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E_1939_Zeitung_Nr.055

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ungünstigen

ungünstigen Verhältnisse wegen auch durch den Rückblickspiegel keine Sicht auf den Straßenverkehr, weshalb die 'Anstellung einer Hilfsperson in der Tat geboten war. Diese hätte sich freilich auf der Strasse aufstellen sollen, um nahende Fahrzeuge rechtzeitig wahrnehmen und ihre Lenker durch Zeichen auf den manövrierenden Wagen aufmerksam machen zu können. Nach den obergerichtlichen Feststellungen war aber diese Hilfsperson, ein Landmann und Friedensrichter, durchaus vertrauenswürdig und darum durfte der Automobilist annehmen, es sei nicht nötig, diesem genauere Weisungen zu erteilen. Der Beschwerdeführer ist demnach m Gutheissung der Beschwerde von Schuld und Strafe freizusprechen. (Bei der punkt der neuen Vorlage bildet, entsprechend den Forderungen der Motion, die Herabsetzung der Steuern für mittlere und schwere zivilrechtlichen Auseinandersetzung.mit dem andern Fahrer hat er dagegen den von derWagen, die Schaffung von Wechselnummern Hilfsperson^ begangenen Fehler zu verantworten.) Ausstellen des Richtungszeigers beim Wegfahren. Ein Autobus der Stadt Luzern näherte sich langsam der Haltestelle Luzernerhof, doch hielt der Wagenführer nicht völlig an, weil der Billetteur im letzten Augenblick das Zeichen zur Weiterfahrt gab. Da er sich dem Randstein genähert hatte, musste er bei der Wiederaufnahme der Fahrt nach links in die Fahrbahn einschwenken und war gezwungen, dieses Manöver ziemlich scharf auszuführen, weil 4—6 Meter vor ihm ein anderer Autobus hielt. In diesem Moment stiess. er an ein Motionär und vom Lahdrat vertretenen Auffassung angeschlossen. Des Dankes der eben vorfahrendes Personenauto an. DasMotorfahrzeugbesitzer für dieses Entgegenkommen darf sie heute schon versichert sein, Amtsgericht Luzern - Stadt verurteilte den Äutobusführer zu 10 Fr. Busse, weil er beim stellt sich damit doch auch Baselland in die Wiederanfahren und Linksausbiegen nicht Reihe jener Kantone — ihre Zahl nähert sich den Richtungszeiger gestellt hatte. — Auch bald den 20 —, die mit klugem Weitblick hier hat der bundesgerichtliche Kassatioreshof den Fahrer freigesprochen. mobil dessen fiskalische Belastung gemildert und in richtiger Würdigung des Faktors Auto- und damit unserer Wirtschaft neuen Auftrieb Die Betätigung des Richtungszeigers verliehen, haben. Zu hoffen steht jetzt nur wird in Art. 75 b der Verordnung für das «Abbiegen» vorgeschrieben, worunter nur das Einschwenken in eine andere Strasse und nicht das blosse Umfahren eines Hindernisses zu verstehen ist. Allerdings wird der Zeiger übungsgemäss auch verwendet, wenn ein Fahrzeug nach einem Halt am Strassenrand wieder die Fahrbahn gewinnen muss, doch ist der Autobus im vorliegenden Fall -nicht zum Stehen ge- : kommen, so das« der Lenker auch nicht gegen diese Uebung verstosSen'haC ; Wß. Aus «I«»n Kantonen Steuererleichterungen in Baselland auf guten Wegen. Die Frage einer Lockerung der Verkehrssteuerschraube ist im Kanton Baselland nicht etwa erst heute akut geworden. Schon im Herbst des vergangenen Jahres beschäftigte F E U I E T O N Rätsel um Muriel. Roman von Johann Friedrich. 48. Fortsetzung. c Meine Leute tun, was ich befehle », "erklärt Captain Black nachdrücklich. « Es ist nur — müssen wir Mister d'Andrade und alle die Fremden wirklich an Bord behalten ? Menschenentführung, wissen Sie — > «Leider hilft da nichts », bedauert Aguillar, der merkt, dass er sein Spiel.gewonnen hat, < oder wollen Sie, dass die andern Anzeige machen, so dass wir noch im letzten Augenblick abgefasst werden ? » «Sie haben recht, Sir >, sagt Captain Black, nachdem er noch einmal kurz, doch intensiv nachgedacht hat. «Glauben Sie nicht, dass ich meinen Auftraggeber gern im Stich Hess, wenn ich auch dabei verdiene, aber in diesem Fall bleibt mir ja gar nichts anderes übrig, wenn ich nicht selbst ins Kittchen kommen will: » «So ist es ! » bestätigt iDon Aguillar und drückt ein Päckchen Banknoten in die Hand des Kapitäns. «Als Anzahlung-! » Das Gewissen des tollen Tobv fühlt sich sofort wesentlich beruhigter. Eine Schaluppe bringt die beiden Männer an Bord .der Zanzibar, wo sich unschwer ein Versteck für Don Aguillar findet. Dann kehrt Black an Land zurück. Erstens, um Mr. d'Andrade zu erwarten, zweitens um einen Teil des erhaltenen Vorschusses angenehm unter die Leute zu bringen. XVI. Verkauft und verraten. Es dunkelt bereits, als Charles mit seiner Gesellschaft das kleine Hafenstädtchen erreicht. Aus malerischen, alten Häuschen schimmern schon schwache Lichter, während die beiden grossen Wagen über holpriges Pflaster zum ersten Hotel des Orts fahren. sie den Landrat, der damals eine darauf hinzielende Motion Meyer erheblich erklärte. Dreierlei Begehren stellte der Motionär dabei: Steuerabbau für die mittelstarken Wägen, Reduktion der Ansätze für Altwagett und Einführung der Wechselnummem. Wohl lehnte es die Regierung ab, bei der Entgegennahme der Motion Bedingungen zu akzeptieren, auch nicht in bezug auf den Zeitpunkt der Berichterstattung über die Angelegenheit. Im Äktenstaüb versunken ist sie indessen nicht, denn letzter Tage hat der Reglerungsrat dem Parlament einen Entwurf für die Revision der kantonalen Vollziehungsverordnung zum MFQ zugehen lassen. Kern- für Motorräder und Personenwagen, sowie — und in diesem Punkt geht, der Entwurf sogar weiter als die in der Motion formulierten Wünsche — die Steuerbefreiung für landwirtschaftlich benutzte Traktoren auf arrondierten Gütern und Höfen. Der, EinnahmenausfaH, der dem Staat aus der-Verwirklichung dieser Massnahme erwächst, soll sich, wie Berechnungen ergeben haben, auf 10 000—12 000 Fr. im Jahr belaufen, bleibt also durchaus innert erträglicher Grenzen. Allem Anschein nach hat somit die Regierung ihre anfänglichen Bedenken hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen einer Steuererleichterung überwunden und sich der vom noch* dass diese verständnisvolle Politik auch dort Nachahmung finden werde, wo man sich ihr bisher verschlossen hat. Stfauassera 6 Millionen Fr. für den Ausbau der Klausen- • strasse. v. " ,. . -Wie die-Urrier-Presse zu.berichten, weiss, hat der Bundesrat von den durch die Volksabstimmung vom 4. Juni gewährten Kredijt#ö; für die Landesverteidigung und Arbetls'- foeschaffung bereits einen solchen von 6 Mjfl. für den Ausbau des Klausens bewilligt. Damit dürften die Voraussetzungen erfüllt sein, um diesen Uefoer>gang, der inskünftig als Zufahrtsroute zum Pragel und zu der Kistenstrasse eine bedeutsame Rolle spielen wird, nicht nur auf grössere Breite auszubauen, sondern ihn auch im Winter fahrbar zu halten. Das liegt direkt am Kai, ein Geruch von Salzwasser und Tang erfüllt die Luft und man hat einen freien Blick über den Hafen, in dem es von Fischerbooten und winzigen Küstenfahrzeugen wimmelt. Weiter draussen glänzen matt durch das abendliche Grau die Positionslaternen eines grösseren Dampfers. « Das ist die Zanzibar ! » [ Noch bevor er aussteigt, deutet Charles mit der Hand hinaus auf das schwach beleuchtete Schiff. Dr. Martinez und Don Paulo sehen mit gierigen Augen starr hinüber. Dort also liegt, von der Dünung sanft gewiegt, das Ziel ihrer Wünsche und Bemühungen. « Können wir den Steamer heute noch erreichen ? > fragt Dr. Martinez hastig. « Wir möchten so wenig Zeit wie möglich verlieren. » «Wenn Sie vorher Ihre ärztliche Pflicht an Miss Troy erfüllen.» Dr. Martinez überlegt nur kurz. Er fürchtet nicht mehr, von Charles betrogen zu werden, und eine Art Gewissen hat er immerhin auch. Es ist wirklich Zeit, dass dieses hübsche und unschuldige Mädchen wieder zu sich kommt. «Ich bin bereit! » erklärt er mit der den Südländern auch in weniger passenden Augenblicken mitunter eigenen Grossartigkeit. Peggy ist, von Lady Constanza. begleitet, inzwischen in das komfortabelste Zimmer des Gasthofs getragen und auf einer altmodischen Couch, niedergelegt worden. Als Charles mit dem. Arzt den Raum betritt, ist Lady Constanza im Begriff, den Kopf ihrer Tochter möglichst bequem zu betten. Sie ist dabei von fortwährend wechselnden Entschlüssen innerlich zerrissen und hat Tränen in den Augen. « Bringen Sie schon wieder eins von Ihren Mitteln ? > fährt sie Dr. Martinez bös an. « Aber jetzt wird es wirken» behauptet Dr. Martinez, « ich verbürge mich dafür. » Lady Constanza hat nicht übel Lust, gerade diesmal dem Arzt den Zutritt zu Peggy AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 7. JULI 1939 — NP 55 Die seit nunmehr zwei Jahren gültigen Vorschriften verlangen von den einzelnen Wagengattungen folgende Bremsverzögerungen: Tabelle I a) Leichte Motorwagen: mit Vierradbremse Abstand halten! 5 m/sec* mit Zweiradhandbremse . 2 » b) Schwere Motorwagen: mit Vierradbremse 4 mit Zweiradbremse 2,5 c) LastwagmzGge: mit durchgehender Bremse > S mit zwei separaten Bremsen 2 d) Motorräder; mit Zweiradbremse 3,5 mit Hinterradbremse allein 2,5 e) Motorräder mit Seitenwagen: 3,5 Unter der Annahme, dass es sich beim vordem Fahrzeug um einen Personenwagen mit sehr wirksamen Bremsen handelt (aus Sicherheitsgründen sollte immer angenommen werden, dass er solche hat), ergeben sich für die nachfolgenden Fahrzeuge die in Fig. 2 und Tabelle II niedergelegten Mindestabstände. Sie sollten zur Vermeidung des Auffahrens an Stellen, wo Seitenstrassen einmünden, auf unübersichtlichen r Strassenstücken, in Dörfern und überhaupt überall, wo das vornliegende Fahrzeug unter Umständen zum plötzlichen Stoppen gezwungen ist, stets eingehalten werden. Die angegebenen Zahlenwerte sind unter der selbstverständlichen Voraussetzung berechnet worden, zu verweigern und es gelingt Charles nur schwer, sie von Dr. Martinez' ehrlicher Absicht zu überzeugen. (Schluss von S«ite 1.) «Es ist das letztemal» versichert sie gedämpft, aber entschieden, < dass ich meine Tochter der Behandlung dieses Mannes anvertraue. Meine Geduld ist erschöpft, Charles !» « Peggy wird gewiss rasch zu sich kommen und wieder ganz auf der Höhe sein », behauptet Charles tröstend. Dabei merkt er jedoch mit einem innerlichen Schreck, dass er selbst sich weniger auf das Erwachen seiner Braut freut als davor fürchtet. In diesem Augenblick, stösst Lady Constanza einen leisen Schrei aus und ist mit zwei Schritten aus der Ecke, in der sie mit Charles geflüstert hat, am Lager ihrer Tochter. Peggy hat langsam und erstaunt die Augen aufgeschlagen. Dr. Martinez wirft Charles einen verstohlenen Blick zu. Der beschimpft sich selbst, dass er sich in diesem Augenblick mit dem Südamerikaner verständigen kann, aber er nickt doch unmerklich zurück. « Mylady ! > sagt der Arzt im Flüsterton zu Lady Constanza, «Ihre Tochter erwacht jetzt. Sie hat eine gute Natur, aber trotzdem muss man sie natürlich zunächst vor Trubel und Aufregungen schützen. Am besten bleiben Sie jetzt allein bei ihr. Geben Sie ihr af e vier Stunden von dem Stärkungsmittel, das ich Ihnen hinterlasse.- Ein gehäufter Teelöffel ist die richtige Dosis. Und — wenn Ihr Fräulein Tochter Fragen steflen sollte, dann beantworten Sie sie vorsichtig, aber wahrheitsgemäss. Das ist am richtigsten, denn es nicht unmöglich; dass sie trotz ihres Dämmerzustandes doch manche Wahrnehmungen gemacht hat und es wäre nur schädlich, ihren um Klarheit ringenden Geist durch gutgemeinte Lügen in Verwirrung zu bringen. » « Gewiss, Herr Doktor ! » antwortet Lady Constanza wieder fügsam und um Peggy beschäftigt. Die Anordnungen des Arztes dass die Bremsen der nachfolgenden Wagen wenigstens den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestforderungen entsprechen. Andernfalls müsste natürlich der Abstand noch verlängert werden, um Eventualitäten auszuschliessen, desgleichen wenn das Bremslicht des vorderen Fahrzeugs defekt ist und man erst aus der gefährlichen Verringerung des Abstandes jeweils merkt, dass der vordere Fahrer bremst. Uebrigens liegt selbstverständlich auch in diesem Falle eine Gesetzwidrigkeit vor, denn jeder Wagenbesitzer ist verpflichtet, dafür zu sorgen, dass sein Bremslicht bei Betätigung der Bremsen aufleuchtet, -b- Tabelle II Fahrtempo in km/St. Art des hinteren 4050 6070 80 90 100 Fahrzeugs Mindestabstand zum vordem Wagen in m Lastwagenzüge mit separater Anhängerbremse; zweirädrige Fahrzeuge bei alleiniger Bremsung der Hinterräder 3346 65 90 — — — Schwere Motorfahrzeuge mit Zweiradbremse 233343536374 85 Solo- und Beiwagen- Motorräder 18 27 354350 58 66 Schwere Motorwagen mit Vierradbremse 16 23 29 36 4349 5« Personenwagen 14 1822 263034 39 100] j j 1 j j 1 rr—j 1 90 ; %kl . v/z t 80— ^ jf- Fig. 2. Abhängigkeit des 70 —— —— 4-*^ -&. - notwendigen Mlndestab-

No 55 FREITAG, 7. JULI 1939 AUTOMOBIL-REVUE Grosser Preis von Frankreich 2. Lauf um die Europameisterschaft am 9. Juli in Reims Mit dem 33. Grossen Preis von Frankreich Wird am nächsten Sonntag in Reims wohl das klassischste aller klassischen Automobilrennen ausgetragen, und man kann nur auf das lebhafteste bedauern, dass die Besetzung nicht interessanter ausgefallen ist. Die rund 7,815 km lange, in tadellosem Zustand befindliche Rennstrecke von Reims - Queux zahlt mit dem Circuit von Spa - Francorchamps, auf dem vor vierzehn Tagen das Unglücksrennen um den Grossen Preis von Belgien gefahren wurde, und der Bremgartenwaldrundstrecke in Bern, auf der in 6 Wochen der VI. Grosise Preis der Schweiz steigt, zu den schnellsten Strassenpisten des Kontinents, auf denen die Wagen mit unverdichteten Motoren vom Start weg ganz gewaltig handicapiert sind. Was nach einem Blick auf die unten veröffentlichte Nennliste nichts anderes heissen will, als dass das zu erwartende deutsch-französische Duell ein Kampf mit ungleichen Waffen zu werden verspricht, in welchem die Boliden der Auto-Union und von Mercedes-Benz auf Grund ihrer weit grösseren Spitzengeschwindigkeiten wie üblich dominieren dürften. In Erinnerung an den letztjährigen französischen Grand Prix, der allerdings unter besonders unglückseligen Umständen durchgeführt wurde und bei dem nach der zweiten von vierundsechzig zurückzulegenden Runden nur noch 5 Konkurrenten — 3 Mercedes-Benz und 2 Talbot — unterwegs waren, haben die Organisatoren jedenfalls gut getan, wenn sie diesmal die Gesamtdistanz von 64 Runden = 500 Kilometer auf \ 51 Runden = 400 Kilometer verkürzten und dadurch vermeiden, dass das Ende der zu erwartenden «Spazierfahrt» der Silberpfeile aus Zwickau und Untertürkbeim über Gebühr hinausgezögert wird. Nach der allgemeinen Lage zu urteilen, ist ja mit Sicherheit damit zu rechnen, dass die französische «Konkurrenz» in Form von drei konupressorlosen Talbot und zwei ebensolchen Delahaye — vom 8-Zylinder-Kompressor-Sefac gar nicht zu sprechen — einwandfrei abgehängt wird und die Spitzenfahrer der Vierring- und Dreizackmarke den Sieg untereinander ausmachen. Hievon im voraus überzeugt sein zu können, trägt zur Spannung über den Ausgang der Veranstaltung nicht eben in hohem Masse bei. Dass Alfa-Corse mit Rücksicht auf die Versuchsfahrten in Monza, die den ganzen Monat dauern sollen, dem Rennen in Reims offiziell fernbleibt — und wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, überhaupt nicht daran denkt, heuer nochmals an einem Formelrennen teilzunehmen, darüber haben wir unsere Leser bereits kurz orientiert. Die vom Schweizer Christian Kautz mit Unterstützung der Mailänder Fabrik in Paris gegründete Renngemeinschaft einiger Alfa-Romeo-Fahrer darf daher als eigentliche offiziöse Vertretung von Alfa-Corse für die bevorstehenden Rennen nach der Grand-Prix - Formel (Reims, Nürburgring, Bern etc.) angesehen werden; sie verfügt über die neuesten, direkt von der Fabrik gelieferten 3-Liter - 8-Zylinder - Alfa- Romeo-Rennwagen mit Kompressor und versucht ihre Chancen im Grossen Preis von Frankreich mit Kautz, Sommer und Matra am Steuer. Um kurz auf die Zusammensetzung der übrigen Rennställe zu sprechen zu kommen: Mercedes - Benz tritt mit dem oftmals erfolgreichen Trio Caracciola / von Brauchitsch / Lang an und verzichtet im Gedenken an den auf so tragische Weise verunglückten Richard Seaman darauf, mit dem gemeldeten vierten Wagen an den Start zu gehen. Für die Auto-Union starten Nuvolari, Stuck, Hasse und Müller, für Talbot Etancelin, Lebegue und der Engländer Mays, für Delahaye Dreyfus und Raph, während die Meldung für den immer sagenhafteren SEFAC offenbar in letzter Stunde wieder einmal zurückgezogen worden ist. Dem Rennen der Formelwagen geht ein solches für 1,5-Liter-Wagen um den Pokal der französischen Sportkommission voraus, das, wie aus der Nenn'liste ersichtlich ist, recht interessant werden dürfte. Distanz: 38 Runden = zirka 300 km. Abschliessend sei noch bemerkt, dass die Rennstrecke infolge der zahlreichen Kurvenverbesserungen gegenüber dem letzten Jahr eine «Schrumpfung» von 7 km 826 auf 7 km 815,7 durchgemacht hat, so dass die genaue Renndistanz für die Formelwagen 51 Runden = 398 km 600 und für die 1,5-Liter-Wagen 38 Runden = 296 km 996 beträgt. Es starten: a) Formelwagen: Alfa Romeo: Kautz, Sommer, Matra. Auto-Union: Nuvolari, Stuck, Müller, Hasse. Delahaye: Dreyfus, Raph. Mercedes-Benz: Caracciola, von Brauchitsch, Lang, Talbot: Etancelin, Lebegue, Mays. b) 1,5-Liter-Wagen: Alfa Romeo: X., X., X. Alta: Abecassis. E.R.A.: B. Bira, Dobson, Pollock, Hanson. Maserati: Hug, Joa, Dipper, Loyer, Corsi, Gerard. Sintca: Gordini, Paul, Contet. Bestehende Rekorde: Streckenrekord: Manfred von Brauchitsch (Mercedes-Benz) im Jahre 1936 über 500 Kilometer mit 162,758 km/St.' Rundenrekord: Herrn. Lang: 170,645 km/St. DAS MITTWOCH-TRAINING. An der ersten Trainingssitzung vom Mittwochnachmittag waren einzig die Mannschaften der Auto-Union und von Mercedes-Benz vollzählig zugegen. Anfänglich wurde eher behutsam gefahren und die Strecke rekognosziert, die seit dein letzten Jahr faauptsächich in den Kurven viele bauliche Verbesserungen erfahren hat. Diesen bautechniechen Aenderungen ist es in erster Linie zuzuschreiben, wenn im Laufe des Trainings die Tempi sprunghaft in die Höhe schnellten und der bestehende, von Lang (Mercedes-Benz) im letztjährigen Grand Prix mit 170,645 km/St, aufgestellte offizielle Rundenrekord letzten Endes um 20 km/St, überboten wurde. Lang selbst verbesserte sukzessive auf 177,405, 178,871 und 181,292 km/St., womit er eine unheimliche Jagd auf die Rundenbestzeit des Tages vom Zaune riss. Brauchitsch (Mercedes- Benz) drehte eine Runde mit 181,525 km/St., Nuvolari (Auto-Union) erwiderte mit 181,760 und 182,349 km/St., Caracciola (M.-Benz) griff mit 184,865 und 184,986 km/St, ein und des Staunens war kein Ende, als Hermann Lang diesen phänomenalen Geschwindigkeiten mit 190,497 km/St. = 2:27,7 die Krone aufsetzte. Es muss allerdings gleich gesagt werden, das® diese Tempi nicht allein auf das Konto der baulichen Verbesserungen zu buchen, sondern auch auf die Tatsache zurückzuführen sind, das« sich Nuvolari, Caracciflla und Lang, als sie diese Rekordrunden drehten, allein auf der Strecke befanden und somit den Vorteil hatten, keinen Konkurrenten überholen zu müssen. Sowohl die Rennleiter der Auto-Union als auch von Mercedes-Benz scheinen von diesen fabelhaften Zeiten nicht restlos begeistert zu sein, werden diese doch, nanientlich bei warmem Rennwetter, nicht ohne Rückwirkungen auf das Reifenproblem bleiben. DAS TRAINING VOM DONNERSTAG. Die Ausbeute des zweiten Trainingstages von Reims war nicht so interessant wie am Vortage, an welchem der Rundenrekord achtmal geschlagen wurde und zuletzt auf 190,497 km/St, stand. Caracciola ging zuerst über die Bahn, um eine Runde mit 186.2,29 km/St, zu fahren. Nachher steigerte er auf 187,576 km/St, und es blieb dies die Tagesbestleistung. Es folgten Lang mit 187,202 km/St, Nuvolari mit 182,824 km/St., Stuck mit 175,835 km/St., von Brauchitsch mit 168,482 km/St., Etancelin und Le Besue mit 163,489 km/St., Sommer mit 156,314 km/St, und Dreyfus mit 154,501 km/St. Das Crystal-Palace-Cup-Meeting. Wer dem Rennen um den Crystal-Palace-Cup am vergangenen Samstag beigewohnt hat, wird bestätigen, in welch hohem Masse die Wiederholung eines geschickt organisierten Rundstreckenrennens über nicht zu lange Distanzen innerhalb eines vernünftigen Zeitraumes geeignet ist. das Interesse an der Veranstaltung zu steigern. Nicht nur bei den Konkurrenten, die dadurch in der Lage sind., die im ersten Rennen gesammelten Erfahrungen unmittelbar — das heisst ohne Ueberholung durch grundlegend neue Typen bis zum darauffolgenden "Jahr — auszuwerten, sondern auch für den sachverständigeren Teil des Publikums, dem solcbermassen der Erfolg dieser Bemühungen im Vergleichswege zugänglich gemacht wird. Wenn etwa« das Crystal-Palace-Cupe-Rennen am 1. Juli nicht ganz so anziehend werden Hess, wie HALTEN SIE IHREN MOTOR f 1 I I ff C/llIRFR Mobiloil verhindert Schmutzbildung ARUM ist jeder Motor mit Mobiloil sauberer ? W Weil Mobiloil durch das Clirosol-Verfahren von allen unbeständigen Anteilen befreit ist. Jeder Tropfen ist reiner Schmierstoff und enthält kein einziges Atom, welches das Oel zersetzen könnte. Mit Mobiloil gibt es also keinen Oel-Schlamm mehr, sondern reichhaltige und ausgiebige Schmierung. Ihr Garagist wird es Ihnen sagen : Mit Mobiloil holen Sie das Maximum aus Ihrem Motor heraus bei geringerem Verbrauch. Füllen Sie es heute noch ein, es lohnt sich. VACUUM OIL COMPANY A.-G. BASEL Mobiloil Verlangen Sie bei Ihrem Garagisten den "SPEZIAL-SCHMIERDIENST MOBILOIL" IN ENGLAND man es nach nen Tramingsergebnissen hätte erwarten können, eo war es einerseits, dass Hans Ruesch sich infolge nicht rechtzeitigen Eintreffen« der für die Bahn geeigneten Spezialreifen aus Italien entschloss, dein Wettbewerb fernzubleiben, und anderseits, dass Wakefields neuer, 16ventili?er Vierzylinder-Maserati, der im Training mit 1' 57,5" Dobsons Bahnrekord stark unterboten und sich damit als hoher Favorit für das Rennen erwiesen hatte, infolge Störungen an den Bremsen schliesslich enttäuschte. Im ersten Vorlauf hatten cBira» und Raymond Mays (beide ERA) keine sonderliche Mühe, das Handicap von 70 Sekunden der beiden 1100er (I. H. Nickols M.G. und A. B. Hydes Riley) aufzuholen und gingen als Erste über das Zielband. Dagegen lief im zweiten «Heat» der von H. L Hadley ausgezeichnet gesteuerte, insbesondere von seinen Rekordzeiten im Shelsley- Walsh-Rennen her bekannte wunderbare Miniaturrennwagen Lord Austins mit seinem 750-ccm-Kompressormotor dem von Mac Lures Riley angeführten Feld der «Grossen» in einer Weise davon, dass selbst dieser immer wieder erfolgreich« « Tuner * und Fahrer das Handicap des kleinen Austin nicht mehr aufzuholen vermochte. In dem ans Ende des Meetings verlegten Entscheidungslauf konzentrierte sich die Spannung vom ersten Augenblick auf die Frage, ab ee einem der Grossen gelingen werde, in den 16 Runden (32 Meilen) ihr 112 Sekunden betragendes Handicap gegenüber dem kleinen Austin aufzuholen, und das Tempo der ersteren — geführt von Raymond Mays Zweiliter- ERA mit riesigem, bis in die Karosserie hineinragendem Zollerkompressor — war ein dementsprechend scharfes. Dicht hinter Mays folgte aber zunächst nicht — wie man erwartet hatte — Bira, Wakefield oder Dobson, sondern Abecassis auf dem Anderthalbliter-Kompressor-Vierzylinder von Alta mit unabhängiger Federung aller Räder, dessen hervorragend gefahrenes Rennen besonders hervorgehoben zu werden verdient. Dahinter lieferten sich zunächst Bira, Dobson, Wakefield und Aitken, dessen Fahrkunst von Rennen zu Rennen sichtbare Fortschritte macht, einen scharfen Kampf. Bemerkenswert war ferner die Leistung A. D. Withworths auf seinem kompressorlosen, zum Einsitzer umgebauten Riley-Sechs&ylinder mit 6 Vergasern, den K. D. Evans auf seinem 2900-ccm-Alfa-Romeo- Monoposto erst abschütteln konnte, als der Riley- Fahrer in der kitzligen Kurve am «Stadium-Dip» schliesslich über den recht holprigen oberen Band der Anschüttung galoppierte und mit offensichtlich beschädigter Achse am Depot halten musste. Kurr, darauf geriet Wakefipld, dem es, ebenso wie Bira, in der Zwischenzeit gelungen war, an Abecassis vorbeizukommen, an der gleichen Stelle aus der Bahn und neben «einem, gerade noch am Rand der Grasbank balancierenden roten Maserati mussto sich nun auch der muntere kleine Sieger des letzten Piemont-Cups von Neapel sowie des Grand Prix der Picardie, den seine hervorragende Fahrkunst hier nicht minder populär gemacht hat, wie seine ewig verschmitzt lächelnden Aeuglein und sein strahlendes «Odol-Smile» zur Ruhe setzen. Vorne setzte inzwischen Raymond Mays — seinerseits von Bi.ra auf Biegen und Brechen verfolgt — seine Jagd auf den noch immer führenden kleinen Austin fort und erst in der letzten Runde, gelang es dem ERA-Spitzenfahrer unter vollem Einsatz des ganz enormen Beschleunigungsvermögens seines Fahrzeuges — dem er das «Monopol» auf den Sieg im Shelsley-Wals-Rennen verdankt — den kleinen 750-ccm-Renner zu überholen. Da dies Bira nicht mehr glückte, lief der kleine siamesische Prinz, der heuer bisher sämtliche wichtigen Rennen in England gewonnen hatte, als Dritter mit der Miene eines kleinen Jungen ein, dem man sein Lieblingsspielzeug vorenthalten hatte. Neben Hadley erhielt der als Vierter angekommene Abecassis auf Alta einen verdienten Sonderapplaus. V. E. de S. IN DER SCHWEIZ VI. Grosser Preis der Schweiz. Die eintägige Veranstaltung bringt viel Interessantes ! Auch in diesem Jahr werden sich zweifellos wieder alle Spitzenfahrer, die der Grand-Prix- Automobilsport der Welt kennt, für den Grossen Preis der Schweiz melden, der in seiner sechsten Auflage am 20. August auf dem idealen Circuit im Bremgartenwald bei Bern zur Austragung kommen wird. Das Reglement für diese Grossveranstaltung erscheint in den nächsten Tagen. Das Training ist auf Freitag, den 18. August, von 14 bis 18 .Uhr, und Samstag, den 19. August, von 14 bis 17 Uhr, angesetzt. Am Sonntag, den 20. August, starten um 10 Uhr die Wagen, die am Kampfe um den «Preis vom Bremgarten» teilnehmen. Um 11.20 Uhr wird zum ersten Vorlauf für den grossen Preis der Schweiz gestartet. Der Nachmittag bringt um 14 Uhr den Start «um zweiten Vorlauf und um 15.40 Uhr den sicher äusserst spannend werdenden Endlauf um den Landes-Grand-Prix. Gleichzeitig mit den schweren Formelwagen stehen die kleinen Rennwagen bis 1500 ccm in der Motorenschlacht; diese Wagen werden aber separat klassiert. Zürcher Zuverlässigkeitsfahrt. Mit Start in Dübendorf führt die Sektion Zürich des A.CJS. am kommenden Samstagnachmittag ihre Zuverlässigkeit6fahrt durch, deren Ergebnisse für die Zürcher Automobilmeisterschaft 1939 gewertet werden. Abzufahren ist eine rund 150 km lange, in verschiedene Teilstrecken unterteilte Prüfungsstrecke, wobei gemäss Angaben auf der Kontrollkarte bestimmte Durchschnittsgeschwindigkeiten innezuhalten sind. Wer nach Abzug event. Strafpunkte vom 500 Punkte betragenden Startguthaben die grösste Punktzahl aufweist, ist Sieger in diesem Wettbewerb. Die schriftlichen Instruktionen werden den Konkurrenten bei der Wagenabnahme zwischen 12.30 und 13.00 Uhr mittags im Parkplatz des Zivilflugplatzes Dübendorf überreicht; die Bekanntgabe der Resultate mit anschliessender Preisverteilung erfolgt ab 20 Uhr im Gasthof Hirschen in Obermeilen. Sternfahrt der Autocars nach Montreux abgesagt. Bas erste internationale Rallye für Gesellschamwagen, das mit Ziel Montreux am Samstag und Sonntag, den 15./16. Juli, hätte stattfinden sollen, ist für heuer abgesagt und auf nächstes Jahr verseil oben, worden.