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E_1939_Zeitung_Nr.052

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BERN, Dienstag, 27. Juni 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 52 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONN EM ENTS-PR EISE: A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5—, jährlich F*. 1©.-. Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert. Ausgabe B (mit gew. Unfallversieh.) vierteljährlich Fr. 7.&V. Ausgabe C (mit Insassenversicheruns) vierteljährlich Fr. 7.75, _. Erscheint Jeden Dienstag und Freilag < Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlieh 1 mal.„Gelbe Uste" REDAKTION n. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postchfck 111*14 - Telegramm-Adresie : Autorevue, Bern Gesehartütelte Zflrich s Löwenstrasse 51, Telephon, 39.743 INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeil« oder deren Raum 45 Rp, GrSssere Inserate nach Spezialtarif. In9«a(cn5ohlusü 4 Tage vor Erscheinen der Nummer Autoverkehr und Strasse nfinanzierung Den Automobilverkehr zu einer der ergiebigsten Einnahmequellen der öffentlichen Hand zu machen, ist heute in allen Ländern der Welt feststehender Brauch. In Form von Einfuhrzöllen, Verbrauchsabgaben, Zulassungsgebühren, Zirkulationssteuern auf Fahrzeuge und Kraftstoffe führen die Automobilbesitzer den staatlichen und kommunalen Steuerkassen Jahr für Jahr gewaltige Summen zu, deren Ausmass wir an dieser Stelle wiederholt an mannigfachen Beispielen dargelegt haben. Als eines der Hauptargumente für die Inanspruchnahme dieser Beträge pflegt angeführt zu werden, dass allein die bedeutenden Ausgaben, die Staat und Gemeinden für den Bau und die Unterhaltung von Strassen zu leisten hätten, weitestgehend vom Kraftverkehr als einem der wichtigsten Strassenbenutzer zu tragen wären. Diese bei den steuererhebenden Stellen aHgemein verbreitete, in der Oeffentliöhkeit aber häufig bestrittene Auffassung hat kürzlich zu einer interessanten Studie Antass gegeben, "die von einem Sonderausschuss von Wirtschafts- und 'Strässeoverkehrsexperten in den Vereinigten Staaten unter dem Titel « Strassenkosten und Autobesteuerung» erschienen ist und das Problem unter Gesichtspunkten betrachtet, denen mit gutem Recht allgemeine Gütigkeit zugesprochen werden kann. In dieser Untersuchung wird darauf hingewiesen, dass Strassen grundsätzlich .nicht « gewinnbringende» Unternehmungen darstellen, sondern lediglich die Aufgabe haben, der Allgemeinheit Transportgelegenheiten mit einem Mindestmass an Kosten zu bieten. «Kraftwagenhalter und andere Strassenbenutzer», so heisst es im Bericht, «haben kein Besitzrecht an den Strassen, noch erhalten sie irgendwelchen geldlichen Ertrag aus ihren Investitionen für diese. Die Beziehung zwischen Staat und Strassenbenutzern ist somit wesentlich verschieden von der zwischen Staat und Benutzern von putblic Utilities in Privatbesitz ». Im Prinzip müssten die Strassenbenutzer zu folgenden Leistungen herangezogen werden : Schuldendienst und Amortisation von Beträgen, die für den Strassenlbau aufgenommen werden müssen; Verwaltungskosten; Unterhaltungs- und Ausbesserungsarbeiten und angemessene Beteiligung an den Aufwendungen für den Polizeidienst auf den Strassen. In der Praxis aber sei es.so> dass Schuldendienst und Amortisation aUssohUess- Iioh dem Automobilverkehr aufgebürdet werden, während dieser billigerweise -nur, zu einem Teil dieser Lasten herangezogen werden dürfte. Eine gerechte Inanspruchnahme sämtlicher Strassenbenutzer müsse gefördert werden. , Der Report wendet sich des weiteren gegen die häufig zum Ausdruck gebrachte Ansicht, dass der Staat bei Anlegong von Strassen Verluste durch Eritgarig von Grundstücksteuern erleide. ; Er macht demgegenüber geltend, dass das Vorhandensein guter Verkehrswege den steuerlichen Wert der an diese angrenzenden Grundstücke eiit sprechend hebe und somit, keineswegs:ehre Einbusse, sondern vielmehr einen : Mehtertrag für die öffentlichen Kassen bringe,, • Nachdem die effektiven Strassenkosten klargestellt sind; sei es eine unerfässlicshe Aufgabe des Staates, diese in angemessener Weise 'auf die Benutzer unttäteg©a«;«E% kann kein Zweifel-darüber bestefretfv füHrt das Komitee hiör&i' aus, « däss d«r Kräitverkeher seinen JÖeitrag zum Bau und iür Unterhaltung den Strassen zu leisten hat, aber auch Staat und Gemeinden haben einen bestimmten und genau fixiei*baren Anteil zu übernehmen; sein Ausmass hängt von der Bedeutung ab, die den Verkehrswegen jeweils vom allgemeinen sozial-wirtschaftlichen Standpunkt zuzusprechen ist. > Es werde hierbei nur zu leicht übersehen, in welchem Grade heute beispielsweise Aerzte und Pflegerinnen, Krankenhäuser und andere soziale Einrichtungen in der Erfüllung ihrer Funktionen von dem Vorhandensein guter Strassen abhängig sind. Ohne diese wäre es heute auch nicht möglich, gute Schulen in entlegenen Landgemeinden zu schaffen, noch Feuerschutz «nd Polizeidienst zu der heutigen Vollkommenheit zu entwickeln. Nicht zu vergessen, was gute Strassen in unserer Zeit für den Landwirt bedeuten, den sie nicht nur schnell an seine Absätzmärkte heranführen, sondern zugleich befähigen, sein Aktionsfeld entsprechend auszudehnen. Der Bericht kommt zu dem Schluss. dass Am Satoetag und Sonntag (24-/25. Juni) fand in Dijon der diesjährige Kongress der «Route Blanche» statt, dessen Ziele nach dem, was wir an dieser Stelle darüber bereits ausgeführt haben, Kaum noch näher dargelegt* Zu werden brauchen. Das Interesse, das die Schweiz an der Bewegung zugunsten .einer Aufrechterhaltung 'des grossen Strassenverkehrs Paris—Chamonix und Genf besitzt, kam schon in der starken Delegation zum Ausdruck, die dieser Platz zu der Tagung entsandte. Sie setzte sich- zusammen aus Vertretern der kantonalen und städtischen Behörden, d. h. dem Vizepräsidenten des Staatsrates, Perreard, dem Präsidenten des Engeren Stadtrates Peney, dem des städtischen Gemeinderats, Caetellino, und den Staalsschreiber Berger,, ferner der Verwaltung des VI. schweizerischen Zollkreises, Direktor Drexler, endlich der grossen touristischen Vereinigungen, wie dös A.C.S., der T.C.S., der U.M.S., der U.C.S. etc., eine befriedigende Lösung des Problems der Kraftverkehrsbelastungen nur zu finden sei, wenn, der anteilige Beitrag der verschiedenen Strassenbenutzer von Fall zu Fall,genau Di© Teilnehmer am Kongress der «Route Blanche» ibeim Empfang durch den Bürgermeister von Nuits. u iHuäi»; Der Kongress der „Route Blanche '7 *-...•;•• vf ! in Dijon -- . .... des Genfer Verkehrsvereins und anderer Interessenten, sowie der Presse. In Holzgas-Autocars nahm die Abordnung am Samstag morgens 6 Uhr ihren Weg zunächst nach Gex, wo sich die. Cars der Kongressteilnehmer aus Hochsavoyen und der Landschaft Gex anschlössen. Die ständig verbesserte und aussichtsreiche Strasse über den Faucille-Pass lieferte darauf den Reisenden erneut den anschaulichen Beweis von der Berechtigung 'der Forderung, diese klassische Route dem grossen Durchgangsverkehr unter allen Umständen zu erhalten. Unter ständigem weiterem Anschauungsunterricht auf der «Route Blanche», das heisst über Ohampagnole und Poligny, rollte man gegen Dole. Hier fand ein Empfang durch das «Syndicat d'Initiative» statt, mit Besichtigung des Spitals Pasteur und des Geburtshauses des berühmten Gelehrten. Sodann war man bei den Behörden der alten Stadt zu Gast für ein Mittagessen, das, wie abends das ermittelt wird, doch müsse sich jede Untersuchung dieser Art grundsätzlich von der irrigen Gleichsetzung der Strassen mit einer « public utility » freimachen. Bergprüfungsfahrt Rheineck-Walzenhausen-Lachen Linke: Hier durchfegt der schnellste Sportwagenfahrer, Trümpy, Glarus, auf Bugatti, eine-giftige Haarnadelkurve. Re.chts: Der Tagessieger Blancpain (Maserati), in voller Fahrt oberhalb Walzenhausen.