Aufrufe
vor 6 Monaten

E_1939_Zeitung_Nr.059

E_1939_Zeitung_Nr.059

10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 21. JULI 1939 — N u 59 Allgemeine Mitteilungen. Die gelbe Liste erscheint nach Bedarf. Aufnahmen von Oceasionsfahrzeugen erfolgen kostenfrei auf Grund des von der Administration gratis erhältlichen Anmeldeformulares. Eine Gewähr für die Richtigkeit der gemachten Angaben wird nicht übernommen, auch werden Auskünfte über ausgeschriebene Fahrzeuge von der Administration nicht erteilt, dagegen werden sämtliche Anfragen an die Fahrzeugverkäufer kostenlos weitergeleitet. Die Kontrollnummer ist bei jeder Anfrage deutlich anzugeben und für jedes Fahrzeug eine besondere Eingabe zu machen. Die Besitzer der Fahrzeuge sind gebeten, die auf Grund dieser Veröffentlichung verkauften Fahrzeuge zwecks Streichung in der gelben Liste sofort abzumelden. Autonomen aus U. $• A. Der Transport von Autos von der Fabrik zum Bestimmungsort hat sich in den U.S.A. zu einem Geschäftszweig entwickelt, in dem jährlich rund 150 Millionen Dollar umgesetzt werden. (Schätzung der Automobile Manufacturers Assooiation.) 6 bis 7 % der Wagen werden auf dem Wasserwege, 40 % mit der Eisenbahn und mehr als 50% mit Lastautos geliefert. Spezialschiffe, die auf den Seen in der Nähe von Detroit verkehren, können bis 515 Autos gleichzeitig aufnehmen. Handschuhe zum Wagenwaschen sind von einer Firma in Detroit auf den Markt gebracht worden. Die Handschuhe sind auf der Innenseite mit einer dicken Schicht von Baumwollgewebe versehen, das mit der Reinigungsflüssigkeit getränkt wird; sie stellen demnach eine Verbindung von Handschuh und Schwamm dar. Versuche in Grossgaragen haben ergeben, dass durch Gebrauch dieser Handschuhe die Zeit für Wagenwaschen um mehr als die Hälfte herabgesetzt wird. Du Pont verkauft einen neuen unsichtbaren Schutzlack für Chrom, der dem Metall einen Schutzüberzug gegen Staub und Feuchtigkeit gibt. Der Lack wird mit einem Pinsel aufgetragen; er trocknet in etwa 15 Minuten. Ein Abblättern ist ebenso ausgeschlossen wie die Bildung von kleinen Blasen und Sprüngen. Kalifornische Autohändler haben eine Kampagne eingeleitet, die auf die Sammlung eines Fonds von 1 Mfllion Dollar hinausläuft; das Geld soll von den Händlerorganisafionen und den Fabriken aufgebracht werden. Durch Zeitungen, Radio und Plakate soll für diese Summe ein sogenannter « Erziehungs-Feldzug » durchgeführt werden, der auf eine Warnung an alle jetzigen und zukünftigen Wagenbesitzer hinausläuft, sich ein altes Auto zu kaufen, das von rechts wegen schon auf den Abfallhaufen gehört. In eingehenden, populär gshaitenen Statistiken soll ferner dargelegt werden, dass bei den Altwagen, die schon ein bestimmtes Mindestalter haben, 6'ta Unterhaltungskosten und das Betriebsrisiko so hoch sind, dass die Anschaffung eines neuen Wagens lohnender wäre. Fachkreise nehmen an, dass dieser «Feldzug» zur Eliminierung von rund 3 Millionen öberalteter Wagen führen wird, wodurch das Problem der Marktverstopfung durch Altwagen mit einem Schlage gelöst wäre. Die Kosten von einer Million Dollar würden sich auf drei Millionen neue Wagen aufteilen, von denen jeder also nur mit einer zusätzlichen Propagandaabgabe von 33V» Cent belastet wäre. Seit 1926 haf sich die Gewinnung von Bromverbindungen aus dem Meere in den U.S.A. verzwanzigfacht, während eine weitere bedeutende Ausweitung der Fabrikation für dieses Jahr erwartet wird. Bromverbindungen werden von nahezu allen Oelgesellschaften zur Herstellung von klopffestem Benzin verwendet. Bei einer die ganzen U. S. A. umfassenden Umfrage von Fortune, welche Industrie als die fortschrittlichste anzusehen wäre, erreichte die Autoindustrie 43,1 % der abgegebenen Stimmen. In weitem Abstand folgte an 2. Stelle die Radioindustrie mit 29,2 %, die Luftfahrtindustrie mit 9,8 % und die Filmindustrie mit 9,5 %. Das Hauptgewicht wurde auf die Frage gelegt, welche Industrie die meisten Versprechungen einlöst, die sie ihren Kunden vor Erwerb der Ware gibt; auch hierbei schnitt die Autoindustrie weitaus am günstigsten ab. Der Oberste Gerichtshof von Ohio hat eine Entscheidung gefällt, wonach es unzulässig ist, sagenannte Fahrgaranfien für Autoreifen zu gewähren. Hierdurch werden einige tausend R-eifenhändler, die derartige Garantien (gegen den Willen der Industrie) ausgaben, unmittelbar getroffen. Wenn jemand den grossen Entschluss gefasst hat, einen Wagen zu kaufen, so erhebt sich im gleichen Moment die 'Frage: « Neu oder gebraucht». Ausserdetn gilt es, sich darüber Klarheit zu. verschaffen, was für ein Genre von Fahrzeug den gewünschten Zweck am besten zu erfüllen vermag. Was sind nun die grundsätzlichen Vorzüge neuer und gebrauchter Wagen ? Tech Neu ode? gebraucht ? So» -fw- Frage 13.766. Umbau des Auspufftonfs. Bei meinem Kleinwagen, mit dem ich sonst,. sehj^xu-r frieden bin, macht mir die Auspuffanlage durch unangenehme Blechgeräusche viel zu schaffen. Nun wurde mir von einem Fachmann geraten, einen neuen Topf nach folgendem Prinzip.. einzubauen: Ins Auspuffrohr werden viele, ca. 7—8 mm grosse Löcher gebohrt und um das derart perforierte Rohr ein Topf aus 1—2 mm starkem Blech geschweisst. Den Zwischenraum füllt man mit groben Stablspänen an. Es interessiert mich nun, zu hören, ob nach Ihrer Ansicht ein nach diesem Prinzip gebauter Topf das Auspuffgeräusch genügend dämpft und den Motor nicht zu stark drosselt. Ich lege eine Skizze über die geplante Abänderung bei. W. in T. Antwort: Unseres Erachtens hat die in Ihrer Skizze gezeigte Ausführungsform eines Auspufftopfs noch einen wesentlichen Mangel und würde deshalb keine genügende Dämpfung der Abgasgeräusche bringen. Dieser Fehler liegt darin, dass die Gase nicht gezwungen werden, durch die Stahlwolle zu strömen. Um dies zu bewirken, müsste ungefähr in die Mitte des im Auspufftopf verlaufenden perforierten Teils des Auspuffrohrs eine Scheibe eingeschweisst werden, die einen direkten Abflugs der Gase verhindert. Sie müssen in diesem Fall vielmehr durch die Löcher vor der Platte in den mit Stahlwolle gefüllten Raum entweichen, sodann durch die Stahlwolle streichen nnd können erst anschliessend durch die Löcher in der hinteren Rohrhäilfte wieder in dieses eintreten. Durch diese Umlenkung wird eine wirklich ausreichende Dämpfung erzielt. Die Zahl der Löcher im Rohr muss sehr gross sein, damit die Gase nicht zu stark gedrosselt werden. -w- Schriftliche Antworten: Frage 1224. Vergaser. Können Sie mir mitteilen, wer Benzin-Vergaser auf Diesel-Vergaser umibaut? W. in L. Frage 1225. Graphit-Oel. Können Sie mir Bezugsquellen für Graphit-Oel bekanntgeben? M. in St. Frage 1226. Zündfunkenprüfer. Können Sie mir die Bezugsquelle für Zündfunkenprüfer bekanntgeben? St. in B. Frage 1227. Trockenspritzverfahren für Leder. Können Sie mir mitteilen, wer ein Trockenspritzverfahren für das Färben von Autopolstern vertreibt? S. in R. Frage 1228. Luftgekühlte Polsterbezüge. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir die Adresse des Fabrikanten oder Importeairs von luftgekühlten, gewebeartigen Polsterüberzügen (Schnurgewebe) bekanntgeben könnten. G. in ÜJ. Frage 1229. Kombinierte Federn aus Gummi und Stahl. Können Sie uns mitteilen, welche Firma kombinierte Federn aus Stahl und Gummi auf den Markt bringt, wie Sie solche in einer Ihrer früheren Ausgaben beschrieben haben? D. in B. Frage 1230. Zündkabel mit Igelit-Umhüllung. Können Sie uns mitteilen, ob ein Autozündkabe 1 ! bekannt ist, dessen äussere Umhüllung aus einem Kunstistoffmantel auf Basis Igelit besteht? Gegebenenfalls wären wir Ihnen für den Lieferantennachweis dankbar. A. in Z. Frage 1231. Ventilatorriemen «Manhattan». Können Sie mir den Generalvertreter der «Manhattan >-Ventilatorriemen bekanntgeben? W. in W. Beim neuen Modell ist man in erster Linie, wenigstens anfänglich, durch die Garantie des Herstellers gegen Ueberraschungen geschützt, und zweitens muss vor Ablauf der ersten 30 bis 60000 km nicht mit grösseren Reparaturen gerechnet werden. Entrussen und Ventileinschleifen können selbstverständlich nicht als Reparaturen bezeichnet werden, zählen sie doch, ebenso wie das Nachstellen von Ventilspiel, Bremsen und Kupplung, zu den gewöhnlichen Instandhaltungsarbeiten. Auch die Reifen müssen beim neuen Wagen meist erst nach rund 30 000 km gewechselt werden. Das sind seine wichtigsten Vorteile. Der Preis, den man dafür zahlt? 30 % Abschreibung im ersten Jahr! Und das ist nun gerade der Punkt, wo ein guter gebrauchter Wagen sich als bedeutend vorteilhafter erweist. In den auf das erste Betriebsjahr folgenden Jahren nimmt die Abschreibungsquote sukzessive etwas ab, bis das Fahrzeug sohliesslich auf den Alteisenwert amortisiert ist und auf dem Altwagenmarkt kaum noch ein paar hundert Franken einbringen würde, obwohl es unter Umständen für manche Zwecke noch gute Dienste leisten könnte. Demgegenüber steht der Nachteil des gebrauchten Fahrzeugs, dass man über seine Vorgeschichte vollkommen im Dunkeln tappt und auch seinen Zustand nicht genau beurteilen kann. Falls es noch verhältnismässig neu ist und den Besitzer vorher nie gewechselt hat, lässt sich wenigstens noch einigermassen feststellen, was für Pflege und Behandlung es erfuhr. Ist es jedoch bereits zwei oder drei Jahre alt und durch verschiedene Hände gegangen, so fehlen derartige Anhaltspunkte. Viele Käufer ziehen es deshalb vor, grundsätzlich einen gebrauchten Wagen nur Im revidierten Zustand zu kaufen und sind gern bereit, dafür einen entsprechend höheren Preis auszulegen. Manche Firmen sind schon dazu übergegangen, solche überholten Fahrzeuge, ähnlich neuen Wagen, mit einer richtiggehenden Garantie abzugeben. Diese Praxis hat speziell in England Schule gemacht Auch in diesem Falle aber muss damit gerechnet werden, dass Kosten für diesen oder jenen Ersatz auftreten werden, die beim fabrikneuen Wagen dahinfallen. Haben beispielsweise die aufgezogenen Reifen bereits 15 000 km hinter sich, so werden sie bis zum Ersatz nur noch gleichviel Kilometer zurückzulegen erlauben. Auch andere Ausgaben werden wohl etwas höher ausfallen als bei einem neuen Fahrzeug. Es gilt daher, die Vorteile der Einsparung an Abschreibung auf der einen und höherer Betriebskosten auf der andern Seite sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Gleichzeitig ist zu entscheiden, welche Wagenart sich am ehesten eignet. Benötigt man beispielsweise einen wirklich geräumigen Familien-Fünfsitzer und stehen zum Kauf nur 5000 Fr. zur Verfügung, so scheidet die Möglichkeit zur Anschaffung eines grossen, neuen Wagens a priori aus. Dagegen kommt immer noch der Kauf eines gebrauchten grossen oder eines kleineren neuen Fahrzeugs in Frage, die ja heute oft ebenfalls über eine beträchtliche Geräumigkeit verfügen. Es ist dann auf Grund der geschätzten Betriebskosten zu entscheiden, welchen Raumkomfort man sich gestatten kann.. Weiter erhebt sich die Frage: Offener oder geschlossener Wagen? Wer sehr sportlich gesinnt ist, wird an einem offenen Fahrzeug seine helle Freude haben und sich im Sommer mit Genuss die ;#• Si^vexdhM Anfrage 759. Haftpflicht bei einem Uni all mtt Traktor. 1. Kann ein Traktorhalter, wenn der Traktor für landwirtschaftliche Arbeiten benützt wird und der Traktorhalter mit dem Landwirt niciit identisch ist, auch öffentliche Gemeinde- und Staatsstraesen zum Erreichen des landwirtschaftlichen Gutes benützen, ohne dabei ein Kontrollschild zu lösen und eine Haftpflichtversicherung abzuschliessen? 2. Wer muss die Haftung für einen Unfall übernehmen, der entstanden ist, indem ein 7jähriger Knabe bei zwei aneinandergehängten Heufudern, welche durch einen Traktor gezogen wurden, auf dem zweiten Wagen während dar Fahrt auf die Deichsel sitzen wollte, diese jedoch verfehlte, wobei der Traktorführer vom Unfall nichts bemerkte? Ist der Traktorführer verpflichtet, für das zweite Fuder beständig einen Beimann bei sich zu haben? Muas der Vater des Kindes für den Unfall allein aufkommen oder kann er den Landwirt, für den der Traktorhalter die Fuhren machte, oder den Traktorhalter für den Schaden belangen? E. H. in K. Antwort: 1. Die Antwort auf Ihre erste Frage findet sich im Kommentar von StrebeJ zum MFG, Seite 102. Dort heisst es: «Aus der Entstehungsgeschichte der Bestimmung ergibt eich, dass man mit derselben den Landwirten, welche eigene Traktoren in ihren Betrieben verwenden, entgegenkommen wollte. Man dachte bei der Bestimmung an die «Traktoren landwirtschaftlicher Betriebe », wie im Sten. Bull. 1924 Nr. 789 gesagt ist. Es kann daher die Vorzugsstellung nur einem Traktor zuerkannt werden, der selbst zu einem (oder mehreren) Landwirtschaftsbetrieb(en) gehört, wobei dann gleichgültig ist, ob er in einem bestimmten Falle im Interesse gerade dieser oder anderer Betriebe verwendet wird und ob e6 in letzterem Falle gegen Entgelt geschieht oder nicht. Der Traktor hingegen, der im wesentlichen zu andern Fahrten bestimmt ist, untersteht auch dann den allgemeinen Regeln, wenn er ausnahmsweise eine Fahrt im Interesse eines Landwirtschaftsbetriebes macht. Es war wohl nie beabsichtigt, z.B. den Traktor eines Fuhrhalters von den allgemeinen Vorschriften auszunehmen, wenn er gelegentlich eine Fahrt im Auftrage eines Landwirtes und im Interesse seines Betriebes ausführt. » 2. Wenn in Ihrem Falle der Traktor nicht als landwirtschaftlicher Traktor zu betrachten ist, weil er nicht einem Landwirt gehört, so gilt für den Unfall die Kausalhaftung des Art. 37 MFG. Grundsätzlich würde also der Halter haften, und er könnte sich von seiner Haftung nur dann ganz befreien, wenn er ein grobes Mitverschulden des verunfallten Knaben nachweisen würde. Oh ein solches angenommen werden kann, scheint uns zweifelhaft. Dagegen besteht offenbar ein gewisse« Mitverschulden, das zu einer Herabsetzung der Entschädigung führen würde. Haftbar wäre nicht der Landwirt, sondern der Halter und Führer des Traktors. Ist dagegen der Traktor als landwirtschaftlicher Traktor anzusehen — was wir an Hand Ihrer Angaben nicht mit Sicherheit feststellen können —, so gilt Verschuldenshaftung. Ob dem Führer des Traktors ein Verschulden nachgewiesen werden kann, scheint uns zum mindesten zweifelhaft. Es wäre unseres Erachtens kaum zumutbar, von ihm zu verlangen, beim Anhänger ständig einen Beimann mitzuführen. Etwas anderes wäre es, wenn der Führer des Traktors irgendwelche Anhaltspunkte für das Bestehen einer Unfallgefahr gehabt frische Luft um die Ohren sausen lassen. In der Tat gibt es bei schönem Sommerwetter nichts Genussvolleres als eine Fahrt im offenen Wagen. Wenn mal ein Gewitter einem überrascht, so ist das Verdeck bald zugemacht In der kalten Jahreszeit allerdings hat man an einem offenen Wagen nicht viel, denn das leichte Verdeck solcher Fahrzeuge dichtet nicht so vollkommen ab, dass man sich im Innern behaglich fühlen kann. Soll daher auch im Winter viel gefahren werden, so wendet man sich besser einem Cabriolet zu, das in der kalten Jahreszeit eine ähnliche Behaglichkeit gewährt wie ein geschlossener Wagen. Als reines Gebrauchsfahrzeug wird meistens eine Limousine vorgezogen, die erstens in der Anschaffung und zweitens auch im Unterhalt etwas billiger zu stehen kommt, weil man ihr Verdeck nicht zu erneuern braucht Zur Kühlung im Sommer sind moderne, geschlossene Fahrzeuge mit wirkungsvollem Lüftungssystem und oft auch mit Schiebedach ausgestattet, so dass man auf die erfrischende Kühlwirkung des Fahrwindes darin nicht zu verzichten braucht. Wer je einen Wagen mit Schiebedach besass, wird diese Annehmlichkeit später nicht mehr missen wollen. Fährt man meist allein oder höchstens- zu zweien, wobei nur in seltenen Fällen Bekannte mitgenommen werden, so ist ein Zweiplätzer — geschlossen oder offen — das Richtige, dessen « Spider > bei schönem Wetter zwei weiteren Personen Sitzraum bietet. Offene Wagen sind ebenfalls in zwei- oder vierplätziger Ausführung zu haben, doch sollte man sich zum vornherein davon Rechenschaft geben, dass die Passagiere der hinteren Bank bei diesen Wagen durch die Windschutzscheibe nicht so gut gegen den direkten Fahrwind geschützt sind wie Fahrer und Mitfahrer auf der vorderen Bank. Anderseits vermag das hintere Abteil, sofern man nur zu zweien fährt, an Stelle von weiteren Fahrgästen eine erstaunliche Menge Gepäck aufzunehmen, das sich zudem bei Regen durch das Verdeck gegen Benetzung schützen lässt Aus diesem Grunde kann auch der früher so populäre offene Vierplätzer in vielen Fällen noch recht gute Dienste leisten. hätte und dennoch zugefahren wäre. Allein das scheint im vorliegenden Fall nach Ihrer Darstellung kaum der Fall gewesen, zu sein. Schliesslich darf man auch von einem 7jährigen Knaben eine gewisse elementare Vorsicht erwarten, namentlich auf dem Lande, wo die Kinder von klein aui im: Landwirtschaftsbetrieb mitleben und mitwirken. Von einem Verschulden des Landwirtes wird erst recht keine Rede sein können. Deutsche Kraftfahrtforschung. sscSv Heft 22: R eif en v ers ch leis s an Zwei- und Dreiachs-Lastwagenanh ä n g e r n. Von 0. Dietz und L. Huber VDI. DIN A 4, 16 Seiten mit 20 Bildern und 9 Zahlentafeln. Berlin 1939. VDI-Verlag G. M. b. H. Broschiert RM. 1.50. Die verschiedenen Bauarten der Anhänger zeigen im praktischen Betrieb oft erhebliche Unterschiede im "Reifenjverschleiss. Wie Versuche im praktischen Fahrbetrieb zeigen, können keine eindeutigen Werte des unterschiedlichen Reifenverschleisses erzielt werden. Vergleichende Fahrversuche im Modellverfahren geben Aufschluss über den Reifenversohleiss abhängig von Fahrbabnkrümmung, Verformbarkeit der Reifen, Fahrgeschwindigkeit und Radanordnung. Heft 23: Spülvorgang bei Zweitaktmotor en. Von Q. Lutz VDI und W. Noeggerath. DIN A 4, 36 Seiten mit 47 Bildern und 1 Zahlentafel. Berlin 1939. VDI-Verlag G. m. b. H. Broschiert RM. 3.20. Die bei der Spülung von Zweitaktmotoren auftretenden dynamischen Erscheinungen (Anlaufvorgänge, StrömungsfoTmen, Strahlbildung, Auswirkung von Schwingungen in den Leitungssystemen) sind mit einer grösseren Versuchsanlage, die den tatsächlichen Vorgang im Motor weitgehend nachzuahmen gestattet, untersucht worden. Heft 24: Gemischbildung im Sanrer-Dies elmotor. Von K. Zimmer VDI. DIN A 4, 12 Seiten mit 16 Bildern und 1 Zahlentafel. Berlin 1939. VDI-Verlag G.m.b.H. Broschiert RiM. —95. Die hohe Leistung und der niedrige Kraftstoffverbrauch des Saurermotors werden der durch Kolbenform und Abschirmen des Einlassventiles erzeugten besonderen Luftbewegung zugeschrieben, die während des Einspritzvorganges bei Verwendung von Sonderdüsen herrscht. Durch Photographieren der Bahnen selbstleuchtender Schwebekörperchen, die während des Verdichtungsvorganges langsam abbrennen, durch ein in den Zylinderdeckel angebrachtes Fenster hindurch wird die Luftbewegung während der Gemischfcildungszeit ermittelt. Heft 25: Rieibun gsik r äf te, Laufunruhe und Geräusch bildung an Zahnrädern. Von G. Dietrich VDI. DIN A 4, 34 Seiten mit 44 Bildern. Berlin 1939. VDI-Verlag G.m.b.H. Broschiert RM. 3.95. Es wird eine neuartige Versuchsanordnung beschrieben, welche die an einer Zahnflanke auftretenden tangentialen Reibungskräfte und Normalkräfte im Lauf zu messen und oszillographisch abzubilden bezweckt. Die dabei beobachteten sohwingungsartigen Erscheinungen geben ein getreues Bild der wirklichen Ursachen der Laufunruhe der Zahnräder und klären deren Zusammenhang mit der Geräuschbildung,

N»59 AUTOMOBIL-REVUE 5 Genirilprivention berichtigt nicht zur Verweigerung der bedingten Verurteilung Aas den Basler Gerichten. Nach einer sehr feuchten Silvesternacht knallte am Neujahrsmorgen 1939 ein Handwerksmeister mit seinem Auto auf dem Basler Spalenring von hinten in ein Milchfuhrwerk, wobei der Milchmann ziemlich schwer verletzt -wurde. In seinem Gewaltsrausch sauste der Fahrer wild weiter, um dann sein Auto irgendwo auf der Strasse stehen zu lassen. Eine Fahrprüfung hatte er nicht bestanden und besass daher auch keinen Führerausweis. Den am Milchfuhrwerk entstandenen Schaden von rund 1300 Fr. berappte er aus der eigenen Tasche. Vom Basler Polizeigericht wurde der Mann zu drei Wochen Gefängnis unbedingt verurteilt, wobei es sich zur Frage, ob in einem solchen Fall der bedingte Strafvollzug gewährt werden' könne, in dem Sinne vernehmen Hess, dass die öffentliche Sicherheit durch das Fahren in angetrunkenem Zustand in einem Masse gefährdet •werde, das hei derartigen TJebertretungen die Anwendung der ganzen Härte des Gesetzes erfordere. Dazu komme, dass die Zahl der betrunkenen Autofahrer in jüngster Zeit im Steigen begriffen sei. Es ergebe sich deshalb die Notwendigkeit, jeden Automobilisten