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E_1939_Zeitung_Nr.056

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S#a*«assenir4B*l«ol* m Die nicht beachteten Fussgängerpassagen. Die Verhältnisse, wie sie sich in allen Städten im täglichen Verkehr bei den Fussgängerpassagen ergeben, mahnen nach und nach zum Aufsehen und rufen dringend nach Abhilfe. Die Anbringung dieser Sicherheitsübergänge wurde seinerzeit vorgeschlagen, ' um einerseits in stark frequentierten Strassen des Ueberqueren derselben durch die Fussgänger auf diese Stellen zu konzentrieren und so den Fahrverkehr zwischen diesen Fussgängerstreifen möglichst ungehindert, fliessend und ungefährdet zu .gestalten. Anderseits bezweckte man dadurch für den Fussigänger gewisse Sicherheitszonen zu schaffen, die ihm erlauben sollten, den Fahrverkehr auf der Strasse ohne Gefahr zu queren. Wenn sich auch die Strassenbenützer anfänglich diesen richtigen Ueberlegungen angepasst, wenn sich die Fussgänger an die Benützung der Streifen und die Autofahrer an deren Beachtung gehalten haben, so ist dies heute leider zum grössten Teil nicht mehr der Fall. Tagtäglich kann man konstatieren, dass viele Fussgänger die Fahrbahn neben diesen Sicherheitspassagen überqueren, darauf stehen bleiben oder sie überhaupt nicht benützen, weil der Weg über die zwar ungeschützte Fahrbahn etwas näher und bequemer, dafür aber auch weit gefährlicher ist. Es scheint, man könne ohne Absperrungen längs der Trottoirs keine Remedur schaffen, sofern nicht eine weitgehende polizeiliche Kontrolle an Ort und Stelle einsetzt. Aber auch Automobilisten, Motorradfahrer und Radfahrer ertappt man bei diesen Fussgängerpassagen oft bei schlimmen Verkehrswidrigkeiten. Da wird mit einem Tempo drauf losgefahren, dass nur ein scharfer Stopp in letzter Sekunde die die Passage benützenden Fussgänger vor dem Ueberfahrenwerden bewahren kann. Oft genug nehmen die Fahrer auf das Fussvolk überhaupt keine oder nur ungenügende Rücksicht. Bei Strassenkreuzungen besteht die Vorschrift, dass der Fahrzeuglenker vor der Fussgängerpassage anzuhalten habe, sofern die Durchfahrt gesperrt sei, aber auch da fährt man ruhig drauflos und siperrt damit den Fussgängerverkehr vollständig ab — und doch sollte er gerade während des Stoppens des Fahrverkehrs freien Durchgang haben. Würden oder könnten die Polizeiorgane der Beaufsichtigung des Verkehrs an diesen Fußgängerpassagen etwas mehr Aufmerksamkeit schenken, so käme es wohl nicht so häufig vor, dass die Strassenbenützer dort ungestraft die elementarsten Verkehrsvorschriften übertreten. Der Eifer und Elan, den die Polizei oft an den Tag legt, um Fahrer, die unrichtig parkieren oder zu lange stationieren, beim Ohr zu fassen, könnte vielleicht nutzbringendere Ergebnisse zeitigen, wenn er in vermehrtem Masse der Ahndung von Verkehrswidrigkeiten an Fussgängerstreifen gewidmet würde. Es wäre sehr wünschenswert, bei kommenden Unfallverhütungsaktionen gerade die vermehrte Kontrolle des Verkehrs bei den Fussgängerpassagen zu propagieren, denn hier Hesse sich wertvollste, positive Arbeit im Dienste der Verkehrssicherheit leisten. V wieviel Schmerz, Leid und Unglück sie verursachen können. Don Paulo betrachtet sie verzückt und ist jedesmal betrübt, wenn eine Kiste wieder geschlossen wird. Endlich ist jedes Misstrauen der beiden Südamerikaner beseitigt und die langweilige Arbeit des Zählens und Berechnens an Hand der langen Listen beginnt. Lady Constanza ist, durch die Aufregungen und Anstrengungen der letzten Tage bezwungen, gerade etwas in ihrem Stuhl eingenickt, da wird sie durch einen Anruf wieder wach. « Mammy!» klingt es deutlich von Peggys Lager her. « Mein Kind !» ruft Lady Constanza, die Tränen klassischer, mütterlicher Rührung in den Augen. « Mammy !» wiederholt Peggy mit schwacher, doch schon entschiedener Stimme, « Tu mir den Gefallen, Mammy, und werde nicht pathetisch ! Ich liege schon eine ganze Weile wach. » « Und du hast dich nicht gemeldet ? » Lady Constanzas Ton ist voll sanften Vorwurfs. «Ich habe nachgedacht >, bekennt Peggy, « was ist eigentlich mit mir geschehen, Mammy ?» c Du bist in einem einfachen, aber anständigen Gasthof», sprudelt Lady Constanza sofort hervor, « es ist nicht gerade isehr komfortabel hier, aber — > Au Genf hat 1938 insgesamt 156 Fahrbewilligungen entzogen, Der Geschäftsbericht des Genfer Staatsrates weist darauf hin, dass im Jahre 1938 insgesamt 2404 Fahrprüfungen abgenommen wurden, was, verglichen mit 1937, einer Vermehrung um 175 entspricht. Die Zahl der während des Berichtsjahres ausgestellten Lernfahrbewilligungen belief sich auf 2316. Seinen Kulminationspunkt erreichte der Motorfahrzeugibestand des Kantons im September mit 14.087 Einheiten, iwobei die Personenwagen mit 9985 bei weitem an der Spitze stehen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dieses Total eine Steigerung um 622 Fahrzeuge. Interessante Aufschlüsse liefert der Bericht sodann zum Kapitel der Fahrbewilligungsentzüge. Im Laufe des Jahres "wurde diese Massnahme in 156 Fällen angeordnet. Zwölfmal sprachen die Behörden den endgültigen Entzug aus, in einem Fall erfolgte er auf 5 Jahre, in je 3 Fällen auf ein Jahr und auf 6 Monate, in 19 Fällen auf 3 Monate, in weiteren sieben auf 2 Monate, in 53 auf einen Monat und in 11 auf 14 Tage. Zu Bedenken Anlass gibt dabei die Tatsache, dass mehr als ein Drittel sämtlicher Fahrbewilligungsentzüge, nämlich 57, wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand erfolgten. Den zweithäufigsten Grund bildete mit 31 Entzügen das Nichtbeherrschen des Fahrzeuges oder das Fahren mit einer den Verkehrs- und Strassenverhältnissen nicht angepassten Geschwindigkeit. An dritter Stelle figurieren mit 18 Entzügen da« Linksfahren oder Missaciitung des Vortrittsrechtes. Von den 13.213 Bussen, welche während des Jahres 1938 verfügt wurden, entfallen 6950 auf die Strassenbenützer, und zwar 2807 auf die Automobile, 5 auf Traktoren, 276 auf Motorräder und 3862 auf Fahrräder. Verzeichnis der nationalen Unterscheidungszeichen für Motorfahrzeuge ADN Aden. AL Albanien. B Belgien. BA Birma (ohne Karenni). BG Bulgarien. BH Britisch-Honduras. Bl Britisch-Indien. BL Basutoland. BP Betschuanenland (britisches Schutzgebiet. BR Brasilien. C Cuba. CB Belgisch-Kongo und die belgischen Mandatgebiete. CD Corps Diplomatique. CH Schweiz. CL Ceylon. CO Kolumbien. CS Tschechoslowakei. CU Curacao. CY Zypern. D Deutschland. DA Freie Stadt Danzig. DK Dänemark. E Spanien. EAK Brit. Kolonie und Schutzgebiet Kenja. EAT Brit. Kolonie und Schutzgebiet Tanganjika. EAU Brit. Kolonie und Schutzgebiet Uganda. EAZ Brit. Kolonie und Schutzgelbiet Sansibar. EIR Freistaat Irland. ET Aegypten. EW Estland. F Frankreich mit Algerien und den Kolonien Französisch-Mittelafrika. Französich-Westafrika, Französisch-Guyana, Französischindien, Französisch-Indochina, Französich- Somaliküste, Guadeloupe, Madagaskar, Martinique, Neukaledonien, Ozeanische Inseln, Reunion). ; F Marokko. F Tunesien. FL Fürstentum Liechtenstein. FM Föderierte malaische Staaten unter britischem Schutz: Negri, Sembilan, Pahang, Perak und Selangor. G Guatemala. GB Grossbritannien und Nordirland. GBA britische Kanalinsel Alderney. GBG britische Kanalinsel Guernsey. 6BJ britische Kanalinse-1 Jersey. GBM britische Insel Man. GBY Malta. GBZ Gibraltar. GR Griechenland. H Ungarn. H K Hongkong. I Italien mit Kolonien und Besitzungen. JA Jamaika (mit Einschluss der Turkos- und Kaikos-Inselii sowie der Kaiman-Inseln) IN Niederländisch-Indien. JO Johore (unföderierter malaiischer Staat unter britischem Schutz). IR Iran. ' IRQ Irak. IS Island. KD Kedah (unföderierter malaiischer Staat unter britischem Schutz). «Das sehe ich doch alles dem Zimmer an», unterbricht Peggy, «und du weisst selbst, dass es ganz unwesentlich ist. Ich möchte das Wesentliche wissen. Ich erinnere mich, dass ich ins Carlton Hotel ging, um eine Mistress d'Andrade kennenzulernen. — War das Charles' Frau, Mammy? Lady Constanza ist von dieser unvermutet geraden Frage so fassungslos erschreckt, dass sie keinen Ton herausbringt und ihre Tochter nur entsetzt ansieht. « Sie war es also ! » Peggy scheint nicht so sehr überrascht. « Ich wusste es, als ich den Salon betrat. » « Aber — ? » « Ich hatte keinen Grund dafür, doch ich fühlte es. Eigentlich hatte ich im Innersten gar keinen Zweifel.» « Trotzdem, — urteile nicht zu schnell! » Lady Constanza sucht fieberhaft nach Gründen zur Beruhigung. « Du musst wissen — es gibt schliesslich Zufälle — Charles will dir erklären —» « Er braucht mir gar nichts zu erklären ! » erwidert Peggy ungewöhnlich fest. «Ich will nichts hören. Wahrscheinlich ist es ein Glück für mich. » < Ein Glück ? » Lady Constanza versteht gar nichts mehr. «Jawohl ein Glück! Du musst wissen, Mammy, solche Stunden, die man im Dämmerzustand verbringt, sind eine lange Zeit AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 11. JULI 1939 — N° 56 Der Zürcher Fiskus und der Motorfahrzeugverkehr. Es stand zu erwarten, dass die Zürcher Strassenverkehrs-Intereesenten die Entwicklung der Einnahmen des kantonalen Fiskus aus dem Motorfahrzeugverkehr mit um so grösserem Interesse verfolgen würden, als ja durch die Lancierung der Verkehrsgesetz-Initiative die Neugestaltung der Autosteueransätze in Fluss gebracht worden ist. Die starken Einnahmenrückgänge der Jahre 1933 bis 1936 haben auch auf behördlicher Seite ein gewisses Verständnis für Steuererleichterungen geweckt, aber wenn sich heute im Gefolge einer Erhöhung des Fahrzeugbestandes die Verhältnisse wieder etwas günstiger gestaltet haben und der Staat Mehreinnahmen verzeichnen kann, so wird man diese Entwicklung nicht ohne weiteres als endgültig« Wendung zum Bessern betrachten dürfen. Für den Zeitraum der letzten sechs Jahre liefern die Einnahmen aus Motorfahrzeugsteuern und -Gebühren folgendes Bild: 1938 Fr. 6.681.743.51 +174.846.61 Nachdem schon 1937 eine Vermehrung um rund 117.000 Franken gebracht, wuchs sie 1938 auf rund 175.000 Franken. Vor einer Ueberschätzung dieses Lichtblicks in der Reihe der mageren Jahre 1933 bis 1936 wird man sich indessen hüten müssen, denn es darf nicht übersehen werden, dass auch das 1938er-Ergebnis noch immer um fast Fr. 300.000 unter demjenigen von 1933 zurückbleibt. Ohne den Zag zum Kleinwagen wäre der Mehrerlös aus der Steigerung des Automobilbestandes noch höher ausgefallen, ganz abgesehen von den Betriebeinstellungen zahlreicher Wagen während der Wintermonate, die ebenfalls eine namhafte Einnahmenverminde- Tung verursachten. Wer sich daher über den Stand der Dinge während der letzten sechs Jahre Rechenschaft ablegt, wird sich der Tatsache nicht verschliessen können, dass sich unter den gegenwärtigen Steueransätzen trotz einer gewissen Erhöhung KL Kelantan (unföderierter malaiischer Staat unter britischein Schutz). L Luxemburg. LR Lettland. LT Litauen. M Palästina. MC Monako. NIE Spanische Zone von Marokko. MEX Mexiko. M0C Mozambique. MS Mauritius. MT Zone von Tanger. N Norwegen. des Fahrzeugbestandes die Mehreinnahmen an NF Neufundland. Steuern und Gebühren stets in gewissen Grenzen NL Niederlande. halten werden und noch geraume Zeit verstreichen NP Britische Kolonie und Schutzgebiet Nyassaland. Dabei würde schon ein leichtes Abflauen der Wirt- düffte, bis nur der 1933er-Stand wieder erreicht ist. NR Britische Kolonie und Schutzgebiet Nord- schaftskonjunktur genügen, um die Steuer- und Rhodesien. GebühTenerträgnisse wieder zum Sinken zu bringen, wenn — die Behörden ihre Projekte für die P Portugal. PA Panama. finanzielle Erleichterung der Motorfahrzeughaltung PAN Angola. nicht rasch, spätestens auf den 1. Januar 1939 verwirklichen. PE Peru. PL Polen. Aus der I938er-Staatsrechnung geht hervor, dass PS Perlis (unföderierter malaiischer Staat unter britischem Schutz). folgende Einnahmen erzielte: Staats- und Schreib- der Kanton Zürich aus dem Motorfahrzeugverkehr PY Paraguay. gebühren aus Führer und Fahrzeugausweisen R Rumänien. Fr. 448.055.26 (Fr. 28.000 mehr), Gebühren für die RA Argentinien. Prüfung von Fahrzeugen und Führern Fr. 192.179.15 RC China. (Fr. 50.000 mehr), Verkehrssteuern Fr. 6.013.997.— RCH Chile. (Fr. 128.000 mehr) und Abgabe von Kontroll- und BH Haiti. GH-Schildern Fr. 27.512.10 (Fr. 1000 weniger), total Fr. 6.681.743.51 (Fr. 175.000 mehr). RSM &an Marino. S Schweden. Dazu gesellen sich die Einnahmen aus dem SD Swasiland. Fahrradverkehr im Betrage von Fr. 660.495.80 SF Finnland. (Fr. 46.000 mehr), aus dem Schiffsverkehr und aus SL Syrien und Libanon. Verschiedenem, so dass sich aus diesen Posten eine SM Siam. Totaleinnahme von Fr. 7.359.741.86 ergibt (gegen SME Niederländisch-Guyana (Surinam). Fr. 7.137.076.23 im Vorjahr). SNB Nord-Borneo. An Ausgaben verzeichnet die Staatsreehnung im SP Britisch Somaliland (Schutzgebiet). Total von Fr. 513.241.25 oder rund Fr. 38.000 mehr SR Süd-Rhodesien. als im Vorjahr. SS Straits Settlements. Vom Ueberschuss wurden Fr. 1.066.238.70 an die SU Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Stadt Zürich und Fr. 346.967.35 an die Stadt Winterthur als Anteile für den Strassenunterhalt pro SWA Süd-West-Afrika. SY Seschellen. 1938 entrichtet und Fr. 4.709.130.75, d. h. fast gleichviel wie im Jahre 1937 an den Fonds für Verbes- TC Kamerun (französisches Mandatsgebiet). TD Trinidad und Tobago (Inseln). serung und Unterhalt der Hauptverkehrsstrassen TR Türkei. des Kantons überwiesen. TT Togo (französisches Mandatsgebiet), Der Fonds für Hauptverkehrsstrassen des Kantons, der am 1. Januar 1938 eine Höhe von TU Trenigganu (unföderierter malaiischer Staat unter britischem Schutz). Fr. 10.061.696.— erreichte, erhöht sich durch die U Uruguay. Zuweisung der oben erwähnten Fr. 4.709.130.75, US Vereinigte Staaten von Nordamerika. durch Baueinnahmen, durch den 1937er-Anteil am V Staat der Stadt des Vatikans. Benzinzoll und durch Kapitalzinse auf Franken WAC Goldküste mit Aschanti und NordgeMete 17.269.067.90; anderseits würden daraus an Beiträgen für Verbesserung und Unterhalt von Haupt- und britisches Mandatsgebiet Togo. WAG Gambien (britische Kolonie und Schutzgebiet). dass es sich im Laufe des Jahres auf Fr. 7.637.689.19 verkehTSStrassen Fr. 9.631.378.71 entnommen, so WAL Sierra Leone (Kolonie und Schutzgebiet). veränderte. Während der kommenden Jahre sollten WAN Nigerien (Kolonie, Schutzgebiet und Ka-sicmerun unter. britischem Schutz). men bewegen, denn das Vorhandenseit eines sol- deshalb die Abhebungen in bescheidenem Rah- WG Grenada (Windwärts-Insel). chen Fonds in ansehnlicher Höhe ist um so nötiger, WL Santa Lucia (Windwärts-Insel). als in den nächsten Jalrren die Verwirklichung WV St-Vinzenz (W,indwärts-Insel). grösserer Bauvorhaben, wie die Korrektion und der Y Jugoslawien. teilweise Neubau der Strasse Zürich-Winterthur ZA Südafrikanische Union. bevorsteht. Vielleicht arbeitet das Unterbewusstsein. Mir kommt es jedenfalls vor, als ob seit meinem Besuch im Carlton Jahre vergangen wären.» « Und — ? » «Und so blicke* ich auch auf mein Verhältnis zu Charles. Wie auf eine Liebe, die Jahre zurückliegt;» < Aber Peggy ! » Lady Constanza, die noch vor kurzem- durch diese Sprache Peggys beglückt worden wäre, hat nun doch Bedenken. Ist ^hre Tochter auch wirklich schon kräftig genug, so schwerwiegende Entschlüsse zu fassen ? Ausserdem — « Er ist schliesslich Lord Roehampton ! » fügt sie als Resultat ihrer Gedankenkette noch hinzu. Peggy lächelt nur. « Und wenn er der Kaiser von China wäre, Mammy! Ich war jung genug, mich in einen schönen Mann zu verlieben, den ich in romantischem Schimmer sah, aber ich bin nicht mehr Backfisch genug, einen Abenteurer zu heiraten, wenn ich merke, dass ich meine Gefühle überschätzt habe. Das kann niemand von mir verlangen, Mammy ! > Von einer solchen Zumutung ist nun Lady Constanza auch weit entfernt. Sie macht mehr aus Pflichtgefühl und zum Schein noch ein paar Einwände, ist aber sehr zufrieden, ab Peggy den Vorschlag macht, sofort nach London abzureisen. « Charles hat nicht gewartet, bis ich aas Zu- res. Abnahme 1933 Fr. 6.971.936.15 — 1934 Fr. 6.896.634.69 — 75.301.46 1935 Fr. 6.799.549.20 — 97.085.49 1936 Fr. 6.389.759.71 —409.789.49 1937 Fr. 6.506.896.90 +117.137.19 meiner Betäubung erwachte», fügt Peggy hinzu, «daher brauche ich auch nicht zu warten, bis er von seinen Geschäften zurückkommt. Ich mag keine Aufregungen mehr. Ein Brief wird dasselbe tun.» Lady Constanza schreibt seufzend nach Peggys Diktat ein Billett, das sie dem Hotelbesitzer zur Besorgung ans Herz legt, dann bereitet sie fast fluchtartig die Abreise vor. Gerade in dem Augenblick, als Lady Constanza und Peggy, die von einem Stubenmädchen gestützt wird, im Begriff sind, das vom Hotel zur Verfügung gestellte Auto zu besteigen, kommt Major Law aus dem Städtchen zurück. Er traut seinen Augen kaum. « Meine gnädigste Frau », murmelt er verwirrt, « darf ich meine Glückwünsche aussprechen ? Wie ich zu meiner grossen Freude sehe, ist das gnädige Fräulein wieder wohlauf.» «Jawohl ! Ich weile wieder unter den Lebenden! > sagt Peggy unbefangen und gibt ihm die Hand. « Sie sind Sir Andrew, von dem mir meine Mutter schon erzählt hat?» Major Law findet, dass diese Mädchenhand einen guten, zuveriäsigen Druck hat. «Die Damen wollen schon abreisen ? » erkundigt er sieh, obwohl ihn der Augenschein genügend belehren müsste. (Fortsetzung folgt.)

N° 56 — DIENSTAG, 11. JTILI 1939 AUTOMOBIL-REVUE 3 Zürche Zuverlässigkeitsfahrt Die Sektdon Zürich des ACS, die Ende Apri'l mit einer nächtlichen Gelände- und Orientierungsfahrt ins Tösstal mit Erfolg einen neuen Ton in unserm automobilsportlichen Geschehen angeschlagen hatte, brachte vergangenen Samstag eine für die Zürcher Automobihneisterscaft zählende Zuverlässigkeits- Konkurrenz zur Durchführung, für deren Reglement /der Präsident der Sportkommission, Herr Ing. H. Meyer, verantwortlich zeichnete. Es war ein exquisites, wenn auch recht gesalzenes Menü, das die 31 Automobilisten (20 Amateure und 11 Experten) vorgesetzt bekamen. In vierminütigen Abständen wurden eie vom Zivilflugplatz Dübendorf ab nachmittags y%1 Uhr auf den genau 104,8 Kilometer langen, vorwiegend Zweit-, Dritt- und Viertklass-Strassen und -Strässchen benützenden Parcours entsandt, wobei ihnen eine Karte 1:100,000 mit eingezeichneter Route, sowie ein Streckenverzeichnis mit Angaben über die zu beobachtenden Durchschnittsgeschwindigkeiten, Zwischendistanzen und Sollzeit von Ort zu Ort und die notwendigen Instruktionen eine Minute vor dem Start überreicht wurden. Schon bei der nach Fahrt über Wangen - Spiegelhof - Oberillnau in Luckhausen erreichten ersten Zeitkontrolle machte sich die raffinierte Strekkenführung für einige Konkurrenten insofern unangenehm bemerkbar, als sie zwar diesen Posten nicht verpassten, ihn aber nicht auf dem vorgeschriebenen Viertklase-Strässchen anfuhren. Sie mussten — so wollte es da® Reglement — di* Rückkehr antreten und via Oberillnau auf dem auf der Karte eingezeichneten Weg die Kontrolle ein zweitesmal passieren, was den tüchtigsten Piloten minimal 3 Verlustminuten kostete und ihm somit 60 Strafpunkte einbrachte, denn hatte man auch die Durchschnittsgeschwindigkeiten durchwegs auf minimal 18 und maximal 40 km/St, begrenzt, so war es doch eine Unmöglichkeit, solche Schnitzer ungestraft zu begehen. Ganz perfid wurde die zweite Kontrolle postiert, und zwar zwischen Moos und Madetswil, tief im Walde wie das Häuschen der Hexe in «Hansel und Gretel», wo kein Mensch sie auch im entferntesten erträumt hätte, weil sie sich nicht an einem der im Streckentableau angeführten Punkte befand. Zahlreich sind jene, die diesen Posten überhaupt ndcht zu Gesicht bekamen und daher automatisch aus der Konkurrenz ausschieden. Hatte man auf Grund eines 35er-Tempos über Gündisau und Schalchen Hermatswil und mit einem 25er-Durchschnitt Saland und den westlich von Sternenberg gelegenen Steinshof hinter sich gelassen, so tauchte nach einer abermaligen Talund Bergfahrt nach einer unübersichtlichen Linkskurve in Zingpen der dritte «UeberfalWposten auf. Die weitere Fahrt ging via Au - Fischingen - Gähwil - Müselbach zur vierten Kontrolle in Schönenberg, von wo die Hulftegg in Angriff genommen wurde, und nach einem Abstecher ins Tösstal Ghöch als fünfter Posten überraschte. Bis ins Ziel, das bei Dollikon — kurz vor Obermeilen — lockte, waren keine nennenswerten Schwierigkeiten mehr za überwinden; die sechste Kontrolle in Binzikon konnte unmöglich übersehen werden und die 'imaginäre siebente, für deren Registrierung man auf dem Bordbuch Platz offen gelassen hatte, erwies sich als eine boshafte Finte der Organisatoren. Das Resultat der Konkurrenz — von 31 gestarteten Piloten waren 13 wegen Nichtanfahren einer Kontrolle und 2 wegen (glücklich abgelaufenen) Zwischenfällen nicht klassierungsberechtigt — zeigt mit aller Deutlichkeit, welche Bedeutung bei einem solchen Zuveriässigkeitswettbewerb, der in diesem Falle gleichzeitig als Gelände- und Orientierungsfahrt in die Geschichte einging, einem versierten, mit dem Kartenlesen vertrauten Mitfahrer zukommt Als besonders interessantes Faktum der von herrlichstem Wetter begleiteten Veranstaltung sei bei dieser Gelegenheit erwähnt, dass der mit Startnummer 1 losgerollte Amateur H. W. Meyer ohne jegliche, von andern Konkurrenten vorgezeichnete Spur sich im ersten Rang klassierte, wobei er als zuverlässigen Begleiter den bekannten Fliegerbeobachter Funk an Bord hatte. Von sämtlichen Teilnehmern schnitt der Experte D a 11 n e r am besten ab, ging er doch bei einem Startpunktguthaben von 500 Punkten nur 80 P. verlustig. Vier Mann zehrten diesen ihnen gewährten Vorschuss nicht nur auf, sondern mussten sich noch weitere Abzüge gefallen lassen, so dass sie mit einem teilweise respektablen Minusresultat auf dem Klassement figurieren. Alles in allem bildet die Konkurrenz ein neues Plus in der Erfolgsserie der organisierenden Sektion, die es verstanden hat, eine sportliche Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die erstens ihrer Bezeichnung alle Ehre machte und durch Vorschrift vernünftiger Durchschnittsgeschwindigkeiten jede Rennerei verunmöglichte und zweitens zur Schulung der Fahrer hauptsächlich im Kartenlesen wesentlich beigetragen haben dürfte. Resultate: (in Klammer der Mitfahrer): a) AMATEURE: 1. Meyer H.W. (Funk M.),Opel, 360 P., 2. Bestebreurtje A. (Aman R.), Opel, 320 F.; 3. Lindner M. (König Dr. W.), Chrysler, 260 P.; 4. Pfosi Dr. H. (Sturzenegger R.) Peugeot, 220 P.; 5. Gaehler H. (Gaehler W.), B.M.W., 160 P.; 6. de Terra M. (Morf H.), Fiat, 60 P.; 7. Hartmann H. (Günthard W), Ford, 0 P.; 8. Jaeger W (Kramer A.), M. G., —165 P.; 9. Locher W. (Sauter W.), Ford,- —340 P.; 10. Borsari A. (Ghirardelli P.), Lancia, —620 P.; 11. Morel H. R. (Wild H.), Fiat, —660 P. b) EXPERTEN: 1. Dattner A. (Brunner P.), Fiat, 420 P.; 2. Schober E. (Bräm H.), Mercedes- Der Grosse Preis von Comminges. im internationalen Kalender unterm 6. August für Renn- und Sportwagen ohne Formelvorschrift ausgeschrieben, wird, nach einer Meldung aus Saint- Gaudens, nur Sportwagen am Start sehen. Benz, 280 P.*); 3. Kleiner H. (Bischof H-), Bugatti, 280 P.; 4. Troesch M. A. C. (Rentschier E.), Fiat, 140 P.; 5. Bosshardt A. (Strickler W.), Mercedes-Benz), 40 P. «Wir denken nicht daran, uns vom Rennsport zurückzuziehen» sagt Herr Neubauer. Ein bekanntes Pariser Boulevard-Blatt hat vor vierzehn Tagen ein Interview seines Sonderberichterstatters am Grossen Preis von Belgien mit dem Leiter der Rennabteilung von Mercedes-Benz, Obering. A. Neubauer, veröffentlicht, dessen Quintessenz darin bestand, dass Deutschland im Begriffe stehe, sieh vom internationalen Automobilrennsport zurückzuziehen. Die Erklärungen, die der Pressemann Herr Neubauer über die Gründe für einen solchen Entschluss in den Mund legte, klangen teilweise absurd und im übrigen so unmotiviert, dass wir auf eine Wiedergabe dieses journalistischen Erzeugnisses selbst unter Vorbehalt glaubten verzichten zu können. In der Tat stellt sich nun heraus, dass die Behauptungen des