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E_1939_Zeitung_Nr.070

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Europas Mineralölimport

Europas Mineralölimport im Aufstieg Von den in deti Welthandel gelangenden: Mineralölmengen fliesst rund ein Drittel allein? nach Europa. Der alte Kontinent ist somit für die Petroleumwirtschaft unseres Erdballs ein so gewichtiger Faktor, dass deren Gesamtlage durch alle wesentlichen Veränderungen * der europäischen Bedarfssituation tiefgreifend beeinflusst werden muss. Die günstigen Seiten dieses Einflusses haben die grossen Oelexportländer in den Jahren nach der letzten .schweren Konjunkturkrise in vollem Umfang, erfahren. Im Zeitraum 1933 ,bis 1937 sind : die von; den bedeutenderen Konsumländern Europas- aufgenommenen Mineralölmengen von rund 24.2 auf rund 32.5 Millionen Tonnen lim fast 35 % gestiegen." In welchem Schrittmass sich diese kräftige Aufwärtsbewegung jedoch weiterhin fortsetzen würde, erschien zu Beginn des abgelaufenen Jahres schwer abschätzbar, nachdem der Wirtschaftsrückschlag gegen Ende 1937 nur als Zeichen dafür angesehen werden konnte, dass die starken ökonomischen Auftriebskräfte, die ein Jahrfünft lang am Werk waren, sich vorerst erschöpft hatten. Angesichts dessen sprachen wir seinerzeit an dieser Stelle die Vermutung aus, dass für die nähere Zukunft mit einer Verlangsamung im Bedarfsanstieg der europäischen Oelverbrauchsländer gerechnet werden müsse, solange das damals den Horizont der Weltwirtschaft verdunkelnde Gewölk sich nicht wieder lichtete. Die Tatsachen haben diese Prognose vollauf bestätigt. Die Mineralölbezüge Europas haben sich auch im verflossenen Jahr noch weiter erhöht, aber das Anstiegstempo warum einige Grade ermässigt. Die vierzehn europäischen Länder, deren Aussenhandelsstatistiken uns bis jetzt zugänglich sind, haben im Jahr 1938 insgesamt 34.437.000 t Mineralöle eingeführt gegenüber 32.429.000 t in 1937, was einer Zunahme von 6.2 % entspricht, verglichen mit einer solchen von 8.8% im vorangegangenen Jahr. Der erneute, recht ansehnliche Zuwachs ist zweifellos beachtlich in einer Periode,, die nicht nur grossenteils noch im Zeichen der jüngsten Depression der Weltwirtschaft stand, sondern in-vielen Bereichen auch noch eine weitere Verstärkung jener Tendenzen brachte, die schon seit langem eine unbehinderte Befriedigung der vorliegenden Bedarfsanforderungen erschweren. Es braucht hier nur an die vielen Schranken erinnert zu werden, die teils aus autarkie- oder devisenpolitischeri Motiven, teils in Auswirkung fiskalischer Massnahmen Der Siedler. Roman von Heinrich Lämmlin. 6. Fortsetzung Die beiden schweigen, und jedes hängt seinen* eigenen Gedanken nach. Langsam steigt der Mond hinter den Bergen jenseits des Sees empor. Bald hängt er wie ein grosser, gelber Lampion am Himmel. «Alles geht zu Ende, unser Festtag ist vorbei», seufzt Lisbeth und steht auf. «Ja, Lisbeth, alles geht vorbei, und das ist gut», antwortet der Sepp und schaut über den Waldrand hin zum Himmel empor. «Schau, die Wolke dort! Sie kommt aus dem Dunkel, wandert durch das Licht wieder ins Dunkel. So ist auch das Leben.» Lisbeth nickt: «Wir kommen und gehen und zählen nicht die Tage, die wir im Lichte stehen. Wir aber wollen sie nützen, diese Zeit! > ''« Zeit! — Was ist Zeit? » spricht der Sepp, und es ist ihm, als rühre die Ewigkeit ihn mit weichen Händen an. Die Frau neigt sich zu ihm hin und spricht so leise, wie er gesprochen hat: «Du!» — Alles, was sie fühlt, liegt in diesem Wort; der freien Entfaltung des Welthandels entgegenstehen und selbstverständlich auch auf den Umfang der Mineralbezüge nicht ohne abträglichen Einfluss bleiben können. Wenn die europäischen Oelimporte sich trotzdem fortgesetzt erhöhen konnten, so zeugt eben gerade dies von der vitalen Bedeutung, die in unsern Tagen das Oel nicht nur für das gesamte Verkehrswesen, sondern auch für 1 das sonstige wirtschaftliche und industrielle Leben der Menschheit erlangt hat. Darüber, hinaus dürfte auch das gesteigerte Verlangennach Vergrösserung der strategischen Reserven bis zu einem gewissen Grad in den erhöhten Mineralölzufuhren des letzten Jahres' seinen Ausdruck finden. Analysiert man diese Zufuhren nach Produkten, so wird man finden, dass die Entwicklung in den einzelnen Fällen keineswegs einheitlich verlaufen ist. Vielleicht die auffälligste Erscheinung in der, letztjährigen Importstatistik ist der ungemein starke Anstieg der Rohölbezüge, die um nicht weniger als 13.9 % zugenommen haben gegen 10.2 % im Jahr vorher. Der Grund hierfür liegt in der fortschreitenden Expansion der Raffinerie-Industrien in einer Reihe europäischer Konsumländer. Vor allem Frankreich, der weitaus grösste Rohölbezieher auf dem Westkontinent, absorbierte erhebliche Mehrmengen, ebenso Italien, während sich der Zuwachs in Grossbritannien In bescheideneren Grenzen hielt. Angesichts .der starken Steigerung der Rohölimporte konnte sich der Emfuhrbedarf an Fertigprodukten naturgemäss nur in geringem Verhältnis erhöhen. Er ging mit insgesamt 21.612.000 t über den des Vorjahrs um 440.000 t hinaus. Demgemäss ergibt sich folgende Aufteilung der Gesamteinfuhr auf die einzelnen Produkte (in 1000 t): Europaische Oeleinfuhr nach Produkten. Veränderung 1938 1937 in % Rohöl 12 820 11257 +13,9 Benzin 9068 8 521 + 6,4 Petroleum 1524 1650 — 7,6 Schmieröle 1225 1348 — 9,1 Gas- und Heizöl 1 ) 9 795 9 653 + 1,5 Insgesamt 34 432 32 429 + 6,2 *) einschl. Rückstände. Von den Fertigprodukten verzeichneten danach Benzin, der grösste Posten der europäischen Derivateinfuhr, ungeachtet der starken Expansion der Raffiniertätigkeit in den Bezugsländern, einen Zuwachs von 6.4 %, womit sich aufs neue bestätigt, dass der Kraftverkehr in geringerem Grad den allgemeinen Konjunkturschwankungen unterworfen ist als die meisten übrigen Zweige der Wirtschaft. Allerdings ist im vorliegenden Fall nicht ausser acht zu lassen, dass die Steigerung der .Benzinimporte etwa zur Hälfte allein auf das Konto Deutschlands kömmt, wo der Kraftstoffbedarf des letzten Jahres durch militärische Anforderungen • • \ besonders stark in die Höhe getrieben war. Auch die Zugänge an Gasöl waren-in Anbetracht der wachsenden Verwendung von Dieselmotoren in den meisten Ländern fraglos beträchtlich höher als im vorangegangenen Jahr, so beispielsweise in der Schweiz um nicht weniger als 50 %, in Deutschland um 23 % und in Grossbritannien um 13%. Leider lässt sich nicht für alle europäischen Staaten der Einfuhrbedarf an Gasöl eindeutig ermitteln, da dieses in den Aussenhandelsstatistiken vielfach nicht einzeln registriert, sondern nur gemeinsam mit Heizöl und bisweilen auch mit Residuen ausgewiesen wird. In den drei Produkten zusammen überstieg die letztjährige Einfuhr die des Vorjahrs um rund 1.5 %, wobei anzunehmen ist, dass Heizöl allein an diesem Zuwachs nicht nur unbeteiligt war, sondern sogar in kleineren Mengen bezogen wurde als 1937, da sowohl die Nachfrage seitens der Industrie wie auch der Bunkerabsatz geringer war. Hingegen hat sich die Einfuhr an Rückständen mit der gesteigerten Verarbeitungstätigkeit der europäischen Raffinerien weiter gehoben. Ziemlich auf der ganzen Linie hat die Verschlechterung der Wirtschaftslage einen in ihm klingen Vergangenheit und Gegenwart aus, in ihm ruht ihre Zukunft. — « Du! » — Es ist das reichste und tiefste Gebet der Frau. Der Sepp fährt ihr mit seinen arbeitsharten Händen über das Haar. «Geh schlafen, Kind; ich werde bald nachkommen.» Nachdem der Zeltvorhang sich hinter Lisbeth geschlossen hat, greift er zur Geige und spielt — noch ganz erfüllt von dem Zauber der Stunde — das Ave Maria. Der Wind trägt die Töne über die Lichtung und die Wiesen vor dem Waldrand hinab ins Dorf. Die Bauern unterbrechen ihre Gespräche, stehen still und lauschen dem Nachtgruss des Siedlers. Dominik, der junge Gastwirtssohn, der mit seinem Freunde auf der Brückenmauer sitzt, nickt diesem zu: « Come un invoeazione! » Und dieser antwortet leise : «E un grande artista lui! » — Es ist eine harte Arbeit, die Erde aufzubrechen und zur Aufnahme der Saat vorzubereiten. Jeder Spatenhieb ist ein Kampf gegen Wurzeln und Steine. Sehr oft muss der Pickel helfen, wenn Spaten und Hacke nicht ausreichen. Der Sepp leistet ganze Arbelt. Er schafft AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 29. AUGUST 1939 — N° 70 Rückgang der Schmierölimporte ausgelöst. Auch die Einfuhr von Petroleum war, mit Ausnahme Schwedens und Dänemarks durchweg geringer; dies nicht nur infolge des ständigen Bedarfsrückgangs an Leuchtöl, der nur teilweise Mehrbezüge an Veikehi Auch für Fussgänger und Radfahrer existieren Verkehrsvorschriften. In der letzten Nummer ihres Naehrichtenblattes veröffentlichen die SBB eine Zusammenstellung von Vierkehrsvorechriften für Fu««gäager und Velofahrer, die es verdient, wiedergegeben zu werden: Ein halbes Dutzend Gebote fDr Futcginger: 1. Gehe rechts, weiche rechts au« und überhole links 1 2. Ueherquere die Strasse auf dem kürzesten Wege (rechtwinklig zum Strassenrand) und nur dann, wenn du nicht springen musetl Schau dabei zuerst nach links und dann nach rechts! 3. Uebersehreite die Strasse nicht unmittelbar hinter Fahrzeugen, die entgegenkommende andere Fahrzeuge verdecken könnten! 4. Benütze die Fussgängerstreifen und halte dich dort nicht unnötigerweise auf! 5 Wirf Obstreete und dergleichen nicht auf Böden, Strassen, Trottoirs oder Treppenl 6. Benütze die Trottoirs und überlasse die Strasse den Fohrzeugen! Ein Dutzend Gebote för Radfahrer: 1. Halte dein Fahrrad stete in fahrtüchtigem«. Zustand und rüste es vorschriftsgemäss aus (gute Hinterradbremse, Warnvorrichtung, Beleuchtung und Reflexlinse)! 2. Beherrsche dein Fahrzeug und passe die Geschwindigkeit den gegebenen Strassen- und Verkehrs Verhältnissen an! 3. Fahre rechts, weiche rechte aus und überhole links! 4. Bedenke, dass bei Straesenkreuzungen. -einmündungen und -gabelungen grundsätzlich derjenige den Vortritt hat, der von rechts kommt. Sind aber bestimmte Strassen als Hauptstrassen gekennzeichnet, so hat das auf der Hauptstraese veikie-hrende Fahrzeug den Vortritt. 5. Beachte die Sicherheitslinien und Fussgängerstreifen! 6. Nimm bei Straisseneinfoiegungen die rechte Kurve klein* die Unke grosst Kurven nicht gehneiden! 7. Gib bei beabsichtigter Aenderung der Fahrtrichtung rechtzeitig und deutlich ein Zeichen mit »eitwärts ausgestrecktem Arm, für Abbiegen naoh links mit dem linken, nach rechts mit dem rechten Arm! . , -,-. 8. Beachte die Zeichen der Verkehrspolizei und bedenke, dass man dich damit nicht etwa schikanieren, sondern dir helfen will! * 9. Nimm Rücksicht auf andere Strassenbenützer und bedenke: Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg' auch keinem andern zu! 10. Nimm dich bei Unfällen der Verletzten an und lasse sofort die Polizei benachrichtigen! 11. Bist du Zeuge eines Unfalls, so sage nur aus, was du selbst gesehen hast! 12. Merke dir, dass polizeilich verboten ist: a) das Mitführen einer zweiten Person, wenn das Fahrrad dazu nicht besonders eingerichtet ist; b) das Mitführen von Gegenständen, wenn dadurch die sichere Führung des Fahrrades beeinträchtigt wird; c) das Vorbeifahren an der Ein- und Aussteigseite einer haltenden Strassenbahn; d) das Nebeneinanderfahren von mehr als zwei Radfahrern; e) das Anhängen an Motorfahrzeuge, Strassenbahnen oder Fuhrwerke. Zürcher Stadtautobus im Jahr 1938. jetzt nicht mehr mit der Verbissenheit, mit der er die Bäume fällte, auch nicht mehr mit dem harten Trotz der früheren Tage, sondern mit der stillen Ruhe des Menschen, der sein Ziel kennt und weiss, dass ihn jeder Tag und Spatenstich diesem Ziele näher bringt. Während er die Erde umbricht, sammelt Lisbeth die Steine und* trägt sie zusammen zu einem* Haufen. « Deises; Land, in das so viel Schweiss gefallen ist, muss doch reiche Früchte tragen », sagt sie eines Tages. « Ja, gewiss », antwortet der Sepp. « Wenn alles gut geht, dann werden wir für unsere Arbeit belohnt.» Er hätte auch anders sagen können, ja, «so Gott will >, hätte er antworten können, es wäre dasselbe gewesen. Aber solche Worte springen ihm nicht mehr so leicht über die Lippen. Wie geduldig er geworden ist, denkt die Frau, ja, er ist ein anderer Mensch geworden. Er sagt nicht mehr «Verdammt noch einmal! », wenn etwas nicht sofort gehen will; a,uch das «Du musst!» hat er sich abgewönht. Nein, jetzt ist er geduldig und spricht: Wenn alles gut geht," so werden wir für unsere Arbeit belohnt! — Es ist, als breche sich mit jedem Spatenstich sein innerstes Wesen Bahn, als fielen mit jedem Stein, den Traktorenpetroleum wettgemacht wird, sondern auch weil die Anforderungen an Petroleum relativ am leichtesten von den inländischen Verarbeitungsbetrieben befriedigt werden können. : Fortsetzung Seite 7. Wie dem Geschäftsbericht des Zürcher Stadtrates über die Strassenbahnen zu entnehmen ist, legten die 42 Stadtautobusse letztes Jahr im Personenverkehr 1 773 503 Fahrkilometer zurück, was gegenüber 1937 eine Zunahme der Fahrleistungen um 0,26 %> bedeutet. Die Gesamtleistungen allerdings stellen sich, sofern man die Dienstfahrten usw. mit einbezieht, auf 1841555 km, wobei die Tatsache Erwähnung verdient, dass die Fahrkilometer der Benzinwagen um 20,63 Vo zurückgegangen sind, dieweil jene der Dieselwagen gleichzeitig eine Vermehrung um 58 %> verzeichnen. In welchem Umfang sich der Uebergang zum wirtschaftlicheren Dieselmotor bereits vollzogen, erhellt daraus, dass im Berichtsjahr vier weitere Benzinwagen auf Schwerölbetrieb umgebaut wurden und dass Ende 1938 von den 45 Autobussen bereits 21 mit Dieselmotoren ausgerüstet, waren, denn freilich schluckten diese im Durchschnitt bloss 33 Liter Brennstoff auf 100 km, die Benzinmotoren hingegen 57 Liter. Wie die Strassenbahn, schliesst auch der Stadtautobus dank der Verkehrszunahme mit einem günstigeren Ergebnis ab. Einer Erhöhung der Fahrleistungen um 0,26 %> steht eine Frequenzerhöhung von 7 004 361 auf 7 289 326 Personen (+3,22 %) gegenüber, eine Entwicklung, die ihren Ausdruck auch in den Betriebseinnahmen findet. Von Fr. 1481793.— im Jahr 1937 haben sie sich um. 3,34 °/o auf Fr. 1 531 269.— erhöht.' Die Betriebsausgaben stehen bei einem Total von Franken 1 220 781.— mit einer minimen Steigerung um 0,09 °/o zu Buch. Trotz dieser Besserung erforderte die Gewinn- und Verlustrechnung zur Deckung der Kontokorrentzinseri und der Einlagen in den Abschreibungs- und Reparaturfonds einen Zuschuss der Strassenbahn von Fr. 16 &50.— (1937: Franken 97 114.—). Der Ueberland-Autobus beförderte .bei 267 032 Fahrkilometer (1937: 282 247) insgesamt 355 525 (gegen 363 686) Personen. Entsprechend diesem Rückgang sanken die Betriebseinnahmen um 2,9 "In auf Fr. 95 188.—. Bei Fr. 97 369.— Gesamteinnahmen und Fr. 118 892.— Ausgaben weist die Gewinn- und Verlustrechnung einen Ausgabenüberschuss von Fr. 21.523.— aus, für dessen Dekkung die Strassenbahn einen Zuschuss von Franken 46 384.— (1937: Fr. 69 511.—) zu leisten hatte. Wi £.ftfl dies Das Auto — eine ergiebige Milchkuh auch in den USA. Aus den Benzinsteuern haben die amerikanischen Bundesstaaten im Jahre 1938 24,83% ihrer gesamten Steuereinnahmen geschöpft. In einzelnen Staaten, z. B. Nebraska, überstieg der Anteil sogar 50%. Vom Total entfielen auf Steuern 978 Mill., auf Strassenabgaben rund 550 Mill. Dollars. Das entspricht einer Steuerbelastung von rund K Cent pro Meile bei Personenwagen und 0,59 Cent bei Lastwagen: Reifen- und Gummineuigkeiten aus den USA. Mit einem Querschnitt durch die Reifenherstellung warten die Firestone Tire and Rubber Company an der New Yorker Weltausstellung auf. Vor den Augen des Publikums vollzieht sich die Fabrikation von Reifen aus Rohmaterial, das aus Gummibäumen, ebenfalls vor den Augen der Zuschauer, gewonnen wird. Daneben führt Goodrich sechsmal täglich eine «Belastungsprobe» für Autos durch, wobei ein Wagen mit Höchstgeschwindigkeit um schärfste Kurven und über künstlich uneben gemachtes Gelände fährt, um am Schluss einen 28-Meter-Sprung über eine Rampe zu machen. Obwohl versprochen wird, dass dem Fahrer und dem Wagen hierbei nichts zustösst, werden aus begreiflichen Gründen Privatpersonen zur Beförderung nicht zugelassen. Keine Herabsetzung der neuen englischen Autosteuern. Trotz der von sämtlichen Parteien im Unterhaus eingebrachten Abänderungsvorschläge zu den neuen Autosteuergesetzen hat der Schatzkanzler auf den von ihm vorgeschlagenen Sätzen bestanden. Seine Argumentation hinsichtlich der Gerechtigkeit der Steuer geht dahin, dass die Steuerzahler sich im grossen und ganzen in drei Klassen teilen: 1. die Minderbemittelten, die stark unter der steuerlichen Mehrbelastung von Zucker und Tabak zu leiden haben; 2. die Reichen, zu deren Lasten hauptsächlich die Erhöhung der Einkommen- und Erbschaftssteuern geht, und 3. die Mittelklasse — das sind die Autobesitzer, die auch ihr Scherflein beitragen sollen. Der Standpunkt des Schatzkanzlers war allen Angriffen zum Trotz und im Gegensatz zu seiner Nachgiebigkeit bei zwei anderen Gelegenheiten so fest, dass es ihm gelang, die Majorität des Hauses zur Annahme der neuen Autosteuern zu veranlassen. er aus der Erde hebt, die Schlacken von ihm ab, unter denen sein ureigenstes Wesen verschüttet lag. Wenn er spricht, so hat jedes Wort sein Gewicht; denn er spricht weniger als früher und sagt nur noch, was gesagt werden muss. Stundenlang schafft er schweigend, aber dieses Schweigen ist so beredt wie Worte. Dort steht er, grabt die Erde um, und alles an ihm spricht: Hier stehe ich! Ich habe den Wald besiegt, die Erde umgebrochen und werde meinen Garten pflanzen und mein Haus bauen. Aber was ist das alles? — Was bin ich? — Ein Nichts bin ich, ein schwacher Mensch! Ewig ist nur die Erde, die mich trägt und nährt, ewig sind die Berge, und ewig ist der See! — So demütig ist er geworden — und so stark. Das Land ist umgebrochen. Auch die Eichen sind zu Brettern und Balken geschnitten und liegen in einem hohen Stapel bereit. «Ich könnte die Hütte bauen, aber es wird besser sein, wenn ich erst eine Anzahl Beete anlege und einsäe. So werden wir noch in diesem Jahre Gemüse haben und können Geld sparen. Vieles wird ja in diesem Sommer und Herbst nicht mehr reifen, aber ich muss es doch vorbereiten. Das Jahr wird rasch herum sein! » (Fortsetzung folgt.)

N° 70 — DIENSTAG, 29. AUGUST 1939 AUTOMOBIL-REVUE Schneller, immer schneller... Abermals drei Weltrekorde von John Cobb. John Cobb, der letzte Woche die 600 km-Grenze streifte und damit zum schnellsten Mann der Welt im Automobil geworden ist, stellte inzwischen über drei weitere Kurzdistanzen neue Weltbestleistungen auf. Der Engländer John Cobb, von dessen Aufsehen erregender Weltrekordfahrt wir am vergangenen Freitag berichtet haben, hat es nicht bei dieser Leistung bewenden lassen. Mit seinem 3 Tonnen schweren, mit zwei Napier-Motoren von zusammen 2500 PS ausgestatteten Railton-Ueberrennwagen ging er am Samstag in der Salzwüste von Bonneville erneut auf die Rekordjagd, wobei seinem Unternehmen auch diesmal ein grosser Erfolg beschieden war, verbesserte er doch die Weltrekorde von 5 km, 10 km und 10 Meilen mit fliegendem Start um 56—75 km/ St., wie nachfolgende Uebersicht zeigt : 5 Kilometer: 525,697 km/St (alter Rekord, am 3. September 1935 von Sir Malcolm Campbell auf Campbell-Special auf der gleichen Piste aufgestellt: 470.127 km/St.). 10 Kilometer: 455,45 km/St, (alter Rekord, am 26. Februar 1932 von Campbell auf Napier-Campbell-Special in Daytona aufgestellt: 384,102 km/St.). 10 Meilen: 435,077 km/St, (alter Rekord, am 16. Juni 1037 von Bernd Rosemeyer auf Auto-Union auf der Reichoautobahn Frankfut a./M.-Darmstadt aufgestellt: 860,3 km/St.). Homologierte Weltrekorde. Die vom Amerikaner Ab Jenkins am 26. Juli letzthin auf dem Salzseebecken im Staate Utah mit dem Mörmon-Meteor III aufgestellten Weltrekorde sind von der AIA CR wie folgt anerkannt worden : 500 Kilometer- 1:45:15,2 = 285.03 km/St. 500 Meilen: 2:55:07,12 = 275,70 km/St. 1000 Kilometer: 3:36:20,05 = 277,35 km/St. 3 Stunden 827 km 780 = 275,93 km/St. IN DER SCHWEIZ Klausenrennen wieder in Sicht. Die Zentralorgane des ACS befassten sich kürzlich mit der eventuellen Wiederdurchführung des internationalen Klausenrennens. Nachdem sich der Ausbau der Strasse auf dem Urnerboden der Vollendung nähert, rückt die Wiederabhaltung des Klausenrennens in den Bereich der Wahrscheinlichkeit. Falls es jedoch nächstes Jahr noch nicht statfinden könnte, würde als Ersatz das Malojarennen 1940 voraussichtlich als internationale Veranstaltung ausgeschrieben. Zweites Maloja-Bergrennen Sonntag, 3. September. Kurz vor Redaktionsschluss teilen uns die Organisatoren des am nächsten Sonntag steigenden II. Bergrennens Casaccia - Maloja- Kulm mit, dass bis und mit vergangenen Samstag — also dem Ende der ersten Nennfrist — insgesamt 46 Meldungen eingegangen sind, ein Erfolg, der deutlich zeigt, welches Interesse in- und ausländische Automobilsportkreise dem vierten und letzten schweizerischen Berglauf der Saison entgegenbringen. Und es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass die Zahl der Anmeldungen bis Donnerstag früh eine weitere Erhöhung erfahren wird. Die Rennleitung hat sich übrigens in schätzenswerter Weise entschlossen, auch für die Teilnahme älterer Fahrer eine Lanze zu brechen, indem sie für die Konkurrenten, die das 45. Altersjahr überschritten haben, Senioren-Speziaipreise ausschreibt. Was die Beteiligung der ausländischen Fahrer anbetrifft, so versteht es sich am Rande, dass diese separat klassiert werden und damit jede Handicapierung der um die Meisterschaft kämpfenden Schweizer Konkurrenten im vorneherein ausgeschaltet ist. Grosser Preis der LA in Zürich 8. Oktober 1939. Für die Teilnahme am Qrossen Preis der Schweizerischen Landesausstellung und am « Preis von Zürich » liegen folgende Anmeldungen vor : a) GROSSER PREIS: Mercedes-Benz: Caracciola, Lan?, Brauchitsch und Hartmann oder Brendel. Auto-Union; Nuvolari, Stuck, Müller und Hasse. Alfa-Romeo: Sommer. Maserati: Dreyfus und Raph. Delahaye: Mazaud. b) PREIS VON ZÜRICH (1,5 LITER): Alfa Romeo: Farina und Biondetti. Maserati: Sommer, Pietsch, Rocco, Dipper, Joa, Tongue, Loyer und Kessler. E R A : Brooks und Rolt. Sehr wahrscheinlich ist auch der Start von «Bira» und Pollock auf ERA und von Wakefield auf Maserati. Aus dem Reglement seien die wichtigsten Bestimmungen wie folgt kurz resümiert: a) GROSSER PREIS: Distanz: 70 Runden ä 5 km = 350 km. Zugelassene Fahrzeuge: Wagen, die" Der Ueberrennwagen, den John Cobb bei seinen Weltrekordfahrten benützte. nach der internationalen Grand-Prix-Formel konstruiert sind. Brennstoff: Freigestellt. Preise : 1. Fr. 8000.— 2. Fr. 5000 3. Fr. 3000.— 4. Fr. 2000.— 5. Fr. 1000.— b) PREIS VON ZÜRICH (1,5 LITER): Distanz. 40 Runden ä 5 km = 200 km. Zugelassene Fahrzeuge- Rennwagen der Klasse F der Rennwagen-Kategorie, d. h. Wagen mit einem Zylinderinhalt von über 1100 cem bis und mit 1500 cetn. Brennstoff Preise: 1 Fr. 3000.— 2. Fr. 1500 — 3. Fr. 1000.— 4. Fr. 500 — o. Fr. 200.— Freigestellt. Zürcher Autavia abgesagt. Die Zürcher Autavia, für welche elf Mannschaften gemeldet waren, ist abgesagt worden. IN BELGIEN Grosser Preis von Lüttich und Grand Prix de La Baule abgeblasen. Der auf vergangenen Sonntag angesagte Grosse Preis von Lüttich für Sportwagen, in welchem auch der Glarner Trümpy auf Bugatti an den Start gehen sollte, ist von den Organisatoren, mit Rücksicht auf die gespannte internationale Lage, am Samstagabend abgeblasen worden. Auch der im Sportkalender unterm 3. September eingeschriebene Grand Prix de La Baule wird — wie die Sportinformation vernimmt — nicht stattfinden. Caracciola deutscher Automobilmeister. Nachdem der zur deutschen Automobilmeisterschaft zählende Grosse Preis von Wien (17. September) abgesagt worden ist, steht das Endklassement der deutschen Automobilmeisterschaft bereits fest. Sieger ist Rudolf Caracciola (Mercedes-Benz) vor Hermann Lang (Mercedes-Benz), Müller (Auto- Union) und Pietsch (Maserati). Caracciola verdankt seinen Sieg dem ersten Platz im Grossen Preis von Deutschland. IN ITALIEN. Die Mille Miglia kommt wieder. Das berühmte Tausendmeilen-Rennen des Automobilclubs von Brescia soll — wie schon früher von uns gemeldet — im nächsten Jahr wieder aufleben, allerdings in völlig veränderter Form. Ein Rennen über offene Landstrassen wie bisher wird es wegen der verschiedenen Unglücksfälle anlässlich der letzten Auflag© der Veranstaltung im Frühjahr 1938 nicht mehr geben. Der Club hat jetzt einen absperrbaren Dreieckkurs in der Nähe von Brescia ausfindig gemacht, auf dem die Sportwagen 1000 Meilen zu fahren haben. Das Projekt liegt den zuständigen Behörden zur Prüfung vor. Luftfahrt «20 Jahre Schweiz. Luftverkehr» Im Juli 1919 wurde die Subkriptionsliste zur Gründung einer schweizerischen Gesellschaft für Lufttourismus aufgelegt; unterzeichnet war 6ie von Oscar Bider. Dies war der eigentliche Start des schweizerischen Lufverkehrs, der somit 1939 sein 20jähriges Jubiläum begeht. Aus diesem Anlas« gab die Swissair eine Broschüre heraus, in welcher in umfassender, reichhaltiger Form das Wesen des schweizerischen Luftverkehrs dargestellt wird. Im historischen Teil finden wir von 1919—1939 dnreh Karten, Photographien und Texte die genaue Entwicklung unserer Verkehrsfliegerei geschildert. Walter Mittelholzers Flüge und die Tätigkeit von Balz Zimmermann finden gleichfalls Erwähnung. Im weitern wird an Hand von reichem Bildermaterial auf die verschiedenen Gebiete des Luftverkehrs hingewiesen: Organisation der Swissair, Blick hinter die Kulissen, Navigations-In^trumcnte, Einst und Jetzt, Flugpläne und Luftkurs-bücher, der Anfang einer Luftreiee. Luftpost, Luftfracht, die schweizerischen Zollflugplätze, die fremden Flugverkehrseesellschaften, die in der Schweiz verkehren, allerlei Passagiere, das Wochenpensum einer Stewardess, Meldung vom Pilotensitz, Flugleistungen und Frequenzen, im .internationalen Luftverkehr der Schweiz usw. Die 95seitige reichillustrierte Broschüre ist in jeder Buchhandlung und an den Kiosken zum Preise von Fr. 2.— erhältlich. Internationaler Sportkalender 1939. (R-IF = Rennen nach der int. Grand-Prix-Formel; R = Rennwagen;. S = Sportwagen; T = Tourenwagen; GRANDE EPREUVE.) September. 2. GROSSBRITANNIEN: TOURIST-TROPHY- RENNEN (RS). 4. Italien: XIII. Bergrennen Pontedeclmo- Giovi (S). 9. Irland: Phönlx-Park-Rennen (RS). 9. Grossbritannien: Shelsley-Walsh-Bergrennen (RS). 10. Prankreich: 12-Stunden-Rennen von Paris (RS). 14.—15. Deutschland-Italien: Fernfahrt Berlin-Rom (ST). 16. Grassbritannien: Meeting in Brooklands (RS). 24. Tschechoslowakei: Grosser Masaryk-Prels (RS). 30. Grossbritannien: Grosser Preis von Donington (R-IF).