Aufrufe
vor 10 Monaten

E_1939_Zeitung_Nr.060

E_1939_Zeitung_Nr.060

Seltsame

Seltsame Nebenbedürfnisse der Autoindustrie Die Zeitschrift « Automobile Facts » veröffentlicht eine Zusammenstellung: der Produkte, die w>n der Autoindustrie « nebenbei » verbraucht werden. Hiexu gehören unter anderm 12 Fässer Lippenrot, die von mehreren Fabriken für besondere Farbschattierungen benutzt werden und direkt aus den Laboratorien der kosmetischen Industrie Stammen. Diawanten zum Schneiden von Ülas und für Bohrapparate werden für ein© Million Dollar jährlich konsumiert, und für je 10 Wagen aller Fabrikate sind 2V 2 Riegel fester und 4,5 Liter flüssiger Seife erforderlich. Fünf Angoraziegen liefern die Polsterung; für einen Sedan. Ferner verbraucht die gesamte Industrie mehr als ilOO.OOO Bürsten verschiedenster Art pro Jahr. Jeder gegossene Motorblock erfordert 500 Pfund besten Sandes. Eine einzige 'Fabrik hat weiter eitlen Jahresbedarf von 120.000 Yard Q a t, e und 5000 kg Drillich, Aussondern verbraucht die Autoindustrie noch bei der Herstellung und Ausrüstung der Wagen : Achat, ö r a - natsteine, Arsen, Bora£, Qold, Silber» Quecksilber, Glimmer, Platin und Radium. B. Radio im Dienste der Verkehrssicherheit Auf zwei Ueberlandstrassen im Staate New York sind an verschiedenen Stellen RadiöSettder aufgestellt worden, die von Verkehrspolizisten bedient werden. Einige hundert Meter VOr jedem Sender Ist eine Warnungstafel: « Achtung ! Radio Welle 550 einstellen I > Wenn die Fahrer dies tun, so hören sie die neuesten «Verkehrsnachrichten », beispielsweise etwa : « Vefkehrsverstopfung 2 km voraus. Es ist besser, einen Umweg nach Westen über... zu machen. 10 km südlich haben Regengüsse die Fahrbahn schlüpfrig gemacht.» Die Fahrer sind mit der Neuerung, die auch im Stadtverkehr angewendet wird, durchaus zufrieden. In Chicago dient eine solche Apparatur an einer wichtigen Kreuzung dazu, um zu sagen, wieviele Sekunden das grüne Licht noch leuchten wird, B., Diebessichere Verschraubung für Scheinwerfer Eine Patentschraube, die nur von dem geöffnet werden kann, der einen Spezialschlüssel besitzt, wird von einer Zubehörfirma in Los Angeles auf den Markt gebracht. Die^ Schraube dient zum Befestigen von Nebellichtern, Aussenspiegeln, der Batterie, und andern verhältnismässlg 'leicht zugänglichen Teilen, die erfahrungsgemäss am ehesten gestohlen werden. In Zukunft wird es Dieben nicht möglich sein, diese Teile vom Wagen zu entfernen, ohne sie ZU beschädigen; P....I**

N» 60 DIENSTAG. 25. JULI 1939 AUTOMOBIL-REVUE Ostschweizer Strassenfragen. Nachdem die Strasse über den Alb is auf der Zürcherseite eine Verbesserung und Staubfreimachung erhalten hat, wehren sich die Interessenten aus dem Amt Affoltern für den Ausbau der Verbmdung Oberalbis-Mettmenstetten, die nicht nur eines staubfreien Belages entbehrt, sondern auch ungenügend breit ist und etliche unübersichtliche Kurven aufweist. Mit der Modernisierung des ganzen Strassenzuges Mettmenstetten-Oberalbis- Adliswil wird ein wesentlicher Teil des Verkehrs Luzern-Zürich und umgekehrt vom Sihltal nach der Albisstrasse abwandern, die bekanntlich von der Passhöhe einen imponierenden Ausblick über das ganze Zürichseegebiet vermittelt. In den ostschweizerischen Verkehrsinteressentenkreisen zeigt man sich etwas beunruhigt über die definitive Gestaltung der Hurdener Seedammstrasse. Am ersten Projekt sind aus Sparsamkeitsgründen gewisse Abstriche vorgenommen worden. Da seither das definitive Projekt, wie es zur Ausführung gelangt, nicht mehr veröffentlicht wurde, steht zu befürchten, dass diese nachträglichen Korrekturen, was die Strasse selbst anbetrifft, vielleicht etwas zu einschneidend ausgefallen sind. Man darf daher den Wunsch aussprechen, die Bauleitung resp. die beteiligten Kantone St. Gallen, Schwyz und Zürich mögen mit dem definitiven Projekt an die Oeffentlichkeit treten und auch über das Bauprogramm und allfällig notwendig werdenden Verkehrssperren Auskunft geben. Der Beschluss des Regierungsrates des Kantons Glarus, die Walenseetalstrasse auf eine Breite von 8 m zu bauen, hat in den Kantonen St. Gallen, Graubünden und Zürich ein sehr günstiges Echo gefunden. Es steht zu hoffen, dass mit dem Beginn des Teilstückes Niederurnen-Mühlehorn möglichst bald begonnen wird und das glaroerische Teilstück dem st. gallischen in der Fertigstellung bald nachfolgt. V Der habgierige Staat. Die Zürcher Verkehrsinteressenten haben schon wiederholt über die exorbitante Höhe der Ausstellgebühren für persönliche Reisepässe Klage geführt. Während andere Kantone sehr bescheidene Gebühren erheben, verlangt Zürich für die erstmalige Ausstellung Fr. 15.— für 1 Jahr Gültigkeit und Fr. 25.— für 3 Jahre; die Erneuerungsgebühr beträgt Fr 10.— für 1 Jahr und Fr. 20.— für 3 Jahre. Was für eine ergiebige Einnahmequelle sich der Kanton auch hier aus einer blossen Gebühr geschaffen hat, zeigen die letztjährigen Einnahmen, die von Fr. 525.000.— im Jahre 1937 auf nicht weniger als Fr. 599.600.— angestiegen sind. Die Zahl der von der Staatskanzlei abgegebenen Reisepässe betrug im Minimum 22 und im Maximum 436 pro Tag. Es dürfte auch hier der Moment gekommen sein, da der Staat in Anpassung an die heutigen Verhältnisse einen angemessenen Abbau der übersetzten Passgebühren vornimmt. Denn in vielen Fällen handelt es sich keineswegs um Vergnügungsreisen ins Ausland, sondern um geschäftlich« oder ärztlich verordnete Badekuren oder Familienreisen. Nicht jedermann verfügt über das nötige Kleingeld, um sich solche «Sonderausgaben» leisten zu können.. V Internationales Campingtreffen auf der Bächau. Trotz der grossen Zahl von Anmeldungen, welche für das internationale Campingtreffen auf der Bächau (29. Juli bis 15. August) eingegangen sind, hat das Organisationskomitee, um den Nachzüglern entgegenzukommen, den Beschluss gefaset, auf den Zuschlag zu verzichten, der ursprünglich für die nach dem 15. Juli eintreffenden Meldungen vorgesehen war. Interessenten können sich deshalb auch jetzt noch zum einfachen Nenngeld einschreiben (Adresse: Hans Meiss AG., Löwenetrasse 71, Zürich). Die Einrichtungen im Camp sind big auf einige Kleinigkeiten fertig. Vom nächsten Donnerstag an wird der Präsident des Schweiz. AutcnCamping- Glubs, Herr Felix Ducommun, im Camp selbst anwesend sein. Weiterbildungskurs für Karosseriespengler. Am 14. August 1939 wird im Berufslager Hard bei Winterthur ein zweiter Weiterbildungskurs für Karosseriespengler eröffnet, dessen Dauer sieben Wochen beträgt. Dieser Fachkurs wird vom Arbeitsamt Winterthur in Verbindung mit dem Verbände der schweizerischen Karosserie-Industrie und dem Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Sektion für berufliche Ausbildung) durchgeführt. Zweck und Ziel der Veranstaltung ist, die Teilnehmer unter Anleitung eines tüchtigen Fachmannes beruflich weiter zu fördern. Als Teilnehmer kommen gelernte Karosseriespengler in Frage, die in der Regel das 30. Altersjahr nicht überschritten haben, beruflich gut ausgewiesen und im Besitze des Fähigkeitszeugnisses sind. Anmeldungen geeigneter Bewerber sind sofort an die zuständigen kantpnalen oder örtlichen Arbeitsämter zu richten, die in der Lage sind, jede weiter gewünschte Auskunft über den Kurs zu erteilen. Meldepflicht bei Wohnortswechsel des Führers. Der schweizerische Führerausweis enthält auf Seite 3 eine eigene Rubrik «Wechsel des Wohnorts des Führers». Dass sie nicht nur etwa dekorativen Zwecken dient, sondern einen sehr realen Hintergrund besitzt, geht, was z. B. den Kanton Bern anbelangt, aus der Verordnung über Fuhrwerkverkehr und Strassenipolizei hervor. In Art. 32 nämMch bestimmt sie, dass die Inhaber von Fahrzeug- und Führerausweisen gehalten sind, von jedem Wechsel des Wohnorts binnen 14 Tagen dem Strassenverkehrsamt Mitteilung zu machen. Auf Verstössen gegen diese Vorschrift steht eine Busse, weshalb die Führer von Motorfahrzeugen nur in ihrem eigenen Interesse handeln, wenn sSe einen allfälligen Wofaortsweohsel binnen der angegebenen Frißt dem Strassen