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E_1939_Zeitung_Nr.055

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 7. JULI 1939 — N° 55 STEltirffliÄRKT Gesucht zu sofortigem Eintritt für zirka 3 Monate Chauffeur mit Fahrbewilligung f. Car-Alpin Offerten unter Chiffre SA 3416 A an die Schweizer Annoncen A.-G., Aarau. Gesucht selbständiger, zuverlässiger (55 Velo- und Motorrad-Mechaniker auf 1. August. Offerten mit Zeugnisabschriften unter Chiffre 9538 an die Automobil-Revue, Bern. Bedeutende Garage im Wallis sucht per sofort oder nach Uebereinkunft (55 Chef-Mechaniker und Souschef-Mechaniker Erstklassige.Stelle für denjenigen, der über ein kleines Kapital verfügt. — Schriftliche Offerten unter Chiffre 9552 an die Automobil-Revue, Bern. Junger, solider Auto- Mechaniker der letzten Frühling die Lehrabschlussprüfung mit Erfolg bestanden hat, sucht Anstellung zwecks weiterer Ausbild. in grössere Garage oder Reparaturwerkstätte. Offerten unter Chiffre 9521 an die (54,55 Automobil-Revue. Bern. 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Herr Prinzipal, die Stellensuchenden, die auf Ihre Inserate eingeben, sind meistens arbeitslos und rechnen mit den letzten Rappen — auch mit jenen die sie an die Offerte verwenden! Eine prompte Rucksendung der Beilagen — besonders wenn ein frankiertes Retourcouvert mit eingereicht wurde - bedeutet für sie deshalb eine Erleichterung. Wir bitten Sie, Herr Prinzipal, daran m den. Ben, wenn Ihnen die Offerten zuströmen und danken Ihnen im Namen der Offertsteller «um voraus für Ihre Aufmerksamkeit. In grosse Ortschaft •Offerten sind mit Lohnaneprüchen, Lebenslauf u. Photo zu richten unter Chiffre 9511 an die (54,55 Automobil-Revue, Bern Junger gesucht Chef- Mechaniker Auto- Mechaniker mit 4jähriger Praxis sucht Stelle zur Weiterausbildung. Diplome und Zeugnisse stehen zur Verfügung. Offerten unter Chiffre 9555 an die (55 Automobil-Revue, Bern. Tüchtiger sucht sofort Stelle auf Lastwagen oder Car. Gut bewandert auf Diesel u. für Ueberland-10-t-Zug. Eventuell Saison. Offerten unter Chiffre 9556 an die (55,56 Automobil-Revue, Bern. Gesucht Militär- Chauffeur Auto- Mechaniker in allen vorkommenden Automobil-Revue, Bern. Gesucht junger 9558 Auto- Mechaniker od. Mechaniker, mit Fahrbewilligung, zur Ausbild, im Autofach. Dauerstelle. Kost u. Logis b. Meister. Offerten m. Lohnanspr. und Zeugn. an A. Stalder, Garage, Zollbrück. (55 Chauffeur mit Fahrbewilligungen A, B, C, D, staatl. geprüfter Fahrlehrer, mit mehrjähr.. Mechaniker- u. Garagepraxis, sucht Stelle. Offerten unter Chiffre C 54280 Q an Publicitas, Basel. Die Automobilwoche von La Baule vom 25. August bis 4. September 1939 ermöglicht Ihnen, folgende Veranstaltungen zu besuchen oder daran teilzunehmen : II. Internat. Rallye nach La Baule XV. Schönheitskonkurrenz von La Baule XI. Grosser Preis von La Baule (Handicap - Rennen, reserviert für die Teilnehmer der 24 Standen von Le Mans) Auskünfte: Automobil - Club de l'Onest 38, place de la Republique Le Mans/France Zylinderkopf Packungen Auspuff packungen Korkpackungen - Korkringe Flanschen Dichtungsringe in Kupfer u. Fiber Dichtungspapiere Korkpapiere -Kork in Platten Klingerit - Morit Wasserpumpenpackungen Herrnetique - Hermetal Curil -" Excelsior Kühlerdichtungsmittel Wonder-Weld für gerissene Gehäuse Motorgehäusekitt „Teroson" Entkalkungsmittel für Kühler E. STEINER, Autozubehör en gros, BERN SUVA-HAUS LUBRIA, BERN, PENNZOIL VERTRIEBS- ABTL6. DER ADOLF SCHMIDS ERBEN A6. Zu verkaufen FIAT 1500, Modell 1937, Limousine, 4türig, 4/5sitzig, 6 Zyl., 8 -PS, wenig gefahren, in sehr gutem Zust. Fr. 3600.— Anfragen unter Chiffre 16909 an die Automobil-Revue, Bern. VERLANGEN SIE ES BEI IHREM GARAG ISTEN! 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BERN, Freitag, 7. Jon 1939 TransasiPsTi 23,000 km mit 3S PS von Palästina bis China In Taunggyi, der Endstation einer von der Rangun-Mandale-Linie abzweigenden Nebenbahn, rüsten wir zur Fahrt nach Kengtung, der Hauptstadt des gleichnamigen Schanstaates, der bereits an Siam angrenzt. Taunggyi ist der Sitz eines englischen Distriktskommissars. Die Entschiedenheit^ mit der wir die Vorbereitungen treffen, scheint die Befürchtungen und Zweifel der in Taunggyi ansässigen Europäer zu zerstreuen, denn kurz vor dem Start gibt man uns Post und Zeitungen für die italienischen Missionare und den Political Officer von Kengtung, Mr. Kungsley, mit. Wenn wir Glück haben, können wir den Tragtierrekord, der auf neun Tagereisen steht, unterbieten. Wenn nicht, so haben wir uns verpflichtet, die Briefe an die uns überholenden • Postkara. wanen abzugeben. Am 21. Oktober, um 9 Uhr früh, starteten wir. Um 1 Uhr erreichten wir Loilem, den letzten Posten mit europäischer Zivilisation, hier können wir nochmals die Tanks auffüllen. Nun muss es für lange Zeit mit eigenen Vorräten gehen. Der weitere Weg lässt Unheil ahnen; es ist ein richtiger Büffelweg. Zwei tiefe Geleise sind ausgefahren, links und rechts hohes Gras. Von Max Reiseh ganze kostet nur eine Rupie, wirklich wenig für diesen Aufwand an Kraft und Geduld, vom Risiko, dass die Fähre mitten entzwei bricht, gar nicht zu reden. Man macht in Asien die Erfahrung, dass man oft bis zur Grenzenlosigkeit übervorteilt wird, dass anderseits häufig jedes Entgelt für irgendeine Hilfeleistung abgelehnt wird. Es scheint davon abzuhängen, ob die Eingeborenen bereits mit Europäern in Berührung gekommen sind oder nicht. Als wir am andern Ufer stehen, dämmert es. Es wäre gut zu rasten, aber die lächerliche Sucht, die Post so rasch als möglich nach Kengtung zu bringen, treibt uns weiter. Das war ein Fehler! Die Fahrt durch die Nacht ist anstrengend, wir kommen nur halb so rasch als am Tage vorwärts." Dabei haben wir immer das unsichere Gefühl, nicht mehr auf der richtigen Fährte zu sein. Nach langen zwei Stunden finden die Lichtkegel der Scheinwerfer plötzlich keinen Halt mehr. Das Dickicht, durch das sie uns einen Weg getastet haben, ist verschwunden, vor uns gähnt schwarze Nacht. Der Wagen hält an einem Abgrund, aus dem das Rauschen von Wasser tönt. Helmuth richtet den Suchscheinwerfer in die Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 55, Wir finden eine Hütte, eigentlich nur ein auf Pfählen ruhendes Dach aus Schilf. Darunter lie«5t ein schlafender Schanmann. Ich rüttle ihn wach; teilnahmslos glotzen seine Augen, und sofort sinkt er wieder zurück. Neben ihm glüht ein abgebranntes Feuer, eine Dose und Pfeife liegen dabei. Wir wissen genug: Opium! Es ist immer wieder dasselbe. Ganze Dörfer sind ihm verfallen. In welches Haus man auch tritt, die Männer schnarchen, die Frauen laufen davon. Da muss man warten, bis die Herren Raucher wieder nüchtern sind. Was Warten heisst, lernt man nicht nur in den Vorzimmern vielbeschäftigter Direktoren in Europa, neb, eigentlich lernt man As erst im Orient so recht kennen, wo der Be/riff Zeit kaum gilt und Warten so süss ist wie be/uns die Arbeit. / Neben dem Opiumschläfer errichten wir/unser Lager. Heute verzichten wir auf die Aufstellung des Zeltes, da das Schilfdach ausreichend^Lj___ gibt. Auch mit Moskitos brauchen wir der rSBW wegen nicht zu rechnen. Also werden nur die Feldbetten auseinandergeklappt. Es war eine schlechte Nacht. Ich träumte, dass das Auto bei dem Versuch, die Uferböschung hinunterzufahren, in den Fluss gestürzt sei. Ich sah, wie der Wagen von der Strömung erfasst und in die Tiefe gezogen wurde. Komischerweise wollte ich mich nachstürzen und erwachte ... Es ist 6 Uhr früh, Helmuth schläft noch. Ich setze mich in Decken gehüllt in den Wagen, um diese Zeilen zu schreiben. Es ist kalt und feucht, Tau hängt in den Bäumen, und Nebel steigt aus dem Saluen empor. Was der Suchscheinwerfer gestern nacht nur ahnen Hess, liegt nun deutlich vor mir. Ich sehe in den Abgrund hinunter, in dessen Tiefe der Fluss breit und träge dahinfliesst. Es ist unmöglich, mit dem Wagen die steile Uferböschung hinunterzufahren. Selbst ein Tank würde sich dabei überschlagen. Als ich zum Lagerplatz zurückkehre, kocht Helmuth bereits Kakao. Dann beraten wir, was zu tun ist. Das Ganze macht den Eindruck einer verwunschenen Landschaft. Merkwürdig ist nur, dass ein Gebilde, das man unter Nachsicht aller technischen Erwägungen als eine Fähre bezeichnen kann, in einer kleinen Bucht des Flusses liegt. Wir beschliessen umzukehren, es muss bestimmt noch eine andere Stelle für die Ueberque- * Än g geben. Mühsam holpern wir den Weg zu- ~."den wir gestern gekommen smd.^Eine ab- Vilgend-e Karrenspur, der wir mit neuer Hoffning folgen,, endet bald im Dickicht. Nutzlos verfahren wir den kostbaren Kraftstoff; mit Schrekken stelle ich fest, dass sich die Benzinuhr des Haupttanks schon bedenklich in Richtung «leer» Das Bild am Lagerplatz hat sich verändert. Zwei bemannte Boote treiben über den Fluss und steuern auf unser Ufer zu. Es ist die Post, die von Kentung nach Taunggyi hier über den Saluen geht. Ein Englisch sprechender Schan ist dabei. «Ist das wirklich der einzige Uebergang?» fragen wir ihn. «Ja, es ist der einzige. Jetzt vor der Regenzeit ist der Fluss niedrig und die Ufer sind steil. In ein paar Monaten steht das Wasser zehn Meter höher. Warum reisen Sie überhaupt mit einem Auto? Sie können einen Ochsenkarren für zwei und einen Elefanten für vier Rupien je Tag mieten. Da kommen Sie sicher ans Ziel.» «Aber langsam», entgegnete ich. «Warum haben Sie es denn so eilig?» Es gibt darauf keine Antwort, die ein Asiate verstehen würde. So sage ich nur: «Wir haben Post für Mr. Kingsley und wollen sie ihm so rasch als möglich bringen.» Er lächelt etwas mitleidig: «Und Sie glauben wirklich, dass Sie schneller sein werden als meine Postkarawane?» Das kann sich der Posthalter, wie er sich stolz nennt, durchaus nicht vorstellen, er fürchtet die Konkurrenz' des Autos nicht. Gerne ist er-behilflich, den Wagen über den Fluss zu schaffen. Dazu werden vorerst Kulis aus dem' Dorf Takaw geholt, kleine, starke : Burschen, von Beruf Holzfäller, die sich keiner Arbeit scheuen — wenn sie nicht unter Opium stehen. Am Rahmen des Autos werden unsere Seile angeknüpft. Dann wird es langsam über die Böschung abge- neigt. Auf der Suchfahrt s'tossen wir auf ein bud-seiltdhistisches Kloster, einsam gelegen und nur der geeilt, für die das Ganze ein Freudenfest ist. Ich Inzwischen sind Frauen und Kinder herbei- Verneinung irdischer Wünsche geweiht. Barfuss kann nicht behaupten, dass ich dieselben Empfindungen hatte. Wenn die Seile reissen oder die treten wir in das Halbdunkel des Raumes. Ein Mönch sitzt vor dem Altar mit vielen Buddhastatuen und betet mit seinen Schülern. Niemand gen zu halten, dann wird der Traum von heute Kulis nicht stark genug sind, den schweren Wa- beachtet uns. Als das Gebet verklungen ist, wage nacht zur Wirklichkeit. Aber die zwanzig Kulis ich zu fragen: «Kengtung Lambe ma si le?» Das graben ihre Füsse ins Erdreich, die zierlichen ist Burmesisch und heisst: Welches ist der Weg Muskeln spannen sich, und auch die Seile halten. nach Kengtung? Man versteht es zum Glück. Bei Ich atme auf, als der Wagen auf der schwankenden Fähre steht. Die Ueberfahrt bereitet keine dem Sprachenbabel, das in Hinterindien herrscht, ist es häufig, dass Leute eine ganze Anzahl Sprachen kennen. Der Mönch zeigt uns den Weg. Es Arbeit getan, denn nun ist wieder ein Steilhang Schwierigkeiten. Damit ist aber erst die halbe ist leider derselbe, den wir in der Nacht kamen zu überwinden, jetzt aber nach oben, was die und der uns zum Lagerplatz am Abgrund führt. Sache durchaus nicht einfacher macht. Während Also doch! Das Unmögliche muss demnach möglich gemacht werden. Gegen Mittag sind wir ein Wolkenbrüch nieder. Wir arbeiten nur mit die Kulis ruckweise den Wagen höher ziehen, geht wieder an der alten Stelle am Saluen ejner kurzen Hose bekleidet. Vorne ziehen die Aus; Die Landschaft hat ihren Charakter geändert, aus den Bergen sind wir in eine hügelige Steppe gekommen, die nur von einigen Baumgruppen, Teak, Föhren, und einzelnen Baumriesen bestanden ist. Ueber der Landschaft wölbt sich tropischer Himmel, Regenschauer wechseln mit Son- hier an dieser Stelle? Das scheint ausgeschlossen. Diese fast senkrecht abfallende Uferböschung nenschein, ab und zu spannt ein gewaltiger Regenbogen eine Brücke von Ost nach West. Demnach sind v/ir auf der nächtlichen Fahrt ei- kann auch ein Büffelwagen nicht bewältigen. Nur langsam kommen wir vorwärts. In dem ner falschen Spur gefolgt. Vorerst bleibt nichts Streifen hohen Grases, der zwischen den Rad-anderespurden verläuft, sind heimtückisch Steinblöcke übrig, als den Tag abzuwarten. und Baumstümpfe verborgen. Die Achse eines Büffelwagens hat einen Bodenabstand von etwa 60 Zentimetern, unser Wagen dagegen «nur» 28. Das ist für europäische Verhältnisse sehr viel, in Asien ist es häufig zu wenig. Um 5 Uhr abends erreichen wir den Nampangfluss. Die Fähre ist — wie meist — am andern Ufer. Geschrei und Hupenkonzert bringt sie an unsere Seite. Sie besteht aus zwei zusammengebundenen Einbäumen und mehreren darübergelegten Bambusmatten. Vier Männer und drei Frauen rudern, eine Stunde dauert die Ueberfahrt. Das Max Reiseh, Transasien, Tiefe. Etwa 50 Meter unter uns spiegeln sich die Wellen eines breiten Stromes. Es kann nur der Saluen sein. Wir wissen, dass wir ihn auf dem Weg nach Kengtung überqueren müssen. Aber Aus: Max Reiseh, Transasieu,