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E_1939_Zeitung_Nr.075

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Der Krieg greift ein in

Der Krieg greift ein in den Strassenverkeh r Fort mit dem Autoradio! Auf Verlangen der militärischen Instanzen hat der Polizeipräfekt eines französischen Departements verfügt, dass Radio-Sende- oder Empfangseinrichtungen auf Automobilen. Motorrädern und Pferdefuhrwerken inskünftig verboten seien. Die gegenwärtig eingebauten Apparate sind unverzüglich zu entfernen. Frankreich schreibt Fahren mit abgeblendeten Lichtern auch ausserorts vor. Nach einer Verfügung der LuftschutzbehöTd«n Surfen in Frankreich vom 2. Oktober an Motorfahrzeuge ausserorts nur noch mit Standlichtern oder mit abgeblendeten Scheinwerfern fahren, die besonders für diesen Zweck konstruiert sind und der Genehmigung der Kriegsbehörden unterliegen. Auch Hollands Petrolversorgung macht Schwierigkeiten. Trotz seiner Lage am Meer sieht sich Holland bei der Versorgung mit flüssigen Brennstoffen vor Probleme gestellt, die sich nicht aus dem Handgelenk lösen lassen. Wohl liegen in den Häfen beträchtliche Vorräte, aber die Einfuhr stösst natürlich auf mancherlei Hemmnisse, und dazu kommt, dass sie sich durch die stark erhöhten Risikoprämien erheblich verteuert. Unter diesen Umständen hat sich die Regierung veranlasst gesehen, schon •wiederholt zur Sparsamkeit im Benzinverbrauch zu ermahnen. Scheint es auch nicht ganz ausgeschlossen, dass sie zu Rationierungsmassnahmen greifen müsse, so besteht doch Hoffnung darauf, es werde, dank der grossen eigenen Tankschiff-Flotte gelingen, -die Einfuhr so weit sicherzustellen, als dies zur Deckung des Brennstoffbedarfs erforderlich ist. Brennstoffnöte auch anderswo. Der europäische Konflikt hat es mit sich gebracht, dass nicht nur die kriegführenden Staaten ihr Hauptaugenmerk auf die Motorbrennstoffversorgung richten, sondern auch die Neutralen einschneidende Verordnungen getroffen haben, um auf diesem für Wirtschaft und Heereszwecke wichtigen Gebiet für die Deckung ihres Bedarfs zu sorgen. Wie die nachstehende Zusammenstellung zeigt, sind sich alle Staaten dessen bewusst, dass nur die grösste Einschränkung des privaten Motorfahrzeug* Verkehrs die Möglichkeit bietet, die kommenden Zeiten durchstehen zu können. Belgien : Motorfahrzeugbenutzuns nur gegen Bewilligungskarten. Bulgarien: Brennstoffabgabe nur mehr an staatliche, städtische Wagen und Taxi. Beimischungszwang von 25 °/o inländischen Melassespiritus zu Benzin. Dänemark: Motorfahrzeugbenutzung nur gegen Bewilligungskarten. Lastwagen und Autodroschken erhalten nur 60 %> des bisherigen Verbrauchs. Erhöhung der Benzinpreise. Estland : Erhöhung der Benzinsteuer. Finnland: Der neue Brennstoff besteht aus einem Viertel Benzin und drei Vierteln Holzspiritus. de mehr das Publikum von einer fachmännischen Leistung nicht nur Dauerhaftigkeit, sondern ebensosehr Schönheit verlangt, desto mehr gilt für den Fabrikanten nur noch die einzige Devise, die vor Enttäuschung bewahrt: Qualität. Nitreclatin hat sich Im Lauf der Jahre zu seinen alten Freunden ständig neue erworben und durch seine wachsende Beliebtheit bewiesen, wie sehr es den Ruf eines schweizerischen Qualitätsproduktes verdient. Ihr Maler oder Carrossier gibt Ihnen gern Auskunft Ober seine Erfahrung. für EclatinAG., Solothurn, Farben-und Lackfabrik, Tel. 21139 Preiswiirdig zu verkaufen 1 BERN A-Kasien wagen für 3 Tonnen Nutzlast, vollständig durchrevidiert, und 1 FORD-Kastenwagen für 3 Tonnen Nutzlast, in gutem, fahrbereitem Zustande. Anfragen sind erbeten unter Chiffre 17009 an die Automobil-Revue, Bern. Holland: Erhöhung der Brennstoffpreise. Einführung besonderer Geschwindigkeitsbegrenzungen. Jugoslawien : Keine Einschränkung des gewerblichen Strassenverkehrs, hingegen starke Drosselung des Privatverkehrs. Lettland: Motorfahrzeugbenutzung nur gegen Bewilligungskarten. Schweden : Abgabe von 40—70 Liter Benzin je Woche für Lastwagen. Einschränkung des Autobusund privaten Personenverkehrs. Ungarn : Erhöhter Beimischungszwang von einheimischem Methalco zu Benzin. «GASFABRIK» IM PERSONENWAGEN- ANHÄNGER Ich fahre einen Ford 18 PS und' studiere nun daran herum, wie ich ihn auf Holzgas abändern könnte. Dabei gebe ich mich keinen Illusionen hin, dass ich mir verschiedene Unannehmlichkeiten aufhalse und dass die Leistung des Motors um Etliches anfallen wird. Weil ich die Aenderungen auf ein Minimum herabsetzen möchte, beabsichtige ich, die ganze Gaserzeugungsanlage mit Einschluss von Reiniger, Kühler und Holzvorräten auf einem Anhänger unterzubringen. Brauche ich ihn nicht mehr, so würde er einfach abgeprotzt und der Wagen könnte mit Benzin odfer Benzol betrieben werden. Der Gasanhänger aber Hesse sich im Bedarfsfalle für einen andern Wagen verwenden. Haben Sie schon etwas von einem derartigen in der Schweiz oder im Ausland konstruierten Anhänger gehört? Und an welche Stelle hätte ich mich zu wenden? Antwort: Ihre Idee hat heute, da einerseits Schweden forciert den Holzkohlengasbetrieb. Im Hinblick auf die Lage sind' in Schweden alle Auto- und Autozubörfabriken zur Herstellung von Holzkohlengasgeneratoren übergegangen. Damit, so rechnet man, sollte es möglich sein, nächstes Jahr 13.000 Lastwagen auf Gasbetrieb umstellen zu können. Gleichzeitig erteilte die Armee einer Fabrik einen Auftrag in der Höhe von nahezu einer halben Million Kronen für den Bau von Gasgeneratoren. Eine Reihe von Städten hat sich zur Durchführung besonderer Kurse für die Fabrikation von Holzkohlen entschlossen. In diesem Zusammenhang mag übrigens daran erinnert sein, dass im Laufe dieses Sommers die Vorschriften über die Personenwagenanhänger für Ausländer während zwei Monaten aufgehoben wurden, in der Hauptsache wohl mit Rücksicht auf das internationale Campinglager Bächau und auf die Landesausstellung. Gewiss entbehren die hier angeführten, auf dem Wege des Interpretations-Kreisschreibens zustande gekommenen Milderungen der Bestimmungen über den Personenwasenanhänger einer inneren Berechtigung nicht. Bei den Schwierigkeiten aher, auf welche gegenwärtig die Sicherstellung unserer Landesversorgung mit flüssigen Brennstoffen stösst und bei der unbedingten Notwendigkeit, unseren Wirtschafteapparat nach der schweren Stockung, die sich im Gefolge der MoMlisation einstellte, •wieder in Gang zu bringen und zu erhalten, angesichts der Tatsache ferner, dass heute manche Existenz mit der Möglichkeit zum Betrieb eines Motorfahrzeugs steht und fällt, will es uns scheinen, die Frage, ob nicht auch Personenwagenanhänger zur Gaserzeugung ürnn Vermehr zugelassen werden sollten, sei ernsthafter Prüfung durch die zuständigen Behörden wert. Wenn die Bestimmungen über den Personenwagenanhäneer d*urch Interpretationen des eidg. Justiz- und Polizeidepartements ischon zugunsten der Beförderung von Segelflugzeugen und der ausländischen Campeure eine wenn auch zeitlich beschränkte Milderung erfahren haben, ohne dass dabei Unzu- Brennstoff sparen Pflicht eines jeden ist, währenddem es anderseits im Interesse der Aufrechterhaltung der Wirtschaft liegt, dass die für sie notwendigen Wagen fahren können, bestimmt viel für sich. Nach dem Wortlaut der geltenden gesetzlichen Bestimmungen allerdings besteht keine Möglichkeit der Zulassung eines derartigen Anhängers zum Verkehr. Und die Erklärungen, welche man uns bei den zuständigen eidgenössischen Behörden auf unsere Erkundigungen hin erteilt hat, bekräftigen uns in dieser Auffassung. Nach Art. 63, kömmlichkeiten zufjise traten, dann Abs. 4, der Vollziehungsverordnung zum M.FG dürfen Personenwagen einen einachsigen Anhänger zur Beförderung des Touristenreisegepäcks mit sich führen — und nur des Touristengepäcks. Daneben sind bis auf weiteres auch noch Personenwagenanhänger für die Beförderung gewerblicher Erzeugnisse toleriert. Gestattet ist aus-serdem, nach einem Kreisschreiben des eidg. Justizund Polizeidepartementes, das Mitführen von Anhängern an Personenwagen zum Transport von Segelflugzeugen; denn daa Departement betrachtet auch Segelflugzeuge als Touristenreisegepäck. Für befristete Dauer und zum Sammeln von Erfahrungen dürfen solche Anhänger bis zu einer Gesamtlänge von 11 m zum Verkehr zugelassen werden. Was die landwirtschaftlichen Anhänger betrifft, so sind sie von den Anforderungen, welche die Vollziehungsverordnung an die Anhänger stellt, insoweit entbunden, als lediglich die Kupplung mit dem Zugwagen auch hier betriebssicher; sein muss. AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 26. SEPTEMBER 1939. — 75 FRAGEN SIE - WIR ANTWORTEN! darf man auch die Frage in Erwägung ziehen, ob es nicht am Platze wäre, auch für die « Gaserzeujrunsrsanhänger» eine Ausnahme zu machen. Ist die gesetzliche Grundlage oder wenigstens die Erlaubnis dafür vorhanden, so würde, nach d*en vielen uns zugehenden Anfragen zum Kapitel Ersatzbrennstoffe zu schliessen, wohl der eine und andere dieser Betriebsart übergehen. Und die Herstellung solcher Anhänger könnte überdies Arbeit verschaffen. KANN ICH GEGEN DIE EINSCHÄTZUNG REKURRIEREN? Ich habe meine Maschine entsprechend dem quisitionsbefehl auf dem Schatzungsplatz in B. stellt. Der Ankaufswert betrug 4500.—; da es um ein Modell Jahrgang 1931 handelt, wurde Fahrzeug nach den bestehenden Vorschriften Fr. 450.— eingeschätzt. Mit Rücksicht auf Sin uktueües RächteUi: Unsere Armeeführer in Wort und Bild! Ein praktisches Taschenbüchlein, in welchem alle hohen Offiziere des Armeestabes und der Truppen in guten Bildern dargestellt sind. Jede Aufnahme ist mit Angaben über die militärische Karriere versehen. Dieses hübsch ausgestattete Büchlein orientiert jeden Schweizer über die Männer, die berufen sind, unsere Wehrmacht zu führen und damit unsere Unabhängigkeit zu wahren. Preis Fr. 1.50. In Buchhandlungen erhältlich, wo nicht, vom Verlag Hallwag Bern Rege- sich das mit den guten Zustand gewährte mir der Experte einen Zuschlag von 100 Prozent, somit belief sich der Schatzungswert auf Fr. 900.—. Bei einer Rücksprache mit einem anderen Schatzungsexperten erklärte mir dieser, ich wäre bei ihnen auf mindestens Fr. 2400.— eingeschätzt -worden. Woher kommt das? Kann ich jetzt den Entscheid meiner Schatzungsexperten noch anfechten, und wie hätte ich dabei vorzugehen? Antwort: Ueber die Requisition und Einschätzung von Motorfahrzeugen besteht eine Verordnung, welche wir in Nr. 72 unseres Blattes vollinhaltlich veröffentlicht haben. Danach besorgen die Experten, eingeteilt in Schatzungskommissionen, die Ein- und Abschätzung, sie bestimmen die Schatzungssumme und setzen die Entschädigung für die während des Dienstes entstandenen Schäden fest. Zur Ermittlung der Schatzungssummen sind, entsprechend diesen Vorschriften, bei Personenwagen und Motorrädern für das erste Jahr 20%, für die folgenden Jahre 10% in Abzug zu bringen. Als untere Grenze der Schatzungssumme wird für diese Kategorien von Fahrzeugen 10% des Ankaufspreises festgesetzt. An diese Grenzen haben sich die Schatzungsexperten zu halten, im übrigen bleibt die Fixierung der Schatzungssumme ihre Sache. Der Rekurs gegen die Einschätzung ist möglich. Art. 22 der Verordnung sieht vor, dass der Obmann der Sehatzungskommission entscheidet, sofern sich die Experten unter sich oder mit dem Fahrzeughalter nicht einigen können. Dabei ist der Entscheid des Obmanns endgültig. Anders bei der Abschätzung. Gegen den Entscheid des Obmanns steht in diesem Fall dem Fahrzeughalter das Rekursrecht zu; ist er auf dem Platz anwesend, so hat er den Rekurs vor Abschluss der Abschatzungsarbeiten dem Motorfahrzeug-Stellungsoffizier einzureichen; wohnt er der Abschätzung nicht persönlich bei, so ist der Rekurs binnen 3 mal 24 Stünden nach Erhalt des Abschatzungsentscheides der Abteilung für leichte Truppen einzureichen, gegen deren Beschluss binnen 30 Tagen bei der Rekurskommission der Eidg. Militärverwaltung Einsprache erhoben werden kann. Wie wir nach Ihrer Schilderung annehmen müssen, haben Sie die Rekursmöglichkeit bei der Einschätzung verpasst, so dass Ihnen jetzt kein Rechtsmittel mehr gegen den Entscheid des Obmanns der Schatzungskommission offensteht. WARUM SONNTAGSFAHRVERBOT SCHON VON 0 UHR AN? Ich wohne in einem Vorort der Stadt und pflege am Samstag abend jeweilen mit dem Wagen dorthin zu fahren und ein Restaurant zu besuchen, das bis 2 Uhr offen ist. Nun muss ich aber schon um K12 Uhr aufbrechen, um noch zeitig nach Hause zu kommen und nicht wegen Uebertretung des Sonntagsfahrverbotes gebüsst zu werden. Wäre eine Regelung in dem Sinne, dass e» in den Städten erst ab 2 Uhr morgens gilt, nicht denkbar? Antwort: Nein, eine solche Möglichkeit besteht nach unsern Informationen an zuständiger Stelle nicht. Die Durchführung des Bundesratsbeschlusses, der das Sonntagsfahrverbot für die Zeit von 0—24 Uhr in Kraft gesetzt hat, ist Sache der Kantone, aber die Vorschriften des Erlasses bleiben für diese bindend. Sie haben sich strikte daran zu halten und besitzen deshalb auch kein Mittel, Au«n»hmen in d'em von Ihnen angedeuteten Sinne zu gewähren. vorteilhafte, sparsame Occasionswagen DKW Lim. 1934 1150.— DKW Cabrio 1938 2600 DKW Cabrio 1837 2700— DKW Lim. 1938 3100 DKW Luxus 1935 3100.— Autropa AG. DKW Cabrio 1935 1350.— DKW Cabrio 1935 1800.— DKW Cabrio 1936 1990 DKW Cabrio 1937 2900 DKW Cabrio 1938 3500 Jenatschstrasse 3/5 Falkenstrasse 4 Telephon 5 88 86/7 Telephon 4 44 30 Polsterüberzüge schonen die Original-Polsternng and sind wascfuW. Wir haben ans aaf die Anfertigung der« selben spezialisiert und liefern sie deshalb rasch and gegen massige Beredinang. In drin« genden Fällen brauchen wir den Wagen nicht mehr als einen halben Tag. MULLER-20 MARTI Tdcpboe aj» DDKIN

N° 75 — DIENSTAG, 26. SEPTEMBER 1939. AUTOMOBIL-REVUE F E U I L L E T O N Der Siedler. Roman von Heinrich Lammlin. 10. Fortsetzung Damals versuchte er alles, um Arbeit zu bekommen. Er lief von einem Agenten zum andern, aber-in der Schweiz war sein Name nicht bekannt. Als er sich an die Behörden wandte, erhielt er nur halbe Auskünfte und wurde von einem Tag auf den andern vertröstet. Endlich bot man ihm eine Stelle bei einer Jazzkappelle an. Nein ! sagte er, und die Behörden Hessen ihn daraufhin fallen. Musste er nicht froh sein, dass man ihm eine Stelle anbot Um nicht zu verhungern, übernahm er eine Staubsaugervertretung. Dabei traf ich ihn zum zweiten Male. Er kam auch zu uns, das heisst zu meinen Eltern. Ich bat so lange für ihn, bis meine Mutter einen Staubsauger bestellte. Dann sprach ich mit allen Bekannten. Es war eine harte Arbeit, aber er machte Geschäfte; Von dieser Zeit an trafen wir uns öfters. Wir gingen spazieren, und — wie es so geht — wir verliebten uns. Meine Eltern waren gegen das Verhältnis, aber ich setzte meinen Kopf durch. Bald war die Staubsaugergeschichte zu Ende. Mir zuliebe spielte er doch in einer Jazzkappelle. Es war während dieser Zeit kaum auszuhalten in seiner Nähe. Wir hatten geheiratet und wohnten bei meinen Eltern. Lange tat es nicht gut. Der Sepp verdiente wenig und brauchte von dem Gelde noch einen Teil für sich. Meine Eltern schimpften und hetzten, so dass ich mit der Zeit den Kopf verlor und davonlief...» Lisbeth machte eine Pause. Alois Fürst spricht kein Wort, aber seine Blicke lassen das Gesicht der Frau nicht los. Hin und wieder schaut er auch hinüber zum Sepp, der bereits die andern Eckbalken eingesetzt hat. «Was hat das alles für einen Sinn ? » fährt Lisbeth auf. «Das sind Dinge, die vergangen sind! Ich will es kurz machen. Auch der Sepp verliess das Haus. Eines Tages trafen wir uns. Es kam zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf mir mein Mann den Rat gab, mich von ihm scheiden zu lassen. Ich hatte meine Dummheit bereits bereut und wehrte mich mit Händen und Füssen gegen die Scheidung. Am Tage darauf, kehrte ich wieder zu meinen Eltern zurück. Was hätte ich auch tun sollen ? Der Sapp blieb noch kurze Zeit in Zürich, dann verlor ich ihn aus den Augen. Die erste Nachficht, die er mir zugehen liess, kam von hier. Ich hatte Heimweh, meine Eltern hetzten gegen ihn, es war mir unmöglich noch länger zu Hause zu bleiben, und da fuhr ich hierher ! > Alois Fürst nickte mit dem Kopfe. « Und das Geld für das Land ? » fragt er. « Ja, das Geld ! Kurze Zeit konnte der Sepp in einem Hotel spielen. Er wurde gut bezahlt und konnte sich die wenigen hundert Franken zusammensparen. Dann ging er ins Tessin. Er wollte eine Stellung suchen, wieder irgendwo Musik machen. Im Maggiatal traf er auf einem Ausflug einen Siedler. Das Leben auf der Siedlung gefiel ihm. Er hatte die Welt satt, die Menschen waren ihm verleidet, er wollte nichts mehr als Ruhe... > « Ja », sagt Fürst, < das verstehe ich ! » Drüben treibt der Sepp mit raschen Hammerschlägen Nagel um Nagel in das Holz. Wenn das Wetter noch drei Tage hält, so bin ich fertig, denkt er. Hin und wieder schaut er zu Lisbeth und Fürst hin. Die haben es wichtig, lacht er vor sich hin, und ist froh, dass sie ihn in Ruhe lassen. «Sie sollten Hilfe haben», meint Fürst. «Es müsste hier rascher vorwärts gehen, wenn die notwendige Arbeit noch vor dem Winter getan werden soll. » < O, das werden wir schon zwingen ! > Lisbeths Antwort klingt aber doch nicht so sicher. Fürst steht auf. < Ich sende Ihnen meinen Gärtner herüber. Der soll Ihrem Mann helfen, er hat Zeit genug. » « Oh... », sagt Lisbeth und weiss nicht, wie sie dem Herrn danken soll. « Wenn ich Ihnen sonst noch helfen kann, so müssen Sie es nur sagen. Ich bin reich, und es macht mir nichts aus. > « Aber Sie kennen uns doch nicht! > fährt es der Frau heraus. Fürst lacht: «Ich kenne Sie jetzt, kleine Frau ! » Sie gehen noch hinüber zum Sepp. « Sepp ! Herr Fürst will dir seinen Gärtner senden, damit er hilft. Es wird dann alles rascher vorwärts gehen !» ruft Lisbeth ihrem Manne zu. Der Sepp lässt den Hammer sinken. « Ja, das wäre gut, aber woher soll ich das Geld nehmen, um den Mann m bezahlen ? > «Das ist nicht nötig! Der Gärtner wird von mir bezahlt. Er hat nicht so viel zu tun, dass er nicht auch helfen könnte », beruhigt Fürst den Mann. Der Sepp begreift immer noch nicht. « Ja, aber...» «Lassen Sie es gut sein. Der Mann kommt heute noch. Er soll Ihnen helfen, so lange Sie ihn nötig haben. Die Arbeit bei mir kann er nebenbei machen, und wenn es später nötig wird, so können Sie ihm ja auch einmal aushelfen. Reden wir nicht mehr davon ! » O, dieser Herr Fürst. Er hat eine Art, zu bestimmen, dass man nicht widersprechen kann. Wenn er sagt : Der Gärtner kommt, dann kommt der Gärtner. Basta! Lisbeth sieht ihren Sepp aus strahlenden Augen an. Der Mann, der immer noch mit sich kämpft, ob er das Angebot annehmen oder ablehnen soll, beginnt zu schwanken. Wenn es der Lisbeth Freude macht... Lieber wäre es ihm gewesen, er wäre keinem Menschen zu Dank verpflichtet worden. Hat er bis jetzt nicht alles allein gemacht und ist es nicht trotzdem vorwärts gegangen ? — Aber, wenn die Lisbeth will, dann in Gottes Namen! — Doch dann muss er sich bei .Fürst bedanken. Er legt den Hammer zur Seite und reicht Fürst die Hand. «Ich danke Ihnen ! » spricht er. Aber er sagt es so, dass es klingt, wie wenn er sagen würde : Ich will Sie nicht beleidigen, indem ich Ihr Angebot ablehne. Sie sehen ja, dass ich ganz gut allein fertig geworden wäre. Ja, so bedankt er sich bei Alois Fürst. Lisbeth steht daneben und wird rot bis an den Haaransatz, aber Alois Fürst, dem in seinem Leben schon viele Menschen begegnet sind, ahnt, was in dem Manne vor sich geht. Er nickt nur : « Sie haben nichts zu danken. Für Selbstverständlichkeiten bedankt man sich unter Nachbarn nicht. > Am Nachmittag sendet er seinen Gärtner, und die Arbeit an der Hütte geht rasch vorwärts. Er sendet den Mann noch viele Tage, bis das ganze Land umgebrochen ist und nichts mehr übrig bleibt, als den Platz vorzubereiten, auf dem einst das Steinhaus stehen soll. II. Teil. Da stand der Wald, als sei er — so wie die,Felsen, die seine Wurzeln umklammerten - fair die Ewigkeit gewachsen. Dann kam der Mensch, fällte die Bäume, bis eine grosse Lichtung entstand, brach die Erde um, legte einen Garten an und baute eine Hütte. , ; Und seht nur diesen Menschen! -•-Er bricht Steine aus dem Berg, zertrümmert die Felsen mit dem Zuschlaghammer und tut, als wolle er den ganzen Berg ab- tragen. Ja, er schindet sich, dass ihm der Schweiss in Bächen über den Körper rinnt. Er kann sich nicht genug tun, obwohl die Tage schon kürzer geworden sind und die Nächte sich wie eine kühle Hand über das Land legen. Die Menschen in den Dörfern freuen sich; in Strömen rinnt der Nostrano — rot wie Blut — aus der Kelter. Tanzweisen und Gesang dringen bis zu der Siedelung empor, aber der Mensch dort schindet sich weiter und hat keine Ruhe, so dass selbst die Kastanienbäume im Walde ihre alten Kronen schütteln, bis die reifen Früchte zur Erde fallen und aus ihrer stacheligen Hülle rollen. Hat er nicht Tisch und Stühle gezimmert, hat er nicht ein Wandbrett gemacht, auf dem Teller, Schüsseln und Tassen in langer Reihe stehen ? — Schleppte er nicht auf seinem Rücken eine zweischläfige Bettstatt auf den Berg ? — Schnaufte er nicht wie ein müdes Lasttier unter dem Gewicht des eisernen Herdes daher, nur um die Fracht zu sparen ? — Trägt sein Garten nicht bereits die ersten reifen Früchte ? — Was will dieser Mann noch alles tun ? Er könnte sich vor die Hütte setzen, seine Pfeife stopfen und es sich wohl sein lassen. Viele an seiner Stelle würden das tun. Der Frühling und der Sommer waren lang und überreich an Arbeit. Aber dieser Mensch kann nicht feiern, ruhen und sich freuen an dem, was er bereits getan hat; er muss schaffen und bauen, denn bald wird diese Erde drei Menschen ernähren müssen. Schaut nur seine Frau an, wenn sie mit langsamen, bedächtigen Schritten durch den Garten geht und sich mit der unendlichen Liebe — die nur jungen, werdenden Müttern zu eigen ist — über die Pflanzen neigt, schaut sie euch an, wenn sie vor der Hütte sitzt, strickt oder näht und ein kleines Lied — ein Wiegenlied — vor sich hin summt, oder aber, wenn sie die Hände in den Schoss sinken lässt und mit weltfernem Madonnenlächeln in sich hinablauscht, auf das junge Leben, das sich bereits zu regen beginnt. Auch der Mann sieht sie, wenn er für Augenblicke den Hammer sinken lässt, um zu verschnaufen. Dann huscht ein glückliches und doch sorgenvolles Lächeln über sein Gesicht. Ein Lächeln, das wie der letzte Abglanz der herbstlichen Abendsonne an den Hängen der Berge ist: Glut und Trauer zugleich. Darauf schwingt er den Hammer mit noch wilderer Kraft, so dass es weit durch den Wald klingt und die Steine zerplatzen, als seien sie nichts wie tönerne Scherben. (Fortsetzung folgt.) Was geschieht mit der Batterie? Infolge der Mobilmachung werden viele Fahrzeuge während längerer Zelt nicht benülzi Die Ausserbeiriebsetzung ist aber für die eingebaute Batterie wegen der Gefahr der Sulfatierung sehr nachteilig. Wir möchten deshalb unserer verehrlichen Kundschaft einiges betreffend die Aiisserbetriebsetzung von Batterien mitteilen: Ein voligeladener Bleiakkumulator wird, auch wenn ihm kein Strom entnommen wird, infolge der Selbstentladung allmählich leer. Selbstentladung nennt man die Eigenschaft von Akkumulatoren, ihre Ladung im Laufe der Zeit zu verlieren, ohne dass sie benützt werden. Sie ist durch chemische Vorgänge an der Oberfläche der Platten, vor allem der Minusplatten, bedingt. Bei aus gutem Material hergestellten Starterbatterien beträgt die Selbstentladung etwa %—1 % in 24 Stunden. Die Selbstentladung wird durch Verunreinigungen der Flüssigkeit und durch Fremdstoffe (Eisen, Platin, Kupfer usw.) stark erhöht, auch wenn diese sich nur In geringen Spuren in der Füllflüssigkeit befinden. Die Selbstentladung Ist bei hohen Temperaturen (Sommer) grösser als bei niederen Temperaturen (Winter). Bei Kurzschluss zwischen einzelnen Platten, hervorgerufen durch ausgefallene Masseteilchen, Blei, Schlamm oder durch Kriechströme, tritt eine zusätzliche elektrisch bedingte Selbstentladung auf. Da die Batterie bei nicht rechtzeitiger Nachladung unbrauchbar wird, so ist es notwendig, eine nicht benutzte oder ausser Betrieb gesetzte Batterie während dieser Zeit zweckmässig zu behandeln. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: 1. Nachladung. Die Batterie wird alle 4 Wochen an eine besondere Station zur Nachladung gegeben. Dabei ist es empfehlenswert, sie alle acht Wochen mit einem 10stündigen Entladestrom zu entladen und dann wieder aufzuladen. Diese Nachladung ist so zu verstehen, dass die Kapazität der Batterie, die in Amp./Std. angegeben wird, durch die Zahl 10 zu dividieren ist, und dass dann mit dieser Stromstärke die Batterie entladen und wieder gelalan wird. 2. Dauerladung. Die Batterie wird dauernd mit einem ganz geringen Strom geladen, der gerade die Wirkung der Selbstentladung aufhebt. Der Dauerladestrom richtet sich nach der Kapazität der Batterie und der Grosse ihrer Selbstentladung. Eine Batterie mit einer Kapazität von 150 Amp./Std. und einer täglichen Selbstentladung von 1 % erfordert einen Dauer- 150X0,01 ladestrom von 1 = 0,06 Amp. In der Praxis wird der Dauerladestrom so elnge- 24 stellt, dass die Ladespannung der Batterie unverändert zwischen 2,2 und 2,3 Volt bleibt 3. Stille Aufbewahrung nach Füllung mit destilliertem Wasser. Bei dieser Art der Ausserbefriebsetzung müssen sorgfältig alle Spuren von Säure aus der Batterie entfernt werden. Batterie zuerst mit dem zehnstündigen Ladestrom aufladen, die Säure ausgiessen und durch destilliertes Wasser ersetzen, darauf Batterie mit dem gleichen Strom nochmals ca. 6 Stunden laden, dann Wasser ausgiessen und abermals destilliertes Wasser nachfüllen, bis die Platten gut damit bedeckt sind. Nach Einschrauben der Verschlusssfopfen Batterie stehen lassen. auf 0 ° C sinken kann, weil sonst das destillierte Wasser gefriert, wodurch unter Umstän- den der Batteriekasten gesprengt werden kann. Bei Inbetriebnahme wird das destillierte Wasser ausgeleert, Säure von der vorgeschriebenen Dichte eingefüllt und die Batterie geladen. Am Ende der Ladung muss die Säure nochmals auf die vorgeschriebene Dichte einreguliert werden, da sie durch das noch In den Poren der Platten befindliche destillierte Wasser verdünnt wurde. Allerdings besteht bei einer sehr langen Stillsetzung einer Batterie Je nach dem Alter derselben die Möglichkeit, dass die Platten trotzdem sulfatieren, da es auch bei gründlichstem Spülen nicht möglich ist, die kleinsten Reste der Säure aus den Poren der Platten herauszuwaschen. Alle guten Autowerkstätten, Autoelektriker, die Boschdienste oder die Boschwerkstätten in Genf und Zürich übernehmen die Pflege, Aufbewahrung und Wiederinbetriebsetzung Ihrer Batterie zu niedrigsten Preisen.