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E_1939_Zeitung_Nr.074

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N° 74 —; DIENSTAG, t'S. SEPTEMBER 1939. ÄUTOMOBIL^EVUE Unser politischer Kürzbericht: ßafsel Ukraine Der Bolschewismus hat sich am letzten Wochenende in die politischen und militärischen Ereignisse Europas eingemischt. Und er hat das in einer Art und Weise getan, die die abendländische Abscheu vor den Doktrinen der Weltrevolution zum Ekel werden lässt. Gewiss, Politik kennt keine Gefühle und Sentimentalitäten. Die russische Dampfwalze rollt in ihrer ganzen Plumpheit über den schwachen, abgekämpften, zahlenmässig hundertmal unterlegenen Nachbarstaat hinweg. Sie rollt einher, «dem Bolschewismus die Bahn nach Westen brechend», wie der Moskauer Radio verkündet haben soll: Tatsache Nummer eins. Stalin hat mit seinem Einmarsch in Polen mit der Tat bewiesen, dass er das Steuer seiner Politik von Osten nach Westen herumzuwerfen entschlossen ist. Noch vor Jahresfrist hat er für Europa herzlich wenig übrig gehabt. Ihn interessierte der Osten, die Mongolei, Mandschukuo, China, Japan. Er hat nun andere Ambitionen. Das morsche Europa scheint ihm interessanter: Tatsache Nummer zwei — nicht minder wichtig und bedenklich als Nummer eins. Suchen wir darin Mut und Zuversicht, dass der ungekrönte rote Zar mit seiner externen Bolschewisierung bis jetzt nirgends zu Erfolgen kam. Weder in Ungarn, wo nach dem Krieg Genosse Bela Khun nach kommunistischem Rezept schrecklich aber auch kurz regierte, noch im Deutschen Reich, wo Adolf Hitler im vorletzten Moment über den Kommunismus siegte, noch in Spanien, noch in Frankreich, noch in China... nirgends. , Es gibt Dutzende von Auslegungen über die Bedeutung der russischen Intervention. Die eine vertritt die Auffassung, dass die gegenseitige Zertrümmerung Polens von Stalin und Ribbentröp ganz genau abgemacht und umschrieben worden sei. Mag sein. Wir glauben es nicht, es sei denn, dass sich der deutsche Reichskanzler den Russenpakt nicht nur diverse Freundschaften, sondern darüber hinaus auch noch eines 4er Hauptziele der deutschen Politik in Südosteuropa hat kosten lassen. Wenn nämlich die rote Armee auf der ganzen polnisch-russischien Grenze nach Westen vorrückt, dann annektiert sie nicht nur Gebiete, die vor dem zaristischen Zusammenbruch russisch waren, sondern auch einen Teil der DCH.D EUT5CHU DCH .RUSSLD- Ukraine, der früher zu Oesterreich-Ungarn gehört hat. Das ist kein beliebiges, unbedeutendes Stück Land, sondern eine regelrechte, wertvolle, begehrenswerte Kornkammer. Wenn ihre Annexion durch Russland tatsächr lieh im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt Am 26. Februar 1815 verliess Napoleon die pflichteten, ein Kontingent von je 150.000 Insel Elba an Bord der Kriegsbrigg «Inconstant», die während der ganzen Fahrt Million Truppen gegen den Usurpator aufzu- Mann zu stellen. Man rechnete damit, eine die weisse, mit Bienen gesprenkelte Fahne bringen. Am 15. April hatte der Herzog von (Napoleons Flagge auf Elba) führte. Am Wellington in Brüssel, der preussische Feldmarschall Blücher in Lüttich sein Hauptquar- l.März landete er bei Cannes im Golf von 'Juan mit seiner 1100 Mann starken Truppe, tier aufgeschlagen. Ueberall wurde gegen die meist aus Soldaten der Alten Garde bestand. Nach einem in der Geschichte einzig Die Hoffnung des Kaisers, den Frieden Napoleon mobilisiert. dastehenden Gewaltmarcsh traf er in Lyon wahren zu können, zerschlug sich. Es war am 10. März ein. Das Erscheinen der aus klar, dass nur ein entscheidender Sieg sein dieser Stadt geflohenen Royalisten in Paris Regime retten könnte. Mit gewohnter Energie ging er an die Aufstellung einer grossen Hess den Hof Ludwigs XVIII. vor Schreck erstarren. Am 20. März, abends 8 Uhr, am Armee, um den Verbündeten im Angriff zuvorzukommen, bevor sie kampfbereit waren. Geburtstag des Königs von Rom, zog Napoleon in Paris ein. Ludwig XVIII. hatte seine Diese konnten erst am 15. Juli auf dem Hauptstadt in der vorhergehenden Nacht Schlachtfeld erscheinen. Napoleon musste verlassen. Am 23. betrat er ausländischen daher den Feldzug einen Monat früher eröffnen und das englisch-holländische und das Boden. Bei seiner Abreise hissten die Festungen in Flandern die Trikolore. Frankreich war wieder napoleonisch. Die gefan- standen, vernichtend schlagen, ehe die Heere preussisch-sächsische Heer, die in Belgien genen Führer der royalistischen Truppen gab Russlands, Oesterreichs, Bayerns, Württembergs usw. auf dem Plan erschienen. Napoleon frei. < Ich will mich rühmen können », sagte der Kaiser, «meinen Thron Die Kaiserliche Garde verliess am 8: Juni, wiedererobert zu haben, ohne dass ein Tropfen Blut weder auf dem Schlachtfeld noch feindlichen Heere verhielten sich noch am der Kaiser selbst am 12. Juni Paris. Die auf dem Schafott vergossen wurde.» Seine 14. ruhig in ihren Quartieren. Das preussischsächsische Heer in der Stärke von 120.000 Gegner zeigten sich später ihm gegenüber weniger edelmütig. Mann unter Blücher bildete den linken, das Die Nachricht von den Landung des Kaisers in Frankreich traf in Wien, wo der den rechten Flügel. Das französische Heer englisch-holländische Heer unter Wellington Kongress tagte, am 8. März ein. Sie wirkte biwakierte in Belgien in der Nacht vom 15. wie ein Blitz aus heiterm Himmel. Jedermann zum 16. in einem Viereck von 18 Kilometer wusste: Napoleon, das bedeutete den Krieg. Länge und Breite und stand zwischen den In Wien wurde ein Vertrag unterzeichnet, in beiden feindlichen Heeren, deren Verbindungslinien bereits bedroht waren. Alle Be- dem die vier Grossmächte England, Russlarid, Oesterreich und Preussen sich ver-1 wegungen waren, dem Kaiser nach iWunsch 0f£ OKKUPATION POLENS 18.5EPT 1939 , .. - >-*o n „- - . DEUTSCH LD. \ x LITAUEN S C H I C K S A L S S T U N D E N E UR 0 PAS WATERLOO ist>— Wie aus Berlin und Moskau berichtet wird — so hat entweder Hitler eine Geste gemacht oder aber Stalin eine Konzession erzwungen. Eins aber ist ganz sicher: den Gjüi nach dieser Kornkammer hat nicht der, der ihn vorhatte, sondern ein anderer getan. gelungen. Es stand ihm frei, dem Feind seinen Willen aufzuzwingen, ihn einzeln zu vernichten. Wieder • einmal schien sein überlegenes Feldherrntalent über den Gegner zu triumphieren. Schon am 16. brachte er Blücher eine schwere Niederlage bei Ligny bei, und der Marschall Ney schlug Wellington am gleichen Tag bei Quatrebras. Blücher verrnochte.den Eindruck der Niederlage durch einen äusserst geschickten Rückzug zu verwischen. Seine Verfolgung nahm der französische Marschall Grouchy auf, dem der Kaiser für diesen Zweck die beträchtliche Streitmacht von 33.000 Mann mit 96 Geschützen zur Verfügung gestellt hatte. Eine Schlacht ist eine dramatische Handlung, und .die Schlacht von Waterloo zweifellos eine der dramatischsten der Weltgeschichte ! Der Kaiser hatte begründete Hoffnung, Wellingtons Heer vollständig zu vernichten. Das musste ihm gelingen, wenn er ihn entscheidend schlagen konnte, bevor die auf dem Rückzug befindliche Armee Blüchers auf dem Schlachtfeld eintreffen konnte. Blücher aber wurde von Grouchy in Schach gehalten. Der Sieg musste also dem Kaiser zufallen. Das Schicksal, entschied jedoch anders. Am 17. Juni regnete es in Strömen; die französischen Truppen biwakierten mitten im Morast. Die Offiziere hielten es für unmöglich, an diesem Tag loszuschlagen, da Artillerie und Kavallerie sich auf den durchweichten Feldern nicht bewegen konnten. Der Tag des 18. brach an. Um 8 Uhr servierte man dem Kaiser das Frühstück. Er äusserte : «Das feindliche Heer ist 4em un- Tlusexe Maurice Gamelin der französische Generalissimus Frankreich hat seit der Jahrhundertwende jederzeit und in jeder Lage militärische Führer von überragenden Fähigkeiten zur Verfügung, gehabt. Mit dem Weltkrieg sind die Namen Joffre, Foch und Gallieni verbunden; später verstand Lyautey es, im kritischen Moment die rebellischen Stämme in Nordafrika nach hartnäckigen Kämpfen nicht nur zu unterwerfen, sondern auch zu pazifizieren und sie durch verständnisvolle Zusammenarbeit zu wertvollen Gliedern des Imperiums zu machen; vor wenigen Monaten ist der 83jährige Marschall Petain bedenkenlos in die Lücke gesprungen als es galt, dem Lande durch die Uebernahme der diplomatischen Vertretung bei der Franco-Regierung einen Dienst zu erweisen. Allen diesen Militärs ist die Anerkennung durch die Republik nicht versagt geblieben; doch gibt es neben den offiziellen Ehrungen ein noch besseres Zeugnis für das Zutrauen und die Achtung, die sie sich kraft ihrer Leistungen bei der breiten Masse erworben haben: Das Prädikat der < Unsrigen». Wenn ein Foch oder Petain im Volk kurzweg « notre Foch » oder « notre Petain » heissen, dann erfahren sie dadurch die höchste Wertschätzung, welche die Nation zu vergeben hat. Schon vor längerer Zeit hat Frankreichs Bevölkerung dasselbe «notre» einem andern Offizier zuteil werden lassen, dem Generalissimus des Heeres und Chef des Grossen Generalstabes Maurice Gamelin, einem heute 67jährigen, etwas untersetzten Mann mit kräftigen Schultern, knappem soldatischem Gehaben und äusserster Bescheidenheit in Kleidung und Lebensführung. Gamelin stammt aus einer jener typischen Soldatenfamilien, wie wir sie in den meisten Ländern mit stehenden Heeren finden, bei denen nicht nur die Lust am Waffenhandwerk, sondern auch die Tradition des soldatischen Geistes auf Sohn, Enkel nnd Urenkel übertragen wird. Sein Urgrossvater war Platzkommandant von Pfalzburg, der Grossvater mütterlicherseits Gouverneur von Strassburg, der Vater Generalkontrolleur der Armee. So ist es eigentlich schon durch die äusseren Umstände gegeben, dass der junge Gamelin die Militärschule von St. Cyr besucht, trotzdem sein Interesse in erster Linie der — Philosophie gilt. Mit 21 Jahren erhält er als neugebackener Unterlieutenant seinen ersten Posten : er wird nach Algier und Tunis versetzt, wo er während drei Jahren geographische und topographische Arbeiten zu leisten hat. Aus jener Zeit stammt seine Lust und Liebe zur Geographie, deren umfassende Kenntnis eine der wichtigsten Grundlagen für seine grossen strategischen Fähigkeiten ist Ṅach Frankreich zurückgekehrt, wird Gamelin Schüler der Ecole Superieure de Guerre, wo. er unter anderen auch Foch zu seinen Lehrern zählt. Er wird zum Hauptmann befördert und dient bei den Chasseurs ä pied in den Vogesen. Im Jahre 1904 tritt eine Wendung in seinem Leben ein, die für