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E_1939_Zeitung_Nr.064

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10 Ein ausländischer

10 Ein ausländischer Staatsmann hat vor; einiger Zeit für die junge Generation seines Volkes das Wort vom «Gefährlich; leben» geprägt. Diesseits der Grenzen wurde über diesen neuen Propagandist!-' sehen Einfall so länge der Kopf geschüttelt, bis man" sich über den Sinn des Ausdrucks klar geworden war. Auch hier war, wie so oft, die wörtliche Uebersetzung irreführend, denn sie bedeutete nicht etwa, „die Gefahr um,ihrer selbst willen herauf ?- zubeschwören, sondern sie nie aus den Äugen zu verHeren und immer bereif zu sein, ihr mit der Vollkraft eines gestählten Willens und Körpers zu begegnen!? Wenn auch das politische Credo jenes Mannes sich mit dem unsrigen nicht deckt, so gilt das Prinzip des « vivere pericolosamente » nicht weniger aueh fjir ^ins Schweizer. Es hat Zeiten gegeben, Ön wir Einen falschen Eindruck vom Stand am besten der Viersäulenlift, auf dem 09 der schweizerischen Arbeit auf diesem sich das Modell der Holka-Kar'össerie wohl Gebiete vermittelt auch das übrigens sein läset. Aeusserlich fällt:bei dieser Kon] sehr schöne Schaustück der Kugellagerfabrik Ärbon dadurch, dass SRO, derköpfe untereinander keinerlei Verbindung* struktion sofort auf, dass die vier Säuleii* doch auch internationalen Ruf besitzt, besitzen, sondern vollständig freistehe^ durch Abwesenheit glänzt. Besser ist Dem Auge in der gebotenen Darstellung es in dieser Hinsicht mit der* elektrischen Ausrüstung und mit den Bordap- des pneumatischen Antriebes, sowie dMJi nicht sichtbar, ist die absolute Neuheit; paraten bestellt, Seintilla zeigt ein sehr getrennte Steuerung der beiden Seiten? schönes, instruktives Modell der elektrischen Anlage im Automobil, die aufstre- Neigung des Wagens zwecks Vornähme paare. Letztere ermöglicht eine seitliche bende Royal Co. ist mit,ihrer schweizerischen Lizenzfabrikation der bekannten lage ausgeführt werden können. Aeussefst gewisser Arbeiten,.die nunmehr in Schräg- Nebel- und - Kurvenlarapen vertreten, zu lehrreich ist ein. Luftkompressor mit der denen sich die elektrisch geheizten Frostschutzscheibeii gesellen. Die Hasler .A-G, Anwendungsmöglichkeiten, der Pressluft v , bildlichen Darstellung der vielseitiger); stellt ihre berühmten Messapparate auf, Man sieht da; ein Gerät zum. Ausbeuten; darunter, den, 'Geschwindigkeitsmesser von Kotfitigelverletzungen,--die altbekannte Earbspritze, die verschiedenen «Tel», der von keinem, in- oder ausiäridi: sehen Apparat je erreicht und schon 1913 beim Grand Prix von Frankreich, vom Sieger Boüaux. auf seinem, Peugeot-Rennwagen .benutzt würfe /Von"- Eigerflieerj CorcellesV sehen wir, die ED Zähler, die ebenfalls,.schon seit Jahrzehnten zu den Spitzenerzeugnissen der schweizerischer} Feinmechanik zählen.. Auch unsere beiden Hersteller von Schneeketten, die Union in Biel und Brün in Nebikon, seien nicht vergessen. Ein Gebiet, auf dem unsere, schweizerische Industrie sich langsam aber sicher vorzutasten beginnt, ist die Herstellung von, ... . .. r _ s r i Garageeinrichtungen. Hier dürfte. wohl die Serva-Technik in Zürich den grössten Vorsprung aufzuT weisen haben... Die ausgestellten Objekte lassen Amerika als unser Lehrmeister wohl erkennen, ein, Land, das uns natürlich in der Vielgestaltigkeit seiner Werkzeuge und Hilfsmaschinen noeh weit übertrifft. Wo wir aber in seine Fussstapfen getreten, da haben wir es nicht nur eingeholt, sondern teilweise schon überflügelt. Diese Entwicklung illustriert erelt sein! mit der Meinung liebäugelten, die ruhige Fahrt unseres Lebensschiffleins abseits allerKlippen, Strudel und Orkane sei «iw*Sj|.«b-für-die Bereitschafti So legt die Landesausstellung Zeugnis unseres-Volkes; Kalfiefirai-fi^änrilinliAC *la aAira« Vovill An4«*n Von Schwergewichten und anderem (Fortsetzung von Seite 9.) Pistolen zum Waschen, Schmieren, Petwjw len und, Entstauben,• selbstverständlich auch die Pneupumpe, den Wagenlift, Tüir offner und 1 -schliesser und endlich aueK noch den Staubsauger. Eine schweizerische Neuerfihdungtist das Ansehlüßstück für die verschiedenen Geräte, der sog. « Cdp nectomat». Es ist dies ein Bajonettv$> schluss, der die stets nach kurzer Zeit uhdich't werdenden. Lufthähnen ersetzt, j$idem er selbstdichtend und verlustfrei arbeitet. Ein.,Abschlepprolli. auf Pneus hat einen versetzbaren Schwerpunkt und S^- 'tensupports, so dass er auch für Schwingachsen brauchbar ist. Daneben steht eijie Leichtpresse mit einer Leistung von 40, 1$ zum Richten von Achsen wie zur Demontage von Kugellagern und scbliesslieh ein vollständig um seine senkrechte Achse drehbarer Abschleppkran. .Letztere Eigenschaft ist dort von Vorteil, wo Platz- Verhältnisse das Abschleppen eines Unfallwagens komplizieren. Als absolute Neuheit ist auch ein hydraulischer Sichorheitslift einer andern schweizerischen Firma ausgestellt, der zur besseren Demonstration seiner Leistungsfähigkeit ein ,. .AUTDMOBIL^VUE DIENSTAG, 8. .AUGUST 1939 — N° 64 das uns das Schicksal nicht vorenthalten könne. Wir vermeinten, dass wir nie mehr in die Lage kämen, im Sturmwind in die Taue klettern und das Steuer führen z,u müssen, dieweil die Sturzwellen über das Deck fegen. So schienen wir denn — wie übrigens auch andere Völker — durch die langen Jahrzehnte ungetrübten, Friedens lau geworden zu sein und der Einsicht an ermangeln, dass am politischen Himmel auch für uns die Sonne nicht unbedingt jeden Tag in ihrer vollen Helle scheinen könne. Noch mehr, in unserer Unbekümmertheit kannten wir keine grösseren Sorgen mehr, als gegeneinander zu schnäbeln wie junge Vögel, die in ihrem warmen Nest einen möglichst grossen Happen Nahrung zu ergattern suchen. Die Landesausstellung hat in der Wandlung der Einstellung des Einzelnen zu den Problemen der Gesamtheit und zu seinen Nebenmenschen eine hervorragende Rolle gespielt. Als hätten jene, welche für die Projektierung, der ganzen Schau verantwortlich waren, schon vor Jahren die Entwicklung der internationalen Dinge vor-- ausgesehen, ist sie zur besten Stütze unserer nationalen Sammlung geworden. Sie ist nicht nur der sichtbar* Ausdruck da. für, dass heute die ganze Bevölkerung in freiwillig geformter Marschkolonne hinter den verantwortlichen Lenkern ihres staatlichen Geschicks steht, sie zeigt nicht nur, was ein. karges und "enges Land dank des Arbeitsfleisses seiner Bewohner und dem Segen langer Friedensjahre zu schaffen vermag, sondern sie führt aueh mit einer anschaulichen Eindringlichkeit vor Augen, wie ein jeder, vom leitenden 1 Kopf eines Weltunternehmens bis hinunter zum mörtelbuckelnden Handlanger letzten Endes ein Rädchen in einem weitläufigen Mechanismus ist, von dem jedes seine nützliche Aufgabe zu erfüllen hat. Dadurch wird die Landesausstellung in doppelter Richtungr zu einem beglükkenden Erlebnis: Einmal, dass die zeitweilige Lauheit allem Anschein,zum Trotz doch nie zur Sorglosigkeit geworden ist, sondern dass der. gesunde Sinn unserer Bürger wach ist, wenn's nottut. Zum andern weil jeder Beschauer die Gewissheit nach Hause trägt, das?, die Arbeit an-.seinem, wenn auch attt^bescheidenen Posten nicht nur,ihm «elbst zum\Nutzen gereicht, sondern zugleich auch Dienst am Ganzen bedeutet. ~,.,,. 4i, (> .. , , ( .-. , •, Saure'r-3^-Vuh^sis/ruferjde^ Köpfen der Besucher hält Dieser Lift ist fahrbar, kann also in der Garage, wenn er nicht gebraucht wird, in-die-Ecke gestellt, und bei Bedari -wieder hervor geholt werden, Damit.dürfte, der Bericht, über den Verkehrspavillon, vornehmlich was die direkt mit dem Automobil und seiner. Konstruktion zusammenhängenden Ausstellungsgegenstände anbetrifft, erledigt sein.. Es bleibt uns noch die Aufgabe übrig, « • verschiedene Kleinigkeiten zuaussern, an denen "99 %'aller Automobilisten vorübergehen - werden, und die trotzdem jeder gute Schweizerfahrer beachten sollte. Viele Dinge hat uns das Ausland bisher geliefert, die das schweizerische Gewerbe hinnahm und durch seiner Hände Arbeit veredelte. Auch hier beginnen wir uns langsam selbständig zu machen. Gewöhnlich denkt kein Fahrer daran, dass die Polsterüberzüge aus der Tschecho-Slowakei kamen, dass die Behaglichkeit, die des Polsters schön wattierte Formen bieten, dem gleichen Lande entstammt, dass es mit ausländischem Zwirnfaden genäht .war, und dass die Lederüberzüge aus Grossbritannien stammen. Alle diese Produkte werden nun in der Schweiz hergestellt und was z. B. gerade das letzterwähnte Leder anbelangt, so haben wir "neuerdings in der Firma Gimmel in Arbon eine Bezugsquelle, die zufolge eigener Fabrikationsverfabren sogar dem Ausland überlegen ist. In die gleiche Kategorie gehören die mannigfach geformten Messing-, Aluminium- und Stahlprofile, die samt und sonders früher aus Deutschland bezogen wurden. Neuerdings haben wir in der Firma Meister in Zürich auch eine Fabrik der bekannten Kupferasbestdichtungen, die dort für die kuranten Wagenmarken ebenso zuverlässig und billig zu beziehen sind als aus Amerika oder Deutschland. Es sind, wie gesagt, Kleinigkeiten, und mancher, der über das Vorhandensein von. Polsterwatte, Gummiverdeckstoffen usw. in dieser Ausstellung vielleicht ein wenig sieh wunderte, der wird nun wissen, warum es so ist und warum es so recht ist. Der Ausgang aus dieser Abteilung bringt uns schliesslicb. zur Ausstellung jenes Zweiges der Verkehrswirtschaft, der eigentlich ein rein ausländisches Fabrikat beschlägt und trotzdem einen Lebensnerv unseres Landes bildet. Das Oel. Noch im Mittelraum sehen wir bereits die bildliche Darstellung der grossen Wichtigkeit einer regelmässigen und rationellen Schmierung, später sehen wir in dem Rahmen unseres Verkehrs auf dem Wasser eingegliedert die Rolle des Oelund Benzinimportes. Plastische Bildmontagen führen, uns zu den Bohrfeldern, aus denen das braune Gold der Erde entspringt. Wir verfolgen die kostbare Flüssigkeit auf ihrem Wege in die riesigen Destillieranlagen, in denen sie den verschiedensten Behandlungsmethoden unterworfen wird. Schliesslich kommt das Oel oder dessen Derivate in die Tankdampfer und rheinaufwärts iö. die am Basler Rheinhafen gelegenen Tankanlagen. Und zuletzt füllt Bie einer der hübsch uniformierten Tankburscben in deinen Benzinbehälter. Notieren wir im Vorbeigehen, dass auch unsere Schweizer firmen in der Konstruktion von Tanksäulen, sog. Durchlaufzählern, gute Erfolge feiern, merken wir uns sodann im stillen, dass auch die grossen Benzinimporteure zur Leistungsfähigkeit unserer Armee beitragen, indem sie den Grossteil eines ganzen Jahresbedarfes für uns auf Lager halten müssen. Draussen am Verkehrspavillon trifft man nochmals auf ein jüngstes Kind unserer schweizerischen Verkehrsindustrie, den Trolleybus, dessen wagenbauliche Einrichtung von Saurer stammt. b-r.

N° 64 — DIENSTAG, 8." AUGUST 1939 AUTOMOBIL-REVUE 11 Links: Im Vesia-Spital illustriert ein durch die Carrosserie Langenthai AG. ausgeführtes Krankentransportautomobil die Lei- . stungsfähigkeit unserer Industrie auch auf diesem Gebiete. Sulzer-Dieselmotor für die diesel-elektrische Lokomotive mit einer Leistung von 1200 PS. Schienen^ und Strassenfahrzeuge Schmalspuriger Aussichtswagen der S.B.B., bestimmt für die Brünig-Bahn. Montage der doppelrahmigen Gotthardlokomotive von 1200 PS Stundenleistung. Sie kennen Sie haben Wenn Sie denn sie, Wissen Sie, den Leuchtwegweiser LABICO, der Sie Tag und Nacht auf Ihren Touren zuverlässig orientiert. am Leuchtwegweiser LABICO eine nützliche Nahorientierung, die zu Hotels, Restaurants, Garagen, Touristikburos usw. weisen, wo Sie gut bedient werden. diese Einrichtung begrüssen und fördem wollen, unterstützen Sie uns am besten, wenn Sie die Firmen auf den LABICO-Reklamen berücksichtigen, die Reklamemieter (Hotels, Restaurants Garagen, Touristikbüros etc.)! sind jene, die den grössten Anteil zum Aufbau dieser guten Strassen- Orientierung beigetragen haben. dass wir ausser unsern Leuchtwegweisern und Signalen in unserer Spezialwerkstatte auch Glasplakate und Transparente in gediegener und solider Ausführung erstellen? Einen Muster-Leuchtwegweiser LABICO finden Sie an der L.A. Halle 25: Strassenverkehr. LABICO Schweizerische Leuchtwegweiser-Unternehmiing A. G., LANGNAU (Bern) Telephon 181