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E_1939_Zeitung_Nr.049

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8 AUTOMOBIL-REVUE

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BERN, Freitag, 16. Juni 1939 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 49 •J*-\-'«-*K^^SSiSS^^^-Ww»---af*J Jawohl geflogen! Von Fridolin. Ja doch. Ja. Ich bin geflogen. Machen Sie doch keine solche Geschichte draus I Ich bin per Flugzeug durch die Luft geflogen. Von Croydon bis nach Birsfetden. Aufregend? Schön? Bitte, ganz wie Sie wünschen. Ich hätte es gar niemandem sagen sollen. Die guten Leute tun ja gerade, als hätte ich mindestens im Segelflugzeug den Mount Everest Oberflogen, oder per Auto den Nordpol erreicht. Und dabei war doch die ganze Angelegenheit so prosaisch. Sogar für meinen Geschmack fast zu prosaisch. Ja, schmunzeln Sie nur hämisch und überlegen. Das hilft Ihnen vielleicht und vielleicht glaub ich's Ihnen gar. Auf alle Fälle hatte ich mich sehr auf den Flug gefreut. Sehrl In Gedonken schüttelte ich noch einmal kreuz und quer durch meine Erinnerungen an gelesene und genossene Bücher über die Fliegerei. Ackermann und so. Sie wissen. Es würde fabelhaft poetisch werden. Verse würden sich aus dem Unterbewusstsein aufdrängen und sich selbsttätig und unvermeidlich zu Gedichten ballen. Vergleiche mit Seglern und Vögeln und so weiter würden nur so auf mich einstürmen und gebieterisch nach augenblicklicher Niederschrift rufen, dieweil das Auge vorschriftsgemäss trunken sich im sonnigen Aether verlöre. Statt dessen fängt das so an. Man steht, oder besser tritt von einem Bein auf das andere, in einer frühen, unheimlich leeren und hallenden, teppichlos-kahlen Hotelhalle und zählt wartenderweise zum siebten Male seine übersichtlich geordneten zwei Stücke Handgepäck nach. Putzfrauen fegen stumm auf den Knien den Boden. Schrubber mit Stielen, denkt man sich so, scheinen hier noch nicht bekannt. (Zur Notiz für die schweizerische Zentrale für Handelsförderung!) Wieder ein Blick auf die Uhr, die faule, die noch zu schlafen scheint. Müde räckelt sich der Zeiger vorwärts zur Acht, und scheint gelangweilt um halbe Minuten zu markten. Endlich I Ein Wink — und einer trägt mein Gepäck quer durch die weiten, gemütlichen Hallen der Victoria-Station. Es ist früh; acht Uhr,- noch herrscht kein Leben hier und die bequemen Taxistrassen zwischen je zwei Perrons schlafen noch. Bald werden sie regsten Verkehr von und zum Kontinent auf ihrem breiten Rücken tragen. Lächerlich kurze, altmodische, bequeme und blitzsaubere Taxis werden hin- und hersausen und ihr Aussehen rechtfertigende, unglaublich enge Kurven ziehen. Bei einem unscheinbaren Ausgänglein, neben der Postumladestelle, verlassen wir den Bahnhof und gelangen in ein stilles Hinterwasser von Seitengasse. Da — da steht ein schmuckes, kleines Gebäude, kaum mehr als ein Pavillon und davor kauern sich ein paar kümmerliche Handkoffer und Hutschachteln, und nun scheinen sie zusammenzurücken, um meinen noch Platz zu machen. Ich betrete den Tempelvorhof. Den städtischen Vorposten von Croydon. Ein paar Puppenstuben- Schreibtischlein mit Schreibzeug träumen an den Wänden. Noch ein letztes Wort... ? Wenn du diese Zeilen erhältst... ? Wer weiss? In der Mitte steht ein Glaskasten und darinnen, Weihnachtszimmer für Buben, alle Flugzeugtypen der Imperial Airways. Untereinander in gar keinem sinngemässen Grössenverhältnis aber die winzigen, runden Glasscheibchen, sausende Propeller darstellend, haben mir gefallen. Ein hübscher Einfall. Drinnen huscht eine beträchtliche Anzahl Angestellter herum, jedweder mindestens Fluggeneral. Dunkelblaue, elegante Uniformen und weisse Mützen, wie wir sie von Birsfelden kennen. Das Billett, lies Büchlein, wird um und um bestempelt, der alte Adam wird schamvoll auf ein schwankes Stücklein Boden dirigiert — eine WaageI Ob ich wohl doch mitdarf? Das Zifferblatt der Waage bleibt dem Passagier verborgen und der Mann, der es sieht, notiert mit felsernem Gesicht das Resultat. Ich fixiere ihn, aber er zuckt mit keiner Wimper, der abgehärtete Abhartl f Wieder steht man auf dem Trottoir draussen und noch ein paar andere Leute mit. Man blickt sich ernst und gemessen an, forscht in den Mienen und probiert Gedanken zu lesen. Pfui — der träumt von der Eisenbahn! Oder sollte ich mich irren? Der wartende Omnibus, stromlinienförmig in Aluminiumfarbe, will mich wohl auf seinen gros- ,sen Bruder aus der Luft vorbereiten. Eine Stimme aus dem Nichts, ein wohlverborgener La eher über dem Eingang bittet: «Will for Basle...> und man setzt sich in den Wagen. Der tastet sich vorerst behutsam durch / beschreiblich enge Gasse hindurch, so ich sie der grossen Stadt London gar nicht glaube. Aber dann zischt er los. Mein Gott, wie der Kerl fährt. Der hat bestimmt Liebeskummer — und ich sitze nun in seinem Vehikel gefangen. Fahren? Der Junge braust, der rast, der jagt ja nur so dahin. Ich wünsche es einem Rennfahrer, dass er sich mal zu dem Burschen hineinsetzen muss. Er würde unbedingt, sofort, schamrot seine Rennfahrerlizenz bei der einschlägigen Sportbehörde zurückgeben. Es gibt nichts Gemeineres, als, wenn man viel selber fährt, sich so in einen Omnibus hineinbegeben zu müssen und überall mitzubremsen, jede Kurve mit dem Körper auszugleichen. Schmerzhaft vermisst man den stabilen, so wohltuenden, beruhigenden Halt am Steuer. Er fährt ja durchaus korrekt, aber auf der Kante-des Rasiermessers. Dass er links fährt, ist mir egal, daran hab 1 ich mich gewöhnt — das ist englisch. An den Kreuzungen verwirrt es zwar ein wenig. Aber die fünfzig Meter neben dem braunen Lastwagen her — oh du mein Saitenspiel I Ich werde ewig das freche Totenlachen der frischen Seefische vor mir sehen, die da keine zehn Zentim||er„von mir weg in dem eilenden, braunen Unfg"etOm? mit mir um die Wette zu jagen schienen. Gottlob, endlich die ersten Flugzeugwerften. Wir dürften uns Croydon nähern. Jawohl, da sind wir schon. Was, das ist der Luftbahnhof? Das ist ja ein bereits gemütlich und ältlich aussehendes Gebäude, gross wie ein Stadtbahnhof bei uns. Egal — nur heraus aus dem Omnibus. Es fragte mich jemand, ob ich bei meiner Luftreise keine Angst gehabt hätte? Doch, sage ich, doch; im Omnibus von Victoria nach Croydon. Ein paar wenige Minuten steht man noch hatbverblödet in der mächtigen Halle herum, wo Pro« spekte und Plakate von den Wänden schreien in allen sonnigsten Farben der Palette, wo grosse Flugzeugmodelle von der Decke herabstossen, und dann wird man hinausgetrieben, wie Schäflein. Zwei Uniformträger durchblättern gelangweilt das Büchlein [siehe oben unter Billett) und weisen einen zu einem der beiden Flugzeuge. Nichts von Poesie. Ich hatte gedacht, hier würde nun im milden Schein der Morgensonne, der in seinem Fernweh erzitternde Silbervogel... und so weiter. Nichts davon. Wir sind fünf Minuten zu spät und zu viel Passagiere für einen Apparat. Deshalb sind zwei da, und nun wird man, wohl dem Gewicht nach, aufgeteilt. Pressieren. Hurry upl Nix wie losl Kaum sitzt man recht drin, in dem blauledern-gepolsterten Gestühle, gibt das Ding schon Vollgas und rumpelt davon. Schwerfällig, wie ein Heuwagen, wenn der Gaul durchgeht. Die ganze Freude, ich würde nun endlich einmal den riesigen Flugplatz mit Müsse, bestaunen können, ist futsch. Nichts habe ich gesehen,- cm einziger, kurzer, gehetzter Blick in der Runde, so schnell, dass die Augäpfel in der Kurve schier heraushingen und dann war alles vorbei. Das Rumpeln hatte aufgehört und machte einem gemütlichen Brummen Platz. Auch der Flugplatz war weg, den hatten wir irgendwo liegen gelassen. Unten waren ein paar schäbige Behausungen und zahllöse, durch Mäuerchen aufgeteilte Wiesen, und der Horizont war sehr nah und lag im Dunst. Dann kamen Wolken und noch mehr Wolken und dann war's aus. Erst nach etwa einer halben Stunde sah ich unten Wasser, und darauf lief ein müder Mistkäfer und hinterliess ein weisses Strichlein. Dann kam Land, und das musste Frankreich Schluss Seite VI.