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E_1939_Zeitung_Nr.072

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BERN, Mittwoch, 6. September 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 72 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und ABONNEMENTS-PREISE: Anscab* A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert. Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.5u. Ausgabe C (mit Insassenversieherung) vierteljährlich Fr. 7.75. Der Strassenverkehr zur Mobilisationszeit Die Mobilmachung der schweizerischen Armee, womit die Requisition eines Teiles undeln bestand auch hier seine Bewährungs- frommt. Eidgenössisches Denken und Hanseres Motorfahrzeugparks Hand in Hand probe. Und die schweizerischen Automobilisten werden sie, davon sind wir überzeugt, ging, hat, wie zum vornherein zu erwarten stand, auch im Bild unseres Strassenverkehrs auch weiterhin bestehen; sie werden sich, sichtbare Spuren hinterlassen. Zeigte er am getragen vom Gefühl ihrer Verantwortung letzten Freitag noch ein mehr oder weniger gegenüber der Gemeinschaft, auch noch zu normales Gesicht — da und dort trug er sogar, eine Wirkung des Rufs zu den Waffen, ihn die Erhaltung unserer Freiheit und Un- einem grössern Verzicht bereit finden, sollte die Merkmale erhöhter Betriebsamkeit — so abhängigkeit, die Verteidigung unserer Grenzen von ihnen fordern. Bald genug wird die- flaute er, wenigstens was die privaten Motorfahrzeuge anbelangt, am Samstag, dem ersten Mobilisationstag, schon merklich ab. lich, wenn, wie wir hören, am 11. September ser Augenblick gekommen sein: dann näm- Langsamer und schwächer ging sein Puls. das endgültige Rationierungssystem für die Der im Zusammenhang mit der provisorischen Treibstoffrationierung vom 29. August Benützte einer während der letzten Tage Treibstoffe Wirksamkeit erlangt. von den Behörden erlassene und von den seinen Wagen noch und zehrte er, von- den Verkehrsverbänden nachdrücklich unterstützte Appell, mit dem kostbaren Nass hausren, dann geschah es meist nur bei kleinern sechzig Litern, die ihm zugeteilt worden wahälterisch umzugehen und die Fahrten auf Fahrten. Ausserkantonale Polizeinummern das unumgängliche Minimum zu beschränken, gehörten während der Mobilisationstäge in hatte williges Gehör und Verständnis gefunden. Mochte die Massnahme auch von allen men, die zwar weniger fragenden Blicken der Bundesstadt zu den vereinzelten, Ausnah- jenen, denen das Motorfahrzeug ein unentbehrliches Mittel zur Sicherung ihrer wirtschem Nationalitätenschild. Hin und wieder begegneten als die Fahrzeuge mit ausländischaftlichen Existenz bedeutet, ein Opfer heischen, die ernste Zeit erweckte-in einem je- das- -Diplomatenkorpsr soweit• das-'-Beneün in rollt ein CD vorüber, daran erinnernd, "dass den das Bewussfsein, dass der einzelne hinter dem zurückzutreten hat, was dem Lande schöpfen Frage steht, nach wie vor aus dem vollen kann. *""'%/* 41 Das Auto im Dienste der Mobilmachung. Bilder wie dieses hier sah man während der Mobilisationstäge auf Schritt und Tritt. Vorläufig keine Befreiung requirierter Fahrzeuge Ersehetnt jeden Dteattaf und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto - Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitcnrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse : Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich : LSwenstrasse 51. Telephon 39.743 Die Requisition bat manchen Motorfahrzeugbesitzer und manchen Betriebsinhaber in eine schwierige Lage gebracht. Wir sind deshalb an die zuständigen militärischen Instanzen gelangt, um uns zu erkundigen, ob In dringenden Fällen die Möglichkeit einer Befreiung und Rückgabe solcher Fahrzeuge bestehe. Wie wir dabei auf der Abteilung für leichte Truppen erfuhren, sieht sie sich zurzeit absolut ausserstande, auf Gesuche solcher Art einzutreten. Diese Massnahme wird durch die Umstände diktiert Der militärische Verbindungs-, Verpflegungsdienst usw. steht momentan mitten in der Organisation, so dass kein requiriertes Fahrzeug dem Militärpark entzogen werden kann, ohne in den verschiedenen Diensten ernsthafte Störungen zu verursachen. Die Militärbehörden verkennen die Bedürfnisse von Handel, Industrie und Gewerbe durchaus nicht. Die Abteilung für leichte Truppen erklärt sich denn auch bereit, ihr zugehende Gesuche um Befreiung requirierter Fahrzeuge in Prüfung zu ziehen, sobald es die Verhältnisse erlauben. Vor Ablauf einiger Wochen wird das allerdings nicht der Fall sein. INSERTIONS-FREIS: DI« aehtgefpattene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. GrSssere Inserate nach Spezialtarif. loseratensehlnss 4 Tage vor Erseheinen der Kammer Die Mannschaften rücken auf dem Sammelplatz ein. Und mit ihnen sind auch schon die Lastwagen zur Stelle, diese unentbehrlichen Helfer unserer Armee. Stiller ist es in den Strassen geworden. Von einem « Verkehrsstrom » zu reden, wäre ein glatter Euphemismus. Ein Bäohlein ist es noch, das durch die Gassen des Stadtinnern rinnt. Die Verkehrspolizisten, jetzt im Stahlhelm ihres Amtes waltend, erleben geruhsame Zeiten; denn auch das Tram hat seinen Fahrplan erheblich « verdünnt», der Autobus darf bald schon Seltenheitswert für sich beanspruchen, Lastwagen sind so gut wie gänzlich aus dem Strassenbild verschwunden, und die Schwärme der Velofahrer — wo blieben sie? Personenwagen oder Motorräder, die von Zivilisten gesteuert sind — man kann sie bald zählen. Nur die Reihen der kleinen Lieferwagen scheinen sich bisher nicht in nennenswertem Umfang gelichtet zu haben. Eines aber fällt dabei auf: Die vielen Frauen und Mädchen am Volant. Tapfer und einsatzfreudig sind sie in die Lücke gesprungen für ihre Männer, Brüder und Arbeitskollegen, die Wache halten an der Grenze. Was sonst noch die Verkehrswege belebt, das sind in der Hauptsache Fahrzeuge mit Militär- und Luftschutznummern oder mit gewöhnlichen Schildern, zu denen sich die Einschatzungsnummer gesellt. Feldgraue oder Hilfsdienstpflichtige mit der roten Armbinde führen das Lenkrad. Daneben rollen Lastwagen, befrachtet mit allen möglichen militärischen Requisiten, mit Lebensmitteln usw. durch die Strassen, und bei den Sammelplätzen stauten sie sich während der Mobilmacbungstage zu langen Kolonnen — eine eindrucksvolle Demonstration der Rolle, welche heute das Motorfahrzeug im Dienste der Armee spielt, gleichzeitig aber auch ein Bild, das einen anschaulichen Begriff davon vermittelt, w'ie tief die Mobilisierung in das Getriebe unseres Wirtschaftslebens eingreift. Nahezu ausgestorben liegen die Parkplätze, und wo man in normalen Zeiten eine ununterbrochene Front stationierender Wagen abschritt, da steht heute noch eine Handvoll « Einzelreisender » einsam herum. Stark entvölkert haben sich auch die Taxi-Standorte, und nach Autooars fahndet der Blick selbstverständlich umsonst. Nur an einzelnen Stellen vor dem Bundeshaus, an dessen Eingängen Wachtposten Stellung bezogen haben, scharen sich Wagen in grösserer Zahl, alle aber mit Militär- oder Requisitionsnummer. In dieser Nummer: Requisition und Einschätzung der Motorfahrzeuge. Einführung der allgemeinen Arbeitsdienstpflicht. Grosser Preis von Belgrad. Absagen von Veranstaltungen am laufenden Band. DIE KLEINE REVUE Der Generaladjutant, Nationalrat Dr. Dollfus (Lugano), ist vom Bundesrat unter Beförderung zum Gberst-Divisionär zum General-Adjutanten ernannt worden.