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E_1939_Zeitung_Nr.065

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BERN, Freitag, 11. August 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 65 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert. Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.bu. Ausgabe C (mit Insassenversicherunß) viertellährHeh Fr. 7.75. Erscheint jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto - Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrafnstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse : Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich : LSwenstrasse 51, Telephon 39.743 INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. GrSssere Inserate nach Spezialtarif. Inseratensehlnss 4 Tage vor Erscheinen der Itummer Die Betätigung des Fahrtrichtungsanzeigers Die einzige Vorschrift über die Betätigung des Fahrtrichtungsanzeigers findet sich in Art. 75, Iit. b, der Vollziehungsverordnung zum MFG. Es heisst dort, dass die Führer von Motorfahrzeugen gehalten sind, der Verkehrspolizei und den übrigen Strassenbenützern ein « Abbiegen •» durch Betätigung des 'Fahrtrichtungsanzeigers oder durch Ausstrecken des Armes nach der betreffenden Seite anzuzeigen. Bundesrichter Strebel Qualifiziert den Fahrtrichtungsanzeiger in seinem Kommentar zum MFQ als optische Warnvorrichtung. Eine solch© ist immer dann zu gebrauchen, wenn es die Sicherheit des Verkehrs erfordert (Art. 20 MFQ), mit andern Worten immer dann, wenn ein Strassembenützer da ist, dem das Zeichen irgendwie dienlich sein könnte. Das Bundesgericht hat kürzlich entschieden, dass unter « Abbiegen » nur das Einschwenken in eine andere Strasse und nicht das blosse Umfahren eines Hindernisses zu verstehen sei. Dass für das Umfahren eines Hindernisses die Betätigung des Fahrtrichtungsanzeigers nicht vorgeschrieben und deshalb nicht erforderlich ist, dürfte ohne weiteres klar sein. Weniger klar aber ist, wieso unter < Abbiegen » ausschliesslich nur das Einschwenken in eine andere Strasse verstanden sein sollte. Weder Gesetz noch Vollziehungsverordnung äussern sich in diesem Sinne. Der Begriff des « Abbiegens » umfasst richtigerweise jedes Verlassen der bisher eingehaltenen Fahrtrichtung. Von einem « Abbiegen » aber nur dann zu sprechen, wenn dies zum Zwecke der Einschwenkung in eine andere Strasse geschieht, scheint — im Interesse der Verkehrssicherheit — doch wohl eine allzu enge F E U I L L E T O N Der Siedler. Roman von Heinrich Lämmlin. 3. Fortsetzung Auch die Eichen blieben zurück. Aus ihnen will der Mann Balken und Bretter schneiden lassen und aus ihnen die Hütte bauen, in der sie im Winter wohnen. Ganz drüben, am Waldrand, sitzen auch noch einige Haufen Reisig und Späne, die die Frau zusammengetragen hat. Sie ist sehr tüchtig gewesen, die kleine Frau, sie hat ihr Wort gehalten, und ihr Mann ist stolz auf sie. Kochen und flicken, die Gänge ins Dorf, wo sie Einkäufe machen musste, füllten die ersten Tage aus. Dann trug sie das Reisig und die Späne zusammen. Hin und wieder versucht sie auch ihre Kraft an einem der kleineren Wurzelstöcke und hat es bereits gelernt, mit dem Handbeil umzugehen. An den Händen hatte sie Blasen, die sehr weh taten, aber sie verbiss jede Klage und Hess sich vor dem Sepp nichts anmerken. Jetzt hat sie auch schon Schwielen an den Händen. An den heissen Tagen arbeitet sie im Auslegung zu sein. Selbstverständlich bedingt jedes Umfahren eines Hindernisses, wie z. B. die Ueberholung eines langsamer fahrenden Fahrzeuges oder das Ausweichen vor einem Fussgänger usw. eine vorübergehende Abweichung der innegehabten Fahr-' richtung. Nach der Umfahrung wird jedoch in der Regel die frühere Fahrrichtung wieder eingenommen. Dass hier eine Betätigung des Fahrtrichtungsanzeigers nicht in Frage kommt, bedarf — wie bereits erwähnt — keiner weiteren Begründung. Zwischen dem Umfahren eines Hindernisses einerseits und dem Einschwenken in eine andere Strasse anderseits liegen aber noch eine ganze Anzahl Möglichkeiten, welche, sofern der Fahrtrichtungsanzeiger seine Bestimmung als Warnvorrichtung erfüllen soll, dessen Betätigung erfordern. Es seien zur Veranschaulichung des eben Gesagten nur zwei Fälle erwähnt. Ein Motorfahrzeugführer fährt vorschriftsgemäss auf seiner rechten Strassenseite. Er beabsichtigt nun, vor einem Hause auf der linken Strassenseite anzuhalten, oder in eine links der Strasse gelegene Garage einzufahren. Zu diesem Zweck muss er die Strasse überqueren und den gesamten in beiden Fahrrichtungen sich abwickelnden Verkehr durchkreuzen. Trotzdem es sich hier nicht um das Einschwenken in eine andere Strasse handelt, wird er, weil die Verkehrssicherheit es erfordert, den Fahrtrichtungsanzeiger betätigen — es sei denn, dass kein Strassenbenützer da ist, derq das Zeichen dienlich sein könnte. Der zweite Fall ist der des Wegfahrens eines.am Strassenrande stationierenden Wagens. Solange ein Motorfahrzeug am Strassenrande stationiert, brauchen die andern Strassenbenützer nicht damit zu rechnen, dass es nunmehr plötzlich anfahren und in ihre Fahrbahn einschwenken oder abbiegen werde. Für einen weiter zurück sich befindenden Fahrer ist es zudem schwierig festzustellen, was in einem weiter vorne stationierenden Wagen vor sich geht. Und diese Schwierigkeit wächst noch, sofern es sich um eine ganze Reihe stationierender Fahrzeuge handelt. Das Wegfahren und das Einfädeln in die allgemeine Fahrrichtung schliesst deshalb, namentlich bei intensivem Verkehr, ein erhebliches Gefahrenmoment in sich. Dass dem tatsächlich so ist, beweisen die vielen Kollisionen zwischen fahrenden und abfahrenden Wagen. Angesichts einer solchen Gefahr aber ist der Motorfahrzeugführer verpflichtet, diejenigen Massnahmen zu treffen, die im Interesse der Verkehrssicherheit liegen. Eine dieser Massnahmen besteht nun eben gerade darin, die von hinten, herannahenden Fahrzeuge zu warnen, d. h. durch Betätigung des Richtungsanzeigers zu verständigen, dass der Lenker des stationierenden Wagens im Badeanzug. Sie ist schon braun gebrannt. Mitunter singt sie, während sie arbeitet. Dann lässt der Sepp die Axt sinken und hört zu, oder er fällt mit seiner tiefen Stimme ein. « Es ist wie in einer Kirche !» sagt die Frau einmal, nachdem der letzte Ton des Liedes verklungen war, und der Mann nickte ihr zu : « Ja, so ist es ! Hier wird man wieder fromm ! > Das Paar sitzt auf einem Felsen in der Nähe des Zeltes. Die Frau stichelt an einer Hose herum, die der Mann am Tage zuvor zerrissen hat. Er sitzt daneben, hält das Buch, das ihm in den Stunden des Alleinseins so oft Ablenkung brachte, in den Händen. Aber er liest nicht in dem Buch; er hält es nur so in den Händen und schaut über die Lichtung hin. «Ich bin froh, dass das Holz fort ist, ja, ich bin froh, dass wir wieder allein sind. Der Lärm hat mich nahezu krank gemacht», so spricht er. Die Frau sieht auf. «Ja, es war ein grosses Lärmen. Wir sind es nicht mehr gewöhnt.» Sie schweigen wieder* Die Frau ist endlich fertig und legt die Hose neben sich. In einer Stadt, deren Volkszahl doppelt so gross ist wie die der ganzen Schweiz, türmen sich stellenweise nicht nur Wohnungen und Werkstätten übereinander, auch für die Verkehrswege genügt das Nebeneinander nicht mehr, zumal in New York die Zahl der Automobile vielfach grösser ist als in jeder anderen Stadt der Welt. So sieht man hier neben 4300 Häusern von mehr als 10 Stockwerken, darunter 33 eigentlichen Wol- Jajnkratzern von 38 bis 102 Stockwerken, I&ai&^grösse Anzahl kleiner'und grosser Unterführungen, Tunnel und Viadukte, die zum « Wirst du viel Geld bekommen ? > fragt •sie. «Hm, ja, ich denke schon ! Genau kann ich es auch nicht sagen. Ich will froh sein, wenn es ausreicht für die Dinge, die wir unbedingt haben müssen. Ich muss nun an die Hütte denken, denn im Winter können wir nicht mehr im Zelt wohnen. Auch Ackergerät muss ich kaufen, ja, und in die Hütte einen eisernen Herd.» « So willst du zuerst die Hütte bauen ? » « Ich weiss es noch nicht. Vor allem müssen die Wurzelstöcke heraus. Das wird noch viel Schweiss kosten.» «Das wird es !•» antwortet die Frau einfach. « O ja, es wird eine harte Arbeit sein », fährt er fort. «Aber wir wissen wenigstens, für wen wir schaffen. In zwei bis drei Jahren haben wir ein grosses Steinhaus, hinter dem Hause einen Stall und in dem Stall Ziegen. Wir werden auch einen gfossen Garten haben und Hühner, die Eier legen. Ja, es, wird uns an nichts mehr fehlen, und wir werden nicht umsonst unsern Schweiss vergiessen müssen. » • « Du willst auch Ziegen halten ? » fragt die Frau. «Das ist ein guter Gedanke. Es wäre gut, wenn wir schon eine Ziege hätten, Begriff© steht, wegzufahren. Dieses Warnungszeichen hat — genau wie ein akustisches Signal — rechtzeitig zu erfolgen, d.h. so frühzeitig, dass ein von hinten sich Nähernder noch Zeit hat, auf das Warnungszeichen zu reagieren. So wenig ein Hornsignal unmittelbar vor einem Fussgänger etwas nützt, ebensowenig lässt sich durch den Richtungsanzeiger eine Kollision vermeiden, wenn er erst im Moment des An- resp. Wegfahrens, oder gar erst noch später betätigt wird. Diese Beispiele, sowie die im täglichen Verkehrsleben sich ereignenden Zusammenstösse beweisen, dass die Beschränkung der Betätigung des Fahrtrichtungsanzeigers lediglich im Fall des Einschwenkens in eine andere Strasse eine Massnahme darstellen würde, die den Anforderungen an die Verkehrssicherheit weder entsprechen noch genügen dürfte. Die vorstehenden, aus der Praxis geschöpften und in ihr begründeten Ausführungen zeigen jedenfalls, dass bezüglich der Betätigung des Fahrtrichtungsanzeigers noch Unklarheiten bestehen, deren baldige und definitive Abklärung und Festlegung im Interesse der allgemeinen Verkehrssicherheit zu wünschen wäre. Dr. R. v. Stürler. Tunnel-Autostrassen in New-York Inneres des Lincoln-Tunnels. Teil vielgeschossig unter- und übereinander kreuzen. Einige der unterirdischen Strassen dienen ausschliesslich dem Autoverkehr, und gerade diese gehören zu den modernsten und gewaltigsten Schöpfungen des Ingenieurbaues. Die Entwicklung dieser Auto-Grosstunnels ist verhältnismässig jungen Datums. Sie begann 1927 mit der Eröffnung des Holland- Tunnels und setzt sich im Bau des Queens- Midtown-Tunnels und des Lincoln-Tunnels fort, die zwar bereits teilweise^dem Verkehr übergeben aber noch in weiterem Ausbau dann müsste ich nicht jeden Tag ins Dorf, und wir könnten das Geld ffir die Milch sparen. Vielleicht würden wir auch so viel Milch bekommen, dass ich hin und wieder In dieser Nummer: Deckt die Haftpflichtversicherung die Prozesskosten? Um den Benzinpreis. Coppa Acerbo in Pescara. Wagen aus Preßstoff? Neuer Rennzweitakter. Int. Zeltlager auf der Bächau. Beilage: