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E_1939_Zeitung_Nr.075

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achte, fiel aber die Möglichkeit dahin, das bisherige Preisniveau noch weiter zu halten. Im Moment, da der gesamte motorisierte Strassenverkehr mit Rücksicht auf die unabweisbaren Notwendigkeiten unserer Versorgungslage starke Einschränkungen erleidet, trifft 'die Preissteigerung auf den Brennstoffen unsere Wirtschaft, vor allem das Autogewerbe, um so schwerer. Eine neuerliche Verschärfung der ohnehin schon drückenden Existenzsorgen hier und eine Verteuerung der Transporte und damit der Lebenshaltung dort wird die Folge sein. Mag auch der Aufschlag auf 50 Rappen den mit dem cBrennstoffhaushalt» unseres Landes betrauten Stellen insofern nicht unwillkommen sein, als er zur vermehrten Sparsamkeit zwingt, so verschärft er gleichzeitig doch die Gefahr einer Katastrophe, welche dem Autogewerbe und den mit ihm verbundenen Branchen droht. Um so gebieterischer erhebt sich deshalb für jeden Automobilisten die Pflicht, diesen Wirtschaftszweig dadurch über Wasser halten zu helfen, dass er seinen Wagen jetzt zur Kontrolle und zur Vornahme von Reparaturen in die Garage gibt, ein Akt der Solidarität, wovon ein Artikel an anderer Stelig dieser Nummer ausführlicher handelt. Das «Einer für alle, alle für einen» soll und darf auch hier nicht bloss Motto für Festreden bleiben. War das nicht eine Rehabilitierung des Autos? Der Tag der Interpellationen im Nationalrat. Solange wir uns der Gesundheit erfreuen, betrachten wir diesen Zustand als selbstverständlich. Erst wenn sie uns verlässt, fangen wir an zu merken, was für ein unersetzliches Gut wir damit verloren. Dass es uns mit dem Automobil aufs Haar gleich geht, haben die Wochen seit der Mobilmachung mit einer Eindringlichkeit gelehrt, die in manchen Fällen geradezu schmerzte. Ein Teil unserer Wagen ist nicht mehr da. « Eingerückt >, requiriert für den Heeresdienst. Vier Wochen sind seither verstrichen, eine kurze Spanne Zeit nur — und doch mehr als genug, um uns zum Bewusstsein zu bringen, wie unentbehrlich das Auto für uns geworden ist und was wir damit eingebüsst haben. Jetzt erst vermögen wir voll und ganz zu ermessen, was es dem Einzelnen und damit der Wirtschaft unseres Landes bedeutet. Und der « Tag der Interpellationen » im Nationalrat lieferte die Bestätigung dafür, wie stark die Einsicht in die Funktionen des Motorfahrzeugs als eines der wichtigsten Träger unseres wirtschaftlichen Wohlergehens landauf, landab, in allen Kreisen des Volkes wurzelt. Einem roten Faden gleich zog sich durch die Fragen und Anregungen fast sämtlicher sieben Interpellanten u. a. auch der Wunsch nach vermehrter Rückführung mobilisierter Motorfahrzeuge ins zivile Leben. Wie ein Refrain kehrte er wieder und überall wob sich in dieses Begehren die Erkenntnis, dass eine solche Massnahme mit dazu angetan sei, die erschütterte Wirtschaftsfront im Innern zu stärken und die Maschinerie, die sich vom Schock des Uebergangs zur Kriegswirtschaft noch nicht erholt, wieder in Gang zu setzen. Nicht unerwähnt möge in diesem Zusammenhang eine der Forderungen N'ationalrat Duttweilers bleiben, weil sie neue Wege und bisher noch nicht ausgeschöpfte Möglichkeiten weist: Die Sicherung der Zufuhren aus dem Ausland durch Vorbereitung einer Autotransportorganisation für den Fall der Zerstörung der Bahnen. Konnte auch Bundespräsident Etter in seiner Antwort nicht den ganzen umfangreichen Strauss der Anfragen und Vorschläge Punkt für Punkt durchgehen, trat er auch nicht näher auf das uns besonders interessierende Problem einer Lockerung der Requisition ein, so darf man seine Zusicherung, die Armee werde sich der Notwendigkeiten der Wirtschaft nicht verschliessen, doch, wie wir hoffen, in dem Sinne deuten, dass die militärischen Instanzen auch eine vermehrte Dispensation « eingezogener > Automobile, soweit sie sich mit unserer Wehrbereitschaft in Einklang bringen lässt, als eine dieser Notwendigkeiten anerkennen. Wir Automobilisten hätten bisher — und das keineswegs zu Unrecht — Anlass gehabt, unsere Nationalhymne abzuwandeln und umzudichten In «Rupft dich dein Vaterland». Mit um so »rösserer Genugtuung registrieren wir die vorher nie gesehene Einmütigkeit, womit bei der « Fragestunde» Im Schosse des Nationalrates die Redner fast sämtlicher Fraktionen eine Lanze für unsere Sache brachen. Das war nicht mehr und nicht weniger als eine Rehabilitation des Automobils. Spät kam sie, in einem Moment, da unsere Wirtschaft Not leidet. Doch sie kam. Und ob es damit in Zusammenhang steht oder nicht — Tatsache ist jedenfalls, dass das Armeekommando letzter Tage bekanntgab, es werde wieder eine grössere Anzahl requirierter Lastwagen entlassen können. Sparsam fahren ist heute die Pflicht eines Jeden Motorfahrzeugbesitzers. Dazu ist nötig: 1) Kolben und Ventile in gutem Zustand; genaue Einstellung von Zündung und Vergaser; Sauberkeit von Kerzen, Explosionskammer und Auspuffrohr. 2) Vergaser von erstklassiger Qualität. 3) Gute Schmierung, Qualitätsöl, richtiger Reifendruck, richtig eingestellte Bremsbacken, richtig funktionierender Thermostat. 4) Absolut dichte Benzinleitungen. 5) beim Fahren : mittlere, möglichst gleichbleibende Geschwindigkeit, Vermeidung von stossweisen Beschleunigungen und plötzlichem Bremsen. 6) Soviel wie möglich im direkten, im Schnellgang, im Spargang oder im Freilauf fahren ! 7) Im stehenden Wagen den Motor abstellen. Technischer Dienst des A.C.S. um nun eine solide Basis für die Ermittlung dieser zusätzlichen Mengen zu gewinnen, sind die automobilistischen Organisationen, ACS und TCS, von den Behörden zur Mitarbeit herangezogen worden, wobei man sich von der Auffassung leiten Hess, dass die Clubs eher imstande seien, zu beurteilen, in welchen Fällen den Gesuchen um Gewährung von Zusatzrationen entsprochen werden soll. An die Mitglieder der beiden Verbände ist darum, wie aus dem weiter unten veröffentlichten Rundschreiben des ACS erhellt, die Aufforderung ergangen, ihre Anmeldungen für die von ihnen benötigten zusätzlichen Mengen an die Zentralverwaltung zu richten, welche das eingehende Material verarbeitet und an die Sektion Kraft und Wärme weiterleitet. für Selbstverständlich muss dazu auch jenen Automobilisten, die keinem Club angehören, die Möglichkeit geboten werden, Zusatzbescheinigungen zu verlangen. An welc ; '~ Stelle sie ihr Begehren zu adressieren laben, darüber liegt ein Beschluss der kompetenten amtlichen Organe noch nicht vor, doch hoffen wir, in der nächsten Nummer unseres Blattes mit genauen Angaben aufwarten zu können. Auf Grund des angemeldeten Bedarfs wird dann von Fall zu Fall entschieden, welches zusätzliche Quantum der Gesuchsteller erhält. Was für die Mitglieder der Clubs, gilt natürlich auch für die übrigen Automobilbesitzer : Uebersetzte Ansprüche hätten lediglich zur Folge, dass der Betreffende bei der weiteren Zuteilung von Brennstoff ungünstiger behandelt wird. Neben dieser Verlängerung der provisorischen Treibstoffrationierung bis zum 15. November nehmen die zeitraubenden Vorbereitungen für die definitive Regelung, welche vom 16. November an das vorläufige Regime ablösen soll, ihren Fortgang. Das Fundament des endgültigen Systems bildet eine Umfrage bei sämtlichen Motorfahrzeugbesitzern der Schweiz, die vom 2.—7. Oktober läuft und wofür der Fragebogen an sämtlichen Postsohaltern bezogen werden kann. Worüber Sie dabei Red und Antwort zu stehen haben? lieber Ihre Personalien, über Ihren oder Ihre Wagen (Marke, PS, Jahrgang, Gewicht usw.), über Art, Umfang und Zweck der von Ihnen beabsichtigten Fahrten, über das für geschäftliche Fahrten unerlässliche Benzinquantum pro Monat usw. — kurz, die Erhebung bezweckt die Feststellung der Gattung und Intensität des Automobilbetriebs jedes Einzelnen und jedes Unternehmens, um gestützt darauf den künftigen Benzinbedarf beurteilen und die Rationierungsinethode entsprechend aufbauen zu können. Unverzügliche, vollständige und wahrheitsgetreue Ausfüllung des Fragebogens ist deshalb Pflicht gegnüber sich selbst und den andern. Sollte die weitere Entwicklung der Einfuhrverhältnisse, die sich nach politischen Faktoren bestimmt, die Brennstoffabgabe an sämtliche Automobilisten nicht erlauben, dann würden bei der definitiven Losung des Ratlonleruingsproblems vorweg jene Fahrzeuge Berücksichtigung finden, deren Betrieb der Befriedigung eines für unsere Wirtschaft lebenswichtigen Bedürfnisses oder der Sicherung der geschäftlichen Existenz ihres Eigentümers dient. Dass diesen Personen und Unternehmen bei der Brennstoffzuteilung der Vorrang gebührt, falls der Import nicht für alle ausreichen sollte, leuchtet ein. Tatsächlich werden denn auch die Automobilisten auf der Grundlage des durch die Umfrage gesammelten Materials in folgende vier Kategorien gegliedert: 1. Fahrzeuge, welche im Dienste absolut lebenswichtiser Betriebe stehen (Wirtschaft, Landesverteidigung, Volksgesundheit etc.). 2. Wagen, welche für die Privatwirtschaft absolut unerläselich, d. h. für die Existenz und die AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 26. SEPTEMBER 1939. — N° 75 Wie gestaltet sich die Brennstoffrationierung weiter? (Schluss von Seite 1.) Rentabilität der Wirtschaftszweige, die eich ihrer bedienen, von primärer Notwendigkeit sind (z. B. für die Privatwirtschaft wichtige Gewerbe und 1 Handelstfinternehmungen usw.). 3. Wagen, die für die Privatwirtschaft zwar sehr wertvoll sind, deren Vorhandensein für den einzelnen Betrieb jedoch nicht eine unbedingte Lebensnotwendigkeit darstellt. 4. Wagen, die nur in geringem Masse oder gar nicht für die Erfüllung von Wirtschaftsauifgaben benützt werden. Je nach der Gestaltung der Importlage erscheint es nun nicht als ausgeschlossen, dass die 4. Kategorie bei der Einführung der endgültigen Rationieruns mit leeren Händen ausgeht. Es ist bitter, das sagen zu müssen, aber man kommt nicht darum herum, sofern man es vermeiden will, einem unangebrachten Optimismus Vorschub zu leisten. Lässt sich's gegebenenfalls schon nicht anders einrichten — so lautet dabei das Leitmotiv — dann lieber jetzt, beim Heranrücken der Wintersaison diese Art von Verkehr eindämmen, um ihm im Frühjahr die Zügel etwas stärker freigeben zu können. Im übrigen jedoch soll die Regeluns elastisch bleiben, damit sie immer wieder, Monat um Monat, den jeweiligen Verhältnissen im Gebiete der Zufuhr angepasst werden kann. Beabsichtigt ist dabei ferner eine Abstufung nach den Wagengr5ssen, tind zwar sowohl bei rten normalen wie bei den zusätzlichen Treibstoffmengen. Bis zum 7. Oktober spätestens sind also die ausgefüllten Bogen dieser zweiten Rundfrage an die Behörden zurückzusenden. Die Sichtung der Unterlagen erfolgt durch das eidg. Statistische Amt in Zusammenarbeit mit den Verbänden, eine Prozedur,, welche die beste Gewähr für eine materiell richtige Beurteilung der eingegangenen Antworten und eine entsprechende Behandlung der gestellten Begehren in sich schliesst Auch hier trägt es nichts ab, sich etwa durch unrichtige oder lückenhafte Angaben oder durch Aufbauschung ein «Vörtelchen» ergattern zu wollen... es sei denn eine saftige Strafe. Und nun? Soll man den Wagen jetzt aufbocken und ihn in Winterschlaf sinken lassen ? Die Ungewissheit, worin sich die Zukunft hinsichtlich der Sicherstellung unserer Brennstoffeinfuhr hüllt, gestattet auf diese Frage weder ein glattes Nein noch ein rundes Ja. Machen wir uns indessen nichts vor: die Behörden können keineswegs versprechen, dass es ihnen gelingen wird, weiterhin ein gewisses Quantum Brennstoff auch für jene Wagen zu erübrigen, die weder für die allgemeine Wirtschaft noch für die Ausübung der Berufstätigkeit ihres Besitzers erforderlich sind. In Anbetracht dieser Sachlage müssen wir es den Besitzern von Fahrzeugen, welche nur für touristische Zwecke Verwendung finden, selbst überlassen, zu entscheiden, ob der Wagen eingestellt werden soll oder nicht. Bessere Perspektiven dagegen eröffnen sich für jene, die auf den Wagen als Mittel ZUT Erhaltung ihrer Existenz angewiesen sind; weil bei der künftigen Brennstoffrationierung in erster Linie auf sie Bedacht genommen wird, brauchen sie sich über das Dilemma «Stillegen oder nicht» den Kopf weniger zu zerbrechen. Im übrigen geben wir hier das bereits erwähnte Rundschreiben des ACS an seine Mitglieder wieder; der Aufklärung unserer Leser über die zur Zeit sich erhebenden Probleme kann es nur förderlich sein. 1. EINSTELLUNG VON WAGEN, DIE AUS- SCHLIESSLICH ODER VORWIEGEND TOURI- STISCH BENUTZT WERDEN. «Auf Grund eingebender Besprechungen mit der Sektion für Kraft und Wärme des Eidg. Kriegs- Industrie- und -Arbeiteamtes müssen wir mitteilen, dass noch nicht feststeht, ob inskünftig für die nicht geschäftlich oder beruflich benötigten Wagen in einigermassen ausreichendem Umfang Benzin freigemacht werden kann. Selbstverständlich kommt allen Wagen, die wirtschaftlichen Zwecken dienen, der Vorrang zu; bei allfälligen Importschwierigkeiten müsste der Bedarf für alle ausschliessllch oder vorwiegend touristisch verwendeten Fahrzeuge zurücktreten. Unter diesen Umständen und angesichts der zu Ende gehenden Reisesaison empfehlen wir unsern Mitgliedern, eich zu überlegen, ob sie nicht von den Vorteilen einer Stillegung solcher Wagen profitieren wollen. Richtigerweise wird dies« Stillegung auf Ende dieses Monats vorgenommen, damit für das letzte Quartal 1939 die Versicherungs- Sistierungsrabatte*) sowie die in verschiedenen Kantonen gewährten Steuerrückvergütungen beansprucht werden können. Requirierte Fahrzeuge sind als stillgelegt zu behandeln; dementsprechend eind auch^ für sie die genannten Rückvergütungsansprüche zu erheben. » (Folgt der Ratschlag, im Falle der Stillegung die kant. Motorfahrzeugkontrolle einerseits und die Versicherungsgesellschaft anderseits zu benachrichtigen, um die Steuer-Rückvergütung resp. die Versicherungß-Sistierungsrabatte in Anspruch nehmen zu können. Red 1 .) 2. BRENNSTOFF-RATIONIERUNG. «Wie uns die Sektion für Kraft und Wärme weiter mitteilt, ist es ihr aus zwingenden Gründen unmöglich, schon ab 16. Oktober ein definitives Rationierungssystem in Kraft zu setzen. Vielmehr muss für die Zeit vom 16. Oktober bis 15. November die gegenwärtige provisorische Lösung verlängert werden. Nach wie vor können jedoch von d'er Sektion für Kraft und Wärme (Gruppe flüssige Brennstoffe) auf Grund eines nachgewiesen dringenden wirtschaftlichen Bedürfnisses Zhisatzbescheinigungen bezogen werden. Um eine allgemeine interne Orientierung über die beruflich absolut notwendigen Wagen zu erhalten, ersuchen wir sämtliche Mitglieder, die aus geschäftlichen oder beruflichen Gründen ihre Wagen weiter benützen müssen, uns sofort mitzuteilen, welches Quantum sie für die Zeit vom 16. Oktober bis 15. November benötigen (wozu ein zweites Formular auszufüllen ist: Red.). Bei dieser Schätzung darf nur das unbedingt erforderliche Minimum angegeben werden; übertriebene Anmeldungen würden nicht nur die reibungslose Abwicklung der Zuteilung erschweren, sondern sie wären auch von vornherein zwecklos. Automobilisten, die sowohl Mitglieder d"es ACS und des TGS eind, dürfen ihren Bedarf nur bei einem Club anmelden. — Die Zentralverwaltungen des AGS und des TGS werd'en dag gesamte Material gemeinsam verarbeiten und der Sektion für Kraft und Wärme als Unterlage für die zusätzlichen Zuteilungen übergeben. Die genannten Anmeldungen gelten nur für die Zeit vom 16. Oktober bis 15. November; sie dürfen nicht verwechselt werden mit einer Umfrag« bei sämtlichen Automobilisten, die in der Zeit vom 2.—7, Oktober durchgeführt wird. Diese Umfrage dient als Grundlage für das ab 16. November in Kraft tretende definitive Ratiotiierungssystem. Die Fragebogen können, wie durch Plakate, Mitteilungen in der Tagespresse und am Radio mitgeteilt werden soll, bei sämtlichen Postbureaux bezogen werden. » Zum Schluss noch zwei Worte über das, was bei der Stilleguna vorzukehren Ist: sofortige Rückgabe der Nummernschilder an die kantonale Automobilkontrolle, damit allfällige Steuerrückvergütungen beansprucht werden können und unverzügliche Meldung der Wageneinstellung an die Versicherungsgesellschaft zur Erlangung des Sistierungsrabattes. ) Wer allfällig beabsichtigt, seinen Versicherungsvertrag auf Ende dieses Jahres zu kündigen, wird dies mit Vorteil gleichzeitig mit der Mitteilung über die Stillegung tun. Die Frage einer allfälligen Kündigung d'er Haftpflichtversicherung ist jedoch in jedem einzelnen Fall sehr sorgfältig zu prüfen, da zumeist ein Interesse bestehen wird, eine btgonnene Reihe von schadenfreien Jahren nicht zu unterbrechen. Zwischen den Clubs und den Versicherungsgesellschaften besteht nämlich die Vereinbarung, das« auch nach einer Sistierung bei der j Festsetzung der Rückvergütungen die frühem scha- I denfreden Jahre angerechnet werden. Autofahrten ins Ausland. Trotz den Kriegszeiten kommen auch die schweizerischen Automobilisten um die Vornahme von Auslandsfahrten nicht ganz herum. Wohl hat Frankreich seine Grenzen nun seit mehr als 20 Tagen dem Autoverkehr vollständig geschlossen und lässt nur noch Angehörige des diplomatischen Korps und französische und englische Mobilisierte passieren. Selbst der Transport der Autos per Eisenbahn von Genf nach Bellegarde, der gegen Bezahlung von 60 franz. Fr. möglich gewesen wäre, wurde wieder abgestellt. Wenn so auch Frankreich aus dem Bereich der Möglichkeit für Auslandsfahrten per Auto ausgeschieden ist, so gilt dies nicht für Deutschland und Italien, die ihre Tore immer noch offen halten, wenn auch der Visumzwang, den ja Frankreich als erstes Land eingeführt hat, gewisse Einschränkungen geschaffen hat. Dabei sei besonders hervorgehoben, dass die deutschen Konsulate Visas für Reisen, die nicht geschäftlichen, sondern privaten, persönlichen Zwecken dienen, nicht mehr erteilen. Diesen noch möglichen Auslandsautofahrten stellen sich nun aber von schweizerischer Seite gewisse Hindernisse entgegen. Bekanntlich besteht seit Kriegsausbruch ein Ausfuhrverbot für Motorfahrzeuge, das auch für nur vorübergehende Ausreisen Geltung hat. Gestattet ist nur ein Auslandsaufenthalt von maximal 48 Stunden im Rayon des kleinen Grenzverkehrs, während für alle länger dauernden Reisen die Bewilligung der Sektion Ein- und Ausfuhr des Eidg. Volkswirtschaftsdepartementes eingeholt werden muss. Diese Amtsstelle prüft jeweils im Einvernehmen mit den militärischen Behörden, ob den einzelnen Gesuchen Folge zu geben ist, resp. ob die Reißen gerechtfertigt sind. Durch die Einschränkung des Motorfahrzeugverkehrs werden die Gefahren der Strasse nicht vermindert, sondern erhöht. Deshalb : Seid jetzt noch vorsichtiger ! A.C.S. Wenn auch die Absicht, eine Verstellung von Automobilen ins Ausland, welche den Interessen unserer Landesverteidigung zuwiderlaufen würde, nicht nur verstanden werden kann, sondern auch durchaus Billigung verdient, so rechtfertigt es sich doch wohl, einen Unterschied zu machen zwischen blos-s vorübergehenden Auslandsreisen, für die nicht nur aus geschäftlichen, sondern auch aus persönlichen Gründen ein Bedürfnis vorhanden sein kann. Die Einreichung eines Gesuches nach Bern und die damit verbundenen Zeitverluste erschweren nun aber die Auslandsfahrten, so dass sich der Wunsch nach einem vereinfachten Verfahren nicht ohne weitere3 von der Hand weisen lässt. Es sollten regionale, wenn nicht kantonale Stellen bezeichnet werden, welche für die Beurteilung solcher Gesuche zuständig sind. Sie dürften eher in der Lage sein, beurteilen zu können, ob solche Auslandsfahrten bewilligt werden sollen, resp. ob die vorgebrachten Gründe berechtigt sind oder ob die Möglichkeit und Gefahr einer dauernden Verbringung des Fahrzeugs ins Ausland besteht und daher die Bewilligung verweigert werden soll. V fBeveitscfiatt tut not Schluss von Seite 1. BENZIN ist in Kriegszeiten ein kostbarer Stoff, und diese Kostbarkeit macht sparsamen Verbrauch zur Pflicht. Die Gebote, welche es dabei zu beachten gilt, finden sich an anderer Stelle der vorliegenden Nummer zusammengetragen. Im übrigen beabsichtigten wir, noch ausführlicher darauf zurückzukommen. Abgesehen von diesen summarisch erwähnten technischen Vorkehren wird der Benzinverbrauch hauptsächlich durch DIE FAHRWEISE bestimmt. Ein gleichmässiges, flüssiges Fahren ohne schroffe Uebergänge ermöglicht die beste Ausnützung des Brennstoffes. Scharfes Bremsen kommt einer Vernichtung überflüssig erzeugter Energien gleich, ja es kann sogar eine Verschleuderung des Treibstoffes bedeuten, ganz abgesehen davon, dass es auch die Reifen und die Bremsbeläge sehr stark beansprucht. Bei gleichmässiger Fahrt werden auch die Reifen geschont. Da die Motorfahrzeugbesitzer alle, auch kleinere Ausbesserungen durch Werkstätten besorgen lassen, schenken sie dem von der Fabrik mitcelieferten WERKZEUG nicht immer die gebührende Aufmerksamkeit. Die Stellungspflichtigen Fahrzeuge sollten mit einem Minimalsatz von Werkzeugen ausgerüstet sein. Leider lehrten die Beobachtungen, dass das Kapitel «Werkzeug» noch allerhand zu tun übrig lässt. Entweder fehlte es ganz oder teilweise oder es befand sich in schlechtem Zustand. Wie das ganze Fahrzeug, so sollte auch das Werkzeug mindestens stets sauber und gebrauchsbereit gehalten werden. Man bewahre es in einer staubdichten Kiste oder einer Ledertasche auf. Spezialschlüssel führe man stets an Bord mit, Platz dürfte sich schon finden lassen. Schliesslich kann es ja vorkommen, dass das Personal der «Stammgarage» im Dienst steht, so dass nur der Ausweg bleibt, eine andere Werkstatt aufzusuchen, welche nicht über die Spezialeinrichtungen verfügt. Ohne die passenden Schlüssel sieht sich aber auch der beste Mechaniker ausserstande, die Organe auseinanderzunehmen. Die Anfertigung von Spezialwerkzeug aber kostet Zeit, und das Material könnte anderweitig besser verwendet werden. Um sich vor unangenehmen Ueberraschungen zu sichern, tut man gut daran, das notwendige Werkzeug sowie. einige Ersatzteile (Kerzen, Birnen, Sicherungen, Ventilfedern usw.) stets an Bord mitzuführen. Zu allen Zeiten sollen nur betriebssichere Fahrzeuge im Verkehr stehen. Kleinere Schäden sind sofort zu beheben, denn lässt man sie stehen, so geht es wie mit den Zähnen: die Löcher werden grösser. Und die Rechnungen auch! Die gegenwärtige Lage bringt uns die Notwendigkeit ständiger Bereitschaft eindringlich zum Bewusstsein. Periodische Kontrolle und einwandfreie Pflege der Fahrzeuge tragen von der technischen Seite her viel zur Förderung der Verkehrssicherheit bei. Betriebsbereite Fahrzeuge bilden aber auch einen wichtigen Faktor der Landesverteidigung.

N° 75 — DIENSTAG, 26. SEPTEMBER 1989. AUTOMOBIL-REVÖE Ä Betrachtungen zum Tage Folgen der Niederhaltung des Automobils. Solidarität tut not und heisst heute für den Automobilisten, seinen Wagen kontrollieren zu lassen. Es lässt sich nicht leugnen, d'ass die Einsicht in die Bedeutung der Motorisierung, der zivilen wie der militärischen, bei unsern Behörden nur sehr langsam durchgedrungen ist. Starke Einflüsse von deT Bahnseite her hatten und haben dtaibei auch heute noch ihre Hand im Spiel. Man braucht ja bloss die Erinnerung an die heftigen Auseinandersetzungen und Kämpfe aufzufrischen, deren es bedurfte, um dem Automobil seinen Platz an der Sonne zu sichern. Erst in den allerletzten Jahren erlebten wir eine gewisse Wendung zum Bessern, als die Anneevertreter das Gewicht ihrer Stimme zugunsten des motorischen Straßenverkehrs in die Waagschale warfen. Aber so im Handumdrehen lässt sich die Lage eines derart wichtigen Wirtschaftszweiges — eine Lage, die sich als das Ergebnis jahrelanger Zurückbindung des Motorfahrzeugs herauskristallisiert hat — nicht ändern. Und mit der Feststellung, dass die Requisition der Lastund Lieferwagen, ja auch der Personenwagen ein fühlbares Hemmnis unseres Wirtschaftslebens bedeutet, spricht man etwas aus, das sich jedem Blicke sichtbar darbietet. Zwar hat der Bundesrat im Laufe der vergangenen Monate Massnahmen nach Seiten ergriffen, um die verschiedenen Haltung erhöhter Brennstoffreserven sicherzustellen. Allein auch dazn braucht es Zeit. Die Erstellung von Lagertanks, die Schaffung weiterer Möglichkeiten zur Aufspeicherung von Vorräten und die Lösung der Transportproblem« — all das will Weile haben. Ganz abgesehen d'avon, dass die Frage der Anlage von Vorräten immerhin auf erheblich grössere Schwierigkeiten etösst, als es auf den ersten Blick den Anschein erwecken könnte. Nicht nur die Einrichtungen verschlingen Geld; hinzu kommen die Kosten des Brennstoffs selbst, die, wie man sich an dten Fingern abzählen kann, rasch ins dicke Tuch gehen. Daneben ruft eine weitere Seite der Angelegenheit nach Abklärung : die Frage der Aufbewahrung des Brennstoffs. Denn dieses heute ganz besonders kostbare Nass verflüchtigt sich sehr leicht, um so leichter, je besser seine Qualität ist. Keine Gesellschaft übernimmt jedoch die Garantie für die Haltbarkeit ihrer Brennstoffe über eine Dauer von 6 Monaten hinaus. Im Gegenteil, diese Frist verkürzt sich noch für die qualitativ besonders hochstehenden Treibstoffe. Das Problem gibt somit allerhand Knaciknüese auf und es hiesse in die falsche Kerbe hauen, wollte man kurzerhand die Behörden anklagen. Was ihnen allenfalls vorgeworfen werden könnte, wäre einzig die Unterlassungssünde, dass sie die Regelung der Fragen der Verteilung und Rationierung des flüssigen Brennstoffs nicht ebenso rechtzeitig an dde Hand genommen haben wie jene der übrigen lebenswichtigen Warengattungen. Und wenn man darüber vielleicht hier und dort ein gewisses Missbehagen empfindet, dann mag es nicht ganz ohne Grund geschehen. Tatsächlich gibt man im Bundeshaus atich zu, die Vorbereitung der Benzinfrage habe nach dieser Seite hin den einen und andern Wunsch offen gelassen. Grundsätzlich müssen unsere Lager mit Rücksicht auf die Möglichkeit einer Verwicklung unseres Landes in den Krieg ständig gefüllt bleiben. Für den zivilen Verkehr stehen, damit lediglich jene Mengen zur Verfügung, die wir über den normalen Bedarf der Armee hinaus einzuführen imstande sind. Wie sich die Dinge hier gestalten werden, lässt sich gegenwärtig nur schwer übersehen. Immerhin darf kein Mittel unversucht bleiben, um die Zuteilung grössereT Brennstoffmengen zu erreichen, denn andernfalls würde die Gefahr einer Lähmung wichtiger Glieder unseres Wirtschaftskörpers —< wir denken da vor allem an die Hotellerie, das Autogewerbe und den Autohand)el — unaufhaltsam näher rücken. Heute schon tragen sie schwer genug an der Schrumpfung des motorischen Strassenverkehrs. Auch dem Automobilisten erwächst heute tine Pflicht. In Tatenlosigkeit verfallen darf der Automobilist heute freilich nicht. Für ihn erheben sich da gewisse Pflichten, mit dteren Erfüllung er nur sein ureigenstes Interesse wahrnimmt Keiner von denen, die sich gezwungen sehen, den Fahrbetrieb einzuschränken oder ihren Wagen stillzulegen, lasse die Gelegenheit aus, ihn zum Garagisten, zum Karossier, zum Maler usw. in die Kur zu bringen. Heute erscheint der Moment dazu als gegeben. Denn schliesslich unterliegt ein schlecht gepflegter Wagen nicht nur beschleunigter Entwertung, man riskiert obend'rein, dass er seinen Dienst versagt, wenn er wieder in Tätigkeit treten soll. Nützen Sie also die Zeit • Sie üben damit freund'eidgenössisohe Solidarität gegenüber dem Gewerbe und; zugleich erweisen Sie sich selbst einen Dienst, wenn Sie Ihr Fahrzeug jetzt auf Herz und Nieren untersuchen und ihm jene sorgliche Behandlung angedeihen lassen, deren es bedarf. Wobei Sie im Bewusstsein leben können, das Ihrige zur Schaffung eines erträglichen modus vivendi in einer Situation beigetragen zu haben, die — so hoffen wir — bald einer Wiederbelebung von Handel und Wandtel Platz macht. Sfrassen und Verkehr Wettbewerb « Die Verkehrssünder werden aufgeschrieben!» An dem vor einiger Zeit ausgeschriebenen Wettbewerb hat sich die Schweizer Jugend aus allen Landesteilen sehr zahlreich beteiligt. Vor allem sind sehr viele richtige Lösungen eingegangen, teilweise sehr schön ausgeführt und illustriert. Leider muss die Preisverteilung vorläufig verschoben werden, weil die Veranstalter in den Grenzdienst einrücken mussten. Also, liebe Kinder, habt Geduld, das Velo und die andern schönen Preise werden ihren Gewinnern nicht verlorengehen! Schweiz. Beratungsstelle für Unfallverhütung. I VacscMäge und Auswege uemeinschaftsfahrten. Die gegenwärtige Rationierung des Brennstoffs sieht für den reuenden Kaufmann ein Bezugsrecht von 50 Liter für Wagen unter 10 PS und 70 Liter für solche von 10 PS und mehr vor. Dieses Quantum dürfte im Durchschnitt für eine Fahrdistanz von 600 km ausreichen, 'wenig, allzuwenig für einen Vertreter, der täglich seine Tour absolvieren sollte. Es gibt aber einen Ausweg : Drei oder vier reisende Kaufleute aus verschiedenen Branchen, die dieselbe Gegend zu bereisen haben, tun sich zusammen zu einer Fahrtgemeinschaft. Am ersten Tag nimmt der erste seine Kollegen auf die Reise mit, am zweiten der zweite usw. Statt dass vier Wagen pro Tag je 15 Liter Brennstoff verbrauchen, benützen alle vier Reisenden für ihre Tour nur einen Wagen und verwenden die so ersparten 45 Liter für drei weitere Tagesfahrten. Der Brennstoff, den die vier zusammen für die laufende Kontingentierungsperiode vom 11. September bis zum 15. Oktober zugewiesen erhalten, wird auf diese Weise für rund 2500 km Fahrdistanz ausreichen. Es dürfte nicht schwer fallen, unter den Firmen eines Ortes solche Gemeinschaftsfahrten zu organisieren. Die Vertreter kennen dank ihres persönlichen Kontakts meist jene, welche ungefähr die gleichen Gebiete zu besuchen haben. Ferner wird Ihr Garagist häufig in der Lage sein, ihnen diesen oder jenen Wink zu geben oder sogar diese Fahrten selbst zu organisieren. Auch eine telephonische Rundfrage bei den mit Vertretern arbeitenden Firmen wird ohne Zweifel in manchen Fällen zum Ziel führen; endlich eignen sich auch die Sektionen des Verbandes reisender Kaufleute als Vermittlungsgelegenheit für die zu treffenden Vereinbarungen. Um sicher zu gehen, "dass unser Vorschlag auch in rechtlicher Hinsicht zu keinerlei Schwierigkeiten Anlass gibt, haben wir uns an zuständiger Stelle erkundigt und die ausdrückliche Zustimmung dazu erhalten. Er wurde im Gegenteil als im Interesse der Wirtschaft liegend begrüsst. (Mitg.) Gestützt auf die Vollmachten, die ihm die Bundesversammlung am 30. August 1939 erteilte, hat der Bundesrat einen Beschluss über die Landesversorgung mit flüssigen Kraft- und Brennstoffen erlassen. Durch diesen Besdhluss werden die Rationierungsvorschriften definitiv geordnet Den neuen Vorschriften sind unterstellt: der Import, die Produktion, der Handel und der Verbrauch jeglicher Art von a) flüssigen Kraft- und Brennstoffen (Benzin, Benzol, Petrol, sowie Diesel- und Heizöle alier Art); b) Mineralölen, wie Schmieröle, Isofieröle Selbstredend haftet der Halter des Fahrzeugs wie unter normalen Verhältnissen, resp. dessen Versicherungsgesellschaft. Wenn Ihnen der requirierte Wagen für den Betrieb Ihres Geschäftes fehlt, dann haben Sie zwei Auswege: Entweder mieten Sie sich ein Fahrzeug, das augenblicklich keine anderweitige Verwendung findet. Sie brauchen in diesem Fall weiter nichts zu tun, als die Versicherungsgesellschaft, bei der die Haftpflicht für den betreffenden Wagen gedeckt ist, vor Benützung des Wagens entsprechend zu informieren. Oder Sie setzen sich mit dem Automobflbureau wegen der Inbetriebnahme eines aufgebockten oder ausrangierten Fahrzeuges in Verbindung. Aus sicherer Quelle wissen wir, dass den Besitzern solcher Wagen in jeder erdenklichen Weise Entgegenkommen bewiesen wird. In beiden Fällen erhalten Sie die Benzinbezugskarten in Uebereinstimmung mit den bestehenden, die Menge betreffenden Vorschriften zugeteilt. Eine Anfrage an das Automobilbureau sich auf alle Fälle bezahlt! macht GS Fragen Sie uns, wenn Danen irgend ein Problem Kopfzerbrechen verursacht. Wie sehr uns die Zusammenarbeit mit unseren Lesern am Herzen liegt, geht aus einem soeben eingegangenen Brief hervor : « Ich erhalte Ihr Schreiben vom 20 ds. und bin ausserordentlich überrascht, den Umfang Ihrer wirklich aufmerksamen Bemühungen festzustellen. Ich werden mich an den von Ihnen genannten Stellen umsehen und verdanke Ihre Mühe verbindlich. » Die neuen Vorschriften für die Brennstoffrationierung Ein neuer Bundesratsbeschluss. und mineralölhaltige Schmierstoffe, sowie Aufbesserungsmittel für Kraftstoffe. Die Rationierung wird nach den vorhandenen Warenbeständen, nach den Importmögliohikeiten und unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Bedeutung der Verbrauchergruppen durchgeführt. Dabei wird von allen Fahrern erwartet, dass sie den Brennstoffverbrauch selbst nach Möglichkeit einschränken und wo es immer angeht, sich anderer Transportmittel bedienen. Zar Erzielung eines sparsamen Ver- ! . brauchs ist das Kriegs-Industrie- und Arbeitsamt zur Durchführung folgender Massnahmen ermächtigt : a) Aufstellung von "technischen Vorschriften, die eine Einsparung von flüssigen Kraft- und Brennstoffen gewahrleisten; b) Erlass von Vorschriften über die Beschaffung und Anwendung von Ersatzkraftstoffen und Verwertung der Altöle. Die Abgabe von flüssigen Kraftstoffen an Personenwagen, Lieferwagen und Motorräder erfolgt nach Mitte November ausschliesslich gegen neue Rationierumgsscheme. Die Fahrzeuge werden in folgende Kategorien eingeteilt: Kategorie A: Fahrzeuge, die für die Aufrechterhaltang von lebenswichtigen Betrieben und Anstalten unentbehrlich sind. KategörieB: Fahrzeuge, die für die Aufrechterhaltung der Existenz des Geschäftsbetriebes erforderlich sind. Kategorie C: Fahrzeuge, deren NichtVerwendung eine wesentliche Erschwerung der Berufstätigkeit oder des Geschäftsbetriebes zur Folge hätte. Kategorie D: Fahrzeuge mit anderer Zweckverwendung. Die Rationierung der flüssigen Kraftstoffe wird nach den vorstehenden Kategorien abgestuft Durch diese Vorschriften soll die Benzinabgabe den Erfordernissen der Kriegswirtschaft und den wirtschaftlichen Notwendigkeiten angepasst werden. Da für die Ermittlung der einzelnen Fahrzeugkategorien die Durchführung einer umfangreichen Erhebung bei den Haltern von Motorfahrzeugen nötig ist, wird die Abgabe von Rationierungsscheinen nach den neuen Vorschriften voraussichtlich erst auf den 15. November 1939 erfolgen können. Aus diesem Grunde wurde die provisorische Rationierung bis Mitte November verlängert. Auch die Abgabe von flüssigen Kraftstoffen an Lastwagen wird neu geordnet. So ist das Kriegs-Industrie- und -Arbeitsamt ermächtigt, die Organisation von lokalen oder regionalen Arbeitsgemeinschaften, sowie von Sammeltransporten zu fördern. Die Arbeitsgemeinschaften haben eine rationelle Ausnützung der Fahrzeuge, Traktoren und der Kraftstoffe zu gewährleisten. Die Abgabe von flüssigen Kraftstoffen an Lastwagen erfolgt nach den durch die Bedürfnisse der Kriegswirtschaft bedingten tonnen-kilometrischen Leistungen der Fahrzeuge. Wo Arbeitsgemeinschaften bestehen, erfolgt die Zuteilung von flüssigen Kraftstoffen nicht an das einzelne Fahrzeug, sondern an die Arbeitsgemeinschaft. Der Bundesratsbesohluss stellt ferner Vorschriften für die Verwendung von flüssigen Brennstoffen zu gewerblichen, industriellen und Heizzwecken und für den Handel mit flüssigen Kraft- und Brennstoffen auf. Zur Beurteilung der Widerhandlungen sind die im Bundesratsbeschluss betreffend die Einsetzung von strafrechtlichen Kommissionen des Volkswirtschaftsdepartement es vom L September 1939 vorgesehenen strafrechtlichen Kommissionen des eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes zuständig. AKTUELLES Reparaturen an requirierten Wagen. Sollen sie von der Armee oder vom privaten Autogewerbe vorgenommen werden ? Es Hegt auf der Hand, dass diese Frage in unserem Autogewerbe immer und immer wieder aufgeworfen wird, wobei wie andernorts so auch hier der Wunsch der Vater des Gedankens ist. Selbstverständlich verfügt die Armee über qualifizierte Leute für die Vornahme solcher Arbeiten und ebenso selbstverständlich erscheint es auch, dass sie sich deren mechanische Kenntnisse und Fertigkeiten zunutze macht. Anderseits lässt sich nicht verkennen, wie sehr gerade heute das private Autogewerbe, schwer genug betroffen durch die Requisition und die Brennstoffrationierung, auch auf Armeeaufträge angewiesen ist, damit die Betriebe nicht stillstehen und geschlossen werden müssen. Wiederholt haben unlängst Armeebefehle den Willen unserer höchsten militärischen Stellen zum Ausdruck gebracht, den Bedürfnissen und Notwendigkeiten der Wirtschaft Rechnung zu tragen, soweit es die Verhältnisse gestatten. Das Verständnis, das sich darin für Handel und Wandel offenbart, ermutigt zu der Hoffnung, dass Reparaturen an requirierten Fahrzeugen dort, wo es nach Lage der Umstände möglich ist, dem privaten Autogewerbe übertragen werden, einem ener Wirtschaftszweige, dessen Existenzrundlagen durch die Massnahmen, welche sich im Interesse der Landesverteidigung auf autofflobilistischein Gebiet als unumgänglich erwiesen, stark erschüttert worden sind.