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E_1939_Zeitung_Nr.057

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BERN, Freitag, 14. Juli 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 57 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Anstatt* A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert. Ausgab« B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.bu. Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.75. Wirkt der Strassenteer krebserzeugend ? Der Schweizer Dr. Guglielminetti verneint die Frage in einem Vortrag vor der französischen Academie de Medecine. Erscheint Jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto - Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Liste" REDAKTION n. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Rostcheck tll 414 - Telegramm-Adresse : Auforevue, Bern Geschäftsstelle Zürich : Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 ZUM GROSSEN PREIS VON INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtarif. Inseratenschluss 4 Tage vor Erscheinen der Nummer FRANKREICH Die Nachricht, dass Dr. Guglielminetti, bekannt unter dem Namen «Dr. Goudron», durch eeine Kollegen gebeten worden sei, zu der sich neuerdings erhebenden Frage der Schädlichkeit des Teerstrassenstaubs Stellung zu nehmen, hat uns veranlagst, unsern berühmten Landsmann um Ueberlassung des Originaltextes des Referates zu ersuchen, das er letzter Tage im Schosse der 1 Akademie gehalten hat. Wir danken ihm für seine Liebenswürdigkeit und erteilen ihm hiemit das Wort: Seit meinen letzten Mitteilungen, die ich vor der Akademie gemacht — es war am 29. Juni 1929 —ist es in der Strassenteerung mit gewaltigen Schritten vorangegangen. Gegenwärtig gelangen in Frankreich jährlich 500,000 Tonnen Teer auf den Strassen zur Verarbeitung, in England, mit seinen Koh- •lehschätzen, 700,000 t und in Deutschland 200,000 t. In bezug auf die Staubbekämpfung durch das Mittel der Fahrbahnkonservierung scheint damit das Strassenproblem gelöst. Alarmruf aus Japan 1914 lenkten die Japaner- die Aufmerksamkeit auf die Gefahren, welche der öffentlichen ..Gesundheit aus der Strassenteerung möglicherweise drohen könnten. Während Monaten und Monaten hatten sie 200 Kaninchen den ausrasierten Rücken mit Teer be- ( strichen. Bei diesem Experiment stellten sich Hautgeschwüre ein, die in einem Dutzend von Fällen krebsartigen Charakter annahmen. Am Dermatologenkongress 1923 in Strassburg zeigte Prof. Bloch aus Zürich den ersten experimentell, d. h. .dairch X-Strahlen, erzeugten Krebs am Ohr eines Kaninchens. In einem Vortrag vor den Schweiz. Stras,senfachleuten äusserte er sich indessen dahin, dass diese Laboratoriumsversuche nichts'mit der Teerung der Strassen zu tun hätten.' Um 1924 herum gelang es Dr. Moeler (Kopenhagen) durch Bestreichung der Haut-, einer Maus mit Teer einen Lungenkrebs hervorzurufen. ' ".• c Nach 15 Jahren Ruhe... Seither senkte sich Stille über diese Frage, bis im April 1938 der Direktor des Stadtlaboratoriums von Paris, M. Kling, mit. der Erklärung vor die medizinische Akademie trat, die Strassenteerung schaffe eine Prädispositibn für den Lungenkrebs. Wie die Japaner hatte er während acht Monaten zweimal wöchentlich den enthaarten Nacken von 60 weissen Mäusen mit Teer bestrichen. Nach 50 Wochen ging das. erste der; Tiere an Lungenkrebs ein, bei 2& stellte man eine Lungenentzündung fest und in der Folge erlagen noch weitere 13 dem Lungenkrebs. Am 6. Juni unterbreitete M. Kling der Akademie, zur Präzisierung seiner früheren Darlegungen, die Ergebnisse seiner neuesten Forschungen mit weissen Mäusen, wobei er betonte, noch nie die Behauptung erhoben zu haben, dass die Strassenteerung die einzige Ursache der seit einigen Jahren wieder zu beobachtenden Vermehrung der Lungenkrebsfälle bilde. Vielmehr begnügte er sich Mit Nuvolari und dem nachmaligen Sieger Müller auf Auto-Union an der Spitze wird Gucux in der Startrunde vom Feld geschlossen passiert. UjOS tu Q tu 3 dtf z CM« g|83 15- J. 2rJ »» uJ u Q " " fMO'OOO ; . 1700000 ; 160O00 1KW0OO : . 150000 1300000 ^ ^ t WOHNBEVÖLK RUNQ POPUUATON ^ **" i4oooorwoxjoo :__^^H!üs__. I ___. = = :r: :H /. 130000 1300000 _,