ausdruck in der Ueberreichung einer kunstvollen Schale. Auch Herr Alois Zwyer, der dem Vorstand volle 10 Jahre angehörte, trat zurück und wurde geehrt durch Ueberreichung des grossen A.C S.-Bechers. Herr Dr. Riedweg bleibt indessen dem Vorstand erhalten. Als neuer Präsident wurde mit einmütiger Begeisterung Herr Dir. Albert Aebi-Schmid begrüsst Wie alle Jahre schloss sich an die Versammlung ein Bankett, das die Clubkasse in generöser Weise stiftete. Unnötig zu sagen, dass der Schweizerhof für seine alte Tradition Ehre einlegte. Im Laufe des Abends wurde 13 Mitgliedern das Emblem der Treue, das Veteranen-Abzeichen für 20jährige Mitgliedschaft, übereicht. Für die anwesenden Vertreter auswärtiger Sektionen sprach der Präsident des befreundeten Clubs aus Zürich, Herr Gassmann, der Luzerner Sektion die Sympathie aus. Hierauf Zu verkaufen WOLSELEY engl. Marke, Modell 1935, Limousine, 5 PS, 4-Plätz., Lederpolsterung, Heizung, Batterie neu, Pneu fast neu, 4 Türen, rassiger Motor, in sehr gutem, fahrbereitem Zustande. (46 Fr. 1500.— C. Schaeppi, Rosenstr. 4, Uster. • Telephon '969.249. Zu verkaufen "»C Lieferungswagen 16 HP, mit neuer Brücke 2,20X1,65 m, schöne, modern abgerundete Kabine, in echt Lederpolster. Der Wagen befindet sich in einwandfreiem Zustand u. wird mit Garantie abgegeben. (46) 9219 Offert, an E. Schneider, Garage, Huttwil. Telephon 65.105. A. c. s. PROMPT UND BILLIG Dem Fährverkehr konnten letzte Woche folgende Strassen freigegeben werden: Simplon (31. V.), S e 1 i b ü h 1 (2. VI.), Verbindung Gurnigel - Schwefelbergbad und Zufahrt zur Schwarzwal d a 1 p. Diese Strassen sind ohne Ketten passierbar, Mitnahme derselben für die nächsten Tage noch angeraten. Die teilweise Befahrbarkeit der noch gesperrten Alpenstrassen ist am 5. Juni folgende: Albula: Nordseite schneefrei bis Weissenstein ob Preda, Südseite aper bis 2 km unterhall) Hospiz. Durchgehende Oeffnung ca. 15. Juni. Bernina: gesperrt zwischen Berninahäuser und La Rosa, Oeffnung voraussichtlich 20. Juni. Flüela: Davoserseite aper bis kurz unterhalb Hospiz, Engadinerseite freigeschaufelt bis 1 km unterhalb Passhöhe. Durchgehende Oeffnung auf 5. Juni vorgesehen. Furka: gesperrt zwischen Realp und Oberwald im Wallis. Grimsel: Bernerseite freigeschaufelt bis Alp Kurzentännlen, 3 km ob Hotel Handeck, Walliserseite gänzlich gesperrt. Grosser St. Bernhard: unpassierbar zwischen Cantine d'Enhaut und St. Rhe"my. Klausen: Umerseite a-per bis Nossen ob der Gallerie, Glarnerseite schneefrei bis zur Jägerbalm ob Urnerboden. Oeffnung ca. Mitte Juni. Lukmanier: Bündnerseite schneefrei bis St. Gion unterhalb Sta. Maria, Tessinerseite aper bis Camperio. Durchgehende Oeffnung in ca. einer Woche möglich. Oberalp: Umerseite aper bis Nätschen, Bündnereeite gesperrt ab Tschamutt. San Bernardino: Nordseite schneefrei bis 4 km ob Hinterrhein, Südseite aper bis 3 km ob San folgte ein buntes Unterhaltungsprogramm, das durch sein hohes Niveau wohl entzückte. Ein Schlager allerersten Ranges war «Bachus», eine Tragödie unter Göttern, von Walter Bucher verfasst und gemeinsam mit Frl. Maria Häberli und Hr. Otto Buel vortrefflich dargestellt. Eine einzigartig vollendete Darbietung, die auch die rückhaltlose Anerkennung der auswärtigen Gäste fand. Kurz, ein Programm, wie es nicht mehr LANCIA- F. StÖckll • Tel. 7.20.70 Hergiswil a. S. 4 Türen, 6 Zyl., 9 PS, Mo-Cabrioletdell 1932, sehr gut erhal- Mod. 1934, 15 ten, zum Spottpreis von Garage Macchi-Barmettler, Luzern. Telephon 2.30.51. 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Gesperrt sind noch; Kleiner St Bernhard, Iseran, St. CSni«, Glandon, Croix de Fer, Galibier, Izoard, Lärche, Cayolle und Allos. Italien. Unpassierbar sind: Gavia, Grödnerjoch, Jaufen, Pordoi, Sella und Stelvio. Deutschland. Gesperrt ist noch die Grossglocknerstrasse; die übrigen Alpenpäese fiind schneefrei. Die Achentaistrasse ist bis auf weiteres auf der Strecke Haselbach bis Hotel Seehof an Werktagen von 10—16 Uhr für jeden Verkehr gesperrt. Strassensperren. Strasise Baden-Brugg wegen Bauarbeiten bei Gebenstorf noch für 10 bis 14 Tage gesperrt. Umleitung über die Aarebrücke bei Stilli und Limmatbrücke Turgi-Siggenthal. Tösstalstrasse von Wellenau bei Bauma bis Gemeindegrenze Fischenthal wegen Bauarbeiten bis ca. Ende Juli 1939 gesperrt. Strasse Hinwil-Rüti wegen Bauarbeiten in Edikon-Dürnten bis auf weiteres gesperrt. Im Strassenzug Zug-Aegeri iet die Teilstrecke Nidfurren-Schmidtli bei Neuägeri für allen Verkehr gesperrt. Verkehrsumleitung erfolgt über Allenwinden. Zufahrt nach Menzingen über Lorzetobelbrücke offen. Gandriastrasse seit 28. Mai für den durchgehenden Fahrverkehr wieder geöffnet übertroffen werden kann und dem Vergnügungskomitee unter Herrn Karl Weidmann nur Komplimente eintrug. Es muss wohl kaum erwähnt werden, dass unter diesen Umständen die Clubfamilie — es waren erfreulicherweise auch einige Damen erschienen — lange Zeit in gehobener Stimmung beieianderblieb, neue Freundschaften schloss und alte bekräftigte. Glückauf in eine sportlich schöne Sommerzeit! -h. Für Sportfahrer! 1 Sportwagen B.M.W. Typ 328, Modell 1938, nur wenig gefahren, 6 Zyl., 10/80 PS, 2 PL, 160 km, preisgekrönt an Rennen 1938. J W Der schnellste Wagen der 2-Liter-Klasse ohne Kompressor. Wurde Tom Werk überholt, mit Garantie. LAVAGO A.-G., Zürich, GARAGE STADTBACH, BERN. Telephon 23.601. Badenerstr. 330/332. Telephon 7.55.33/34. CITROEN SWAN Typ 10, 4 Zyl., 4/5 PL, 9 PS, gut erhalten, per sofort gegen Kassa zu Fr. 1600.— zu verkaufen. Ev. Tausch an gröss. 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.Automobil-Revue" — Nr. 46 BERN, Dienstag, B.Juni 1939 Das Vertrauen. Die Anschaffung eines Wagens war der stetigen Ausdehnung des Reisehewrks wegen unerlässlich geworden. Da eine gut erhaltene Occasion den Ansprüchen vollauf genügen konnte, wurde ein Fahrzeug angeschafft, das nach den Angaben des Verkäufers ca. 33.000 km Fahrtleistung hinter sich hatte und zu einem angemessenen Preis zu haben war. Die Enttäuschung. Mit freudegeschwellter Brust führt der nunmehrige Autobesitzei seinem Be-- kannten die Anschaffung vor. Dieser reisst plötzlich die Augen gross auf, öffnet die Motorhaube, besieht sich die Motoren- und Chässisnummer und erklärt dann mit einem verschmitzten Lächeln, es handle sich um nichts anderes als um seinen eigenen früheren Wagen, den er selbst 100.000 km gefahren und bei der Anschaffung eines neuen an eine Abbruchfirma verkauft hatte. Der Wagen war darauf durch drei oder vier Hände gegangen und entsprechend weiter gefahren worden, bevor er jene «Verjüngung» erhielt, die ihn auf eine geradezu wunderbare Weise plötzlich um dreiviertel der Lebenslast erleichterte. Erst jetzt konnte sich der Eigentümer erklären, warum-er immer so viel Oel nachzufüllen hatte und warum gewisse Geräusche, mit denen er sich schon von Anfang an vertraut gemacht hatte, eigentlich gar nicht zur richtigen Funktionsweise des Wagene gehörten. Das Vertrauen. Ein Unternehmen benötigte für einen Vertreter eine Occasion, veranlasste ihn, von einer Spezialfirma Offerten einzuholen, entschloss sich für die Anschaffung eines Wagens, der nach Aussagen des Verkäufers etwa 30.000 km zurückgelegt haben sollte, und Hess den Wagen durch seinen Reisenden in Empfang nehmen. Die Enttäuschung. Wie erstaunt war dieser aber, als ihm nach je zwei- oder dreihundert Kilometern Fahrt erklärt wurde, er müsse Oel nachfüllen lassen! Eine genaue Untersuchung, im Laufe derer der Zylinderkopf abgenommen wurde, brachte dann die überraschende Tatsache zutage, dass Kolben und Lager vollständig ausgelaufen waren und dass man in der Offerte aus einer absichtlichen Unterlassung heraus das ...» 1 » vor den < 30.000» nicht angegeben hatte. Das Vertrauen. Es war im holden Monat Mai. Herr Y., dessen Hochzeit bevorstand, wollte sich eine Occasion kaufen, um damit sein Frauchen auf die Hochzeitsreise zu fahren. Auch er wandte sich voll Vertrauen an eine Garage, mit der er bald handelseinig wurde. Die Enttäuschung. Als am Hochzeitstage die Stunde zum Aufbruch auf die schönste Rei6e des Lebens gekommen war, verfrachtete er Frauchen und Gepäck im Wagen, gab Gas und fuhr los. Doch das Vergnügen sollte nicht lange dauern; nach sieben Kilometern versagte der Wagen hartnäckig seinen Dienst und blieb am Strassenrand stehen. Was sollte unser neugebackener Ehemann anderes tun als der Verkäuferfirma telephonieren? Die Antwort, die man ihm am andern Ende des Drahtes gab, «warf ihn um»: «Was, volle sieben Kilometer haben Sie fahren können? Da kann ich Ihnen nur gratulieren; denn offen gestanden, hatte ich nie geglaubt, dass Sie mit dem Vehikel überhaupt über die Schwelle der Garage kommen würden.» ... dass es nicht genügt, aufzufallen, sondern dass dies nur ein Mittel zum Zweck bildet, nämlich das Publikum für die Vorteile zu interessieren, die Sie ihm zu bieten haben. Ob sich dieses Interesse nachher zum Kaufentschluss weiter entwickelt oder nicht, hängt davon ab, ob die gebotenen Vorteile "wirklich gross genug sind, um zum Geldausgeben zu veranlassen. ... dass sich eine gute Propaganda nicht "einfach durch Auswechseln des Namens für ein Konkurrenzprodukt oder eine Konkurrenzfirma verwenden lässt. ... dass es sehr viele Reklamemittel gibt, die an und für sich gut sein mögen, aber für den Angehörigen des Automobilfachs den grossen Nachteil haben, dass nur ein bescheidener Teil der Empfänger als Käufer in Frage kommen. Die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg einer Propaganda besteht aber darin, dass sie sich an solche Leute wendet, die Bedürfnis nach Ihrem Giftstoffe im Geschäftsverkehr: enttäuschtes Vertrauen Wer „Reklame macht" beachte: Diese Fälle, die der Praxis entnommen sind, stehen leider nicht allein. Immer und immer hört man, wie im Geschäftsleben Methoden Verwendung finden, die höchstens eines rosshandelnden Zigeuners würdig sind, dessen Devise auf das Lohengrin-Motiv parodiert werden könnte: « Frag' nicht, woher und wie...» Sind diese Autohändler (die selbstrerend die Ausnahme unter der grossen Masse bilden) so kurzsichtig, dass sie den Schaden nicht einsehen oder nicht einsehen wollen, den sie durch solche Methoden sich selbst zufügen? Glauben sie wirklich, dass der Betrogene, wenn er einmal hinter die Schliche kommt, wie ein neugeborenes Lamm ein kaum hörbares Blöken vernehmen lassen wird? Um selbst den schüchternsten der Menschen aus sich herausgehen zu lassen, gibt es bekanntlich kein besseres Mittel, als ihn gründlich wütend zu machen. Und um das zu erreichen, besteht wiederum der einfachste Weg darin, ihn nach allen Kegeln zu betrügen. Der Grad der Wut steigert sich im selben Verhältnis, in welchem vorher das Vertrauen vorhanden •war. Dieses Vertrauen des Käufers in die Ehrenhaftigkeit des Verkäufers ist die eigentliche Basis, auf welcher sich jedes Geschäft — ganz besonders in schweren Zeiten — aufbaut. Wer einen Occasionswagen anzuschaffen gedenkt und nicht gerade über ein gewisses Mass von Fachkenntnis verfügt, muss sich notgedrungen auf die Angaben des Verkäufers verlassen. Was tut ein solcher Interessent? Er wendet sich an eine Firma, die ihm seines Vertrauens würdig erscheint. Er wird von Anfang an jedes Unternehmen ausschalten, über dessen Gebaren er dieses oder jenes Ungünstige vernommen hat (womit natürlich noch keine Gewähr gegeben ist, dass die erwählte Firma nicht auch zu einer betrügerischen Handlung fähig ist), oder wird, wenn er aus irgendeinem Grund kein volles Vertrauen hat, grund- Artikel haben und in der Lage sind, ihn zu kaufen. ... dass die Voraussetzungen für den Absatz von Autos, Oel, Pneus, Zubehören usw. nicht nur darin verschieden sind, dass ihre Anschaffungen verschieden grosse Auslagen verursachen, sondern auch darin, dass der Nutzen, den Ihre Ware dem Kunden bietet, nicht mit denselben Methoden begreiflich gemacht werden kann. Ist es für den Autoverkäufer relativ leicht, die gute Strassenhaltung oder kräftige Beschleunigung eines Wagens zu demonstrieren, so hält es schon schwerer, die Notwendigkeit des Pneuersatzes vor dem Sichtbarwerden des Cordgewebes plausibel zu machen, und noch viel schwerer, die Notwendigkeit der Verwendung eines Qualitätsöls einzuträufeln. Alle diese Umstände müssen bei der Planung der Propaganda eingehend studiert und berücksichtigt werden. ... dass sich ein Käufer im Grunde nie dafür interessiert, was Sie verkaufen wollen, sondern einzig und allein, •welchen Vorteil er aus der Anschaffung zieht. Wo die Illustration des offerierten Objektes nicht auch gleichzeitig dessen Nutzen für den Käufer demonstriert, ist es viel klüger, diesen Nutzen als Kern der Werbung zu wählen — auch auf die Gefahr hin, einmal eine an sich schöne Abbildung eines Wagens nicht verwenden zu können. sätzlich den Preis so weit herunterdrücken, dass er in der Lage ist, nachherige unangenehme Ueberraschungen aus der Differenz zu finanzieren. Sich das Vertrauen seitens der Kundschaft zu untergraben bedeutet aber für den Occasionhändler nicht nur erschwerte Verkaufsverhältnisse, sondern noch vieles mehr: dass ihm viele Geschäftsmöglichkeiten überhaupt nicht zu Gehör kommen, weil der Ruf seiner Firma einen Teil der Käufer von ihm abhält; dass er schlechtere Preise bezahlt erhält als derjenige, der sich das Vertrauen der Kundschaft durch die Tat zu erwerben versteht; dass sich aus der verminderten Umsatzmöglichkeit sowie aus den schlechteren Preisen ein Arbeitsausfall für die Werkstatt ergibt; dass durch die geringen Absatzmöglichkeiten für gebrauchte Wagen gleichzeitig auch der Neuwagenhandel erschwert und zeitweise vielleicht sogar blockiert wird, da dieser sich in 90 Prozent aller Fälle auf dem Wege des Eintausches alter Wagen abwickelt; dass ein schlechter Ruf als Occasionslieferant auch für die übrigen Abteilungen, wie Reparaturdienst, Schmierservice usw., einen nachteiligen Einfluss geltend macht. Man könnte sich vielleicht mit der Feststellung trösten, dass diese an Schwindel grenzenden Methoden schliesslich immer wieder auf den Schuldigen zurückfallen und sich somit selbst rächen. Der Einwand könnte dann angenommen werden, wenn diese Methoden nicht das ganze Gewerbe in/Mitleidenschaft ziehen würden. Es kann jedoch gar kein Zweifel darüber bestehen, dass,-die Zahl der zirkulierenden Fahrzeuge und die Arbeitsmöglichkeiten bedeutend grösser wären, als sie es gegenwärtig sind, wenn das Publikum jedem einzelnen Gewerbetreibenden mit Eecht sein volles Vertrauen entgegenbringen könnte. Wie mancher würde sich einen gebrauchten Wagen kaufen, wenn er die Gewissheit hätte, für sein Geld ein vollwertiges Objekt zu erhalten! Wie mancher Hesse diese oder jene Arbeit ausführen,- wenn er die Ueberzeugung hätte, dass die Ausgabe keine Aus-, sondern eine Anlage bedeutet, deren Wert ebenso sicher ist wie derjenige einer staatlich garantierten Obligation! Aus diesen Gründen hat nicht nur das Publikum ein vitales Interesse an einer Besserung der Verhältnisse, sondern ebensosehr auch das Gewerbe als Ganzes, weil eine Mehrung des Vertrauens letzten Endes niemand anderem als ihm zugute kommt. :—: ... dass die Berücksichtigung aller wichtigen Umstände auch dem erfahrensten und tüchtigsten Geschäftsmann nicht erlaubt, die Inserate, Prospekte, Plakate, Zirkulare usw. « aus dem Aermel zu schütteln » ; sondern dass die Zeit, die auf die zweckmässige Aufmachung verwendet wird, sich immer bezahlt macht. Der Wirkungsgrad einer Werbung hängt weitgehend von der richtigen Auswahl und angemessenen Formulierung der Argumente ab und damit auch die Rendite der Aufwendungen, welche für die betreffende Werbung gemacht wird. ... dass ein einziger Misserfolg nie grundsätzliche Schlüsse über den Wert eines Propagandamittels oder einer Massnahme geben kann, weil in jedem Fall eine grosse Zahl von Faktoren ihre Einflüsse in günstigem oder ungünstigem Sinn geltend machen. ... dass eine systematische Werbung nicht nur dazu dient, neue Kunden zu gewinnen, sondern auch, um den Eindruck zu erwecken, wie sehr in Ihrer Firma ein schaffensfroher und leistungswilliger Geist waltet, der jederzeit bereit ist, sich für die Kundschaft einzusetzen. ... dass es sich oft lohnt, die Mehrarbeit und Mehrauslagen aufzuwenden, welche durch die Niederschrift eines individuellen Briefes an Stelle einer einfachen Vervielfältigung verursacht wird. Je mehr Vervielfältigungen zum Versand gelangen, desto per- Ausblick Machen wir uns keinerlei Illusionen dar« über, dass etwa der Konkurrenzkampf in seiner Schärfe nachlassen werde, wenigstens solange nicht, als das wirtschaftliche Geschehen in seinen normalen Bahnen abrollt. Das Publikum ist anspruchsvoller als je zuvor. Es ist so geworden teils durch ©ine jahrzehntelange soziale Entwicklung, teils durch den Konkurrenzkampf selbst, der ja dem Servicegedanken in immer stärkerem Mass zum Durchbruch verholten hat, « Service » fusst aber zum grössten Teil auf der Dynamik der Geschäftsführung, auf ihrem Bestreben, das beste zu leisten und die eigenen Kräfte täglich und stündlich in die Waagschale zu werfen. Darum wird der unbeugsame Wille zur nützlichen Arbeit immer das beste Mittel bleiben und bleiben müssen, um den Wettstreit zu gewinnen, der um den Platz an der Sonne konstant ausgetragen wird. — Und aus dem gleichen Grund verschiebt sich in der Znsammenarbeit zwischen Kapital nnd Arbeit das Schwergewicht eher auf die Seite jener, welche die Aufträge hereinzubringen und sie im beidseitigen Interesse einwandfrei zu erledigen verstehen. 0 sönlicher wird ein individuell geschriebener Brief betrachtet und aufgefasst. Natürlich kann die damit verbundene Mehrarbeit nur dann geleistet werden, wenn jeder einzelne Geschäftsfall einen gewissen Minimalumsatz mit sich bringt. ... dass sich der Humor mit viel Vorteil in der Reklame verwenden lässt, wenn er nicht Selbstzweck ist, sondern sich aus der Art des Angebotenen gleichsam als Selbstverständlichkeit ergibt. Forcierter Humor dagegen hat in der Reklame wenig Wirkung auf das Publikum, so wenig wie jene Schauspieler, die glauben, auf der Bühne durch möglichst « theatralische >, d. h. übertriebene und unnatürliche Gesten Eindruck zu machen. In beiden Fällen erkennt man den Meister in der Beschränkung. ... dass zweckmässige Reklame nicht nur dazu dient, bestehende Geschäftsmöglichkeiten der Konkurrenz abspenstig zu machen, sondern noch in weit grösserem Masse neue au schaffen. ... dass die graphisch richtige Gestaltung des Werbemittels einen sehr grossen Einfluss auf den Erfolg hat, und zwar in der Weise, dass er um so grösser ist, je mehr sich die Form der Reklame der Interessensphäre des Empfängers anpasst und je leichter es demselben gemacht wind, die Vorteile zu erkennen, die er sich durch die Anschaffung Ihrer Ware oder Arbeitsleistung erwirbt. ...dass es bestimmte Tage gibt, an denen der Geschäftsmann weniger zu tun hat und die eingehenden Angebote mit etwas mehr Gründlichkeit durchgehen kann, weshalb die Spedition immer derart gewählt werden sollte, dass die Werbemittel den Empfänger an einem solchen Tag erreichen. ... dass in der Reklame vor den Gesetzen der Aesthetik diejenige der Leichtfasslichkeit unbedingt den Vorzug haben müssen. ... dass, bevor Sie an die Niederschrift Ihres Manuskripts gehen, Sie sich überlegen sollten, was aus der Fülle der Ihnen zur Verfügung stehenden Argumente den Kunden aus seinem eigenen Gesichtskreis heraus wohl am meisten interessieren dürfte. ...dass, wo durch eine, gutgewählte Aufmachung eine Verbesserung des Effekts erziölt werden kann, die Scheu vor der Ausgabe für Zeichnungen und Cliches auf dio Dauer — einen Haufen Geld kostet. =