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E_1939_Zeitung_Nr.050

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BERN, Dienstag, 20. Juni 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 50 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PH EIS Ei Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5—, jährlich Fr. 10.-. Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlieh abonniert. Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.5«. Ausgab« C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.75. Erscheint jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gilbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse : Autorevue, Barn Geschäftsstelle Zürich : Lfiwenstrasse 51, Telephon 39.743 INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. GrSssere Inserate nach Spezialtarif. Inseratensehluss 4 Tage vor Erscheinen der Nummer Das Nutzfahrzeug im europäischen Strassenverkehr Die Statistik des europäischen Nutzfahrzeug-Umlaufs vermittelte in den letzten Jahren nach aussen hin den Eindruck einer stetigen, wenn auch nicht sonderlich raschen Aufwärtsentwicklung. In den 15 nachstehend verzeichneten Ländern des alten Kontinents hat die Zahl der Lastwagen und Omnibusse von rund 1,7 Mill. in 1934 auf 2,1 Mill. in 1938 jnit einer durchschnittlichen Jahres^Zuwachsrate von etwa 5% in annähernd gleichmässigem Tempo zugenommen. Umlaufziffern allein bieten allerdings noch keinen genügenden Maßstab zur Beurteilung des Motorisierungsverlaufs in diesem Sektor des Verkehrswesens. Da der Begriff « Nutzkraftverkehr» eine weite Skala von Wagenkategorien in sich schliesst — den leichten Lieferwagen wie den schweren Lastwagen, Omnibusse und Traktoren, sowie endlich den grossen Bereich militärischer und ziviler Sonderfahrzeuge — ist naturgemäss schon seine statistische Erfassung unter-einheitlichen Gesichtspunkten innerhalb eines grösseren Komplexes von Ländern nur sehr unzureichend möglich. Darüber hinaus stellt aber eine Analyse des Nutzkraftverkehrs dem kritischen Betrachter noch eine Reihe besonderer Probleme. Die treibenden und retardierenden Kräfte, die die Entwicklung auf diesem Gebiet bestimmen, sind so mannigfaltig und in ihrer zeitlichen Wirkung so unterschiedlich, dass ihr jeweiliger Effekt auf das Schrittmass der Motorisierung des gewerblichen Strassentransportwesens aus den jährlichen Bestandsziffern noch nicht ohne weiteres abgelesen werden kann. Zu den gewässermassen «natürlichen» Einflüssen der Konjunktur, die sich im Bereich des Nutzkraftverkehrs verständlicherweise mit besonderer Unmittelbarkeit bemerkbar machen, tritt dessen planmässige '«Lenkung» durch behördliche Koordinationsverordnungen, deren abträgliches Ergebnis für die Motorisierung sich aus ährer bewussten protektionistischen Einstellung gegenüber den Eisenbahnen von selbst erklärt. Wenn die Einflüsse solcher hemmenden Faktoren trotzdem im Gesamtbild der Entwicklung des europäischen Nutzwagen- ) Vgl. hierzu «A.-R.> Nr. 37: «Der Personenwagen im europäischen Straesenverkehr ». Umlaufs nicht immer ihren sofort sichtbaren Niederschlag finden, so ist das darauf zurückzuführen, dass sie jeweils zu verschiedenen Zeitpunkten in Erscheinung traten und des weiteren, zumal in den allerletzten Jahren, durch gewisse « Gegenbewegungen » teilweise ausgeglichen wurden. Diese haben vorwiegend ihren Ursprung in den mit dem wachsenden Aufrüstungsstreben fast aller europäischen Nationen entsprechend stark in den Vordergrund rückenden wehrwirtschaftlichen Tendenzen, deren Ziel es ist, die lange vernachlässigte Expansion des Nutzkraftverkehrs nunmehr mit allen Mitteln zu beschleunigen. Mit den in den einzelnen Ländern Europas von Regierungsseite unternommenen Schritten, die das Tempo der Entwicklung auf diesem Gebiet nach der einen oder anderen Richtung hin beeinflussten, haben wir uns an dieser Stelle bereits so ausführlich befasst, dass es hier genügen 1 darf, ihre Ergebnisse kürz"* Zusammenzufassen, wie sie sich zunächst in den Zahlen über den Verlauf des europäischen Nutzwagenabsatzes während der letzten Jahre widerspiegeln. Die nachstehende geographische Zusammenstellung wird sich dabei, gleich der später folgenden Bestandsstatistik, auf Lastwagen und Omnibusse beschränken und sich in der Hauptsache auf die Angaben des Bureau Permanent International des Constructeurs d'Automobiles stützen, die ihrerseits wieder auf Originalziffern seitens der Produzenten und amtlicher Stellen fussen. Wie aus untenstehender Uefoersicfat hervorgeht, hat die Kurve des Nutzfahrzeuigabsatzes in Grossbritannien nach einem kräftigen Anstieg in der Zeit von 1934 bis 1936 bereits 1937 ihre Richtung gewechselt, um sich dann im folgenden Jahr noch rascher zu senken. Daraus wird deutlich, wie bald der in der zweiten Hälfte 1937 Seit drei Jahren, d. h. seitdem die Behörden von Baselstadt aus eigenem Impuls und ohne dass von den Verkehrsinteressentenverbänden eine dahinzielende Bewegung ausgelöst worden wäre, an die Revision des kantonalen Einführungsgesetzes zum MFG schritten und in vorbildlicher Weise verschiedene fühlbare Erleichterungen gewährten, ist die ^trassenverkehrsgesetzgebüng in den KantojQejt in Eluss geraten. Die meisten unter ihnen "haben .im Laufe der letzten 20 Monate Partlalrevisionen von Gesetzen und Verordnungen vorgenommen und im Interesse der Wiederbelebung des Strassenverkehrs steuerliche Verbesserungen zugestanden, deren Ausmasse allerdings stark voneinander abweichen. Aber ,ooooo--I = . _ _ i