Aufrufe
vor 3 Monaten

E_1939_Zeitung_Nr.057

E_1939_Zeitung_Nr.057

L'U - N°57 Unser

L'U - N°57 Unser Tonrenvorschlag Huf Walliser Seitenstrassen Man schaue sich einmal auf einer Autokarte Der zweite Sprung führt zum Dorf präzis auf das Walliser Strassennetz etwas genauer an. Esder andern Seite des Tales. Das Dorf heisst muss aber eine neue, gute Karte sein. Sie darf Zeneggen. Die Strasse — eine der 3 Meter 60 nicht älter sein als drei Jahre. Zentimeter breiten Dekretsstrassen — beginnt Unsere gute Autokarte sagt uns drei interessante Dinge: dass das Wallis nur eine einzige Kehren leitet sie, meistens im Wald, anhaltend ebenfalls in Visp. In vielen, nicht schwierigen Talstrasse hat; nach Graubünden der passreichste steil zu dem kleinen sonnenhalb postierten Dorf Kanton der Schweiz ist und eine Menge kleiner hinauf. Man fahre aber nicht schnurstracks den fJerastrassen besitzt, von deren Existenz man selbst Berg hinan, sondern halte nach den ersten paar in eingeweihten Kreisen herzlich wenig wusste. Kehren einmal an, um den Blick ins Tal hinunterschweifen zu lassen. Nirgends zeigt sich das Diese Nebensträsschen sind — schon die Karte verrät es — in ihrer Anlage pikant, vielfach nicht Rhonetal von Visp bis nach Brig so schön wie von Zwischen Lac Champex und Les Valottes. ungefährlich für den, der seine Benzinpferde nicht ganz sicher in den Händen hat. Manch alter Schnapper wird sich übrigens bäumen und bockbeinig stille stehen; denn Steigungen von 15—18 Prozent sind nicht selten. Wer mit schlechten Bremsen fährt, läuft, wie der Bergsteiger mit schlechtem Schuhwerk, Gefahr, den Boden unter den Rissen zu verlieren. Es lässt sich bei allem Vergnügen, das das Befahren dieser Höhenstrassen dem vorsichtigen, routinierten Fahrer bietet, nicht spassen. Ich habe mir einst vorgenommen, über die beiden Abstecher von Visp aus nie etwas zu schreiben. Wenn ich es jetzt tue, so nur deshalb, weil meine Verschwiegenheit allein nicht genügt hat, um zwei der schönsten Sitze am Oberlauf der Rhone vor den staubaufwirbelnden Miteidgenossen zu verschonen. Der eine Abstecher führt bei den höchsten Reben, die den Heidenwein liefern, vorbei. Sein Terminus ist Visperterminen. Und wenn ich schon am Ausplaudern bin, so sei auch gesagt, dass man am Sonntagmorgen, gegen 11 Uhr, eine echte Trachtenschau erleben kann. Hei, wie es da glänzt von den goldbebänderten Hüten der Terminerinnen! Wenn dann der Glanz entschwunden ist, steige man, zu Fuss natürlich, eine Viertelstunde über das Dorf. Ein Wunder, dass es hier oben noch kein Hotel über den 4. Rang hinaus gebracht hat. Aber ein schönes, beglückendes Wunder. Ein interessanter Abstecher im Mittelwallis nimmt bei der Bahnstation Leuk-Susten seinen Anfang. Die erste, kurze Etappe ist das Städtchen Leuk. Von da wird das Strässchen .schmal. In einigen grossen Windungen führt es ziemlich steil in die Höhe. Wo es sich anschickt, ins Dalatal einzudringen, halte man an. Das ganze mittlere Rhonetal liegt zu Füssen. Bald steckt man im Tal drin, überquert die Dala, um be! einem kleinen Wirtshäuschen links abzuzweigen und auf der rechten Talseite wieder talauswärts zu fahren. An der Abzweigung hat einmal ein grosser Wegweiser gestanden. Seine Ruine ist noch gut sichtbar. Man lasse sich deshalb nicht aus dem Konzept bringen, auch wenn das besagte Strässchen anfänglich wenig einladend aussieht. Nach ein paar Minuten sind wir aus dem Wald heraus, dafür mitten in den Felsen. Mauerschwalben umfliegen unser Gefährt. Diese wildromantische Szenerie ist aber nicht von allzu langer Dauer. Wir erreichen bald Varen, auf guter Strasse Salgesch und in einer Viertelstunde sind wir wieder unten an der Rhone. Automobilisten mit nicht allzu grossen Wagen und der nötigen Kaltblütigkeit wird dieser interessante, kaum eine Stunde beanspruchende Abstecher mit seinen prächtigen Ausblicken Freude machen. Wenn er an dem besagten Wirtschafteten einen kurzen Halt einschiebt — dabei aber nicht dem Fendant oder dem Dole zuspricht — so wird man ihm mitteilen, dass die Versicherung es ablehne, für etwelche Schäden, die einem auf der frage bereits weitergebracht - als Visperterminerr, j? bis zum 3. Rang. Aber sie haben nicht übers Ziel ' hinaus geschössen, die Zenegger mit ihrem neuen •' Hotel. Es ist ein echter Waffiser Berggasthof ge- < worden, dem man das Hotel nicht ansehen würde, wenn die Fahne nicht wäre. Es war ja nicht anders zu denken, als dass eines schönen Tages ein Kenner der Menschen an diesem unverschämt schönen Hock, gegenüber der Mischabel und gegenüber von Visperterminen ein Pensiönchen gründete. Ich habe mich noch nie nach dem Beruf des Hoteliers gesehnt, nicht einmal Direktor im Londoner Savoy möchte ich sein. Aber dem schönen, neuen Gasthof in Zeneggen, dem vorzustehen, das würde ich mir nicht lange überlegen. der Strasse nach Zeneggen. Man wird mit Ueberraschung feststellen, dass im Wallis nicht nur die Strossen, sondern auch die Flüsse ihre Pappel- , eskorten haben. Zeneggen hat es in der Hote|- ^ Fahrt nach Varen zustossen könnten, aufzukommen. Nur wirklich gute Fahrer sollten sich diesen alpinen Abstecher leisten, wobei gesagt sei, dass die Rundfahrt in umgekehrter Richtung im Falle des Ausweichens wirklich kitzlig werden kann. Im Sinne des Vorschlages kann man sich hingegen durchwegs an die Bergseite halten. Eine wunderschöne, weniger exponierte Fahrt ist der Abstecher aus dem Pfinwald bei Siders nach Vissoie und von da auf neuer, guter Strasse nach St. Luc hinauf. St. Luc ist eine unvergleichliche Aussichtsterrasse. Für zaghafte, an das alpine Fahren wenig gewöhnte Autotouristen ist sie von geringem Entzücken. Ihnen sei die teilweise schön ausgebaute Strasse von Siders nach Montana Vermala empfohlen, die weniger Kaltblütigkeit und Schaltkünste erfordert, an ihrem Ziel aber einen nicht minder schönen Ausblick auf die Walliser Bergherrlichkeit bietet. Eine Fahrt gen Himmel vermittelt das Strässchen, das von Sitten zuerst nach Vex und dann in unzähligen Kehren zur Alp Thyon hinaufführt. Es kann einem unter Umständen passieren, dass man nach der Ankunft in Thyon das ununterbrochene Steuereinschlagen nach links und rechts noch eine Auskünfte n. Prospekte durch alle Reisebüros u. durch das DEUTSCHE VERKEHRSBURO ZÜRICH Bahnhofstrasse 70, Telephon 7 26 66 und 3 SS 35 te?

N°57 — Automobil-Revue »'*«' gute Weile in den Armen spürt. Sitten liegt 490 Meter hoch, Thyon 2020. Luftlinie Sy 2 Kilometer. Dem besten und teuersten Amerikaner kann da der Schnauf ausgehen. Wesentlich weniger anspruchsvoll ist das Strässchen von Sitten nach den Maiensässen hinauf, ein Ausflug, den man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man auf Thyon verzichtet. Ein regelrechter Prüfstein der Fahrkunst ist eine Fahrt von Orsieres nach Lac Champex und von da direkt nach Les Valettes hinunter. Man macht dabei Bekanntschaft mit einem guten halben Dutzend Kehren, deren perfide, abfallende Anlage nicht nur dem Wagen in die Federn, sondern dem Automobilisten nicht minder auf die Nerven schlägt. Eine Aussichtsterrasse, die von den Welschschweizern in allen Tonarten gepriesen wird, ist Verbier. Die gute Karte, von der wir anfangs gesprochen haben, wird uns nach einigem Suchen zeigen, wo dieses Verbier liegt: Hoch über dem Val de Bagnes. Bei Sembrancner zweigt man von der Grossen St. Bernhard-Strasse ab und dringt ein paar Kilometer ins Tal der Drance-de-Bagnes ein. Wer Glück hat, erwischt in Chäble auf den ersten Ansatz das Strässchen, das in vielen aber nicht schwierigen Kehren den Sonnenhang erklimmt. In einer knappen Viertelstunde ist man am Dorfeingang von Verbier, wo dem Wagen Halt geboten wird. Wer die ganze Pracht von Verbier f eniessen will, der steige zu Fuss eine gute halbe tunde aufwärts. Er wird dann eines Ausblicks ins Montblanc-Gebiet teilhaftig, wie man ihn in dieser Geschlossenheit und Machtentfaltung nirgends geniessen kann. Eine der neuesten Walliser Bergstrassen ist das vom Tal aus gut sichtbare Strässchen Martigny- Salvan. Es ist überaus keck an den steilen Hang hingeworfen und hat zufolge seiner schwierigen Anlage viel, sehr viel Geld gekostet. Der Kilometer ist auf über 140000 Franken zu stehen gekommen. Sein Höhepunkt ist die Brücke über den Trientbach, den es in der respektablen Höhe von 188 Meter überspannt. In Salvan wird man belehrt, dass das die höchste Brücke Europas sei. Das Wallis hat in den letzten zehn Jahren von allen Kantonen der Schweiz am meisten Strossen gebaut, lieber vierzig neue Strossen sind in den letzten Jahren, bei einem Kostenvoranschlag von rund ]6 Millionen Franken fertig oder in Angriff genommen worden. Die Gemeinden, deren Finanzen meistens nicht auf Rosen gebettet liegen, sind dabei, so wenig wie der Kanton und der Bund, um gewisse Lasten herumgekommen. Ihre Dörfer aber haben mit den Strossen den Anschluss ans grosse Tal gefunden. Was etwas wert ist, die Lebensverhältnisse ein klein wenig verbessert, auch wenn der Fiskus dafür seinen Tribut haben will und der Kanton zu einem Budget kommt, das allmählich auch eingeweihte Kreise zum Nachdenken veranlassen musste. Man möge sich des ersteren erinnern, wenn man seinen Wagen über die neuen Strossen hoch über dem Tal der Rhone rollen lässt. WalterSchmid. (Obw.) 1920M.Ü.M. Tel.a81.41 lohnendes Ziel für Ausriug.Weekend und Ferien. fOStB.DURPERJxAMSTAD Kosmetische Selbstpflege Gespannte, trocktne Haut. Nicht nur äusserlich einfetten, um Rauheit und Rissigwerden zu hindern, sondern auch fettreicher als bisher essen. Ebenso genügend Gemüse, Salate, Obst geniessen und ausreichend Wasser, Tee usw. trinken. Einsalben ist vor allem notwendig, um Falten und Runzeln vorzubeugen. Zum Waschen nur weiches Wasser (Regenwasser oder Borax-Zusatz) benutzen. Kurze Tips. Weiches Wasser zur Gesichtspflege sollte selbstverständlich sein. Am besten ist Regenwasser oder Tau. Andernfalls setzt man dem Waschwasser zum Weichmaehen Borax oder Kleie zu. — Sahne (Rahm) ist ein wunderbares Pflegemittel für empfindliche Haut. Trockener Teint, der wenig Fett verträgt, wird dadurch geschmeidig. — Ist die Haut fett, so empfiehlt sich eine regelmässige Benützung eines Breies von Mandelkleie, um das Gesicht zu reinigen. Das beugt auch Unreinigkeiten im Gesicht vor. Kleine Hilfen zur Schönheitspflege sind: stets gute Körperhaltung, öfter ein Bad mit Fichtennadelzusatz, im Sommer Sonnen- und Luft-Bäder. Sodann Entspannungsübungen. Frühzeitig Schlafengehen. Im Frühjahr eine Blutreinigungskur, im Herbst eine Obstkur. — Wichtig ist die richtige Lebensweise: bei Neigung zu Fettansatz viel Bewegung an der frischen Luft, Turnen, Schwimmen, Winke und Hinweise Radfahren, Skilaufen usw. Bei Neigung zur Schlankheit: eine Viertelstunde Ruhen nach der Hauptmahlzeit, nie hasten, nicht rauchen I Kosmetische Sünden. Schlechte oder ungeeignete Mittel und Methoden, falsche oder unsachgemässe Anwendungen bewirken nicht selten ärgerliche Hautstörungen und Verunstaltungen. Manche Stoffe in verbreiteten Zahnmitteln werden nicht von allen vertragen. Bei der Haarpflege sollten Sie nur ein garantiert reines Waschmittel verwenden. Als Haarfärbemittel sollte im eigensten Interesse stets nur ein unschuldiges Mittel von bekannter Zusammensetzung gebraucht werden. Noch grössere Vorsicht erfordert die Teintpflege. Zu scharfe Seifen, auslaugende und fettentziehende Gesichtswässer, parfümierte Cremen usw. können Schönheitsstörungen, Flecken, Ausschläge usw. hervorrufen. Reispuder ist gefährlich. Er bildet in den Poren eine breiartige Masse und vergrössert die Poren. Vaselin und Glyzerin sollten vom Gesicht stets ferngehalten werden, wenn man Hautreizungen vermeiden will. Puder und Schminken müssen frei sein von Blei und Quecksilber, die in manchen Fabrikaten enthalten sind. Alkohol- und kampferhaltige Gesichtswässer werden ohne Schaden meist nur von ziemlich fetter und strapazierfähiger Gesichtshaut vertragen. Also Vorsichtl Dr. P.M. E. Looser & Co., Oelbrenner-Fabrik, Sargans * Vertreter in Zürich, Ölten, Bern und Biet Grimmialp Grand Hotel DIE ROMAN-QUELLE Ist die vorteilhafteste Romanlektüre. 36 Seiten für 35 Rappen. Jeden Freitag/Samstag neue Nummer. An jed. Zeltungskiosk erhältlich. 1260 m ü. M. (Berner Oberland). Idealer Sommer-Aufenthalt. Alle Zimmer mit fliessendem Wasser. Lohnendes Weekend- und Auto- Ausflugsziel. Garage. Pension von Fr. 10.— an. BERGUN das Ferienbijou im Herzen Graubündens. Der zentr. Platz 'für Exkurs, im Auto u. zu Fuss. Landschaftlich einzigschön. DISENTIS Hotel Post A.C.S. I anrinHart das Stammhaus der Automobilisten. 120 Betten. Fliess. Wasser. Wohnungen mit Bad und W. C. Wunderbarer Park rund um das Hotel. Schwimmbad und Tennis. Jeder Komfort. Pauschalpreise pro Woche ab Fr. 87.—. Eigenes Orchester. Grosse Gesellschaftsräume. Lunchs ab Fr. 3.—. Altbekanntes, neurestauriertes Haus. Fliessendes Kalt- und Warmwasser. Zentralheizung. Gutgeführte Küche und Keller. Bündner Spezialitäten. Auto- Garage. Benzinstation. Telephon 10 Geschvr. Huonder, Bes. Hotel und Bahnhofbuffet A.C.S. L