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E_1939_Zeitung_Nr.070

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Ein Auto besucht

Ein Auto besucht Indianerlande Sechsmal habe ich im laufe der letzten Jahre den amerikanischen Kontinent gequert, sechsmal mir vorgenommen, bei dieser Gelegenheit die letzten irdischen Jagdgründe der verdrängten amerikanischen Rothäute aufzusuchen, doch sechsmal blieb dieses Vorhaben eitler Wunschtraum. Auch bei meiner letzten Fahrt wäre es fast nicht zur Verwirklichung gekommen. Wenn nicht die Osterglocken in meinem stets gehetzten, amerikanischen Dasein einige «time-off-days> (Rasttage) bewirkt hätten. Gerade in jenem Augenblick begannen sie Indianerjungen sind sehr neugierig. nämlich zu läuten, als ich die 25 Pferde meines Stey'rbabys zu einem kleinen Galopp von Mexikos romantischer Hauptstadt nach Kaliforniens sonniger Pazifikküste sattelte. Hatte ich sonst beim Besuch amerikanischer Naturschönheiten und Sehenswürdigkeiten stets unter der Ueberfülle an Prospekten, Druckschriften und schönen Landkarten zu leiden, so trat jetzt — zum erstenmal — das Gegenteil ein: Plötzlich fand ich mich wenige Stunden nachdem ich die Grenze der Vereinigten Staaten am Rio Grande überschritten, in der öden Wüste Neu Mexikos und wussten nicht einmal, in welcher Himmelsrichtung oder Gegend ich dieses Indianerleben suchen sollte. Vielleicht bei der nächsten Servicestation fragen? Das war nicht mehr notwendig, denn unversehens flankieren den schwarzen Asphalthighway immer zahlreichere kleine Hüften und Stände und in bunte Decken gehüllte Frauen versuchen mich mit nicht misszuversfehenden Gebärden zu bewegen, meine Geschwindigkeit zu massigen, damit sie mir ihr Tongeschirr, angeblich indianische Handarbeit anbieten können. Falls mir nicht sogleich ihre Trbchten und Zöpfe' verraten hätten, dass ich hier meine erste Bekanntschaft mit der roten Rasse zu machen im Begriffe stand, so überzeugten mich davon wenige Augenblicke später ihr Wortschwall aus gebrochenem Englisch und Dialektworten einer indianischen Sprache und vor allem der hohe Preis ihrer Ware, den sie so lange mit unglaublicher Zähigkeit verteidigten, bis ich wirklich in die Tasche griff. Diese kleinen Vorboten indianischen Handelsgeistes verwandeln sich nun bald in wahre Geschäftshäuser. Hier ist es eine Servicestation, die Teppiche feilbietet und sich «Tradingpost» nepnt, dort wieder hat sich ein Tourist Camp in' indianische Zelte eingekleidet oder der Inhaber eines Luncheons glaubt, mehr Besucher anzuziehen, wenn er neben seinen «Curios» im Büfett noch einen Zwinger mit «Life snakes> (lebenden Schlangen) aufstellt, die für 10 Cent zu besichtigen sind, während seine Konkurrenz nur über einige steinerne Reste aus dem nächsten versteinerten Wald verfügt, die bei einer Zeche von über 1 Dollar frei mitgenommen werden dürfen. Ganz konnten zwar auch diese Auswüchse einer Indianerkultur meine Erwartungen nicht erfüllen, und ich folgte schnell entschlossen dem nächsten Pfeil neben einer Überlebensgrossen Strassentafel, die in nur 13 Meilen ein wirkliches indianisches Pueblo verhiess. Hätte ich die Schwierigkeiten des Karrenweges, der nun folgte, von AnTang an gekannt, ich wäre wohl sicherlich niemals auf diese Idee gekommen. Immerhin, ich tröstete mich bei der holperigen Fahrt über Löcher, Furchen und Steine damit, dass ich vielleicht doch noch auf einige authentische Ueberreste aus den letzten hundert Jahren stossen würde, da die Rothäute noch umumschränkte Herren dieser Gegend waren und einem Fremden nicht die Dollars, sondern den Skalp abgenommen hätten. Ganz wurden auch diese Hoffnungen nicht erfüllt. Trotzdem ein starker Stacheldrahtzaun die Grenzen der engeren Reservation anzeigte und eine Tafel beim Tor die Besucher darauf aufmerksam machte, dass nur ein Eintritt von 1 Dollar die Erlaubnis zum Besuch der geheiligten Jagdgründe ermöglichte, trotzdem obendrein der Weg fast unfahrbar wurde, das Pueblo schliesslich war alles andere denn unzivilisiert. Doch, es gab hier weder asphaltierte Strossen noch Wolkenkratzer noch Reklametafeln von Hautcremen und Autos oder Holzbaracken und Ziegelquader. Ja, es fehlten auch die 5 und 10 Centstores, Verkehrscops, Autowerkstätten .und Icecremeverkäufer, auf die man sonst in jedem Nest hier trifft. Wirklich, die Leute hier wohnten in denselben oder ähnlichen Lehmhütten, wie sie die Rothäute Arizonas und Neu Mexikos schon vor einem Jahrhundert kannten. Aus gelbem Lehm mit zwei Türmen die Kirche, daneben der Friedhof mit Grabdenkmälern aus unbearbeiteten Steinen, ebenso einfach und schmucklos das Postbureau und der Laden, aus demselben Material, jedoch oft zweistöckig die Wohnhäuser mit kleinen Fenstern und Frau und deren Anhang — ein Indianer muss nicht nur die sqaw, sondern auch deren Familie unterhalten — traten hernach hinzu. Ihre Lippen und Fingernägel glänzten im grellsten Rot, der Bruder hatte schon seine Zöpfe abgelegt, doch die Mutter wackelte noch in den Mokasins, mit bunten Bändern in den Haaren und vielen Tüchern über Schulfern und Kopf, heran. Ein Rundgang durch das Pueblo in Begleitung ohne Treppen im Innern,- als Ersatz dafür dienten des Häuptlings begeisterte mich vollends. Endlich an der Aussenfassade angelehnte Leitern. Die Geschichte nämlich weiss zu berichten, dass sich die Indianer bei Gefahr in die oberen Stockwerke zurückzogen und nach Aufziehen der Leitern verschanzt hätten. Dass sie dieses primitive Verteidigungsmittel auch noch im 20. Jahrhundert beibehielten und selbst bei Neubauten anwandten, erschien mir zwar etwas lächerlich — aber jedenfalls billiger als automatische Expressaufzüge. Nicht zu vergessen übrigens die Servicestation, die Bank und ein Badehaus mit nicht eben Vertrauen erweckendem Aeussern. Doch da war sie, die andere Seite: In die meisten dieser Lehmmauern hatte allenthalben schon die Technik der USA ihren Einzug gehalten. Mehrere bunte Schilder von Kramladen, Gemüseverkäufem und andern Ständen zierten den Marktplatz, auf den Barsesseln des Cafös trank der Weisse wie die Rothaut Icecremesoda, Cocktails oder den 5-Cent-Kaffee und die Auswahl in den Haushaltungsgeschäften wetteiferte mit jeder amerikanischen Provinzstadt. Jedenfalls liess sie nicht auf allzugrosse Anspruchslosigkeit der Käufer schliessen, die bald mit Leiterwagen, bald mit ihren wackeligen Autos oder hoch zu Ross angetrottet kamen. Auf der einen Seite des Platzes parkten dann die etwas ärmlichen Benzinesel, während die vielleicht noch stärker abgearbeiteten Tiere mit hellem Wiehern ihren stählernen Leidensgenossen einen Willkommgruss sandten. Alles war hier so voll von lächerlichen und traurigen Kontrasten, dass ich mich schliesslich fragen musste, ob dieser Ort wohl mehr als amerikanisch oder indianisch anzusprechen sei. Denn über allem lag doch wieder die Geschäftstüchtigkeit der Rothäute. Hatte ich schon bei der Einfahrt einem alten Indianer einen Dollar Eintritt, zwei Dollar Photographiererlaubnis und einen halben Dollar Parkgebühr entrichtet, so streckten schon bei der ersten Aufnahme, die ich machte sämtliche Beteiligten und — wie auf ein geheimes Signal — auch die zunächststehenden Indianer ihre Hände eindeutig aus. Als mir nun eine bezopfte Rothaut versprach, er würde mir sein Gesicht für nur 15 Cent verkaufen, war ich gerne dabei, und folgte ihm in eine Seitenstrasse. Den Rückweg aus dem Schmutz des Hüttenlabyrinths aber wollte er mir nicht weisen, bevor ich seinem Bruder allerhand Andenken, Federn aus einem Kopfschmuck und einige rote indianische Maiskolben abgekauft hatte. Dafür aber sollte ich wenigstens gegen eine kleine Aufzahlung ein echtes Indianerliea zu hören bekommen, das seine Frau vortrug. Auch sie steckte nur halb in indianischen Kleidern, und der Lippenstift war ihr durchaus nichts Unbekanntes. Diese für meine Brieftasche schmerzlichen Erfahrungen bewogen mich zu schnellem Aufbruch. Aus Furcht vor dem halben hundert Kilometer, die mir auf der Herfahrt so schwer zu schaffen machten, folgte ich dem Rate des Tankwartes, auf einem Umweg in der andern Richtung wieder den Highway zu erreichen. Npr ISO Kilometer sollten es auf «guten» Indianerpfaden sein, doch schliesslich waren es mehr als doppelt soviel auf noch schlechteren Karrenwegen. Todmüde stellte ich in der Dämmerung meinen Kleinwagen neben dem Weg aufs freie Feld und legte mich darin zu kurzer Rast nieder. Auch bei der Weiterfahrt am nächsten Morgen kamen mir nur wenige Rothäute zu Gesicht. Als die Berittenen meinen Wagen gewahrten, nahmen sie sofort im gestreckten Galopp Reissaus, die Frauen auf den Leiterwagen zogen ihre Tücher vor das Gesicht, wenn sie meine Kamera bemerkten, und die Männer drehten lachend den Kopf weg. So blieben denn für mein Objektiv lediglich ihre Herden und die bizarren Formen der roten und violetten Arizonaberge. Auch bei den Handelsstationen, die mitunter in Kilometerabständen auftauchten, ergeht es mir nicht besser. Erst als ich einen Trick anwende, um meine Aufnahmen unbemerkt machen zu können, komme ich etwas mehr auf meine Rechnung. Zwar ist der Dorfälteste des Pueblos aus Lehmhütten, das ich am Vormittag erreichte, auch tüchtig auf meine Brieftasche erpicht, doch er tut dies mehr oder weniger unter dem Druck seiner Dorfgenossen, die wohl ihren Anteil an dieser seltenen Beute nicht missen wollen. Doch der «Big chief of the Rüg Navayos» zeigt mir seine Schätze, Dutzende von Teppichen, Körbe, farbig geflochten, und ganze Stapel von Tonwaren. Das Wertvollste, seine Herden und zwei Oelbohrtürme könnte er mir zwar heute nicht vor Augen führen, die wären allzuweit entfernt. Auch meiner Kamera stellte er sich gratis. Nicht im Kriegsschmuck der farbenprächtigen Federn THOT, sondern auf dem Trittbrett seines Autos, auf das er erheblich stolz war, trotzdem es bestimmt keinen Museums-, sondern höchstens einen «Friedhofwert» hatte. Auch seine AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG. 29. AUGUST 1939 — N° 70 Auf Indianerwegen in der Akoma-Reservation. bekam ich die Frauen bei ihrer täglichen Arbeit zu Gesicht. Ich sah sie Teppiche weben, beobachtete sie beim Korbflechten, Maismahlen und beim Brotbacken in ihren seltsamen Backöfen. Als ich dem Alten als Zeichen des Dankes eine Flasche Tequila (mexikanischen Schnaps) verabreichte, da kehrte indianischer Glanz in seine Augen zurück, er rief die nächste Rothaut zu sich, und dann wurden die beiden einig, mir zu Ehren am Abend einen jener Kriegstänze mit den Resten seiner Mannen aufführen zu wollen, die sie sonst nur zweimal im Jahre in der nahen Provinzstadt zeigten und sich dafür viele hundert Dollars bezahlen Hessen. Im Fackelschein näherten sie sich bei Einbruch der Dunkelheit. Voran die Frauen in den buntesten ihrer Tücher, mit Körben und hölzernen Flaschen V«-»l*^l... Die Gefahren der Landstrasse. In einem Indianerdorf. Das Problem des wirklich guten Verkehrefilmes, d. h. Verkehrserzfehungsfilmes, ist bei uns in der Schweiz noch immer ungelöst. Wohl besitzen wir seit Jahren den einen oder andern Streifen, und gerad,« letztes Jahr wurden beispieleweise die Berner Autofahrer mit einem aus dem Thurgau stammenden Film bekannt, der in nicht ungeschickter Weise die Gefahren der Strasse darstellte und gleichzeitig zeigte, was jener Kanton zur Verbes*- serung der Verkehnsverhältnisse bisher geleistet hat. Doch a^wii diesen schweizerischen Filmen haften noch gewisse Mängel, sei es schon in rein ver- kehrstechniscber Hinsicht, sei es unter pädagogischen Gesichtspunkten, sei es — und dies vor allem — in rein filmischer Beziehung an, wie es nicht anders zu erwarten ist, wenn dabei nur das bescheidenste Rüstzeug an technischem Gerät, vor allem aber nur die bescheidensten Mittel zur Verfügung stehen. Nun rollt für einige Tage im Zürcher Lichtspielhaus «Cinebref» ein kurzer Film «Die Gefahren der Landstrasse». Es handelt sich bei diesem Streifen nicht um einen eigentlichen Verkehrserziehungs- oder Unfallbekämpfungsfilm nach bisheriger Auffassung, sondern um eine Beleuchtung des ganzen Problems der Verkehrssicherheit von verschiedenen Seiten und um die Darstellung dessen, was in dieser Hinsicht in den Vereinigten Staaten geleistet wird. Der neue Film setzt mit schönen Bildern von amerikanischem Freiluft-, Wochenend- und Badeleben ein, um durch wenige von einem unsichtbaren Sprecher gesprochene Worte darauf hinzuweisen, wie unentbehrlich das Auto für die amerikanische Welt geworden ist. Dann erst erscheinen Bilder vom Betrieb auf den amerikanischen Highways mit ihren unaufhörlichen mehrspurigen Kolonnen von Autos, und ohne dass es vieler Worte und Krügen in den Händen, darauf die Männer in ihrem Federschmuck, der zwar bei manchen nicht mehr ganz die Alltagstracht des blauen amerikanischen ArbeiteroveralTs verdeckte. Doch das spielte jetzt schon eine geringere Rolle. Es war ja finster und überdies nahmen ihre Bewegungen und schon gar ihr Gesang mein© Aufmerksamkeit voll gefangen. In der Mitte eines freien Platzes hatte die Musik, zwei Riesentrommeln und etliche Blasinstrumente Platz genommen, um sie herum schritt, sprang und hüpft© das Dutzend der Männer mit kriegerischen Gebärden. Folgenden Tags nahm ich in Williams, der nächsten Stadt, von den Indianern wieder Abschied. Sie waren hier zwar nur noch zu 50 Prozent «rein» vertreten, aber kaum mehr zu erkennen. Voll und ganz hatte sie die amerikanische Umwelt gewandelt, sie arbeiteten in den Fabriken, in den Geschäften und Kantinen, sassen neben den Weissen in einer Cafeteria oder schimpften den besten amerikanischen Slang in der nächsten Bar, sie führten nicht mehr die Zügel der Pferde, sondern das Lenkrad eines Traktors für einen weissen Farmer über das Land, während ihre Sqaws in den Clubs den Lunch vom Niggerboy serviert bekamen oder am Golfplatz die Kugel über den grünen Rasen rollten. bedürfte, wird uns bewuset, welche Anstrengungen die Beherrschung eines solchen Riesenverkehrs erfordert. Nur kurz blicken wir in das Getümmel einer Strassenkreuzung, wo eine Seitenstrasse in eine Hauptverkehrsader einmündet und all die vom Wochenende Heimkehrenden sich in den wahrhaft reissenden Strom der grossen Ueberlandstrasse einfädeln müssen — nur ein einziges Bild von einer Ueberholung in der Kurve, mit dem unvermuteten Erscheinen eines von der andern Seite kommenden Wagens, mit kreischenden Pneus und Bremsen, mit dem aufs Bankett hinaus ausweichenden «Gegner» beschwört die Hunderte von Erinnerungen herauf, die jeder von uns von der blossen Zeitungslektüre her in 6ich trägt. Und schon blicken wir in die Verkehrspolizeischule von New Jersey hinein, die berühmteste Ausbildungs- und Forschungsstätte Amerikas für Verkehrsfachleute, wo die Polizeimänner, unter Heranziehung aller psychologischen und technischen Hilfsmittel, gebildet werden. Dort nun, in iener wahren Hochschule des Straßenverkehrs, werden die einzelnen Unfälle bis ins letzte auf ihre Ursachen untersucht, werden die Gefahrenpunkte studiert und Pläne zu ihrer Beseitigung geschmiedet, und da ist es interessant, das« diese Ursachenforschung bis in die Vergnügungslakale vorstösst. wo durch Alkohol und Liebe 60 mancher Keim zu schweren Verkehrsunfällen gelegt wird. Unvergesslich bleiben •sodann die paar kurzen Bilder von jenen gewaltigen Verkehrsbauwerken, wo die sich kreuzenden und gabelnden Strassen in kunstvollen Ueber- und Unterführungen, Uefoerwerfungen und Schleifen so miteinander verknüpft werden, dass kein Auto den Weg eines andern niveaugleich zu kreuzen braucht und die ganze Verkehrsabwicklung sich in Form bloseer gleichsinniger Ein- und Ausiädelungen vollzieht — Anlagen freilich, wie sie europäische und gar schweizerische Verkehrsverhältnisse noch nicht erfordern, wie sie aber immerhin richtungweisend sind für die Methoden, die Gefahren der Straese zu bekämpfen. Auch in die Methoden der Verkehrserziehung der Jugend blicken wir hinein und gewahren dabei, wie dort drüben in den Vereinigten Staaten die Kinder nicht nur im Schulzimmer über den Sinn von Verkehrszeichen belehrt werden, die sie gar nicht zu kennen brauchen, sondern wie man sie durch aktiven Einbezug in den Strassenverkehr sicher macht und ihnen — wann kommt das bei uns? — gewisse seihständige Funktionen anvertraut So kann die amerikanische Polizei mit Genugtuung feststellen, dass die Verkehrsunfälle mit Kindern als Beteiligten und Opfern 6eit der Anhandnahme ihres "rossen Feldzuges in deutlichem Rückgang begriffen sind, während freilich die Erwachsenen-Unfälle noch immer weiter ansteigen. Nur ein paar Eindrücke von einem Film, der seinerseits wieder das gewaltige Sachgebiet des Kampfes um die Verkehrssicherheit auf der Strasse bloss mit kurzen Streiflichtern beleuchten kann, sind hier niedergelegt. Doch die Befriedigung darüber ist darum nicht geringer, dass dieser Kampf nicht aussichtslos ist, wenn er mit der nötigen Umsicht und vor allem Unvoreingenommenheit an die Hand genommen wird und wenn ihm Männer und Mittel, Forschungsmethoden und Geräte zur Verfügung stehen, wie es jenseits de« Atlantischen Ozeans der Fall ist. -n. Avus wird Reichsautobahn. Die bekannte Avusbahn bei Berlin (auf der früher auch Rennen gröesten Stils ausgetragen wurden) geht am 1. Dezember dieses Jahres ins Eigentum der Reichsautobahnen über. Bis dahin sollen die Umbauarbeiten, die zur Zeit dort durchgeführt werden, grösstenteils beendet sein.

N° 70 — DIENSTAG, 29. AUGUST 1939 AUTOMOBIL-REVUE Europas Mineralölimport im Aufstieg Schluts von Seite 2. Hinsichtlich der Verteilung der Gesamteinfuhr an Mineralölen auf die verschiedenen Bezugsländer ist festzustellen, dass alle von diesen, soweit sie nachstehend verzeichnet sind, mit Ausnahme Belgiens und Ungarns, mit erhöhten Mengen vertreten waren,, obwohl die Zuwachsrate in weitesten Grenzen variierte. So betrug sie z. B. für Italien noch keine 2 %, wogegen sie im Fall Dänemarks nicht weniger als 18.6 % erreichte. Wenn wir auch eine Reihe von Ländern bereits ausführlicher in Einzeldarstellungen an dieser Stelle behandelt haben, so mag es doch nützlich sein, ihre relative, .Bedeutung im Rahmen des europäischen Gesamtbedarfs nochmals kurz zu kennzeichne». f Danach ergibt sich folgendes Bild (Mengen- in 1000 t) : Europäische Oelelnfuhr nach Ländern. Veränderung 1938 1937 in % Grossbritannien Frankreich 12 048 " 8 076 - 11695 7 700 + 3,9 + 4# Deutschland 4 939 4 287 +15,2 Italien- - - 2 624 2 574 + 1,9 Holland 1705 1531 +11,3 Schweden 1328 1 184 +12,1 Belgien 757 767 — 1,3 Grossbritannien Frankreich Deutschland Italien Holland Schweden Belgien (b) Dänemark Norwegen Schweiz Oesterreieh Eire Finnland Ungarn Europäische Rohöl 1933 1937 23562188 5969 6152 778 732 32 175 936 482 80 281 18 17 27 238 Verarbeitung auf später wieder exportierte Fertigprodukte dienten. Der kräftige Rücksamt, doch waren auch hier die letztjährigen Mehranforderungen, an denen alle Produkte beteiligt waren, noch immer sehr ansehnlich. Aehnliches gilt von Norwegen, dessen Oeleinfuhr die der Vergleichsperiode um rund 7 % überstieg, obwohl der Rückgang der Schiffahrt wie auch der Industrietätigkeit nicht unbeträchtlich retardierende Wirkungen auf den Gesamtverbrauch ausgeübt hat. Insgesamt 12820 11257 9068 8521 '1524 1650 1225 i 1348 9795 9653 a) einschl. Rückstände; b) ausschl, Material Zum Wiederausfuhr nach Verarbeitung; c) in Rohöl enthalten. :gang der Bezüge Ungarns, der sich auf Posten ausser Schmierölen erstreckte, ist die natürliche Folge der beträchtlich erhöhten weiteren erheblichen Anstieg seiner Importe, Rohölforderungen des Landes. Für dievor allem an Benzin, ausweisen. Dänemark 882 744 +18,6Tschecho-SIowakel liegen uns zurzeit noch Im ganzen ist also das Bild, das uns die Norwegen 593 . 556. + 6,7 nicht die vollständigen Abschlussziffern für vorliegenden Abschlussziffern liefern, für ein Schweiz 433 413 + 4,8 Oesterreieh 329 321 + 2,5 1938 vor. so wechselvolles Jahr, wie es das vergangene in mehr als einer Hinsicht war, recht Ungarn 210 280 —25,0 Mit bemerkenswert grossen Zuwachsraten Eire 260 254 + 2,4 heben sich die skandinavischen Staaten aus befriedigend. Die Tatsache, dass in einem Finnland , 248 223 +11,2der letztjährigen Oelimportstatistik heraus. Ganz besonders markant ist der Fortschritt Insgesamt 34 432 32 439 + 6,2 in Dänemark, dessen Schwerölbezüge allein ., Nach wie vor figuriert •> um rund 30% zugenommen haben. In Schweden hat sich zwar das Tempo des Bedarfsanstiegs gegenüber 1937 etwas verlang- Grossbritannien als der weitaus grösste Oelbezieher Europas, von dessen Gesamteinfuhr es allein 35 % für sich in Anspruch nimmt. Den stärksten Anstieg verzeichneten .hier die Zugänge an Rohöl, Benzin und Gasöl, wohingegen der -Bedarf an Heizölen und Schmierölen infolge der schlechteren Beschäftigung der Schifffährt und der Industrie geringer war als im Jahr vorher. Frankreich, das mit 23 % am ' europäischen Oelitnport partizipierte und' sogar "im ganzen,; noch eine ,grö§sere. f Zuwachsrate gegenüber 1937 aufzuweisen; hatte als England,-/konzentrierte seine" Mehränforderungen äusschliesslich auf Röhqlk'äufe für die Versorgung seiner heimischen Raffinierien, so dass die Bezüge an Fertigprodukten entsprechend weiter eingeschränkt werden konnten, zumal der effektive Verbrauch bei der noch grossenteils unbefriedigenden Wirtschaftslage des Landes und den drückenden steuerlichen Belastungen des Oelkonsums nur unwesentlich gestiegen sein dürfte. In Deutschland hat, wie wir erst kürzlich eingehender dargelegt haben, die fieberhafte industrielle Tätigkeit im Verein mit den umfassenden militärischen Operationen während des abgelaufenen-Jahres eine beträchtliche'Erhöhung des Öelbedärfs herbeigeführt, .die ungeachtet der weiter vergrösserten Eigenproduktion auch eine sprunghafte Steigerung der Auslandsfjezüge notwendig machte. Sie war — von der einzigen Ausnahme Dänemarks abgesehen — die prozentual stärkste, die ein europäischer Staat in der Berichtszeit aufzuweisen hätte, was im Licht der Autarkiepolitik des Reiches besonders bemerkenswert er- .scheint.... Das hervorstechende Merkmal in den Oeleinfuhrziffern Italiens ist die ausserordentliche Zunahme der Rohölanlieferungen, wie' sie die bedeutende Erweiterung der inländischen Verarbeitüngs-Kapazitäten notwendig machte. Aus dem gleichen Grund ist auf der andern Seite eine ebenso drastische Verminderung des Imports von Fertigprodukten eingetreten. 'Im einzelnen werden die Veränderungen in der. produktenmässigen Aufgliederung nach Ländern durch die obehstehende Uebersicht veranschaulicht (in 10QQ t): Die Erhöhung der Mineralöleinfuhr Hollands resultiert in erster Linie aus den fast verdoppelten Bezügen an Schwerölen (überwiegend Residuen für die Weiterverarbeitung), die zu einem erheblichen Prozentsatz der inländischen Raffinerie Verarbeitung zugeführt wurden, um in Form von Fertigprodukten teilweise wieder' in den Export zu gelangen. Die massige Steigerung des schweizerischen Oelbedarfs erstreckte sich auf alle Derivate bis auf Schmieröle, bei denen ein Rückgang zu verzeichnen war. Oesterreieh nahm Im letzten Jahr rund SO % mehr Rohöl auf als im vorangegangenen, wohingegen seine Importe an Fertigerzeugnissen mit Ausnahme von Schmierölen verringert waren.. Einen, ähnlichen Verlauf zeigt die Einfuhr Belgiens» in - denen, jedoch nicht jene Oelmengen enthalten sind, die zur 1474 433 92 308 37 155 106 Oelelnfuhr nach Benzin 1938 1937 4924 4546 537 615 1357 1058 242 546 295 341 177 201 72 138 137 1 Schliesslich konnte auch Finnland, einer der kleineren Oelverbraucher Europas, einen noch zum wesentlichen Teil im Zeichen des Konjunkturabstiegs stehenden Zeitabschnitt die Oelbezüge Europas eine so beträchtliche Steigerung erfahren haben, ist jedenfalls eine erneute klare Bestätigung dafür, dass der Oelbedarf des alten Kontinents einer heute Jeder Aussfellungsbesucher Tourist!... Die Schweiz, das Reiseland par excellence, bietet ganz besonders dem Automobilisten mannigfaltige, ungeahnte Freuden. Verbinden Sie doch Ihren Besuch in Zürich.mit einer genussreichen Fahrt durch die schönen Städte und Dörfer, entlang den herrlichen Seen, durch liebliche Täler und wunderbare Wälder, hinauf in die prachtvolle Gletscherwelt unserer Heimat. 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