Aufrufe
vor 7 Monaten

E_1939_Zeitung_Nr.075

E_1939_Zeitung_Nr.075

BERN, Dienstag, 26. September-1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 75 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verk ABONNEMENTS-PREISES Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr.. 5 , jährlich Fr. 10.—. Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert. Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.bu. Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.75. Ericheint ]aden Dienstag nnd Freitag Wöchentliche Beilage „Auto - Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse :'Autorevue, Bern Geseh&ttsstelle Zürich : Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 ZEITUNG eressen In dieser schweren, von Kriegswirren erfüllten Zeit müssen nicht nur die Menschen, sondern auch deren Werke bereit sein, um dem Ganzen zu dienen. Bei den Auseinandersetzungen der Völ'ker spielt das zur Verfügung stehende und ersetzbare Material — im weitesten Sinne des Wortes — eine bedeutende, mitunter sogar eine ausschlaggebende Rolle. Speziell die motorische Traktion- hat wichtige Funktionen zu erfüllen. Ein Land, das Angriffshandlungen während längerer Zeit vorbereitet, kann seine Motorisierung und seine Strassen in Richtung des militärischen Endzieles fördern und lenken, es kann den Masseneinsatz von Motorfahrzeugen planmässig präparieren. Ganz anders und in der Regel viel schwieriger gestaltet sich die Heeresmotorisierung für ein auf die strategische Defensive eingestelltes Land, das keinerlei Eroberungsabsichten hegt und sich auf den Schutz der Grenzen konzentriert. Gewisse schweizerische Eigenheiten — wir denken an das Fehlen einer nationalen Personenwagenindustrie, an die Unterschiede in den Ansätzen für die kantonalen Hubraumtaxen sowie an den Streit zwischen Schiene und Strasse — haben das Problem für die Schweiz kompliziert. Wir sind in hohem Masse auf die Requisition ziviler Motorfahrzeuge angewiesen. So hatten am ersten Mobilmachungstag nicht nur die wehrfähigen Männer, sondern auch Tausende privater einige Berührungspunkte zwischen militärischer und ziviler Bereitschaft für alle Zeiten, Eine Rehabilitierung. Autofahrten ins Ausland. Der neue Bundesratsbeschluss über die Treibstoffrationierung. Vorschläge und Auswege. Feuilleton «Der Siedler» S. 5. nicht alle der mobilisierten Fahrzeuge den Minimalanforderungen an Marschbereitschaft und Verkehrssicherheit zu genügen vermochten. weil diese Vehikel ungenügend oder gar nicht gewartet waren. Gewiss hat man Verständnis dafür, dass die meisten Halter, die wohl in der Mehrzahl der Fälle persönlich dienstpflichtig sind, keine Zeit mehr fanden, um das abzugebende Fahrzeug zu waschen oder zu schmieren. Die Motorfahrer wissen solche entschuldbaren Fälle wohl von jenen zu unterscheiden, da ein Fahrzeug offensichtlich längere Zeit der notwendigen Pflege entbehrte. Leider aber musste man wahrnehmen, dass zu viele Fahrzeuge mit mangelhafter Beleuchtung, abgenutzten Pneus, ausgeleierter Lenkung und ungenügend wirkenden Bremsen im Lande herumgefahren sind. Dieses plötzliche unerwartete « Examen > zeigte, dass durch den richtigen Unterhalt die Verkehrssicherheit noch verbessert werden kann. Die Gegenwart fordert volle Bereitschaft des ganzen Landes, und diese Pflicht .erstreckt sich auch auf die Motorfahrzeuge. Man stelle sich vor, dass wir uns zu Evaluationen entgchliessen müssten; da würden auch die nicht Stellungspflichtigen Motorfahrzeuge dringend gebraucht. Jedes Motorrad und jedes Auto aber, das sich nicht in fahrbereitem Zustand befindet, kann den ganzen Apparat beeinträchtigen, und empfindliche Störungen Motorfahrzeuge « einzurücken». Aus demmit schwerwiegenden Folgen werden dann Aufgebot dieser wichtigen Reserven sind nicht ausbleiben, wenn ein zu grosser Prozentsatz des vorhandenen Parkes Mängel in zweifellos schon in kurzer Zeit wertvolle Lehren gesammelt worden. Natürlich können bezug auf die Fahrbereitschaft aufweist. In wir aus naheliegenden Gründen auf die rein einer Beziehung gehen die militärischen und militärischen Fragen, welche sich auf die die zivilen Interessen parallel: Motortraktion beziehen, an dieser Stelle nicht eingehen. Wir möchten lediglich auf auch für den Frieden, hinweisen. Der Wehrmann meldet sich mit vollständiger, gut unterfhaltener persönlicher Ausrüstung, deren Zustand periodisch inspiziert wird. Eine Pflicht, die mit einem Stellungsbefehl versehenen privaten Motorfahrzeuge von Zeit zu Zeit einer Inspektion zu unterziehen, besteht noch nicht. Allerdings ist im Bundesbescbluss betreffend der Förderung armeetauglicher Motorfahrzeuge und in den geplanten Massnahmen betreffend die Maschinen für Motorradfahrerrekruten ebenfalls eine Inspektion vorgesehen. Es dürfte vielleicht zu erwägen sein, ob dieser für die Verkehrssicherheit sehr nützliche Grundgedanke der periodischen Kontrolle auf weitere Fahrzeuge ausgedehnt werden soll. Bereits in den ersten Tagen konnte man nämlich beobachten, dass In dieser Nummer: «*ft tut not Die Fahrzeuge stets in einwandfreiem Zustand zu halten. verbunden werden; der Oelwechsel ist rechtzeitig vorzunehmen. Schon manches Fahrzeug brach zusammen oder nutzte sich zu rasch ab, weil man am falschen Ort, an Oel und Fett sparte. Selbstverständlich darf man diese Schmiermittel jetzt nicht vergeuden, aber zwischen dem Sparen und ausreichender Schmierung ist durchaus ein Kompromiss möglich. Für die reibungslose Abwicklung des Verkehrs sind genau eingestellte, wirksame unerlässlich. Die Mobilisation hat aber gezeigt, dass Fahrzeuge mit absolut ungenügender Bremsverzögerung zirkulieren. Das gleiche gilt sinngemäss auch für die BELEUCHTUNG. Stcaisoxische Zmischeneeqelunq. (u* die Zeit »cm 16. Oktale* Ms 15. Tfovem&e*. Endgültige (Regelung je*fo£gt zcst ab 16. TlooentAec, und auxa* xuif. de* (Basis jünex zmeckmassigen Abstufung, Mach dec Wichtigkeit dec Jöahxzeuge Jäx die (Bedürfnisse de* Wirtschaft und Jfüc die Sicherung de* Existenz tum. (BeQUe&en und Einzelpersonen. — Qewäh*ung zntöhtex zusätzliche* !B*ennstaffmengen lü* diese JCategatUn iHHgesehen. War die Dauer des gegenwärtigen Systems der Brennstoffrationierung ursprünglich bis 15. Oktober bemessen, so hat es sich inzwischen gezeigt, dass es aus Gründen, auf welche die zuständigen Stellen unserer kriegswirtschaftlichen Behörden keinen Einfluss haben, unmöglich sein wird, die definitive Regelung ab 16. Oktober in Kraft zu setzen. Unter diesen Umständen entschloss man sich massgebendenorts dazu, das heutige Provisorium bis zum 15. November zu verlängern, wobei die Motorfahrzeugbesitzer allerdings mit der Eventualität einer weiteren Kürzung der bisherigen Brennstoffrationen (25 resp. 35 Liter) zu rechnen haben. Selbstverständlich aber bleibt auch dabei jenes Ventil erhalten, das mit der Bewilligung zusätzlicher Quantitäten geschaffen wurde, ja es soll, soweit die Importlage es gestattet, wenigstens für jene Fahrzeuge noch weiter geöffnet werden, deren Betrieb einem nachweisbaren wirtschaftlichen Bedürfnis oder der Sicherung der Existenz ihres Besitzers dient. Diese Frage hängt jedoch, wie angedeutet, mit der Sicherstellung der Brennstoffzufuhr Wenn es gegenwärtig manchmal Soh' keiten bereiten mag, Reparaturen nbd S dienst für nicht requirierte Fahrz»ge sorgen, so kann hoffentlich damiÄge werden, dass auf den Winter hin Gafjig« Werkstätten mit beurlaubtem Pe Arbeit warten. Da gleichzeitig der torfahrzeugverkehr wegen der T rationierung eine Einschränkung erfaftrt, ist der Zeitpunkt für die Kontrolle und Instandsetzung der Fahrzeuge gar nicht so ungünstig, zumal in der Regel kleinere Arbeiten vorzunehmen sein dürften, die das Fahrzeug nur für kurze Zeit ausser Betrieb setzen. In erster Linie sei betont, dass die Fahrzeuge stets sauber gehalten werden sollen. Alter und dicker Schmutz erfordert nicht nur einen grösseren Aufwand für die Reinigung, sondern er ist mitunter direkt gefährlich, da unter seiner Kruste der Rost das Metall frisst. Mit der Waschung soll gleichzeitig eine GRÜNDLICHE SCHMIERUNG BREMSEN Sehr oft lässt die Einstellung der Scheinwerfer zu wünschen übrig. Da sich die Lampen durch die Erschütterungen etwas in ihrer Lage verschieben können, empfiehlt sich ebenfalls eine periodische Untersuchung der Scheinwerfer. Bei der Ueberprüfung der Beleuchtungsanlage sehe man die Kabel nach und ersetze schadhafte Leitungen — ein Kurzschluss in dunkler Nacht ist sehr unangenehm, überdies kann er Brände verursachen. Der Batterie, welche gerade jetzt im Herbst Schwerarbeit zu leisten hat, gönne man eine ausreichende Pflege, fülle rechtzeitig destilliertes Wasser nach und schliesse, sobald als notwendig, den Akku an eine stationäre Ladeanlage an. In diesem Zusammenhang soll man auch kontrollieren können, ob die Dynamo richtig lädt, denn sie muss für den Winterbetrieb oft anders eingestellt werden, um die Batterie während der Fahrt genügend zu speisen. (Fortsetzung Seite 2.) Wie gestaltet sich die Brennstoffrationierung weiter? (Siehe dazu auch den eben veröffentlichten Bundesratsbeschluss auf S. 3 dieser Nummer.) zusammen, worüber die Verhandlungen mit dem Ausland noch laufen, deren Aussichten aber heute etwas günstiger beurteilt werden dürfen. Wie die Erfahrungen mit der Durchführung der Brennstoffrationierung durch die Kantone erkennen lassen, wurde diese, was die Zuteilung zusätzlicher Mengen anbetrifft, sehr ungleichmässig und verschieden gehandhabt. Legten die einen dabei strenge Maßstäbe an und hielten sie mit der Erteilung von Sonderbewilligungen zurück, so verfuhren andere mit einer Grosszügigkeit, die, weil in einer Situation wie der gegenwärtigen unangebracht, nicht länger geduldet werden konnte. Für die Zeitspanne vom 16. Oktober bis 15. November wird deshalb die Aushändigung von Bewilligungen für erhöhte Rationen in der Hand des eidg. Amtes für Kraft und Wärme in Bern zentralisiert, damit diese Stelle nicht weiter in die Lage kommt, erleben zu müssen, wie ihre Pläne durch eine vielleicht gutgemeinte, aber zu weitgehende Generosität der Kantone durchkreuzt werden. Schluss Seite 2. der Benzinpreis. rt/mrfonv/Jic i 1~i /TOIO {/