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E_1939_Zeitung_Nr.061

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Automobil-Revue N»6l

Automobil-Revue N»6l Der Genfersee und seine Schweizerküste Text und Aufnahmen: W.1L «Jede Landschaft hat ihre eigene, besondere Seele, wie ein Mensch, dem du gegenüberlebst.» So sagte einmal Christian Morgenstern. Das Bezaubernde einer Menschenseele aber ist ihr Auf-und-ab. So ist auch das Bezaubernde einer Landschaft ihre Wandlung. Selten wohl wandelt sich eine Landschaft fesselnder alsdie des grössten Schweizer Sees. Schon Rousseau, der in ihr zu Hause war, ward dessen inne. Als ob sie geradezu Freude daran finde, mit sich selbst in Widerspruch zu treten: so Mädchen vom Ufer der Waadt. Nach einem alten Blatt. (Photo W. M.) Menschen ihr Gerät geformt, auf Pfählen ihre Hütte in den See gebaut. Hier siedelten und wanderten Allobroger und Helvetier, und der Tritt römischer Marschkolonnen hallte unter den Höhen des Jura, und Goten, Alemannen, Franken zogen ihre kriegerische Spur. Die Tempel sanken, und von neuen Gotteshäusern leuchtete das Kreuz. Du siehst den See von Schlössern umsäumt. Gar stolze Geschlechter Sassen in ihnen und übten Macht und Gewalt — doch keines solche wie jenes da drüben im Süden, jenseits des Wassers: die Savoyer. Du hast dein Büchlein der Schweizer Geschichte bei dir, mit den Karten des Besitzstandes der Jahrhunderte?« So blättere darin, und du erkennst: wie dieses Geschlecht über den See greift und seine Farbe die der andern auftilgt und bald auch die letzte noch verzehren möchte; auf einmal hat die seine wieder weichen müssen, zurück über den See: Stärkere haben seinem Vordringen gewehrt, ihm schon überwundenes Land entrissen, die Eidgenossen! Und wie anderwärts deren Orte aufsteigen, so auch am Löman — den schliesslich Genf und Waadt und Wallis, dem französisch gewordenen Hochsavoyen gegenüber, umgeben! In scharfgeprägter Eigenart lagern sich am Seerand-Städte und Städtchen. Welch gewaltige Entwicklung machte Genf durch! Zwar von der wirklich alten Stadt steht nicht mehr viel. , Die bischöflichen Befestigungen sind längst geschleift, nur noch spärliche •Ueberreste wie Tour Baudet erinnern an sie. Aber es hat noch den hehren Bau seiner Kathedrale St-Pierre, Nachfolgerin einer -Kirche des 4. Jahrhunderts, vielleicht auf dem Grunde eines Apollotempels, im 12, begonnen. Es hat sein Aüditoire, aus der Kirche Nötre-Dame-la- Neuve des 13. Jahrhunderts hervorgegangen. Vor- und Hafenstadt Ouchy reicht an diesen, unten, wo im «Ancre» der «Prisoner of Chillon» entstand, Lausanne. Drei Hügel tragen die lebensfrohe Bundesgerichtsstadt. Auf zweien von ihnen, Cite und Bourg, drängt sich zusammen, was feierlich aus der Vergangen- aber Stadt, genauer: Kurstadt ist Montreux. Hier sind Eleganz und Natur eine ideale Verbindung eingegangen, und im rauschenden Narzissenfest jedes Frühlings wird sie erneut besiegelt. Glion, Rochers de Naye, Caux, M.-B.O.-Bahngebiet: was Wunder, dass Montreux in solcher Umgebung ein Magnet wurde! Sein Glanzpunkt aber ist Chillon. Hier hat sich der Genius des Genfersees letztmöglich verkörpert und im Ensemble mit Burg, Dentdu-Midi und der Histoire um Bonivard der Lausanne. Portalplastiken von Notre-Dame. (Photo W M.) Lausanne. Kathedrale und Schloss Saint-Maire. Naoh einem romantischen Stich. (Photo W. M.) heit herüberragt: Notre-Dame, Meisterwerk der Gotik; Schloss Saint-Maire, das noch den Namen dessen bewahrt, der Lausanne im 6. Jahrhundert zum Bistum erhob; die Franziskaner-Kirche, würdiger Zeuge des 15. Jahrhat er ihre Vielfalt umrissen! See und Berge, an sich schon ein köstlicher Widerpart; dann Land und Stadt, Ruhe und Sturm, Klarheit und Verschleierung, Erdnähe und kosmische Weite: all das gibt dieser See. Dort ragen himmelhoch befirnte Häupter — hier wachsen Kastanie, Lorbeer, Zypresse, Walnuss, Zeder; und Reben schmiegen sich hangentlang; und mit warmem Blütenschnee übersät die Narzisse hohe Felder. Mit schmeichelndem Fächeln streicht der Rebat über den blauen Spiegel; aber Vaudaire und Bornand zersplittern diesen und holen aus seinen Tiefen die Hölle der Flut. Unter der Fläche, die eben noch unbewegt täuscht, dass sie ewig heiter und problemlos sei, arbeiten die Lardyres, die geheimnisvoll unterirdischen Quellen, und der See steigt und fällt und steigt — wie die Seele des Menschen. Wähle ein stilles Plätzchen am Ufer und träume! Hier ist einmal der Rhonegletscher geflossen. Hier haben aus Stein, aus Bronze Es hat das Renaissance-Rathaus des 16. und, ausser Bürgerhäusern der Spätgotik, herrliche Herrensitze des 18. Jahrhunderts. Und wieviel Prächtiges, nicht bloss den Palast des Völkerbundes, schuf, die Moderne! — Klein, aber ein Kleinod ist Nyon, die Colonia Julia Equestris der Römer. Gewiss, die Zeiten, da es eine Rolle im schweizerisch - französischen Durchgangshandel spielte, sind vorbei, und ausser der wundervollen Allgegenwart seiner Hügel- und Seenatur lebt es bedeutenderer Erinnerung. Die aber umfasst so köstliche Jahre wie jene, die ein Viktor v. Bonstetten, Berner Vogt im hochgelegenen Schloss, seine Gäste empfing: die Dichter freunde Mathisson und Salis-Seewis, die Schriftstellerin Friedrike Brun, den Geschichsschreiber Johannes von Müller. — Miniaturstädte sind auch Rolle, wo der vielumstrittene Mann der Helvetik, Frederic-Cesar de la Harpe, geboren wurde, und das altertümliche Morges mit dem schönsten Montblanc-Blick am See, Nur mit seiner hunderts, inmitten bewegtesten Gegenwartsverkehrs; Rathaus und Gerechtigkeitsbrunnen am Paludplatz, wo vor alters Gericht gehalten ward; als Vorläuferin der Universität die Akademie, an der Männer wie Sainte-Beuve und Mickiewicz lehrten. Um diesen Kern aber scharen sich festlich die Neuzeitbauten, und Alt- und Neustadt beleben viel junge Menschen viel fremder Zungen, denn Lausanne ist die Stadt der Jugend, und manches Daseins unbekümmertste Jahre verfliessen hier. — Nächstgrösste Stadt des Vaudois, wieder drunten am See, ist Vevey. Mit dem nahen Ciarens teilt' es den Ruhm, Schauplatz der «Nouvelle Heloise» zu sein. Von zehn zu zehn Jahren taucht es in uralte Bräuche zurück, wenn es sein Winzerfest feiert, sein ureigenes Ehrenfest. Im Alltag aber errang ihm Weltruf sein Gewerbefleiss, und allein die Tatsache, aus einer der Veveyer Zigarren-, Nährmittel-, Schokoladefabriken zu stammen, wurde Bürgschaft für ihre Ware. Dabei hat diese Industrie das Aussehen der anmutigen Stadt so wenig verdorben, dass sie Erholungsziel vieler Tausender zu bleiben vermochte, denen ihre Lage, ihr Ortsbild, ihre Gärten immer unverminderte Freude sind. — Gemeindepolitisch nur Dorf oder Dörfervereinigung, dem Aeussern nach Inserieren bringt Gewinn Einbildungskraft Byrons so überwältigend dargeboten, dass dieser nur in menschliche Sprache zu übersetzen brauchte, was derart bereitlag. — Noch einmal zum Genius dieser Landschaft gehört, dass ihr Schweizer Ufer nicht mit diesem steinernen Epos ausklingt, sondern sich weicher hinüberbogt zur bergigen Küste Frankreichs. In stiller Beschaulichkeit sonnt sich unterm Schmuck seiner Weingärten Villeneuve, auf das nur noch, westlich der Rhonemündung, Bouveret und das Grenzdorf Saint-Gingolph folgen. Hier wird zum Beschluss noch einmal ein Stück Urgeschichte der Schweiz wach. Denn zwischen Villeneuve und Bouveret geschah es 107 v. Chr., dass die« helvetischen Tiguriner ein Römerheer schlugen: «Die Tiguriner», schildert Johannes von Müller, «erhielten einen vollkommenen Sieg; es blieb der Consul Cassius, L. Piso sein Legat, und mit ihnen die Blüthe des Heers; Cajus Popillus, der andere Legat, floh in das Lager. Da er aber in diesen Pässen sowohl die Zufuhr als den Rückzug leicht verlieren konnte, übergab er das Heer dem Willen der Helvetier. Sie nahmen die Hälfte von Tross und Rüstung; die Römer gaben Geisel, und giengen unter das Joch.» Beromünster (Luzem HOTEL HIRSCHEN Ä.C.S. T.C.S. Althistonscher Gasthof von Anno 1336. Selbstgefühle Butteikiiche. GesensehaftBliimner. Parkplatz. Garage. Uuidessendej Beromünster. Tel. 64.001 F. Wttest-Httbsdier. Besitzer. Die vollautomatischen ElCO-Schweroetbrennef verbrennen das billigste Schweroel so restlos und sauber, als wäre es teures Gasoel. Jetzt nicht mehr zuwarten mit der Oelfeuerung. 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